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Ein Traum wird wahr (fm:Romantisch, 20114 Wörter)
Autor: Manuela YasminaVeröffentlicht: Nov 24 2007Gesehen/Gelesen: 26213/21293 [81%]Bewertung Geschichte: 9.33 (228 Stimmen)
Sie Bauwagenbewohnerin, er Spießer. Und trotzdem, mit Stolpersteinen, finden sie zueinander.
 

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© Manuela Yasmina
Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die 
schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. 
Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Ein Traum wird wahr 

01 Die Begegnung 

*Ihr kennt doch alle die Werbung von Wüstenrot. Da sagt doch dieses süße
kleine Mädchen: "Papa, wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer 
werden". Ich weiß nicht wie das süße Mädchen heiß. Ich heiße Corinna. 
Ich weiß nicht, wie alt sie ist. Ich bin jetzt 18. Allerdings haben wir 
einiges gemeinsam: 

Wir wohnen beide in einem Bauwagencamp. Sie trägt die gleichen
abgewetzten, schmuddeligen Klamotten wie ich. Sie hat dieselben Wünsche 
für später, wie ich auch. 

Nur etwas unterscheidet uns. Sie ging nach dem Dreh nach Hause. Ich sah
den Spot im Kaufhaus, in der TV-Abteilung, und ging dann zurück nach 
Hause. In unseren Bauwagen. 

Dabei war Anfangs alles so schön. Mama war zu Hause, Papa arbeitete als
angehender Beamter bei Vater Staat. Alles war O.K. Bis zu jenem Tag, 
als Mama und Papa mit mir auf die Demo gegen Atomraketen gingen. Papa 
wurde verhaftet, weil er einer der Hauptredner war. Mitten in seinem 
Vortrag wurde er von der Bühne gezerrt. Was folgte ist schnell erzählt. 
Papa kam in Untersuchungshaft, wurde angeklagt und bekam 6 Monate. Er 
verlor seine Stelle und wurde Arbeitslos. Wir verloren die schöne 
Wohnung, Mama wurde sehr krank und 3 Monate nachdem Papa wieder bei uns 
war, starb sie. Ich war damals 9. Papa bekam natürlich keine Arbeit 
mehr. Radikaler Linker und Knasti. Das sagt ja wohl alles. Er hielt uns 
mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Worauf er aber immer besonderen Wert 
legte war, daß ich frei denken lernte. Und so sagte ich immer das, was 
ich denke und denke, was ich sage. Frei von jeder Lüge. Zwar eckte ich 
damit überall an, was zu meinem äußeren Erscheinungsbild noch dazukam, 
aber mich störte es nicht. Ich lebte zufrieden und glücklich zusammen 
mit meinem Vater im Bauwagencamp. Mit 10 kam ich aufs Gymnasium. 

Papa half mir bei den Schulaufgaben und einige andere aus dem Camp
ebenfalls. Und da unter ihnen einige Lehrer waren, die wohl das gleiche 
Schicksal wie das meines Vaters teilten, hatte ich immer sehr gute 
Noten. 

In meiner Klasse war ich natürlich von Anfang an das Kind asozialer
Eltern. Daß Mama tot war erfuhren sie erst einige Monate später. Aber 
sie hänselten mich trotzdem wo sie nur konnten.Und so weinte ich sehr 
oft nach den Pausen, im Unterricht, still in mich hinein. Und das 
leider heute noch. Hinten saß ich. In der letzten Bank. 
Mutterseelenallein, da niemand neben mir sitzen wollte. 

12 Jungs und 14 Mädchen waren mit mir zusammen in der Klasse. Aber
Freunde hatte ich darunter keine. Ich war sozial zu tief unter ihnen 
angesiedelt. Also kein Umgang für sie. Doch als ich 12 war begann sich 
mein Körper zu formen. Ihr wißt ja, was ich damit meine. Und da ich die 
erste war, bei der dies losging, und dies auch noch sehr schnell und 
überaus üppig wurde, kamen die Jungs nach und nach zu mir und wollten 
nur das eine. Anfassen! Aber ich wehrte mich sehr gut. Niemand hat es 
je geschafft. Zwar lockten sie mich zu sich nach Hause und zeigten mit 
ihren Reichtum, aber das ließ mich kalt. Ich vergaß wohl zu sagen, daß 
die meisten Schüler auf diesem Gymnasium wohlhabende Eltern hatten. 
Teilweise sogar sehr wohlhabend. Aber eine Nutte wollte ich nicht 
werden. Weder jetzt, noch später. 

Als ich 17 1/2 war, bekamen wir einen neuen in die Klasse. Georg! 19 und
schon einmal sitzengeblieben! Aber er sah sehr nett aus und hatte so 
ein strahlendes lachen in seinen Augen. Allerdings war er sehr 
still.Und da nur noch ein Platz in der Klasse frei war, der neben mir, 
mußte er sich neben mich setzen.* 

Ich heiße Georg, bin 19 Jahre alt und hab in meinem Leben schon so
manches erlebt. Leider war es in der letzten Zeit nicht gerade etwas 
Schönes gewesen. 

Meine Eltern, beide Physiker, konnten mir eine sehr sorglose Kindheit
bereiten. Mama hörte auf zu arbeiten, als ich kam.Wir hatten ein 
riesiges Haus und ein ebensolches Grundstück. Hier konnte ich mit 12 
Jahren Auto fahren lernen, ohne daß jemand etwas sagen konnte.Papa 
hatte auch eine kleine Sportmaschine, in der er mir das Fliegen 


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