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Die Postkarte aus Ecuador (fm:Ältere Mann/Frau, 7700 Wörter)
Autor: AlphataVeröffentlicht: Feb 02 2009Gesehen/Gelesen: 25407/21875 [86%]Bewertung Geschichte: 9.26 (223 Stimmen)
Diese wunderbar feminine, ältere Frau hatte Aldo in seinem Studentenjob angesprochen -- was wollte sie noch außer ihm eine Postkarte aus dem Urlaub zu schicken...?
 

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© Alphata
Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die 
schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. 
Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

"Das macht dann acht Euro, bitte!" 

Aldo nahm den Schein entgegen, zählte das Wechselgeld heraus und
händigte es zusammen mit dem Parkschein aus. Sein Blick blieb an der 
fein manikürten Hand mit den dunkelroten Fingernägeln hängen, die 
beides entgegennahm. Die Berührung hatte ihn neugierig gemacht. Er 
schaute nach oben, wo er auf ein tiefblaues Augenpaar traf, das ihn 
interessiert betrachtete. 

"Danke!" Ihre Stimme war nett und angenehm. Sie lächelte ihn freundlich
an, und noch immer ruhte ihr Blick auf ihm. Er wurde unruhig, schaffte 
es aber doch, zurückzulächeln. 

Sie war weitaus älter als er. Im zweiten Jahr seines Studiums war er mit
seinen 24 Jahren zwar einer der Älteren, aber die Frau vor ihm war 
darüber schon weit hinaus. Aldo schätzte sie in diesen kurzen Momenten 
auf 40 - obwohl ihre gepflegten Hände sie jünger erschienen ließen. 

Immer noch schaute sie ihn unverwandt an. Sein Herz begann zu klopfen.
Sie war attraktiv mit ihren blonden Haaren und ihrem empfangenden 
Lächeln, und ihr Blick war durchdringend, so dass er sich etwas 
unsicher fühlte. Gleichzeitig fuhr ihm diese direkte Art aber auch in 
die Lenden, und er rutschte auf seinem Stuhl hin und her. 

"Schön..." Sie sagte es mehr zu sich selbst, als sie sichtlich bemüht
langsam den Blick senkte. Sie versenkte das Wechselgeld in ihrer Tasche 
und blickte ihn nochmals lange an. Dann drehte sie sich um und ging zum 
Fahrstuhl. Bevor sie einstieg, warf sie ihm einen letzten innigen Blick 
zu. Aldos Schwanz zuckte: So intensiv hatte ihn noch kaum eine Frau 
vorher angesehen - vor allem keine so attraktive! 

Er war richtig aufgeregt: Was wollte sie von ihm? Warum hatte sie ihn so
angeschaut? Was sollte er jetzt machen? 

Um sein Studium zu finanzieren, arbeitete er manchmal als Aushilfe in
dem Parkhaus an der Kasse - genau dort, wo er jetzt gerade diese schöne 
Unbekannte getroffen hatte. Er überlegte, was er machen sollte. Gerade 
als er sich entschieden hatte, nach unten in den Parkbereich zu gehen 
und unauffällig nach ihr zu schauen, ging die Aufzugtüre wieder auf und 
sie trat heraus. Aldos Herz setzte einen Takt aus. 

"Haben Sie etwas vergessen?" brachte er hervor. 

Sie lächelte wieder und ihre Augen blitzten. "Wie man es sieht..."
setzte sie an und pausierte dann kurz, um ihm wieder tief in die Augen 
zu schauen. Obwohl er saß wurde Aldo ganz weich in den Knien. 

"Ich wollte Dich nach fragen, ob Du mir Deine Adresse gibst." Sie ließ
die Worte auf ihn wirken. "Ich fliege morgen in Urlaub, und würde Dir 
gerne eine Postkarte schicken! Natürlich nur, wenn das o. k. für Dich 
ist?" 

Aldo schluckte. Das war ungewöhnlich. "Klar, gerne." Er nickte,
kritzelte seinen Namen und seine Anschrift auf einen Zettel und wollte 
ihn ihr rüber schieben. Einer inneren Eingebung folgend, schrieb er 
auch noch seine Telefonnummer hinzu und reichte ihn ihr schließlich. 
"Wenn Sie zurück sind, können Sie mich auch gerne mal anrufen." 

Sie lächelte mysteriös. Mit zufriedenem Gesichtsausdruck nahm sie den
Zettel entgegen, warf einen Blick darauf und verstaute ihn in ihrer 
Handtasche. 

"Wo geht es denn hin?" 

Sie sah auf. "Nach Ecuador, für vier Wochen. Und vielleicht melde ich
mich danach!" Verschmitzt sah sie ihn an, warf ihm noch einen koketten 
Blick zu und drehte sich zum gehen. "Bis dann..." 

Diesmal sah sie sich nicht mehr um - aber aus dem Aufzug winkte sie ihm
nochmals zu. Aldo war perplex. Das war eine lupenreine Anmache gewesen, 
aber er konnte sich keinen rechten Reim darauf machen. Na ja, er würde 
ja sehen, was passieren würde. Und währenddessen würde er 
wahrscheinlich von ihrem wiegenden Gang und ihren strammen Fesseln 
träumen, denen er auf dem Weg in den Aufzug hinterher gesehen hatte. 



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