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Unter anderen Vorzeichen (fm:Romantisch, 21917 Wörter)

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Veröffentlicht: Nov 06 2020 Gesehen / Gelesen: 5694 / 4851 [85%] Bewertung Geschichte: 9.68 (119 Stimmen)
Ein junger Mann trifft nach Jahren seine Pflegemutter wieder. Eine nur erotisch angehauchte, emotionale Geschichte

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Ein junger Mann trifft nach Jahren zufällig seine Pflegemutter wieder. Eine nur erotisch angehauchte, emotionale Geschichte. Autorenrechte © bei lost_of_mind, bitte keine unerwünschte Veröffentlichung.

Unter anderen Vorzeichen

Nicht alle Menschen haben einen geradlinigen Lebenslauf. Das hat verschiedenste Gründe. Es fängt schon damit an wo du geboren wirst. In meinem Falle Deutschland, DDR. Selbst dann ist die Lebenslotterie noch nicht entschieden. Du kannst die falschen Freunde finden, aber die suchst du dir wenigstens noch selber aus. Für falsche Eltern kannst du noch nichtmal was dafür. Mein Vater war überzeugter DDR-Grenzer, mit einem heimlichen Drang zu einem weiteren Bundesamt, Fan von Erich Mielke. Meine Mutter war Erzieherin in einem Heim. Auch da sollen dubiose Umstände geherrscht haben. Ansatzweise ahnte ich was die Gerüchte zu bedeuten hatten, denn der Erziehungsstil meiner Mutter könnte sich Zuhause an mir wiederholt haben. Mein Vater scherte sich nicht um mich. Kinder sind Frauenkram für ihn.

Nach der Wende wurden selbstverständlich alte Rechnungen beglichen. Die vormals so Privilegierten und heimlich Gefürchteten durften endlich folgenlos ausgegrenzt werden. Alleine schon weil wir in der DDR wie sonst wenige Familien ein Telefon hatten, da wusste jeder sofort bescheid: Zum Weitermelden. Und einen Wartburg. Ohne Wartezeit. Sowas beseitigte jeden Restzweifel.

Nachbarn kannten dich plötzlich nicht mehr und wechselten die Strassenseite. Weil Papa keine dubiosen Beziehungen nach oben mehr hatte mussten auch "Freundschaften" nicht mehr aufrecht erhalten werden. Es gab eh schon nirgends mehr Arbeit. Wer von den neuen Arbeitgebern sollte also alte Apparatschiks einstellen wollen? Vor allem als was? Es wurden händeringend industrielle Fach- oder Bauarbeiter gesucht, drüben im Westen, keine Fachkräfte für Unterdrückung, Folter und Bespitzelung.

Du ahnst was geschah: Mein Vater saß Monate um Monate zuhause, versank in den Suff. Meine Mutter hatte wohl noch zugriff auf heimliche Tablettenbestände zum Ruhigstellen und bediente sich selber daran großzügig. Auf den Strassen war die ersten zwei, drei Jahre eh wilder Westen. Jeder suchte seine Chance und das rasche Geld, wollte vom neuen Wohlstand profitieren. Möglichst schnell. Und wenn du als junger Mensch dann noch falsche Freunde hast...

Kurz: Nach einigen unschönen schlenkern in meiner Lebenslinie kam ich in eine Pflegefamilie. Weit weg von meinen alten Freunden und meinen kaputten Eltern. In die totale Öde und Einsiedelei. Ins tiefste Bayern, fast schon wieder Tschechien. Und plötzlich war Ruhe! Gespenstische Ruhe. Da war niemand mehr der nächtelang mit dir um die Häuser ziehen wollte. Es gab nichts mehr zu "rauchen" für die Bong, zumindest hatte ich keine Kontakte mehr dazu. Wenn du ein Fahrrad oder Moped geklaut hattest dann kam der Vater des Besitzers zu dir, holte es zurück, hat dir eine Ohrfeige verpasst dass es klatschte und du noch wie ein Kreisel rotiert bist. Sache Erledigt. Ohne Sherriffs. Vor diesen Männern hattest du Respekt.

Mein Pflegevater war auch so einer. Otto. Er arbeitete in der Glasfabrik. Zwei Meter hoch, ein Meter breit, ein Brustkorb wie ein Lastwagenkühlergrill. Sein Wort war Gesetz. Aber er war auch Gerecht. Immer. Und wenn ich mal was sinnvolles Anfing dann unterstützte er mich dabei. Immer. Nach einem aufreibenden Jahr hatte ich mich in mein Schicksal gefügt. Ging sogar wieder regelmässig zur Schule, war ja das einzige Entertainment im ganzen Landkreis ausser dem jährlichen Feuerwehrfest. So schaffte ich sogar einen Schulabschluss. Mit zwei Jahren Verzögerung, aber immerhin.

Meine Pflegemutter Linda war eine unglaublich geduldige und warmherzige Frau. Zum ersten Mal im Leben erfuhr ich so etwas wie Nestwärme. Regelmässigkeit und Ordnung. Sie glaubte an mich, ich machte bald schon keinen Blödsinn mehr nur um sie nicht zu enttäuschen. Ich bekam keine Befehle, sondern wurde höflich gebeten. Zum Beispiel am Abend um 22 Uhr Zuhause zu sein, damit ich zur Schule ausgeschlafen sei. Ihr zuliebe war ich da. Nur Sonntags in die Kirche brachte sie mich nie. Dafür half ich sogar manchmal im Haushalt oder im Garten. Ein bisschen wenigstens.

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