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Vorlieben - oder wie sieht meine Traumfrau aus (fm:Romantisch, 19974 Wörter)

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Veröffentlicht: Nov 06 2020 Gesehen / Gelesen: 6543 / 4692 [72%] Bewertung Geschichte: 9.53 (64 Stimmen)
Ein Mann beschreibt seine Vorliebe und versucht das mit seinem Leben zu vereinbaren. Eine nur erotisch angehauchte Liebesgeschichte

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habe schon eine Ahnung, aber ab da wird es dann doch etwas schräg. Das hängt indirekt damit zusammen wie ich Babsi kennenlernte. Nämlich beim Tanzkurs im deutschen Theater. Tanzen war bis dahin nicht so mein Ding, aber meine Kumpels überredeten mich damals: Da gibt es Bräute! Die haben mindestens 10 Prozent Frauenüberschuss! Und was macht man also in diesem Alter? Grundkurs. Zum Abchecken. Danach wollten wir eigentlich noch den Fortgeschrittenenkurs anhängen. Weil es wirklich massig Bräute gab. Leider weniger für mich, da ich sehr schüchtern bin. (Anmerkung der Autorin: Das stimmt! Mike ist nüchtern sehr nett aber schüchtern, besoffen dafür extrem lästig.)

Babsi blieb irgendwie an mir kleben weil wir denselben Heimweg hatten. Schon am ersten Abend trafen wir uns nach dem Tanzkurs in der S-Bahn wieder und plauderten belanglos. Nett ist sie ja. Und ich sagte ja auch schon dass sie ein sehr liebes, fast püppchenartiges Gesicht hat und sehr schöne Zähne. Die strahlen regelrecht aus ihrem leicht dunkleren Gesicht heraus.

Die folgenden Kursabende fuhren wir sogar gemeinsam mit meinem Moped hin, weil S-Bahn etwas unpraktisch war. Die fuhr damals wegen Bauarbeiten an den Gleisen am Abend nur alle 40 Minuten und weil man zudem einmal Umsteigen musste zog sich das mit der Wartezeit noch weiter.

Du hockst dann mit Spiesserklamotten am Bahnhof zur Heimfahrt und kannst dir den Spott der anderen anhören, die total aufgebretzelt erst auf dem Hinweg zur Disco waren. Dann lieber souverän mit dem eigenen Moped, zumal mein Gefährt schon recht erwachsen aussah. Und nach etwas "Überarbeitung" auch so fuhr.

Babsi setzte sich klaglos hinten drauf, auch wenn das Wetter mal nicht so freundlich war. Wir nahmen unsere Spiesserklamotten einfach im Rucksack mit. Bei ihrem praktischen Kurzhaarschnitt konnte vom Helm auch die Frisur nicht ruiniert werden. Ich denke Babette genoss es etwas, mit den Jungs in einer grösseren Gruppe aufzulaufen, dazu zu gehören.

Zwischen Fahrgemeinschaft und miteinander gehen ist jedoch immer noch ein gewaltiger Unterschied. Wie kam es also dazu? Babsi besuchte immer noch die Schule, Gymnasium. Ich ging damals schon in die Lehre, hatte sowas wie ein kleines eigenes Einkommen. Mein Chef überliess mir früh auch schwierigere Aufgaben, was ein gewisses Selbstbewusstsein entwickelt. Kurz: Man unterscheidet sich im Auftreten von seinen Altersgenossen, wirkt vielleicht erwachsener wie ein Schüler.

Ich merkte bald dass Babsi Interesse hatte. Nicht sehr offensichtlich, aber halt immer die eine SMS mehr, eilig fragen wann man sich wieder sieht, Blicke, das etwas engere rankuscheln an den Rücken auf dem Moped. Am Tanzabend nach der Pause suchten immer die Damen ihren Tanzpartner und Babsi forderte ausschließlich mich auf, drängelte sich regelrecht vor. Und schließlich die bohrende Frage ob ich mit ihr zusammen den Abschlussball besuchen würde.

Für den Abschlussball wäre mir eine andere Frau in den Sinn gekommen. Du erinnerst dich an meine Vorliebe? Aber eben weil ich zu schüchtern war um die zu fragen ging ich mit Babsi hin. Was solls, sie ist Nett. Was eine fatale Wendung brachte, denn ich lernte ihre Mutter kennen.

Eigentlich sollten alle Eltern mitkommen zum Abschlussball. Meine Eltern entspringen der Arbeiterklasse. Wie sie hörten große Garderobe im Ballsaal des deutschen Theaters winkten sie schnell entsetzt ab. Mir ging es ja erst genauso, ich ging nur Babette zuliebe, wegen deren penetrantem Drängen dort hin. Babsi freute sich total, ich blieb skeptisch bis ablehnend.

Am Freitag Abend wurde ich zuhause abgeholt. Babettes Mama fuhr. Es war später Herbst, feuchter Nebel waberte durch die frühe Dunkelheit und Wassertropfen plumpsten von der Laterne. Ich stieg eilig auf die Rückbank wie der Wagen vor mir hielt, um in der nassen Kälte nicht den Anzug meines Vaters zu ruinieren. Der passte mir tatsächlich, ihm nicht mehr, denn es war sein Hochzeitsanzug. Ich hoffte dass es niemand merken würde. Zwischen den Sitzen reichte ich zu Babette ein kleines Blumensträusschen nach vorne, was mir die erstaunten und erfreuten Blicke von gleich zwei Frauengesichtern einbrachte.

Und für einen kleinen Moment erstarrte ich tatsächlich. Die modernen Autos hatten so eine Dimmfunktion, wo nach dem schließen der Tür die Innenbeleuchtung noch einen Moment nachglühte. Und nun sah ich zum ersten mal wo Babette ihr liebliches Gesicht her hatte. Das musste ihre Mutter sein! Zweifel unmöglich. Ich starrte die Frau an. Vielleicht einen Moment zu lange, denn sie drehte sich amüsiert weg. Das Licht verlosch, die Frau legte einen Gang ein und fuhr los. Babette blieb noch einen Augenblick länger zu mir nach hinten gedreht, sah mich sehr gerührt an. Mir war die Aufmerksamkeit eher bisschen peinlich, ich wollte doch nur höflich sein.

Um abzulenken fragte ich: "Dein Papa kommt wohl nicht mit?"

"Vielleicht. Er sagte er muss zusehen wie er das mit der Firma geregelt bekommt. Das ist keine Ausrede, er kommt immer so spät Heim. Einen Anzug hätte er schon an weil er im Büro arbeitet."

"Und was ist mit deinen Eltern? Ich darf doch Du zu dir sagen?" Fragte mich die Frau vom Fahrersitz. Deutsch war erkennbar nicht deren Muttersprache. Sie sprach es korrekt aus, aber ein netter weicher Akzent blieb zu vermuten. Ich versuchte über den Rückspiegel ihre Augen zu fixieren.

"Meine Eltern gehen lieber in Tracht ins Bierzelt als ins Theater." Versuchte ich zu erklären. "Macht doch nichts! Sie sind eben Urbayern. Sagt man so? Ich komme nämlich nicht von hier."

"Das hört man fast nicht." Dabei musste ich nichtmal höflich sein, es stimmte sogar. Nur sehen tut man es sofort.

Die beiden Frauen konzentrierten sich nach draussen, Babette gab vermutlich ein paar Richtungsanweisungen. Erstaunlich wie genau sie sich den Weg in den neun Abenden mit dem Moped eingeprägt hatte. Vermuten musste ich deshalb weil sich die Frauen für schnelle Anweisungen und kurze Kommentare einer für mich fremden Sprache bedienten. Sie sprachen nur Deutsch wenn sie wollten dass ich etwas mitbekam. Ich wurde noch neugieriger, musterte die links sitzende Frau noch genauer. Was man eben hinten sitzend so mitbekommen konnte.

Auffällig war dass die Frau fast im Sitz verschwand. Zumindest hatte sie sehr schmale Schultern. Dazu saß sie weit vorne, denn ich hatte hinter ihrem Sitz reichlich Platz für meine Beine. Sonst sah ich nur noch ihre Hände am Lenkrad, wenn mal Laternen oder überholende Wagen Licht innen verteilten. Zierliche, sensible Hände mit gepflegten langen Naturnägeln. Das Gespräch ging vorwiegend zwischen den beiden Frauen vorne, ich wurde nur gelegentlich mal höflicherweise mit einbezogen. Egal, ich schaute eh lieber.

Mit dem Auto dauerte die Fahrt deutlich länger wie sonst. Erstens weil sie den grösseren Familienwagen sehr defensiv bewegte und sich damit zweitens nirgends durchschlängeln konnte, wie es die Jungs und ich so gerne taten. Natürlich fanden wir keinen nahen Parkplatz. Unsere Fahrerin liess uns aussteigen und wollte alleine suchen. Wie Babette neben mir stand ahnte ich schon warum, denn plötzlich war sie fast gleich groß wie ich.

Eigentlich mag ich feminines Schuhwerk sehr gerne, sah deshalb interessiert nach unten. Dennoch schwante mir schlimmes. Hatte sie sich das wirklich überlegt? Denn sonst bei den Tanzstunden trug sie ausschließlich flache Balerinas. Das Kleid war etwas, naja, knapp. Eher Kommunion- oder Firmungskleid, passte aber zu ihrer braven Ausstrahlung. Vor allem oben rum spannte es deutlich über die Oberweite und auch die gut konturierten Beine lagen für den Anlass etwas frei, vielleicht. Aber bei Babsi sieht man als erstes sowieso immer nur ins Gesicht und verbleibt mit dem Blick auch gerne dort, sie hat ein gewinnendes Lächeln.

Babette wirkte sehr Stolz, wie sie bei mir untergehakt im Vorsaal auflief, mit ihrem Blumensträußchen in der Hand ähnelte sie eher einer Brautjungfer, sie liess sich genüsslich Fotographieren. Schämen musste man sich mit Babsi keinesfalls. Ihr Auftreten war korrekt und bedacht. Trotzdem beneidete ich meine Kumpels, die zum Teil mit sagenhaften Bunnys aufgelaufen waren. Was ihnen manchmal wenig half, da deren Eltern auch dabei waren. Der Schöpfer kann manchmal so gerecht sein. Wir warteten vor der Garderobe auf unsere Fahrerin.

Man sah sie fast nicht kommen, wie sie sich gewandt zwischen den Leuten hindurch schlängelte. Ich sah sie erst wie sie direkt vor mir stand und musste dann deutlich nach unten blicken. Sie streckte mir ihre zierliche Hand entgegen, die ich während der Fahrt am Lenkrad schon so bewundert hatte. "Also ganz förmlich: Hallo nochmal. Ich bin Lin!" Sagte sie mit ihrem reizenden Akzent und einem gewinnenden Lächeln.

"Hallo. Mike." Antwortete ich, hatte Skrupel das feine Händchen etwas fester zu drücken. Stattdessen half ich ihr aus dem weiten Mantel, Babsi trug erst garkeinen, dann gingen mir die Augen auf und ich musste mich tatsächlich einen Augenblick zusammenreissen um nicht nervös zu werden. Wow!

Als erstes sah ich seidige lange glatte schwarze Haare bis an den Po, die hatten innen mit im Mantel gesteckt. Lin trug ein dunkelgrünes, verdammt auf Figur geschnittenes enges Kostüm mit weissen Nadelstreifen, dazu dunkelgrüne Feinstrümpfe und farblich passende ziemlich hohe Pumps. Im Gegensatz zu Babsi konnte Lin sehr gut damit laufen, sie tänzelte regelrecht damit. Sie gab auch ihre Handtasche mit ab. Trotz ihrer wirklich hohen Schuhe überragten wir sie deutlich. Aus den Augenwinkeln sah ich wie Babette mich kritisch beäugte, ich rief mich innerlich zur Ordnung.

Lin lächelte mich an. Reichte etwas zu mir herüber. Ich schnallte erst garnicht was sie von mir wollte, ich brauchte einfach zwei Sekunden zu lange um meinen Blick von ihrem wirklich schönen ungeschminkten Gesicht auf ihre Hand zu leiten. Erst wie sie mich ansprach schnallte ich. "Kannst du das bitte einstecken? In deinem Sakko ist mehr Platz wie in meinem Kostüm."

Es war ein Schlüsselbund und ein hellgrüner Hunderter. Klar, so atemberaubend eng wie ihr Kleid saß hatte da in den Taschen sicherlich nichts mehr Platz. Lin orientierte sich, deutete uns den Weg und setzte sich in Bewegung. Babsi hakte sich wieder bei mir unter und ich zwang mich mit Nachdruck nicht ihrer Mutter hinterher zu sehen, fing deshalb bewusst mit Babsi ein oberflächliches Gespräch an.

An den dutzenden Tischen waren immer 6 Plätze eingerichtet. Ein Tanzpaar plus zwei Elternpaare. Im Idealfall. Wir stellten einen Stuhl dazu, an unserem Tisch konzentrierten sich 3 Kumpels mit Tanzpartnerin plus Lin. Für den Anfang. Später würde sich das bestimmt vermischen. Aus den Augenwinkeln sah ich schon wie Babsi ihre Füsse mit den höheren Schuhen ständig kreisen liess. Jetzt schon? Ansprache, Blablabla...

Dann ging die Musik los. Sie hatten tatsächlich einen kleinen Teil des offiziellen Orchesters abgestellt, echte Profimusiker. Das hörte man. Die beiden Tanzlehrer eröffneten sehr elegant mit einem Wiener Walzer und alle Schüler wurden aufgefordert den ersten Tanz mitzumachen. Nun zahlte es sich aus dass ich mit Babsi zusammen so oft geübt hatte. Eigentlich jeden Schulabend den zweiten Teil. Weil Babsi nicht so klein ist harmonieren unsere Schrittweiten recht gut.

Doch diesen Abend war etwas anders wie sonst. Nicht nur dass ihr Gesicht annähernd gleich auf zu meinem war, sie wirkte auch zunehmend unkonzentriert. Machte immer mehr unerklärliche Fehler, wo ihr sonst das Tanzen immer sehr gelegen hatte.

"Was ist los, Babsi?"

Sie sah mich etwas niedergeschlagen an. "Bitte entschuldige, meine Schuhe..."

"Das hatte ich schon befürchtet. Sollen wir kurz Pause machen?"

"Bitte. Ja." Babsi wirkte etwas bedröppelt. "Mama hat noch gesagt ich soll genau die Schuhe anziehen wie sonst auch."

Sogleich führte ich sie an unseren Tisch zurück. Lin ahnte wohl auch schon was war.

"Mach dir keine Vorwürfe, es ist in Ordnung." Sagte ich beruhigend zu Babsi. "Lass uns etwas Pause machen und später probieren wir es noch einmal." Das war nichtmal gelogen, ich sah mir auch sehr gerne in Ruhe die anderen elegant gekleideten Bunnys an. Bisschen Gedanken schweifen lassen, alle so festlich gekleidet, bisschen träumen...

Doch zum rumsitzen kam ich nicht. Lin schnappte sich mich. Natürlich war es eine reichliche Umgewöhnung, besonders nach erst einem Anfängerkurs. Die erheblich unterschiedliche Körpergrösse. Meine ausserordentliche Nervosität. Zudem konnte ich von jedem Tanz im wesentlichen ja nur die Grundschritte. Nicht so Lin. Schon bald führte sie. Spielerisch zeigte sie mir wie es im Fortschrittskurs weiter ginge. Und darüber hinaus. Sie bewegte sich geschmeidig wie eine Katze. Jeden Fehler von mir parierte sie elegant. Und ich begann unendlich zu geniessen.

Durch ihre offensichtliche Routine musste ich mich kaum noch auf den Tanz konzentrieren, sondern konnte meine Gedanken wirken lassen, meine Eindrücke sammeln. So also fühlt sich so eine Frau an, wie ich sie mir immer erträumt hatte? Die flotte Leichtigkeit ihrer grazilen Bewegungen, die schmalen Schultern, die winzige Taille, der schlanke Hals, die wehenden Haare bei flotteren Drehungen, ihre feine Hand in der meinen, ihr aufregender Geruch nach teurem Parfüm.

Lins Gesicht war noch das vertrauteste am Tanz, sie ähnelte sich sehr mit ihrer Tochter. Nur der asiatische Einschlag bei Lin war eindeutig ausgeprägt. Ich begann zu rätseln. Für eine Asiatin hatte sie ungewöhnlich grosse Augen? Oder waren das nur Vorurteile? Langsam begann ich Babette wirklich zu vergessen. Wenn ich dann doch mal kurz zu Babsi sah spielte sie gelangweilt an ihrem Telefon, plauderte mit Fred oder sah auf ihre Armbanduhr. Unter dem Tisch waren ihre Pumps ausgezogen, hatte nur ihre Fersen darin liegen und bewegte unbewusst ihre Zehen im Freien.

Ich kam nicht einen Moment auf die Idee auch mal mit einem anderen Mädchen tanzen zu wollen. Auch Lin schien zufrieden? Wir nahmen jeden Tanz wie er kam, selbst wenn es mal langsamer wurde scheute sich Lin nicht vor entsprechender Körperhaltung. Im Rahmen unseres Verhältnisses, versteht sich. Ich genoß diese scheinbar so vertraut wirkende Nähe unendlich. Gerade die Ähnlichkeit des schönen Gesichts schaffte bei mir das so Bekannt wirkende. Auch Lin sah mehrmals auf ihre Uhr, anscheinend wartete sie auf ihren Gatten? Andererseits schien sie gewohnt zu sein ohne ihn bleiben zu müssen.

Lin war es, die mich darauf hin wies dass ihre Tochter wieder deren Schuhe am Fuss trug. Klar, was sie mir damit sagen wollte. Sie brachte mich zum Tisch zurück, was ich innerlich etwas zu bedauern begann und schnappte sich statt dessen meinen Kumpel Fred zum Tanzen, der sich derweil auch mehr aufs gucken verlegt hatte.

So konnte oder musste ich zum Abschluss nochmal mit Babette eine halbe Stunde tanzen, was sie ein wenig zu versöhnen schien, ich denke sie hat viel daraus gelernt. Und mir hat es nicht im geringsten etwas ausgemacht. Im Gegenteil! Aber das darf ich wohl nicht laut sagen? Lin war noch während der ganzen Heimfahrt ziemlich überdreht, Babsi fand ihre Laune langsam wieder. Beim Aussteigen fragte sie mich noch eilig wann wir uns wieder sehen würden. Vor ihrer Mutter, die nur lächelte.

Zuhause konnte ich lange nicht schlafen. Die Eindrücke von Lin waren zu allmächtig, selbst den nahenden Muskelkater nahm ich kaum wahr. In Gedanken stellte ich mir immer wieder das schöne Gesicht von Babettes Mutter vor, verglich die beiden Frauen im Geiste. Rief mir den Geruch der langen Haare in die Gedanken, versuchte mich zu erinnern wie sich der schlanke zierliche Körper in meinen Händen angefühlt hatte. Bis zu diesem Tag war es wohl das schönste was ich je mit einer Frau erlebt hatte. Dazu so unerwartet.

Am nächsten Tag, Samstag nachmittag holte ich Babette mit dem Moped ab, wir gingen mit den Kumpels ins Hallenbad. Und da, bei den Radständern fragte ich aus einem inneren unerklärlichen Impuls heraus sie ob sie mit mir gehen möchte. Dieses Gesicht! Dieses strahlende Lächeln! Dieser Stolz wie sie mit mir Händchenhaltend zu den anderen in die Eingangshalle trat. Meine Kumpels, besonders deren Freundinnen ahnten alle sogleich was war, sie sahen mich nur zweifelnd an.

Es war sicherlich nicht richtig, aber was hätte ich tun sollen? Wenn ich ihre Mutter je wieder sehen wollte dann ging das ausschließlich über Babette. Die Tochter ist ja nicht ungut. Ich mochte sie durchaus gerne. Aber eher wie eine Schwester oder so. Mit wem könnte ich solche Gedanken teilen? Mit meinen Kumpels sicher nicht.

Von Babettes Seite aus war ein deutlicher Unterschied im Benehmen zu erkennen. Sie wich mir nicht mehr von der Seite. Im Wasser hing sie mir die ganze Zeit wie ein begattender Frosch am Rücken. Sie wollte dass die Leute sahen dass wir zusammen gehören. Für den Moment sah ich eher dass ich erste Erfahrungen mit Frauen sammeln könnte. Gerade wo ich bisher so schüchtern war. Wie man mit ihnen redet, wo die unvermeidlichen Fettnäpfchen lauerten. Lieber mit einer Frau lernen wo es einem nicht ganz so nahe geht wenn man es vermasselt. Duch ihre höflich formuliert etwas weiblich ausgeprägte Figur wirkte sie zumindest äusserlich für ihr Alter reif.

Ehrlich? Ein wenig schmeichelte es mir auch dass mal eine Frau auf mich stand. Dass ich nicht nur immer wie ein Idiot hinterher lief und reihenweise Körbe sammelte. Die mit mir reden wollte und tatsächlich zuhörte wenn ich was zu sagen hatte. Die ihr Telefon ausschaltete wenn wir zusammen Zeit verbrachten. Nicht nur immer das gelangweilte gescrolle im Bildschirm und: "Was hast du gesagt? Wie bitte? Ich höre dir gleich wieder zu wenn ich die Mail beantwortet habe." Du kennst solche Leute sicher selber.

Das erste Jahr oder bisschen länger war Händchenhalten und scheue flüchtige Küsschen mit Babette. Für mich in Ordnung, ich stand nicht so wirklich auf sie. Dafür durfte ich sie auch öfter besuchen. Zumindest bis 22 Uhr und solange ihre Zimmertüre einen Spalt offen blieb. Lin sah ich fortan häufiger, deren Gatten so gut wie nie. Wir wechselten meist paar freundliche Worte an der Türe oder ich half ihr begierig im Garten, wenn es dort etwas zu tun gab. Besonders wie Lin meine handwerkliche Ausbildung bemerkte gab es immer mehr zu tun für mich. Gerne. Sehr gerne! Solange sie mich mit ihrem umwerfenden Lächeln dafür belohnte. Babsi schien eher Stolz dass ich mich so in ihrer Familie einbrachte. Sie wusste ja nicht warum.

Dabei bekam ich auch ein besseres Bild von der Familie. Es ist alleine schon bezeichnend wenn sich der Vater so betont rar macht. Babette versuchte mir zu gefallen, nahm auch ein bisschen Gewicht ab. Keine Ahnung ob bewusst oder ob sich das auf natürlichem Wege etwas verwachsen hatte. Mein heimlichstes Interesse galt ja Lin. In meinen Augen die perfekte Frau. Manchmal sah ich sie im Garten mit Badeanzug. Herzattacke!

Für deren kleine Körpergrösse zierten sie im Verhältnis ziemlich lange, sehr schlanke Beine. Ein winziger Po mit zwei steinhart wirkenden Apfelbäckchen. Um die Taille könnte ich fast mit zwei Händen drumrum langen, deren Hüfte hatte auch nur die Hälfte von Babettes. Keine Ahnung wie sie ihre Tochter da raus bekommen hatte? Ganz sicher aber war es ihre Tochter. Nicht nur vom Gesicht, auch von der Gestik und Mimik oder vom Geruch, wenn die beiden Frauen leicht schwitzten.

Ansonsten trug Lin zuhause meist Leggins. Im Sommer ein Top, im Winter längere Shirts darüber. Bei Top oder Badeanzug sah man anfangs deutlich dass die Oberweite sehr zu ihrer mädchenhaften Figur passte. Aber es störte nicht, es passte perfekt zu ihrem sonstigen Erscheinungsbild. Besonders gefielen mir deren zarten Hände und die gepflegten langen Naturnägel. In manchen Dingen kam Babette eher nach ihrem Vater, die hatte schon einen ausgeprägten mitteleuropäischen Einschlag. Auch von den Bewegungen und vom Gang her, der Tochter fehlten die Grazie und die Anmut der Mutter.

Besonders faszinierend auch wie toll Lin mit höheren oder hohen Schuhen laufen konnte. Dies zusammen mit ihrer aufrechten Körperhaltung verströmte unglaubliche Eleganz. Die langen vollen Haare, die manchmal züchtig am Hinterkopf hochgesteckt waren, manchmal verträumt seitlich geflochten oder lasziv nach vorne über die Schulter geworfen wurden. Es kostete mich sehr viel innere Disziplin um Babette noch ein ausreichendes Mass an Aufmerksamkeit entgegen bringen zu können damit meine wahren Absichten nicht auffielen. Wobei Lin zu dieser Zeit für mich absolut unerreichbar schien, einfach nur ein schöner Traum. Ich tröstete mich gewissermassen mit ihrer Tochter.

Es veränderte sich kaum etwas zwischen mir und Babette, später zwar durften wir ihre Zimmertüre schliessen und es kam auch niemand mehr rein ohne anzuklopfen. An den 22 Uhr änderte sich nichts. Auch nicht an unserer körperlichen Spar-Beziehung. Ich mochte sie ja schon, aber der Trieb war nicht da. Ich hätte einen gewissen Trieb entwickeln sollen wie eindeutigere Signale von Babsi kamen. Andererseits auch wieder nicht zu sehr, denn richtig ranlassen wollte sie mich auch nicht. Verstehe mal einer die Frauen.

Nach meiner Gesellenprüfung bekam ich normalen Facharbeiterlohn und konnte mir neben meinem geliebten Moped nun auch ein kleines Auto leisten. Wir planten dass Babsi ebenfalls den Mopedschein machen sollte, dann könnte sie unter der Woche mein Moped nutzen und wäre zumindest im Sommer etwas unabhängiger. Sie sprang voll drauf an. Mit unterstützung ihrer Mutter, die bemerkenswert gut Moped fahren kann. Lin erzählte etwas von einer 115-er Honda in ihrer Heimat.

Die Beziehung mit Babsi blieb total ruhig und harmonisch. Wie ein altes Ehepaar. Kein böses Wort, keine Probleme, keine Zickereien, Kompromissbereitschaft. Eigentlich ein Traumzustand. Aber auch das sexuelle war bei uns irgendwie wie bei einem alten Ehepaar. Es fehlte für mich die Spannung, erotische Ausstrahlung, Begierde. Das was ihre Mutter im Überfluss so ausstrahlte und was ich für meine Träume und Fantasien zuhause so gierig in mir aufsaugte. Ohne Witz jetzt: In dieser Zeit hatte ich vorwiegend zwei total abgegriffene Bilder von Lin als Wichsvorlage. Die wurden von den massig wie Motten umherschwirrenden Fotographen beim Abschlussball aufgenommen.

Ich kaufte damals 3, wie ich mal alleine zur Toilette ging. Eines mit mir und Babette, welches ich ihr zum Geburtstag schenkte und lange Zeit gerahmt auf ihrem Nachttisch stand. Eines zeigte mich und Lin zusammen beim Tanzen und eines Lin alleine, das musste vor der Garderobe aufgenommen worden sein. Beide Male war sie super getroffen, ihre elegante weibliche Ausstrahlung kam sowas von zur Geltung! Den Rest Geilheit besorgten meine Fantasie und schwüle Träume.

Eines Abends sassen wir in Babettes Zimmer und lernten gemeinsam für ihre Fahrerlaubnis. "Wo ist deine Mama eigentlich? Die hab ich jetzt sicher schon einen Monat nicht mehr gesehen?" In Wirklichkeit wusste ich sogar genau die Tage und die Stunden. Denn im Grunde ging ich ja zu Babette nur noch wegen ihrer Mutter.

"Ach, die besucht ihre Familie zuhause."

"Und du fährst garnicht mit? Soll sehr schön sein dort? Was man so hört oder im Fernsehen sieht?"

"Ich war da schon so oft. Ausserdem ist es jedesmal das gleiche da. Irgendwie wird schon bald immer der soziale Unterschied thematisiert. Im Grunde wollen sie dir ein schlechtes Gewissen einreden damit du sie an deinem Wohlstand teilhaben lässt. Papa will auch nicht mehr hin weil er die ständige Bettlerei nicht leiden kann. Er hat ihnen schon oft geholfen. Einen neuen Kühlschrank gekauft weil der alte kaputt war. Oder deren Auto in die Werkstatt gebracht. Oder das Dach reparieren lassen. Aber es ist nie genug. Statt Danke gibt es nur versteckte Vorwürfe. Und das noch, und das noch..."

"Verstehe." Ich verstand natürlich nicht, weil ich die Situation selber nie sah. Aber es ist nicht verkehrt etwas Mitgefühl zu heucheln, wenn man den Redefluss am laufen halten möchte. "Und wann kommt deine Mama dann wieder?"

"Am Ende der Ferien. Sie muss ja dann wieder zu ihrem Job im Schulsekretariat zurück."

So sah ich Lin leider erst zwei Wochen später. Schon wie ich zu Babette hin kam spürte ich eine sehr agressive Stimmung im Haus, sobald die Türe aufging. Sehr ungewöhnlich! Kennst du das wenn man die Luft mit dem Taschenmesser in Würfel schneiden könnte, wenn die Spannung zum greifen ist? Dazu Babsis besorgter Gesichtsausdruck. Babette öffnete mir die Haustüre ganz, ich trat ein, aus der nahen Küche hörte man ihre Mutter toben, Babsi schob mich hinein.

"Dieser Scheisskerl! Ich schneide ihm seine Eier ab wenn ich ihn nochmal sehe!" Ich hatte noch nie eine Frau so unglaublich wütend und enttäuscht gesehen. Auf der anderen Seite machte es mich echt an, dieses feurige Temperament und diese unbändige Energie zu erleben. Wie ein Tornado. Auch der erhebliche Kontrast. Im Alltag wirkte Lin immer total bedächtig und ausgeglichen. Umso beeindruckender nun der kleine Vulkan. Für nur einen kurzen Moment riss sie sich zusammen, stand auf und hauchte mir ein Küsschen zur Begrüssung an die Wange. Dann schlich sie in der Küche wie ein Raubtier im Käfig hin und her, fluchte in ihrer Muttersprache weiter. Ich verstand nichts, aber alleine der Tonfall tötete.

Man konnte auch sogleich ahnen - oder besser sehen warum dieser Wutausbruch so heftig ausfiel: "Ich habe das nur wegen ihm machen lassen und jetzt lässt er mich sitzen noch bevor er das Ergebnis angesehen hatte." Das sollte ich anscheinend wieder verstehen.

Ich sah Babsi an. "Was ist los bei euch?"

"Papa ist gestern ausgezogen. Er hat Mama heute nichtmal mehr vom Flugplatz abgeholt. Sie musste mit ihren ganzen Koffern mit der S-Bahn herfahren."

"Warum hat sie nicht angerufen? Ich hätte sie holen können." Das hätte ich tatsächlich nur zu gerne gemacht.

"Darum geht es nicht. Er hat uns sitzen lassen. Uns verlassen. Schluß gemacht. Ohne irgendwelche Andeutungen oder Erklärungen. Wir hatten keine Ahnung, einfach so. Sowas sollte man mit einer Thaifrau nicht machen. Du siehst ja weshalb."

Warum hatte ich für einen kleinen Moment den Eindruck als wollte Babette mir damit eine Warnung rüber schicken? Lin steigerte sich immer noch weiter hinein, in eine Mischung aus Atomreaktor und Vulkan, sprach mehr zu sich selber als zu uns:

"Vor Babette hatte ich mal sehr stramme Brüste. Klein aber kugelrund und hart. Während der Stillzeit ist das nochmal deutlich mütterlicher geworden und ich konnte meine Tochter zumindest anfangs fast vollständig stillen. Nur leider ist das später total zurück gegangen und hatte sich über all die Jahre sogar noch ins Gegenteil verkehrt. Meine Brüste hingen stark und wirkten leer und ausgemergelt. Jahrelang lag mir mein Gatte in den Ohren ich solle was machen lassen. Ich dachte auch ehrlich darüber nach. War zwiegespalten: Meine Brüste waren auch so hängend äusserst Empfindlich. Aber was hilft das wenn dein eigener Mann über die Jahre da nicht mehr dran möchte? Und nun verpisst sich dieses A-loch ganz!"

Einerseits wollte ich es nicht hören, es war mir peinlich. Auch Babette wirkte über diese schonungslose Offenheit nicht erfreut, vielleicht fühlte sie sich ein wenig mitschuldig am Dilemma? So hätte man es aus den Vorwürfen durchaus heraushören können. Ich hatte keine Ahnung wie ich reagieren sollte. Ich sah nur immer wieder sehr verstohlen hin. Eigentlich war es nicht zu übersehen. Sowas von prägnant, besonders wenn man sie von vorher kannte. Was nun? Ich fühlte mich deplatziert und überfordert. Aber es müsste was geschehen, bevor diese Frau sich noch immer weiter hinein steigerte und am Ende noch Amok läuft und wen meuchelt?

Ich erinnerte mich wie mein Vater zuhause immer die seltenen Konflikte beendete. Wenn meine Mutter zur Furie wurde. Es kam nicht oft vor und ich erfuhr die wahren Gründe auch sehr selten (einmal war wie mein Vater im Suff unser Auto kaputt fuhr und den Führerschein auch noch ein Jahr verlor), aber es half meist. Zumindest versuchen wollte ich das auch.

Ich ging zu Lin, wartete bis sie mir entgegen kam. Nahm sie ganz feste in meine Arme. Zuerst wehrte sie sich noch vehement, ich redete ihr leise beruhigende Sachen ins Ohr. Dann erschlaffte sie vollständig in meinem festen Griff und ich musste sie sogar noch etwas stützen, glücklicherweise ist sie ja nicht sehr schwer. Gut, ein Kilo hatte sie sicher zugenommen, was ich sehr deutlich an meinen unteren Rippen zu spüren bekam. Ihre harten abstehenden Brüste bohrten sich deutlich spürbar in meinen Vorderkörper. Sie vergrub ihr Gesicht unterhalb meiner Schulter und begann jämmerlich zu schluchzen.

Diese Situation verunsicherte mich immer weniger. Mit einer Hand streichelte ich ihren Rücken, mit der anderen wollte ich nach etwas zaudern in ihren schönen Haaren am Hinterkopf wühlen. Babsi stand daneben, nahm mir erschreckt meine Hand von Lins Kopf, legte diese ebenfalls an deren Rücken ab.

Klar, Buddhistin! Fast vergessen. Man darf Buddhisten erst am Kopf berühren wenn sie von selber deine Hand auf ihren Kopf ablegen. Frauen machen das um einem Mann zu zeigen dass sie mit dir gehen wollen. Auch Babette hatte das mal nach meinem unromantischen Antrag beim Hallenbad förmlich nachgeholt. Eigentlich sollte ich es wissen. Gut, streichelte ich sie eben weiter am Rücken.

Dort fühlte ich zuerst kräftige Träger eines Sport-Bh durch ihren wollenen Rollkragenpullover. Die feine Wirbelsäule unter der straffen Haut. Die langen festen Haare über ihren Rücken an meinem Handrücken. Ich roch ihre Haare. Spürte den sanften Schwung des Hohlkreuzes, gerade noch beherrschte ich mich ihr nicht an den gigantischen Po zu fassen. Vergass fast dass dies nicht meine Freundin, sondern deren Mutter war. Auf jeden Fall wurde Lin äusserlich immer ruhiger.

Mit einer Hand am Hals spürte ich deren Puls. Ihr Herz schlug rasend. Warme Luft von ihrem Atem stieg zwischen unseren Körpern auf, der roch nach Curry. Sie wand sich ganz eng an mich, soweit es ihre deutlich erhabenen Brüste zuliessen. In dem Moment fühlte es sich für mich nicht so viel anders an als wenn ich Babette im Arm hielt. Ausser dass der schlanke zierliche Körper fast halbe Masse hatte. Ich meine emotional. Ich fühlte mich total wohl mit dieser Frau im Arm. Es strömte etwas von ihr zu mir herüber. War es Vertrauen? Zuneigung? Auf jeden Fall Wärme. Ich weiss nicht was für ein Trottel dich sitzen lassen hat. Er muss nicht bei Trost sein. So intensiv und eng standen wir nicht mal zum Tanzen am Abschlussball.

Nach vielleicht einer Viertelstunde löste sich Lin von mir. Ganz sanft und vorsichtig. Sie blickte mich einen Moment von unten her mit ihren schwarzen Augen an, der Blick schoss mir wie ein Pfeil Armors tief ins Herz. Dann riss sie sich ein Blatt Küchenpapier vom Halter und ging laut rotzend ins Wohnzimmer hinüber. Babette nahm mich bei der Hand und führte mich nach oben.

Kurz darauf standen wir etwas betreten in Babettes Zimmer. "Danke dass du dich so um Mama gekümmert hast! War total nett von dir obwohl es dich garnichts anging. Ich hab noch nie gesehen dass sie sich vor einem Fremden in einem so peinlichen Moment so geöffnet hat. Asiaten machen das niemals. Sie muss echt Vertrauen in dich haben."

"Passt schon. Hätte ich für dich auch getan." Versuchte ich abzuwiegeln. Und verschwieg besser dass meine Hilfe eigentlich nicht so wirklich selbstlos gewesen war. Ich hatte diese zauberhafte Frau endlich wieder im Arm gehalten. Ich hatte das Feuer des Vulkans auf mich ausstrahlen spüren. Und jetzt? Ich versank in Gedanken und beobachtete verloren meine Freundin.

"Was siehst du mich so an? Passt was nicht?" Fragte sie unsicher. "Ich habe keine Ahnung wie es weiter geht." Sagte ich vom Herzen innen heraus.

"Das muss Mama entscheiden. Oder wir reden nochmal drüber wenn sie etwas runter gekommen ist."

Das meinte ich allerdings nicht. Ich meinte damit meine und Babettes Beziehung. Aber wenn ich mit der jetzt auch noch Schluß mache? Es gibt ja keinen akuten Grund dafür. Bei uns ist alles

Harmonisch wie immer. Nur weil ich für ein paar Minuten das lodernde Feuer im Körper ihrer Mutter gefühlt hatte? Wegen einem utopischen Traum eine angenehme Freundschaft aufkündigen? Wenn sich Babette schon nicht wie meine Partnerin anfühlte, eine sehr gute Freundin und mein bester Kumpel war sie mir unbedingt geworden.

Später wollten wir nochmal mit Lin reden, da war sie jedoch aus dem Haus. Mit meinem Auto, der Schlüssel lag wie immer im Flur neben dem Telefon. Ich sah es ihr nach, diese Frau durchlebte einen Ausnahmezustand. So schlief ich auch das erste mal bei Babette. In ihrem Bett. Ganz züchtig neben ihr, nicht auf ihr. Trotzdem schien sie sehr glücklich, hielt meine Hand ganz feste. Ich stellte mir vor es wäre die zierliche Hand ihrer Mutter. Der Geruch war schonmal ziemlich ähnlich.

Am Morgen fuhr ich mit der S-Bahn zur Arbeit. Am Nachmittag bekam ich eine SMS von Lin, wo sie sich entschuldigte und sagte dass ich mein Auto vollgetankt wieder haben könnte. Nun habe ich wenigstens auch ihre private Telefonnummer. Babette freute sich sehr am Abend mich zu sehen. Erzählte mir dass Lin sich über Nacht bei einer Freundin ausgekotzt hatte und zwar noch tieftraurig sei, aber wieder halbwegs klar bei Verstand und nach vorne blickt, wie man das auf die schnelle übergangsweise regeln könne. "Meine Mama fragt ob du nicht bei uns einziehen magst und bisschen was zur Miete dazu geben kannst, wenn du jetzt schon bei uns schläfst?"

"Echt? Sie hat es gemerkt?" Ich schwankte bisschen zwischen schlechtem Gewissen und Erheiterung.

"Eine Nachbarin hat es ihr gesteckt. Die doofe Alte von gegenüber. Aber sie hat es total easy aufgenommen. Sie meint du bist anständig."

Dennoch gab es mir zu denken. Das Anliegen verstand ich durchaus, denn wir wohnten damals im westlichen Grossraum Münchens und die Mieten entwickelten sich explosionsartig nach oben. Es gibt ausreichend Industrie für gute Jobs, wovon ich ja auch profitiere. Die Landschaft ist wunderschön. Wir haben viele Seen zum Schwimmen und Eislaufen und die Alpen sind nur gut eine Autostunde oder eine halbe Motorradstunde entfernt. Leider stellte das die halbe Republik fest. Viele Wohnungen wurden an Vermögende zu horrenden Preisen vermietet.

Das Los des Kapitalismus: Warum sollte ein Vermieter eine Wohnung an eine einheimische Familie vergeben wenn er für fast den doppelten Betrag eine Ferienwohnung daraus machen kann, dessen Bewohner vielleicht 8 Wochen im Jahr anwesend ist. Die Wohnung dementsprechend wenig strapaziert wird und es ruhig im Haus bleibt? Auch die Eigentumswohnungen gingen für Preise über den Makler wo Normalverdiener nicht mal mehr als Doppelverdiener mithalten können.

Das würde Lin und Babette jetzt auch treffen. Noch bewohnten sie ein kleines Reihenhäuschen. Ob sie das jedoch von ihrem öffentlichen Sekretärinnen-Teilzeit-Gehalt halten könnten? Für zwei wäre es eh viel zu Groß. Selbst für Drei noch. Der Gedanke war äusserst verlockend. Du verstehst was ich meine. Aber der innere Zwiespalt mit Babette mahnte mich. Ich mag sie sehr. Als Kumpel, als Schwester. In ihre Mutter bin ich total verknallt. Eine hoch explosive Mischung, die es zu bedenken gilt.

"Lin möchte eine Wohngemeinschaft?" Fragte ich.

"Warum WG? Wir beide sind doch schon ewig zusammen." Ein bisschen Entrüstung klang aus Babettes Stimme. "Wir beide könnten den gesamten oberen Stock für uns haben. Mama nimmt das Zimmer unter dem Dach und unten nutzt man gemeinsam."

"War das ihr Gedanke oder Deiner?" So verlockend wie es klang so laut warnte eine Sirene im Hinterkopf.

"Wir sind doch fest zusammen? Sind wir doch, oder?" Fragte sie kritisch.

"Babette, wie alt bist du jetzt? Kannst du jetzt schon für ein oder zwei Jahre im Voraus denken?"

"Ich kann für immer denken. Ich will mit dir eine Familie haben!" Sagte sie Euphorisch.

Dann rutschte mir versehentlich etwas raus, was ich sehr bereute: "Babette, für Kinder muss man Sex haben."

Es traf sie wie eine Ohrfeige. Sie sah mich total entgeistert an. Ihr Gesicht verzog sich etwas zum weinen, sie kämpfte erkennbar damit. Ich wollte sie in den Arm nehmen, sie wehrte mich grob ab. "Ist es das was du willst? Ich dachte immer wir haben eine ganz besondere Beziehung. Nicht nur eine schnelle Karnicklerei. Wir gehören im Herzen zusammen."

"Ja, tun wir auch. Das Eine schliesst aber das Andere doch nicht aus?" "Und warum drückst du mir das ausgerechnet jetzt so rein?" Sie wirkte plötzlich sehr trotzig.

Das war der Moment wo ich sehr vorsichtig wurde. Obacht Mike! Warnte mich mein Unterbewusstsein. Dieses Mädchen hat im Moment nichts mehr zu verlieren. Wenn du das jetzt verkackst dann wirst du ihre Mutter auch noch gegen dich aufbringen. Die beiden sind im absoluten Ausnahmezustand! Ein Messer ist schnell gewetzt.

"Es war ein Versehen, Babsi! Ich wollte das nicht ansprechen. Ich hoffte das ergibt sich irgendwann mal von selber. Oder auch nicht." Dann tat ich etwas was ich nie tun wollte: Ich sah ihr lange tief in die Augen und sagte ihr die drei magischen Worte. In dem vollen Bewusstsein sie damit angelogen zu haben. Aber genau das wollte sie hören. Sie fiel mir um den Hals und drückte mich wie ein Schraubstock. "Ich wusste es, Mike!" Flüsterte sie in mein Ohr. "Ich wusste es immer!" Und ich fühlte mich total Scheisse!

Das ganze brachte mich in eine weitere Zwickmühle: Ich wohnte noch Zuhause. Mit meinem Kostgeld trug ich maßgeblich dazu bei dass meine Eltern ihre Wohnung ebenfalls halten konnten. Warum sollte ich also zu einem Mädchen ins Haus ziehen die mich noch nicht mal drüber ließ? Irgendwann würde ich ausziehen, das wussten auch meine Eltern. Aber wenn sie dann eine kleinere Wohnung suchten dann bekämen sie die nur zum gleichen Preis der jetzigen grossen. Selbst dann noch weit draussen in der Pampas, ohne S-Bahn oder Bus. Sie bräuchten ebenfalls ausreichend Zeit um vernünftige Kompromisse zu finden, wenn sie auch nicht mit dem Rücken zur Wand standen wie Lin und Babette.

Diese Gedanken werden dich schon ahnen lassen dass dann doch alles noch ganz anders kam. Eines Abends saß ich unfreiwillig bei meiner Freundin in der Küche, eigentlich hätte ich mich lieber unauffällig verpisst. Babsi hingegen meinte wir müssten uns unbedingt um ihre Mutter kümmern! Der ginge es nicht gut. Was immer das zu bedeuten hatte. Ich meine ich verbringe meine Zeit äusserst gerne mit Lin! Aber nicht wenn Babsi mit dabei ist, dann fühle ich mich immer so beobachtet. Dennoch gingen wir nach unten.

Lin sass in der Küche im Schneidersitz auf einem Stuhl und rauchte eine Zigarette, steckte tief in Gedanken, starrte ein Loch in den Tisch. Das einzige mal dass ich sie rauchen sah. Ihre Stimmung war nachdenklich. Ihr Anblick entzückend. Durch ihre Sitzhaltung konnte ich ihr flüchtig in den

Schritt schielen. Die enge Leggins wurde von der Pflaume gefressen. Am Oberkörper trug sie nur ein enges Top ohne BH, die massiv gepimpten Hupen wirkten so echt monstermässig an ihrem zierlichen Körper.

Ich setzte mich etwas schräg seitlich hinter Babette, damit die nicht versehentlich meine gierigen Blicke auf ihre Mutter mit bekäme. Dann sah ich zur Abwechslung auch mal in Lins Gesicht, aber bei Asiaten ist es schwer eine Stimmung zu erraten. Lin streckte sich, holte ein Kuvert von der Küchenplatte und legte uns das auf den Tisch, murmelte: "Wir sind im Arsch!"

Babette blickte darauf. "Rechtsanwalt?" Dann begann sie zu lesen. Ihre Augen wurden immer grösser. "Nee, echt jetzt? Warum weiss ich nichts davon? Mich hat keiner gefragt? Das geht doch so nicht."

Eigentlich wollte ich mich nicht einmischen. Nur keine unnötigen Probleme. Sonst ist man am Ende noch selber der Buhmann. Dann legte Babette mir den Brief hin, so dass ich mich genötigt sah ebenfalls rein zu sehen. Ich flog grob drüber. Aber es wirkte einfach nur ziemlich unverschämt.

Der Vater von Babette beanspruchte das Sorgerecht. Er hätte ein Haus gekauft. Lin könnte von ihrem Gehalt weder das alte Haus halten noch ihre Tochter ausreichend ernähren. Zusammengefasst in 3 Sätzen. Selbst mich ärgerte das ziemlich, obwohl ich weitgehend aussen vor war. Sowas bestätigte meine üblen Vorurteile gegenüber Rechtsverdrehern. In mir kochte Wut auf.

Lin murmelte: "Er hat Recht! Ich weiss nicht wie es weiter gehen soll. Ich habe ja nichtmal mehr genug Geld dass ich mir mit diesen Dingern hier vernünftige Bekleidung anschaffen kann." Sie deutete sich mit den Händen auf ihren Oberkörper.

"Nein, so ist es nicht!" Sagte ich entschlossen. Beide Frauen sahen mich fragend an. "Ist euch aufgefallen dass mit keinen Wort die Unterhaltspflicht des Ex-Mannes erwähnt wird? Die stellen das so dar als wenn ihr am Boden seid und alles hinnehmen müsst was man euch als Almosen hin wirft. So wie ich das sehe muss dein Vater für dich auf jeden Fall Unterhalt zahlen, notfalls bis du dein Studium abgeschlossen hast. Für Lin ist er Übergangsunterhalt schuldig, bis die eine angemessene Wohnung finden kann. Auf wen läuft der Mietvertrag hier?"

Lin sah mich wie durch einen Nebel an. "Der Mietvertrag läuft nur auf meinen Ex, denn ich hatte damals noch keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis und keinen festen Job. Babette war zwar unterwegs, aber wir wussten noch nicht wie es weiter gehen sollte."

Da musste ich breit grinsen. Babette fragte mich: "Was gibt es da jetzt zu lachen? Woher willst du das wissen?"

"Mein Onkel ist vor drei Jahren geschieden worden. Er hat das alles mit meinem Vater wieder und wieder durchgekaut, der stand mit dem Rücken zur Wand. Ihr hingegen habt einen guten Stand. Lasst euch nicht unterbuttern! Lin, du schreibst deinem Vermieter einen Brief mit Einschreiben, wo du die Situation beschreibst. Du erklärst dich ausdrücklich bereit dass du für eine Übergangszeit eine anteilige Miete bereit bist zu bezahlen, wenn dein Ex sich verweigert. Deine erkennbare Zahlungswilligkeit ist wichtig und wenn es nur 50 im Monat ist! Dein Ex ist zahlungspflichtig solange er das Haus hier nicht gekündigt hat. So lange wie ihr schon drin seid hast du mindestens 3 Monate, wenn nicht ein halbes Jahr Zeit. Wenn dein Ex die Miete nicht zahlt dann bekommt er erstmal einen Eintrag in die Schufa, dann sieht es schnell anders aus für ihn mit einem eventuellen Kredit für das neue Haus. Und eine alleinerziehende Frau mit schulpflichtigem Kind, die tatsächlich Miete zahlen will bekommt in Deutschland so schnell keiner auf die Strasse."

Beide Mienen erhellten sich, vier Augen sahen mich gebannt an. "Echt jetzt?"

"Ich bin kein Rechtsverdreher. Aber an eurer Stelle würde ich dem lieben Papa mal richtig Feuer unter dem Hintern machen. Es geht nicht darum was ihr wirklich macht. Es geht darum wovor er Angst bekommt was ihr machen könntet. Schreib deinem Ex dass du wegen der seelischen Belastung deinem Job nicht mehr nachgehen kannst. Schreib ihm dass Babette ihn nie wieder sehen möchte. Dass ihr wegen dem angespannten Wohnungsmarkt noch mindestens 3 Jahre hier sein werdet. Sprecht die Schufa an. Stellt konkrete aber realistische Forderungen auf. Formuliert eure Ansprüche. Geht zum Jugendamt wegen der unbezahlbaren Miete, dann schreiben die ihn an von Amts wegen. Das wirkt schon mal ganz anders. Oder du Babette: Du schreibst ihm dass du nur bei ihm einziehst wenn dein fester, aber arbeitsloser Lebenspartner mit einziehen kann. Deute an dass du vielleicht schwanger sein könntest, was auch immer. Oder du ziehst wirklich paar Wochen zu ihm und zickst mal so richtig übel ab. Machst eine Koma- oder Kifferparty mit den schrägsten Assis der Schule. Eben mal Feuer unter dem Hintern machen. Einfach so würde ich mir das nicht gefallen lassen. Er probierte es halt mal und jetzt seid ihr dran."

Lin sah ihre Tochter entsetzt an. "Du bist aber nicht schwanger, oder?"

Babette hatte eher verstanden und grinste schon wieder. "Neeeiin Mama! Ganz sicher nicht!" Dann küsste sie mich auf den Mund. Ganz offen, vor Lin. "Ich glaube hier haben wir uns ein echtes Goldstück eingefangen."

Lin nickte. "Das glaube ich inzwischen auch!"

Dabei war ich doch nur in Lin total verschossen. Ist das ein Wunder bei diesem Anblick? Besonders wo ihr Gesicht wieder heiterer wurde kam die alte Schönheit zurück. Oft reicht nur ein kleines bisschen Hoffnung, ein Ausweg. Wie sagte mal ein chinesischer Dichter? Oder wer auch immer. Der wahre Reichtum im Leben besteht in der Wahl seiner Möglichkeiten. Mein Reichtum ist das hoffnungsvolle Lächeln von Lin zu sehen. So eigentlich, wenn ich mal einen Moment ehrlich bin, berührte mich Babette innerlich auch ein wenig. Wenn sie weg wäre würde mir etwas fehlen.

Diese Nacht schlief ich wieder bei Babette. Nach dem Zähneputzen hörte ich aus dem Arbeitszimmer von Lin schnelles tackern einer Tastatur. Anscheinend fing sie schon an mit ihrem Befreiungsschlag? Oft geht es ja auch nur darum ein paar Wochen oder Monate mehr Zeit für sowieso nötige Veränderungen zu bekommen.

Babette hatte noch ihr altes Jugendzimmer. Dementsprechend eng ist es auf dem Bett. Ich meine wir kuschelten ja schon immer viel, ich mag das auch. Irgendwie. Angenehm ist es auf jeden Fall. Dieses mal waren ihre Küsse irgendwie gequälter. Künstlich fordernd. Es fehlte die unbeschwerte Lockerheit. Wie sie dann auch noch ungelenk ihre Hand oben in meine Boxershort drängeln wollte nahm ich ihre Hand und hielt sie auf meinem Bauch fest. So nötig hatte ich es dann doch wieder nicht. Schon garnicht mit dem Bild von Lin in der Küche im Hinterkopf. Die Leggins fressende Pflaume. Und Hupen die aus dem Top hüpfen wollen.

"Lass gut sein, Babette. Es muss nicht sein. Nicht jetzt, nicht so. Ich kann warten bis es wirklich passt zwischen uns." Flüsterte ich. Das war sogar Grundehrlich.

Sie kuschelte sich erleichtert seitlich an mich und küsste mich sehr liebevoll. Das kam von Herzen. Warum nur verwehre ich mich immer so gegen diese Frau? Sie hat ein gutes Herz. Chai Dee heisst das in der Sprache ihrer Mutter.

Die folgenden Tage war ich noch öfter bei Babette und Lin. Die erste Antwort vom Vermieter war nur Tage später da. Er drohte mit Räumungsklage. Verständlich. Wenn der Mietvertrag 17 Jahre alt war dann könnte er mit einer Neuvermietung auf den Schlag die Hälfte mehr verlangen. Ich musste an Lin etwas hinreden bis sie Begriff dass zwischen Androhen und tatsächlich damit durchkommen in Deutschland immer noch eine weite Spanne liegt, solange man sich an paar grundsätzliche Spielregeln hält. Dann fand sie ihre Laune schnell wieder. Und ihr bezauberndes Lächeln.

Das Jugendamt meldete sich auch. Sie hätten beim Wohnungsamt nachgeforscht und könnten kurzfristig eine Übergangswohnung organisieren. Zudem wurde der Kindsvater angeschrieben und auf seine Unterhaltspflicht hingewiesen. Wenn sie weitere Beratung bräuchten: Bürozeiten...

Vom Anwalt des Vaters kam ein vorläufiges Vergleichsangebot. Ich weiss ja nicht welches Szenario Lin ihm ausgemalt hat oder drohte sie ihm seine Eier abzuschneiden, plötzlich sandten sie etwas rechtlich erträgliches.

Mit jedem Antwortbrief wurde ich in dem zwei-Frauen-Haushalt noch freundlicher begrüsst. Zudem arbeite ich nicht nur in Industriehallen, sondern oft auch auf dem Bau. Rohbau. Das heisst dass man Kontakt zu Bauträgern und Genossenschaften hat. Zumindest mein Chef. Und der war zufrieden mit mir. Sagte er. Ich schilderte ihm nur ganz grob die Situation. Er verstand die Situation bisschen falsch, war erstaunt dass ich schon mit meiner Freundin zusammenziehen wollte. Er kannte sie flüchtig vom sehen. "Ist sie schwanger?" Fragte er mich besorgt. Trotzdem ich das verneinen konnte wollte er sich umhören.

Lin schien mit dem alten Haus abgeschlossen zu haben, sich auf eine dringende Veränderung einzustellen. Innerlich wusste sie dass sie es in diesem Haus bestenfalls herauszögern, aber niemals abwenden könnte. Sie bestellte einen Containerdienst und begann das komplette Haus auszumisten. Ich konnte ein paar Kumpels überreden mitzuhelfen, so war das an einem Samstag geschehen. Fred war auch da, er baggerte Babette schamlos an. Seltsamerweise berührte mich das kaum. Warum wunderte ich mich über Fred? Babsi ist durchaus ansprechend auf ihre Art. Eben süß und knuddelig.

Erstaunlich wie emotionslos und mit welcher Energie Lin rigoros ausmistete. Ich denke sie warf damit auch ihre schmerzlichen Erinnerungen symbolisch in den Container. Alles was anschliessend noch da war würde auch in eine kleine Wohnung passen. Unglaublich wie engagiert sie mit ihrem zierlichen Körper mit anpackte, sie hatte sogar noch Energie um am Abend für alle was total leckeres aus ihrer Heimat zu kochen.

Irgendwer holte mit meinem Auto plötzlich zwei Kisten Bier und paar Tüten Chips, es gab noch sowas wie eine kleine improvisierte Party im fast leeren Wohnzimmer. Lin schöpfte ungeheuren Lebensmut, sie strahlte die ganze Zeit. Vielleicht auch weil sie von meinen Kumpels echt angebaggert wurde. Und ihre Blicke auf mich änderten sich. Oft sah sie mich derart durchdringend an dass ich glaubte sie wolle meine Seele entführen. Meine Blicke auf sie waren verstohlener, heimlicher.

Nur langsam wurde es ruhiger. 4 Jungs gingen auf einen Rutsch, kurz wurde es nochmal Laut vor dem Haus wie 4 frisierte Mopeds gestartet wurden. Babette saß mit Fred noch lange auf der Terrasse, der ist so einer der Gäste die man nie los bekommt. Sie quatschten.

Lin trug den ganzen Tag eine witzige Latzhose, vermutlich von ihrem Gatten oder von Babsi, die ihr viel zu groß war, wo sie die Hosenbeine unten mehrfach umschlagen musste. Dazu einen weiten alten Pullover wo man ihre nun mächtigen Melonen nur ansatzweise erahnen konnte, wenn man sehr genau hin sah. Ihre langen festen Haare waren zu einem dicken Zopf am Rücken geflochten. Wir trafen uns in der Küche beim abstellen klebriger Teller.

"Komm, lass dich nochmal in den Arm nehmen. Danke für alles!" Lin schlang ihre dünnen Arme um mich, natürlich weit unterhalb meiner Arme, drückte sich gegen meinen Brustkorb. Ich kam mir vor wie King-Kong, wenn meine Arme über ihre schmalen Schultern hingen. Scherzhaft fragte ich mich ob ich sie wohl mit etwas bücken so in den Kniekehlen kratzen könnte? Ihren kleinen harten Po könnte ich leicht erreichen. Jedes ihrer Apfelbäckchen würde leicht in eine meiner Hände passen. Das getraute ich mich natürlich nicht, das machte ich noch nicht mal bei Babsi. "Ich bin so froh dass du da bist!" Sprach Lin in meinen schwitzigen Pullover.

Sie kuschelte sich ganz eng an mich und wieder spürte ich diese Wärme, diese unfassbare Energie von ihr auf mich strömen. Als hätte sie einen kleinen Atomreaktor in ihrem Bauch. Das verbreitete ein unglaubliches Glücksgefühl in mir, dass es mir gleich die Härchen an den Armen aufstellte. Das andere stellte es glücklicherweise nicht auf.

"Warum kannst du eigentlich so gut unsere Sprache? Du sprichst ja sogar gramatisch alles korrekt aus?" Versuchte ich ein Gespräch in Gang zu bringen, um diesen schönen Moment möglichst noch zu strecken.

"Das heisst gramatikalisch!" Lin kicherte laut, so dass die drückenden Melonen sich an meinem Bauch bewegten. "In unserer Heimat war ich mangels anderer Freizeitmöglichkeiten sehr oft im Kloster. Dort war ein Mönch der uns neben geschichtlichen Dingen auch Englisch lehrte. Und das irgendwie vom alten Latein her ableitete. Du musst wissen dass meine Sprache sich gravierend von den Europäischen unterscheidet. Von der Schrift und vor allem der Aussprache. Wenn wir also schon mal Englisch hörten oder was von Latein dann klingt deine Sprache für uns sehr ähnlich. Ausser deinem höhlenartigen Dialekt." Sie grinste mich bezaubernd an.

"Soso, Höhlenartig? Aber das erklärt noch lange nicht diese Perfektion?"

"Während der Schwangerschaft hatte ich grosse Probleme. Babsi war für meine Verhältnisse ein Monsterkind, ich wurde regelrecht ruhig gestellt um sie nicht vorzeitig zu verlieren. War im Krankenhaus zusammen mit zwei anderen Frauen. Die eine war Spanierin, die andere eine deutsche Lehrerin, eigentlich Sport und Mathematik. In unserer Langeweile hat die uns täglich unterrichtet. 5 Monate Einzelunterricht, gewissermassen. Die Feinheiten lernte ich dann wie Babette in die Schule ging und mit ihr zusammen Hausaufgaben machte. Genau genommen hat sie mir die Sprache gelernt. Damals war ich noch Hausfrau, so wie es sich mein Gatte immer wünschte. Kochen, putzen, waschen, nett aussehen zum angeben. Und in meinem Falle auch lernen. Damit ich dabei nicht verblödete. Das war dann auch der erste Bruch in meiner Ehe wie ich einen Job fand. Nicht als Zimmermädchen im Hotel oder Erntehelferin zum Gurkenpflücken, das hätte er vielleicht noch ertragen. Sie nahmen mich tatsächlich als Aushilfe im Sekretariat der Schule. Ich bin quasi die Quoten-Alibi-gutes Gewissen-Ausländerin. Mein Glück dabei ist dass es überwiegend um alltägliche Verwaltung geht, kleinere Fehler auf Formularen haben nicht die Tragweite wie bei einer Rechtsanwaltsgehilfin. Aber das zeigte ihm dass ich nicht das kleine Dummerchen zum herzeigen bin. Plötzlich hatte ich mein eigenes Geld und musste nicht mehr um jeden Fuffi auf Knien betteln."

Fasziniert lauschte ich ihren Worten. Hoffte dass sie noch weiter reden würde, wollte diesen wunderschönen Moment für mich noch so lange wie möglich hinauszögern. "Wobei man dich schon wirklich prima herzeigen kann!" Frotzelte ich.

"Danke. Aber das alleine als Basis für eine langjährige Ehe? Was ist wenn ich mal Alt und Hässlich werde? Man sah ja jetzt wie schnell man ausgewechselt wird." Kurze Pause. "Was ist das eigentlich mit Babette und dir?" Mit dieser Frage hatte ich so garnicht gerechnet, zuckte unbemerkt etwas zusammen. "Stört es dich nicht wenn sie stundenlang mit Fred quatscht? Beim Abschlussball auch schon?"

"Ach weisst du, wenn sie mich mag dann hat Fred sowieso keine Chance. Wenn sie mich nicht mag dann kann ich sie eh nicht halten."

"Wie soll man einen Kerl wie dich nicht mögen? Aber du redest immer nur von mögen, nicht von Liebe?"

Wieder hatte mich Lin erwischt. Nicht nur dass sie Intelligent schien, sie hörte sogar die Feinheiten aus meinem bayerischen Dialekt heraus. Ich stammelte unbeholfen herum: "Babette ist mein bester Freund, ich liebe sie wirklich wie eine Schwester oder einen Bruder, die ich leider nie hatte."

"Aha!"

Das Aha wirkte etwas drohend auf mich. "Was Aha?"

Nun dachte Lin angestrengt nach. "Du empfindest sie nicht als Partnerin?"

"Dazu fehlt etwas entscheidendes in unserer Freundschaft." Keine Ahnung woher ich den Mut für meine Offenheit nahm. Ich hatte den Eindruck dass ich Lin vertrauen könnte.

"Das dachte ich mir schon. Soll ich mal mit ihr darüber reden? Körperlich ist sie schon lange reif dafür."

"Darum geht es im Kern garnicht. Sie ist total lieb und nett, verkuschelt und loyal. Das ist mehr als was man sich von einer Frau erhoffen kann. Aber irgendwie habe ich manchmal den Eindruck sie ist in ihrer Hanni und Nanni Mädchenzeit hängen geblieben. Der Prinz auf dem weissen Pferd der sie unbefleckt in eine endlos glückliche Ehe führt. Ich finde das körperliche muss von innen heraus kommen. Sie müsste es von sich aus wollen. Sowas kann man nicht überreden. Das würde sie zerbrechen."

Lin beugte sich in meinen Armen etwas zurück um mich anzusehen, machte jedoch nicht den Eindruck als wolle sie sich von mir lösen. Sie sah mich eindrücklich an mit ihren schwarzen Augen. Da war er wieder, dieser bohrende forschende Blick, der mich wie ein Laserschwert durchdrang. "Boah, wie alt bist du jetzt? 19? Mein Ex ist bald 40 Jahre älter wie du. Und im Kopf nicht annähernd so reif."

Dann brach es aus mir heraus. Ihr auffordernder Blick, ihre schwarzen Augen, ihr schönes Gesicht. Ihr betörender Eigengeruch wirkte wie ein Wahrheitsserum. Für einen Moment fühlte ich mich als würde ich mit Babette reden. Obwohl die einen Kopf grösser ist wie Lin und deren Körper meinen Armen einen anderen Winkel aufzwingt. "Weisst du, ich verstehe Babette ja irgendwie. Man kann wirklich verliebt sein ohne etwas körperliches zu haben. Liebe hat auch was mit Träumen und Hoffnungen zu tun. Vielleicht macht gerade die Hoffnung das Gefühl so schön? Die kleinen Fortschritte, die diebische Freude über winzigste Steigerungen. Das gedanklich ständige beschäftigen mit der Angebeteten. Wie könnte man ihr näher kommen? Wie kann man Momente festhalten? Man will nicht wirklich das Ziel erreichen weil der Weg so schön ist. Man zieht sich am Vielleicht hoch nur weil es kein Nein ist."

Beim Luft holen fiel mir Lin ins Wort: "So wie jetzt?" Ihre Worte kamen wie vom Gummiband geschnellt.

Und fast hätte ich in meiner Überrumpelung spontan zugestimmt. Besann mich so eben gerade noch: "Allgemein. Ich meinte das Allgemein. Im Bezug auf Babette."

"Aha!" Dann sah mich Lin sehr sonderbar an. Wieder dieses schneidende Aha. Sie drückte sich nochmal gegen mich und löste sich dann sehr vorsichtig. Ich bedauerte. Lin wandte sich langsam zum gehen. "Dann werde ich unsere beiden Turteltäubchen auf der Terrasse mal trennen und den Täuberich heim schicken." Und fügte mit einem Blick über ihre Schulter auf mich ganz leise an: "Buddha, wie sehr ich meine Tochter beneide!"

Ich war ihr in den Flur gefolgt, stand etwas verdattert da. Wow! Hatte ich das eben richtig verstanden? Oder war es nur eine Einbildung? Aus Träumen und Hoffnungen entsprungen? Während ich noch nachdenklich im Flur stand kam Fred missmutig angeschlappt. Sah mich vielleicht etwas misstrauisch an. Ich wollte Babsi jetzt nicht sehen, nahm Fred schnell an der Schulter und schob ihn zur Haustüre hinaus. "Du hast zu viel getrunken! Lass dein Moped stehen, ich fahre dich nach Hause."

"Danke Mann!" Er wirkte echt erfreut. Insgeheim vielleicht auch über den Vorwand am nächsten Tag nochmal kommen zu müssen, um Helm und Moped zu holen?

Ich lag noch lange wach im Bett. Eine fragende SMS von Babsi beantwortete ich in ihrem Sinne mit den drei magischen Worten damit sie beruhigt einschlafen kann. In Gedanken war ich bei Lin. Ihrem betörenden Eigengeruch. Ihren schwarzen Augen. Ihrem zarten Körperbau in meinen Armen, der so einen dringlichen Beschützerinstinkt in mir auslöste. Die bohrenden harten Höcker in meinem Bauch. Ihre zarten Hände auf meinen Nieren, sie kann mich nichtmal vollständig umgreifen. Das alles kochte wieder und wieder hoch. Mein Schlaf blieb unruhig, immer wieder wachte ich auf, von Bedenken gequält nicht doch versehentlich über das Ziel hinaus geschossen zu sein. Lin!

Am Dienstag hatte Babette ihre offizielle Fahrprüfung. Im lernen ist sie eh gut, überreichliche schwarze Fahrpraxis mit meinen Kumpels, unter anderem in der Kiesgrube liessen sie auch die Praxis bestehen. Sie kam gleich nach der Prüfung zu uns, saß noch den halben Nachmittag mit meiner Mutter in der Küche zusammen. Stürmte freudestrahlend auf mich zu wie ich von der Arbeit kam, präsentierte Stolz die kleine Plastikkarte. Natürlich freute ich mich mit ihr! Erinnerte mich daran was für ein grosser Schritt das damals in meine eigene Selbstständigkeit war, wie man von seiner Umwelt plötzlich anders betrachtet wurde. Zumal mein österreichisches Moped recht erwachsen aussah. Obwohl, das war gerade mal 3 Jahre her?

Ich gab Babette meinen Mopedschlüssel und den Schein. "Hier, kannst du benutzen solange du willst. Zumindest unter der Woche, ich fahr lieber mit dem Auto in die Arbeit. Dann habe ich nicht immer den Dreck vom Bau im Helm. Am Wochenende werden wir eh zusammen fahren. Sei aber vorsichtig mit der grünen Rennleitung. Spiegel, Spiegel, Spiegel!" Mahnte ich sie. "Im Zweifelsfall gehst du stiften, mit dem Ding kommst du leicht davon. Ich regle das danach."

Sie fiel mir um den Hals und drückte mich wie eine Krake. "Dann kann ich dich jetzt auch öfter besuchen kommen!" Sagte sie Glücklich.

Ich weiss nicht ob mir das recht wäre? Ich hatte etwas Hemmungen Babette vor meiner Mutter in den Arm zu nehmen. Sie wollte dann sowieso gleich wieder los, ihre Freude mit ihrer Mutter teilen. Oder bisschen am Schulhof posen gehen. Wie Frauen halt so sind?

"So ein entzückendes Mädchen! Du darfst Babsi gerne öfter mitbringen!" Sagte meine Mutter zu mir, nachdem sie die Wohnungstüre geschlossen hatte.

"Klar, Mama. Mach ich!" Du solltest erst mal ihre Mutter sehen! Dachte ich heimlich für mich. Eigentlich wollte ich meine Freundin nicht nach Schwiegertochter-Eignung aussuchen. Ein Lob der eigenen Mutter bedeutete in meinem Alter eher einen warnenden Zeigefinger. Aber Mama hat recht. Babsi ist Süss. Irgendwie. Unten im Hof hörte ich das aggressive Motorengeräusch meines Mopeds aufbellen. Seltsamerweise hatte ich bei Babette keinerlei Bedenken.

Donnerstag in der Mittagspause bekam ich einen Anruf von Lin. Sie erhielt einen Wohnungsvorschlag vom Sozialamt. Ob ich mitkommen würde zum besichtigen? Gleich nach Feierabend. Ob ich sie von der Schule abholen könnte?

Witzig. Babsi hatte ich auch gelegentlich von der Schule abgeholt. Wenn ich Berufschule hatte und ab Mittags frei. Nun ihre Mutter? Ich habe nur Hauptschule. Babsi macht Gympansium. Lin arbeitet in der Realschule. Ich ging extra etwas früher, Überstunden habe ich weiss Gott genug. Freute mich sehr, das erste Mal dass ich nur mit Lin alleine etwas gezielt unternahm. Lin stieg in meinen kleinen Wagen und strahlte mich an. Ich fragte: "Kommt Babette nicht mit?"

Lin grinste: "Mit deinem Moped hast du was angestellt! Sie würde es Abends am liebsten mit ins Bett nehmen. Ich hab das Ding auch schon mal kurz vor dem Haus probiert. Fährt verdächtig gut? Sie hat am Nachmittag noch irgend einen Leistungskurs. Ich gab ihr die Adresse, sie kommt vielleicht nach." Ich hingegen freute mich über jede Minute mit Lin alleine.

Vor dem Haus wurden wir von einer älteren Frau empfangen, mit mehreren Aktenordnern im Arm. Obwohl wir pünktlich waren wirkte sie etwas gehetzt. Wir hatten Mühe ihr über die Treppen zu folgen. "Hier: Zwei Zimmer, Küche, Bad, Balkon. 55 Quadratmeter, Kellerabteil, kollektive Waschküche im Keller, Tiefgaragenstellplatz." Genauso nüchtern wie die Dame es beschrieb war es auch. Wohnung. Nicht mehr und nicht weniger. Trotzdem heutzutage Luxus.

Ich sah mich aufmerksam um. "Die Bausubstanz ist brauchbar, es riecht trocken. Die Fenster scheinen dicht, das Bad ist sauber ohne Schimmel, die Türen anscheinend neu. In der Küche kannst du eine Essecke hinstellen. Diese Wohnung reicht leicht für 2."

Lin hängte sich an meinen Arm, sah mich fragend von der Seite an. "Auch für 3? Du hattest dich damals vor der Antwort gedrückt ob du mit zu uns ziehen würdest. Babsi würde sich riesig freuen."

Lange sah ich die zierliche Frau an, blickte ihr tief in die Augen. "Babsi? Ja. Und du?"

"Ganz ehrlich? Mir wäre das auch recht! Selbst jetzt wo wir keine finanzielle Unterstützung mehr bräuchten."

Die Dame vom Amt musterte uns interessiert und mischte sich in unser vertrauliches Gespräch. "Sie würden mit einziehen? Arbeiten Sie? Diese Wohnung wird sozial vom Landkreis gefördert, sie dürften dann auch zusammen nicht über 1400 Netto haben."

Das habe ich alleine schon. Mit paar Überstunden sogar Problemlos. Lin sah mich kritisch an, ahnte sogleich meine Gedanken. Schaltete schnell. Sagte zu der Frau: "Nein, meine Tochter und ich ziehen alleine ein. Sicher!"

"Gut. Ihren Bezugsschein vom Jugendamt haben wir ja schon. Sie bringen uns noch eine Schufa- Auskunft und ihre letzten drei Lohnabrechnungen, dann können sie direkt den Mietvertrag abholen. Kaution 3 Monatsmieten auf drei Raten. Noch Fragen?"

Die Frau schien es eilig zu haben. Klar, um diese Zeit machen alle Feierabend. Dann standen wir nach wenigen Minuten schon wieder im Hof der kantigen Wohnsiedlung. Drüben ein nüchterner Kinderspielplatz. Aus dem Alter sind wir eh raus. Ein typisches Arbeiterviertel. Was ja nicht grundsätzlich schlecht ist, ich lebe mit meinen Eltern auch so wo. Nur paar Kilometer weiter. Lin sah sich um. "Ist echt in Ordnung. Nicht schön, aber in Ordnung. In Anbetracht der Umstände. Nur wo soll ich jetzt Schufa her nehmen?"

"Das geht Online. Du füllst es auf deren Webseite aus und die schicken das dann mit E-Mail direkt ans Amt."

Lin stellte sich dicht vor mich, nahm meine lose herab hängenden Hände in ihre zierlichen. Sah mich mit ihren wunderschönen schwarzen Augen von unter her an. "Mike, seit du in unser Leben getreten bist entwickelt sich alles zum Guten. Bei dir scheint immer alles so Problemlos zu sein, so Selbstverständlich. Du redest nie rum, krempelst die Ärmel hoch und machst. Ich weiss echt nicht was Babette und ich ohne dich täten."

Dieser Blick! Die zarten Hände in meinen groben, sie zitterte ganz leicht. Sie sah zu mir auf. Ich meine nicht körperlich, da sowieso, uns unterschieden bald 40cm und sicher genausoviele Kilo. Sie sah zu mir auf als Mann. Es schien als bewunderte sie mich irgendwie. Das Gefühl kannte ich schon von Babette. Nun aber auch von dieser Frau? Es traf mich tief Inneren. Wurde mir etwas peinlich, ich wollte ablenken: "Lin, ich bin Handwerker. Kein Sesselpuper. Bei uns gibt es nur enge Termine und geht oder geht nicht. Bei geht nicht fragt mein Chef schon sehr kritisch warum. Und bei Starkstrom ist auch nicht wirklich viel Raum für Fehler." Weiter kam ich nicht mehr, denn ein wohlbekanntes Motorengeräusch liess uns beide herumfahren, Lin verlor meine Hände aus den ihren. Babette fährt schon verdammt forsch für ihre paar Tage?

"Was steht ihr beide so verheiratet herum?" Fragte Babette frech und grinste uns aus dem Helm an.

"Wir haben eine neue Wohnung!" Sagte Lin erleichtert.

"Kann ich die auch mal ansehen?"

"Zu spät. Ein andermal. Ist aber ganz in Ordnung. Du bekommst weiter dein eigenes Zimmer. Lass uns heim fahren." Mit einem Seitenblick zu mir: "Kommst du mit?"

"Klar!"

"Ich fahr vor und fang schonmal zum kochen an, bis ihr dann irgendwann auch zuhause seid." Schon kickte Babsi das Moped an und stob mit jaulendem Motor davon.

"Meinst du ob sie es nicht ein wenig übertreibt?" Fragte Lin etwas besorgt und sah ihrer Tochter nach.

"Hmmm, ohne blutige Nasen und Knie geht es manchmal im Leben nicht. Du weisst selber wie alt sie ist. Ich spreche aus Erfahrung. Hoffen wir einfach dass es nicht zu schlimm wird."

Wieder dieser schmachtende Blick von Lin auf mich. Langsam wurde es mir unheimlich.

Wie es immer sein soll: Erst sucht man monatelang nach Lösungen, macht sich Gedanken und dann kommt es doppelt. Genau wie mit Frauen. Entweder du bist ein einsamer verzweifelter Wichser oder stehst plötzlich in der Zwickmühle zwischen zwei Frauen. Denn mein Chef fand dann auch noch eine Wohnung. Wohnbaugenossenschaft. Grundsanierung. Unsere Firma machte die komplette

Elektrik. Mit Sat, Türsprechanlage und Telefon. Wiederbezug in einem halben Jahr, öffentlich noch nicht ausgeschrieben. Er ist ein alter Fuchs!

Zuhause deutete ich meinen Eltern an dass sich vielleicht was verändern würde. Nicht sofort, aber doch Mittelfristig. "Meinst du nicht ob das Mädchen noch etwas zu jung ist, um mit ihr zusammen zu ziehen? So nett wie sie auch ist." Meine Mutter brachte es wiedermal auf den Punkt. Und sie hatte recht. Ich aber habe ein anderes Problem. Das hiess nicht Babette sondern Lin. Ich mochte Babette aufrichtig. Aber ich liebte sie nicht. Zugegeben, meine Hoffnung war zu dem Zeitpunkt schon sehr weit her geholt. Aber das mit Babette war absehbar, irgendwann würde ich mir etwas anderes suchen müssen. Spätestens wenn mich eine ran lässt. Dann stellte sich das Problem für meine Eltern so oder so. Sie ahnten das sicher. Überlegten sichtlich.

Zur Beruhigung schob ich nach: "Ich hätte eventuell eine Wohnung für euch. Bezahlbar. 45 Quadratmeter. S-Bahn nähe. Faktisch Erstbezug. Aber ihr dürftet dann nicht mehr Beide voll arbeiten. Ihr habt noch paar Wochen Zeit zum Überlegen."

"45? Für uns beide reicht das leicht. Aber wo willst du dann wohnen? Und warum nicht voll verdienen?" Fragte mein Vater interessiert.

"Macht euch wegen mir keinen Kopf, ich komm sicher wo unter. Das wegen voll verdienen ist weil die Wohnung von einer städtischen Genossenschaft ist. Dort müsste man Mitglied werden, Anteile erwerben und das geht nur bis zu einem bestimmten Einkommen."

Meine Mutter sah meinen Vater an: "Kein Problem, dann macht der Papa halt keine Überstunden mehr." Sie tätschelte zärtlich seine Hand am Tisch. Ich glaube sie haben auch kaum noch Sex aber sie lieben sich immer noch. Sowas rührt mich an und macht Hoffnung für die eigene Zukunft. Ich kritzelte ihnen eine Adresse auf einen Zettel. "Ihr könnt schonmal möglichst bald hingehen und ansehen. Sind halt noch keine Fenster drin. Meldet euch aber beim Bauleiter an und leiht euch Bauhelme aus. Wenn ich zufällig da bin dann kann ich euch rumführen."

Meine Eltern sahen sich erleichtert an, dann mich. Ich denke ein klein wenig Stolz sind sie auf mich. Sie haben nicht alles verkehrt gemacht. Meine Mutter kniff mich leicht in die Wange und rüttelte sanft.

Bei Lin und Babette ging es dann ganz schnell. Schon zum nächsten Ersten machten wir einen Umzug. Wieder halfen paar von den Jungs, das leckere Essen und der leckere Anblick der beiden Frauen hatte sich wohl herum gesprochen? Paar von den Jungs nahmen sich extra Mittwoch nachmittag frei. Seit dem Tanzkurs gehörte Babette eh schon zur Clique dazu. Mein Boss lieh uns einen fetten Anhänger, Udo hat einen Zughaken am Manta. Auch Fred brachte sich wieder verdächtig engagiert ein.

Der alte Vermieter war froh dass Lin und Babette so schnell raus waren. Vor allem Problemlos. Er verzichtete auf sämtliche Fristen oder Reparaturen. Hauptsache raus. Klar! Die letzten Kartons aus dem Haus halfen uns schon die Maler raustragen, der Fensterbauer lief uns mit dem Meterstab zwischen den Füssen herum, auch der Fliesenleger wetzte bereits ungeduldig seinen Keramikschneider. Einmal Luxussaniert und dann gleich doppelte Miete. Anscheinend gibt es noch Leute die das bezahlen wollen. Oder können. Oder müssen?

Babette fuhr Freitag Abend auf Einladung zu ihrem Vater. Mit dem Moped, obwohl erste dichte Herbstnebel auf der Strasse waberten. Wollte vielleicht auch erfahren warum er tatsächlich gegangen war? Auf jeden Fall trieb sie Neugierde. Sie packte einen Rucksack mit Wechselklamotten. Rechnete vielleicht mit Sonntag Abend zur Rückkehr. Lin und ich fuhren kurz

vor Ladenschluss nochmal eben zum Baumarkt. Du weisst selber was bei einem Umzug immer alles an unerwartetem Kleinkram nötig wird.

Lin trug ein dickes wollenes Strickkleid, dazu schlanke hohe lederne Stiefelchen. Ihre langen Haare offen vorne über eine Schulter gebürstet. Und man kann es wenden wie man will: Man fällt auf mit dieser Frau! Ich meine ich kann mich ja auch nicht satt sehen an ihr. Körperlich klein, im Auftritt ganz groß! Die meisten Männer bleiben mit Stilaugen an ihrer ausladenden Oberweite hängen. Besonders weil sie so einen schlanken Körperbau hat wirken die Hupen schon Bombastisch.

Keine Ahnung ob das so von ihr Beabsichtigt war, manchmal schien es eher sie fühlte sich etwas unwohl. Wenn man sie besser kannte. Nach aussen hin trug sie es mit Stolz zur Schau. Aufrechter, provozierender Gang. Wenn es jemand übertrieb mit gaffen dann begegnete sie ihm mit mahnendem Blick direkt in seine Augen, bis er sich schamhaft abwendete.

Wenn jemand partout nicht seinen Blick abwenden wollte nahm sie mich am Arm und kuschelte sich seitlich an mich. Auch eine Art zu zeigen. Ich ahnte ja warum. Konnte jedoch nicht behaupten dass es mir unangenehm wäre. Alleine schon dass sie öffentlich so tat als gehörten wir zusammen. Trotzdem ich meine Arbeits-Latzhose trug schämte sie sich nicht mit mir. Im Gegenteil?

Am späten Abend war alles angeschlossen. Nur noch das Silikon in der Küche stank vor sich hin beim trocknen. Wasserhähne rauschten. Lampen baumelten, Möbel befüllt, Kartons gefaltet im Keller. Wohnen. Alles was jetzt noch fehlt hat Zeit. Links in der Wohnung nebenan lärmten paar Kinder, von rechts murmelte der Fernseher eines schwerhörigen Pensionisten durch die Wand. Ansonsten Ruhe. Im Sinne von kein Stress mehr. Sichtlich fiel von Lin die enorme Anspannung ab. Sie stand vor mir, sah mich mit ihren wunderschönen schwarzen Augen an.

"Und jetzt?" Eine bevorzugte Frage von Lin. "Jetzt kannst du dir in aller Ruhe überlegen wie es weiter geht."

Lin blickte sich im Zimmer um, wirkte zufrieden. Dann sah sie mich sehr durchdringend an. Trat zögerlich auf mich zu, nahm meine hängenden Hände. Befühlte diese mit ihren zartgliedrigen Fingern. Kratzte mich dabei leicht mit ihren langen Fingernägeln. Plötzlich war die Stimmung anders. Sie sah mich an und wollte etwas sagen. Der Mund blieb stumm, aber ihre Augen sprachen zu mir.

Diese Wärme! Keine Ahnung ob es auch Dankbarkeit war. Ihr Blick fesselte mich, ich begann vor Aufregung zu schwitzen. Trat leicht von einem Bein auf das andere. Lin blieb souverän ruhig, wirkte nach aussen hin sachlich. Nur der Blick erzählte Romane. Sie sprach ganz leise:

"Endlich angekommen!" Die Erleichterung war ihrer Stimme zu entnehmen. "Wie meinst du?" Fragte ich Neugierig.

"Das erste Mal in Deutschland dass ich unabhängig leben darf. Du bist willkommen als mein Gast, aber benimmst dich nicht wie mein Vormund. Und die vom Wohnungsamt meinten dass ich vielleicht sogar dauerhaft bleiben kann, weil die Familien auf der Warteliste vor mir eine viel grössere Wohnung benötigen."

"Oh! So schlimm früher? Wie hattest du eigentlich deinen Mann kennengelernt?"

"Zuhause im Kloster konnte ich am besten Englisch. Wenn Reisegruppen kamen durfte ich die immer herum führen. Wir fühlten uns sehr geehrt weil seriöse Touristen zu uns kamen die an der Kultur unseres Landes interessiert waren. Nicht nur Sextouristen. Auf dem Land hatten wir nichts anderes als unser schönes Kloster, die Berge und eine Fledermaushöhle."

"Und da war er dann wohl auch dabei?"

"Ja. Das erste Mal noch mit seiner damaligen Ehefrau. Aber ich merkte sofort sein Interesse. Seine Blicke auf mich."

Das verstand ich sehr gut, mir geht es mit Lin ja nicht anders obwohl sie derzeit schon 37 Jahre alt war. Sie ist unglaublich schön. Wie atemberaubend muss sie dann erst im Alter von Babette ausgesehen haben? "Und, weiter?" Forderte ich sie auf.

"Ein halbes Jahr später kam er wieder. Alleine. Machte drei Wochen Besinnungstage im Kloster. Ein halbes Jahr darauf erneut. Es war klar dass sein Interesse nicht rein Kulturell blieb. Er suchte auch Kontakt zu meinen Eltern. Versprach sie zu unterstützen und die Schule für meine beiden Geschwister zu bezahlen. Sie drängten mich mit ihm zu gehen, owohl er damals fast doppelt so alt war wie ich. Aber in Asien widerspricht man seinen Eltern nicht."

"Das klingt für mich jetzt eher traurig? So verschachert und verscherbelt?"

"Nein, so war es nicht. Anfangs bemühte sich mein Gatte sehr um mich. Mein Leben wurde plötzlich auch sehr bequem. Keine harte Feldarbeit mehr, kein Akkord auf den Plantagen, nur noch bisschen Garten und Haushalt. Wie ich ihm auch noch ein Kind schenkte hatten wir wirklich eine glückliche Zeit. Zum Problem wurde es erst wie Babette ins Gymnasium kam und ich gegen seinen Willen einen Job fand. Ab da sabotierte er mich regelrecht."

"Nicht schön!" Ich wollte unbedingt dass sie weiter redete, denn dann habe ich eine Rechtfertigung um sie direkt anzusehen, als höflicher Mensch muss man schließlich Aufmerksam zuhören.

"Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch ein Mensch wie ihn Babette für sich hat. Dann wäre alles perfekt."

"Schwierig. Aber ich kann mich ja mal für dich Umsehen."

"Es soll nicht irgend ein Mann sein. Den würde ich problemlos finden. Es müsste ein Mann wie du sein. Der sich engagiert, sich einbringt. Verantwortung übernimmt."

"Wahrscheinlich sind solche Menschen für sich genommen einmalig? Vielleicht kannst du den Menschen auch teilen?" In mir keimte wieder die leise Hoffnung auf. Bestärkt durch ihren zauberhaften Anblick und die spannende Situation.

"Teilen? Mit meiner Tochter? Babette würde niemals teilen. Für sie ist das Leben noch schwarz und weiss. Sie wuchs behütet auf, kennt noch nicht wie hart das Leben auch sein kann. Wenn du dir jetzt noch ein weisses Pferd zulegst dann zerrt sie dich direkt in Ketten vor den Altar."

"Blöd dann dass mein Moped Orange ist? Dann wird das wohl nichts mit der Hochzeit."

Linn lachte herzhaft. Das sieht so zauberhaft aus dass ich sie deswegen vor den Altar zerren würde. Dann sah sie mich wieder sehr ernst und durchdringend an. Die Stimmung veränderte sich sofort merklich. "Im Grunde müsste ich Babette wohl bestehlen."

"Es wäre kein Diebstahl wenn die gestohlene Sache freiwillig mit dir gehen würde."

"Meinst du es wäre so einfach? Sie würde es mir trotzdem niemals verzeihen. Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Schwarz oder Weiss. Glaubst du überhaupt wir würden zusammen passen? Dauerhaft im Alltag?"

Nun ging es eindeutig um uns. Nicht mehr um Babette und mich. Sondern um Lin und mich. Meine Spannung steigerte sich unermesslich. "Warum nicht? Wir kennen uns schon eine Zeit. Du weisst wie ich bin, was du zu erwarten hättest. Ich kenne dich auch noch aus der Zeit der braven Ehefrau. Das macht das Risiko für beide berechenbarer wie ein kompletter Neuanfang."

"Das stimmt. Und jetzt?" Fragte mich Lin. "Keine Ahnung. Sag du was!"

Wieder sah sie mich durchdringend an. Mehrere Minuten lang. Man fühlte die Gedanken in ihrem hübschen Kopf rasen. Genau wie mein Herz zum bersten pochte. Die Bedeutung des Momentes war zum greifen. Jetzt ging es um Alles? Dann geschah etwas was mich tief berührte, denn ich wusste um die Bedeutung der Geste in ihrer Kultur. Babette hatte es mir ausführlich erklärt. Lin senkte ihr Haupt, nahm meine Hand und legte diese in einer feierlichen Geste auf ihren Kopf. Mehrere Augenblicke lang. Dann sah sie mich wieder durchdringend an, wollte sehen ob ich diese Geste verstanden hätte. Natürlich hatte ich!

"Ich möchte Sorge für dich tragen!" Sagte ich festlich zur Bestätigung. "Und wie kann das im Alltag aussehen?" Hängte ich unsicher an.

"Das müssen wir probieren. Wir verbringen jetzt schon immer viel Zeit miteinander. Essen an einem Tisch, sitzen am Sofa zum Fernsehen, treiben uns in Baumärkten herum. Wie eine Familie, meist mit Babette zusammen. Es müsste gelingen Babette von dir zu entwöhnen. Mir macht es auch nichts wenn du bei ihr im Zimmer schläfst, denn ich weiss ja dass dort sonst nichts weiter läuft. Sie hätte es mir sofort erzählt. Wenn wir beide dann ein halbes Jahr später zusammen wären dann würde es sie immer noch treffen, aber sie könnte nichts dagegen sagen. Inzwischen müssten wir eben die wenigen privaten Momente gemeinsam nutzen die uns zusammen bleiben. So wie jetzt."

"Warum? Was ist jetzt?"

"Wir sind alleine. Und ich verzehre mich nach dir. Du hast alles was ich mir von einem Mann wünschen würde und ich wüsste gerne ob du mich auch körperlich so in deinen Bann ziehen kannst."

Wieder umarmten wir uns ganz feste. Nur dieses Mal liess ich meine Hände in ihrem Rücken wandern. In vollem Bewusstsein sie zu streicheln. Fühlte die kräftigen Träger eines Sport-BH im Rücken. Der musste so dimensioniert sein, der hatte im Alltag so einiges an Masse zu bändigen. Durfte nun offiziell in ihren schönen Haaren am Kopf wühlen.

Allerdings beließ ich meine Hände nicht wie sonst an den Schulterblättern. Oder in der Nierengegend wie beim Tanzen zum Abschlussball. Diesmal wanderte ich unendlich langsam weiter nach unten bis zu dem granatenmässigen Po. Betastete die harten Halbkugeln genüsslich, knetete vorsichtig daran. Lin stöhnte mir leise in meinen Mund hinein.

Denn wir küssten uns. Kein scheues Bussi wie bei Babette immer. Sondern ein richtig leidenschaftlicher Kuss. Mann und Frau. Mit Zunge, Atemnot und Speichel. Etwas irritierte mich: Diese Frau roch genau wie Babette, das Gesicht war verblüffend ähnlich, nur war es ein ganzes Stück tiefer wie sonst, denn ich musste trotz ihrer hohen Absätze meinen Kopf senken und mich weit hinab beugen. Lin nahm ihren Kopf weit in den Nacken zurück. Ihre dicken seidigen Haare streichelten über meinen Handrücken. Und die Stimmung knisterte vor feuriger Erotik.

Lin schmiegte sich an mich als wollte sie in meinen Körper hinein schlüpfen. Im Rücken raffte ich ihr dickes wollenes Strickkleid mit meinen Händen, beugte mich schließlich etwas zurück und zog ihr das Kleid über ihren Kopf, warf es auf den Esstisch. Lin unterstützte. Die langen offenen Haare wurden wild verwirbelt. Auch den BH konnte ich nicht lange an dessen Platz behalten, der musste einfach Weg! Trotz der im Verhältnis mächtigen Glocken sackten diese ohne Stützung kaum ab.

Lin streifte mir die Träger meiner Latzhose von den Schultern, die mir sogleich an die Füsse rutschte. Mein Pullover mit Werbeaufdruck der Firma war auch nur ein kurzes Hindernis. Dann umarmte ich sie sogleich wieder. Mit meinen Händen streifte ich großflächig über ihren schmalen Rücken, die kleinen Schultern. Alles war sehr gut durch die weiche straffe Haut hindurch zu erfühlen. Jeder kleine Muskel, ihre winzige Wirbelsäule.

Sie trug noch eine schwarze Feinstrumpfhose. Wegen der glitt ihr harter Po noch geschmeidiger durch meine lüsternen Hände. Lin wand sich vor, rieb sich an mir, streichelte mich im Gesicht. Durch die Strumpfhose fühlte ich die schmalen Bändchen eines knappen Tanga. Alles um uns herum wurde Nebensache. Es gab nur noch zwei Menschen auf diesem Planeten und ich fühlte mich endlich, nach den beiden Jahren des hoffens, des lügens zu Babette so nah am Ziel.

Zum ersten Male hielt ich eine erwachsene Frau in den Armen, fühlte nackte Haut auf der meinen. Ich meine mit Babette kuschelte ich auch viel und zumindest vom Körper her war sie ebenfalls Erwachsen, es lässt sich nicht bestreiten dass es angenehm war. Aber immer mit Nachthemd und Boxershort mit Shirt zwischen unseren Körpern. Keinerlei gezielte Griffe an deren Körper. Und einem sorgsam verborgenen Ständer. Nur ja das Mädchen nicht verschrecken!

Lin wurde von meinem Ständer nicht verschreckt. Im Gegenteil schien sie den als Kompliment aufzufassen. Rieb ihren festen Bauch daran, zeigte mir dass sie den wahrnahm. Denn sie machte mich an. Sie erweckte den Teufel in mir. Auf diese Frau hatte ich Bock, sehnte mich nach ihr. Wollte rein in sie! Babsi ist Süß und Nett. Diese Frau, Babettes Mutter ist die leibhaftige Sünde!

Keine Ahnung woher meine Vorliebe für zierliche Frauen kommt. Es gibt keinen Vorfall oder ein prägendes Erlebnis dafür. Selbst meine Mutter oder die weibliche Verwandschaft hat gut genährte mitteleuropäische Abmessungen, genau wie Babette. Normal anzusehen. Ist es also das exotisch wirkende?

In der Schule damals gab es in unserem Jahrgang drei oder vier Mädchen die meinem bevorzugten Klischee entsprachen. Sie alle betonten nach aussen hin schon früh das, was sie für Erwachsen hielten. Trugen schicke förmliche Kleider und sogar schon Schuhe mit etwas Absatz. Bei den Jungs orientierten sie sich nach Oben. Also zu denen mit Auto und die schon arbeiteten. War es das? Weil sie so unerreichbar schienen?

Genau wie Lin. Nie hätte ich gedacht jemals so eine Frau wie jetzt in den Armen zu halten. All meine unerfüllten Träume über all die Jahre schienen sich zu erfüllen. Ich kniff ihr nochmal in den strammen Po. Konnte das wirklich wahr sein? Lin zog mich sanft zu ihrem Schlafzimmer hinüber, ich stolperte aus der am Boden liegenden Hose heraus. Sie schloss die Türe hinter uns, das Licht blieb aus.

Lautes poltern am Boden, Lin zog ihre Stiefel aus und liess diese fallen. Danach leises rascheln wie sie ihre Strumpfhose und den Slip auszog. Auch ich zog noch schnell Socken und Shorts aus, blieb kurz mit dem Gummibund an meiner berstend hart abstehenden Latte hängen. Lin tastete in der Dunkelheit nach mir und führte mich ganz auf das Bett.

Ich lag auf dem Rücken und sie mit halber überdeckung auf mir. Eine ihrer harten Brüste drückte auf meinen Bauch, ihr Knie drückte leicht kreisend auf meinen harten Pimmel. Sie streichelte mich zärtlich im Gesicht, immer wieder erinnerte mich leichtes kratzen an ihre tollen echten Fingernägel. Ich betastete vor allem ihren gertenschlanken Rücken und den steinharten Po.

Ich hörte nur ihr hektisches Atmen. Mein Herz hämmerte gegen ihren aufliegenden Ellenbogen. Das war jetzt schon um Meilen weiter als ich mit Babette jemals erleben durfte. Nun war ich froh darum, denn ich empfand es so weniger als Betrug, denn Babette und ich waren nie körperlich vereint. Die Partnerschaft war quasi damit nicht Vollzogen. Klingt wie eine dumme Ausrede, ich beschwichtigte mein Gewissen damit.

Lin und ich lagen einfach nur da und streichelten uns ewig. Ich weiss nicht wie lange genau. Der Strassenlärm und sämtliche Fernseher in den Nebenwohnungen waren längst verstummt. Es wurde trotz der aufgeheizten Leiber und Stimmung langsam kalt. Die Müdigkeit forderte Tribut von dem unendlichen Stress der letzten Tage. So schliefen wir dann auch irgendwann ein. Einfach so.

Am Morgen, oder war es schon Vormittag, erwachte ich von Sonnenstrahlen in mein Gesicht, die Vorhänge hatten wir am Vorabend nicht mehr geschlossen. Und von einer sanft kraulenden Hand an meinem Beutel. Lin lag wieder oder immer noch halb seitlich auf mir. Lächelte mich an. Genau wie es Babette immer getan hatte. Das selbe liebliche Gesicht. Nur dass mich Babsi nie so vertraut oder gar intim berührt hätte. Lin knetete den Beutel, befühlte die halbstarre Morgenlatte.

"Du Lin, ich müsste mal kurz...!" Sie lächelte mich an. "Geh nur, ich war auch schon."

Es kostete Überwindung mich unter der warmen Decke von dem wärmenden Körper zu befreien. Kurz pullern. Pimmel und Achseln waschen. Im Schlafzimmer kurz den Heizkörper aufgedreht und schnell wieder unter die Decke gehuscht. Nun lag ich halb auf ihr, sie verschwand fast unter meinem Körper. Ich streichelte Lin an ihrer Vorderseite. Befühlte ihre eindrucksvollen Brüste, die auch im liegen beharrlich die Form behielten. Seltsamerweise liess sie alles zu, räkelte sich meiner Hand entgegen, nur so bald ich an ihren Bauch kam entwand sie sich oder blockierte unauffällig meine Hand.

Mehrmals wieder, ohne Zweifel. Selbst wenn ich es zur Kontrolle provozierte. Das machte mich eher noch neugieriger. Mit einem Ruck riss ich die Decke von unseren Körpern. Sie griff hektisch danach und wollte diese wieder auf ihren Bauch pressen. Weil die Decke nicht mehr greifbar für sie war legte sie sich die ausgebreiteten Hände auf den Bauch. "Nein nicht! Ich mag das nicht?"

"Warum nicht?" Ich sah an ihr hinab. Alles war nur traumhaft. Die schlanken Beine, das winzige konturierte Becken, die wunderschönen Hände, der kleine Schamhügel und der absolut haarfreie, fest zusammengepresste Pfirsich im Schritt. Ich sah absolut garnichts was mich irgendwie erschreckt hätte. Ausser sie wäre ein Ladyboy gewesen und ein Schwanz hätte mich begrüsst. Nichts davon. Einfach nur eine schöne Frau. Ich bekam einen leisen Verdacht.

Weil die Hände wie auf den Bauch zementiert schienen begann ich mich erstmal um ihre Brüste zu kümmern. Ich wusste ja noch nicht wie sich Brüste real anfühlen, die von Babsi hatten etwa ähnliche Ausmasse, prima passend zu ihrem leicht mopsigen Körperbau, die ich allerdings nur sehr flüchtig oder mal versehentlich berührt hatte. Durch das Nachthemd hindurch. Bei Lin wirkte es wegen ihrem schmächtigen Körperbau eher bombastisch.

Ich roch in Lins Achseln. Der betörende Körpergeruch nur ganz leicht schwitzig, Reste von verrauchtem Parfüm und Duft des Haarshampoos der überall umherwehenden langen Haare. Ich leckte den salzigen Geschmack seitlich von ihrem Hals und besann mich dann über ihren Körper zu küssen. Wobei ihre Oberarme bisschen im Weg waren.

Gleichzeitig drückte sie mit den Oberarmen auch ihre Brüste seitlich zusammen, was diese noch voller erscheinen liess. Deshalb saugte ich mich erstmal auf den eindrucksvollen Brüsten fest. Für meinen persönlichen Geschmack empfand ich die einen Tick zu hart. Aber dennoch unendlich aufregend. Ich küsste mich an ihren Rippen entlang, Lin stöhnte leise und für einen kleinen Moment vergass sie sich die Hände auf den Bauch zu pressen.

Mit dem Kinn drängelte ich mich zwischen ihre Arme hinein unter ihre Hände und bis sie merkte was ich vor hatte küsste ich sie direkt am Bauch. Dort bekam sie meinen Kopf auch nicht mehr weg, so sehr sie daran mit ihren Händen drückte. Nun spürte ich es an meinen Lippen. Eine harte breite Narbe quer über ihren ganzen Bauch, oberhalb des Schamhügels. Da also war Babette heraus gekommen? Oberhalb dieser mächtigen Narbe war die Haut sehr uneben. Sicher Dehnstreifen. Hatte ich bei meiner Mutter auch schon gesehen. Und schon? Dann nahm ich fest ihre dünnen Handgelenke, wegen meiner Körperkraft war es kein Problem ihre Arme seitlich zu drücken. Ich richtete meinen Oberkörper auf und sah sie direkt an.

"Nicht Mike, das ist nicht schön! Du sollst das nicht ansehen!" Lin wirkte knatschig. "Lin, ich kann wirklich nichts erkennen was mich stören würde!" Ich meinte das tatsächlich so. "Komm, das sagst du nur so! Ich kenne euch Männer schon." "Du kennst deinen Gatten, aber nicht mich. Wie schwer war damals Babette bei der Geburt?" "3800 Gramm. Ein kleines Monsterle."

"Und, wo hätte die rauskommen sollen? Durch dieses kleine Becken? Wo hätte die Platz haben sollen? Unter diesen schmalen Rippen? Eine asiatische Frau trägt ein europäisches Kind aus. Was erwartest du? Das muss alles nach vorne raus kommen! Selbst meine Mutter hat Streifen am Bauch und die ist das doppelte von dir."

"Echt? Denkst du wirklich so? Oder willst du nur schleimen?"

"Lin! Du hast eine wunderbare Tochter ausgetragen. Das alleine war es wert. Sie ist gut geraten und ohne sie hätten wir uns niemals kennen gelernt. Bei deinem leckeren Anblick habe ich alle anderen Gedanken als auf sowas zu achten. Es gehört dazu! Genau das sagt mir dass ich kein Pädo bin, das unterscheidet dich vom Mädchen und macht dich zur vollwertigen Frau."

"So wie du das sagst klingt es so natürlich?" Lin klang etwas versöhnlicher.

"Es ist absolut natürlich! Ich mag es." Und bevor sie weiter diskutieren konnte wälzte ich mich zwischen ihre Beine, drängelte meine Schultern zwischen ihre Oberschenkel und begann sie wieder ausgiebig am Bauch zu küssen. Erst verkrampfte sie noch etwas, dann langsam wurde alles weicher, sie schmiegte sich zunehmend mir entgegen. Und irgendwann kraulte sie sogar mit ihren zarten Fingern meinen Hinterkopf.

Ich war eine ganze Zeit dort mit meinem Mund am Bauch beschäftigt. Mit voller Absicht, um ihr zu demonstrieren das mich das nicht im geringsten störte. Bis ich etwas roch. Was ich nicht kannte. Das roch nicht nach Parfüm. Aber auch nicht nach Toilette. Etwas betörendes, durchaus etwas ähnlich zum Eigengeruch aus ihren Achseln, nur einen Hauch strenger. Ich wurde auch da neugieriger. Weitete meinen Aktionsradius mit dem Mund immer weiter aus. Über die kleinen harten Beckenschaufeln, über den haarlosen Schamhügel und die strammen Oberschenkel. Der Geruch kam eindeutig aus ihrem Schritt!

Lin wand sich inzwischen sehr wohlig und schien alle Vorbehalte fallen gelassen zu haben. Sie nahm es einfach hin wie ich sie erkunden wollte. Meine unbändige Neugierde zwang mich immer weiter zwischen ihre Beine hinein. Lin wehrte nicht ab. Im Gegenteil legte sie sogar ihre Oberschenkel über meine Schultern. Wenn das keine Einladung ist?

Wie ich mich mit dem Mund auf dem festen Pfirsich festsaugte erschauerte sie fühlbar am ganzen Körper. Sie kraulte nun nicht mehr in meinen Haaren, sondern führte meinen Kopf seitlich sehr gezielt. Eindeutiger geht es nicht mehr? Der Geruch wurde stetig eindringlicher. Wie ich mit der Zunge von unten vom Damm her über die geschlossenen Labien leckte war die Quelle schnell ausgemacht: Unten zum Anus hin trat ein kleines Rinnsal aus der Ritze und versickerte zwischen den Pobacken. Wie ich mit der Zunge darüber leckte, etwas Feuchte in mich auf nahm deckte sich das genau mit dem Geruch. Toll! Ihr Körpersaft! Und ich war total aufgeregt.

Lin lag einfach da und liess mich in aller Ruhe erkunden. Schien es nicht nur zu wollen, sondern auch noch zu geniessen. Nachdem sie ihre kindischen Hemmungen wegen ihrem Bauch offensichtlich vergessen hatte. Ich hatte bis dahin kaum Ahnung von Frauen. Lin stellte keinerlei Ansprüche. Liess mich einfach machen. Es war nicht nur total aufregend, sondern nahm mir auch viel Last von den Schultern, weil kein Erfolgsdruck aufkam. Etwas anderes hätte ich von Babette auch nie erwartet, die jedoch blockte immer schon vorsorglich ab noch bevor es ansatzweise zu irgendwas hätte kommen können. Diese Frau hingegen ermunterte mich.

Nun kümmerte ich mich genauso ausgiebig wie um den Bauch auch um ihren Schritt. Ich hatte alle Zeit der Welt und auch Lin ließ nicht die geringste Eile vermuten. Machmal presste sie ihre Oberschenkel um meinen Kopf zusammen oder krallte ihre langen Fingernägel in meine Ohren. Ich versuchte mir zu merken wobei ihre Reaktionen am heftigsten ausfielen. Irgendwann kam ich auch nicht mehr drum rum, wenn ich mehr von ihr sehen und schmecken wollte müsste ich die Büchse öffnen.

Es brauchte kräftigen zug beider Daumen um den Pfirsich zu teilen. Ein bemerkenswerter Schwall an betörendem Geruch und Körpersäften empfingen meine Zunge. Ich begann gierig zu lecken und den reichlichen Saft in mir aufzunehmen. Nun wurde Lin sogar richtig hörbar. Zuvor blieb es ein lautes atmen, nun stöhnte sie eindeutig. Ihre Hände begannen unkoordiniert an meinem Kopf zu zerren, aber eindeutig näher zu sich hin.

Die kleinen Schamlippen waren winzig, nur dunkle weiche Hautlappen die der Zunge keinerlei Widerstand boten, im flinken Schlag der Zunge wie Schneeflocken umher wirbelten. Ich stülpte meinen Mund darüber und begann kräftig zu nuckeln. Eigentlich um mehr Saft aus der Ritze aufnehmen zu können, ich liebte den Geschmack. Lin zuckte tief aus dem Bauch heraus und gab keuchende Laute von sich. Es wurde nicht mehr Saft. Vielleicht etwas sammeln lassen? So wie man Speichel im Mund sammeln muss?

Mit der Zungenspitze folgte ich den kleinen Hautläppchen nach oben bis zu einem rosa festen Knubbel. Der bot festen Gegendruck, darüber konnte man die Zungenspitze herrlich flitzen lassen. Ich tat es, einfach weil es Spaß machte.

Und plötzlich explodierte die Frau! Wie eine Fliegerbombe im Kriegsfilm. Sie drückte sich meinen Kopf mit Gewalt in den Schritt, fixierte den mit Schraubstockgriff der dünnen Oberschenkel. Mir wurde die Luft genommen. Ihre Fersen trommelten wild in meinen Rücken. Sie wand sich mit mir zusammen wie ein Krokodil bei der Todesrolle, sie drehte mich scheinbar mühelos auf meinen Rücken. Ihr Bauch krampfte mehrfach und nun bekam ich was zu trinken, denn ein grober Schwall an Saft wurde aus ihr gedrückt. Ich wusste es war ein Orgasmus bei ihr. Aber so brutal heftig? So lange anhaltend? Ich musste mich nachdrücklich halb unter ihr befreien, denn mir wurde tatsächlich die Luft knapp. Sie kniete auf allen vieren und ich rappelte mich auf den Schultern unter ihr hervor.

Lin atmete heftigst. Obwohl sie tief einzog schien es noch nicht genug zu sein. Ich hockte mich mit untergeschlagenen Beinen seitlich neben sie und kraulte besorgt ihren Kopf. Die langen Haare waren total struppig, wie elektrisch aufgeladen und hingen nach vorne über auf das Kopfkissen. Nach ein paar Minuten drehte sie ihren Kopf und grinste mich Frech an. "Wow! Was soll ich sagen ausser Wow! Gut dass Babette das nie von dir kennenlernte."

Ich schubste sie um, dass sie auf dem Rücken landete. "Bitte rede jetzt nicht von Babette. Das macht es für mich nicht einfacher."

"Klar. Bitte entschuldige!"

Ich kuschelte mich neben sie. Nun schritt sie nicht mehr ein wie ich sie ausgiebig an ihrem Bauch streichelte. Voll mit Absicht. Konfrontationstherapie. Meine Latte war immer noch berstend gespannt. Wie sie ihre Atmung in den Griff brachte erwachte der Schalk in ihr. Sie sah unternehmungslustig an mir hinab. Natürlich sah man meine Latte geradewegs abstehen. Bei ihr musste ich das nicht krampfhaft verbergen.

Lin rollte mich ihrerseits auf meinen Rücken und mit einer flinken Bewegung kauerte sie über mir. Stellte mit einer Hand meinen Pimmel auf, zog sich die Eichel paarmal durch die nasse Spalte und gab dann Druck. Auf Anhieb kam ich nicht in sie. Sie musste mehrfach ihr Becken anheben und mit steigendem Druck absenken. Manchmal verzog sie dabei etwas ihr Gesicht. Aber was sollte ich machen? Sie hatte es buchstäblich selbst in der Hand.

Irgendwann war ich dann doch in ihr, zumindest weitgehend und ihr schönes Gesicht entspannte sich. Sie stand mit aufgerichtetem Oberkörper auf ihren Knien, knetete sich mit den Händen von unten her greifend ihre üppigen Brüste und sah mich an. "Endlich sind wir vereint! Ist es schön für dich?"

"Schön? Ein Traum wird wahr. Oder schlafe ich noch und es ist tatsächlich ein Traum?"

Lin lachte herzlich. "Nein Mike, es ist schon ziemlich real und ich habe dich gerne in mir. Ich mag dich echt und du machst mich total an. Du machst Appetit auf so viel mehr!"

"Auch auf heiraten?" Fragte ich schelmisch.

Nun lachte sie noch lauter, so dass ihre Muschi um meinen Pfahl herum zuckte. "Ich bin noch nichtmal geschieden. Wie sollte ich dann an heiraten denken? Lass uns einen Schritt nach dem anderen gehen und ich finde das ist schonmal ein wunderbarer Anfang?"

Lin begann mit vorsichtigen reitenden Bewegungen. Man merkte ihr an dass sie wartete bis sich das Ding in ihrem engen Bauch etwas setzte. Dann wurden ihre Bewegungen energischer. Leider nicht sehr lange. Denn der Reiz war für mich sowas von Brutal! Knalleng, angenehm warm, mehr als glitschig und vor allem nicht die eigene Hand!

Dazu der Anblick, wie sie sich hoch aufgerichtet die eigenen Höcker knetete. Kurz - es blieb kurz. Ich spritzte schon wenige Augenblicke später in sie ab. Einfach so. Es war kein erkennbarer Höhepunkt, dazu war es viel zu kurz. Ich war selber überrascht. Und bedauerte die Geschwindigkeit. Jetzt durfte ich schonmal eine Frau poppen, noch dazu meine absolute Traumfrau und dann das! Mein Pimmel wurde schnell weicher und weil sie so eng ist knickte er entsprechend schnell ab. Das war es mit reiten.

Lin lächelte einfach nur. Süß. Nicht hämisch oder so. Sie blieb auf mir, rückte höher und beugte ihren Oberkörper. Wie ihre Lippen auf meinen Mund trafen bekam ich doch noch einen glücklichen Schauer am ganzen Körper. Sie blieb lange auf mir kauern, wurde auf meinem Brustkorb bei jedem Atemzug aufgehoben und abgesenkt. Kein Problem bei ihrem Gewicht wie ein Floh. Und wir küssten uns und schmusten. Ewig! Sicher noch bis Mittag. Da bekam ich tatsächlich den Eindruck dass sie mich wirklich mochte. So liebevoll wie sie das tat. Küssen und schmusen wie ein echtes Liebespaar.

Mittags kochte sie etwas auf die schnelle im Wok, nackt wie sie war, nur mit zierlichen und leicht höheren Pantoletten an den Füssen. Die langen Haare total zerwühlt kreuz und quer am Rücken. Göttlich! Ihr toller Anblick und es schmeckte Göttlich. Im Schritt regte sich bei ihrem Anblick bereits wieder mein Pimmel. Zuerst überlegten wir was wir unternehmen wollten bei dem schönen Wetter draussen, landeten dann doch wieder im Bett wie sie meinen abstehenden Schwanz musterte.

Ich kann es drehen und wenden wie ich will, aber in dieser Frau werde ich es wohl nie lange aushalten. Ich nahm sie Missionar. Glücklicherweise reichte es gerade eben so dass sie auch noch kommen konnte. Hoffentlich musste sie mir nichts vorspielen. Aber für mich war es ein Wahnsinnshöhepunkt. Ein Vorgeschmack auf das was noch folgen könnte? Nun war ich nicht nur hoffnungslos verknallt in diese Frau, ich war ihr restlos verfallen!

Danach massierte sie mich sehr liebevoll. Hockte auf meinem Po, streichelte meinen Rücken und massierte sanft. Ich kann das natürlich nicht so gut wie sie, revancierte mich nochmal ausgiebig mit meinem Mund in ihrem Schritt. Ihr Orgasmus war kaum weniger explosiv wie am Morgen. Weil wir nun beide erschöpft waren, dennoch einfach nicht voneinander lassen konnten schmusten wir weiter, noch bis spät in die Nacht. Lagen und räkelten uns in unserem von Körpersäften versudelten Bettlaken bis wir spät einschliefen.

Am Sonntag Morgen wollte ich eigentlich nur in aller Ruhe ihren wunderschönen Körper mit meinen Händen erkunden. Tat das eine ganze Weile. Ergötzte mich an ihren makellosen Beinen, an den kleinen Füsschen, dem steinharten Po. Streichelte ihren schmalen Rücken und ihre langen Haare waren inzwischen zum Besen zerwühlt. Ich konnte von dieser wunderbaren Frau einfach nicht genug bekommen. Nur durch ihren Anblick, durch mein Gefühl in den Händen stand mein Pimmel bald wieder auf.

Wie Lin vom streicheln scheinbar genug hatte und wieder entsprechend aufgeheizt war hockte sie sich vor mich auf alle viere, auf Knie und Ellenbogen, kreiste verführerisch mit ihrem Po. Es war sowas von eindeutig was sie wünschte. Diesmal war ich alleine zuständig fürs einführen, sie drückte einfach ihr Becken dagegen. Ich nahm mir deutlich mehr Zeit wie sie selber, erhöhte nur sehr langsam meinen Druck, bis ich ganz, also nicht ganz aber doch zumindest weitgehend in ihr drin steckte. Alleine das schon sprengte fast mein geistiges Fassungsvermögen. Ein witziger Nebeneffekt: Mein Pimmel hat nur europäische Durchschnittsmaße. Jedoch bei Lin wirkt es als wäre er riesig! Als müsste ich damit aufpassen sie nicht zu erdolchen.

Ich kniete also hinter ihr, hatte meine Hände an ihrem schmalen Becken, bewunderte den knackigen Po und den biegsamen Rücken. Fing an so ganz sanft in sie hinein zu stossen, versuchte herauszufinden wie ich den enormen Reiz für mich möglichst niedrig halten könnte um nicht sofort wieder abzuspritzen. Vielleicht müsste ich mich etwas hinab beugen und versuchen ihr mit einer Hand etwas an ihrer Muschi spielen? Vielleicht reichte es dann wieder für Gleichzeitig? Diese Frau sollte es gut haben mit mir! Sie soll überzeugt sein dass ich der richtige für sie wäre. Während ich so überlegte schob ich mein Rohr langsam und genüsslich in den knallengen Unterleib.

Plötzlich, ohne jegliche Vorwarnung stand sie da. Babette. Sonntag früher Morgen, Lin und ich bumsten gerade, frisch aufgewacht und von der ersten Leidenschaft des Tages überrollt. In der Türe, keine 2 Meter von uns. "Huhuuu! Papa ist ein Arsch! Ich bin jetzt schon wieder da!" Unsere Köpfe fuhren panisch herum. Babette brauchte erkennbar mehrere Augenblicke um das Gesehene tatsächlich zu begreifen. Ihre Gesichtszüge entgleisten komplett.

Denn Babette erwischte mich mit ihrer Mutter beim bumsen. Wahrscheinlich sah sie es nicht direkt, nur meine unbekleidete Rückseite, aber die Situation, die eindeutige Körperhaltung ihrer Mutter und die fischigen Gerüche im Zimmer liessen eigentlich nur einen Schluss zu. Bis eben noch, denn mein Schwanz schrumpfte schlagartig ein. Babsi erstarrte vor Schreck zur Salzsäule. Dieser ungläubig staunende, entsetzte Blick! Sie stand vielleicht nur 20 oder 30 Sekunden da mit offenem Mund, mir kam es vor wie Stunden. Ich steckte mit meinem Harten, pardon, inzwischen recht Weichen doggy in ihrer Mutter drin. Beide Nackt. Auf dem Bett. Was sollte man da noch beschwichtigen? Ich wollte bei deiner Mama nur mal Fiebermessen?

Babette rannte raus. Schlug in ihrer Eile in der neuen Wohnung mehrfach mit dem Helm und dem Rucksack abwechselnd gegen Möbel, dann knallte die Türe. Kurz darauf bellte im Hof unten der aggressive Zweitakter auf. Mist, warum hatte ich den vorher nicht kommen hören? Weil ich zu sehr mit meinem eigenen kommen beschäftigt war?

Lin saß mit untergeschlagenen Beinen seitlich auf der Matratze und sah mich schockiert an. "Und jetzt?" Nun war diese Frage berechtigt.

Wir schickten beide SMS an Babette. Anrufe nahm sie nicht an. Nach vielleicht einer Stunde kam eine bissige Antwort: >Bin bei Papa. Ihr braucht nicht mehr auf mich zu warten. Euch wird bestimmt nicht langweilig ohne mich.<

In diesem Moment brauchten wir einander mehr denn je zuvor. Wir kuschelten uns Löffelchen aneinander, deckten uns zu und hingen lange besorgt unseren Gedanken nach. Es dauerte sicher eine oder zwei Wochen bis wir registrierten dass wir nun unsere Leben nur für uns teilen konnten. Denn Babette war nicht mehr zu erreichen. Sie blockte unsere Nummern. Und der Vater vermittelte uns nicht weiter.

Für mich war es weniger hart, denn mir wurde einerseits eine Last von den Schultern genommen und ich hatte ja meine Traumfrau an der Seite. So konnte ich all meine Liebe und Energie darauf verwenden Lin zu trösten und ihren Blick auf unsere gemeinsame Zukunft zu lenken. Denn es meldete sich der Anwalt von Babettes Vater, der Lin die moralische Befähigung zur Erziehung der Tochter absprach und das alleinige Sorgerecht einforderte.

Erst nach vielleicht weiteren 2 Monaten wurden wir wieder Intim miteinander, wie sich Lin langsam mit der nicht-Beziehung zu Babette zum arrangieren begann. Mir war das egal, denn ich war warten von Babette her ja gewohnt. Lin hielt mir meine fürsorgliche Geduld zugute und dankte es mir mit unglaublicher Hingabe.

Nach anfänglicher Trauer taute Lin nur langsam auf. Für sie musste es sich wie eine zweite Scheidung angefühlt haben, vielleicht noch schlimmer, denn Babette liebte sie eindeutig mehr wie ihren Ex-Gatten. Trotzdem fanden wir in einen harmonischen Alltag. Meine Eltern wechselten tatsächlich in das kleinere Appartement. Ich offiziell auf dem Papier auch. Inoffiziell wohnte ich mit Lin zusammen. Sie machte mir nie einen Vorwurf wegen Babette. Im Grunde waren wir beide Schuld. Lin trauerte nur sehr viel mehr, für mich war es eher Erleichterung.

Ein paar Jahre führten wir eine harmonische Partnerschaft, obwohl wir von aussen mit reichlichen Vorurteilen überschüttet wurden. Oft auch Neid und Missgunst. Wie ich auf die Meisterschule als Abendschule ging unterstützte mich Lin sehr, mit Geduld wegen vier Abenden pro Woche nebst zwei Samstagen im Monat in der Schule und beim lernen zuhause.

Vor allem die Fächer Betriebsführung, Wirtschaftsrecht, Ausbildung der Ausbilder und Buchführung sog sie wie ein Schwamm in sich auf. Das half mir ausserordentlich, mit jemandem der Interesse zeigte so ausgiebig zu üben. Wir machten dutzende alte Prüfungsbögen und korrigierten dann Gegenseitig. Sie hätte die Meisterprüfung in der Theorie sicher ebenfalls bestanden, in einer fremden Sprache. Lin ist wirklich nicht dumm, schade dass sie nie die Gelegenheit einer weiterführenden Schule hatte. Das ist wohl die eigentliche Ungerechtigkeit auf dieser Erde?

Fortan flogen wir jährlich gemeinsam in den Urlaub, mein Gehalt reichte locker. Natürlich Asien. Mit Lin machte ich meine erste Fernreise im Leben. Erst schon der Abflug am Flughafen war total amüsant: Die Mitreisenden! Ein paar wenige offensichtliche Geschäftsmänner. Meistens vorne, Businessclass. Ein paar schmuddelige Aussteigerpärchen, die typischen Rucksacktouristen. Wenige gemischte Paare, meistens älterer weisser Mann und jüngere asiatische Frau. Der weit überwiegende Anteil alleinreisende Männer die verzweifelt wie Geschäftsmänner wirken wollten und ihre gierige Vorfreude nur mühsam unterdrücken konnten, das merkte man daran wie sie Lin zu jeder Gelegenheit anstierten. Sie nahm es gelassen, rückte mir ein wenig näher um Zugehörigkeiten zu demonstrieren.

Später erst fuhren zweimal meine Eltern mit, wie sie merkten dass es mit Lin trotzdem was ernstes war und mir das mit Babette verziehen hatten. Ich hätte sie nicht anlügen können, denn sie trafen immer wieder mal einen meiner alten Kumpels, unser Dorf hatte nur 9ooo Einwohner. Auch sie fanden es grossen Mist was ich fabriziert hatte, so hätten sie mich nicht erzogen.

Asien ist für Mitteleuropäer wie ein grosses Wunderland. Wärme, schönste Landschaft, freundliche unkomplizierte und vor allem gelassene Menschen. Du wirst weich aufgefangen und mitgenommen. Alles in sanftem Fluss. Meistens funktioniert der Alltag, wenn nicht wird gelächelt und funktionierend gemacht. Eveliting no Pompem - Mai bpen rai! Schwieriger war Anfangs weil noch so unglaublich viele Frauen von Lins Kaliber umher liefen. Ich wusste nicht wo ich zuerst hinsehen - oder besser wie ich meine Blicke im Zaum halten sollte.

Zuhause sahen mich Frauen kaum mit dem Arsch an, weil ich so schüchtern war. Hier plötzlich schien mich jede anzulächeln und wenigstens kurz mal mit mir quatschen zu wollen. Nix verstehen? Egal, sie quatschen trotzdem. Und lächeln. Lin achtete plötzlich richtig auffallend darauf dass ich keinen Schritt mehr alleine draussen unternahm. Obwohl ich sie wirklich liebte! Und wieder schmiegte sie sich seitlich an mich. Besitzstände klarstellen. Vor allem wenn klar wurde dass ich kein typischer Sextourist war. Dazu fehlten mir vermutlich noch 30 Lebensjahre?

Zur Scheidung paar Jahre später schickte Lin nur einen Anwalt, liess sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen. Das Sorgerecht stand nicht mehr zur Debatte da Babette inzwischen Volljährig war. Unterhalt auch nicht, bei Lin wäre wenig zu holen gewesen. Mein Gehalt zählte ja nicht dazu da wir nicht verheiratet waren und auf dem Papier wegen ihrer geförderten Wohnung leider auch nicht offiziell zusammen wohnen durften.

Es schien eh als läge ein Fluch über unserer Beziehung. Wir liebten uns wirklich sehr! Man merkte das auch an den stillen Kleinigkeiten im Alltag. Wir versuchten immer gemeinsam nach Vorne zu sehen. Dennoch wurde es stetig schwieriger es aufrecht zu erhalten. Lag es an unserem Altersunterschied? Ganz sicher nicht. Dennoch gärte es im Hintergrund, wie eine eitrige Geschwulst.

>>>Unterbrechung durch die Autorin: An dieser Stelle stockte Mike neben mir mit seiner Erzählung und kämpfte gegen einen Weinkrampf. Mike und ich (die Autorin) sassen am Rande der Weihnachtsfeier des Segelclubs am Fenster des Clubhauses. Wir starrten beide nach draussen. Kein Schnee, aber der Seerand hatte vielleicht auf 3 Meter breite dünnes Eis über dem Kies angesetzt.

Ich (die Autorin) war Sprachlos. Auch peinlich berührt, denn für meinen Geschmack waren Mikes Ausführungen viel zu Privat gewesen. Sowas erzählt man nicht einer Frau aus dem Segelclub. Was wollte er damit bezwecken? Sich profilieren? Doch Mitleids-Sex? Wichtig machen? Aber wenn er auf dünne Frauen steht bin ich sicher nicht sein Typ. Ich sah mich um ob ich mich jetzt unauffällig verpissen könnte. Mike versank in seiner Trauer. Zu viel Glühwein verstärkte seine Sentimentalität. Der Rest ist mit meinen eigenen Worten schneller zusammen gefasst:

Babette blieb ganz bei ihrem Vater. Keine Ahnung wo der genau wohnt. Mike und Lin sahen Babette erstmal nicht wieder. Sein Moped auch nicht mehr, das empfand er wohl als gerechte Strafe. Später sah man Babette angeblich öfter mit Fred zusammen abhängen. Keine Ahnung was daraus wurde.

Mike war zur Weihnachtsfeier 29 und hatte als Meister inzwischen einen eigenen kleinen Handwerksbetrieb. Ein Mann, eine Garage und einen Lieferwagen. Die Beziehung mit Lin hielt damals nicht. Das Problem war ihre extreme Attraktivität und sein mangelndes Vertrauen in sie. Deswegen dass er nur durch einen Betrug, einen eklatanten Vertrauensbruch mit ihr zusammen kam konnte er nie wirklich echt an sie Glauben. Er wurde Eifersüchtig. Eben weil er keinen Grund dazu gehabt hätte hat Lin ihn irgendwann nach 7 oder 8 Jahren weg geschickt. Wie man hört blieb sie alleine. Das traf Mike um so härter, weil sich damit seine Eifersucht doppelt unbegründet erweist.

"Mike, wie lange ist das jetzt her mit der Trennung?" Fragte ich nicht aus Interesse, sondern aus Höflichkeit.

"Keine Ahnung. Vielleicht 2 oder 3 Jahre. Auch schon egal, denn jeder Tag im Leben ohne Lin ist ein vergeudeter Tag."

Er triefte vor Selbstmitleid. Ich war etwas angepisst, der ganze Abend versaut. Nach 2 oder 3 Jahren sollte man eine Trennung akzeptiert haben? Auch im Suff. Mike leidet anscheinend mehrfach unter dem Verlust. Er hat seine ganz grosse Liebe verloren. Aus eigener Dummheit. Er hat seine beste Freundin verloren, die er je hatte. Aus Dummheit. Auch in der damaligen Clique hatte er verschissen, sie nahmen Babette in Schutz, sie gehörte zu Ihnen. Das Moped ist ihm egal. Das Problem: Babette und Lin hatten seinerzeit die menschliche Messlatte derart hoch gelegt dass nie wieder eine Frau da heran kommen wird. Dazu ist seine alte Schüchternheit wieder da. Inzwischen stotterte er manchmal. Die Psyche.

Im Grunde alles sein Problem. Selber Schuld. Ich wollte nach Hause. Überlegte wer von den Gästen noch am wenigsten getrunken hatte und mich mitnehmen könnte. Der letzte Bus war längst durch. Und jetzt? Um mal die beliebte Frage von Lin zu verwenden?

Eigentlich ist diese Geschichte jetzt hier zuende. Weihnachtsfeier rum, alle besoffen und voll gefressen, Stühle hoch und ausfegen, Polizeikontrolle, Führerschein auslagern. Same Procedure as every Year, James. Oder könnte es sein. Wäre sie auch gewesen. Wenn nicht noch jemand anderes, vielleicht eine höhere Macht da irgendwie mitgemischt hätte.

Im Winter ist es immer furchtbar langweilig. Zumindest geht es mir so. Wenn es wenigstens echter Winter wäre dann könnte man Eis- oder Langlaufen. Durch knirschenden Schnee stapfen. Und so? Nässe. Nebel. Schlamm und Baatz überall. Wochenlang kein einziger Sonnenstrahl. Wie sollte man da nicht depressiv werden? Man telefoniert ständig verzweifelt herum ob nicht irgend einer Freundin was einfällt. Frisst sich durch Kaffees hindurch.

Ingrid kam mit einem asiatischen Kochkurs daher. Sechs Abende in der Volkshochschule. Im Keller der Realschule im Nachbarort. Passt schon. Jetzt haben wir Nordic Walking und einen Computer- Grundkurs schon durch, dann geht das auch noch. Hauptsache Gaudi und feste Termine.

Donnerstag Abend sammelte Ingrid uns reihum ein, wir waren zu dritt. Jede hatte einen Korb mit rohen Lebensmitteln dabei, nach Anweisung des Kursprogrammes. Ich selber kenne die Schule von früher, ging dort selbst mal 4 Jahre lang hin. War erstaunt wie wenig sich verändert hatte. Sogar die eine oder andere Edding-Schmiererei war noch in den Kleiderschränken zu finden. Im Keller gibt es neben dem Handwerksraum, einem Fotolabor und dem Schreibmaschinensaal auch eine Schulküche mit 12 Herden. Selbst heute noch, etwas antiquiert inzwischen.

Die Kursleiterin war eine kleine Asiatin. Klar, sowas ist zu erwarten. Als erstes fiel ihre gewandte Sprache auf. Prima, erleichtert alles. Und vielleicht im Verhältnis zum restlichen Körper etwas zu groß geratene Melonen? Egal. Männer waren eh keine Anwesend. Sie stellte sich vor, schrieb ihren Namen an die Tafel. Yuwathida Sopranong. "Aber nennen sie mich bitte Lin!" Fügte sie mit einem bezaubernden Lächeln an und kritzelte auch ihren Spitznamen daneben.

Die Weihnachtsgeschichte wäre längst vergessen, ich tat es damals ab als sentimentalen Ausbruch eines armen Säufers. Aber da war doch was? Langsam dämmerte es. Ich würde Mike wahrscheinlich erst um Ostern herum wieder sehen zum traditionellen einwassern der Boote um ihn danach zu fragen. Dennoch wurde ich Neugierig.

Der Kurs war durchgängig interessant und spassig. Besser wie fernsehen. Es gab genügend freie Herde dass fast jede ihren eigenen Wok oder Pfanne auf der Herdplatte schmurgeln hatte. Die Kursleiterin ging durch die Reihen und gab Tips. Wie sie bei mir stand konnte ich meine Neugierde nicht mehr zügeln.

"Sie sind Lin?" "Ja, steht vorne an der Tafel." "Haben sie eine Tochter? Babette?" Ingrid neben mir beobachtete mich. Plötzlich wurde die kleine Frau sehr traurig und misstrauisch. "Hatte ich, ja. Warum?"

"Nur so. Reine Neugierde. Sonst nichts." Hatte Mike am Ende doch nicht nur Bullshit erzählt um sich wichtig zu machen?

Lin ging total nachdenklich weiter. Ihre Laune war sichtlich im Keller und ich hatte etwas schlechtes Gewissen. Meine Freundinnen fragten mich bei der Heimfahrt noch total verwundert was denn in mich gefahren wäre dass ich die arme Kursleiterin so verschreckt hätte? "Lange Geschichte!" Redete ich mich raus. Würden sie mir eh nicht glauben.

Auch das war noch nicht Zuende. Am zweiten Abend kam Lin zu mir an den Herd. "Warum hatten sie eigentlich gefragt? Kennen sie Babette?"

"Nein, leider nicht. Aber ich kenne Mike vom Segelverein." "Oh, Mike!" Sie wirkte eher erfreut als erstaunt. "Wie geht es ihm denn?"

"Das weiss ich nicht so genau. Ich habe nur im Sommer Kontakt zu ihm. Manchmal macht er einen etwas traurigen Eindruck. Ich werde ihn vermutlich erst Ostern herum zum Saisonstart wieder sehen."

"Das macht nichts. Ich war nur Neugierig. Hat er ein Boot? Wissen sie wie sein Boot heisst? Nur falls ich mich mal versehentlich dorthin verlaufen sollte?"

Ich überlegte angestrengt. Eine 22-er Jolle. "Babsi steht drauf, oder so. Glaube ich."

Lin grinste breit und zeigte eine makellose reinweisse Zahnreihe. Sie schnupperte an meiner Pfanne. "Ich würde vielleicht noch einen Hauch Curry nehmen." Dann ging sie weiter zu Ingrid. Diesmal eher fröhlich gelaunt. Der Rest der Kursabende verlief heiter und unspektakulär, deshalb hatte ich auch das bald wieder vergessen.

Bis Ostern. Jeder schuftet da irgendwie an einem Boot, es ist ein ziemliches Wooling auf dem Clubgelände. Ein Autokran hebt Rümpfe ins Wasser, Masten werden gestellt. Anweisungen gebrüllt, Hochdruckreiniger zischen und brummen. So eigentlich bekommt man selten mit was um einen herum vorgeht. Aus den Augenwinkeln sah ich eher zufällig wie Lin langsam durch das Gelände schlenderte. Sie trug ein enges längeres Kleid, ziemlich hohe Stiefel und eine flauschige Jacke, die langen Haare am Rücken zu einen Zopf geflochten.

Ich erkannte sie sogleich, denn sie fällt auf. Vor allem bei Männern. Weil sie eher klein ist aber einen sehr aufrechten, stolzen Gang hat. Verblüffend: Diese Frau war etwa in meinem Alter, so grob Ende 40 oder ging vielleicht so langsam auf die 50 zu. Der optische Unterschied zwischen uns könnte nicht grösser sein! Durch ihre dynamischen Bewegungen und ihr Auftreten wirkte sie immer noch wie eine junge Frau. Ich orientierte mich kurz, winkte hektisch um ihre Aufmerksamkeit zu haschen, zeigte dann mit dem Finger zum zweiten Steg hin. Sie grüsste mich mit einer freundlichen Handbewegung. Natürlich war meine Neugierde geweckt! Ich sah ihr nach.

Auf dem schwankenden Schwimmsteg ging sie bewusst nur auf den Zehenspitzen um ihre dünnen Absätze nicht zwischen den Planken zu ruinieren. Zuerst blickte sie noch suchend umher, steuerte dann gezielt auf ein ganz bestimmtes Boot zu. Etliche weitere Blicke folgten ihr.

Mike war beschäftigt, wie alle anderen auch, mit dem aufwendigen Maststellen seines Bootes. Er ist noch nicht so lange dabei und muss deshalb jeden Handgriff sehr bewusst ausführen. Bekam nicht mit wie sie auf Zehenspitzen tapsend plötzlich neben seinem Boot stand. Ich hörte nicht was gesprochen wurde, ich würde es eher aus den Mundbewegungen und ihrer Körpersprache heraus vermuten.

"Hallo Mike!" Sagte sie schüchtern.

Es riss Mike herum. Er starrte sie mit geweiteten Augen und offenem Munde an als wäre ihm der Heiland erschienen. "Lin!" Und nach einer Pause in der er sich sammelte: "W..w..wie kommst d..d..du denn hier her?"

Aus der Entfernung sah ich wie Lin mit dem Arm auf mich deutete. Ich winkte auch Mike. Sein fassungsloses Gesicht konnte ich wegen meiner neuen Brille gerade so erkennen. Sie stand noch eine Weile am Steg, sah ihm zu wie er die restlichen Drahtseile verschraubte. Wahrscheinlich unterhielten sie sich dabei. Dann bat er sie auf sein Boot.

Lin ist wahrscheinlich die einzige Frau in Deutschland die jemals mit HighHeels ein Segelboot betreten durfte. Normal eine Todsünde. Mike reichte ihr eine dicke Daunenjacke, die ihr so groß war dass sie diese fast als Mantel nehmen konnte. So saß auch ihre Schwimmweste halbwegs stramm, die ihr als zweites gereicht wurde. Das nächste wäre wohl eine Kindergrösse aus der Jugendabteilung gewesen?

Mike zog paarmal am Seil des Aussenborders und er war tatsächlich der erste in der neuen Saison der auf das Wasser hinaus fuhr. Zumindest in unserem Verein. Die Segel hatte er noch garnicht aus seinem Kofferraum geholt. Aber es gab eh kaum Wind. Ich vermute dass die beiden viel zu reden hätten? Und das nicht vor den neugierigen Anderen tun wollten.

Fortan sah man Lin sehr viel häufiger bei uns auf dem Clubgelände, sehr zur Freude der restlichen Männer. Weil Mike inzwischen auch wieder Segel an seinem Boot hatte waren sie öfter zusammen am See unterwegs. Ohne HighHeels, mit Sportschuhen hat sie wirklich eine sehr mädchenhafte Erscheinung. Lustig, denn Mike ist ein sehr stämmiger, athletischer Mann. Würde mir auch gefallen, wenn ich nicht seine Mutter sein könnte.

Zum Quatschen kam ich mit Mike erst wieder zum Sommerfest, wo er mir glücklicherweise nüchtern erzählte dass für das nächste Wochenende ein Überraschungsbesuch geplant sei. Er hatte über die Eltern von Fred den Wohnort von Babette heraus bekommen. Fred und Babette hätten inzwischen ein Kind zusammen, welches an jenem Sonntag getauft werden soll. Lin und er wollten das gemeinsam unauffällig aus der letzten Reihe der Kirche ansehen und sich nur diskret zu erkennen geben. Er rechnete unter Umständen auch damit sich schnell wieder zurückziehen zu müssen. Aber einen vorsichtigen Versuch wäre es wert, meinte Mike.

Alles weitere hörte ich nur von dem üblichen Getratsche aus dem Verein: Lin und Mike wohnen wohl nicht mehr zusammen, Erfahrung macht Klug. Aber Lin arbeitet anscheinend bei Mike im Betrieb. Es gibt inzwischen ein kleines Büro, Lin macht Auftragsannahme, Abrechnung und Buchführung. Vor allem: Sie sind scheinbar irgendwie wieder zusammen. Seit dem stottert Mike auch nicht mehr. Irgendjemand hatte mal gesehen wie Lin mit Mike und einem weiteren Pärchen mit Kinderwagen an der Uferpromenade schlenderten.

Auch sonst wurde noch viel getratscht, aber dazu möchte ich nichts mehr sagen, weil man nicht weiss ob das alles stimmt. Nun stelle ich nochmal die Frage: Und jetzt?

Jetzt ist wirklich Ende. Ausser Mike sülzt mich nochmal besoffen bei einer Weihnachtsfeier voll.



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