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Elkes riskantes Rollenspiel – Ehe in Flammen (fm:Ehebruch, 21264 Wörter)

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Veröffentlicht: Mar 01 2026 Gesehen / Gelesen: 951 / 798 [84%] Bewertung Geschichte: 9.50 (6 Stimmen)
Als Thomas Elke sein dunkles Verlangen gesteht, zerbricht ihre heile Welt. Um ihre Ehe zu retten, wagt sie sich in ein fremdes, verruchtes Gefilde. Ein gefährliches Rollenspiel beginnt, das die Grenzen ihrer Lust völlig neu definiert.

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Klicken Sie hier für die ersten 75 Zeilen der Geschichte

ein Flüstern, „wer zum Teufel ist Molly Magyar in der Sedlitzkygasse?“ Und setzte augenblicklich nach: „Ich habe heute Nachmittag deinen Computer benutzt.“

Sein Gesicht erstarrte. Ein Blick, nur ein einziger Blick in seine Augen, und ich wusste, dass er erkannt hatte, dass jedes Leugnen sinnlos war. Er wusste genau, wovon ich sprach. Die Fassade des treuen Ehemannes, des respektablen Juristen fing an zu bröckeln.

„Elke ...“, er zögerte, seine Schultern sackten in sich zusammen, „es ist nicht so, wie du denkst. Es ist kompliziert.“

„Kompliziert?“, entgegnete ich, meine Stimme gewann an Schärfe. „Du suchst nach Prostituierten, Thomas! Mit ‚alles ohne Kondom‘! Was ist daran bitte kompliziert?“

Er schloss die Augen und nickte langsam. „Ja, Elke. Ich habe nach solchen Seiten gesucht. Ich kann es nicht abstreiten.“ Er hob den Blick und in seinen Augen sah ich keine Reue, nicht die Reue eines Mannes, der untreu geworden war, sondern eine seltsame Mischung aus Scham und einer Art Verzweiflung. „Prostitution ist ein Phänomen, das mich schon immer fasziniert hat. Selbst oder gerade auch bevor ich dich kannte und gefürchtet habe, für immer allein zu bleiben. Ich habe schon damals im Internet recherchiert, mir solche Begegnungen der käuflichen Liebe als Rezept gegen meine Einsamkeit, als letzten, verzweifelten Ausweg, vorgestellt. Besonders wenn man für ungeschützten Geschlechtsverkehr Hunderte von Euro zahlt, um größtmögliche Intimität und Nähe simuliert zu bekommen, und beide, der Freier und das Mädchen seiner Wahl, dabei ein maximales Risiko eingehen, sie für Geld, er für das absolute Lusterlebnis – das gab mir ... den besonderen Kick.“

Mein Mund war trocken. Kick? Risiko? Ich spürte, wie sich eine Welle der Übelkeit in mir hochwälzte. „Aber du hast es nie getan?“, verlangte ich nach Klarheit, meine Stimme brach.

„Nein, Elke. Niemals. Ich schwöre es dir. Ich bin zu verantwortungsbewusst. Zu brav für so etwas. Ich bin dein treuer Ehemann und wollte immer auf Nummer sicher gehen, auch bevor wir uns kennenlernten. Deshalb blieb es immer nur ein Gedankenspiel und ich habe auf dich gewartet.“ Er streckte seine Hand nach mir aus, doch ich wich zurück.

„Was reizt dich konkret daran, Thomas, jetzt, wo du verheiratet bist und alles hast, wovon du immer geträumt hast?“, presste ich hervor. Meine Abscheu mischte sich mit einer brennenden Neugier, die ich nicht unterdrücken konnte. Ich wollte nachvollziehen, was in diesem Mann vorging, den ich zu kennen glaubte. Es war nicht nur Empörung, es war auch eine seltsame, fast schmerzhafte Faszination. Eine Welt, die so weit von meiner entfernt war, und doch war mein Mann derjenige, der sie erkundete, wenn auch nur in Gedanken.

Er schwieg, rang sichtlich um Worte, starrte dabei auf den Tisch, als ob die Antworten dort eingraviert wären. „Es ist dieses rohe, archaische Gefühl, Elke“, begann er leise, seine Stimme war belegt, fast flüsternd, „das mit so einem Erlebnis verbunden ist. Stell dir vor, du triffst als Mann eine wildfremde Frau, von der du vollkommen in den fesselnden Bann gezogen, ja betört bist. Nicht nur von ihrem supersexy Aussehen, ihrer ultimativen erotischen Ausstrahlung, sondern von dieser Aura des Verbotenen, des Unerreichbaren, das plötzlich real verfügbar ist, dir quasi auf dem Präsentierteller serviert wird. Sie ist aufreizend angezogen und wie ihre Finger eine Zigarette halten und der Rauch in ihren Lippen verschwindet, ist einfach eine unwiderstehliche Offenbarung; vielleicht raucht sie sogar stark – wir sind beide Nichtraucher, du weißt, allein das ist schon eine Abweichung von allem, was wir leben, und dennoch wäre es für mich ein äußerst erregender Nervenkitzel, einer solchen Partnerin intim nahezukommen und dabei ihr Laster in voller Härte auch sensorisch zu erfassen. Man bezahlt sie, man weiß, dass es eine reine Transaktion ist, aber in diesem Moment ... in diesem Moment geht man das Wagnis ein, sie ganz für sich allein zu haben, ihr ungeschminkt und ungefiltert zu begegnen und mit ihr ungeschützt zu schlafen. Wo sie doch bestimmt noch viele andere Männer hat, die das Gleiche tun, und damit die Gefahr ins Unermessliche steigert. Das alles zählt in diesem Augenblick nicht oder macht die Situation im Gegenteil noch ungemein attraktiver.“

Er hob sein Haupt und sah mich an, seine Augen flehten förmlich um mein Verständnis. „Das ist der ultimative Tabubruch, Elke. Mut. Ein Kick, den ich mir sonst in meinem geordneten Leben nicht hole. Ich bin Jurist, ein konservativer Mann, ich arbeite als Leiter der Rechts- und Personalabteilung in einem mittelständischen Betrieb, mein Leben ist strukturiert, berechenbar. Ich liebe unser Haus, unseren Garten, unsere Ruhe. Aber da ist dieser ... dieser kleine Teil in mir, der nach etwas ganz anderem schreit. Nach dem Unkontrollierbaren. Nach dem Gefährlichen. Nach dem zutiefst Männlichen.“

Ich starrte ihn ungläubig an, meine Gedanken rasten. Gefährlich? Für mich war das zu gefährlich. Und zwar für uns beide. Ich schüttelte den Kopf. „Aber Thomas, was ist mit der Gefahr von Krankheiten? Das Risiko, dass du dir bei diesem ‚Akt der Männlichkeit‘, wie du es nennst, etwas Schlimmes einfängst ... es ist doch immens! Und es ist so respektlos gegenüber der Frau, die du angeblich liebst, gegenüber unserer Ehe.“ Die Worte sprudelten aus mir heraus, eine Mischung aus glühender Wut und blankem Entsetzen.

„Ich weiß, Elke“, erwiderte er sofort, Verständnis ausdrückend, seine Stimme voller Schmerz. „Ich weiß, wie abstoßend, verletzend das klingt. Und das ist ja der Grund, warum ich es nicht getan habe. Ich bin ein verantwortungsbewusster Mann, Elke. Ich würde dich niemals betrügen, in Gefahr bringen oder unsere Ehe aufs Spiel setzen, indem ich so etwas tatsächlich tue. Diese Fantasien sind ... eine Art Ventil, verstehst du? Ein Gedankenspiel. Wie ein Thriller, den man liest, aber niemals selbst erleben wollen würde.“ Er rieb sich über das Gesicht. „Es ist dieses ‚Was wäre wenn?‘, dieses Spiel mit dem Feuer, das mich so reizt. Die Vorstellung, dieser Mann zu sein, der es wagt, alles zu riskieren. Einmal nicht der brave Thomas zu sein, der immer alles richtig macht, sondern jemand, der auf seine maskulinen Impulse hört, seinen animalischen Trieben folgt und sich dem absolut Verbotenen hingibt.“

„Aber warum gerade das Verbotene?“, erkundigte ich mich leise. „Was ist mit uns? Ist unsere Ehe, unser Sexleben, so langweilig geworden, dass du zu solchen Extremen greifen musst, um einen Kick zu bekommen?“ Der Stich saß tief. War ich nicht gut genug?

Er schüttelte heftig den Kopf. Seine Stimme war jetzt voller Wucht, geradezu verzweifelt: „Nein, Elke! Auf keinen Fall! Das hat nichts mit dir oder unserer Ehe zu tun. Unsere Liebe ist mir heilig, du bist die Frau meines Lebens. Und unser Sex ... er ist vertraut, zärtlich, sicher. Das ist etwas ganz anderes. Diese Fantasien sind ... eine dunkle Ecke in meinem Kopf. Ein primitiver Instinkt vielleicht, der nach dem Gegenpol zu unserem geordneten Leben sucht. Die Reinheit unserer Beziehung, unsere Treue ... das ist doch gerade das, was diese Vorstellungen so extrem macht, weil sie im krassen Gegensatz dazu stehen.“

Ich schluckte. Er versuchte zu erklären, aber es klang für mich immer noch wie eine Rechtfertigung für etwas durch und durch Abstoßendes. „Eine rauchende Prostituierte ... ungeschützt ... voller Risiken“, murmelte ich vor mich hin. „Was ist daran so faszinierend, so erstrebenswert, dass du dich so einer Gefahr aussetzen würdest, Thomas? Du bist doch sonst so bedacht.“

„Genau das, Elke! Das ist der Punkt!“ Seine Stimme wurde noch leidenschaftlicher. „Die Vorstellung, dass man Hunderte Euro für eine kurze Begegnung zahlt, bei der man für den höchstmöglichen Lustgewinn alles riskiert. Das ist doch Wahnsinn, oder? Ein rational denkender Mensch würde das niemals tun. Aber da ist dieser Teil in mir, der dieses irrationale, dieses vollkommen unvernünftige Handeln begehrenswert findet. Es ist ein Experimentieren mit den eigenen Grenzen, mit der eigenen Moral, dem eigenen Wagemut. Und dann, Elke“, er lehnte sich vor, seine Augen fest auf meine gerichtet, „dann kehrt man aus diesem Tagtraum zurück in sein geordnetes Leben, zu seiner Frau, zum gemeinsamen Haus und man weiß, man hat diesen Abgrund betrachtet, ist aber nicht hineingesprungen. Das gibt ein Gefühl von ... Macht. Von Kontrolle über diese dunklen Triebe. Und daher habe ich auch kein schlechtes Gewissen, denn ich habe der Versuchung widerstanden.“

Ich sah ihn an und zum ersten Mal begann ich zu begreifen, dass es für ihn nicht nur um Sex ging. Es ging um etwas Tiefgründigeres, etwas Psychologisches. Um die Auseinandersetzung mit Grenzen, mit dem Verbotenen, mit der eigenen Bravheit. Doch die Bilder und Texte der Seiten, die er besucht hatte, hatten sich in mein Gehirn eingebrannt. „Ich verstehe die Idee des Tabubruchs“, rationalisierte ich langsam, meine Stimme war immer noch geprägt von der inneren Erschütterung. „Aber es ist ... es ist so hart. So weit weg von allem, was ich dachte, wer du bist. Und von uns.“

Ich fühlte mich, als stünde ich am Rande eines unbekannten Abgrunds, in den Thomas zwar nicht gesprungen, aber doch tief hinabgeschaut hatte. Und er hatte mir gerade seine Hand gereicht und mich gebeten, mit ihm dorthin zu blicken.

Kapitel 2: Ein verwegener Plan

Thomas hatte mich am Ende unserer Aussprache als Zeichen seiner Liebe sanft und doch bestimmt geküsst und die explosive Situation schien fürs Erste entschärft. Er hatte mir tief in die Augen gesehen und geschworen, dass all das nur dunkle Fantasien seien, die in seinem Kopf spukten, eine „Art Ventil“, wie er es nannte. Dass er nur mich liebe, mir immer treu gewesen sei und immer treu sein werde. Seine Worte hatten sich wie Balsam auf meine geschundene Seele gelegt und ich wollte ihm einfach glauben. Ich wollte es allzu gerne. Als seine Arme sich um mich schlossen, fühlte ich mich für einen Moment wieder sicher, geborgen in der Vertrautheit, die wir uns über so viele Jahre aufgebaut hatten.

Doch als Thomas am nächsten Morgen das Haus, die Aktentasche in der Hand, verlassen hatte und der Duft seines Aftershaves noch in der Luft hing, krochen die verstörenden Gedanken wieder hervor. Sie setzten sich in meinem Kopf fest wie hartnäckiges Unkraut. Dieses „rohe, archaische Gefühl“, das „ungeschützte Risiko“, der „ultimative Tabubruch“ – seine Worte hallten nach. Thomas war doch nicht der Typ, der solche Hirngespinste einfach so abtun konnte. Er war ein Jurist, ein Analytiker. Wenn er sich etwas so intensiv vorstellte, musste es doch einen tiefen Grund haben, eine unerfüllte Sehnsucht. Und wenn er sie nie ausleben würde, würde sie dann nicht immer zwischen uns stehen wie ein ungesehenes Gespenst?

Ich spazierte durch unser schönes Haus, berührte die edlen Möbel, die wir gemeinsam ausgesucht hatten, betrachtete die prächtig gedeihenden Pflanzen im Garten, die ich so liebevoll pflegte. Es war alles perfekt. Und doch fehlte etwas. Der Kick, von dem Thomas gesprochen hatte. Die Leidenschaft, die durch das Eingeständnis seiner verborgenen Welt so schmerzlich in den Vordergrund gerückt war. Mir wurde klar, dass es nicht reichte, wenn er mir nur versprach, dass er mich liebte. Es ging darum, diese Kluft zu überwinden, die sich in diesem einen Gespräch aufgetan hatte.

Das Chaos in meinem Kopf gewann rasch an Intensität, obwohl ich eigentlich zur Ruhe kommen wollte. Es zog mich auf magische Weise nochmals zum Computer, um erneut in der geheimen Lektüre meines Gatten zu stöbern, in der Hoffnung, sein Innenleben im Lichte seiner gestrigen Rechtfertigung nachvollziehen zu können. Dabei blieb ich an einem Inserat hängen, das Thomas verhältnismäßig häufig aufgerufen hatte, sodass es auch mich besonders zu interessieren begann: „Molly Magyar (33) – leidenschaftliche ungarische Lady mit kuscheligen Rundungen“, die den Tabulos-Service – ich googelte, dass es sich um ein Synonym für die Variante „alles ohne Kondom“ (AO) handelte – über Jahre konsequent praktiziert hatte, heute aber in einem neuen Etablissement ausdrücklich nur noch Safe Sex im Angebot hatte. Ich öffnete ihre Fotogalerie und staunte nicht schlecht, dass sie mir in Aussehen und Statur überraschend ähnelte. Ich erkannte in ihr eine rauere, aber umso erotischere Version meiner selbst, eine langhaarige, schwergewichtige Blondine in heißen Dessous, mit einem Tattoo auf dem Oberarm, der nicht ganz glatten Haut einer langjährigen Raucherin und starkem Make-up im Gesicht. Thomas präferierte offensichtlich einen Typ Frau, den auch ich repräsentierte, und ich fühlte mich durch diese Erkenntnis in meiner äußeren Attraktivität und sexuellen Begehrenswertigkeit für ihn plötzlich auf paradoxe Weise bestätigt und bestärkt.

Und dann traf es mich. Die Idee kam wie ein Blitzschlag, so verrückt, so gewagt, dass ich sie zuerst kopfschüttelnd abtun wollte. Aber sie ließ mich nicht mehr los. Was wäre, wenn ... ich für Thomas in die Rolle der Prostituierten schlüpfen würde, nach der er sich in seinen Träumen so sehr sehnte? Ein Rollenspiel, das uns beide aus unserer Komfortzone holen würde, das unsere eingefahrenen Bahnen durchbrechen und vielleicht ... den Funken unserer verloren gegangenen Leidenschaft neu entfachen könnte. Es war wagemutig, ja. Wahnsinnig sogar. Aber wenn es funktionierte? Wenn ich ihm diesen angestrebten Kick verschaffen könnte, ohne dass er dafür ein reales Risiko eingehen musste?

Mein erster Impuls war, den Einfall sofort zu verwerfen. Dann überlegte ich: Wer könnte mir dabei helfen, so etwas Verrücktes umzusetzen? Wer würde mich nicht für verrückt erklären? Es gab nur eine Person: Michaela, meine jüngere Schwester. Michaela war immer schon freier, unkonventioneller gewesen als ich. Sie lebte ihr Leben ohne Rücksicht auf Konventionen, war direkt und ehrlich.

Ich griff zum Telefon, meine Finger zitterten beim Wählen ihrer Nummer leicht. Nach einem kurzen Klingeln hörte ich Michaelas fröhliche Stimme und grüßte sie in einem etwas belegten Ton. „Elke! Was gibt’s denn? Du klingst ja ganz aufgeregt.“

Ich holte tief Luft und erzählte ihr alles. Von den Enthüllungen meines Mannes, von der Chronik auf seinem PC, seinen schmutzigen Fantasien, meiner Bestürzung darüber und schließlich meiner verrückten Idee. Ich erwartete Widerstand, vielleicht sogar Empörung. Aber Michaela schwieg nur einen Moment, dann hörte ich ein leises Lachen.

„Elke“, bestärkte sie mich enthusiastisch, „das ist nicht verrückt, das ist genial! Ganz ehrlich: Ich hätte nicht gedacht, dass meine konservative große Schwester auf so eine Idee kommt!“ Sie lachte wieder, diesmal herzlicher. „Das ist doch keine schlechte Idee, um die Beziehung zu Thomas wieder zu kitten und neuen Schwung in euer Sexleben zu bringen. Wenn er diesen Kick sucht, warum erhält er ihn dann nicht von dir? Aber ...“ Sie machte eine kurze Pause, ihre Stimme wurde ernst: „Dieser Plan müsste allerdings stabsmäßig umgesetzt werden, Elke. Das darf kein billiger Versuch sein, das muss wirklich echt aussehen.“

Ich lauschte ihren Ausführungen gebannt. „Echt?“, wiederholte ich fragend.

„Ja, echt! Stell dir vor, du trägst ein realistisches, echt nuttiges Outfit. Nichts, was du im Schrank hast. Das muss schreien nach ... nach Verruchtheit, nach Verbotenem, nach expliziter sexueller Verfügbarkeit. Und ganz wichtig: Die Begegnung sollte nicht zu Hause stattfinden. Niemals. Das muss an einem neutralen Ort sein, idealerweise sogar am Straßenstrich. Damit es für Thomas auch vom Setting ganz authentisch wirkt. Er soll dich nicht sofort als seine Frau erkennen, Elke. Der Schockeffekt muss da sein, der Reiz des Unbekannten.“

Der Straßenstrich? Das war ... das war noch weit extremer, als ich es mir ausgemalt hatte. Mir wurde schwindlig. Aber Michaelas Argumente leuchteten ein. Der Strich war ein für mich unvorstellbar hartes Pflaster, ein rohes Umfeld fehlender Kontrolle, nicht vorhandener Sicherheit und größtmöglicher, auch gesundheitlicher Gefahr für alle Beteiligten, auf dem sich die Prostitution in brutalster Ehrlichkeit auf das allein Wesentliche reduzierte: den Geschlechtsverkehr und seine Bezahlung – anrüchig, ohne Umschweife, romantische Gefühle und emotionale Nähe. Genau davon hatte Thomas im Grunde so geschwärmt. Nur hier könnte ich ihm in vollendeter Form jenes Erlebnis schenken, von dem er all die Jahre geträumt hatte, und unsere Ehe retten. Die Vorstellung war beängstigend, eklig und aufregend zugleich.

„Du hast recht, Michaela“, bestätigte ich. „Das ist es. Genau so machen wir es.“

„Perfekt!“, bekräftigte Michaela unseren gemeinsamen Entschluss. „Dann treffen wir uns morgen Nachmittag. Wir gehen gemeinsam in einen dieser Erotikläden. Ich kenne da von meinen Spaziergängen in der Einkaufsmeile ein paar Adressen. Wir kleiden dich ein, meine Liebe. Wir machen aus dir die perfekte Prostituierte, die Thomas sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen vorstellen konnte und ihn völlig um den Verstand bringt.“

Ich legte auf, mein Herz pochte wie wild. Ein Erotikladen. Nuttiges Outfit. Straßenstrich. Ich, Elke Gruber, Theologin und Hausfrau, würde in eine Rolle schlüpfen, die so weit von meiner gewohnten Realität entfernt war wie der Himmel von der Erde. Ich würde Thomas diesen ultimativen Tabubruch liefern, aber zu meinen Bedingungen. Ich freundete mich mit dem Gedanken an. Ein verwegener Plan, ein riskantes Spiel. Aber es könnte funktionieren und alles zum Positiven verändern. Mir gefiel das irgendwie.

Kapitel 3: Die Verwandlung

Der folgende Abend hatte einen schwer verdaubaren Mix aus innerer Anspannung und einer fast fieberhaften Aufregung in mir hinterlassen. Als Thomas ins Bett gekommen war, hatte ich so getan, als würde ich schlafen. Die Gedanken rasten und erst in den frühen Morgenstunden fand ich etwas Ruhe. Doch mit dem ersten Sonnenstrahl war sie wieder da, diese verrückte, kühne Idee, und sie fühlte sich nicht mehr ganz so fremd an. Michaela hatte recht. Es war ein Weg. Ein gewagter zwar, aber ein Weg, um das, was sich in unserer Ehe eingeschlichen hatte, wieder aufzubrechen. Es war nicht nur für Thomas. Es war auch für mich. Für uns.

Ich verbrachte den Vormittag damit, unseren Haushalt auf Hochglanz zu bringen. Bügeln, Putzen, den Garten noch einmal Inspizieren. Eine gewohnte Routine, die mich erden sollte, während mein Kopf bereits Pläne schmiedete, wie ich meine Identität als ordentliche Hausfrau für einen Abend ablegen konnte. Als ich das Badezimmer wischte, blickte ich in den Spiegel. Mein Gesicht, vertraut, ungeschminkt. Würde ich mich selbst noch erkennen, wenn Michaela mit mir fertig war? Der Gedanke war beklemmend und zugleich faszinierend. Mir war klar, dass das Outfit so aufreizend sein musste, dass es Thomas – wie Michaela es ausgedrückt hatte – „um den Verstand bringen“ würde, damit er bereit wäre, für diese Erfahrung einen stattlichen dreistelligen Eurobetrag zu zahlen und – zumindest fiktiv – seine Gesundheit für das Versprechen des ultimativen Sex mit dieser begehrten Frau aufs Spiel zu setzen.

Kurz vor 15:00 Uhr traf ich Michaela vor einem Laden in einer unscheinbaren Seitenstraße im 7. Bezirk. Es war kein grell beleuchteter Sexshop, wie ich ursprünglich befürchtet hatte. Eher eine stilvolle Boutique, deren Schaufenster mit eleganten Dessous und verführerischer Nachtwäsche bestückt waren. Der Name über dem Eingang war dezent, in geschwungener Schrift: „Aphrodite’s Secret“. Trotzdem fühlte ich mich ein wenig unbehaglich und spürte ich, wie meine Wangen sich leicht röteten, als ich darauf zuging. Was würden die Menschen rundherum von mir denken, wenn sie sahen, dass ich diese Art Geschäft betrete? Das hier war echtes Terrain, auf dem ich mich noch nie bewegt hatte.

Michaela erwartete mich schon, ein breites, verschmitztes Grinsen auf dem Gesicht. Sie trug enge Jeans mit Ledergürtel und ein bauchfreies Top, ihre dunklen Haare zu einem legeren Dutt gebunden. Sie passte eindeutig besser in diese Umgebung als ich. „Na, bereit für deine Verwandlung, Schwesterherz?“, begrüßte sie mich und zwinkerte mir zu.

Ich nickte noch etwas unsicher: „Bereit, glaube ich. Aber ich habe keine Ahnung, wo wir anfangen sollen.“ „Keine Sorge, dafür bin ich ja da“, kalmierte sie und stieß die Tür auf. Ein leises Klingeln begleitete unseren Eintritt.

Der weitläufige Verkaufsraum war überraschend geschmackvoll eingerichtet. Gedämpftes Licht, weiche Teppiche und an den Wänden hingen Unmengen von Spitzen-BHs, Strapsen, Korsetts und ultrakurzen, extrem figurbetonten Kleidern in allen erdenklichen Farben und Materialien. Ein leichter Duft von Parfüm und Leder lag in der Luft. Die Verkäuferin, eine junge Frau in eng anliegendem schwarzem Samt-Overall mit dunklem, gestyltem Bob, rot geschminkten Lippen, einem winzigen Nasen-Piercing und aufmerksamem Blick, begrüßte uns freundlich.

„Wir suchen für meine Schwester etwas ... Besonderes“, begann Michaela, ihre Augen glänzten. „Für ein Rollenspiel mit ihrem Mann. Etwas, das wirklich den Streetwalker-Look trifft, aber hochwertig ist.“

Die Verkäuferin nickte verständnisvoll, als hätte sie solche Anfragen täglich. „Verstehe. Zahlreiche Working Girls kleiden sich heutzutage ganz unscheinbar in kurzen Jeans und T-Shirts oder Pullis. Sie suchen jedoch etwas, das in diesem Kontext sofort auffällt, einen Eyecatcher sozusagen, der explizit erotisch ist und gleichzeitig eine gewisse ... Autorität ausstrahlt.“

Ich fühlte mich wie ein Fisch auf dem Trockenen, während die beiden Fachbegriffe austauschten. „Es muss für Thomas möglichst authentisch wirken“, schob ich vorsichtig ein. Die Verkäuferin lächelte beruhigend: „Authentisch und unwiderstehlich. Sie werden nicht nur wie eine heiße Hostess wirken, sondern Ihr Mann wird Sie für eine halten.“

Die Verkäuferin führte uns zu einem Bereich, wo die passende Garderobe hing. „Für den klassischen Straßenstrich-Look empfehle ich oft etwas aus glänzendem Material: Latex, Kunstleder oder ein sehr enges Stretch-Material.“ Sie holte ein hochglänzendes schwarzes Latexkleid hervor, das kaum die Mitte meiner Oberschenkel erreichen würde. Es hatte tiefe Ausschnitte an Brust und Rücken und einen Reißverschluss vorne. „Das müsste Ihnen von der Figur her passen.“ Ich erkundigte mich nach dem Reißverschluss, dessen Position mich irgendwie irritierte. „Den Reißverschluss können Sie leicht öffnen, um zu zeigen, was Sie drunter haben. Das ist in diesem Zusammenhang sehr beliebt. Sie können das Kleid dadurch auch rasch ablegen, wenn es besonders schnell gehen soll.“

„Genau das ist es!“, rief Michaela begeistert. „Thomas steht auf glänzendes Material, das habe ich schon gemerkt, als er bei einem Besuch von euch bei mir mal zufällig eine Frauenzeitschrift mit solchen Bildern in der Hand hatte und daran hängen blieb. Das schreit doch förmlich nach ‚Komm her!‘“ Sie hielt mir das Kleid gegen den Körper.

Ich starrte in den nahe gelegenen Spiegel. Ich, in diesem Kleid? Irgendetwas in mir rebellierte. Es war unvorstellbar. Mein Blick fiel auf meine kräftigen Oberschenkel, die normalerweise bequem unter langen Röcken oder locker sitzenden Kleidern verschwanden. „Michaela“, flüsterte ich, meine Unsicherheit drang deutlich durch, „bin ich nicht ... bin ich nicht zu dick dafür? Es ist so eng und mein Bauchspeck kommt voll zur Geltung. Das soll nicht jeder sehen können.“

Michaela lachte und schüttelte den Kopf: „Unsinn, Elke! Gerade das ist perfekt! Männer, besonders die, die auf so etwas abfahren, stehen auf füllige Frauen in engen Kleidern. Das betont deine runden Formen doch erst richtig, das ist viel anziehender als diese dürren Models! Thomas liebt doch deine Kurven, oder? Dieses Kleid wird sie perfekt in Szene setzen und ihm den Atem rauben.“ Die Verkäuferin stimmte zu: „Sie brauchen sich für Ihren Körper nicht zu schämen. Ganz im Gegenteil: Studien zeigen, dass Männer allen Klischees zum Trotz Frauen wie Sie bevorzugen, speziell wenn es um Sex geht und sie gefragt werden, mit wem sie lieber schlafen möchten.“

Ihre Worte beruhigten mich nicht nur, sie gaben mir sogar einen neuen Schub Selbstvertrauen. Dieses Kleid würde jeden Zentimeter meiner ausgeprägten Rundungen gekonnt betonen, es würde nichts der Fantasie überlassen. Ich würde darin aussehen wie ... nun ja, wie ein aufreizendes Plus-Size-Model, das die Männerherzen höher schlagen lässt.

„Zieh es an, Elke“, forderte Michaela. „Nur mal zum Anprobieren, damit wir sehen, ob es wirklich gut sitzt.“ Die Verkäuferin warf ein: „Sie brauchen noch die richtige Unterwäsche und natürlich das passende Schuhwerk, dann können Sie gleich alles zusammen ausprobieren.“ Sie fragte mich nach meiner BH- und Schuhgröße und ich antwortete ganz spontan: „95E, 41.“

Unsere Expertin brachte ein Set aus schwarzer Latexwäsche, einen knappen BH und einen zugehörigen Slip, dazu ein Paar kniehoher, schwarzer Stiefel mit hohen Absätzen und eine Packung halterloser Netzstrümpfe. „Und ganz wichtig für das Latex ist es“, erklärte sie, während sie eine Dose in die Kabine stellte, „sich am Körper etwas Talkum aufzutragen oder einzupudern, sonst ziehen Sie es nicht problemlos über die Haut. Das habe ich Ihnen drinnen hingestellt. Sie bekommen die Dose dazu, wenn Sie dieses Outfit kaufen.“ Ich zog mich in die Umkleidekabine zurück, mein Herz klopfte wild. Würde mir das alles wirklich so gut stehen und ich darin so toll aussehen, wie mir alle versicherten?

Ich schloss den Vorhang, zog meine Alltagskleidung aus und rieb mir die Haut nach der Anleitung der Verkäuferin mit dem feinen Talkum ein. Das Latex schmiegte sich an mich, als wäre es eine zweite Haut, es spannte und glänzte. Das Material fühlte sich kühl und fremd an. Meine Brüste, deren weiche Fülle Thomas so sehr liebte, wurden von dem engen BH in eine Form gepresst, die sie noch praller und einladender erscheinen ließ. Der Slip war nach meinem Dafürhalten so minimalistisch, dass er kaum etwas von meinem fetten Hintern verhüllte. Die Netzstrümpfe mit ihrem breiten, spitzenbesetzten Haftrand schlangen sich um meine festen Beine. Das Kleid selbst war so eng, dass es fast unbequem war, und ich musste mich winden, um es über meinen Körper zu ziehen. Die tiefen Ausschnitte auf der Vorder- und der Rückseite zeigten mehr Haut, als es mir eigentlich recht war. Jetzt fehlten nur noch die hohen Stiefel, die meine Beine noch länger wirken ließen. Ich zwängte meine Füße hinein und schloss mühsam die Reißverschlüsse, die sich über meine Waden spannten. Der Look war jetzt komplett!

Ich betrachtete das Resultat abschließend im Kabinenspiegel. Das war nicht mehr Elke Gruber, die konservative Hausfrau. Das war jemand anders. Jemand, der mutig war, verführerisch, vielleicht sogar gefährlich. Meine Reflexion war eine völlig fremde Frau, die mich mit einem selbstbewussten, fast herausfordernden Blick ansah. Meine Kurven wurden in diesem Outfit zu einer Waffe, einem Versprechen. Ich musste zugeben: Es sah wirklich aus, als wäre ich eine Sexdienstleisterin, für die man bereit wäre, jeden Preis zu zahlen und jedes Risiko einzugehen. Thomas würde das lieben. Dieser Gedanke gab mir eine ungewohnte Art von Stärke.

Ich konnte mich nun den beiden draußen wartenden Damen zeigen. Als ich heraustrat, sah ich Michaelas breites Grinsen. „Fantastisch, Elke! Absolut fantastisch! Das ist echt stark! Du bist der absolute Männer-Knock-out.“ Sie klatschte in die Hände. „Das nehmen wir“, bestätigte ich zufrieden, meine Stimme war überraschend fest. Die Verkäuferin nickte zustimmend.

„Perfekt. Dürfte ich noch fragen, ob Sie eine passende Handtasche wünschen? Ich hätte da eine aus Lack, die würde den Look optimal vervollständigen, ist geräumig und bietet Platz für alles, was Sie in dieser Situation für eine Nachtschicht benötigen, meine Damen. Ich habe dieses Modell auch schon an professionelle Gewerbetreibende verkauft.“ „Super, die nehmen wir dazu!“, riefen Michaela und ich unisono. „Ausgezeichnete Wahl. Nachdem Sie sich wieder umgezogen haben, mache ich das alles hier fertig und verpacke es diskret“, gratulierte uns unsere Fachberaterin.

„Erwartet man von solchen Frauen auch, dass sie rauchen?“, wollte ich noch wissen. „Ich möchte in meiner Rolle für meinen Mann nämlich möglichst authentisch wirken, wie ich bereits erwähnt habe.“ „In diesem Milieu qualmen praktisch alle“, antwortete sie kühl.

„Dann brauche ich noch Zigaretten für den Auftritt“, warf ich ein. Michaela lachte: „Gute Idee, Elke. Gleich auf dem Heimweg besorgen wir uns noch eine Packung Marlboro Red für den richtigen Touch. Meine Vorgesetzte beim Meldeamt ist starke Raucherin und steht auf diese Marke. Es wirkt bei ihr so cool, dass sich etliche männliche Kollegen nach ihr umdrehen und spannen, wenn sie jede halbe Stunde im Hof eine raucht.“ Mir verschlug es kurzzeitig den Atem, was meine kleine Schwester sofort merkte. „Aber keine Angst, du musst ja nur so tun, als ob du rauchst.“

Als wir „Aphrodite’s Secret“ verließen, mit mehreren blickdichten, neutral gehaltenen Tüten in meiner Hand, war es, als hätte ich einen Teil meiner alten Identität in diesem Laden zurückgelassen und gegen eine neue getauscht. Der Plan fühlte sich nun nicht mehr nur wie eine verrückte Idee an, sondern wie eine Mission, um Thomas da abzuholen, wo er stand.

Kapitel 4: Die Erkundung des Terrains, ein schockierendes Rendezvous mit der harten Realität

Der an den Einkauf im Erotikladen anschließende Abend mit Thomas war überraschend zärtlich, unsere Gespräche verliefen wieder entspannter. Thomas wirkte zwei Tage nach dem Geständnis seiner Fantasien jetzt ungewohnt gelöst, ja fast erleichtert. Ich fragte mich, ob er ahnte, dass sich etwas in mir verändert hatte, oder ob er einfach froh war, sein Geheimnis ausgesprochen und scheinbar von mir akzeptiert zu sehen. Ich jedenfalls führte ein Doppelleben in einer Parallelwelt, jonglierte mit meiner Rolle als fürsorgliche Ehefrau daheim und schmiedete im Stillen kühne Pläne für die nahende Nacht auf dem Strich, die unser Leben auf den Kopf stellen sollte. Die Beutel mit dem glänzenden Latexkleid, den kniehohen Stiefeln, der schwarzen Reizwäsche und der Lackhandtasche schlummerten noch diskret verpackt in meinem Kleiderschrank.

Ich wusste, dass ich rasch handeln musste, denn mir war bewusst, dass ich die Fassade der gutbürgerlichen Idylle nicht mehr allzu lange wahren konnte, während es in meinem Inneren gehörig brodelte und mein emotionaler Vulkan vor der Eruption stand. Der kommende Freitagabend bot die ideale Gelegenheit, all das in die Tat umzusetzen, was ich mir immer detaillierter in meinem Kopf ausmalte. Thomas würde, wie für den letzten Tag vor dem Wochenende üblich, gegen 20:00 Uhr nach Hause kommen. Wir hatten uns diesen Abend stets als unseren gemeinsamen Abend reserviert, schauten gemeinsam fern, besuchten ein Restaurant oder gingen ins Kino, manchmal auch in ein Konzert. Diesmal hatten wir noch nichts Konkretes geplant.

Noch in der Nacht auf Donnerstag hatte ich Michaela über WhatsApp kontaktiert, sie über das sich schließende Zeitfenster informiert und erneut um Hilfe gebeten. Ich wollte den Schauplatz meines Unternehmens vorab inspizieren, um nicht direkt ins kalte Wasser springen zu müssen und mir bei meinem großen Auftritt vor lauter Angst nicht gleich in das Latexhöschen zu machen und damit sprichwörtlich alles zu versauen. Da Michaela über Führerschein und eigenes Auto verfügte und am nächsten Tag frei hatte, bot sie mir an, mich gleich am frühen Vormittag zum Ort des Geschehens zu bringen, damit ich mir mit ihr gemeinsam dort Orientierung verschaffen konnte.

Der nächste Tag sollte für Thomas ein ganz normaler Arbeitstag im Büro sein. Kaum hatte er pünktlich um 8:00 Uhr unser Haus verlassen, stand kurz darauf Michaela mit ihrem Wagen vor der Tür. Heute stand also die Erkundung des Reviers auf dem Programm. „Bist du bereit für deine Detektivarbeit, Schwesterherz?“, fragte Michaela mit einem verschmitzten Grinsen, als ich einstieg. „So bereit, wie ich nur sein kann“, erwiderte ich mit einem Tatendrang, der sowohl gespielt als auch real vorhanden war. „Wohin fahren wir genau?“, erkundigte ich mich neugierig, als sie den Motor startete. „An den nördlichen Stadtrand, Elke. Ich habe die Zwischenzeit genutzt und genau recherchiert. Das Anbieten sexueller Dienstleistungen an öffentlichen Orten ist in Wien inzwischen stark beschränkt und nur noch an ganz wenigen Straßenzügen erlaubt. Lange vorbei sind die Zeiten, als der ganze Gürtel zur riesigen Rotlichtmeile mutierte, sobald es draußen dunkel wurde, und praktisch an jeder Ecke eine Prostituierte darauf wartete, von Kundschaft angesprochen zu werden. Einen legalen Straßenstrich gibt es nur noch in zwei entlegenen Bereichen. Wir fahren ans Ende von Floridsdorf, da ist laut den Berichten nachts weniger los als in der Brunnerstraße im 23. Bezirk, also ideal für dich als Newcomerin.“

„Unendlichen Dank, Michaela! Deine Unterstützung ist goldwert“, zeigte ich meiner kleinen Schwester meine tief empfundene Anerkennung für ihre profunde Hilfe. „Gern geschehen. Für die eigene Familie macht man doch so einiges. Hast du eigentlich schon eine Lösung dafür gefunden, wie du morgen Abend Thomas dorthin lotst, ohne dass er Verdacht schöpft? Wichtig ist, dass er allein und mit dem Auto kommt und um Punkt acht da ist.“

„Habe ich, Schwesterchen! Freitags haben wir immer unseren gemeinsamen Abend, den Thomas für uns beide allein freihält. Ich werde ihm eine Nachricht schicken, dass ich eine kleine Überraschung für ihn organisiert habe und er genau um acht an der angegebenen Adresse sein soll. Er kommt ohnehin mit dem Auto direkt von der Arbeit. So wie ich ihn aus all den gemeinsamen Jahren kenne, wird er es für etwas Harmloses halten und nichts ahnen und zuverlässig erscheinen. Da bin ich jedenfalls beruhigt.“

Plötzlich realisierte ich eine weitere, bislang nicht bedachte Gefahr, die mich kurz in Panik versetzte: „Was mir allerdings Sorgen bereitet, ist, wie ich mich verhalten soll, falls mich ein fremder Mann anspricht, noch bevor Thomas ankommt. Ich stehe ja dort quasi als Freiwild im Schaufenster.“ „Das ist kniffliger, stimmt. So wie du gestern in deinem Latexkostüm aufgemacht warst, ist es eine reale Option, dass auch jemand anderer voll auf dich abfährt“, konzedierte Michaela mit einem schelmischen Lächeln, um meine Bedenken sogleich zu zerstreuen: „Ich werde dich morgen persönlich hinbringen und erst absetzen, unmittelbar bevor Thomas da ist, und dich bis zu dem Zeitpunkt, wenn er die Bildfläche betritt, aus der Ferne beobachten, damit nichts passiert. Falls du belästigt wirst, kannst du das Angebot natürlich auch ablehnen. Der Strich ist ein Basar, der Sex dort ein einvernehmliches Geschäft, keine Vergewaltigung.“ Ich atmete erleichtert auf. „Da fällt mir aber ein Stein vom Herzen, Schwesterchen“, bedankte ich mich.

Meine Aufregung hatte sich gerade gelegt, da schoss Michaela nach: „Ehe ich’s vergesse: Was auch noch in deine Tasche gehört, Elke, auch wenn das eigentlich dem Nervenkitzel widerspricht: eine ganze Packung Kondome.“ Ich starrte sie verdutzt an: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich in Versuchung gerate und meinem Thomas untreu werde, wenn ich dort auf ihn warte?“ „Natürlich nicht, Schwesterherz“, erwiderte Michaela amüsiert, „es soll für deinen Mann, meinen Schwager, nur total real wirken. Daher solltest du in deiner Tasche alles mit dabei haben, was auch richtige Prostituierte so bei sich haben. Und das sind vor allem, aber nicht nur Kondome. Falls Thomas, wider Erwarten, doch auf Nummer sicher gehen will. Du musst für alle Eventualitäten gewappnet sein.“ Ich nickte. Das hatte ich in meiner Erregung völlig vergessen. Wir zielten zwar auf die Fantasie des ungeschützten Verkehrs ab, aber die letztendliche Entscheidung lag bei ihm.

„Und noch etwas“, fuhr Michaela fort, während wir die Stadt unserem Ziel entgegen durchquerten, „du musst dich wirklich ins Thema reinfuchsen, Elke. Thomas hat von Authentizität gesprochen. Also recherchiere. Nicht nur die Requisiten in deiner Tasche. Geh online, in Foren, lies Berichte. Wie sprechen diese Frauen? Was sind die gängigen Preise? Wie wird verhandelt? Wie läuft so ein Treffen in der Praxis ab? Du musst ihn führen können, wenn er dort ist. Erwarte nicht, dass er die Führung übernimmt, wenn er selbst noch so neu in dieser Welt ist. Und ganz wichtig: Sag ihm, er soll ausreichend Bargeld mitnehmen. Nur wenn er dich bezahlt, wird die Erfahrung für ihn real. Das ist der Moment, in dem er – auch finanziell – spürt, dass es wirklich ernst wird, so wie er es sich wünscht.“

Bargeld. Eine schmerzhafte Vorstellung, dass Thomas für mich bezahlen würde, als wäre ich eine Ware. Aber Michaela hatte recht: Es gehörte untrennbar zum Kick, zum Tabubruch dazu. Und für mich wäre es eine wertschätzende Anerkennung, dass er tief in die Tasche greifen muss, um etwas zu erhalten, was er im Ehebett kostenlos bekäme. Ich ertappte mich dabei, dass ich langsam begann, wie eine Prostituierte zu denken. Doch anstatt Abscheu über mich selbst war es eine paradoxe Freude, dass ich allmählich in meine erstrebte neue Rolle hineinwuchs. Ich erzählte es meiner kleinen Schwester und sie war richtig stolz auf mich: „Prima, Elke, das haut morgen hin!“

Wir fuhren durch weniger belebte Straßen, die Häuser wurden kleiner, die Bebauung spärlicher. Schließlich bog Michaela in eine unscheinbare Gasse ein, die von vereinzelten Bäumen gesäumt war. „Hier sind wir“, strahlte sie und hielt den Wagen an.

Ich blickte aus dem Fenster. Wir waren am Stadtrand, wo sich imposante Industriegebäude mit ein paar wenigen alten, ziemlich heruntergekommenen Wohnhäusern abwechselten. Die Straße war ruhig, vereinzelt standen geparkte Autos am Rand. „Siehst du diese kleine Nische dort?“ Michaela zeigte auf eine Einbuchtung in einer alten Mauer. „Das wäre eine perfekte Stelle für dich. Nicht zu auffällig, nachts nur notdürftig beleuchtet, aber gut sichtbar für jemanden, der langsam vorbeifährt und weiß, was er hier sucht. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, im Internet recherchiert und alle nötigen Infos gefunden, die wir brauchen. Hier in der Einzingergasse trudeln die käuflichen Damen ab zirka 19:30 Uhr ein. Es ist der Ort der Kontaktanbahnung und der Geschäftsverhandlungen.“ Ich stellte mir vor, wie ich dort stehen würde, in dem engen Latexkleid, wartend. Eine Gänsehaut überzog mich.

„Und jetzt zum sogenannten Spielplatz, wo das hier besiegelte Geschäft dann vollzogen wird“, erklärte Michaela im Tonfall und Habitus einer Musterschülerin, die das gesamte nötige Wissen samt dazugehörigem Vokabular aus dem Netz in sich aufgesaugt hatte, und fuhr den Wagen langsam weiter. Nach etwa 100 Metern bogen wir um eine Ecke und fanden uns auf einem kleinen, etwas abgelegenen Parkplatz wieder. Er war teils unbefestigt, übersät mit Schlaglöchern und seitlich von Büschen umgeben.

Ich öffnete das Seitenfenster, um mir einen genauen Überblick über das Ambiente der Sünde zu verschaffen, auf dem wir uns befanden. Es war ein trostloser, verwahrloster Ort und es stank unangenehm intensiv nach Abgasen, den Emissionen umliegender Fabriken.

Und dann bemerkte ich es: Am Boden, zwischen vertrocknetem Gras und Schotter, lagen glänzende, unheimliche Überbleibsel vergangener Nächte: gebrauchte Kondome, in sich zusammengefallen, zum Teil offensichtlich mit Sperma gefüllt und unansehnlich, leere Gleitmittelflaschen, zusammengequetschte Zigarettenstummel, zerbrochene Bierflaschen, weiter hinten sogar Erbrochenes und Kot. Die Szenerie war schmutzig, ernüchternd, abstoßend. Hier passierte es also wirklich. Hier erfüllten sich jene Männerträume, die Thomas in seinem Kopf hatte.

Mir drehte es den Magen um und mir wurde speiübel. Die Romantik der Verwandlung wich einer kalten, harten Realität. Das war kein harmloses Rollenspiel mehr. Das war die Härte des Lebens am Rande der Gesellschaft.

„Das ist es“, resümierte Michaela, ihre Stimme war ernst geworden. „Hier kommen sie alle her.“ Ich unterbrach sie flüsternd: „Du brauchst nicht weiter zu erzählen. Das reicht mir. Ich verstehe.“ Sie sah mich besorgt an: „Willst du die Aktion morgen nicht lieber abbrechen?“ „Nein“, wehrte ich mich vehement, wollte mir meinen Mut und meine Konsequenz beweisen, „ich habe jetzt alles gesehen und bin vorbereitet auf das, was mich hier erwartet. Da mich nun nichts mehr erschrecken kann, werde ich keine Angst haben.“

„Wie du willst“, meinte Michaela und legte den Rückwärtsgang ein. „Dann ist unser Plan klar. Morgen Abend bringe ich dich hierher. Du bist dann schon komplett vorbereitet. Thomas soll exakt um acht mit seinem Auto direkt von der Arbeit hierher kommen. Die genaue Adresse für sein Navi-Gerät gebe ich dir noch. Sag ihm, wie besprochen, du hast eine besondere Überraschung für ihn, die ein wenig Anreise erfordert, und er soll bereit sein, sich auf etwas ganz Neues einzulassen. Und vergiss nicht, das benötigte Bargeld zu erwähnen.“

Die Fahrt zurück nach Hause verlief schweigend. Mein Kopf war voller Bilder: das glänzende Latex, die verwahrloste Straßenecke und vor allem die schmutzigen Überreste auf dem Parkplatz. Ich hatte einen Blick in den Abgrund meines Mannes geworfen und er war schlimmer, als ich es mir je vorgestellt hatte. Aber ich war nun dafür gerüstet.

Kapitel 5: Das Eintauchen in die Welt des Verbotenen

Kaum hatte ich – von dem kurzen Lokalaugenschein, wie mein Juristengatte es ausdrücken würde, zurückgekehrt – die Haustür hinter mir verschlossen, setzte ich mich in hektischer Eile direkt zum Computer. Ich wollte die gut acht Stunden, die mir blieben, bis Thomas wieder daheim sein würde, optimal nutzen. Nicht für Hausarbeit, die konnte heute gerne warten, oder die Zubereitung einer Mahlzeit, ich verspürte keinen Hunger, sondern einzig und allein für die akribische Vorbereitung meines morgigen Auftritts. Ich durfte nichts dem Zufall überlassen, denn ich wollte, ja ich musste als Straßenmädchen perfekt sein, um meinem Lieben ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten. „Recherchiere, recherchiere, recherchiere“, hatte Michaela mir ans Herz gelegt. „Wenn du alles kennst, kann dich nichts mehr aus der Fassung bringen, du brauchst dich nicht zu fürchten und kannst mit jener emotionalen Sicherheit agieren, die man von einer Prostituierten erwartet.“ Bevor ich in die digitale Schattenwelt eintauchte, notierte ich mir vorab auf einem Blatt Papier alle Fragen, worauf ich Antworten suchte, damit meine Reise ins Verbotene zielgerichtet bleiben und nicht zu einem chaotischen Trip ausarten würde, was bei mir nun mal die Gefahr war.

Meine Finger tanzten über die Tastatur und gaben Suchbegriffe ein, die mir noch vor einer Woche unvorstellbar gewesen wären. Zunächst fragte ich „Professor Google“ nach dem typischen Ablauf eines Dates auf dem Strich und bekam als Ergebnis unzählige Beschreibungen sowohl aus der Perspektive der nachfragenden Männer als auch von anbietenden Frauen. Und den Link zu einem als nicht jugendfrei gekennzeichneten Video. „Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte“, dachte ich mir, klickte es intuitiv an und fand mich mitten auf einer großen Pornoplattform wieder. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, Derartiges zu konsumieren, wo ich bislang doch schon leidenschaftliche Szenen in Mainstream-Filmen aus dem Hollywood-Kino als zutiefst peinlich empfand und an diesen Stellen lieber wegschaute. Nun folgte ich gebannt dem, was vor mir auf dem Bildschirm ablief. Und das hatte es in sich!

Die kleinen Filmchen liefen im Grunde immer ähnlich ab: Ein attraktiver Typ, meist zwischen 25 und 40, in einem gepflegten Wagen, verlangsamte die Fahrt, sobald er am Straßenrand eine dieser auffällig gekleideten Frauen entdeckte. Mein Herz setzte einen Schlag aus, als ich mitbekam, wie einer dieser Männer hörbar schwer atmete und kurz schnaufte, während sein Blick gierig über die Kurven des leichten Mädchens glitt, das genüsslich eine Zigarette rauchte. Er hielt an, die Seitenscheibe surrte nach unten.

„Hey Süße, bist du frei?“, war die Standardfrage, oft gefolgt von einem Blitzen in seinen Augen, das so unverblümt war, dass ich unwillkürlich die Beine schloss. Die Huren in den Videos reagierten mit einer abgeklärten, fast spielerischen Laszivität. Sie lehnten sich tief ins Fenster, ließen den Rauch ihrer Zigarette langsam in den Innenraum des Wagens ziehen und begannen einen heißen Flirt, der so gar nichts mit der romantischen Werbung zu tun hatte, die ich kannte.

Die Sprache war sehr direkt, fast schon roh. Vulgäre Ausdrücke flogen hin und her und wurden von beiden Seiten ohne Zögern ausgesprochen. Zu meinem großen Erstaunen stellte ich fest, dass diese Derbheit den Sexappeal der Situation nicht minderte, sondern ihn im Gegenteil massiv steigerte. Es war, als würde der rüde Ton selbst die letzte Hemmung wegreißen und die Lust maximieren. Oft öffnete das Mädchen kurz den Reißverschluss seines Oberteils, präsentierte seine prallen Brüste oder ließ seinen Verehrer kurz über den Schenkel streichen, um ihm endgültig den Verstand zu rauben.

Rasch war man sich über Preis und Service einig, das Geld wechselte den Besitzer, sie stieg ein und man fuhr, während man einander bereits begrapschte, auf einen einsamen Parkplatz oder eine entlegene Straße. Dort, im Schutz des Wagens oder direkt an die Motorhaube gelehnt, kam es dann zum Äußersten. Die Handlungen waren stark, schnell und von einer animalischen Direktheit geprägt. Nach einem kurzen oralen Vorspiel folgte harter, intensiver Verkehr in allen möglichen Stellungen, zumeist von Haus aus ohne Kondom; manchmal verzichtete die Nutte erst während des Stelldicheins auf Wunsch ihres Freiers nach kurzer Nachverhandlung, die mit der flapsigen Bemerkung „Das kostet aber extra!“ begann, auf den Schutz. Beide genossen es sichtlich, sich diesem Moment der absoluten, käuflichen Hingabe auszuliefern. Während ich ihnen dabei zuschaute, blieb mir sprichwörtlich die Luft weg, eine innere Hitze stieg in mir auf, meine Wangen glühten und ich empfand ein schweres, forderndes Pochen tief in meinem Becken. Meine Oberschenkel pressten sich wie von selbst fest aneinander, als wollte ich das feuchte Prickeln dazwischen festhalten. Ich fieberte regelrecht mit dem Paar mit und wäre in diesem Augenblick nur allzu gerne an der Stelle der weiblichen Protagonistin gewesen, hätte mich von dem testosterongetriebenen Feschak bereitwillig gegen das kalte Blech pressen lassen, um von ihm rücksichtslos vernascht zu werden.

Die knisternde Art der medialen Inszenierung hatte mich im Nu nicht nur in Hochstimmung versetzt, sondern mir ganz nebenbei auf spielerische Weise auch schon eine Menge beigebracht, unter anderem die Erkenntnis, wie essenziell die Verbalerotik in der gegenständlichen Dynamik war. Der logisch nächste Schritt bestand für mich nun darin, mir diese die Libido anregende Nuttensprache anzueignen. Ich stieß bei meiner Recherche im Internet auf ein Dirty-Talk-Lexikon, lernte Vokabeln wie „Blowjob“, „Reiten“, „Reinstechen“, „Loch“ und „Schlucken“, die in unseren eigenen vier Wänden so noch nie gefallen waren, und prägte mir gängige Redewendungen ein. Es war, als würde ich eine neue Fremdsprache lernen, eine Sprache, die keine Grammatik kannte, sondern nur Instinkt. Wie eine strebsame Schülerin sprach ich die Begriffe laut aus und versuchte dabei, die maximale Wirkung zu erzielen, übte gar wie eine Schauspielerin vor dem Spiegel. „Was möchtest du heute mit mir anstellen, du geiler Bock?“, „Dein Schwanz ist ja verdammt hart, mein Hengst!“, „Ich will dich ganz tief in meiner engen Muschi spüren, Süßer!“ und „Bitte, komm in mir! Gib mir die volle Ladung!“ waren Klassiker, die immer funktionierten, hieß es. Die Worte fühlten sich in meinem Mund so heiß wie glühende Kohlen an. Ich machte mir Notizen, legte mir meine Strategie zurecht und nach einer Weile verfügte ich als Anfängerin tatsächlich über ein beträchtliches Repertoire für diese spezielle Konversation.

Rasch hatte ich auch eruiert, was auf dem Wiener Straßenstrich für sexuelle Dienstleistungen verlangt und gezahlt wurde. Die Mädchen seien hier mehrheitlich recht hübsch und die Preise vergleichsweise teuer, las ich. „Gut für mich, schlecht für Thomas“, war meine erste Reaktion und ein unwillkürliches, fast schon böses Lächeln der Schadenfreude stahl sich auf meine Lippen. Ein „Blowjob“, der das einfache „Blasen“ meinte, war für 80 Euro zu haben. Den „Standardservice“ mit Kondom, der neben der Oralbefriedigung auch den eigentlichen Verkehr miteinschloss, gab es als Einstiegsengagement für 150 Euro. Und dann die „Extras“, die das Spiel mit dem Tabu so richtig auf die Spitze trieben: ein „Aufpreis für Oral ohne Gummi“, auch „Naturfranzösisch“ genannt, von 50 Euro und der ultimative „komplette Tabulos-Service ohne Schutz“, auch als „Natur-“ oder „AO-Service“ bekannt, der (Zungen-)Küsse, den gänzlich ungeschützten Verkehr mit Abspritzen im Mund, aufs Gesicht oder in die Vagina, „Sauberlecken“ und „Schlucken“ inklusive, beinhaltete und mit satten 350 Euro zu Buche schlug. Die zugehörigen Abkürzungen „CIM“ (Come in Mouth), „CIF“ (Come in Face) und „CIP“ (Come in Pussy) schwirrten in meinem Kopf herum, Symbole jener extremen Fantasien, die Thomas so reizten.

Und tatsächlich, erfuhr ich beim Durchstöbern von Foren, Erfahrungsberichten und fragwürdigen Blogs, war er hier bei Weitem nicht allein. Die meisten Männer, die sich dort zu Wort meldeten, präferierten eindeutig die blanke Variante und waren auch bereit, dafür deutlich tiefer in die eigene Brieftasche zu greifen, ganz im Gegensatz zu zahlreichen Damen aus dem Milieu, für die das ein absolutes No-Go war und die daher auf Safe-Sex-Praktiken bestanden. Gesundheitliche Bedenken bestanden in der Community kaum. Freier gaben damit an, sich trotz 40, 80 oder sogar 100 ungeschützten Kontakten nie etwas eingefangen zu haben; bei einem anderen sei es in zwei Jahrzehnten einmalig bei Feigenwarzen geblieben, die er sich habe wegbrennen lassen, um danach wieder unbekümmert weiter zu poppen. Mir gab das einen schwer einzuordnenden Stich und ich tauchte aus intellektueller Neugier tiefer in die Thematik ein. In der Tat schien die Statistik über das Infektionsgeschehen in der Wiener Rotlichtbranche die gewagte These zu erhärten, dass Sex ohne Kondom hier ein akzeptables, hinnehmbares Restrisiko sei, um einen maximalen Lustgewinn (des Mannes) und ein fürstliches Einkommen (der Hure), von „sehr viel, leicht verdientem Geld“ war die Rede, zu generieren. Trotz stark steigender Nachfrage nach käuflichem Sex ohne Kondom stagnierten die diagnostizierten Geschlechtskrankheiten auf extrem niedrigem Niveau. Sogar eine Bordellbetreuerin der AO-arbeitenden Damen, die dem Ganzen an sich ablehnend gegenüberstand, bestätigte in einem Posting, dass entgegen der insofern tendenziösen Medienberichterstattung erstaunlich wenig passiere. Natürlich war der engmaschig regulierte Bereich der Laufhäuser, Puffs und Escort-Agenturen das eine und der weitgehend unkontrollierte Straßenstrich mit auch teils illegal ausgeübter Prostitution blieb, wie die im Internet diskutierenden „Experten“ fairerweise auch zugaben, ein Hochrisikogebiet.

„Ohne Gummi ist es ja viel geiler“ war ein Spruch aus den Videos, der mir in Erinnerung geblieben war. Meine Gedanken kreisten um die Reaktion auf die „Risiko-Frage“, wenn mein Kunde, Thomas, fragen sollte, ob das nicht gefährlich sei. In den Berichten las ich immer wieder, dass gerade das Risiko, das Männer beim ungeschützten Sex eingingen, besonders viel Lust und Adrenalin verursachte. Die Antworten mussten daher zweideutig sein, der Freier durfte sich nie ganz sicher fühlen. Beliebte Anturner waren auch Bemerkungen, dass ungeschützter Sex mit vielen praktiziert werde und der letzte Kunde unmittelbar davor zum Schuss gekommen war. Die Kunst lag darin, ihn heiß zu machen, das Risiko als Teil des Kicks zu verkaufen, ohne dabei zu viel über den eigenen Gesundheitsstatus preiszugeben. Ich stellte mir vor, wie ich ihm mit einem herausfordernden Blick begegnen würde, vielleicht ein laszives Lächeln und eine knappe, vieldeutige Antwort, die seine Fantasie noch mehr anheizte: „Wer so einen Kick sucht, muss wissen, worauf er sich einlässt, mein Lieber.“ Oder: „Das gehört zum Spiel dazu, oder nicht?“ Eine weitere Formulierung, die ich mir zurechtlegte und die ihn ganz verrückt machen sollte: „Schatz, das hier ist nichts für Feiglinge. Nur für echte Männer, die das Risiko lieben und sich nicht vor einem kleinen Nervenkitzel fürchten. Wenn du dir Sorgen machst, bist du bei mir falsch.“

Am Nachmittag, als die Sonne hoch über unserem Garten stand, beschloss ich, mit meinem Studium zu pausieren, und schlich mich mit der Packung Marlboro Red, die ich am Vortag gemeinsam mit Michaela besorgt hatte, einem Feuerzeug und einer kleinen Obstschüssel als improvisiertem Aschenbecher ausgerüstet nach draußen. Ich hatte vorhin mit eigenen Augen gesehen, wie cool diese Mädchen mit der brennenden Zigarette in der Hand wirkten und damit ihre eigene Attraktivität für das finanzkräftige männliche Publikum enorm erhöhten. Ich hatte daher für mich entschieden, nicht nur – wie meine Schwester vorgeschlagen hatte – so zu tun als ob, sondern wirklich zu rauchen. Nach dem Pornokonsum war das ein weiterer eklatanter Bruch mit meinen Werten, die mich bisher als Person ausgezeichnet hatten. In der Oberstufe war ich nämlich im Gegensatz zu meinen Klassenkameradinnen als Einzige Nichtraucherin geblieben und mein Mann hätte mich wohl nicht geheiratet, wenn ich Raucherin gewesen wäre, denn er fürchtete, eine rauchende Ehefrau könnte im Alter an Lungenkrebs erkranken. Nun würde ich mit fast 20-jähriger Verspätung diese Premiere nachholen und war ganz aufgeregt darüber.

Ich setzte mich auf die alte Holzbank hinter den Rosenbüschen, zündete mir die erste Zigarette an und nahm einen vorsichtigen Zug. Der Rauch kratzte in meinem Hals, ein toxischer, herber Geschmack breitete sich in meinem Rachen aus. Ich hustete. Doch ich gab nicht auf. Zug um Zug wiederholte ich die Prozedur, atmete den Rauch ein und blies ihn langsam aus, versuchte, die Bewegung zu verinnerlichen, die Lässigkeit einer rauchenden Frau zu imitieren. Es war ungewohnt, ja, aber mit jedem Zug wurde es weniger fremd. Nach ein paar Zigaretten begann sich etwas zu verändern. Der anfängliche Ekel wich einer bizarren Faszination. Es fühlte sich plötzlich richtig gut an. Und es begann mir zu schmecken. Eine leichte Benommenheit stellte sich ein, gepaart mit einem Hauch von Rebellion. Es schmeckte nach dem Verbotenen, nach der Transformation vom grauen Mäuschen zur begehrten Sexbombe.

Mein Mund war trocken, meine Zunge belegt und ein leichtes Zittern in meinen Fingerspitzen verriet mir, dass mein Körper sich gegen das zugeführte Gift wehrte. Doch mein Geist war hellwach, befeuert von einem berauschenden Cocktail aus Nikotin und Adrenalin. Ich meditierte, inhalierte immer tiefer, rauchte weiter, Zigarette für Zigarette, während der blaue Dunst in den Wiener Himmel stieg und die Rosen unbeirrt ihren süßen Duft verströmten. Ich war bereit, Elke, die Nutte, zu sein.

Die Schachtel leerte sich, der Abend rückte näher und es war Zeit, mich auf die Rückkehr meines Liebsten vorzubereiten. Ich musste die Spuren meiner Verwandlung zum rauchenden Männertraum beseitigen. Nicht weil ich mich schämte, sondern um meine Vorbereitungen weiter geheim halten zu können und die geplante Überraschung nicht zu verraten. Mein Atem verströmte nämlich das unverkennbare Aroma einer Raucherin, der Tabakgeruch hatte sich tief in den Fasern meines pastellblauen Kleides festgesetzt und haftete sogar an meinem dunkelblonden Haar. Ich würde also ein Bad nehmen, mein Gewand wechseln, kräftig Zähne putzen und ein Zwiebelsandwich verspeisen, damit Thomas von alldem nichts bemerkte.

Kapitel 6: Die letzten Vorbereitungen am D-Day

Der Freitag brach an und mit ihm eine Aufregung, die meine Nerven zum Zerreißen spannte. Ich erwachte noch vor Thomas, meine Gedanken brodelten bereits. Heute Abend würde es geschehen! Ich sah ihn an, wie er schlummernd friedlich neben mir atmete, der Mann, der keine Ahnung hatte, was die Frau an seiner Seite im Schilde führte und dass sie ihren Preis fordern würde. Das ungesehene Leben meines Mannes würde für einen Moment sichtbar werden – und ich würde mitten drin stehen, als aktiver Part, auf eine schockierende Weise, die er von mir so nicht kannte.

Ich schlich lautlos aus dem Schlafzimmer, begab mich ins Erdgeschoß, wo er mich nicht hören konnte, und griff sofort zum Telefon. Michaela würde die Einzige sein, mit der ich meine Gedanken an diesem Morgen teilen konnte. „Michaela? Bist du schon wach? Ich wollte dich noch erreichen, bevor du in die Arbeit fährst.“

„Für dich immer, Schwesterherz!“, hörte ich ihre fröhliche, aber noch etwas verschlafene Stimme. „Heute ist dein großer Tag!“

„Ja“, flüsterte ich, die gerade aufgehende Sonne vor Augen, meine Stimme war dünn vor Anspannung. „Ich habe den gestrigen Tag wirklich alles gegeben. Natürlich weiß ich jetzt genau, was alles in meine Handtasche gehört. Und noch viel mehr! Ich habe mich durch unzählige Foren gelesen, sogar Videos aufgesaugt, um hautnah zu erfahren, wie der Deal am Strich abläuft, jede Menge über die dort herrschende Sprache und die ‚Preise‘ gelernt.“ Ich gab meiner Schwester eine kleine Kostprobe und zählte ihr als Highlight die einzelnen Posten auf: „Ich verlange 80 Euro für einen Blowjob, 150 für Standardservice mit Kondom, einen Fünfziger Aufpreis für Oral ohne und für den Genießer-Gentleman 350 Euro für den kompletten Tabulos-Service ganz ohne Schutz, dafür mit allem Drum und Dran.“ Und ich fügte auch die zugehörigen Abkürzungen „CIM“, „CIF“ und „CIP“ für den Ort des Vollendens hinzu. „Ich hab mir alles eingeprägt“, verkündete ich nicht ohne Stolz.

Michaela pfiff anerkennend. „Wow, Elke! Du bist ja wirklich tief eingetaucht! Das ist perfekt.“

„Und auch die Antworten für die Risiko-Frage habe ich parat, Botschaften, die Männer, die auf dem Strich bewusst die Gefahr suchen, so richtig anmachen“, fuhr ich fort, meine Stimme gewann zunehmend an Sicherheit. „Ich hab mir da ein paar Sätze überlegt, die Thomas, glaube ich, um den Verstand bringen werden. Zum Beispiel: ‚Wer so einen Kick sucht, muss wissen, worauf er sich einlässt, mein Lieber.‘ Oder: ‚Das gehört zum Spiel dazu, oder nicht?‘ Und mein Favorit: ‚Schatz, das hier ist nichts für Feiglinge. Nur für echte Männer, die das Risiko lieben und sich nicht vor einem kleinen Nervenkitzel fürchten. Wenn du dir Sorgen machst, bist du bei mir falsch.‘“

Eine kurze Stille am anderen Ende der Leitung, dann brach Michaela in lautes Gelächter aus. „Elke! Du bist der Hammer, die geborene Nutte! Das ist absolut genial! Er wird schmelzen wie Butter in der Sonne!“ Und nach einer kurzen Unterbrechung fügte sie süffisant hinzu: „Wenn du nicht verheiratet wärst, Schwesterchen, hättest du hier auch einen Job gefunden, wo du zu den Besten gehörst und unendlich viel Kohle schaufeln könntest.“ Ich musste über ihr lieb gemeintes Kompliment schmunzeln, doch tief im Inneren fragte ich mich für einen kurzen, schwindelerregenden Moment, wie sich ein solches Leben tatsächlich anfühlen würde.

Ich holte tief Luft, ehe ich fortsetzte. „Ich hab noch was“, gestand ich, wieder etwas leiser. „Ich habe ... ich habe gestern probeweise im Garten geraucht. Und ich werde heute tagsüber auch noch rauchen, damit ich nicht aus der Rolle falle. Ich muss heute Vormittag noch zwei Packungen Marlboro Red in der Trafik holen.“

Wieder Stille, diesmal eine staunende. „Du hast was? Du, Elke, die Nichtraucherin? Das ist ja unglaublich! Und wie war’s?“

„Am Anfang furchtbar“, gab ich zu. „Aber nach ein paar Zigaretten ... es hat angefangen, mir zu schmecken. Nicht sofort gut, aber es war ... fremd, anders, ein Stimmungsbooster. Ich habe mich rasch damit angefreundet und fast die ganze Packung verdrückt. Ich muss, sobald Thomas fort ist, also ausreichend Nachschub besorgen.“

„Das ist Hingabe, Elke! Thomas wird nicht wissen, wie ihm geschieht“, resümierte Michaela bewundernd, während es in meinem Hals bereits leicht kratzte und ich spürte, dass ich jetzt meine erste Zigarette für den Tag ganz gut vertragen könnte, aber noch warten musste, bis ich endlich wieder allein zu Hause war.

Ich griff gegen den „Frosch in meinem Hals“ zu einem Glas Wasser und wollte gerade etwas erwidern, als Michaela mir zuvorkam: „Aber da wäre noch eine ganz wichtige Sache, die mir eingefallen ist: Welchen Künstlernamen willst du Thomas am Strich nennen? Du kannst ja schlecht Elke Gruber sein.“

„Stimmt“, murmelte ich. „Ich hab darüber nachgedacht. Irgendwas Kurzes, Prägnantes. Vielleicht ... Nina? Das klingt einfach und sexy, finde ich.“

„Nina! Perfekt!“, rief Michaela begeistert. „Nina, das ist kurz, prägnant, sexy und hat diesen Hauch von Geheimnis. Okay, Nina, wir treffen uns dann gegen halb acht, ja? Ich hol dich ab. Das Wetter soll übrigens schön bleiben und der Abend lau mit Temperaturen über 20 Grad, habe ich gelesen. Da kannst du, ohne dir Sorgen zu machen, im Latexkleid herumlaufen, ohne zu frieren.“

„Dann ist ja alles bestens“, antwortete ich. „Wann soll ich eigentlich Thomas Bescheid geben, dass ich ihn in der Einzingergasse mit einer Überraschung erwarte?“ Meine Schwester überlegte: „Gute Frage. Nicht zu früh, damit er nicht allzu viel Zeit zum Nachdenken hat. Nicht zu spät, damit er jedenfalls pünktlich um 20:00 Uhr dort ist. Ich würde sagen, so gegen 15:00 Uhr. Und mach ihm – wie besprochen – klar, dass er mit etwa 400 Euro in kleinen Scheinen zum Treffpunkt kommen soll.“ „Das mache ich, aber erst in einer zweiten SMS so gegen 18:00 Uhr. Dann hat er noch genügend Zeit zum Geldabheben und keine mehr, sich groß Gedanken zu machen oder mir Fragen zu stellen“, verlieh ich unserem Plan den letzten Feinschliff.

„Schick mir bitte noch die Koordinaten für sein Navi, Michaela. Ich muss jetzt Schluss machen, ich habe Thomas runterkommen gehört. Ciao.“ Thomas stand im Morgenmantel schon in der Küchentür und begrüßte mich mit einem Bussi: „Du wirkst nervös, Elke.“ „Ich habe schlecht geschlafen und habe vorhin mit Michaela telefoniert“, platzierte ich meine Ausrede. Mein Gatte akzeptierte meine Erklärung: „Oh ja, Michaela. Von der haben wir schon lange nichts mehr gehört.“ Um ihm keine Gelegenheit zu geben, hier weiter nachzuhaken, kündigte ich an: „Ich mache jetzt für uns das Frühstück, wenn es für dich recht ist.“ Er lächelte zufrieden.

Beim Frühstück selbst, als Thomas wie gewöhnlich von den anstehenden Aufgaben im Büro erzählte, war ich innerlich komplett abwesend. Meine Gedanken kreisten bereits an einem völlig anderen Ort. Ich sehnte mich nach Stille, nach Zeit für mich selbst, gekoppelt mit dem immer stärker werdenden Verlangen, endlich wieder rauchen zu dürfen. Ich brauchte den Dunst, um den klaren Kopf zu behalten, den mein Plan erforderte. Kaum hatte Thomas sich an der Haustür verabschiedet, brach die Hektik aus mir heraus. In Windeseile holte ich die fast leere Marlboro-Packung aus ihrem Versteck, stürzte zur Terrasse und riss die Tür auf. Das kurze Aufflackern des Feuerzeugs, der erste tiefe Zug – es war wie eine Erlösung. War ich nach nur einem Tag schon nikotinsüchtig oder trieb mich schlicht die nackte Anspannung?

Ich hatte mich schnell wieder beruhigt und konnte mich nun vollends meinen Vorbereitungen widmen. Mein Weg führte mich zunächst ein paar Straßenbahnstationen zur nächsten Tabaktrafik sowie zum nur einen Steinwurf entfernten Drogeriemarkt. Ich hatte mir auf einer Liste aufgeschrieben, was ich alles brauchte: einige Hygieneartikel, eine große Packung Kondome, des Weiteren auch grellen, pinken Nagellack und Lippenstift sowie ein billiges, aber verruchtes Parfüm. Ich wurde rasch fündig und entschied mich für ein Fläschchen Jovan Musk. Es roch schwer, süßlich und ein wenig aufdringlich – die passende Aura für Nina. Als Krönung landete eine Maxi-Packung knallrosa gefärbter Kondome, meine Lieblingsfarbe, in meinem Einkaufskorb.

An der Kassa angekommen, passierte es dann: Die Verkäuferin, eine ältere, resolute Dame um die 60, zog meine Einkäufe über den Scanner, doch bei den Kondomen streikte das Gerät. Ein schriller Fehlerton riss mich aus meiner Komfortzone. Anstatt dezent nachzusehen, schrie sie mit durchdringender Stimme, die Präservative für jedermann sichtbar in die Höhe haltend, quer durch den gut besuchten Laden ihrer Kollegin zu: „Resi, was kosten die neuen pinken Gummis da? Die Maxi-Packung. Die sind noch nicht im System.“

Ich fühlte, wie mir die Hitze bis in die Haarwurzeln stieg und ich am liebsten im Boden versunken wäre. Mehrere Kunden drehten sich neugierig glotzend zu mir um, während mein Blick starr auf das Förderband gerichtet blieb. Die Verkäuferin bemerkte mein Schamgefühl und tätschelte mir fast mitleidig die Hand, während sie den Preis händisch eintippte: „Sie brauchen sich gar nicht genieren, mein Kind, dass Sie die dabei haben, wenn Sie in der Disco auf Aufriss gehen. Es ist heutzutage viel sicherer so und Sie zeigen wenigstens Verantwortungsbewusstsein.“ Ich presste ein gequältes Lächeln hervor und dachte mir nur: „Wenn die wüsste ...“

Wieder auf der Straße griff ich stark zitternd nach einer der vorhin gekauften Marlboro-Packungen, riss sie auf und gönnte mir eine Zigarette. Dass ich nun in aller Öffentlichkeit rauchte, kümmerte mich in diesem Moment wenig; ich war unter Hochspannung und brauchte dringend das Nikotin, um wieder etwas von dem Stress herunterzukommen. Ein Passant beobachtete mich dabei lüstern, als wollte er mir allein durch seinen Blick mitteilen, dass er mich am liebsten hier und jetzt nehmen würde. Als er an mir vorbeigezogen war, pfiff er mir sogar noch hinterher. Ich erstarrte für eine Sekunde und begriff: Es musste also wirklich etwas dran sein, dass rauchende Frauen dieses gewisse Etwas besaßen, das Männern sofort den Kopf verdrehte.

Zurück zu Hause widmete ich mich vorübergehend wieder einer vertrauten Routine und kochte ein Pastagericht, um mir eine kleine Mahlzeit zuzubereiten. Was übrig blieb, würde ich für Thomas abends aufwärmen. Mein Handeln verlief anders als gewöhnlich rein mechanisch, ohne Herzblut.

Die folgenden Stunden zogen sich wie Kaugummi. Ich verinnerlichte immer wieder den erwarteten Ablauf meines Auftritts, starrte ständig auf die Uhr, weil alles viel zu lange dauerte. Und ja, ich rauchte für meine Verhältnisse exzessiv im Garten, um die Zeit totzuschlagen. Ich fühlte mich wie eine Künstlerin, die ungeduldig, mit etwas Lampenfieber, ihre große Vorstellung am Abend erwartet. Aber eigentlich war ich bloß Nina, die sich auf ihren Einsatz als Prostituierte vorbereitete.

Als die Kirchenuhr drei schlug, nahm ich mein Handy und tippte die Nachricht an Thomas, die ich mir zurechtgelegt hatte, kurz und prägnant, ganz so, wie Michaela es geraten hatte, mit einem Hauch von Geheimnis und Verlockung: „Schatz, das war eine schwere Woche für uns. Ich liebe dich und hab daher eine ganz besondere Überraschung für dich. Komm heute Abend direkt von der Arbeit mit dem Auto in die Einzingergasse 18, 1210 Wien. Du kommst aus der Autokaderstraße, biegst in die Einzingergasse, fährst ca. 200 Meter. Nach der Tankstelle gibt es auf der rechten Straßenseite eine kleine Nische, wo ich um 20:00 Uhr auf dich warte. Sei bitte pünktlich! Sei bereit für etwas ganz Neues. Deine Elke.“

Nur wenige Sekunden danach kam ein kurzes „Okay, Liebste, ich werde da sein und freue mich schon! Dein Thomas“ mit seinem üblichen Herz-Emoji. Ich war erleichtert, dass er, ohne viel zu fragen, am Köder angebissen hatte und ich nun die finalen Verwandlungsschritte beginnen konnte.

Ich kehrte aus dem Garten in den Innenbereich zurück, wo die Einkaufstüte auf der Küchenkommode lag, und schnappte den Flakon mit dem knallpinken Nagellack heraus. Bevor ich jedoch den Pinsel ansetzte, hielt ich kurz inne, denn mein Blick fiel auf den schlichten Weißgoldreif am Ringfinger meiner rechten Hand. Er war das Symbol für 12 Jahre Sicherheit, Treue und Beständigkeit. Mit einer entschlossenen, fast schon rituellen Bewegung streifte ich ihn ab und legte ihn in eine kleine Porzellanschatulle. In der Welt, in die ich heute Abend eintauchen würde, gab es keine Ehefrau Elke; Nina war frei, Nina war Single, Nina gehörte dem, der sie gerade bezahlte. Dann begann ich, meine Nägel zu lackieren. Die grelle Farbe wirkte an mir wie ein Fremdkörper, fast schon obszön im Vergleich zu dem dezenten Rosé, das ich sonst bevorzugte. Während der Lack an den Fingern und Zehen trocknete, wehte der brennende Duft des Lösungsmittels zu mir hoch und vermischte sich mit dem kalten Tabakgeruch an meinen Fingerspitzen. Jede Schicht Farbe war wie eine weitere Barriere, die ich zwischen meinem alten Leben und der kommenden Nacht errichtete.

Gegen 17:00 Uhr zog ich mich ins Bad zurück. Ich duschte mich gründlich, aber nicht zu heiß, schrubbte mich sauber, als wollte ich die alte Elke endgültig abwaschen, um Platz für Nina zu schaffen. Dabei rasierte ich meinen Schambereich glatt, wie es zum kolportierten Standard einer professionellen Hure gehörte. Beim Duschen achtete ich penibel darauf, den frischen Lack auf meinen Nägeln nicht aufzuweichen. Auf das Zähneputzen verzichtete ich bewusst, denn ich wollte meinen authentischen Mundgeruch, den ich mir durch den intensiven Tabakkonsum an diesem Tag angeeignet hatte, bewahren. Und selbst unmittelbar nach dem Duschen griff ich, noch direkt im Badezimmer, erneut zu meinen Marlboro Reds, um den Gestank wirklich für jeden merkbar in meine Haut und Haare einzubrennen. Die aufsteigenden Rauchwolken mischten sich mit der feuchten, warmen Zimmerluft zu einer schweren sensorischen Komposition und ich stand nackt mitten in diesem dichten, grauen Schleier.

Nachdem ich mich abgetrocknet hatte, tapste ich barfuß ins Schlafzimmer und kramte die diskret im Kleiderschrank verborgenen Taschen von „Aphrodite’s Secret“ hervor. Das Knistern des Plastiks klang in der Stille des Raumes wie ein kleiner Verrat. Ich begann, wie ich es beim erstmaligen Anprobieren in diesem Laden erklärt bekommen hatte, das Talkum auf meiner Haut zu verteilen, bis ich von einer feinen weißen Schicht überzogen war, die meine Bewegungen im Gummi erst möglich machen würde.

Dann folgte der Überzug meiner neuen Identität: Zuerst schlüpfte ich in die knappe Latexunterwäsche, die sich kühl und eng an meine Haut schmiegte. Ich sah mich im Spiegel und ahnte, dass mir jeder Mann diese kaum etwas verbergenden, glänzenden Hüllen begierig runterreißen würde, um in meine Vagina einzudringen. Danach kam das schwarze Latexkleid. Es anzuziehen war ein regelrechter Kraftakt; das Material leistete Widerstand, quietschte bei jedem Zug und verlangte mir vollen Körpereinsatz ab, als ich mich hineinzwang, bis es schließlich meine Kurven wie eine glänzende zweite Haut umschloss und meine vollen Brüste, die bereits durch den eng anliegenden Latex-BH geformt waren, fast schmerzhaft nach oben zwang. Ich streifte die Netzstrümpfe über meine Beine, deren grobes Muster einen harten Kontrast zum glatten Gummi bildete, und stieg schließlich in die kniehohen Stiefel. Als ich die Reißverschlüsse der Stiefel hochzog, fühlte ich mich endgültig wie in eine Rüstung eingeschweißt. Das Geräusch meiner Absätze auf dem Parkettboden war hart und fremd – das Echo einer Frau, die bereit war, für den Rest der Nacht alle Regeln zu brechen.

Erneut blickte ich in mein Spiegelbild. Das war nicht mehr Elke. Das war Nina. Um den Look zu perfektionieren, holte ich aus einer Schmuckschatulle eine dicke Goldhalskette hervor, ein Geschenk meiner Großmutter, die sie immer bei besonderen Anlässen getragen hatte. Ich legte sie an, das schwere Metall kühl auf meiner Haut. Es war ein bizarrer Kontrast zu dem billig wirkenden Latex, verlieh dem Ganzen eine zusätzliche Note von Dekadenz. Schließlich griff ich nach dem knallpinken Lippenstift und malte mir einen Mund, der keine Widerworte duldete. Ein letzter Stoß aus dem Flakon meines schweren Parfüms legte sich über den metallischen Geruch des Latex und den kalten Qualm.

Ich warf einen letzten harten Prüfblick in den Spiegel und lächelte mich verführerisch an. Ich musste noch probieren, wie schnell ich Nina „einsatzbereit“ machen konnte. Mit kühler Präzision übte ich, den langen Reißverschluss an der Vorderseite in einer sinnlichen Geste nach unten zu ziehen, bis sich meine überdimensionierten Naturbusen dem imaginären Betrachter darboten. Ich schlüpfte versuchsweise aus den kurzen Ärmeln, prüfte, wie stark das Material spannte, und raffte den engen Rockteil bis zur Hüfte hoch, um den Zugang für den eigentlichen Akt freizugeben. Zu guter Letzt packte ich auch noch meine für diesen Auftritt erworbene Lackhandtasche mit allem, was ich für meinen Einsatz auf der Lustmeile benötigte, darunter die rosa Kondome. Ich war bereit.

Ich griff nach meinem Smartphone. Es war genau 18:00 Uhr. Die Zeit der Vorbereitung war vorbei; jetzt begann das Geschäft. Ohne zu zögern, tippte ich die zweite Nachricht, um alles zu fixieren:

„Noch etwas, Schatz: Bring bitte 400 Euro in bar mit, am besten in kleinen Scheinen. Stell jetzt keine Fragen, vertrau mir einfach und sei pünktlich. Du wirst aus dem Häuschen sein. Ich warte auf dich! Deine Elke.“

Als ich auf Senden drückte, spürte ich ein triumphales Prickeln unter dem engen Latex. Kurz darauf bestätigte Thomas, noch bei einer Bank vorbeizufahren und pünktlich da zu sein.

Ich begab mich in voller Montur ins Erdgeschoß, öffnete die Terrassentür weit, sodass ausreichend Frischluft ins Zimmer strömte. Ich setzte mich an den Esstisch und zündete mir eine Zigarette an. Ich würde hier rauchend warten, bis Michaela eintreffen würde, um mich abzuholen.

Kapitel 7: Das Spiel beginnt

Als Michaelas Auto um 19:25 Uhr vor dem Haus hielt und nach mir hupte, war ich bereit zum Sprung. Ich schlüpfte trotz der warmen Witterung in einen weiten Mantel aus leichtem Stoff, um mein Outfit zu verbergen, denn unsere Nachbarn, die uns gut kannten, sollten mich nicht in diesem Aufzug sehen.

Ich öffnete Michaelas Autotür und setzte mich zu ihr hinein. Kaum saß ich, rümpfte Michaela die Nase: „Du hast ja wirklich geraucht, Elke! Das riecht man sofort. Und dein Parfüm ist auch nicht ohne.“ „Jovan Musk“, antwortete ich, „es hat diese gewisse, verruchte Note.“ Sie lachte. „Perfekt! Das gehört dazu.“

Als ich dann sogleich den Mantel lüftete und mich zu ihr drehte, sah ich, wie Michaelas Augen sich weiteten. Ihr Mund öffnete sich leicht, dann schloss er sich wieder. Ein schelmisches Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

„Heilige Makrele, Elke!“, rief sie begeistert. „Ich hab ja gewusst, dass du das rockst, aber das ... das ist Wahnsinn! Ich wusste ja schon, dass dir das Latexkleid ausgezeichnet steht, aber in deinem kompletten Outfit mit Schminke, Kette und ohne Brille ... du siehst aus wie ... wie der wahr gewordene feuchte Traum jedes Mannes auf diesem Strich! Thomas wird der Schlag treffen!“ Ich schlüpfte aus dem Mantel, da er sich viel zu warm anfühlte und ich bereits stark schwitzte. Sie musterte mich von Kopf bis Fuß. „Genial! Das ist wirklich so nuttig, wie es nur sein kann!“

Ihr Lob traf mich. Es war keine Schmeichelei, sondern ein ehrliches Kompliment, echte Bewunderung. Und in diesem Moment, in Michaelas leuchtenden Augen, verinnerlichte ich: Ich bin Nina, die exquisite Prostituierte ohne Tabu aus der Einzingergasse.

Kurz vor 20:00 Uhr. Wir näherten uns dem Ziel. Meine Hände waren feucht, meine Haut transpirierte, mein Herz pochte wie wild gegen meine Rippen. Michaelas Wagen rollte langsam die unscheinbare Gasse entlang, die wir am Vortag erkundet hatten. Das rötliche Leuchten der untergehenden Sonne tauchte die Umgebung in eine unwirkliche Atmosphäre.

„So, Elke. Wir sind da“, erklärte Michaela und hielt den Wagen genau an der besagten Nische in der alten Mauer. Sie legte eine Hand auf meinen Arm. „Atme tief durch. Du schaffst das.“

Ich nickte, unfähig zu sprechen. Ich deutete kurz auf meinen abgelegten Mantel, auf dem ich saß.

„Den kannst du ruhig bei mir lassen. Rauch zur Beruhigung noch eine“, meinte meine Schwester liebevoll und deutete auf die Packung Marlboro Red, die ich auf dem Armaturenbrett abgelegt hatte, nachdem sie mir bereits auf der Fahrt erlaubt hatte, gegen meine Nervosität zu rauchen. „Und viel Erfolg, Nina. Er wird sich wundern.“ Ein letztes, aufmunterndes Lächeln, dann entsperrte sie die Türen. Ich blickte noch auf ihre Autouhr: 19:57 Uhr. Hoffentlich würde Thomas bald kommen.

Ich stieg aus. Die erstaunlich kühl wirkende Abendluft umspielte meine nackten Arme und Beine. Der Geruch der Straße, eine Mischung aus Abgasen und Petroleum, stieg mir in die Nase. Mit zitternden Fingern fischte ich nach einer Zigarette, steckte sie mir in den Mund und zündete sie an. Nach dem ersten Zug breitete sich tatsächlich eine leichte, seltsame Ruhe in mir aus. Der Rauch, der aus meinen Lippen quoll, fühlte sich richtig gut an, eine Stütze, auf die ich mich verlassen konnte.

Jetzt stand ich also da. So, wie ich es wollte. In dem glänzenden, engen Latexkleid, den kniehohen Stiefeln, mit der dicken Goldkette und der modischen Lacktasche, die über meiner rechten Schulter hing. Eine rauchende Silhouette in der hereinbrechenden Dunkelheit unter dem flackernden Licht der Straßenlaterne.

Michaela winkte mir noch einmal zu, bevor sie langsam davonfuhr und, wie wir es abgemacht hatten, ein Stück weiter in der Gasse parkte, wo sie nicht direkt zu sehen war, aber alles im Blick behalten konnte.

Ich stand allein da. Mein Blick schweifte mit Interesse über die Straße. In einiger Entfernung, noch in Reichweite und für mich gut sichtbar, verteilt in ähnlichen Nischen oder an parkenden Autos lehnend, standen sie. Andere Frauen.

Eine Ältere, deren müdes Lächeln unter einer dicken Schicht Make-up verschwand, lehnte rauchend an einem Laternenpfahl. Ihre billigen, viel zu engen Jeans spannten sich über ihre Hüften und das paillettenbesetzte Top war so kurz, dass es bei jeder Bewegung den Ansatz ihrer weichen, leicht entblößten Taille freigab. Im kalten Schein der Straßenbeleuchtung wirkte das harte Glitzern der silbernen Pailletten fast wie ein verzweifeltes Signal.

Weiter drüben wartete eine junge Frau mit knallroten Haaren, die ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat. Die braune Lederjacke trug sie offen über einem hauchdünnen Kleid im Leopardenmuster, das sich beim kleinsten Windhauch eng an ihre Schenkel schmiegte und kaum mehr als das Nötigste verdeckte. Ihre Augen suchten nervös die Straße ab. „Was willst du, Alter?“, hörte ich sie rufen, als ein langsam anrollender Wagen neben ihr hielt. Sie beugte sich tief zum Beifahrerfenster, sodass die Jacke wegglitt und den Blick auf ihr schweißnasses Dekolleté freigab.

Eine andere, offensichtlich osteuropäische Frau mit zerrissenen Netzstrümpfen, die ihre langen Beine wie ein dunkles Gitter überzogen, lachte laut und schrill. Ihr tief ausgeschnittenes dunkelblaues Mieder drückte ihre Brüste weit nach oben, während sie sich mit einem raubtierhaften Lächeln einem älteren Mann zuwandte, der bei geöffnetem Fenster in seinem Auto saß. „Willst du es mit Risiko, mein Schatz? Ganz ohne Schutz?“, fragte sie mit rauer, aber doch einladender Stimme, während sie sich mit einer lasziven Geste durch das Haar fuhr. Es dauerte nur ein paar Sekunden und sie stieg mit einer geschmeidigen Bewegung, die den golden glänzenden Minirock noch weiter hochschob, in seinen Wagen.

Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken und ich zuckte kurz zusammen. Das Treiben war real, vielschichtiger und weniger glamourös, als ich es mir in meinen Recherchen vorgestellt hatte. Es war harte Arbeit und diese Damen waren darin gefangen. Ein Stich traf mich in die Brust. Es war die Erkenntnis, wie nah Lust und echte Gefahr hier beieinanderlagen. Ich strich mir reflexartig mein Latexkleid glatt, spürte den festen, kühlen Widerstand des Materials unter meinen Handflächen und machte dabei zugleich einen tiefen, letzten Zug an der ausglimmenden Zigarette.

Ich hoffte nur, dass Thomas pünktlich kam. Der Gedanke, von einem Fremden angesprochen zu werden, bevor er auftauchte, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Was würde ich tun? Wie würde ich reagieren? Die Worte und Sätze, die ich mir mühsam eingeprägt hatte, drehten sich in meinem Kopf, aber in dieser realen Umgebung fühlten sie sich hohl an.

Plötzlich wurde die beklemmende Stille durch Stimmen von der gegenüberliegenden Straßenseite durchbrochen. Keine 10 Meter von mir entfernt blieben zwei junge, arabisch aussehende Männer, kaum älter als 20, vor einer der Frauen stehen. Sie waren zu Fuß gekommen und wirkten in ihren Sportjacken fast deplatziert.

„Hey, Schöne“, begann der Größere von beiden in gebrochenem Deutsch, während er sich eine Zigarette ansteckte. Sein Tonfall war anfangs noch ruhig, fast bittend: „Wir sind beide aus Syrien, wir sind Flüchtlinge, weißt du? Wir haben keine Frau, aber großen Bedarf, zu ficken. Und wir haben Geld, viel Geld.“ Er zog ein Bündel großer Scheine aus der Tasche und hielt sie ihr hin. „Wir wollen beide. Zusammen. Wir bezahlen gut für zwei.“ Sein Kumpel nickte eifrig und trat einen Schritt näher zu ihr. „Ja, beide zusammen. Du und wir. Kein Problem, oder?“

Die Prostituierte, eine groß gewachsene, dunkelhaarige Schönheit in schwarzem Lederoutfit, deren Jacke weit offen über einem violetten BH und nackter Haut stand, versteifte sich, ihre Handtasche fest umklammernd. „Vergesst es!“, zischte sie und ihre Stimme wurde schlagartig laut und scharf: „Ich mache kein Double, schon gar nicht mit euch!“ „Warum nicht?“, fragte der Erste nun mit einem aggressiven Unterton, die Höflichkeit bröckelte. „Geld ist Geld, oder? Ist gutes Geld!“ „Verpisst euch einfach!“, schrie sie ihnen jetzt direkt ins Gesicht. „Behaltet euer Geld aus der Mindestsicherung und haut ab!“

Ein paar Sekunden lang herrschte eine gefährliche Elektrizität in der Luft. Die beiden Migranten starrten sie wütend an, ihre Körperhaltung angespannt. Ich hielt den Atem an. Ich fürchtete, sie könnten zu mir kommen. Wenn sie nur den Kopf drehten, würden sie mich sehen. Mein Herz raste so laut, dass ich glaubte, man würde es auf der anderen Seite hören. Doch ich hatte unglaubliches Glück: Nach einem letzten, verächtlichen Auf-den-Boden-Spucken machten sie kehrt und zogen auf Arabisch fluchend von dannen. Ich atmete erleichtert auf und hatte, ehe ich mich versah, eine weitere angezündete Zigarette im Mund.

Kurz darauf vernahm ich ein leises Brummen in der Ferne, das langsam lauter wurde. Mein Blick fixierte die Straße. Ein schwarzer Wagen näherte sich. Das konnte, das musste Thomas sein, betete ich im Stillen. Die Scheinwerferkegel tanzten über den Asphalt. Mein Herzschlag setzte aus. Und dann sah ich es: das bekannte Nummernschild auf dem schwarzen Mercedes meines Mannes.

Er kam.

Kapitel 8: Der Fang im Netz

Der schwarze Mercedes von Thomas rollte langsam heran, seine Scheinwerfer tasteten die Gasse ab, bis sie mich fanden. Mein Herzschlag setzte für einen Moment aus. Würde er mich erkennen oder einfach weiterfahren? Er bremste sanft und hielt direkt vor mir. Schlagartig kehrte, jetzt in seiner Gegenwart, meine Sicherheit zurück und just begriff ich, wie der Strich tickte: Es gab nur die Nutte und den Freier, sein Vergnügen und ihre Bezahlung; all die Dramen rundherum waren für sie bedeutungslos und hatten nicht zu interessieren. Der Motor lief noch, ein leises Summen in der Stille. Durch die getönte Scheibe konnte ich seine Umrisse erkennen, aber nicht sein Gesicht. Mein Lampenfieber war gewichen, die Spannung dennoch zum Greifen nah.

Ich hob die Zigarette an die Lippen, nahm einen tiefen Zug und blies den Rauch langsam aus, wobei ich versuchte, die betonte, sexuell gefärbte Lässigkeit zu imitieren, die ich in meinen Recherchen studiert hatte. Dann trat ich einen Schritt näher und beugte mich leicht vor, meine Hand ruhte auf dem kalten Metall des Wagendaches. Die Goldkette glitzerte im fahlen Licht.

Langsam senkte sich die Scheibe der Beifahrerseite. Thomas saß im Halbdunkel der Armaturenbeleuchtung. Sein vielsagender Blick lag sofort auf mir, signalisierte, alles sehen zu wollen. Er stellte mit dem Zündschlüssel den Motor ab und entsperrte die Zentralverriegelung. Ich wartete nicht lange und zog mit einem entschlossenen Ruck die Seitentür weit auf. Nun trennte uns nichts mehr. Die Innenbeleuchtung war angegangen. Ich präsentierte mich ihm in meiner ganzen Pracht. Sein Blick wanderte gierig von meinen hohen Lederstiefeln über meine prallen Oberschenkel, das glänzende Latexkleid, in das mein kurviger Körper hineingezwängt war, die lackierten Fingernägel, die brennende Zigarette, bis er auf meinem Gesicht mit dem pinken Kussmund verweilte. Seine Pupillen weiteten sich sichtlich. Ein Ausdruck von Unglauben, gepaart mit einer elektrisierenden Mischung aus Überraschung und roher Begierde, huschte über sein Gesicht. Er erkannte mich, aber es war nicht die Frau, die er kannte. Es war Nina, die er vor sich sah.

Ich sog erneut an meinem Glimmstängel, ließ den Qualm allmählich zwischen meinen Zähnen entweichen und nahm die Zigarette aus dem Mund. Ein verschmitztes Lächeln, das ich mir mühevoll antrainiert hatte, eine Mischung aus Herablassung und Verführung, spielte auf meinen Lippen. Der beißende Tabakgestank und die schwere, süßliche Wolke meines Parfüms fluteten das Wageninnere wie eine feindliche Übernahme und verdrängten gnadenlos jede Spur von Sauberkeit. Ich merkte, wie Thomas die Nase rümpfte, doch es war kein Zeichen von Abscheu, sondern höchster Erregung, als er sich nach dem aufdringlichen Geruch der Frau verzehrte, die ihn verströmte. In seiner sonst so sterilen, nach teurem Leder und dezentem Aftershave duftenden Kabine wirkte dieses giftige Aroma wie ein hocheffizienter Katalysator für seine Sinne. Es war eine viszerale Provokation, die ihn erbeben ließ. Und genau das war der Plan.

„Na, mein Lieber? Gefällt dir nur die Aussicht oder suchst du was Spezielles?“, fragte ich; meine Stimme war tiefer, rauer als sonst, vielleicht auch, weil ich seit zwei Tagen so intensiv rauchte. Ich klang nach Nina, nicht nach Elke. „Ich bin Nina. Und du?“

Thomas wirkte auf mich offenkundig überfordert; Schweißperlen standen ihm auf der Stirn. „Thomas. Ich ... ich glaube, ich bin hier richtig“, stotterte er und atmete hörbar schneller. „Worauf hast du Lust, Nina?“

Ich lächelte schief und ließ ihn einen Moment zappeln, während ich wieder genüsslich an meiner Zigarette zog: „Worauf ich Lust habe?“, wiederholte ich mit rauem Ton und blies den Rauch direkt in seine Richtung. „Das entscheiden wir später. Erstmal geht es darum, worauf du Lust hast. Was darf ich dir heute Abend anbieten?“

Er zögerte und starrte wie besessen auf das schwarze Latex an meiner Rubensfigur: „Was kannst du denn anbieten, Nina?“

Ich antwortete nicht sofort, sondern fixierte seinen Blick, während meine Hand langsam zum silbernen Schieber des Reißverschlusses glitt. Mit einem leisen, fast schon obszönen Summen des Metalls öffnete ich ihn in einer verführerischen Geste, um ihm zu zeigen, was ihn darunter erwartete. Als der Ausschnitt den Latex-BH um meine vollen Brüste preisgab, merkte ich, wie er schluckte und ihm förmlich das Wasser im Mund zusammenlief. „Das hier kannst du alles haben“, hauchte ich und beugte mich ein Stück näher zu ihm hinein, sodass er auch meinen ungefilterten Mundgeruch wahrnahm. „Wenn du es dir leisten kannst.“

„Was verlangst du?“, räusperte er sich. Ich hob eine Augenbraue und begann wie eine gut geölte Maschine mein einstudiertes Sprüchlein:

„Ich verlange 80 Euro für einen Blowjob, 150 für meinen Standardservice, bestehend aus Blasen und Verkehr, so wie du es magst. Zu unser beider Sicherheit erfolgt dies alles mit Schutz. Ich habe in der Handtasche meine eigenen Kondome dabei, reißfest und gefühlsecht. Falls du als echter Kerl aber auf den störenden Gummi verzichten möchtest und es lieber ohne willst, wird die Sache empfindlich teurer, dafür aber auch sehr viel geiler. Ich verrechne einen Fünfziger Aufpreis für Oral ohne und für den Genießer-Gentleman gibt es schließlich für 350 Euro den kompletten Tabulos-Service – da ist dann wirklich alles drin, was dein Männerherz begehrt: heiße Zungenküsse, geiles Naturfranzösisch, blankes Vögeln, Abspritzen, wohin du auch immer willst, mit anschließendem Sauberlecken und Schlucken – alles ist möglich, ganz ohne Kondom.“

Ich strich meine Zunge in einer aufreizenden Kreisbewegung über meine pinken Lippen und ließ meine freie Hand den Oberschenkel entlangfahrend unter meinen Latexrock verschwinden. „Ich bin da unten schon ganz feucht. Was möchtest du heute mit mir anstellen, du geiler Bock?“

Ich nahm einen letzten starken Zug und warf die ausgebrannte Kippe auf die Straße, als ich auf seine Reaktion wartete, wohl wissend, dass er von seiner Lust regelrecht überwältigt war und wie hypnotisiert nach Worten rang. „Ich ... ich interessiere mich für den tabulosen Service. Für 350 Euro.“ Er presste die Worte hervor, als würde er sich zwingen, sie auszusprechen. Ich hatte ihn an der Angel und das gab mir weiter Auftrieb, ganz authentisch Nina zu sein.

„Aber ... ist das nicht gefährlich, so ganz ohne alles?“, stammelte er, während sein lüsterner Blick zwischen meinen Augen und meinem Dekolleté hin- und herirrte und er meinen Geruch, ohne es verbergen zu können, in sich aufsaugte. „Ich meine ... du bist doch gesund, oder? Ich möchte mir auf keinen Fall irgendwas einfangen. Ich bin nämlich verheiratet, musst du wissen.“

Ein spontanes, trockenes Lachen entwich meiner Kehle, begleitet von einer dichten Wolke blauen Rauches, den ich im Mund zurückgehalten hatte, während er röchelte. „Verheiratet?“, wiederholte ich mit einem spöttischen Unterton, während ich meine Hand demonstrativ tiefer unter meinen Latexrock gleiten ließ. „Schatz, das sind sie hier fast alle. Glaubst du, das ist für mich was Besonderes?“ Meine Antworten formulierten sich wie von selbst. Für einen Sekundenbruchteil erschrak ich darüber, was ich da für einen abscheulichen Mist von mir gab. Es war nicht mehr ich, die hier sprach, sondern Nina beziehungsweise das unsichtbare Skript in meinem Kopf.

Ich setzte mich ungefragt zu ihm auf den Beifahrersitz und flüsterte ihm ins Ohr, sodass er den schweren Tabakgeruch an mir und mein aphrodisierendes Parfüm, das meinen stinkenden Schweiß kaum mehr überdeckte, fast schon schmecken konnte. Ein Hauch von Trotz und Herausforderung lag in meiner Geste. „Schatz, das hier ist nichts für Feiglinge. Nur für echte Männer, die um der totalen Hingabe willen das Risiko lieben und sich nicht vor einem kleinen Nervenkitzel fürchten. Wenn du dir Sorgen machst, bist du bei mir falsch.“ Ich lächelte schief. „Und mal ehrlich, mein Lieber, wenn du wirklich den ultimativen Kick willst, dann musst du wissen, worauf du dich einlässt. Glaub nicht, dass du der Einzige bist, der heute Nacht hier unterwegs ist, um sein aufgestautes Bedürfnis zu befriedigen. Mein letzter Kunde ist gerade erst zum Schuss gekommen und der wollte es auch ganz ohne Gummi. Das macht doch erst den Reiz aus, oder? Dieses prickelnde Gefühl, wenn du nicht weißt, was morgen ist.“

Das hatte gesessen! Ich bemerkte, wie ein unübersehbarer Schauer über seinen Körper lief. Seine Augen waren jetzt weit aufgerissen, fasziniert und angewidert zugleich. Das spielte mit seiner tiefsten Angst und seiner größten Fantasie. Die Vorstellung, dass er nicht der Erste war, der heute ohne Schutz mit mir, mit Nina, sexuell vereint sein würde, schien ihn völlig zu überwältigen. Seine Erektion zeichnete sich deutlich unter seiner Hose ab. Er schluckte schwer. „Ich kann ... ich kann nicht anders, Nina. Ich muss dich haben und werde dieses Risiko eingehen.“

Ich quittierte seine Entschlossenheit mit einem kurzen, einsilbigen Lachen, das in meiner rauchigen Kehle angenehm rau klang. „Eine weise Entscheidung, mein Großer. Wer will schon Plastik, wenn er das fleischige Original haben kann?“, raunte ich und streckte meine Hand mit den knallpinken Nägeln, mit der ich eben noch mein Latex-Unterhöschen gerieben hatte, fordernd aus. „Zuerst das Geschäftliche. 350. Dann gehört die nächste Stunde uns und ich bin dein. Und ich verspreche dir, du wirst diese Nacht ein Leben lang nicht vergessen.“

Thomas vibrierte, als stünde er unter Strom. Er nestelte die Scheine aus seinem Portemonnaie. Es war fast schmerzhaft mitanzusehen, wie er die sieben Fünfziger abzählte. Jedes Rascheln des Papiers war ein weiterer Nagel im Sarg unserer alten Ehekonventionen. Er legte mir den Stapel in die offene Handfläche. Das Geld war warm von seinem Körper.

Ich zählte nicht nach. Ein Profi wie Nina vertraute auf den ersten Blick oder sie tat zumindest so. Ich stopfte die Scheine betont achtlos in meine schwarze Lacktasche zu den Zigaretten, den nun überflüssigen Kondomen und dem pinken Lippenstift. „Braver Junge“, schmeichelte ich ihm und lehnte mich so weit zu ihm vor, dass meine schweren, im Latex gepressten Brüste sein Lenkrad berührten und mein dicker Hintern leise auf dem Ledersitz quietschte. Und ich flüsterte, fast atemlos: „Ein winziges Detail wäre noch zu klären: Wo möchtest du abspritzen? In meinem gierigen Mund, auf mein hübsches Gesicht, meinen üppigen Körper oder direkt in meine heiße Muschi?“

Thomas zögerte keine Sekunde. Seine Augen glühten vor Lust. „Wenn schon, dann in deiner Muschi.“

Ich grinste breit, ein echtes, siegesgewisses Lächeln, das sich aber schnell wieder in Ninas lasziven Ausdruck verwandelte. „Eine hervorragende Wahl, mein Schatz. Das ist auch die Wahl, die mir bei meinen Freiern regelmäßig einen Orgasmus beschert.“

Ich triumphierte innerlich. Mein Fang war im Netz.

Kapitel 9: Das Ausleben der tabuisierten Lust

„Wohin sollen wir fahren, Nina?“, fragte Thomas. Seine Stimme war belegt, was seiner Aufregung und Ungeduld gleichermaßen geschuldet war. Ich spürte fast plastisch, dass er es kaum noch erwarten konnte, sich endlich in Nina zu entladen. Ich schloss die Beifahrertür mit einem satten Klicken. Das Seitenfenster schob sich lautlos nach oben und sperrte die Welt um uns herum endgültig aus, sodass wir nun in einer von allem abgekapselten Intimität ganz allein für uns waren. Er verzehrte sich förmlich danach, meinen üblen Geruch der Sünde, des Schmutzes, der Straße, der nun durch keinerlei frische Luft mehr verdünnt wurde, zu inhalieren.

Ich lehnte mich entspannt zurück, nur so vor Selbstvertrauen strotzend: „Es gibt da ganz in der Nähe einen kleinen, abgelegenen Parkplatz. Perfekt für uns und das Geschäft, das wir zu verrichten haben. Fahr langsam. Ich werde dir den Weg weisen.“

Thomas nickte und setzte den Wagen in Bewegung. Ich griff in die Handtasche nach meiner Packung Marlboro Red, zog eine Zigarette heraus und zündete sie mir mit einer aufreizenden Selbstverständlichkeit an. Thomas bemerkte es, sagte aber kein Wort. Der stechende Rauch sättigte den kleinen Innenraum seines makellosen Mercedes, vernebelte ihn binnen Sekunden, verpestete die uns verbleibende Atemluft mit Kohlenmonoxid, eine Geste der Rebellion, die er wortlos hinnahm. Und doch sprach seine körperliche Reaktion Bände: Die Beule unter seiner Anzugshose schwoll weiter an. Nach wenigen Augenblicken bogen wir auf meine Anweisung rechts ab und rollten die enge Zufahrt weiter, bis wir den besagten Parkplatz erreichten. Einige andere Autos standen bereits dort. Während das eine oder andere Paar sein wildes Treiben am Fahrzeug offen zur Schau stellte, bevorzugten andere den diskreten Schutz des inneren Bereichs. Sie alle waren schemenhafte Figuren in der spärlichen Beleuchtung; das laute Stöhnen allerorts schuf eine verruchte Geräuschkulisse der lasterhaften Lust, die den Zuhörer an den sich rundherum aufbauenden Orgasmen beinahe physisch teilhaben ließ. Die Szenerie, die ich am Vortag noch mit Ekel betrachtet hatte, erschien mir jetzt als die Bühne für unser eigenes, verbotenes Drama.

Thomas stoppte den Mercedes an einer relativ ruhigen Stelle, etwas abseits der anderen Fahrzeuge. Er schaltete den Motor aus. Die Stille, die darauf folgte, war nur vom fernen Rauschen des Verkehrs, den zirpenden Grillen und der lauten Ekstase der anderen Paare durchbrochen.

„Steig aus, Nina“, forderte er mich auf, seine Stimme war tief und fest. „Wir machen das auf der Motorhaube. Das Auto soll sauber bleiben.“

Ich musste mich zusammenreißen, nicht laut zu grinsen. Sauberkeit war sein Fetisch. Tabakrauch in der Luft war noch hinnehmbar, ja in der aktuellen Situation sogar extrem erregend; Sekret- und Spermarückstände auf der Rückbank wären es keinesfalls mehr, ein absolutes No-Go. Und er hatte recht – die kühle Motorhaube, die relative Dunkelheit, das Verbotene, das war genau das, was er wollte. Und wesentlich geräumiger und damit bequemer würde es da draußen auf dem Blech auch sein. Andererseits würde ich mich dort für die anderen wahrnehmbar entblößen müssen; vielleicht würde uns ein Voyeur sogar dabei zusehen. Ich empfand kurz Scham, wusste aber, dass ich da durch musste, und spielte auf Coolness. Ich nickte also mit einem aufgesetzten Lächeln und stieg aus, seine Augen folgten begierig jeder meiner Bewegungen, besonders als mein kurzer Rock hochging und ihm einen ersten Glimpse auf mein darunter verstecktes Latexhöschen gewährte. Die nicht fertig gerauchte Zigarette schnippte ich in den Schotter, ein kleines, glimmendes Licht am dunklen Boden, und drückte sie mit dem Absatz meines Stiefels aus. Meine Handtasche legte ich auf der Motorhaube ab.

Kaum hatte Thomas, mein Freier, den Wagen verlassen und die Fahrertür hinter sich zugeschlagen, packte er mich und zog mich fest an sich, um mich zu küssen. Seine hemmungslose Entschlossenheit gefiel mir, auch wenn er mir in seinem Ungestüm beinahe Schmerzen bereitete. Er biss vor Geilheit fast in meine knallpink geschminkte Lippe, schluckte den Lippenstift, der sich dabei ablöste, und drang mit seiner Zunge tief in meinen Rachen vor, um auch meinen Speichel zu trinken. Unsere Münder vereinigten sich in einem wilden, nassen Kuss. Seine Hände griffen währenddessen nach meinem Kopf, seine Finger verfingen sich in meinen Haaren. Ich erwiderte den Kuss, meine Zunge spielte mit seiner, während ihn mein eklatanter Mundgeruch ganz offensichtlich schwer betörte. Er schien wie berauscht, dass mein Atem so stark nach Tabak stank, und trachtete danach, dass wir oral komplett verschmolzen.

Er löste sich kurz von mir, atmete schwer. Seine Augen blitzten im schwachen Licht, während seine Hände über meinen Rücken das Latexkleid hinunter zu meinem Po glitten und ihn zwickten. „Du rauchst, Nina“, keuchte er, eine fast kindliche Faszination in seiner Stimme. „Das wollte ich schon immer. Eine Raucherin so intensiv küssen. Bereits als Teenager habe ich meine rauchenden Mitschülerinnen am Pausenhof dabei beobachtet und hätte es am liebsten mit ihnen getan. Dass es sich so toll anfühlt, konnte ich nicht einmal in meiner Fantasie erahnen. Es war mit dir echt der Wahnsinn. Wie ... wie stark rauchst du?“

Ich lachte leise, ein kehliges, raues Geräusch, das nicht nach Elke klang: „Mehr als gut für mich ist, mein Lieber.“ Ich legte meine Hände auf seine Brust und spürte das rastlose Pochen seines Herzens.

Ohne zu zögern, befreite ich Thomas von seiner feinen Jacke und warf sie zu Boden. Dann griff ich zu seinem Gürtel und öffnete konzentriert mit geübten Fingern seine Hose, die wie von selbst ebenfalls am Boden landete, und zog ihm auch seine Boxershorts hinunter. Sein Schwanz schoss sofort hervor – groß, steif und fest gespannt, eine harte Säule in der Dämmerung. Ich merkte, wie nun mein eigener Puls raste.

Ich ließ mich vor ihm auf die Knie sinken, das harte Gestein drückte dagegen, doch ich ignorierte es zähneknirschend; mein Blick war auf seinen erigierten Penis gerichtet. „Mein Gott, hast du ein großes Ding“, befeuerte ich ihn in seiner Erregung mit einer knappen Bemerkung weiter. Ich wollte, dass er sah, wie ernst ich meine Rolle nahm. Ohne meine Augen von ihm abzuwenden, umschloss ich seine pulsierende Härte mit meinen lackierten Nägeln und führte sie in meinen Mund. Ich sah, wie Thomas den Kopf in den Nacken legte und ein heiseres Stöhnen ausstieß, als ich seinen Prügel zum ersten Mal mit meinen warmen Lippen berührte. Er glitt in meinen Rachen, der Geschmack von Schweiß und purer Männlichkeit überflutete meine Sinne. Wir hatten vorher nie Oralsex; die Erfahrung, die ich gerade machte, sein bestes Stück zu schmecken, war mir fremd, fast ein wenig ekelhaft. In diesem Moment hätte ich mir ein Kondom gewünscht, das diese rohe Intensität abgemildert hätte; dann hätte ich nur neutrales Plastik im Mund geschmeckt statt dieser unappetitlichen maskulinen Realität. Jetzt hatte ich das ungefilterte, sensorische Erlebnis. Ich sah nur das rohe Verlangen eines Mannes, der bereit war, für einen Wimpernschlag sein gesamtes bisheriges Leben zu vergessen. Meine Zunge umspielte seinen Penis, meine Finger strichen über seine Hoden, während er immer tiefer hineinging und ich daran lutschte und saugte, ihm – wie es im Fachjargon heißt – „einen blies“. Er war mir völlig ausgeliefert, seine Hände vergruben sich in meinen Haaren, zogen sanft daran, während er mit zunehmender Intensität meiner Behandlung immer lauter stöhnte. Sein Penis war so stark angeschwollen, dass ich kaum noch Luft bekam. Ich rechnete damit, dass er sich jeden Augenblick in meinem Mund entleeren könnte, doch Thomas zog ihn, kurz bevor es dazu kam, wieder heraus.

Mit einer fahrigen, fast ungeduldigen Bewegung streifte er die Fesseln seiner Beinbekleidung und der Unterhose von seinen Füßen ab und trat sie achtlos in den Schmutz. Er erschien nun in einer bizarren Halbnacktheit: oben noch der korrekte Geschäftsherr im teuren Hemd, unten bereits der triebgesteuerte Mann, der nur noch in seinen Lederschuhen im Schotter verharrte.

Thomas stand bebend vor mir. Nun lag es an mir, meinen Teil des Entkleidungsrituals beizusteuern. Ich öffnete, wie ich es zu Hause geprobt hatte, zunächst den Reißverschluss. Mit einer lasziven Langsamkeit griff ich dann nach den Trägern meines Kleides und streifte sie über meine Schultern. Das enge Latex leistete erst Widerstand, gab dann aber mit einem schmatzenden Geräusch nach, als ich es über meinen Latex-BH nach unten schälte. Schließlich entfernte ich auch den BH und legte meine prallen Brüste frei. Ich verfolgte, wie Thomas förmlich das Atmen vergaß, als ich meinen Oberkörper komplett befreite. Zu guter Letzt raffte ich den Rockteil meines Kleides mit beiden Händen nach oben, bis sich das gesamte Material wie ein glänzender schwarzer Kranz um meine Taille staute. Unterhalb befanden sich nur noch das knappe Latexhöschen, meine halterlosen Netzstrümpfe und die kniehohen Stiefel.

Ich wartete nicht auf die Aufforderung des Mannes, dem diese Show galt. Mit einer fließenden Bewegung schwang ich mich rückwärts auf die Motorhaube und stützte mich mit den Armen hinter mir ab. Das eiserne Blech war ein Schock auf meiner nackten Haut, doch ich hielt seinem Blick stand, der gierig auf das kleine Stück Kunststoff starrte, das meine Scham bedeckte. Ich hob die Beine und streckte sie ihm entgegen, die schweren Stiefelabsätze kurz vor seinem Gesicht. „Zieh ihn endlich ab“, befahl ich leise.

Thomas’ feuchte Hände zitterten vor Erregung, als er nach den schmalen Stegen meines Latexhöschens fasste. Er streifte den Slip langsam über meine Hüften und zog ihn dann über meine ausgestreckten Beine. Ich beobachtete, wie das schwarze Material über das Rautenmuster meiner Netzstrümpfe glitt und schließlich an den Absätzen meiner Lederstiefel hängen blieb, bevor er es mit einem ruckartigen Zug ganz befreite und zu seiner Jacke in den Dreck warf. Nun gab es kein Hindernis mehr. Ich spreizte die Beine weit vor seinen Augen, eine schutzlose und doch absolut dominante Geste, die ihn endgültig um den Verstand bringen musste, zumal sein gieriger Blick nun ungehindert auf meine tadellose Glätte fiel.

Ich erwartete, Thomas würde mich gleich direkt nehmen, und war bereit für seinen ersten harten Stoß, schließlich hatten wir uns ja vorab darauf geeinigt, auf die Verwendung eines Präservativs zu verzichten. Und feucht war ich sowieso. Doch er überraschte mich. Statt mit seinem Prügel in meine Scheide einzudringen, sank er in die Knie. Sein Kopf näherte sich meinem Schoß, bis ich seinen heißen, gehetzten Atem auf meiner nackten Haut vernahm. Ein Schauer lief über meinen Rücken, als er mich mit seinen Händen an den Innenseiten der Oberschenkel packte und mich fest an sich zog. Dann berührte mich seine Zunge – suchend, gierig und vollkommen unvorbereitet für mich.

Es war eine weitere Premiere in dieser Nacht der Grenzüberschreitungen. In all den Jahren unserer Ehe hatten wir diesen Teil der Intimität nie geteilt; er war eine Zone gewesen, die wir schweigend übergangen hatten. Und jetzt, hier auf dem staubigen Lack seines Autos, zwischen Schotter und Dunkelheit, tat er es in aller Öffentlichkeit zum ersten Mal. Er leckte mich mit einer obsessiven Hingabe, als gäbe es kein Morgen, als wolle er jeden Zentimeter dieser neuen, glatten Realität schmecken, die ich ihm als Nina bot, und den Schwefel jener Lustgrotte riechen, in der sich in seiner Vorstellung schon so viele Freier vor ihm ergossen und höchste Befriedigung gefunden hatten. Seine Zunge arbeitete sich zielstrebig voran, bis er meine hochsensible Klitoris fand. Er begann, sie mit schnellen, rhythmischen Bewegungen zu umspielen, mal sanft kreisend, dann wieder mit festem Druck, während seine Finger meine Schamlippen weit auseinandergezogen hielten. Ein stechender, süßer Schmerz der Erregung schoss durch meinen gesamten Körper. Ich spürte, wie sich in mir ein Feuer entzündete, das ich schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Ein tiefes, lustvolles Stöhnen entwich meiner Kehle.

Fast vergaß ich, dass wir beide nicht allein waren und die anderen Notgeilen um uns mitbekamen, wie mein adipöser Körper meinem Kunden gerade sexuelle Erfüllung schenkte und zugleich selbst empfing. Aus der Ferne drang plötzlich der gellende Schrei einer Frau durch die Nacht, der auf mich wie eine Bestätigung unserer eigenen verbotenen Reise wirkte: „Bitte komm in mir! Gib mir die komplette Ladung!“ Der unbeschreibliche Orgasmus, den meine Hurenkollegin dort hinten im Schatten gerade erlebte, durchfuhr auch mich wie ein Blitz.

Ich krallte meine Finger in das Blech der Motorhaube, während die Wellen der Lust durch meinen Körper schossen und ranziger Talg und Schweiß literweise aus meinen Poren flossen. Thomas verharrte zwischen meinen gespreizten Beinen, sein Atem ging stoßweise, fast rasselnd. Er löste sich von meiner Vulva, doch anstatt mich nun endlich zu nehmen, schob er sich langsam an meinem Körper hoch, über den Latexkranz um meine Taille hin zu meinen Brüsten. Seine Augen wirkten im fahlen Licht der Parkplatzlaternen fast schwarz, die Pupillen so weit geweitet, dass kaum mehr ein Irisrand zu sehen war.

Er vergrub sein Gesicht in meinem triefenden Oberkörper, labte sich mit besessener Gier an meinen prallen Brüsten, deren Nippel total erhärtet waren. Seine Zunge fuhr über meine schweißnasse Haut, er leckte die salzige Feuchtigkeit von meiner Brustpartie, als wäre es der kostbarste Nektar. „Du schmeckst nach Sünde, Nina, und stinkst nach der Asche der Hölle. Dass du das jetzt alles rausschwitzt, erregt mich ungeheuerlich und ich kann nicht genug davon bekommen“, wimmerte er gegen meine Haut, während er den schweren Mix aus billigem Parfüm und meinem eigenen hässlichen Körpergeruch einsaugte. Er schien jede Pore meines aufgeheizten Körpers in sich aufsaugen zu wollen, berauscht von der Tatsache, dass ich hier vor ihm lag – schmutzig, verschwitzt, scheußlich stinkend und bereit, jedes Tabu für ihn zu brechen. „Kein Wunder, dass ich so schwitze, bei einem so heißen Hengst wie dir“, konterte ich sein Kompliment.

Ich spürte, wie sein erigierter Penis gegen meinen Oberschenkel pochte, ein forderndes Anklopfen, ja ein Schlagen, endlich Einlass zu erhalten. Es war Zeit, das Vorspiel zu beenden und zum Kern des Geschäfts zu kommen.

Ich fasste ihn an den Haaren, zog seinen Kopf sanft, aber bestimmt nach oben und blickte ihm direkt in die Augen. „Genug geleckt, mein Lover“, wisperte ich mit meiner rauchigsten Nina-Stimme, die vor Verlangen fast brach. „Es wird jetzt Zeit, dass dein kleiner Freund voll auf seine Kosten kommt. Ich will deinen harten Schwanz jetzt tief in meinem nassen Loch spüren. Ganz ohne Plastik, nur Haut auf Haut, so wie du es bestellt hast.“

Ein animalisches Knurren entwich seiner Kehle. Er packte meine Knie, drückte sie noch weiter auseinander und positionierte sich vor meiner feuchten Mitte. Ich hob mein Becken leicht an, bot mich ihm schutzlos dar, während die Netzstrümpfe an seinen Hüften rieben.

„Stoß ihn endlich rein, mein Adonis“, flüsterte ich und strich mir meine Zunge über die pinken Lippen. „Lass das geile Tier aus dir raus. Mach mich glücklich. Gib mir alles, was du hast.“

Ohne weiteres Zögern packte er mich seitlich am Gesäß fest, seine Finger gruben sich tief in das weiche Fleisch meiner Pobacken und er stieß mit einer Wucht in mich hinein, die mir für einen Moment den Atem raubte. Sein extrem angewachsener, steifer Schaft, ganz ohne den trennenden Schutz des Gummis, fühlte sich in meiner Vagina überwältigend an – heiß, pulsierend und von einer gleitenden, fast schmerzhaften Direktheit, die mich erzittern ließ. Die vergleichsweise kühle Motorhaube unter meinem Rücken und seine glühende Hitze in mir bildeten einen Kontrast, der meine Sinne endgültig in den Wahnsinn trieb.

Jeder seiner Stöße ließ das Metall des Mercedes ächzen, ein rhythmisches Quietschen, das sich mit unserem schweren Atmen vermischte. Thomas war wie von Sinnen; er rammte sich in mich, nahm mich extrem hart, verhielt sich alles andere als zärtlich, befriedigte ohne Rücksicht seine Wollust, tat mir dabei sogar weh. Ich hatte ihn als Elke nie in einer derart hemmungslosen Leidenschaft erlebt, die er nun mit Nina auslebte, nicht einmal in unserer Hochzeitsnacht, für die wir uns den ersten Sex bewusst aufgespart hatten, und das schmerzte mehr als die Brutalität, mit der er sich jetzt das holte, was er schon immer haben wollte. Um darüber nachzudenken, war ich in diesem Augenblick jedoch selbst viel zu erregt. Ich schlang meine bestiefelten Beine um seinen Rücken, klammerte meine pinken Nägel an seinen Schultern und schrie meine Lust in den Wiener Nachthimmel hinaus, während wir gemeinsam auf den Abgrund zusteuerten, den er sich so sehr gewünscht hatte, der zugleich der alles toppende, krönende Höhepunkt sein sollte.

„Mensch, Thomas, du bist wahnsinnig gut drauf! Ich weiß, wovon ich spreche“, stöhnte ich ihm entgegen. „Du bist so potent ... so verdammt heiß. Ich kann es kaum erwarten, dass du endlich in mir kommst. Dass du dich in mir komplett entleerst!“

Er hielt kurz inne, stemmte sich mit den Armen über mir auf und sah mich mit diesem fiebrigen Blick an. „Noch nicht, Nina ... noch nicht“, schnaufte er, während er langsam und tief in mir kreiste. „Ich will diesen Moment ... so lange wie möglich auskosten. Dieses erhabene Gefühl.“ Er überlegte, rang nach Luft: „Sag mir ... wie viele deiner Freier wählen das eigentlich? Diese ... ungeschützte Option?“

Ich lachte heiser, ein kühler, abgebrühter Nina-Sound. „Acht von 10. Die meisten wollen das volle Risiko, die echte Haut, die maximale Befriedigung. Männer wie du wissen eben, was gut ist.“

Diese Antwort schien wie ein Brandbeschleuniger in ihm zu wirken. Dass er einer von vielen war, die sich diese tabuisierte Freiheit nahmen, und sich das eingegangene Risiko in seiner Kopfrechnung damit potenzierte, versetzte ihn endgültig in Ekstase. „Acht von 10“, wiederholte er wie im Wahn und seine Stöße wurden schlagartig noch heftiger, noch obsessiver, noch brutaler. Er rammte sich nun mit einer rücksichtslosen Wucht in mich, als wollte er in seinem sportlichen Ehrgeiz die Statistik im Alleingang anführen und sich auf Platz 1 der Bestenliste katapultieren.

Und dann brachen alle Dämme. Es gab kein Halten mehr. „Oh Nina, ich bin gleich soweit“, läutete er das heiß ersehnte Finale ein und explodierte mit einem bombastischen Knall in mir. Ich spürte die heiße, beinahe brennende Flut seines Samens, die vollkommen ungedämpft tief in mein Innerstes schoss und auch mich über den Rand stürzen ließ. Ein ausgefallen heftiger, unkontrollierter Orgasmus riss mich einem Tsunami vergleichbar mit sich; es war kein sanftes Schweben, sondern ein elektrisierendes Beben, das meine Beckenmuskeln krampfhaft um seinen Schaft zucken ließ. Ich schrie ein ohrenbetäubendes „Jaaaaaa!“ gegen seine Schulter, während sich seine Männlichkeit Stoß um Stoß in mir entleerte. Sein Saft war das verbotene Siegel unseres Tabubruchs, das sich warm und klebrig in mir ausbreitete. Er gab mir die volle Ladung, bis er schließlich zittrig, fauchend und vollkommen verausgabt auf mir zusammenbrach. Das Gewicht seines erschlafften Körpers drückte mich gegen das nun still gewordene Metall und für einige lange Sekunden hörte ich nur noch das wilde, ungleichmäßige Schlagen unserer Herzen und roch sein verschwitztes Hemd, während das glitschige Sekret der Sünde langsam an meinen Innenwänden herabsickerte.

Nachdem sich Thomas von mir gelöst hatte und aufgestanden war, wankte er im erschöpften Siegesrausch wie benommen, seine großen Augen auf mich gerichtet. Dann, ganz nach der Anleitung aus den Foren und wie in den Nutten-Pornos so eindrucksvoll vorgeführt, öffnete ich mit den Fingern meine Scheide und zeigte ihm das Sperma, das in mir glänzte – ein triumphierendes, intimes Detail, das das Erlebnis für ihn noch realer machte. Thomas starrte mit offenem Mund darauf, sein Blick war ein Gemisch aus Schock, Erregung und tiefer Befriedigung. Er hatte es getan. Ohne Schutz. Die Spuren seines Samenergusses waren sichtbar. „Schau, was du angerichtet hast. Deine volle Ladung. Tief in mir drin“, flüsterte ich ihm zu.

Bevor er etwas antworten konnte, ging ich vor ihm erneut in die Knie, nahm sein Glied, das nun wieder klein geschrumpft und weich war und mir wie eine dysfunktionale Waffe mit aufgebrauchtem Magazin vorkam, und führte es in meinen Mund, um es von den schlüpfrigen Rückständen unserer Vereinigung zu reinigen. Ich leckte ihn sauber, jeden Tropfen, bis nichts mehr von der Ejakulation an ihm haftete, und schluckte das grausliche Zeug in gespielter Genüsslichkeit theatralisch hinunter. Dass mich das keine Überwindung kostete, wäre eine glatte Lüge gewesen. Es war aber ein letzter Liebesdienst, quasi das Säubern seines Tatwerkzeugs, den ich ihm hier erbrachte, der in meinem Honorar inkludiert war und zum Premium-Service, den er gewählt hatte, einfach dazugehörte.

Langsam, wie aus einem Traum erwachend, begannen wir uns wieder anzuziehen, wobei ich in meiner Professionalität vor ihm fertig war und er auch deshalb mehr Zeit benötigte, da er mich bei meinem Ankleideritual lüstern betrachtete. Ich kramte aus meiner Lacktasche Feuerzeug und Zigarette hervor. Das Klicken der Flamme durchbrach die postkoitale Stille. Ich nahm einen tiefen Lungenzug und blies die bläuliche Wolke in den Himmel dieser schwülen Frühlingsnacht. Durch den Schleier sah ich ihn an, als er gerade seinen Gürtel zuschnallte und in seine Jacke schlüpfte – mein Mann war jetzt ein letztes Mal bloß der Freier, der für meine Dienstleistung bezahlt hatte. „War wirklich nett mit dir, Schatz. Ich hoffe, es hat sich für dich gelohnt. Ich rauche noch eine zur Entspannung, dann können wir losfahren“, krächzte ich mit einer Kälte in meiner Stimme, die ihn sichtlich zusammenzucken ließ.

Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich ein Typ auf und kam direkt auf uns zu: der reinste Nerd, dennoch nicht unattraktiv, schätzungsweise Anfang 30, schicke Designer-Klamotten. „Entschuldige bitte, schöne Frau, darf ich kurz stören?“, sprach er mich unverhohlen an. „Ich bin Martin, ein hart arbeitender, hoch bezahlter EDV-Administrator in einem großen Industrieunternehmen, und gönne mir nach einer anstrengenden Woche jeden Freitagabend ein amouröses Abenteuer, entweder hier am Strich oder im Bordell drüben auf der Prager Straße. Die heutige Dame meiner Wahl, mit der ich es hier getrieben habe, sitzt bereits im Auto und wartet, dass ich sie auf ihren Standplatz zurückbringe. Du bist mir in deinem atemberaubenden Latexkleid aufgefallen, als du es vorhin deinem Freier besorgt hast, und ich musste dich einfach kurz ansprechen. Du arbeitest doch ohne Schutz, soweit ich das mitbekommen habe?“ „Ja, sofern die Bezahlung passt“, entgegnete ich leicht verwirrt, fast mechanisch. „Ich nehme immer den Naturservice, wenn ein Mädchen das anbietet. Wenn du nächste Woche um diese Zeit also wieder hier bist, hätte ich dich gerne engagiert. Ich zahle dir, was immer du willst, so scharf wie du bist.“ „Mal sehen, was die Zukunft bringt“, antwortete ich kryptisch, um ihn zufriedenzustellen. „Nina ist mit mir hier“, unterbrach Thomas mit einem scharfen Zwischenruf das Geplänkel. „Martin, du hörst, was mein aktueller Freier sagt“, setzte ich nach, um meinen Mann nicht zu eifersüchtig werden zu lassen, und küsste Thomas auf die Wange. „Na dann, hoffentlich nächste Woche, Nina. Ich zähl auf dich“, verabschiedete sich der Computermensch.

Wir stiegen schweigend ins Auto. Die Atmosphäre war immer noch gespannt, aber nun von einer anderen Art als zu Beginn und während unseres Spiels, das sich als Grenzerfahrung entpuppte. Wir empfanden eine Mischung aus Erschöpfung, Nachglühen, gegenseitiger Verunsicherung und der unausgesprochenen Frage, was dies alles zu bedeuten hatte.

Kapitel 10: Nachglühen und neue Gewohnheiten

Die Fahrt zurück nach Hause verlief zunächst wortlos. Diese Stille des Unausgesprochenen erlebte ich als beängstigend, denn sie verstärkte den Zweispalt meiner Gefühle. Die Luft im Wagen war immer noch dick von meinem nuttigen Parfüm, dem muffigen Geruch von Sperma, Schweiß und – ja – dem Rauch, der mich nun wie eine zweite Haut umgab. Thomas fuhr langsam, seine Hände lagen augenscheinlich entspannt am Lenkrad, aber ich spürte die Nachbeben der Begegnung, die uns beide zutiefst berührt, ja vielleicht sogar erschüttert hatte. Ich war wie mein Mann sexuell noch total aufgeladen. Meine Vagina juckte unerträglich; ich fuhr mit den Fingern über den Latex-Slip unter meinem Rock und wusste, dass sie gut befüllt war und sein Samen darin begierig wütete, sich mit meiner Eizelle zu verschmelzen, auch wenn eine Befruchtung auszuschließen war, da ich hormonell verhütete. Wir hatten auf dem „Spielplatz“ einander Orgasmen in nie dagewesener Intensität beschert, zugleich aber auch dunkel verborgene, stark verstörende Seiten unseres jeweiligen Gegenübers entdeckt, die wir aneinander trotz 12 Ehejahren nicht kannten und womöglich auch nicht kennenlernen sollten. Mein Thomas, obwohl heute Abend der perfekte Liebhaber, war mir in seiner Rolle als mein Freier so fremd geworden. Wahrscheinlich empfand er Ähnliches über mich. Aber er schwieg. Er war für mich schon immer schwer zugänglich, wenn er nicht aussprach, was er gerade dachte und fühlte, ein Buch mit sieben Siegeln. Ich dürstete förmlich danach, endlich zu erfahren, was jetzt in seinem Inneren vorging. War mein kühner Plan zu weit gegangen? Hatte er im Rückblick unserer Beziehung mehr geschadet als gedient? Sie vielleicht sogar zerstört anstatt gerettet, wie ich es eigentlich beabsichtigt hatte?

Schließlich brach Thomas das Schweigen. Seine Stimme war leise, belegt von einer tiefen Zufriedenheit, fast ein Flüstern: „Elke ... das ... das war unglaublich. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“ Er blickte mich kurz an, seine Augen glänzten im schwachen Licht der Straßenbeleuchtung, ein Glanz, den ich lange nicht mehr bei ihm gesehen hatte. Mir fiel ein Stein vom Herzen und ich atmete erleichtert auf. „Danke. Danke für diese ... wirklich kreative Überraschung. Ich habe von alldem nichts geahnt. Als du heute Nachmittag angekündigt hast, du hättest eine Surprise für mich und ich sollte Geld mitbringen, nahm ich an, du hättest Karten für irgendeine Veranstaltung organisiert, die an der Abendkasse zu bezahlen wären. Was tatsächlich folgte, damit habe ich um nichts in aller Welt gerechnet. Erst als ich in die Gasse einbog und die ganzen Nutten am Straßenrand warten sah, dämmerte es mir allmählich, dass es etwas mit unserer abendlichen Auseinandersetzung am Montag zu tun haben könnte, die ich aber schon längst abgehakt hatte. Ich tastete mich also vorsichtig vor und an der angegebenen Adresse nach der Tankstelle entdeckte ich dich dann in deinem unwiderstehlichen Latex-Outfit. Ich erkannte dich trotz deiner aufreizenden Aufmachung und des Settings. Mir blieb schlicht der Atem stehen und ich begriff instinktiv sofort, dass es auf ein Rollenspiel hinauslief. Ich war bereit, mich darauf voll einzulassen. Und das, was folgte ... es hat alle meine Erwartungen, alle meine Fantasien um Lichtjahre übertroffen.“ Seine Hand streckte sich aus und legte sich zärtlich auf meinen Oberschenkel, ein vertrauter, doch nun mit neuen Bedeutungen aufgeladener Kontakt.

Ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, ein Lächeln, das noch von Ninas Selbstbewusstsein zeugte, aber auch die Erleichterung Elkes zeigte, dass das Unterfangen so reibungslos gelaufen war. „Ich bin überglücklich, dass das alles so gut funktioniert hat und von dir so aufgefasst wurde, wie es intendiert war“, griff ich den Ball auf, um mich sogleich weiter zu erklären: „Die Enthüllung deines Prostituiertenfetischs hat mich, ehrlich zugegeben, schwer getroffen. Ich habe die ganze Zeit überlegt, was ich tun kann, um dein Herz zurückzugewinnen, dich dort abzuholen, wo du stehst, für dich genau die Frau zu sein, die du heimlich begehrst. Die Idee ist dann auf meines und Michaelas Mist gewachsen. Meine Schwester hat mich tatkräftig dabei unterstützt, dieses gewagte Vorhaben logistisch makellos durchzuziehen; sie hat mich professionell eingekleidet, den Straßenstrich ins Spiel gebracht, mir vorab das Terrain in Floridsdorf gezeigt und mich dazu motiviert, mich bis ins kleinste Detail akribisch vorzubereiten, um nichts dem Zufall zu überlassen und voll und ganz in meiner Rolle als Nina aufzugehen. Ich habe dazu intensiv im Internet recherchiert, mich fast schon besessen in das Thema deines Verlangens reingesteigert, fleißig jede Pose, jeden Satz, jeden Handgriff geübt, um dir authentisch jenes Erlebnis zu bereiten, nach dem du dich ein Leben lang so sehr gesehnt hast.“ „Und das ist dir auch perfekt gelungen, Liebling“, warf er voll Anerkennung und Ehrfurcht ein. „Es war auch eine Herkulesaufgabe, sicherzustellen, dass du in den letzten Tagen nichts von allen meinen Vorbereitungen mitbekommen hast“, fuhr ich fort, „denn nur so, wenn du völlig unbeteiligt und ahnungslos warst, konnte diese besondere Überraschung gelingen, um dir im sicheren Rahmen jenen verbotenen Adrenalinkick zu verschaffen, von dem du nur im Verborgenen geträumt hast.“

„Hoffentlich war ich in meiner Ausdrucksweise nicht zu derb und habe dich mit meinem Verhalten nicht schockiert“, stellte ich nachdenklich fest. „Elke, das war genau das, was ich mir erwartet habe. Du warst hinreißend ... einfach zum Anbeißen! Ich hoffe, du hast es nicht nur gespielt, sondern ebenfalls genossen. Darf ich fragen, wie du dich dabei gefühlt hast?“

Ich überlegte einige Sekunden, um meinen Gefühlen in Worten Gestalt zu geben: „Es war ... anders, als ich es mir anfangs vorgestellt hatte, aber ich habe es letztendlich sehr genossen. Ich ... ich habe mich extrem weiblich gefühlt, Thomas. Mächtig. Du lagst mir zu Füßen. Und ich habe vor allem gelernt, meinen Körper zu lieben. Als du und andere aus unserem Familienkreis mir früher versicherten, ich wäre attraktiv und die Männer fänden mich anziehend, wollte ich das nicht so recht glauben. Nun weiß ich mit Gewissheit, dass da was dran sein muss. Mir wurde neues Selbstvertrauen geschenkt. Man hat sich nach mir umgedreht, mir sogar nachgepfiffen.“ Ich zögerte kurz, dann sprach ich einen Gedanken aus, der mich seit der Bezahlung nicht mehr losließ, eine Erkenntnis, die tief in mir nachhallte: „Und es war für mich ein ganz besonderer Reiz, für den Sex bezahlt zu werden. Du weißt ja, als Hausfrau habe ich kein eigenes Einkommen. Diese 350 Euro ... das war ein Gefühl von Unabhängigkeit, der Wertschätzung, das ich so noch nie erlebt habe. Das war ... aufregend. So, als ob ich meinen eigenen Wert entdeckt hätte. Ich verstehe jetzt all die Frauen, die ihren Körper verkaufen, nur zu gut; es ist für sie nicht immer angenehm und leicht, diese Arbeit macht ihnen aber im Grunde viel Spaß und ist gut verdientes Geld. Als dieser Martin vorhin angeboten hat, es sich einiges kosten zu lassen, um mit mir zu schlafen, hat das etwas in mir ausgelöst. Ich habe realisiert, wie begehrt ich in der Männerwelt bin.“ „Du hast doch nicht ernsthaft in Betracht gezogen, darauf einzugehen?“, fuhr Thomas aufgeregt dazwischen. „Natürlich nicht, mein Liebling“, beruhigte ich ihn sofort. „Ich wollte dich nur ein wenig eifersüchtig machen, als er angefragt hat. Hast du mir nicht selbst immer wieder erzählt, eine Frau wäre für einen Mann erst interessant, wenn sie auch andere Männer haben könnte, und dass du deshalb so froh bist, dass ich mich für dich entschieden habe?“

Er lächelte: „Ich wollte nie ein Mauerblümchen heiraten, das keine andere Option hat. Die Vorstellung, nur der Notnagel für jemanden zu sein, der keinen anderen findet, wäre mir unerträglich gewesen. Heute hast du mir erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was für eine tolle Ehefrau du bist, Elke.“

„Und du, Thomas, bist der tollste Ehemann, den ich mir vorstellen kann! Und die feurige Leidenschaft, die du heute an den Tag gelegt hast ...“, schwärmte ich zunächst, wechselte dann aber in eine sehr viel ernstere Tonlage: „Die beschäftigt mich und macht mir auch Angst. Das warst nicht mehr du selbst heute auf dem Parkplatz. Du hast Dinge getan, die ich für unmöglich gehalten habe. Du hast – ganz untypisch für dich – deinen Verstand zur Gänze ausgeschaltet und nur noch deinen Trieben gehorcht. Was, wenn das nicht ich, sondern die echte Nina gewesen wäre?“

Thomas nickte langsam, seinen Blick auf die Straße gerichtet. Ich konnte nicht genau deuten, was in ihm vorging, aber er schien meine Worte zu verarbeiten, vielleicht sogar zu begreifen. Er fuhr auf die Seite und hielt an. Dann wandte er sich mir ganz zu, seine Stimme war nun fest und ruhig: „Elke, ich verstehe deine Angst, aber du musst eines wissen: Ja, es stimmt, du hast heute Fesseln in mir gelöst und ich habe mich auf eine Art fallen lassen, die mir selbst fremd war. Ich war berauscht von der Situation.“

Er nahm meine Hand und drückte sie sanft. „Aber der entscheidende Punkt ist der: Du warst es, die all das in mir ausgelöst hat. Ich konnte nur deshalb so weit gehen, weil ich tief in meinem Inneren wusste, dass ich bei dir sicher bin. Ich würde mich niemals in die reale Gefahr begeben, die echte Nina oder eine ihrer Kolleginnen aufzusuchen. Ebenso wenig wie du dich einem anderen Freier hingegeben hättest, wäre er auch noch so attraktiv und spendabel gewesen. Das Milieu, das Adrenalin – das war der Rahmen, aber der Kern warst immer du. Ohne die Basis unserer Ehe, ohne das blinde Vertrauen zu dir, wäre ich niemals dazu fähig gewesen, so die Kontrolle zu verlieren. Das weißt du doch.“ Er strich kurz über meinen Oberschenkel, eine stumme Geste, die mehr sagte als 1.000 Worte.

„Du bist in deinem Latexkleid mit den Stiefeln und den Netzstrümpfen, das mir die Augen verdreht hat, einfach der helle Wahnsinn. Und dass du geraucht hast, Elke“, fuhr Thomas fort, seine Stimme wurde tiefer, ein Hauch von Verführung schwang mit, der meine Haut kribbeln ließ. Ich sah ihn an und spürte, wie die letzte Anspannung von mir abfiel, wo er den einzigen noch offenen Punkt, der zwischen uns noch zu klären war, in so wohlwollender Weise ansprach. „Das war etwas ganz Besonderes. Das wollte ich schon immer erleben, eine Raucherin so sinnlich küssen. Dein stickiger Atem, der herbe Geschmack, als unsere Zungen sich kreuzten – sie waren eine gewaltige Wucht, die mich übermannte, sodass ich ganz aus mir herausgegangen bin.“ Er leckte sich unbewusst über die Lippen, ein Zeichen seiner Erregung, das mich ungemein befriedigte.

Ich zuckte die Achseln, griff, ohne nachzudenken, nach der Marlboro-Packung in meiner Tasche. „Auch dieser Impuls kam von Michaela. Es hat geheißen, die meisten Frauen aus dem Rotlichtbereich würden rauchen, das gehöre dort einfach dazu und ich solle mir dies aneignen, um in meiner Rolle für dich glaubwürdig rüberzukommen. Ich habe mich inzwischen an die Zigaretten gewöhnt. Ich habe irgendwie Lust, Raucherin zu werden.“ Ich schnappte eine Zigarette aus der Schachtel heraus und entzündete sie, der kleine orangefarbene Punkt leuchtete im Dunkeln auf, ein weiteres Symbol meiner Verwandlung. Der Rauch flutete erneut den Wagen, doch diesmal war es ein Geruch, der nicht nur für Thomas, sondern auch für mich eine neue Bedeutung trug. Es war nicht mehr Nina, die rauchte, sondern Elke.

Thomas seufzte, ein Geräusch zwischen Lust und Sorge. „Das macht unheimlich mich an, Elke, ganz ehrlich. Dieser Geruch, die Lässigkeit, mit der du den Glimmstängel zwischen den Fingern hältst und daran ziehst ... das Neue an dir ... das ist ein echter Anturner. Aber ich mache mir auch Sorgen, Liebling. Vor allem, weil du ... nun ja, du bist ja übergewichtig, nimmst gegen deine diversen Beschwerden nicht wenige Medikamente und es könnte in Summe für dein Wohlbefinden einfach zu viel sein, wenn du jetzt zusätzlich noch rauchst. Ich möchte nicht, dass du langfristig deiner Gesundheit schadest.“ Seine Worte waren eine Mischung aus Zuneigung und seinem Hang zur Perfektion, der nun mit der Realität kollidierte.

Ich winkte ab, nahm einen kräftigen Zug von der Zigarette, inhalierte den Rauch tief in meine Lungen. „Schatz, was heute passiert ist, hat alles bisher Erlebte übertroffen. Ich will das nicht missen. Bezüglich meiner Gesundheit brauchst du dir keine übertriebenen Sorgen zu machen. Immerhin sind gesundheitliche Konsequenzen, so sie überhaupt eintreten, eine Langzeitfolge und meine Raucherkarriere ist noch jung.“ Meine Stimme klang fest, entschlossen.

Die restliche Fahrt schwiegen wir wieder. Die Zigarette glühte zwischen meinen Fingern, ihr Geruch verdichtete sich zusehends, blieb an uns beiden haften. Es war, als hätten wir eine unsichtbare Grenze überschritten, eine Tür zu einer neuen Welt aufgestoßen. Eine Welt, in der die Regeln anders waren und wir beide neu definiert wurden. Jeder Meter, den wir uns unserem Zuhause näherten, schien Platz für etwas Ungewisses, aber aufregendes Neues zu schaffen.

Als wir schließlich zu Hause ankamen, war das traute Heim ruhig, leer und dunkel, ein friedlicher Gegensatz zu der intensiven Nacht, die wir hinter uns hatten. Wir schlichen uns hinein, um niemanden aus der Nachbarschaft zu wecken. Sie sollten mich mit Thomas nicht in diesem verführerischen Dress zu Gesicht bekommen, um sich oder gar uns keine neugierigen Fragen zu stellen. „Im Kühlschrank ist Pasta übrig. Du kannst sie dir in der Mikrowelle wärmen, falls du Hunger hast. Ich werde mich inzwischen oben umziehen und bin dann gleich wieder bei dir, Thomas“, verabschiedete ich mich vom Entree ins Obergeschoß. Die Kleidung, die Zeugen meiner Verwandlung, legte ich ab und verstaute sie wieder in meinem Schrank.

Als ich zu Thomas hinunterkam, hatte er für uns zwei Gläser Rotwein vorbereitet. Wir stießen einander anlächelnd an, die Gläser klangen sanft in der Stille, ein symbolischer Toast auf das, was gewesen war, und das, was noch kommen mochte. Ich nahm noch eine Zigarette und zündete sie an. Jeder Zug fühlte sich wie eine kleine Befreiung an und verschaffte mir Entspannung, eine neue, süchtig machende Gewohnheit. Es war, als würde der Tabak die Rolle der Nina in mir festigen und mich gleichzeitig in Elke zurückführen. Thomas beobachtete mich dabei, ein nur noch leicht nachdenklicher Ausdruck auf seinem Gesicht, aber ohne den früheren Widerstand. Er schien sich langsam mit dem Gedanken anzufreunden.

Die Müdigkeit überkam uns schnell. Wir zogen uns ins Schlafgemach zurück, legten uns ins Ehebett, kuschelten uns eng aneinander; unsere Körper waren noch warm von der gemeinsamen Erfahrung. Thomas presste mich fest an sich, sein Gesicht vergrub er in meinen Haaren und er atmete meine neue, nicht länger sauber-neutrale Aura ein. Ich spürte seinen Atem auf meiner Haut, seine Wärme und eine tiefe Verbundenheit, die stärker war als zuvor.

„Dein Duft ... raubt mir den Verstand, Elke“, flüsterte er schließlich in mein Ohr, seine Stimme rau vor Lust, beinahe flehend. „Wenn du jetzt Raucherin sein willst, dann werde ich mich damit abfinden. Eigentlich habe ich mir das insgeheim immer gewünscht, eine so wunderschöne Raucherin zur Frau zu haben.“ Wir beglückten einander mit einem finalen, leidenschaftlichen Zungenkuss.

Ich lächelte in die Dunkelheit, zog einen letzten Zug von der Zigarette, die sengend in der Obstschale auf meinem Nachtkästchen auf mich wartete. Die Glut verglühte langsam, ein letztes Zeichen des vergangenen Abends. Die Nacht war voll von neuen Möglichkeiten und ich ahnte, dass dies nur der Anfang einer noch unerforschten Reise war.

FORTSETZUNG FOLGT!

PS: Ich freue mich über den Austausch mit euch, meinen Lesern! Jedes Feedback zu dieser und meinen anderen Geschichten bedeutet mir sehr viel und hilft mir, noch bessere Storys zu verfassen. Wenn ihr wissen wollt, wie es mit Elke weitergeht, zeigt es mir durch eure Bewertungen und Kommentare – bei positiver Resonanz starte ich sofort mit dem nächsten Teil. Ich wette, ihr werdet begeistert sein!



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