Ein falscher Freund (fm:Sonstige, 7264 Wörter) | ||
| Autor: Ayse1985 | ||
| Veröffentlicht: May 03 2026 | Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] | Bewertung Geschichte: 0.00 (0 Stimmen) |
| Julian und Marc kennen sich aus Kinderzeiten | ||
Ersties, authentischer amateur Sex
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Der Weg zum Gymnasium in der Kleinstadt führte über eine alte, von Kastanien gesäumte Allee. Für Marc war dieser Weg seit der 5. Klasse ein Ort der Freiheit, ein Moment des Durchatmens vor dem Unterricht. Er schlenderte meistens, den Rucksack locker über einer Schulter, und beobachtete die Vögel oder verlor sich in Gedanken über ein Buch, das er gerade las. Marc besaß jene beneidenswerte Art von Präsenz, die den Raum um ihn herum zu beruhigen schien. Er musste nicht um Aufmerksamkeit buhlen; sie wurde ihm einfach geschenkt.
Für Julian hingegen war dieser Weg ein täglicher Marsch an der Seite eines Riesen. Er erinnerte sich noch genau an den ersten Tag, als sie gemeinsam zur Schule gingen. Julian hatte seine Tasche akribisch gepackt, die Stifte nach Farben sortiert, die Hefte in Schutzumschläge gehüllt – er war bereit für den Kampf. Er sah die Schule als ein Schlachtfeld, auf dem man sich Rangordnung und Respekt durch eiserne Disziplin verdienen musste.
Doch Marc war einfach nur da. Marc musste nicht kämpfen; ihm schienen die Dinge zuzufliegen, als gehorchten sie einem geheimen Gesetz, das Julian nie ganz verstehen würde.
„Hast du die Hausaufgaben in Mathe verstanden?“, fragte Julian an einem nebligen Novembermorgen der 6. Klasse. Er hatte bis elf Uhr abends am Schreibtisch gesessen, Tränen der Wut in den Augen, die Formeln wieder und wieder abgeschrieben, bis er die Logik der Brüche endlich begriffen hatte.
Er wollte, dass Marc zugab, wie schwer es war. Marc zuckte nur mit den Schultern, während er mit dem Fuß einen flachen Stein über den Asphalt kickte. „Eigentlich schon. Es ist wie beim Kuchenschneiden, nur mit Zahlen. Man muss nur das Bild im Kopf haben. Willst du ein Kaugummi?“ Julian nahm das Kaugummi, aber es schmeckte nach Galle. Für ihn war es kein Kuchenschneiden. Für ihn war es eine Demütigung, dass seine maximale Anstrengung Marcs beiläufigem Zeitvertreib entsprach.
Julian entwickelte früh eine Eigenschaft, die er selbst für strategische Klugheit hielt, die Marc aber später einmal als „Bauernschläue“ bezeichnen würde. Julian merkte schnell, dass er im Licht von Marcs Erfolg besser dastand. Wenn er als der „beste Freund“ des Klassenbesten galt, färbte dessen Glanz auf ihn ab. Er wurde nicht gehänselt, er gehörte zu den „Coolen“, er wurde mit eingeladen. Also klammerte er sich an Marc. Er wurde zu seinem Schatten – einem Schatten, der heimlich die Zähne bleckte, während er öffentlich Marcs Erfolge feierte, als wären es seine eigenen.
In der 9. Klasse erreichte Julians Besessenheit einen neuen Höhepunkt. Physik war sein Angstgegner. Er hatte Wochen gelernt, Formeln auswendig gepaukt, bis sein Kopf dröhnte und er nachts von schwingenden Pendeln träumte. Als der Lehrer die Arbeiten zurückgab, lag eine „2+“ auf seinem Tisch. Julian spürte einen fast schmerzhaften Rausch von Stolz. In seinem Kopf war das die Wende. Endlich würde er Marc zeigen, dass harter Wille das angeborene Talent besiegen konnte.
Er wartete, bis die Klasse halbwegs ruhig war und er sicher sein konnte, dass die Gruppe um sie herum zuhörte. Dann rief er mit gespielter Beiläufigkeit quer durch den Raum: „Hey Marc! Was hast du? Ich hab eine 2+, voll gut gelaufen, oder?“ Die Mitschüler sahen auf. Julian wollte diesen Moment der Überlegenheit auskosten. Er wollte sehen, wie Marc zögerte oder zugab, dass er dieses Mal nicht mithalten konnte. Er wollte das Zeichen der Schwäche in Marcs Augen sehen.
Marc hob den Kopf von seinem Heft, sein Gesichtsausdruck war wie immer entspannt, fast abwesend. „Oh, Glückwunsch, Julian. Das ist echt stark für dich“, sagte er ruhig und ehrlich. „Und du?“, bohrte Julian nach, die Stimme eine Oktave höher, fast fordernd. „Was steht bei dir unter der Arbeit?“ Marc zuckte die Achseln, als wäre es ihm fast unangenehm, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. „Eine glatte 1. War wohl mein Thema.“ Es war die einzige 1 der Klasse. Ein einsamer Gipfel, während Julian immer noch im Tal der Zweitbesten feststeckte.
Julian spürte, wie die Röte in seinen Nacken stieg. Sein triumphaler Moment war in einer Sekunde implodiert. Noch schlimmer als die Note selbst war Marcs Reaktion. „Das ist echt stark für dich.“ Diese Worte brannten in Julians Ohren wie Säure. Es klang in seinen Augen herablassend, wie ein gnädiger Schulterklopfer für einen dressierten
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