Es lebe das Leben (fm:Romantisch, 9582 Wörter) | ||
| Autor: RalfB | ||
| Veröffentlicht: Jun 02 2026 | Gesehen / Gelesen: 681 / 583 [86%] | Bewertung Geschichte: 9.69 (35 Stimmen) |
| Eine romantische Geschichte, mit nicht so viel Sex. Viel Spaß beim Lesen | ||
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Es lebe das Leben!
Peter ist bei uns einer dieser Burschen, der im Handwerk sein Geld verdient. Er ist Fensterbauer und in seinem Fach wohl einer der Besten im Umkreis. Mit nur drei Mitarbeitern betreibt er das, was wir bei uns eine „Kleine Klitsche“ nennen. Einen sehr kleinen Laden, der sich in der Regel gerade so über Wasser hält.
Peter ist braunhaarig und ein echtes Tier. Er ist mit fast zwei Metern Körpergröße sicher nicht durchschnittlich und absolut etwas Besonderes. Er fällt überall auf. Ist ein Muskel-Kolos, absolut nicht doof und voll okay. Klar fährt Peter Motorrad. Klar hat auch er einen kräftigen Schlag weg. Ich habe selbst schon so einige Leute richtig blöd gucken sehen, wenn er seine Aufmaß-, Verkaufs- und Besprechungstermine immer mit dem Moped anfährt. Naja… Ganz normal ist bei uns ja eh keiner.
Eventuell solltest du wissen, dass er nur ein Motorrad hat. Jetzt zu denken, dass dieses eben etwas gesellschaftsfähiger wäre, brav wie BMW oder so, wäre naiv. Eine ziemlich giftgrüne Kawasaki, mit breitem weißem und schmaleren blauen Streifen auf dem Tank. Eine ZRX1200R, die heute schon fast wieder ein Klassiker ist. Naja… Das zweite Mal, denn sie war damals ein Nachbau der alten Z1000R, mit der Eddi Lawson 1981 und 1982 Superbike Weltmeister wurde. Nun ist aber auch dieser Nachbau inzwischen nicht mehr so jung. Nicht jung, aber verdammt laut und böse. Ein Grollen wie aus der Hölle, in einer Lautstärke, die selbst der Teufel rausgeschmissen hätte. Geiles Teil, säuft wie ein Loch, super gepflegt und wirklich böse.
Was es zu Peter zu sagen gibt wäre möglicherweise, dass er für viele Lieferanten und auch Konkurrenten schon diverse Male unterwegs war und hier Kundendienst, Kundenservice und Mängelbeseitigung machte. In seinem Beruf war er bekannt und wirklich gut. Was nicht so gut war? Naja, inzwischen gab es schon eine Sammlung von Architekten und Kunden, die er einfach stehen gelassen hatte. Wenn ihm einer quer kam, oder dieser alles besser wusste, dann ließ er solche Schwätzer eben schon gerne mal mit ihren Ideen alleine und dumm stehen.
So kam er beispielsweise mal an einer Baustelle an, mit zwei LKWs, vollgeladen mit Fenstern, um mehrere Neubauten endlich vor dem Wetter zu schließen. Damit gingen normalerweise die Installationen und Innenarbeiten erst los und war immer ein Meilenstein in der Entwicklung eines Hauses. Blöd war hier, dass der Architekt seine Zeitenpläne nicht im Griff hatte und vor den Häusern diverse Gräben für die Hausanschlüsse hatte buddeln lassen. Es sah aus wie auf einem Truppenübungsplatz mit unzähligen Schützengräben.
Peter guckt sich das an und fragt:
„Architekt, hast du einen Baukran bestellt, damit wir die Fenster da rüber kriegen?“
Der, gar nicht blöd sagte:
„Stellt euch nicht so an. Legt einfach ein paar Bohlen über die Gräben. Das ist doch kein Problem!“
Peter sah sich seine Leute an, die geladenen Hebe-Schiebe-Türen und sagte:
„Ruf an, wenn in deinem Kopf und auf der Baustelle wieder alles ordentlich funktioniert!“
Damit waren zwei LKW mit Fenster und Türen wieder weg und der Architekt am Toben. Dieser musste aus seiner eigenen Tasche zwei Tage für vier Mann Arbeitsausfall bezahlen und den Krach mit seinen Bauherren aushalten. Als Leie muss man sich aber eben vorstellen, dass da, wo Gräben sind, der Aushub eben nicht weit ist und du so eine echte Berg und Talfahrt hast. Das mit den heute üblichen dreifachverglasten Fenstern und Türen in der Hand. Solche Scherze machte der Architekt aber nachher nie wieder und doch beauftragte er Peter immer wieder. Peter und seine Leute hatten keine Reklamationen. Sie sahen Fehler und beseitigten schon immer, bevor ein Kunde hätte meckern können. Das machte seinen Ruf aus.
Privat war er immer ein Einzelgänger. Soweit ich das wusste, hatte er
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