Clara 3/3 Der Geschmack von Rauch und Gehorsam (fm:Fetisch, 2930 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Misttueck | ||
| Veröffentlicht: Jul 21 2026 | Gesehen / Gelesen: 248 / 227 [92%] | Bewertung Teil: 9.50 (4 Stimmen) |
| Mistueck wird von einer mysteriösen Frau mit silbernem Haar in die Kunst der Unterwerfung eingeführt. Sie lehrt sie, dass wahre Hingabe darin besteht, nicht nur zu gehorchen, sondern aktiv zu bitten und Grenzen zu überschreiten. | ||
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Das Wasser steht noch vor mir, das Glas kondensiert in der Wärme meiner Hand. Ich hebe es, trinke, und der kühle Strahl rinnt meinen Hals hinab wie eine Linie, die mich wieder zeichnet — mich zurückholt aus dem Nebel, in dem ich die letzten Minuten gestanden habe. Meine Knie schmerzen. Der Holzboden hat sich durch die Stoffhose in meine Haut gedrückt, und das Ziehen dort erinnert mich daran, dass es wirklich passiert ist. Ich habe auf dem Boden gekniet. Ich habe Latex geleckt. Meine Zunge hat den Geschmack von Gummi und Schweiß und etwas Scharfem getragen, das nicht verschwinden will.
Die Barkeeperin poliert ein Glas hinter dem Tresen. Ihr Blick streift mich nicht einmal, als hätte ich nie existiert, und gleichzeitig weiß ich, dass das nicht stimmt. Sie hat mir diesen Blick zugeworfen, diese halbe Sekunde Anerkennung, und er sitzt in meiner Brust wie ein glühender Kern. Ich greife nach dem Weinglas, fühle die Wärme des Weins an meinen Lippen, trinke nicht. Statt dessen schaue ich zur Nische.
Die Frau mit dem silbernen Haar sitzt dort, eine Zigarette zwischen den Fingern, den Rauch in langsamen Säulen aufsteigend. Die Jüngere kniet noch immer, ihre Hände auf den Oberschenkeln, den Kopf leicht gesenkt. Die Frau streicht ihr über das Haar, eine beiläufige Geste, als würde sie eine Katze berühren, und die Jüngere beugt sich in die Berührung wie selbstverständlich.
Ich beobachte sie, und etwas in meinem Bauch zieht sich zusammen. Nicht die Scham von vorhin, nicht das Brennen der Tränen, die noch auf meinen Wangen trocknen. Etwas anderes. Ein Verlangen, das tiefer sitzt, das nicht nach dem Stiefel der Barkeeperin fragt, sondern nach etwas, das ich nicht benennen kann.
Das Klacken von Absätzen auf dem Holzboden lässt mich zusammenzucken. Aber es sind nicht die Stiefel der Barkeeperin. Der Rhythmus ist anders — langsamer, weicher, der Schritt einer Frau, die Zeit hat. Ich drehe mich auf dem Hocker und sehe sie auf mich zukommen.
Die Frau mit dem silbernen Haar.
Sie bewegt sich mit einer Selbstverständlichkeit, als gehöre der Raum ihr. Ihr dunkles Kleid fällt in weichen Linien über ihre Hüften, und an ihren Füßen trägt sie schwarze Pumps mit spitzen Stilettoabsätzen, die bei jedem Schritt auf das lackierte Holz schlagen. Das Geräusch ist scharf und präzise, wie ein Metronom, das den Takt dieser Bar vorgibt. Ihre Haltung ist aufrecht, die Schultern zurück, das Kinn leicht gehoben, und das silberne Haar fällt in geraden Linien über ihre Schultern, fängt das gedimmte Licht wie poliertes Metall.
Sie bleibt vor mir stehen. So nah, dass ich den Geruch ihrer Zigarette rieche — Tabak und etwas Blumiges, vielleicht Jasmin, und darunter der warme, dunkle Geruch von Haut, die den ganzen Abend in dieser Bar verbracht hat. Sie sieht mich an, und ihre Augen sind das Erste, was ich wirklich wahrnehme: ein helles Braun, fast bernsteinfarben, mit winzigen Lachfältchen an den Seiten, die nicht von Fröhlichkeit stammen, sondern von Jahren des Beobachtens.
„Du hast gut gemacht", sagt sie.
Ihre Stimme ist tief und rau, als hätte der Rauch sie über die Jahre geschliffen wie ein Stein im Fluss. Ich wische mir über das Gesicht, versuche die Reste von Tränen und Speichel zu entfernen, und meine Hand zittert dabei.
Sie zieht eine Zigarette aus der Schachtel, die sie in der linken Hand hält. Eine schmale, weiße Zigarette mit goldenem Filter. Sie dreht sie zwischen den Fingern, einmal, zweimal, dann hält sie sie mir hin.
„Rauchst du?"
Ich schüttele den Kopf. „Nicht mehr. Seit Jahren nicht."
Sie zieht die Schultern kaum merklich hoch. „Heute Abend ist ein guter Tag, wieder anzufangen."
Sie steckt sich selbst eine Zigarette zwischen die Lippen, und das Feuerzeug schnippt in ihrer rechten Hand auf. Die Flamme zittert im Luftzug der Klimaanlage, dann berührt sie die Spitze der Zigarette. Sie
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