Untreue - ein Remake zur Geschichte „Affaire“ von Marina572 (fm:Ehebruch, 1445 Wörter) | ||
| Autor: Lamda74 | ||
| Veröffentlicht: Aug 17 2026 | Gesehen / Gelesen: 868 / 611 [70%] | Bewertung Geschichte: 9.10 (10 Stimmen) |
| Teil 1 | ||
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stehen. „Was meinst du mit „ins Gästezimmer ziehen“? Ich werde mein Bettzeug holen und im Gästezimmer schlafen – UND das war´s!“ sagte er leicht verärgert. Marina stutzte kurz, nickte dann und ging in ihr Arbeitszimmer. Sven brachte sein Bettzeug ins Gästezimmer und verschwand in sein Arbeitszimmer. Beide übersehen: Verweigerungshaltung löst keine Probleme, sie baut Mauern!
Getrennt von Tisch und Bett in einem Haushalt ist schwierig und funktioniert nur in Grenzen. Begegnungen waren unvermeidlich. Marina bemerkte an vielen Kleinigkeiten, dass Sven sich bemühte. Aber sie war noch nicht soweit, um darauf einzugehen. Sie ging jetzt viel mit Freundinnen aus. Aber sie musste ja wieder nach Hause. Und da war es dann einsam: Alleine Essen, alleine Fernsehen, alleine schlafen… War DAS jetzt ihr neues Leben? Vor allem, wollte sie DAS?
Marina
Getrennt von Tisch und Bett! Marina hatte als Anwältin auch Ehen abgewickelt. Sie hatte gesehen, wie Güter aufgeteilt wurden. Aber es wurden auch Lebensentwürfe zerstört. Als Anwältin hatte sie dann rational beraten. Als selbst Betroffene sah DAS ganz anders aus: Ihr Lebensentwurf, Familie mit mindestens zwei Kindern war gefährdet und sie müsste ganz neu anfangen. Nach ein paar Tagen, als der Schmerz und die Wut etwas nachgelassen hatten, begann sie die Angelegenheit professionell zu betrachten: Sie machte eine Bestandsaufnahme. Als erstes: Liebte sie Sven noch? Eine schwierige Frage: Sie musste Wut, Rachsucht und Enttäuschung beiseite schieben. Nach längerem analysieren ihrer Gefühlswelt kam sie zu dem Ergebnis: Ja ich liebe ihn noch. Als zweites: Vertraue ich ihm noch? Auch diese Frage war diffizil. Nach längerem Abwägen stand: In Grenzen! Als drittes: Reicht DAS für einen Neuanfang? Diese Frage war leichter, aber nicht abschließend zu beantworten. Hier kam sie auch schneller zu einem Ergebnis: Vielleicht! Wenn er vorher gelitten und entschädigt hat! Dazu erwartet sie Vorschläge von ihm. Die endgültige Schlussfrage: Mit Sven oder ein „neues“ Leben, kann sie erst nach einer Schlussabrechnung beantworten.
Sven
Für Sven war das Thema Inga Helm erledigt, als er seine Hose (danach) wieder anzog. DAS war ein einmaliger Ausrutscher. Für ihn zählt jetzt nur eins: Er muss Marina zurückgewinnen! Dafür würde er fast alles tun. Er suchte und provozierte Begegnungen, aber Marina blockte ab. Als sie ihm dann deutlich klar machte: Ich bin noch nicht so weit. Warte bis es dir sage, reduzierte er seine Annäherungsversuche auf nuancierte Handlungen: Er versuchte präsent zu sein, aber ganz vorsichtig.
Es waren jetzt 10 Tage vergangen und Marina war so weit, dass sie gelassen verhandeln konnte. An diesem Abend ging sie zu Sven und sie vereinbarten für Samstagmorgen einen Gesprächstermin. An diesem Samstagmorgen war Sven früh aufgestanden, hatte den Frühstücktisch mit Dingen die Marina liebte gedeckt, was Marina mit einem Lächeln zur Kenntnis nahm. Nach einer freundlichen Begrüßung, ohne Körperkontakt, begann das Frühstück. Dabei hatten sie zwar öfters Blickkontakt, aber Marina vermied penibel jede Berührung. Es wurde außer Höflichkeitsfloskeln nicht geredet. Nach dem Essen räumten beide ab und gingen dann mit einer Tasse Kaffee ins Wohnzimmer. Beide hatten Verhandlungsseminare besucht und so saßen sie sich, wie für eine Geschäftsbesprechung, gegenüber.
Marina begann: „Über deine Schuld brauchen wir nicht weiter zu reden: Sie steht fest! Verhandeln müssen wir über die Folgen und das weitere Vorgehen.“ Dabei sah sie ihn leidenschaftslos an. Sven Selbstvertrauen schmolz dahin wie Eis im Backofen. Sie ist eiskalt, dass ist nicht mehr „meine“ Marina. Marina, die seine Verunsicherung sofort bemerkte, grinste innerlich: Er weiß was ihm bevorsteht, aber er weiß nicht wie schlimm er werden wird. Sven begann vorsichtig: „Wie könnte eine Einigung aussehen? Was muss ich für eine Entschuldung tun?“ „Du wirst leiden, du wirst büßen, du wirst entschädigen und wenn du das genügend getan hast, wenn meine Rachsucht befriedigt ist, dann kann ich Entschuldung in Erwägung ziehen“, lächelte Marina kalt. „Mach mir einen annehmbaren Vorschlag, der meine Forderungen erfüllt und dann sehen wir weiter“, schob sie unversöhnlich nach. Sven schüttelte ungläubig den Kopf: „Aus dir spricht blanker Hass. Hat dich mein Fehler so verletzt, dass es kein Zurück mehr gibt?“ Marina stutz kurz und überlegt: Überziehe ich gerade so weit, dass eine Versöhnung unmöglich wird? Und will ich das? Vielleicht, aber er soll mir ein akzeptables Angebot machen. Dann wiederholte sie: „Mach mir ein Angebot.“ Sven der sich vorbereitet hatte und zum Entschluss kam: Sie soll gleichziehen, sie darf einmal Fremdbumsen, sagte niedergeschlagen: „Du darfst gleichziehen, mit einem Mann deiner Wahl. Würde das deine Bedingungen erfüllen?“ Marina zuckte innerlich zusammen und guckte ihn entsetzt an: „Das meinst du ernst?“ Als Sven nickte, fragte sie noch einmal nachdrücklich: „DAS meinst du wirklich ernst?“ Als Sven wieder nickte, sagte sie nach kurzem Zögern: „Ok ich werde darüber nachdenken und sage dir dann Bescheid.“ Somit war eine Entscheidung vertagt.
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