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Prinzessin Isabella - 6 (fm:Schwarz und Weiss, 3202 Wörter) [6/6] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Aug 28 2026 Gesehen / Gelesen: 1464 / 1303 [89%] Bewertung Teil: 9.44 (27 Stimmen)
Die Gefangenschaft Isabellas


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Die Lehmhütte war stickig und dunkel. Durch die Ritzen in der Tür fiel nur ein schmaler Streifen Sonnenlicht auf den festgestampften Lehmboden. Isabella lag auf der Seite, die Hände noch immer hinter dem Rücken mit Kabelbindern gefesselt. Ihre Uniform war zerrissen und staubig, das blonde Haar klebte verschwitzt an ihrem Gesicht. Die Hitze war bereits jetzt, am frühen Vormittag, fast unerträglich.

Sie hörte Stimmen draußen – raues Lachen, Befehle auf Somali, das Klirren von Waffen. Ab und zu bellte ein Hund. Der Geruch von Feuer, Schweiß und Ziegen drang in die Hütte.

Isabella zwang sich, ruhig zu atmen. Ihr Verstand arbeitete klar und kalt. Sie wusste: Panik würde sie umbringen. Sie war eine Geisel – und nach dem, was der Anführer gesagt hatte, eine wertvolle. Eine europäische Offizierin. Sie würden versuchen, Lösegeld zu erpressen. Das gab ihr Zeit.

Nach etwa einer Stunde öffnete sich die Tür. Zwei bewaffnete Männer zerrten sie hoch und schleppten sie nach draußen. Das grelle Sonnenlicht blendete sie. Man führte sie zu einer großen Akazie, wo der Anführer bereits wartete. Er saß auf einem alten Plastikstuhl, eine Kalaschnikow quer über den Knien.

Er musterte sie lange von oben bis unten. Sein Blick blieb besonders an ihrer Brust hängen, wo die zerrissene Uniform den Ansatz ihrer prallen Brüste freigab.

„Name?“, fragte er in gebrochenem Englisch.

„Leutnant Isabell Lindström“, log sie ruhig und klar.

Der Mann grinste breit, zeigte gelbe Zähne. „Leutnant. Gut. Du bist viel wert. Die Armee oder deine Regierung wird zahlen. Viel Geld. Vielleicht eine Million Dollar. Vielleicht mehr.“

Isabella schwieg. Sie bemerkte, dass er sie nicht mit dem Königshaus in Verbindung brachte. Für ihn war sie einfach nur eine hochrangige europäische Soldatin – keine Prinzessin. Das konnte ein Vorteil sein. Oder ein tödlicher Fehler.

Der Anführer stand auf und trat ganz nah an sie heran. Er roch nach Schweiß, Khat und billigem Tabak. Mit einem schmutzigen Finger hob er ihr Kinn an.

„Du bist sehr schön für eine Soldatin. Weiße Haut. Blonde Haare. Große Titten.“ Er lachte leise. „Meine Männer haben lange keine weiße Frau mehr gesehen. Vielleicht behalte ich dich ein paar Tage… zur Unterhaltung… bevor wir verhandeln.“

Isabella hielt seinem Blick stand. Ihre Stimme blieb fest, obwohl ihr Herz raste.

„Wenn Sie mich anrühren, wird meine Regierung keine Verhandlungen führen. Nur Vergeltung. Und sie werden Sie finden.“

Der Mann lachte laut auf. Dann schlug er ihr mit der flachen Hand ins Gesicht – nicht besonders hart, aber demütigend. „Du redest zu viel, weiße Frau. Hier bestimme ich.“

Er gab seinen Leuten einen knappen Befehl. Man band ihre Hände vor dem Körper zusammen und kettete ihren rechten Knöchel mit einer kurzen Eisenkette an einen in den Boden gerammten Pfahl. Sie konnte sich nur wenige Meter bewegen.

Den ganzen Tag über ließ man sie in der prallen Sonne sitzen. Ab und zu brachte man ihr etwas schmutziges Wasser und ein Stück Fladenbrot. Die Piraten starrten sie unverhohlen an. Einige machten anzügliche Gesten, lachten und riefen Dinge, die sie nicht verstand. Isabella ignorierte sie, so gut sie konnte.

Als die Sonne unterging, kam der Anführer zurück. Er hatte zwei seiner engsten Vertrauten dabei. Alle drei waren sichtlich angetrunken von Khat und selbstgebranntem Alkohol.

„Heute Nacht feiern wir unseren Sieg“, sagte er grinsend. „Und du wirst

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