An Sandras Seite (Teil 20): Nürnberg! (fm:Cuckold, 3653 Wörter) [20/20] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: TrustYourWife | ||
| Veröffentlicht: Oct 21 2026 | Gesehen / Gelesen: 466 / 394 [85%] | Bewertung Teil: 9.71 (7 Stimmen) |
| Sandra fährt zur Tagung nach Nürnberg. Und was passiert in der Nacht in der Nähe von Nürnberg, während Andreas noch in Bochum ist? | ||

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Oder dass ich mich gleichzeitig seltsam ruhig fühlte?
Am Ende schrieb ich nur:
>>Ein bisschen.<<
Die Antwort kam fast sofort.
>>Ich merke das. Du musst nicht so viel denken.<<
Sie ließ den Satz einen Moment stehen, dann schrieb sie weiter.
>>Du weißt doch, wo ich bin.<<
>>Genau deshalb.<<
Ich stellte mir vor, wie sie leicht lächelte, während sie tippte. Sandra hatte dieses feine Gespür für mich. Manchmal war es fast unheimlich.
<<Ping>>
20:16
>>Landschaft ist gerade richtig schön. Bin kurz vor Würzburg<<
Ein paar Sekunden später kam ein Bild: Dämmerung über Feldern. Eine lange Linie dunkler Bäume am Horizont. Im Fensterglas spiegelte sich schwach ihr Gesicht.
Ich vergrößerte das Bild. Sie sah ruhig aus. Nicht nervös. Nicht angespannt. Eher… frei.
Dieser Gedanke traf mich überraschen: Frei.
Ich schrieb:
>>Sieht friedlich aus.<<
Es dauerte einen Moment. Dann:
>>Fühlt sich auch so an.<<
Ich las die Nachricht zweimal. ‚Fühlt sich auch so an.‘ Ich wusste, was sie meinte. Diese Reise war für sie mehr als ein paar Tage weg von zu Hause. Es war ein Raum. Eine Möglichkeit. Eine Bewegung in etwas hinein, das wir beide in den letzten Monaten begonnen hatten zu erkunden. Und von dem ich noch immer nicht sicher war, ob ich weiterhin den Mut dafür hatte.
<<Ping>>
20:30
>>Wirst du heute schlafen können?<<
Ich musste leise lachen.
Typisch Sandra. Direkt genug, um die Wahrheit zu berühren. Sanft genug, um mich nicht bloßzustellen.
Ich tippte eine Weile und löschte den Text wieder. Am Ende schrieb ich:
>>Die Frage muss wohl eher lauten: Wirst du heute überhaupt schlafen können?<<
>>Warum sollte ich nicht schlafen können?<<
>>Weil… Du weißt schon.<<
Sie ließ mich einen Moment warten.
>>Wahrscheinlich schlafe ich danach sehr gut.<<
Ich legte das Handy einen Moment auf den Tisch und strich mir über das Gesicht.
‚Danach…‘
Sie wusste genau, was sie tat. Sie hielt mich in diesem Zustand. Zwischen Angst und dieser seltsamen, warmen Erregung, die ich mir selbst noch immer nicht ganz eingestehen wollte.
Als ich wieder auf das Display sah, war eine neue Nachricht da.
>>Noch etwa 30 Minuten.<<
Mein Magen zog sich leicht zusammen. Dreißig Minuten. Dann würde Chris sie am Bahnhof abholen.
Ich stellte mir vor, wie er dort stand. Groß, ruhig, selbstverständlich. Wie er Sandra begrüßte. Wie sie zusammen zum Auto gingen.
<<Ping>>
20:57
>>Du bist sehr still.<<
Ich atmete langsam aus.
>>Ich stelle mir gerade vor, wie du ankommst.<<
Die Antwort kam nach ein paar Sekunden.
>>Das ist okay. Chris holt mich gleich am Bahnhof ab.<<
Ich las die Nachricht. Einfach. Klar. Ohne Drama. Und genau deshalb traf sie mich.
Ich lehnte mich im Sofa zurück und schloss kurz die Augen. Der Zug fuhr weiter Richtung Nürnberg. Und Sandra auch.
~~~~~~~~~~
Ich blieb noch eine Weile auf dem Sofa sitzen. Das Wohnzimmer war inzwischen völlig dunkel, nur das Display meines Handys warf ein blasses Licht auf den Couchtisch.
Ich wusste nicht genau, worauf ich wartete. Vielleicht auf das nächste Vibrieren. Vielleicht auf irgendein Gefühl, das mir erklärte, warum ich das alles überhaupt zuließ. Oder wollte.
Das Handy lag neben mir. Ich nahm es immer wieder in die Hand, legte es wieder weg, stand kurz auf, ging in die Küche, trank ein Glas Wasser, kam zurück. Es dauerte fast zwanzig Minuten.
Dann vibrierte es endlich.
<<Ping>>
21:17
Ich griff sofort danach.
>>Bin angekommen.<<
Ich atmete aus, ohne zu merken, dass ich vorher die Luft angehalten hatte.
>>Alles gut?<<
>>Ja. Chris war schon da.<<
Ich stellte mir vor, wie sie sich am Bahnsteig begrüßt hatten. Kurz. Unaufgeregt. Vielleicht mit einer Umarmung.
Chris war kein Mann, der große Gesten brauchte. Er strahlte Ruhe aus. Selbstverständlichkeit.
<<Ping>>
21:32
>>Wir fahren gerade raus aus der Stadt.<<
Ich lehnte mich zurück und sah auf das dunkle Fenster. Mein eigenes Spiegelbild sah mir entgegen. Draußen lag die Straße still unter den Laternen.
Sandra war jetzt irgendwo auf einer Landstraße bei Nürnberg. Neben Chris im Auto. Dieser Gedanke fühlte sich merkwürdig real an.
<<Ping>>
22:18
>>Du glaubst nicht, wo die wohnen.<<
Ich musste lächeln. Das klang nach Sandra, wenn sie etwas wirklich überraschte.
>>So schlimm?<<
Die drei Punkte erschienen sofort. Dann kam ein Bild. Ich öffnete es.
Eine lange, leicht geschwungene Einfahrt. Links und rechts alte Bäume, deren Äste sich über der Straße fast berührten. Am Ende des Weges konnte man Teile eines großen, warm beleuchteten Gebäudes erkennen.
Ich vergrößerte das Bild. Ein Anwesen lag ruhig in der Dunkelheit. Kein Straßenverkehr zu sehen. Keine Nachbarn. Nur Licht aus den Fenstern.
>>Das ist die Einfahrt.<<
Ich starrte noch einen Moment auf das Foto. Dann schrieb ich:
>>Sieht beeindruckend aus.<<
>>Ist es auch. Alter Bauernhof. Komplett renoviert.<<
Ich sah wieder auf das Bild. Die Steine im Pflaster glänzten leicht im Licht der Scheinwerfer. Ein Ort, der Raum hatte. Privatsphäre. Ein Ort, an dem Dinge passieren konnten, ohne dass jemand sie sah.
<<Ping>>
22:27
Noch ein Foto. Diesmal stand das Auto offenbar auf dem Hof. Ich sah ein großes Fachwerkhaus mit hellen Wänden und dunklen Balken. Warmes Licht fiel aus den Fenstern auf den Innenhof. Rechts daneben ein niedrigeres Gebäude mit großen Glasflächen. Im Hintergrund konnte man noch ein drittes Gebäude erkennen.
Ich zoomte weiter hinein. Es sah nicht aus wie ein normaler Hof. Es sah wirklich aus wie ein Anwesen.
>>Das ist das Haupthaus.<<
Ein paar Sekunden später:
>>Und da drüben ist wohl das Gästehaus.<<
Ich spürte, wie sich etwas in meiner Brust zusammenzog. Sandra stand gerade auf diesem Hof. Bei Chris. In dieser Welt, die so weit entfernt war von unserem ruhigen Reihenhaus am Stadtrand.
Ich schrieb:
>>Du klingst begeistert.<<
Es dauerte einen Moment. Dann kam ihre Antwort.
>>Bin ich auch ein bisschen.<<
‚Ein bisschen.‘ Ich musste lächeln. Sandra hatte die Angewohnheit, Dinge absichtlich kleiner zu formulieren, als sie sie wirklich empfand.
>>Es ist sehr ruhig hier.<<
Ich sah wieder auf das Foto.
Ja. Ruhig. Geradezu abgeschieden. Als hätte dieser Ort seine eigene kleine Welt.
<<Ping>>
22:36
>>Chris sagt gerade, ich hätte hier noch gar nichts gesehen.<<
Ich konnte nicht verhindern, dass mein Magen sich leicht zusammenzog. Ich stellte mir seine Stimme vor. Ruhig. Selbstbewusst. Vielleicht stand er gerade neben ihr, während sie schrieb. Vielleicht sah er sogar auf ihr Handy.
Und schließlich noch eine Nachricht.
>>Du würdest das hier mögen.<<
Das war überraschend. Ich sah wieder auf das Foto des Hofes. Das warme Licht. Die weiten Flächen. Die Ruhe. Ja. Ich würde das hier mögen. Und gleichzeitig war genau dieser Gedanke fast schmerzhaft.
Sandra schickte noch ein letztes Bild. Diesmal von innen. Eine große Diele mit alten Holzbalken, einer offenen Treppe und einem langen Tisch aus massivem Holz. An der Wand hing eine große Schwarz-Weiß-Fotografie von Wölfen im Schnee. Ich starrte einen Moment darauf.
>>Lisa hat das alles entworfen, und Chris hat es umsetzen lassen.<<
>>Es sieht sehr schön aus.<<
>>Ich schicke Dir morgen mehr Photos.<<
Das war ihre letzte Nachricht für diesen Abend. Das Handy blieb still. Ich wartete noch ein paar Minuten. Vielleicht würde noch etwas kommen. Ein weiteres Bild. Eine gute Nacht. Irgendetwas. Aber das Display blieb dunkel.
Ich legte das Telefon langsam auf den Tisch zurück und sah wieder in den Raum. Das Wohnzimmer war unverändert still. Nur dass Sandra jetzt nicht mehr im Zug saß. Sie war dort. Auf diesem Hof. In einem Gästezimmer vielleicht.
Oder doch eher bei Chris.
Ich wusste nicht genau, was sie gerade tat. Und vielleicht war genau das der Punkt.
Ich stand schließlich auf, schaltete das Licht aus und ging ins Schlafzimmer. Das Bett fühlte sich größer an als sonst. Und leerer. Ich legte das Handy neben mich auf den Nachttisch. Für den Fall.
Aber in dieser Nacht vibrierte es nicht mehr.
~~~~~~~~~~
Allein in der Nacht
Ich lag noch lange wach. Das Schlafzimmer war dunkel, nur ein schmaler Streifen Straßenlicht lag wie ein grauer Balken auf dem Teppich. Neben mir auf dem Nachttisch lag mein Handy. Ich hatte es mehrmals in die Hand genommen, wieder hingelegt, als würde es irgendwann doch noch vibrieren.
Aber Sandra schrieb nicht mehr. Natürlich nicht.
Ich drehte mich auf die Seite und starrte in die Dunkelheit.
Sandra war jetzt bei Chris.
Dieser Gedanke war kein vorsichtiger Gedanke mehr. Er stand einfach im Raum. Schwer. Unübersehbar. Meine Frau war bei einem anderen Mann. Und sie war dort, um sich von ihm ficken zu lassen.
Das Wort traf mich jedes Mal neu. Es war hart. Direkt. Aber genau so fühlte es sich an, wenn ich allein im Dunkeln lag und nichts mehr beschönigen konnte.
Sandra wollte das. Wir hatten das alles gemeinsam in Gang gesetzt. Wir hatten gemeinsam überlegt, ob wir das wirklich wollten, und wir waren uns darüber im Klaren, dass es kein Zurück mehr geben würde, wenn wir einmal durch diese Tür gegangen wären. Und genau so war es nun: Sandra hatte eine Erfahrung gemacht, die sie nicht mehr missen wollte, und in dieser Konsequenz war sie jetzt wieder bei ihrem Liebhaber.
Chris war kein Zufall gewesen. Sandra hatte ihn ausgesucht. Sie hatte Profile gelesen, Bilder angeschaut, mit Männern geschrieben. Dann hatte sie sich mit Chris getroffen. Ganz harmlos, zum Essen.
Danach die Nacht, in der sie uns, in der sie mich noch einmal geprüft hat: Will ich es wirklich? Halte ich es aus, wenn sie sich einem anderen Mann hingibt? Und will sie selbst es überhaupt?
In jener Nacht hatte sie nur gespielt. Es war eine Inszenierung, ohne dass es wirklich zum Sex gekommen ist. Es war heiß, erotisch, aber letztlich noch nichts anderes, als ein harmloses Photo-Shooting. Es war noch nichts passiert.
Obwohl – das ist nicht ganz richtig: In dieser Nacht trafen wir die Entscheidung, dass wir unsere Phantasie Realität werden lassen wollten.
Und so kam es zu dem Kurzurlaub im Golf-Ressort, als auch ich Chris und seine Frau Lisa kennenlernte. Der Kurzurlaub, in dem Sandra mich zu ihrem Cuckold machte. Der Urlaub, in dem sie sich von Chris bis zur Erschöpfung vögeln ließ, während ich im Nachbarzimmer, auf das Bett gefesselt, ihnen nur zuhören konnte. Die Nacht, in der ich ihnen zuhörte, es auch genoß, wie es mich erregte, so sehr, dass ich mir selbst Erleichterung verschaffte.
Und jetzt war sie wieder bei ihm. Fünfhundert Kilometer entfernt von mir. Jetzt konnte ich sie nicht einmal hören. Erst in vier Tagen würde ich sie wiedersehen. Vier Tage, in denen sie sich ihm hingab.
Der Gedanke arbeitete sich unaufhaltsam weiter in meinen Kopf.
Und in meinen Unterleib.
Vielleicht standen sie gerade irgendwo auf diesem Anwesen. In einem dieser warm beleuchteten Räume, die sie fotografiert hatte. Vielleicht zeigte Chris ihr gerade noch etwas. Die Anlage. Das Gästezimmer. Den Wellnessbereich.
Sandra war begeistert gewesen. Das hatte man ihren Nachrichten angesehen. Und ich kannte sie. Wenn sie begeistert war, wurde sie lebendig. Körperlich.
Ich spürte, wie die Eifersucht meinen Bauch zusammenzog. Und wie die Lust mich ergriff, so sehr, dass ich mein Kopfkino nicht mehr kontrollieren konnte.
Vielleicht standen sie gerade dicht beieinander. Vielleicht hatte er ihre Hüften berührt. Vielleicht hatte Sandra diese eine kleine Bewegung gemacht, die sie so oft machte, wenn sie sich von mir verführen ließ.
Ich presste die Lippen zusammen. Chris war kein Mann, der lange fragte. Ich sah seine Hände an ihrer Hüfte. Sah, wie sie nach ihren Brüsten griffen. Wie sie zwischen ihre Beine glitten.
Wahrscheinlich hatte er sie inzwischen längst geküsst. Natürlich. Dieses Wochenende waren die beiden ein Paar. Sie wollten Sex miteinander. Natürlich war er geil auf meine attraktive Frau. Das hatte er schon im Ressort unzweifelhaft gezeigt.
Wahrscheinlich standen sie gar nicht mehr im Wohnzimmer. Wahrscheinlich waren sie schon in einem der Schlafzimmer. Wie spät war es jetzt?
Der Gedanke traf mich wie ein Schlag. Wahrscheinlich waren sie schon mit dem ersten Mal fertig! Wahrscheinlich waren die Geräusche ihrer ersten Orgasmen schon durch die Räume des Hauses gehallt. Vielleicht hatten sie es nicht einmal bis ins Schlafzimmer geschafft?
Ich drehte mich auf den Rücken und starrte an die Decke.
Sandra hatte mich vorbereitet. Schritt für Schritt. Wochenlang. Sie hatte mich nie gezwungen. Sie hatte mir nichts verheimlicht. Nachdem wir uns einmal entschieden hatten, hat sie mich in ihre Gedanken, ihre Gefühle und Bedürfnisse geführt. Immer ein kleines Stück weiter. Bis zu diesem Punkt.
Meine Frau war jetzt bei einem anderen Mann. Ohne mich. Und ich wusste genau, dass sie jetzt nicht mehr nur redeten.
Ich stellte mir vor, wie sie der Spannung zwischen ihnen endlich nachgaben. Wie hatte sie es diesmal vorbereitet? Tage voller Nachrichten. Telefonate. Andeutungen. Vorfreude?
Und jetzt waren sie allein.
Ich sah Sandra vor mir. Wie sie sich langsam aus ihren Sachen schälte. Wie sie ihn ansah. Dieses ruhige, selbstbewusste Lächeln, das sie manchmal bekam, wenn sie wusste, dass sie etwas wollte.
Chris musste bestimmt nicht viel tun. Sandra hatte ihn ausgewählt. Für genau das.
Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, wie es mein Geschlecht mit Blut füllte. Ich spürte, wie mein Schwanz pochte und Erlösung wollte.
Und dann kam die zweite Welle. Der Gedanke daran, dass Chris Dinge mit ihr tat, die ich selbst nie so getan hatte. Nicht aus Unfähigkeit. Sondern weil ich anders war. Vorsichtiger. Nachdenklicher.
Sandra hatte mir einmal gesagt: „Du beobachtest mich beim Sex.“
Chris tat das wahrscheinlich nicht. Chris nahm sich, was vor ihm stand.
Der Gedanke brannte sich tief in meinen Kopf. Ich sah Sandra vor mir, wie sie sich ihm überließ. Wie diese Energie zwischen ihnen körperlich wurde. Wie sie sich von ihm treiben ließ. Hart. Direkt. Ohne dieses vorsichtige Abtasten, das zwischen uns immer gewesen war.
Ich spürte, wie sich Schmerz und Hitze gleichzeitig in meinem Körper ausbreiteten. Ich presste die Hände über meine Augen.
Warum machte mich das nicht nur wütend? Warum fand ich es auch aufregend? Erregend? Warum ließ mich genau dieser Gedanke nicht los?
Sandra hatte die Antwort darauf längst ausgesprochen. „Du brauchst meine Anleitung.“ Vielleicht hatte sie recht. Vielleicht war genau das der Punkt. Ich war nicht der Mann, der seine Frau kontrollierte. Ich war der Mann, der lernte, sie frei zu lassen.
Und Sandra nutzte diese Freiheit. Nicht heimlich. Nicht gegen mich. Sondern vor meinen Augen.
Und genau das wollte ich.
Der Gedanke traf mich ein drittes Mal, tiefer als vorher. Sandra wusste ganz genau, dass ich jetzt hier lag. Dass ich mir das alles vorstellte. Deshalb hatte sie diese Nachricht geschrieben.
‚Wahrscheinlich schlafe ich danach sehr gut.‘
‚Danach‘.
Ich ließ langsam die Luft aus meinen Lungen entweichen. Vielleicht schlief sie in diesem Moment wirklich schon. Vielleicht lag sie neben ihm. Vielleicht war ihr Körper noch warm von dem, was zwischen ihnen passiert war. Oder es passierte noch immer.
Oder schon wieder.
Der Gedanke war fast unerträglich. Und gleichzeitig konnte ich ihn nicht mehr zurückdrängen.
Ich griff nach dem Handy.
02:04.
Keine Nachricht.
Irgendwann musste ich eingeschlafen sein. Als ich wieder aufwachte, war das Zimmer hellgrau vom ersten Morgenlicht. Für einen Moment wusste ich nicht, wo ich war. Dann vibrierte das Handy.
<<Ping>>
07:11
Mein Herz schlug schneller, als ich danach griff.
>>Guten Morgen.<<
Ich las die Nachricht zweimal. Dann kam sofort eine zweite.
>>Du hattest heute Nacht bestimmt viele Bilder im Kopf.<<
Ich schluckte.
>>Ich habe sie erlebt. :-D <<
Und kurz darauf:
>>Es war geil. Chris schläft noch. Hat er sich auch verdient, heute Nacht ;-)<<
Ich spürte, wie mir plötzlich warm wurde.
>>Ich glaube, der heutige Tag wird interessant. Ich melde mich später.<<
Dann:
>>Wenn ich dazu komme.<<
Ich starrte auf das Display.
>>Hab‘ einen schönen Tag, mein Cucky! :-*<<
Draußen begann irgendwo ein Vogel zu singen.
~~~~~~~~~~
Sandras „freier“ Donnerstag
Ich kam an diesem Donnerstag kaum in meinen normalen Rhythmus.
Der Morgen im Büro begann wie jeder andere: Bildschirm hochfahren, Mails überfliegen, eine Tabelle öffnen. Zahlenkolonnen. Risiken. Wahrscheinlichkeiten. Dinge, die sich berechnen ließen. Nur dass mein Kopf ständig woanders war.
<<Ping>>
09:08
Um kurz nach neun vibrierte mein Handy. Ich griff sofort danach.
>>Guten Morgen nochmal. Wir frühstücken gerade im Wintergarten.<<
Darunter erschien ein Bild: Ein großer Raum mit Glaswänden. Licht fiel über einen massiven Holztisch. Kaffee, Brot, Obst.
Ich konnte mir sofort vorstellen, wie sie dort saß. Vielleicht in einem weiten Hemd. Die Haare noch ein wenig zerzaust.
Neben Chris.
<<Ping>>
09:11
>>Du würdest das hier lieben.<<
Ich tippte.
>>Sieht wunderschön aus.<<
Ein paar Sekunden später:
>>Chris sagt, wir sollten den Pool ausprobieren.<<
Dann vibrierte das Handy erneut. Diesmal eine Sprachnachricht. Ich zögerte kurz, setzte dann die Kopfhörer auf und spielte sie ab. Sandras Stimme klang warm. Nah.
‚Du ahnst bestimmt, wie wir hier sitzen.‘
Im Hintergrund klirrte Geschirr. Eine Kaffeemaschine zischte leise. Dann hörte ich eine zweite Stimme. Tiefer. Ruhig.
Chris.
‚Der Pool ist genau richtig temperiert, für uns.‘
Sandra lachte leise.
‚Hast du gehört?‘
Dann wieder Chris, offenbar viel näher und jetzt in anderem Tonfall: ‚Wenn auch nicht so heiß wie Du!‘
Ein plötzlich Auflachen von Sandra, dann endete die Aufnahme.
Ich saß einen Moment einfach nur da und starrte auf das Display.
Der Vormittag zog sich.
<<Ping>>
11:09
Ich versuchte mich in eine Risikoanalyse zu vertiefen, aber mein Blick wanderte ständig zum Handy. Endlich kam wieder eine Nachricht:
>>Wir gehen gerade über das Grundstück<<
Ein Foto folgte. Ein Kiesweg zwischen alten Bäumen. Dahinter ein Backsteingebäude.
>>Das Gästehaus.<<
Dann:
>>Es ist hier völlig ruhig und unbeobachtet. Ich fühle mich wie Eva mit Adam im Paradies!<<
Ich konnte mir sofort vorstellen, wie sie nebeneinander liefen. Vielleicht hatte Chris eine Hand in ihrer Taille. Vielleicht berührten sich ihre Schultern.
>>Zumal wir gerade auch genau so viel an haben. ;-) <<
Ich antwortete nicht.
<<Ping>>
12:13
>>Sind jetzt im Wellness-Flügel.<<
Darunter ein Bild.
Der Pool unter der Glasdecke. Sonnenlicht auf dem Wasser. Liegen am Rand. Eine Holzsauna war zu erkennen.
Mein Magen zog sich etwas zusammen. Chris und Lisa spielten offensichtlich in einer ganz anderen Liga als wir.
>>Hier hat wirklich überhaupt niemand ungebetenen Einblick.<<
Ein paar Sekunden später erschien eine neue Sprachnachricht. Ich atmete tief durch und spielte sie ab. Zuerst hörte ich nur das leise Echo eines großen Raumes. Wasser. Ein kleines Plätschern. Dann Sandras Stimme, leiser als vorher.
‚Wir sind gerade im Pool.‘
Sie machte eine kurze Pause. Ich hörte Wasserbewegungen. Dann, etwas näher am Mikrofon:
‚Oh… Moment…‘
Im Hintergrund ein tiefes Lachen.
Chris.
Die Aufnahme brach ab. Ich starrte auf das Display.
<<Ping>>
12:46
>>Sorry.<<
Dann:
>>Chris meinte, das Handy lenkt mich zu sehr ab.<<
Mein Herz schlug sofort schneller. Ich antwortete nicht.
>>Du hast bestimmt wieder Bilder im Kopf?<<.
Pause. Dann eine neue Nachricht.
>>Chris sagt, du sollst dir ruhig alles vorstellen.<<
Ich lehnte mich langsam im Stuhl zurück.
Natürlich tat ich das längst. Und das war der Konzentration auf meine Arbeit nicht gerade förderlich.
<<Ping>>
14:52
>>Sauna.<<
Nur dieses eine Wort.
Kurz darauf eine Sprachnachricht. Diesmal hörte ich förmlich Hitze. Holz. Ein dumpfes Echo. Sandras Stimme klang anders. Tiefer. Wärmer.
‚Wir machen’s und jetzt heiß, hier vor der Sauna.‘
Ihr Atem ging schneller, Chris‘ Stimme war kurz im Hintergrund.
‚Chris meint, du würdest jetzt wahrscheinlich rot werden.‘
Jetzt hörte ich ihn wieder.
‚Frag ihn mal, ob er sich das vorstellen kann.‘
Sandra lachte leise.
‚Kannst du das?‘
Dann stoppte die Aufnahme.
~~~~~~~~~~
Am späten Nachmittag wurde es noch stiller. Keine Nachrichten mehr.
Je länger mein Handy ruhig blieb, desto wilder wurde mein Kopfkino. Der Pool. Die Sauna. Die abgeschiedenen Gebäude. Sandra und Chris irgendwo darin.
Als das Handy gegen halb sechs vibrierte, zuckte ich richtig zusammen.
<<Ping>>
17:27
Eine neue Sprachnachricht. Ich setzte sofort die Kopfhörer auf. Sandra flüsterte.
‚Ich habe Chris erzählt, dass du immer wissen willst, wie es ist, wenn er mich vögelt.‘
Ich spürte, wie mein Puls sofort hochging. Im Hintergrund hörte ich Schritte. Ein leises Lachen. Chris’ Stimme kam näher.
‚Dann soll er doch zuhören.‘
Sandra kicherte kurz.
‚Er meint, ich soll einfach mal die Aufnahme laufen lassen.‘
Für einen Moment war nur Atmen zu hören. Bewegung. Knacken, als das Mikro irgendwo anstieß. Dann Sandras Stimme wieder, leiser.
‚Du bist verrückt…‘
Ein tiefer Atemzug. Ein leises, unkontrolliertes Geräusch von ihr.
Dann stoppte die Aufnahme abrupt.
Ich saß völlig still. Mein Herz hämmerte.
<<Ping>>
17:33
>>Du wolltest doch wissen, wie sich das anhört. Gefällt es Dir?<<
Dann noch eine Zeile:
>>Keine Sorge. Mir geht es sehr gut. :-D <<
Und schließlich:
>>Hab einen ruhigen Abend, mein geliebter Cucky. :-* <<
~~~~~~~~~~
| Teil 20 von 20 Teilen. | ||
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