Das Verborgene Gehöft: Erbe der Lust (fm:Verführung, 8935 Wörter) | ||
| Autor: Chris | ||
| Veröffentlicht: Jan 01 2026 | Gesehen / Gelesen: 1433 / 1258 [88%] | Bewertung Geschichte: 9.62 (29 Stimmen) |
| Ein unerwartetes Erbe führt das schüchterne Ehepaar Ina und Chris in ein idyllisches Anwesen am Waldrand. Hinter der rustikalen Fassade lauern Geheimnisse, die verborgenen Sehnsüchte wecken. Zwischen Scham, Neugier und sinnlicher Spannung | ||
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Tag, über einen störrischen Drucker in Chris' Remote-Support und über einen älteren Herrn in der Bibliothek, der stundenlang in alten Atlanten geblättert hatte. Der Brief lag auf dem Sideboard, doch keiner von ihnen erwähnte ihn noch einmal.
Später lagen sie früh im Bett. Das Schlafzimmer war ordentlich: weiße Bettwäsche, ein Kreuz an der Wand, der Schrank mit den akkurat gefalteten Kleidern. Ina hatte sich bereits umgezogen, trug ein langes Nachthemd aus Baumwolle, das bis zu den Knöcheln reichte. Chris kam aus dem Bad, in seinem gestreiften Pyjama, und schaltete das Licht aus, bevor er zu ihr unter die Decke schlüpfte.
Es war ihr Ritual, seit sie verheiratet waren. Immer im Dunkeln. Immer sanft.
Chris drehte sich zu ihr, strich eine Strähne ihres hellbraunen Haares aus dem Gesicht. "Alles in Ordnung?", flüsterte er.
"Ja", hauchte Ina und schmiegte sich an ihn. Sie spürte seine Wärme, die vertraute Nähe. Seine Hand glitt zögernd über ihren Arm, dann zu ihrer Hüfte. Sie küssten sich - zart, zurückhaltend, mit geschlossenen Lippen zuerst, dann ein wenig offener. Ina fühlte, wie ihr Körper reagierte, ein leises, warmes Kribbeln, das sie jedoch sofort zu unterdrücken versuchte. Es war nicht richtig, zu viel zu wollen. Nicht zu fordernd zu sein.
Chris' Atem wurde schneller. Er schob ihr Nachthemd ein Stück hoch, nur so weit, wie nötig. Seine Berührungen waren vorsichtig, fast ehrfürchtig. Ina schloss die Augen fester, konzentrierte sich auf das vertraute Rhythmus, den sie beide kannten: langsam, gleichmäßig, ohne Hast. Sie unterdrückte jedes laute Stöhnen, biss sich leicht auf die Lippe, damit nur ein leises Seufzen entwich. Ihre Hände hielten sich an seinen Schultern fest, nicht zu fest, nicht zu wild.
Es dauerte nicht lange. Chris bewegte sich behutsam, flüsterte ihren Namen. Ina spürte den Höhepunkt nahen - ein sanfter, warmer Wellenschlag, den sie still ertrug. Dann Chris, mit einem unterdrückten Keuchen. Sie kamen fast gleichzeitig, wie immer.
Danach zog Chris sich sofort zurück, rollte zur Seite. Ina richtete ihr Nachthemd, deckte sich schnell wieder zu, als schäme sie sich plötzlich ihrer Nacktheit. Im Dunkeln tastete sie nach seiner Hand. Sie verschränkten die Finger.
"Gute Nacht, mein Schatz", murmelte Chris.
"Gute Nacht", antwortete Ina und drehte sich auf die Seite.
Beide lagen wach noch eine Weile. Ina starrte in die Finsternis, spürte die Nachwärme zwischen ihren Schenkeln, ein leises, unbefriedigtes Ziehen, das sie jedoch verdrängte. Es war gut so. Es war richtig so. Sie wollte Chris nicht mit verborgenen Begierden belasten, die sie selbst kaum verstand. Fantasien, die manchmal in ihren Träumen auftauchten - intensiver, freier - schob sie weit weg.
Chris neben ihr dachte ähnlich. Er liebte Ina über alles. Er wollte sie nicht drängen, nicht enttäuschen. Seine eigenen heimlichen Wünsche - sie länger zu berühren, sie laut stöhnen zu hören - blieben unausgesprochen.
So schliefen sie ein, eng umschlungen, in ihrem geordneten, prüden Leben. Der Brief des Notars lag unten auf dem Sideboard und wartete auf die kommenden Tage, die alles verändern sollten.
### Kapitel 2: Die Entscheidung
Die Woche kroch dahin, doch der Brief warf einen langen Schatten über die gewohnte Routine. Ina und Chris sprachen kaum darüber, als wollten sie das Unbekannte nicht durch Worte heraufbeschwören. Tagsüber lenkten sie sich mit Arbeit ab: Chris saß stundenlang vor seinem Monitor, debuggte Code und führte Remote-Sitzungen durch, während Ina in der Bibliothek Bücher einordnete und Lesern mit gedämpfter Stimme empfahl. Abends saßen sie schweigend beim Essen, hielten Händchen, doch ihre Blicke wanderten immer wieder zum Sideboard, wo der cremefarbene Umschlag lag.
Ina spürte eine innere Unruhe, die sie nicht benennen konnte. Nachts lag sie wach, lauschte Chris' gleichmäßigen Atemzügen und fragte sich, was dieser Gustav Adler ihnen hinterlassen haben mochte. Geld? Ein Grundstück? Oder nur eine alte Uhr, die sie höflich annehmen und dann vergessen würden? Die Vorstellung, dass sich etwas in ihrem geordneten Leben verändern könnte, erzeugte ein leises Kribbeln - halb Angst, halb Neugier.
Chris erging es ähnlich. In den Pausen zwischen seinen Tickets starrte er auf den Bildschirm, ohne wirklich zu sehen. Er dachte an seine Mutter, die den Namen Gustav Adler nur selten erwähnt hatte - immer mit einem Kopfschütteln und dem Hinweis, er sei "ein bisschen wunderlich" gewesen. Was, wenn das Erbe mehr war als ein paar Euro? Was, wenn es Verpflichtungen mit sich brachte?
Am Freitagmorgen packten sie den Koffer und fuhren früh los. Der Novemberregen prasselte gegen die Windschutzscheibe ihres Kombis, während sie durch die graue Stadt zum Notarbüro fuhren. Ina trug ein konservatives graues Kostüm, Chris einen dunklen Anzug, den er nur zu Beerdigungen und Hochzeiten anzog. Sie hielten sich an den Händen, als sie die Treppe zum Büro hinaufstiegen.
Der Raum war klein und holzgetäfelt, mit schweren Samtvorhängen. Außer ihnen war nur ein älterer Herr anwesend - ein entferntes Familienmitglied, wie sich herausstellte -, doch der Notar erklärte, dass die Hauptbegünstigten Ina und Chris seien. Dr. Langner, ein hagerer Mann mit randloser Brille, räusperte sich und begann mit der Verlesung.
Das Testament war ungewöhnlich formuliert. Gustav Adler, ledig, kinderlos, hatte sein gesamtes Vermögen - ein kleines Anwesen am Waldrand namens "Das Verborgene Gehöft" - an Chris und Ina vermacht. Das Haus, das Grundstück, die Einrichtung, alles. Doch es gab eine Bedingung: Sie mussten den "dortigen Betrieb" fortführen. Andernfalls würde das Anwesen nach Ablauf eines Jahres an einen Herrn Friedrich Hauser fallen, den der Verstorbene als "treuen Freund und Förderer" bezeichnete.
Der Notar machte eine Pause und blickte über seine Brille. "Herr Adler hat zudem eine persönliche Nachricht hinterlassen, die ich wörtlich verlesen werde."
Er entfaltete ein weiteres Blatt.
"Liebe Ina, lieber Chris,
ich habe eure Eltern gekannt - gute, aber leider sehr verklemmte Menschen. Sie haben euch beigebracht, dass das Leben aus Pflicht und Enthaltsamkeit besteht. Ich hingegen habe gelernt, dass das wahre Leben in der Lust liegt - in der Lust am Leben selbst. Nehmt mein Geschenk an, öffnet euch, genießt. Das Verborgene Gehöft soll euch dazu verhelfen. Probiert es aus. Habt keine Angst vor euren Wünschen. Sie sind das Natürlichste der Welt.
In tiefer Zuneigung,
Gustav Adler."
Stille senkte sich über den Raum. Ina spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde. Verklemmt? Sie? Ihre Eltern? Der Satz traf sie wie ein leiser Stich. Chris neben ihr saß starr, die Hände im Schoß verkrampft. Der entfernte Verwandte schnaubte leise und schüttelte den Kopf, doch seine Meinung interessierte niemanden.
Dr. Langner räusperte sich erneut. "Der Betrieb, von dem Herr Adler spricht, ist ein etablierter, exklusiver Freizeitbetrieb für Erwachsene. Die genaue Natur wird Ihnen vor Ort erläutert. Sie haben nun die Wahl: Das Erbe annehmen und die Bedingung erfüllen oder ablehnen. Im letzteren Fall geht alles an Herrn Hauser."
Ina und Chris sahen sich an. Ihre Blicke sprachen Bände: Ablehnen? Ein ganzes Anwesen? Sie hatten kaum Ersparnisse, lebten von Monat zu Monat. Ein Haus auf dem Land - das bedeutete Freiheit, Sicherheit, vielleicht sogar ein neues Leben. Doch was war dieser "Betrieb"? Ein Gasthof? Ein Ferienhaus? Die Formulierung "Lust am Leben" klang seltsam, fast frivol.
Chris fand als Erster die Sprache. "Wir... wir nehmen an", sagte er leise, aber bestimmt.
Ina nickte. Ihr Herz pochte. "Ja. Wir nehmen das Erbe an."
Der Notar lächelte knapp. "Sehr gut. Hier sind die Schlüssel und die Adresse. Das Anwesen liegt etwa eineinhalb Stunden entfernt. Die langjährige Haushälterin, Frau Umbrig, erwartet Sie bereits. Sie wird Ihnen alles Weitere erklären."
Eine Stunde später saßen sie wieder im Auto, die Schlüsselbund klirrte im Handschuhfach. Der Regen hatte aufgehört, doch der Himmel blieb bleiern. Es war Freitag und sie steuerten direkt das Anwesen an.
"Was meinst du, was das für ein Betrieb ist?", fragte Ina nach einer Weile. Ihre Stimme klang dünn.
Chris umklammerte das Lenkrad fester. "Vielleicht ein kleines Hotel. Oder ein Seminarhaus. Gustav war doch immer ein bisschen alternativ, oder?"
Ina nickte, doch die Worte "Lust am Leben" hallten in ihr nach. Sie dachte an ihre Eltern, an die strenge Erziehung, an die vielen unausgesprochenen Regeln. War sie wirklich verklemmt? Sie schob den Gedanken beiseite.
Die Straße wurde schmaler, führte durch dichte Wälder. Das Navigationsgerät zeigte an: noch zwanzig Minuten. Die Luft im Auto schien dicker zu werden, geladen mit einer Mischung aus Aufregung und Beklommenheit.
Chris legte kurz die Hand auf Inas Knie. "Was auch kommt - wir schaffen das zusammen."
Ina lächelte schwach und legte ihre Hand auf seine. "Zusammen", wiederholte sie.
Der Wald lichtete sich, und vor ihnen tauchte ein altes Fachwerkhaus auf, idyllisch am Waldrand gelegen, mit einem großen, umzäunten Garten. Es sah aus wie aus einem Märchen - friedlich, einladend, harmlos.
"Das Verborgene Gehöft", las Chris vom schmiedeeisernen Schild am Tor ab.
Sie parkten vor dem Eingang. Die Haustür öffnete sich, und eine resolute Frau Mitte sechzig trat heraus - graues Haar zu einem strengen Dutt gebunden, eine Schürze über dem Kleid. Sie lächelte breit, mit einem Funkeln in den Augen, das Ina sofort stutzig machte.
"Willkommen, willkommen!", rief sie mit kräftiger Stimme. "Ich bin Frau Umbrig. Endlich lerne ich die neuen Herrschaften kennen."
Frau Umbrig trat einen Schritt zur Seite und machte eine einladende Geste. "Kommen Sie nur herein. Es gibt viel zu sehen - und noch mehr zu verstehen."
Ina und Chris stiegen aus, unsicher, was sie erwartete. Das Abenteuer begann.
### Kapitel 3: Die Ankunft am Verborgenen Gehöft
Frau Umbrig führte sie mit schwungvollen Schritten über die kiesbestreute Auffahrt. Das Fachwerkhaus lag friedlich da, als hätte es nie etwas anderes gesehen als harmlose Landidylle: dunkle Balken, weiße Gefache, ein Reetdach, das sich gemütlich über die Jahrhunderte geneigt hatte. Kein Nachbar weit und breit, nur Wald, der das Anwesen wie ein schützender Mantel umschloss.
"Hereinspaziert, die Herrschaften", rief Frau Umbrig und hielt die Tür auf. "Draußen wird man ja ganz steif bei dem Wind - und das wollen wir doch nicht, oder?"
Ina spürte sofort die Hitze in ihren Wangen aufsteigen. Steif. Ein ganz normales Wort. Und doch klang es aus Frau Umbrigs Mund wie eine kleine Provokation. Chris neben ihr starrte plötzlich intensiv auf die Fußmatte, als läse er dort die Gebrauchsanweisung.
Der Eingangsbereich war behaglich: eine massive Holztheke, Schließfächer, Garderobe. An der Wand dekorative Relikte aus alten Zeiten - ein ordentlich aufgerolltes Seil, eine lange Peitsche ("für die Pferde", stand auf einem kleinen Schildchen), ein paar breite Lederriemen.
"Hier legen die Gäste alles ab, was sie nicht mehr brauchen", erklärte Frau Umbrig und strich liebevoll über die Theke. "Kleidung, Sorgen, Hemmungen. Manche kommen schwer bepackt und gehen federleicht wieder. Andere bringen nur wenig mit und nehmen dafür umso mehr mit nach Hause."
Chris hustete leise. "Mitnehmen?"
"Erinnerungen, natürlich", antwortete sie mit unschuldigem Augenaufschlag. "Und manchmal ein bisschen Muskelkater."
Ina presste die Lippen zusammen, um nicht laut aufzustöhnen.
Durch eine Flügeltür gelangten sie in den Hauptsaal. Hohe Balkendecken, prasselnder Kamin, tiefe Samtsofas, eine lange Bar. Spiegel an allen Wänden warfen das gedämpfte Licht zurück und vervielfachten jeden Blick.
"Hier fängt der Abend an", sagte Frau Umbrig. "Man trinkt ein Gläschen, kommt ins Gespräch, kommt sich näher. Die Gäste sind sehr gesellig - es wird viel getauscht, viel geteilt, viel probiert. Ein richtiger Swingerclub, müssen Sie wissen. Sehr exklusiv, sehr beliebt, sehr... ausgelassen."
Das Wort Swingerclub fiel so nebenbei, als spräche sie von einem Bridge-Club.
Ina spürte, wie ihr der Boden unter den Füßen schwankte. Chris' Ohren glühten kirschrot.
"Aber... von außen wirkt alles so... brav", brachte er hervor.
Frau Umbrig lachte perlend. "Genau das ist der Witz, Herr Meier. Außen hui, innen pfui - oder besser: innen hui-hui-hui. Kommen Sie, ich zeige Ihnen die weiteren Annehmlichkeiten."
Das große Bad im Erdgeschoss: mehrere offene Duschen, riesige Spiegel, bequeme Bänke.
"Hygiene geht vor", erklärte sie streng. "Vor dem Spiel und danach. Manche Gäste duschen gern allein, manche zu zweit - und manche finden, je mehr Wasser, desto lustiger. Das Warmwerden geht hier besonders schnell."
Ina starrte auf die Duschköpfe und stellte sich vor, wie Wasser über nackte Haut perlte. Sie verschränkte hastig die Arme vor der Brust, als könnte jemand ihre plötzlich empfindlichen Nippel bemerken.
Chris' Blick klebte an den Spiegeln. "Man... sieht hier alles?"
"Fast alles", bestätigte Frau Umbrig fröhlich. "Und was man nicht sieht, das malt einem die Fantasie dazu. Die ist ja bekanntlich der beste Regisseur."
Durch die Glastür in den Gartenpavillon: weiche Matratzen, halbdurchsichtige Vorhänge, Kissenberge.
"Bei schönem Wetter ein Publikumsmagnet", sagte sie. "Unter freiem Himmel schmeckt alles intensiver - die Luft, die Küsse, die kleinen Schreie. Die Vorhänge flattern, der Wind streichelt, und manchmal streichelt eben noch eine zweite oder dritte Hand mit."
Ina spürte ein verräterisches Kribbeln zwischen den Beinen und drückte die Schenkel fest zusammen. Chris verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen, als hätte er plötzlich zu enge Schuhe.
Im Obergeschoss die privaten Zimmer.
Erstes Zimmer: riesiges Bett, Spiegel an Decke und Wänden, dezente Ringe an den Bettpfosten.
"Hier kann man sich richtig fallen lassen", erklärte Frau Umbrig. "Manche mögen es zart, manche etwas fester. Die Ringe sind praktisch, wenn man mal keine Hand frei haben will - oder beide Hände voll zu tun hat."
Chris schluckte hörbar. Das Bild von Ina, die sich an diesen Ringen festhielt, während... Er drehte sich abrupt zum Fenster.
Zweites Zimmer: halbdurchlässige Spiegel zum Flur.
"Für die Exhibitionisten unter uns", sagte Frau Umbrig trocken. "Oder die Voyeure. Man sieht nur Umrisse, aber die Fantasie füllt die Lücken prächtig aus. Oft reicht schon ein Schatten, um ganz schön in Wallung zu geraten."
Ina spürte, wie ihre Unterwäsche feucht wurde. Sie biss sich auf die Innenseite der Wange, um ruhig zu bleiben.
Der Gruppenraum: Matratzenlandschaft, gepolsterte Bänke mit Befestigungspunkten, Spiegel überall.
"Hier wird es geselliger", erklärte Frau Umbrig. "Manche Paare schauen nur zu, andere steigen ein. Es gibt keine festen Plätze - außer man möchte gefesselt werden, dann schon."
Chris' Hose wurde plötzlich unbequem. Er stellte sich hinter Ina, als wollte er sie vor etwas schützen - oder sich selbst verstecken.
Zuletzt der Keller. Die schmale Treppe hinunter ins "Verborgene Gewölbe". Kerzenlicht, Steinwände, Lederduft.
St.-Andrews-Kreuz, Spanking-Bank, Sex-Schaukel.
"Unser kleiner Spielplatz für Fortgeschrittene - und für Neugierige", sagte Frau Umbrig mit einem verschmitzten Grinsen. "Ein bisschen Fesseln, ein bisschen Klapsen, ein bisschen Schaukeln. Die meisten Gäste denken erst: 'Um Himmels willen!' und kommen dann wieder mit: 'Noch einmal, bitte!' Der Popo wird hier übrigens besonders gut durchblutet."
Ina starrte auf das Kreuz und sah sich selbst dort stehen - Arme und Beine gespreizt, hilflos, erregt. Ein Schauer durchfuhr sie, halb Entsetzen, halb brennendes Verlangen. Ihre Brust hob und senkte sich schneller.
Chris brachte kein Wort heraus. Die Vorstellung, Ina hier zu sehen - oder selbst an ihrer Stelle - ließ seinen Puls rasen und seine Hände schwitzen.
Frau Umbrig schloss die Kellertür wieder und drehte sich zu ihnen um. "So, das war die kleine Hausführung. Der verstorbene Herr Adler wollte, dass der Club weiterlebt. Die Gäste sind treu, die Termine stehen - das nächste Event ist übrigens schon morgen Abend."
Sie musterte die beiden, die puterrot und stumm dastanden.
"Keine Panik, meine Lieben. Niemand muss gleich ins kalte Wasser springen - oder ins warme, je nach Dusche. Manche brauchen Wochen, manche Monate. Und manche merken plötzlich, dass sie schon längst nass sind."
Sie zwinkerte breit. "Tee? Oder etwas, das die Nerven beruhigt? Ich habe auch einen ganz hervorragenden Rotwein - der lockert bekanntlich wunderbar."
### Kapitel 4: Spieglein an der Wand
Der Rotwein war schwer und samtig, mit einem Aroma von dunklen Beeren und einem Hauch von Eiche. Frau Umbrig hatte drei Gläser auf den massiven Eichentisch im Hauptsaal gestellt und sich mit einer entschuldigenden Geste zurückgezogen: "Ich lasse Sie beide erst einmal allein verdauen - das Haus und den Wein."
Ina und Chris saßen nebeneinander auf einem der tiefen Samtsofas, die Gläser in den Händen, und starrten in die Flammen des Kamins. Die Stille zwischen ihnen war dicht, fast greifbar. Keiner wagte, das Wort Swingerclub auszusprechen, das noch immer in der Luft hing wie ein ungeladener Gast.
Chris nahm einen großen Schluck. "Das... das ist alles ein bisschen viel", sagte er schließlich leise.
Ina nickte. Ihre Finger zitterten leicht am Stiel des Glases. "Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Ein Swingerclub. Ausgerechnet wir."
Chris lächelte schwach. "Gustav muss uns für einen Witz gehalten haben. Die verklemmten Verwandten, die plötzlich ein Haus voller... voller..." Er brach ab, fand kein passendes Wort.
"Voller nackter Menschen", vollendete Ina und errötete sofort. Das Wort "nackt" klang in ihrem Mund fremd und verboten.
Sie schwiegen wieder. Der Wein wärmte von innen, löste ein wenig die Starre in ihren Gliedern.
"Ich habe Angst", gestand Ina nach einer Weile. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch. "Angst, dass wir das nicht schaffen. Dass wir versagen. Dass Herr Hauser alles bekommt. Aber auch Angst vor... vor dem, was hier passiert. Vor dem, was wir sehen könnten. Was wir vielleicht fühlen könnten."
Chris legte seine Hand auf ihre. "Ich auch. Ich habe die ganze Zeit gedacht: Wie sollen wir das nur machen? Gastgeber sein für... für so etwas. Aber gleichzeitig..." Er stockte, suchte nach Worten. "Gleichzeitig hat es mich nicht nur erschreckt. Irgendetwas hat sich in mir gerührt. Etwas, das ich bisher immer weggeschoben habe."
Ina sah ihn an. In seinen Augen lag dieselbe Verwirrung, die sie selbst spürte. "Bei mir auch", flüsterte sie. "Als Frau Umbrig den Keller gezeigt hat... das Kreuz, die Schaukel... ich habe mich geschämt. So sehr. Aber gleichzeitig hat es gekribbelt. Hier." Sie legte die Hand flüchtig auf ihren Unterleib und zog sie sofort wieder weg, als hätte sie sich verbrannt.
Chris atmete tief ein. "Ich habe Fantasien", sagte er leise. "Seit Jahren. Dinge, die ich mir nie getraut habe, dir zu sagen. Weil ich dachte, du würdest mich dafür verurteilen. Oder dich verletzt fühlen."
"Ich auch", erwiderte Ina. "Ich habe mir manchmal vorgestellt, wie es wäre, wenn du... intensiver wärst. Länger. Freier. Aber ich habe es nie gesagt. Aus Rücksicht. Aus Scham."
Sie sahen sich lange an. Der Wein hatte die Zungen gelöst, die Schutzmauern ein wenig gesenkt.
"Wir könnten es versuchen", sagte Chris schließlich. "Nicht alles auf einmal. Nur Schritt für Schritt. Vielleicht bleiben wir einfach eine Nacht. Sehen, wie sich das Haus anfühlt. Ohne Gäste. Nur wir beide."
Ina nickte langsam. "Eine Nacht. Ja. Das klingt... machbar."
Frau Umbrig, die diskret in der Küche gewartet hatte, brachte ihnen später ein leichtes Abendessen - Brot, Käse, Trauben - und zeigte ihnen dann das ihr "Gästezimmer" im Obergeschoss. Es war das "Spiegelzimmer": ein großes Bett mit seidenen Laken, und über dem gesamten Bett ein riesiger Spiegel an der Decke.
"Für die, die sich gerne selbst betrachten", sagte sie mit einem milden Lächeln. "Oder den Partner aus neuen Perspektiven. Gute Nacht, meine Lieben. Träumen Sie süß - oder wach."
Die Tür schloss sich. Ina und Chris standen allein im Raum. Das Licht der Nachttischlampen war dimmbar, warm und golden.
Ina zog sich langsam aus, zögernd, als wäre sie zum ersten Mal nackt vor Chris. Sie trug ein schlichtes Nachthemd aus dem Koffer. Chris schlüpfte in seinen Pyjama.
Sie legten sich ins Bett. Der Spiegel über ihnen zeigte beide: zwei schüchterne Gestalten unter der Decke, eng beieinander, aber noch immer getrennt durch unsichtbare Barrieren.
Ina blickte hinauf. Sie sah sich selbst - das hellbraune Haar auf dem Kissen ausgebreitet, die Wangen gerötet, die Augen groß und neugierig.
"Ich... ich möchte etwas ausprobieren", sagte sie leise. Ihre Stimme zitterte, doch sie hielt seinem Blick stand. "Etwas, das ich mir schon lange wünsche. Dass du... mich leckst. Richtig. Lange. Und dass ich zuschauen kann."
Chris' Augen weiteten sich. Er nickte stumm, unfähig zu sprechen.
Ina schlug die Decke zurück. Sie zog das Nachthemd hoch, langsam, bis sie nackt dalag. Ihre Beine spreizte sie zögernd, doch entschlossen. Chris rückte tiefer, küsste erst ihren Bauch, ihre Innenschenkel - zart wie immer, aber diesmal mit einer neuen Intensität.
Als seine Zunge sie das erste Mal berührte, keuchte Ina auf. Sie blickte nach oben, sah sich selbst im Spiegel: die Beine gespreizt, Chris' Kopf zwischen ihnen, seine Hände, die ihre Hüften hielten. Der Anblick war fremd und erregend zugleich.
Er leckte sie langsam zuerst, dann fordernder, ausdauernder, als wollte er jeden Zentimeter erkunden. Ina spürte, wie die Scham wich, wie pure Lust sie durchflutete. Ihre Hände krallten sich ins Laken, ihre Hüften hoben sich ihm entgegen. Sie stöhnte - lauter als je zuvor, ohne sich zu bremsen. Im Spiegel sah sie ihre Brüste beben, ihre Nippel hart, ihr Gesicht verzerrt vor Lust.
Es dauerte lange. Chris gab nicht auf, variierte den Rhythmus, saugte, kreiste, drang mit der Zunge ein. Ina kam das erste Mal mit einem langen, zitternden Seufzen, dann ein zweites Mal, intensiver, fast schreiend.
Als sie schließlich erschöpft dalag, zog Chris sich hoch. Das Licht blieb an - eine stille Übereinkunft. Er küsste sie, und sie schmeckte sich selbst auf seinen Lippen. Dann drang er in sie ein, wie immer sanft, doch diesmal mit offenen Augen, mit Blicken in den Spiegel.
Sie bewegten sich im vertrauten Rhythmus, aber alles fühlte sich anders an: intensiver, freier. Ina schlang die Beine um ihn, zog ihn tiefer. Sie kamen gemeinsam - ein gemeinsamer Höhepunkt, der sie beide zittern ließ.
Danach lagen sie eng umschlungen, das Licht noch immer brennend. Der Spiegel zeigte zwei Menschen, die ein wenig mutiger geworden waren.
"Danke", flüsterte Ina.
Chris küsste ihre Stirn. "Danke dir."
Sie schliefen ein, erschöpft und zufrieden - ein kleiner, aber bedeutender Schritt in eine Richtung, die sie beide noch nicht ganz verstanden, aber nicht mehr fürchteten.
### Kapitel 5: Der Abend in Spitze und Seide
Ina öffnete die Augen, als das erste Morgenlicht durch die Ritzen der Vorhänge sickerte und goldene Flecken auf der seidenen Bettdecke warf. Sie lag auf der Seite, nackt unter dem Laken, und spürte Chris' Körper dicht an ihrem Rücken - seine Wärme, seinen gleichmäßigen Atem, der über ihren Nacken strich. Seine Hand ruhte besitzergreifend auf ihrer Hüfte, die Finger leicht gespreizt, als wollte er sie selbst im Schlaf festhalten. Die Erinnerungen an die vergangene Nacht durchfluteten sie: der Spiegel über ihnen, der ihre eigene Lust widerspiegelte, Chris' Zunge, die sie so intensiv, so ausdauernd verwöhnt hatte, bis sie zitternd und atemlos gekommen war. Ein warmes, pulsierendes Ziehen breitete sich zwischen ihren Schenkeln aus, und sie presste unwillkürlich die Oberschenkel zusammen, um die aufkeimende Erregung zu dämpfen.
Chris regte sich leicht, murmelte etwas Unzusammenhängendes und zog sie fester an sich. Seine Morgenerektion drückte sich gegen ihren Po, hart und fordernd, doch er schien noch halb im Traum zu sein. Ina hielt den Atem an, ein Schauer lief über ihre Haut. Für einen Moment stellte sie sich vor, wie es wäre, sich umzudrehen, ihn in sich aufzunehmen - hier, in diesem fremden Bett, mit dem Spiegel als Zeuge. Doch die Scham siegte; sie glitt vorsichtig aus dem Bett, hüllte sich in den bereitliegenden Bademantel und verschwand im Bad, wo das warme Wasser die Spuren der Nacht fortspülte, nicht jedoch die innere Unruhe.
Als sie zurückkehrte, war Chris wach. Er lag auf dem Rücken, starrte in den Decken-Spiegel und errötete leicht, als er sie sah. "Guten Morgen", flüsterte er, und sie setzte sich zu ihm, ihre Hand strich über seine Brust. Der Kuss, den sie austauschten, war tiefer als gewohnt, geladen mit der neuen Intimität der vergangenen Stunden, doch ein Klopfen an der Tür unterbrach sie. Frau Umbrig mit dem Frühstückstablett.
Beim Frühstück in der geräumigen Küche - frische Brötchen, Kaffee und Obst - lenkte Frau Umbrig das Gespräch sanft, aber bestimmt auf den Tag. "Heute Abend findet unsere monatliche Lingerie-Party statt", sagte sie mit warmer, einfühlsamer Stimme, während sie die Tassen nachfüllte. "Die Gäste sind eine treue Runde, alle Paare, die wissen, wie man diskret genießt. Als neue Besitzer sollten Sie beide als Gastgeber fungieren - Begrüßungen, ein wenig Smalltalk, Getränke reichen. Es wird Ihnen guttun, sich langsam einzugewöhnen. Und wer weiß, vielleicht entdecken Sie, wie befreiend ein bisschen Spitze sein kann."
Ina spürte, wie ihre Wangen heiß wurden. Chris starrte auf seinen Teller, die Gabel in der Hand erstarrt.
"Wir... wir haben nichts Passendes dabei", stammelte Ina schließlich. "Keine... Arbeitskleidung."
Frau Umbrig lächelte verständnisvoll, ein Hauch von Humor in ihren Augen. "Ach, meine Lieben, das ist doch kein Problem. Unser Fundus ist wie ein Schatztruhe - voll mit Dingen, die die Haut kitzeln und die Fantasie wecken. Kommen Sie, wir finden etwas, das Sie nicht zu sehr aus der Fassung bringt, aber doch ein wenig... aufreizt."
Der peinliche Moment kam im Fundusraum, einem kleinen Lager mit Regalen voller durchsichtiger Boxen. Frau Umbrig hielt Stücke hoch, als handle es sich um harmlose Alltagskleidung, doch jede Enthüllung steigerte die Scham. Für Ina wählte sie ein hauchdünnes Babydoll aus schwarzer Seide und Spitze, das kaum die Oberschenkel bedeckte, ergänzt durch einen winzigen String und halterlose Strümpfe mit breitem Spitzenrand. "Das schmiegt sich an Ihre Kurven wie eine zweite Haut", sagte sie liebevoll. "Die Spitze ist so fein, dass sie nur andeutet, was darunter liegt - perfekt für Neulinge, die noch ein bisschen erröten möchten."
Ina hielt den Stoff in den zitternden Händen. Der String war kaum mehr als ein Faden, der sich zwischen ihre Schamlippen schmiegen würde, und die Vorstellung, darin vor Fremden zu stehen, ließ sie vor Scham erbeben. Sie verschwand in der Umkleidekabine, zog es an und starrte in den Spiegel: ihre Brüste hoben sich unter der transparenten Spitze, die Nippel zeichneten sich hart ab, der String schnitt ein und weckte ein ungewolltes Kribbeln. Sie fühlte sich entblößt, verletzlich, als trüge sie ein Schild mit der Aufschrift "Schaut her".
Chris' Qual war ähnlich. Frau Umbrig reichte ihm eine enge Seidenboxershorts und ein offenes Hemd. "Das zeigt gerade genug, um die Damen neugierig zu machen, ohne dass Sie sich gleich ganz ausgeliefert fühlen", zwinkerte sie humorvoll. "Und unten? Nun, das bleibt schön verpackt, aber die Form verrät sich - wie ein Geheimnis, das nur wartet, entdeckt zu werden."
Chris' Gesicht glühte, als er es anzog. Die Shorts saß wie eine zweite Haut, betonte jede Kontur seiner Männlichkeit, und bei der kleinsten Bewegung zeichnete sich eine leichte Schwellung ab. Er trat heraus, unfähig, Ina in die Augen zu sehen, und spürte, wie die Scham in Wellen über ihn kam - als stünde er bereits nackt vor einer Menge.
Frau Umbrig nickte zufrieden. "Sie beide sehen hinreißend aus, wirklich. Ein bisschen Schamesröte macht Sie nur sympathischer. Die Gäste werden Sie lieben - und erinnern Sie sich: Jeder hat mal so angefangen, mit klopfendem Herzen und feuchten Händen."
Der Abend brach herein. Um achtzehn Uhr begann das Klingeln an der Tür. Ina und Chris standen neben Frau Umbrig am Empfang, die Körper steif vor Anspannung. Die Gäste kamen paarweise, trugen Mäntel oder Roben, die sie in der Garderobe ablegten, um in aufreizender Lingerie in den Hauptraum zu schreiten: Frauen in Korsagen, die Brüste betonten, durchsichtigen Bodys und Strapsgürteln; Männer in knappen Shorts oder Lederharnessen. Jeder musterte die neuen Gastgeber offen, mit neugierigen, anerkennenden Blicken.
"Die Neuen!", rief eine Frau Ende dreißig und küsste Ina auf die Wangen, ihr Blick glitt unverhohlen über das Babydoll, verweilte an den durchschimmernden Nippeln. "Wie süß Sie erröten - das macht den Abend erst spannend."
Ein Mann schüttelte Chris die Hand, grinste und nickte zu seiner Shorts. "Mutig, die Wahl. Lässt die Fantasie arbeiten."
Ina und Chris überwanden sich, spielten Gastgeber: reichten Mäntel ab, nickten höflich, führten Smalltalk. Doch jede Bewegung war Folter. Ina spürte die Blicke wie Berührungen - auf ihren Brüsten, wo die Spitze ihre harten Nippel kaum verhüllte, auf ihren Beinen, dem schmalen String, der bei jedem Schritt einrieb und Feuchtigkeit weckte. Sie presste die Schenkel zusammen, kämpfte gegen die Scham, die sie lähmte, und gegen die unerwünschte Erregung, die darunter lauerte. Chris' Qual war sichtbar: seine Shorts verbarg nichts, jede leichte Schwellung zeichnete sich ab, und er verlagerte ständig das Gewicht, als könnte er sich so verstecken. Die Gäste merkten es, lächelten amüsiert, was die Peinlichkeit nur steigerte.
Frau Umbrig blieb an ihrer Seite, flüsterte ermutigend: "Atmen Sie tief durch, meine Lieben. Die Blicke sind Komplimente - und wer weiß, vielleicht genießen Sie sie bald mehr, als Sie zugeben möchten." Ihr Ton war liebevoll, doch stets mit einem zweideutigen Unterton, der die Spannung lockerte, ohne die Scham zu mindern.
Im Hauptraum wurde die Stimmung sinnlicher: gedämpftes Licht, leise Musik, Paare, die eng beieinander saßen, Hände, die über Haut glitten. Ina und Chris servierten am Buffet - Fingerfood, Wein, Häppchen - und spürten die Intensität der Atmosphäre. Jeder Gang durch den Raum war eine Prüfung: Blicke folgten ihnen, Kommentare fielen leise, doch hörbar. Inas Nippel rieben an der Spitze, Chris' Shorts wurde enger, und die Scham brannte wie Feuer.
Nach dem Buffet, als die Gäste gesättigt und entspannt waren, klatschte Frau Umbrig in die Hände. Die Musik wurde leiser.
"Liebe Gäste", rief sie mit warmer, einladender Stimme, "wie immer bei unserer Lingerie-Party beginnen wir nun mit dem beliebten Eisbreaker: 'Erkenne deine Liebste'."
Die Gäste applaudierten begeistert. Ina und Chris erstarrten, ihre Gesichter eine Maske aus Scham und unausgesprochener Faszination.
### Kapitel 6: Erkenne deine Liebste
Frau Umbrig klatschte in die Hände, ein scharfes, fröhliches Geräusch, das durch den Hauptsaal hallte. "Na, Kinder, jetzt wird's interessant."
Ina spürte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte und dann schneller pochte. Sie griff instinktiv nach Chris' Hand, ihre Finger verschränkten sich fest. Das Spiel war angekündigt - der Moment, vor dem sie sich den ganzen Abend gefürchtet und den sie gleichzeitig in einem verborgenen Winkel herbeigesehnt hatte. Die Gäste jubilierten leise, ein vertrautes Ritual, das sie mit erwartungsvollem Murmeln und Gläserklirren begleiteten.
Der Applaus verebbte, und eine erwartungsvolle Stille senkte sich über den Saal wie ein warmer, schwerer Vorhang. Das gedämpfte Licht der Wandlampen mischte sich mit dem flackernden Schein des Kamins; der Duft von Holzrauch, gemischt mit Parfum, leichtem Schweiß und einem Hauch von Lavendel aus den Kerzen, lag schwer in der Luft. Für die anderen Paare war es ein harmloses Vergnügen: sie lachten leise, stellten Gläser ab und rückten näher zusammen. Für Ina und Chris fühlte es sich an wie der Sprung von einer Klippe.
Ina lehnte sich leicht gegen die Bar, spürte das kühle Samtpolster in ihrem Rücken. Das Babydoll streifte bei jeder kleinen Bewegung ihre Haut - die feine Spitze rieb sanft über ihre immer noch empfindlichen Brustwarzen, ein ständiges, leises Reiben, das sie nicht ignorieren konnte und das ihre Erregung aus dem bisherigen Abend nur verstärkte.
"Ich weiß nicht, ob ich das kann", flüsterte sie Chris zu. Ihre Stimme zitterte kaum hörbar über dem gedämpften Summen der Gespräche. "Fremde Hände... und alle sehen zu, hören alles."
Chris' Atem ging schneller; sie spürte es an der leichten Vibration seiner Brust, als er näher trat. "Wir können noch Nein sagen", flüsterte er zurück, doch seine Hand hielt ihre nicht los. In seiner Stimme schwang dieselbe Unsicherheit mit, gemischt mit einem Hauch von Neugier.
Ein freundlicher Gast, ein großer Mann mit grauem Schläfenhaar, trat näher. Der Duft seines Aftershaves - holzig und herb - wehte herüber. "Es ist wirklich harmlos, was wir hier spielen", sagte er mit warmer Stimme. "Kein Küssen, kein Weitergehen. Nur ein bisschen Tasten durch den Stoff hindurch. Hilft gegen die erste Scheu."
Eine Frau in roter Spitze neben ihnen nickte ermutigend. Ihr Lachen war warm, fast mütterlich. "Man lacht hinterher meistens nur noch darüber."
Frau Umbrig erschien mit einem Korb voller schwarzer Seidentücher. Das Rascheln des Stoffs klang laut in der plötzlichen Stille. "Kommt schon, ihr beiden", sagte sie liebevoll, doch mit ihrem typischen zweideutigen Zwinkern. "Ein paar fremde Finger haben noch niemandem geschadet - im Gegenteil, sie wecken oft, was schon lange schlummert."
Ina spürte die Blicke der Gäste wie sanfte Berührungen auf ihrer Haut - neugierig, ermutigend, einladend. Die Vorstellung, jetzt abzulehnen, erschien plötzlich peinlicher als das Mitmachen selbst. Sie sah Chris an. In seinen Augen stand dieselbe Mischung aus Angst und brennender Neugier, die sie selbst empfand.
"Nur das Spiel?", fragte sie leise.
"Nur das Spiel", bestätigte er.
Chris atmete tief durch. "Zusammen?"
Ina zögerte einen letzten Herzschlag lang, spürte das feine Kribbeln der Spitze auf ihren Schenkeln und das pochende Verlangen zwischen ihren Beinen, dann nickte sie. "Zusammen."
Der spontane Applaus der Gäste war freundlich, fast familiär. Frau Umbrig trat hinter sie. Die Seide des Tuchs war kühl und glatt, als sie es Ina um die Augen band - ein sanfter Druck, dann Dunkelheit. Die Welt reduzierte sich auf Geräusche, Gerüche und Berührungen: das Rascheln von Dessous, gedämpftes Lachen, das tiefe Summen der Musik, das leise Knistern des Kamins, der Duft von Rotwein und warmer Haut.
Die Kreise bildeten sich. Ina spürte die Wärme der anderen Frauen neben sich, roch unterschiedliche Parfums - blumig, moschusartig, frisch. Ihre eigenen Schritte auf dem Holzboden klangen dumpf, das Babydoll streifte bei jeder Drehung ihre Oberschenkel.
Erster Halt.
Jemand blieb vor ihr stehen - die Luft veränderte sich, wurde wärmer. Große, selbstbewusste Hände legten sich zuerst auf ihre Schultern, dann glitten sie tiefer. Die Finger waren rau an den Kuppen und warm. Sie umschlossen ihre Brüste durch die dünne Spitze, tasteten Form und Gewicht ab, strichen langsam mit den Daumen über die empfindlichen Spitzen. Ina spürte, wie sich ihre Brustwarzen sofort aufrichteten, hart gegen den Stoff drückten. Ein heißes Ziehen schoss direkt in ihren Unterleib; sie keuchte leise, hörte selbst das feine Zittern darin. Der Mann atmete tiefer - sie roch seinen Atem, leicht nach Minze und Wein. "Nicht meine", murmelte eine tiefe Stimme.
Die Kreise drehten weiter.
Zweiter Halt.
Diesmal kleinere, geschickte Hände. Sie kneteten rhythmisch, zogen leicht an den Brustwarzen, rollten sie zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Spitze rieb bei jeder Bewegung über die empfindliche Haut, ein feines, fast schmerzhaftes Kratzen. Ina biss sich auf die Lippe, ein leises Wimmern entwich ihr. Sie spürte, wie sie feucht wurde, wie die Wärme zwischen ihren Beinen wuchs, wie ihre Schenkel sich aneinanderpressten, um das Pochen zu dämpfen. Der Mann atmete schneller. "Nicht meine."
Dritter Halt.
Dominante Finger - lang, kräftig. Sie packten fester zu, massierten mit kreisenden Bewegungen, zwirbelten die harten Spitzen mit genau dosiertem Druck, der an der Grenze zum Schmerz lag. Ina stöhnte leise auf, ihre Knie wurden weich. Der Duft von Moschus und warmer Haut war intensiver, fast betörend. Die Lust baute sich heiß und pochend auf, ein Ziehen, das sich bis in ihren Bauch ausbreitete. Sie spürte, wie ihre Feuchtigkeit den dünnen String durchnässte. "Nicht meine", sagte der Mann mit einem Hauch von Bedauern.
Vierter Halt.
Vertraute Hände - leicht zitternd, aber zärtlich. Chris' Finger umfassten ihre Brüste, als wollten sie sich vergewissern. Sie roch seinen vertrauten Duft, spürte die leichte Rauheit seiner Handflächen. "Ina", flüsterte er heiser, direkt an ihrem Ohr.
Die Tücher fielen.
Das Licht war plötzlich grell, obwohl es gedämpft blieb. Ina blinzelte. Ihre Brustwarzen standen immer noch hart und deutlich sichtbar unter dem Babydoll. Chris' Shorts spannten sich deutlich über seiner offensichtlichen Erregung. Die Gäste klatschten freundlich, einige lachten anerkennend.
"Vier Runden!", rief Frau Umbrig mit einem breiten Grinsen. "Und schon glühen die beiden wie ein frisch entfachtes Kaminfeuer."
Ina und Chris fielen einander in die Arme. Seine Haut war warm, leicht feucht vor Anspannung. Der Kuss war hungrig, fast verzweifelt - sie schmeckte den Wein auf seiner Zunge, spürte seine Härte an ihrem Bauch. Ihre Hände glitten über seinen Rücken, spürten die leichte Gänsehaut unter der Seide seines Hemds.
Die Scham war noch da - heiß und brennend -, aber sie wurde überlagert von einer Welle der Erregung, die alles andere fortspülte. Das Spiel hatte sie nicht auseinandergerissen. Es hatte sie näher zusammengebracht als je zuvor.
Die Musik wurde lauter, die Gespräche lebhafter. Paare zogen sich in Ecken zurück, andere blieben, beobachteten, berührten sich selbst oder einander. Ina und Chris standen eng umschlungen da, atmeten den Duft des anderen ein, spürten die Wärme der Haut.
"Geht's dir gut?", flüsterte Chris an ihrem Ohr; sein Atem streifte ihr Ohrläppchen.
Sie nickte langsam, spürte das feine Kribbeln auf ihrer Haut. "Ja. Besser als gedacht."
Er lächelte, küsste ihre Schläfe. "Dann lass uns den Abend einfach laufen lassen. Schritt für Schritt."
Hand in Hand traten sie ein Stück zur Seite, lehnten sich an die Bar. Das Holz war kühl an ihrem Rücken. Sie schauten zu - noch nicht bereit mitzumachen, aber auch nicht mehr bereit zu gehen.
Die Nacht im Verborgenen Gehöft hatte gerade erst begonnen, und die Luft war erfüllt von Gerüchen, Geräuschen und der spürbaren Hitze dessen, was noch kommen würde.
### Kapitel 7: Beobachter am Rande
Ina und Chris standen eng umschlungen an der Bar, als wollten sie sich gegenseitig vor der Welt abschirmen - oder zumindest vor dem, was sich gerade in ihrem Hauptsaal abspielte. Der Kuss nach dem Spiel hatte sie kurz in ihre eigene Blase zurückgeholt, doch nun drangen die Geräusche und Bilder wieder zu ihnen durch: leises Stöhnen aus einer Sofaecke, das Rascheln von Seide, wenn ein Paar sich enger aneinanderschmiegte, das tiefe Lachen eines Mannes, der seiner Partnerin etwas ins Ohr flüsterte.
Ina spürte Chris' Herzschlag an ihrer Brust - schnell, unregelmäßig, genau wie ihr eigener. Seine Erregung drückte sich immer noch deutlich gegen ihren Bauch, und sie wusste, dass ihr Babydoll nichts verbarg: die harten Nippel, die feuchten Spuren an ihren Schenkeln. Sie wagte nicht, sich zu bewegen, aus Angst, dass jede kleine Geste Aufmerksamkeit erregen könnte.
"Sollen wir... nach oben gehen?", flüsterte sie schließlich, die Stimme heiser vor Scham und Restlust.
Chris nickte hastig. "Ja. Oder zumindest... einen Schritt zurück."
Doch genau in diesem Moment erschien Frau Umbrig neben ihnen wie aus dem Nichts, zwei frische Gläser Rotwein in den Händen. "Na, meine Lieben", sagte sie mit milder Stimme und reichte ihnen die Gläser, "Sie sehen aus, als hätten Sie gerade einen Marathon hinter sich - und dabei hat der Abend doch erst angefangen."
Ina nahm das Glas mit zitternden Fingern. "Wir... wir brauchen nur eine kleine Pause."
Frau Umbrig lächelte verständnisvoll. "Natürlich. Pausen sind wichtig. Manche Gäste machen jahrelang nur Pausen - und genießen sie trotzdem." Sie zwinkerte. "Aber wenn Sie bleiben möchten, ohne gleich mittanzen zu müssen, gibt es hier den perfekten Platz für Beobachter. Von der Bar aus sieht man alles, ohne gesehen zu werden. Wie im Kino, nur mit besserem Duft."
Chris hustete leise in sein Glas. "Beobachter... klingt gut."
Sie ließen sich auf zwei Barhocker sinken, nah beieinander, als könnten sie sich so unsichtbar machen. Die Gäste um sie herum waren in ihre eigenen Welten vertieft: ein Paar auf dem großen Sofa küsste sich leidenschaftlich, die Frau saß rittlings auf dem Mann, ihre Hüften bewegten sich langsam, rhythmisch. Ein anderes Paar stand am Kamin, der Mann küsste den Hals seiner Partnerin, während eine andere Frau sich von hinten an sie schmiegte und zärtlich über ihre Brüste strich.
Ina starrte hin - unfähig wegzuschauen, unfähig, nicht zu reagieren. Ihre Wangen brannten. "Die... die machen das einfach so", flüsterte sie Chris zu. "Als wäre es... normal."
Chris nickte stumm. Seine Hand lag auf ihrem Oberschenkel, die Finger zitterten leicht. "Und niemand lacht sie aus. Niemand findet es peinlich."
"Außer uns", murmelte Ina und lächelte schief. Die Erkenntnis war gleichzeitig ernüchternd und befreiend.
Ein älteres Paar - beide Ende fünfzig, sie in einem eleganten roten Negligé, er in einer lockeren Seidenhose - kam auf sie zu. Die Frau lächelte warm. "Sie sind die Neuen, nicht wahr? Wir haben das Spiel gesehen. Sehr süß, wie Sie einander gefunden haben."
Ina spürte, wie sie knallrot wurde. "Äh... danke?"
Der Mann lachte leise. "Wir waren vor zwanzig Jahren genauso. Haben nur in der Ecke gestanden und geglotzt. Hat drei Abende gedauert, bis wir uns getraut haben, jemanden anzusprechen. Und dann haben wir nur geredet."
Seine Partnerin nickte. "Und heute reden wir immer noch am liebsten. Aber zwischendurch... machen wir auch mal mehr." Sie legte den Kopf schief. "Keine Eile. Jeder hat sein Tempo."
Sie zogen weiter, und Ina atmete auf. Chris grinste vorsichtig. "Drei Abende. Wir sind bei Abend eins."
"Und schon völlig durch", ergänzte Ina trocken. Beide prusteten leise los - ein nervöses, befreites Lachen, das die Spannung ein wenig löste.
Frau Umbrig brachte eine Schale mit Trauben. "Naschen Sie ruhig. Zucker hilft bei aufgewühlten Nerven. Und bei anderen Aufwallungen auch."
Ina nahm eine Traube und steckte sie Chris in den Mund, eine kleine, vertraute Geste aus ihrem alten Leben. Er kaute, lächelte, und plötzlich fühlte sich alles ein bisschen weniger bedrohlich an.
Ein junges Paar - kaum älter als sie selbst - begann auf der kleinen Tanzfläche zu tanzen, eng umschlungen, die Körper bewegten sich sinnlich zur langsamen Musik. Die Frau trug nur einen String und ein offenes Hemd, der Mann eine enge Shorts. Sie küssten sich, während sie tanzten, und langsam glitt die Hand der Frau in seine Hose.
Ina wandte den Blick ab - und traf direkt den von Chris. Beide erröteten gleichzeitig.
"Die sind... mutig", sagte sie leise.
Chris schluckte. "Oder einfach... frei."
Sie schwiegen eine Weile, nippten am Wein, beobachteten weiter. Die Szene war sinnlich, aber nicht vulgär - alles wirkte einvernehmlich, respektvoll, fast zärtlich. Niemand drängte, niemand wurde ausgelacht.
"Weißt du", sagte Ina schließlich, "ich habe immer gedacht, dass hier nur... wilde Orgien stattfinden. Aber es ist... irgendwie schön. Die Leute sind nett zueinander."
Chris nickte langsam. "Und niemand erwartet von uns, dass wir sofort mitmachen. Sie lassen uns einfach... sein."
Frau Umbrig, die in der Nähe Getränke nachschenkte, hörte mit. "Genau das ist das Geheimnis, meine Lieben. Hier darf man sein, wie man ist. Ob man nur zuschaut, nur redet, nur kuschelt - oder mehr. Und wenn man mal über seine eigenen Füße stolpert, lacht man gemeinsam darüber."
Ein Gast in der Nähe - eine Frau mit kurzen roten Haaren - drehte sich um und hob ihr Glas. "Auf die stolpernden Neulinge!", rief sie fröhlich. "Wir waren alle mal welche!"
Leises Gelächter und zustimmendes Gläserklirren folgte. Ina und Chris lachten mit - verlegen, aber echt.
Die Nacht schritt voran. Sie blieben an der Bar, Hand in Hand, beobachteten, flüsterten sich Kommentare zu, lachten leise über ihre eigene Verklemmtheit. Die Scham war noch da, aber sie wurde weicher, liebevoller - wie ein altes Kleid, das man langsam ablegt, ohne Hast.
Als die ersten Gäste sich in die oberen Räume oder in den Garten zurückzogen, blieben Ina und Chris noch eine Weile sitzen. Die Luft war warm, schwer von Düften und Geräuschen, und in ihnen beiden brannte ein neues, leises Feuer - nicht wild, nicht überstürzt, sondern geduldig, neugierig, sympathisch ungeschickt.
"Noch ein Glas?", fragte Chris.
Ina lächelte. "Noch ein Glas. Und dann... vielleicht einfach nur nach oben. In unser Zimmer. Nur wir beide."
Er küsste ihre Schläfe. "Nur wir beide. Für heute reicht das völlig."
Frau Umbrig, die das hörte, nickte zufrieden. "Ein sehr guter Plan, meine Lieben. Morgen ist auch noch ein Tag - und ein Abend."
Die Nacht im Verborgenen Gehöft ging weiter, und Ina und Chris waren mittendrin - noch nicht ganz angekommen, aber auch nicht mehr ganz außen vor.
### Kapitel 8: Der sanfte Abschied
Die Uhr über dem Kamin zeigte bereits kurz nach zwei Uhr morgens, als die Stimmung im Hauptsaal merklich ruhiger wurde. Die Musik war zu einem leisen, pulsierenden Hintergrund geworden, die Gespräche gedämpfter, die Berührungen zärtlicher und weniger hektisch. Einige Paare hatten sich bereits in die oberen Zimmer oder den Gartenpavillon zurückgezogen; andere kuschelten eng umschlungen auf den Sofas, als wollten sie die letzte Wärme der Nacht festhalten.
Ina und Chris saßen immer noch an der Bar, die Gläser leer, die Hände verschränkt. Die anfängliche Überwältigung hatte sich in eine angenehme, schläfrige Zufriedenheit verwandelt - eine Mischung aus Erschöpfung, leichter Erregung und dem wohltuenden Gefühl, einen Abend überstanden zu haben, der sie an ihre Grenzen gebracht hatte, ohne sie zu überschreiten.
Frau Umbrig erschien wie immer im richtigen Moment, diesmal mit einem Tablett voller kleiner Gläser, in denen ein klarer Schnaps schimmerte. "Der Absacker", erklärte sie mit warmer Stimme und stellte die Gläser vor den verbliebenen Gästen ab. "Ein selbstgebrannter Obstler - mild, aber mit Nachdruck. Hilft, den Abend schön abzuschließen und die Beine wieder gerade zu machen."
Die Gäste lachten leise, hoben die Gläser und stießen an. "Auf die Neuen!", rief jemand aus der Runde, und alle Blicke wandten sich Ina und Chris zu. Ina errötete prompt, Chris lächelte verlegen, doch beide hoben ihre Gläser mit.
"Auf einen schönen Abend", sagte Chris leise. "Und auf... neue Erfahrungen."
Der Schnaps brannte angenehm in der Kehle und hinterließ eine fruchtige Wärme. Frau Umbrig nutzte den Moment, um die Veranstaltung offiziell zu beenden.
"Liebe Gäste", sagte sie mit ihrer kräftigen, aber freundlichen Stimme, "die Stunde ist fortgeschritten, und wie immer gilt: Der Abend endet, wenn die letzte Energie verbraucht ist - oder wenn der Wecker morgen früh klingelt." Ein leises Gelächter ging durch den Raum. "Nehmt euch Zeit beim Abschied. Die Duschen stehen bereit, Handtücher sind frisch, und wer möchte, kann noch ein wenig in der Aftercare-Lounge ausruhen."
Die Gäste begannen sich langsam zu erheben. Es gab keine Hast, kein abruptes Ende. Paare verabschiedeten sich mit Umarmungen und Wangenküssen, lobten den Abend, bedankten sich bei Ina und Chris als den neuen Gastgebern. "Ihr habt das wunderbar gemacht", sagte eine Frau in roter Spitze und drückte Inas Hand. "So schüchtern und doch so charmant - das hat dem Abend eine ganz besondere Note gegeben."
Ein Herr nickte Chris zu. "Beim nächsten Mal seid ihr vielleicht schon etwas entspannter. Oder auch nicht - beides ist gut."
Ina und Chris standen etwas hilflos da, nickten, lächelten, bedankten sich. Jeder Abschied fühlte sich an wie eine kleine Prüfung, doch die Freundlichkeit der Gäste machte es erträglich - ja, sogar herzerwärmend.
Frau Umbrig half diskret beim Aufräumen: Gläser einsammeln, Kissen zurechtrücken, die Musik leiser drehen. Als die letzten Gäste in der Garderobe verschwanden und ihre Mäntel über die aufreizende Wäsche zogen, wandte sie sich an Ina und Chris.
"Und ihr beide? Nach oben ins Bettchen, nehme ich an."
Ina nickte erleichtert. "Ja. Ich glaube, wir haben genug für einen Abend."
Frau Umbrig lächelte milde. "Mehr als genug. Ihr habt euch tapfer geschlagen - und vor allem: ihr habt euch nicht verbogen. Das ist der beste Anfang, den man sich wünschen kann." Sie drückte beide kurz an sich, eine mütterliche Geste, die überraschend tröstlich war. "Schlaft gut. Morgen früh gibt es ein ausgiebiges Frühstück, und dann können wir in Ruhe reden, wie es weitergeht."
Die Treppe nach oben erschien Ina und Chris endlos lang. Im Spiegelzimmer angekommen, ließen sie sich erschöpft aufs Bett fallen - immer noch in ihrer Lingerie, zu müde, um sich auszuziehen. Das Babydoll rutschte hoch, Chris' Shorts spannte, doch keiner von ihnen dachte an mehr.
Ina und Chris lagen eng umschlungen im Spiegelzimmer, die Seidenlaken kühl an ihrer immer noch erhitzten Haut. Nun spürten sie nur noch die Wärme des anderen, das leise Nachhallen des Abends in ihren Gliedern. Die Erschöpfung siegte langsam. Inas Kopf ruhte an Chris' Brust, sein Herzschlag ein beruhigendes, gleichmäßiges Trommeln in ihrem Ohr.
"Wir haben es geschafft", murmelte sie schläfrig. "Den ersten Abend. Ohne wegzulaufen."
Chris küsste ihre Stirn. "Und morgen reden wir in Ruhe mit Frau Umbrig. Schritt für Schritt."
Sie lächelte in die Dunkelheit, schloss die Augen. Zum ersten Mal seit der Testamentseröffnung fühlte sich alles nicht mehr nur bedrohlich an, sondern auch ein kleines bisschen wie ein Zuhause.
Da klingelte es unten. Ein schrilles, altes Festnetztelefon, das sie bisher nie gehört hatten. Einmal, zweimal, dreimal. Dann Stille.
Schritte auf der Treppe. Langsame, schwere Schritte. Frau Umbrig klopfte leise an die Tür und trat ein, ohne eine Antwort abzuwarten. Im schwachen Licht des Flurs sah ihr Gesicht ungewohnt ernst aus - die sonst so fröhliche Resolutheit war einer besorgten Falte zwischen den Brauen gewichen. In der Hand hielt sie den kabellosen Hörer.
"Entschuldigt, meine Lieben", sagte sie leise. "Ich dachte erst, ich lasse es klingeln. Aber der Anrufer hat gesagt, es sei dringend. Und... er will unbedingt mit euch beiden sprechen."
Ina setzte sich auf, zog instinktiv die Decke höher. Chris richtete sich neben ihr auf. "Um diese Uhrzeit?"
Frau Umbrig nickte. "Es ist Herr Friedrich Hauser."
Der Name fiel in den Raum wie ein kalter Stein. Ina spürte, wie ihr der Atem stockte. Chris' Hand fand ihre unter der Decke und drückte fest zu.
Frau Umbrig reichte Chris den Hörer und blieb stehen, als wolle sie sie beschützen - oder als fürchte sie, was kommen würde.
Chris schaltete den Lautsprecher ein, damit Ina mithören konnte. Er räusperte sich. "Hallo?"
Eine Männerstimme, kultiviert, ruhig, fast freundlich - und genau das machte sie so unheimlich.
"Guten Abend, Herr Meier. Oder besser: Gute Nacht. Ich hoffe, ich störe nicht allzu sehr nach diesem... anstrengenden ersten Abend als Gastgeber."
Ina und Chris wechselten einen Blick. Woher wusste er das?
"Ich wollte mich nur kurz persönlich vorstellen", fuhr die Stimme fort. "Friedrich Hauser. Der Mann, der das Verborgene Gehöft in einem Jahr übernehmen wird - falls Sie die Bedingung nicht erfüllen. Gustav war ein guter Freund, müssen Sie wissen. Er hat mir alles anvertraut. Auch, dass er Ihnen beiden eine Chance geben wollte. Eine echte Chance."
Ein kurzes, leises Lachen.
"Ich gratuliere übrigens zur heutigen Lingerie-Party. Man erzählt mir, sie sei sehr... charmant verlaufen. Vor allem die neuen Gastgeber hätten einen bleibenden Eindruck hinterlassen - so schüchtern, so süß errötend."
Inas Wangen brannten erneut. Chris wurde bleich.
"Aber genug der Höflichkeiten", sagte Hauser, und seine Stimme wurde eine Nuance kälter. "Ich rufe an, weil ich ein faires Angebot machen möchte. Schon jetzt. Sie können aussteigen - sofort, freiwillig, mit einer großzügigen Abfindung. Sagen wir... genug, um den Kredit Ihres netten kleinen Reihenhauses zu tilgen und das alte Leben weiterzuführen. Ohne all die... Anstrengungen, die vor Ihnen liegen."
Stille. Nur das leise Atmen am anderen Ende der Leitung.
"Überlegen Sie es sich. Ein Jahr ist lang. Und manche Dinge, die hier gefordert werden, sind für manche Menschen einfach zu viel. Ich melde mich wieder."
Ein Klick. Die Verbindung war tot.
Frau Umbrig nahm den Hörer zurück. "Ich... ich wusste nicht, dass er so direkt sein würde", sagte sie leise. "Gustav hat immer gesagt, Hauser sei geduldig wie eine Spinne. Aber er wartet nicht ewig."
Sie wandte sich zur Tür. "Schlaft darüber. Morgen sehen wir weiter."
Die Tür schloss sich. Im Zimmer war es plötzlich eisig kalt, obwohl der Kamin unten noch glomm.
Ina und Chris lagen wach nebeneinander, starrten in den Decken-Spiegel, der ihnen ihre nackten, verletzlichen Körper zeigte. Keiner sprach. Aber beide dachten dasselbe:
Das Angebot klang verlockend.
Das alte Leben war nur einen Anruf entfernt.
Aber wenn sie annahmen... würden sie dann je wieder sie selbst sein?
Draußen heulte der Wind um das Fachwerkhaus, als wolle er sie warnen.
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