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Ein Neuanfang (fm:Fetisch, 8642 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jan 24 2026 Gesehen / Gelesen: 542 / 452 [83%] Bewertung Teil: 9.71 (7 Stimmen)
Kapitel 3, 4 & 5


Ersties, authentischer amateur Sex


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Ringe, ebenfalls mit winzigen rosafarbenen Akzenten.

Doch am verblüffendsten waren zwei Dinge, die sie alle vereinten:

Bei den Frauen und den Shemales waren die Brüste von einer unmöglichen, kugelrunden Perfektion. Sie standen stolz und hoch, trotzten jeder Schwerkraft, mit Brustwarzen, die stets nach vorn zeigten. Sie wirkten wie aus Porzellan gegossen, unnatürlich prall und symmetrisch. Auch einige der männlichen Bediensteten hatten deutlich vergrößerte, feste Brustmuskeln, die fast wie kleine, muskulöse Brüste wirkten und ebenfalls die Brustwarzenpiercings trugen.

Ohne Ausnahme standen sie alle auf High-Heels. Es waren Stilettos mit mindestens zwölf Zentimeter hohen, hauchdünnen Absätzen und schmalen, spitzen Kappen, lackiert in dem gleichen pudrigen Rosaton wie die Steine in ihren Piercings. Sie bewegten sich auf diesen Absätzen mit einer anmutigen, mühelosen Sicherheit, die faszinierend und beunruhigend zugleich war. Das rhythmische Klick-Klack-Klick auf dem Marmor war der einzige Laut im Raum, begleitet vom leisen Knistern des Feuers.

Die Luft war erfüllt von einem diskreten Duftmix: teures Sandelholz, frischer Schweiß und eine blumige Note, vielleicht von den Körperölen der Bediensteten.

Aus diesem surrealen Tableau heraus löste sich eine Gestalt und kam auf sie zu. Sabines Blick richtete sich auf ihn, und ein Teil ihrer Anspannung löste sich sofort in einer anderen Art von Betroffenheit auf.

Herr Doman war ungefähr 45 Jahre alt und von einer natürlichen, autoritativen Attraktivität, die nichts mit der kuratierten Perfektion seiner Bediensteten zu tun hatte. Er war groß, etwa 1,90m, mit breiten Schultern und einer schlanken, aber kräftigen Statur, die unter einem maßgeschneiderten, dunkelgrauen Leinenanzug zur Geltung kam. Das Jackett war geöffnet, darunter trug er ein einfaches schwarzes Seidenhemd ohne Krawatte. Sein Haar, dicht und leicht wellig, war dunkelblond und an den Schläfen ergraut, was ihm einen distinguierten Charakter verlieh. Sein Gesicht war markant, mit einer kräftigen, geraden Nase, einem entschlossenen Kinn und Lachfältchen um die Augen. Diese Augen waren sein auffälligstes Merkmal: von einem tiefen, warmen Grün, wie Moos im Schatten, und sie blickten sie mit einer unverhohlenen, direkten Freundlichkeit an, die zugleich intelligent und durchdringend war.

"Frau Hartmann. Sabine." Seine Stimme war tief, ruhig und hatte einen angenehmen, melodischen Unterton. Er nahm ihre Hand, nicht zum Händedruck, sondern legte seine andere Hand leicht darüber. Seine Berührung war warm, trocken und sicher. "Willkommen im Herzen von Eldorado. Ich bin Viktor Doman. Es freut mich sehr, dass Sie gekommen sind. Und wo sind die jungen Herrschaften?"

Sabine rang nach Worten, ihre Wangen fühlten sich heiß an. "Sie... sie waren von der Reise etwas erschöpft. Sie lassen sich entschuldigen."

Ein leichtes, verständnisvolles Lächeln umspielte seine Lippen. "Natürlich. Die Jugend hat ihre eigenen Prioritäten. Kein Problem. Kommen Sie, setzen wir uns. Lassen Sie uns bei einem guten Essen und einem Glas Wein über Ihre Aufgabe und dieses besondere Fleckchen Erde sprechen."

Er führte sie zu einer niedrigen, runden Eichentafel in einer Nische mit Blick auf das zentrale Feuerbecken. Ein nackter, makellos gebauter männlicher Bediensteter mit aschblondem Haar zog ihr den Stuhl zurück - einen schweren, mit dunklem Leder bezogenen Sessel. Sein Bewegungsablauf war fließend und geräuschlos. Als er sich wieder aufrichtete, funkelte der rosa Stein in seinem Brustwarzenpiercing im Feuerschein.

Das Dinner war eine stille, aber intensive Performance. Nackte Bedienstete - eine Frau, ein Mann, eine Shemale - servierten die Gänge. Ihre Bewegungen waren choreografiert, präzise und voller einer unaufdringlichen, dienenden Eleganz. Sie knieten neben dem Tisch, um die Speisen zu präsentieren, stellten die Weingläser ab, tauschten das Besteck. Sie sprachen kein Wort. Ihre Blicke waren gesenkt oder auf das gerichtet, was sie taten. Es war eine völlige Entpersonalisierung des Service, bei der die physische Perfektion und die ornamentalen Accessoires zur einzigen Identität wurden.

Das Essen selbst war exquisit: eine leichte Kürbiscremesuppe mit Trüffelöl, gefolgt von einem Medaillon vom lokalen weißem Fisch auf einem Bett von feinsten Gemüsestreifen, und als Hauptgang zartes Lammfilet mit Kräuterkruste und kleinen, in Rosmarin gebratenen Kartöffelchen. Der Wein war ein vollmundiger, aber eleganter Rotwein aus einer Burgunder-Region, von der Sabine noch nie gehört hatte.

Während des Essens beobachtete Sabine immer wieder verstohlen das Personal. Die Art, wie die Shemale sich bewegte - eine Mischung aus weiblicher Anmut und einer gewissen maskulinen Stabilität - faszinierte sie. Die unmögliche Statik der kugelrunden Brüste der weiblichen Bediensteten irritierte sie. Die Stille war beklemmend und friedvoll zugleich.

Herr Doman - Viktor - bemerkte ihre Blicke. Er legte sein Besteck beiseite, nahm einen Schluck Wein und lehnte sich zurück.

"Ich sehe, Sie betrachten mein Personal", sagte er, ohne Anklage, sondern mit neutraler Feststellung. "Es ist eine natürliche Reaktion. Erlaubt mir eine Frage: Was sehen Sie?"

Sabine zögerte, schluckte einen Bissen Lamm. "Ich... ich sehe sehr schöne Menschen. In einer sehr... ungewöhnlichen Präsentation."

Er nickte langsam. "Gut. Präzise. Sie sehen das Endprodukt. Das lebende Kunstwerk. Jede und jeder hier hat sich freiwillig und nach einem langen, gründlichen Auswahlprozess dafür entschieden, Teil des Eldorado-Ästhetik zu werden. Es ist ein Konzept, das über bloße Nacktheit oder Erotik hinausgeht."

Er machte eine ausladende Geste, die den Raum umfasste. "Eldorado ist kein Swingerclub, kein Bordell, kein Fetischhotel im herkömmlichen Sinne. Es ist ein Tempel der kontrollierten Form. Ein Labor für ästhetische und soziale Perfektion. Unsere Gäste sind Connaisseure, Sammler, Machthaber - Menschen, die die Welt da draußen gestalten und hier eine Umgebung vorfinden, die von Grund auf ihren Vorstellungen von Ordnung, Schönheit und Hierarchie entspricht."

Er deutete auf die Bediensteten. "Die Nacktheit ist die erste Ebene der Uniformierung. Sie beseitigt alle sozialen und modischen Marker. Der Körper wird zum reinen Objekt, zur Leinwand. Die Accessoires" - er tippte sich metaphorisch ans Ohr - "sind die zweite Ebene. Sie sind ein einheitliches System der Zugehörigkeit und des Rangs. Das Halsband ist das Zeichen des Vertrags. Die Ohrringe markieren die Dauer der Zugehörigkeit. Die Brustpiercings... sind eine bewusste Betonung der Brust als ästhetisches und erogenes Zentrum, unabhängig vom biologischen Geschlecht."

"Und die Absätze?", wagte Sabine zu fragen, ihre Stimme leise.

"Ah, die Absätze." Viktor lächelte. "Sie sind eine der zentralen Metaphern. Sie verändern die Haltung, den Gang, die Wahrnehmung des Körpers im Raum. Sie erzeugen eine erzwungene Eleganz, eine Mühelosigkeit unter Spannung. Sie sind ein Werkzeug der Transformation. Jeder hier, ob biologisch männlich oder weiblich, durchläuft ein intensives Training, um in ihnen zu gehen, zu stehen, zu dienen - zu sein. Es ist eine physische Manifestation der Disziplin, die Eldorado ausmacht."

Er nahm einen weiteren Schluck Wein. "Die Brustform, die Sie bemerkt haben, ist das Ergebnis höchst spezialisierter chirurgischer und implantativer Techniken. Wir streben nicht nach Natürlichkeit, sondern nach Idealität. Eine perfekte Kugel ist ein geometrisches Ideal. Sie steht für Vollendung, Geschlossenheit, Unantastbarkeit. Sie trotzt der Natur - der Schwerkraft, dem Alter, der Individualität. Hier sind alle Brüste, ob natürlich gewachsen oder geformt, diesem Ideal unterworfen."

Sabine hörte fasziniert und zutiefst beunruhigt zu. Es klang wie die Philosophie eines Wahnsinnigen, aber es wurde mit einer solchen Klarheit, Überzeugung und Intelligenz vorgetragen, dass es eine perverse Logik bekam.

Viktor beugte sich vor, seine grünen Augen fixierten sie intensiv. "Und nun zu Ihnen, Sabine. Ich bitte Sie, mir aufmerksam zuzuhören. Ihre Aufgabe hier ist absolut klar und begrenzt. Sie sind die Managerin. Sie sind nicht Teil des ästhetischen Programms. Sie sind die Verbindung zwischen dieser insularen Welt und der praktischen Realität des Betriebs."

Er zählte an seinen Fingern auf, seine Stimme wurde geschäftsmäßig, aber nicht unfreundlich. "Sie koordinieren die Lieferungen vom Festland. Sie verwalten die Buchhaltung - die Einnahmen der Gäste, die Gehälter des Personals. Sie erstellen Dienstpläne in Absprache mit den Vorarbeitern der verschiedenen Bereiche. Sie sind erste Ansprechpartnerin für logistische Gästewünsche, die über den standardisierten Service hinausgehen. Sie sorgen dafür, dass im Hintergrund alles läuft: von der Kläranlage bis zum Weinlager."

Er machte eine Pause, um seine Worte wirken zu lassen. "Sie werden keinen Gast bedienen. Sie werden an keinem Training oder Ritual teilnehmen. Ihre Kleidung wird Ihre sein - elegant, professionell, Ihre. Sie werden weder Halsband noch Piercings tragen. Ihr Körper bleibt ihr eigenes, privates Territorium. Sie sind die einzige Person auf dieser Insel außer mir, die einen vollständigen, unveränderten Körper behält, der nicht den Disziplinarmaßnahmen des Ästhetik-Programms unterliegt. Sie sind die Anker zur Normalität."

Sabine atmete unwillkürlich aus, eine Welle der Erleichterung durchflutete sie. Das klang... machbar. Ja, es war eine bizarre Umgebung, aber ihre Rolle darin schien sauber abgegrenzt, fast wie die Verwaltung eines sehr speziellen Museums oder einer Galerie.

"Ich verstehe", sagte sie langsam. "Ich bin die... Verwaltung. Die praktische Vernunft."

"Genau." Viktor lächelte erneut, und diesmal war es ein warmes, anerkennendes Lächeln. "Die praktische Vernunft in einem Reich der kontrollierten Schönheit. Ich brauche jemanden, der die Zahlen im Blick hat, während andere die Formen im Blick haben. Jemanden, der klar denkt, während andere in ästhetischen Ekstasen schwelgen. Nach Ihren Unterlagen und unserem Gespräch glaube ich, dass Sie diese Person sind."

Er stand auf, ein Zeichen, dass das Dinner beendet war. Die Bediensteten traten sofort leise näher, um abzuräumen.

"Gehen Sie jetzt zurück zu Ihren Kindern. Gewöhnen Sie sich ein. Ihr Büro ist ab morgen früh für Sie vorbereitet. Die ersten Gäste der Saison kommen in drei Tagen. Bis dahin haben Sie Zeit, sich mit den Abläufen vertraut zu machen. Fragen Sie Frau Voss alles, was Sie wissen müssen. Sie ist die Hüterin des Ästhetik-Programms und Ihre direkte Verbindung zur Welt des Personals."

Er begleitete sie zur Tür, wo Marco und Silas bereits warteten. Viktor nahm noch einmal ihre Hand. "Nochmals willkommen, Sabine. Lassen Sie sich von der Oberfläche nicht abschrecken. Unter ihr arbeitet ein sehr präziser, sehr erfolgreicher Betrieb. Und Sie sind nun ein wichtiger Teil davon."

Auf dem Rückweg durch die dunklen Gärten war Sabines Kopf ein Wirbel aus Gedanken. Die surrealen Bilder der nackten, perfekten Körper. Die ruhige Autorität Viktor Domans. Seine Erklärung, die so logisch und doch so abgründig klang. Und vor allem ihre eigene, klar umrissene Rolle. Sie war die Managerin. Mehr nicht. Das war der Deal. Das war ihr Rettungsanker.

Sie blickte auf die schweigenden Rücken der Hausboys vor ihr, auf das rhythmische Glitzern der Piercings in ihrem Rückenlicht, auf das unmögliche Klick-Klack der rosafarbenen Stilettos auf dem Kies.

Mehr nicht, wiederholte sie in Gedanken, als wollte sie sich selbst beschwören. Ich bin hier nur die Managerin. Doch eine winzige, kalte Frage bohrte sich in ihr Bewusstsein: In einer Welt, die so sehr auf Transformation und Kontrolle ausgerichtet war, wie lange konnte eine Insel der Normalität bestehen bleiben?

Kapitel 4: Das Einleben

Der nächste Morgen auf Eldorado begann mit einem Sonnenaufgang von schmerzhafter Intensität. Ein schmaler Streifen Feuergold schnitt den Horizont über dem Meer, breitete sich dann explosionsartig aus und tauchte den Himmel in Orange, Rosa und schließlich in ein klares, leuchtendes Azurblau. Das Licht fiel durch die rahmenlosen Glasfronten des Hauses und warf lange, warme Rechtecke auf den hellen Eichenholzboden des Wohnbereichs. Sabine war schon früh wach geworden. Die Stille war hier eine andere als in Kassel - nicht die Stille von Abwesenheit, sondern eine tiefe, erfüllte Stille, die nur vom leisen Rauschen des Meeres, dem Zwitschern der Vögel und dem sanften Plätschern des Pool-Wasserfalls unterbrochen wurde.

Sie saß in einem der cremefarbenen Sessel auf der Terrasse, eine Tasse Kaffee in der Hand. Der Kaffee war von einer Aromenvielfalt, die sie noch nie geschmeckt hatte - nussig, mit einer leichten Schokoladennote. Sie hatte ihn in der hochmodernen, aber intuitiv bedienbaren Küche zubereitet, deren Kühlschrank und Vorratsschränke bereits mit erlesenen Lebensmitteln und Getränken gefüllt waren. Sie blickte auf den Pool, dessen Wasser so still und klar war wie ein riesiger Aquamarin, und versuchte, die Ereignisse des vergangenen Abends zu ordnen. Die Bilder der nackten, perfekten Körper schossen ihr immer wieder ungerufen ins Bewusstsein, vermischt mit der ruhigen, überzeugenden Stimme Viktor Domans. Sie sind die Anker zur Normalität. Die Worte waren ihr Mantra geworden. Sie klammert sich an sie.

Leon und Isabell tauchten fast gleichzeitig auf, angezogen von dem Duft frischen Kaffees und gebratenen Specks. Leon trug seine übliche Uniform aus ausgewaschener Jogginghose und einem schwarzen T-Shirt mit einem obskuren japanischen Schriftzug, sein Haar war noch zerzauster als sonst. Isabell erschien in einem weiten, hellgrauen Leinenkleid, das ihre Formen verbarg, und mit ihrem Buch unterm Arm. Sie wirkten beide ausgeschlafen, aber noch immer distanziert, in ihre eigenen Welten versunken.

Während sie an dem langen, rustikalen Holztisch auf der Terrasse saßen und von einem makellos präsentierten Frühstücksteller aßen (frische exotische Früchte, cremiger griechischer Joghurt mit Honig, knuspriger Speck und Eier nach Wahl, serviert von einem stummen, aber lächelnden Hausboy in kürzester roter Lack-Short und High-Heels, wählte Sabine ihre Worte mit Bedacht.

"Kinder", begann sie, während sie eine reife Mango in kleine Stücke schnitt. "Ich habe gestern Abend mit Herrn Doman, dem Besitzer, gesprochen. Und ich möchte euch ein paar Dinge über diesen Ort erklären."

Beide blickten auf, Leon mit einem Hauch von Interesse, Isabell mit ihrer typischen analytischen Neutralität.

"Eldorado ist ein... sehr spezielles Resort für eine sehr exklusive, internationale Kundschaft", fuhr Sabine fort. "Die Gäste suchen absolute Diskretion und eine bestimmte Art von... ästhetischem Umfeld. Das Personal hier ist Teil eines strengen Konzepts. Ihr habt vielleicht schon die... ungewöhnliche Kleidung und die Accessoires bemerkt."

"Die mit den Steinchen in den... ähm, Nippeln?", fragte Leon direkt und errötete sofort bis hinter die Ohren, als er das Wort aussprach.

"Ja", sagte Sabine entschlossen, entschlossen, keine Verlegenheit zu zeigen. "Genau das. Es ist eine Art Corporate Identity, ein Uniformsystem. Es geht um Design, nicht um... etwas anderes." Sie wusste, dass diese Erklärung dünn war, aber sie war das Beste, was sie hatte. "Wichtig ist: Wir sind hier Gäste, aber ich bin auch Angestellte. Mein Job ist die reine Verwaltung - Buchhaltung, Logistik, Organisation. Ich habe keinen Kontakt zu den Gästen in ihrer Freizeit und nehme nicht an irgendwelchen Aktivitäten teil. Und ihr erst recht nicht."

Sie sah sie nacheinander an. "Dieser Bereich hier, unser Haus und der Pool, ist unser privater Rückzugsort. Er ist durch die Hecken und das Gelände abgeschirmt. Ich möchte, ja, ich bitte euch inständig, dass ihr diesen Bereich nur sehr selten verlasst. Nur, wenn es absolut notwendig ist. Die Wege sind für das Personal und die Gäste. Es ist eine Frage des Respekts und der Diskretion."

Sie erwartete Protest, Widerwillen, Fragen. Stattdessen geschah etwas Überraschendes.

Leon zuckte mit den Schultern, einen Mund voll Speck kauend. "Kein Problem. Die Glasfaserleitung hier ist Wahnsinn. Stabiler Ping als je zuvor. Und die Bibliothek hier im Haus hat schon ein paar coole Tech-Journale." Er deutete mit der Gabel auf einen eleganten, mit Ledereinbänden versehenen Zeitschriftenständer im Wohnzimmer.

Isabell blätterte in ihrem Buch, ein leichtes Lächeln auf den Lippen. "Die Ruhe hier ist perfekt zum Lesen. Und die Aussicht... inspiriert." Sie blickte auf das Meer hinaus. "Ich habe keine Lust, in irgendwelchen Gärten herumzulaufen. Hier ist es schön."

Sabine spürte, wie eine riesige Last von ihren Schultern fiel. Ihre Befürchtungen, die Kinder könnten neugierig werden, Schwierigkeiten machen, waren unbegründet. Sie waren mit ihren jeweiligen Leidenschaften beschäftigt und fanden in dieser seltsamen Umgebung sogar etwas, das ihnen entsprach. Ihre Welt war hier, in diesem luxuriösen Kokon, eingeschlossen. Es war fast zu einfach.

"Danke", sagte sie einfach, ihre Stimme ein wenig brüchig vor Erleichterung. "Danke, dass ihr das versteht."

Nach dem Frühstück machte Sabine sich für ihren ersten Arbeitstag bereit. Sie zog einen taillierten, marineblauen Hosenanzug aus leichter Wolle an, kombiniert mit einem cremefarbenen Seidentop und flachen, bequemen Lederslippern. Sie steckte ihr Haar zu einem professionellen Knoten hoch und betrachtete sich im großen Badezimmerspiegel. Sie sah aus, wie sie sich fühlte: die kompetente Managerin, klar abgegrenzt von der surrealen Welt draußen.

Ein Hausboy - ein anderer als Marco oder Silas, ein junger Mann mit schwarzen, kurzen Locken und mandelförmigen, braunen Augen - führte sie schweigend zu ihrem Büro. Es lag nicht im Hauptpavillon, sondern in einem separaten, kleineren Gebäude aus dem gleichen sandfarbenen Stein, das über einen überdachten Holzsteg mit dem Hauptweg verbunden war. Das Büro war ein Traum jeder Bürokraft: hell, geräumig, mit einem riesigen Schreibtisch aus hellem Ahornholz, ergonomischem Stuhl, mehreren großen Monitoren, einem Hochleistungsdrucker und einem traumhaften Blick durch eine Glaswand auf einen kleinen, privaten Innenhof mit einem Zitronenbaum.

Auf dem Schreibtisch lag ein schlankes Tablet mit ihrem bereits eingerichteten Zugang zum Resort-Netzwerk. Der erste Arbeitstag bestand hauptsächlich darin, sich durch digitale Handbücher und Organisationspläne zu klicken. Sie lernte das Lieferantenverzeichnis kennen alles hochspezialisierte, diskrete Firmen vom Festland, die Buchhaltungssoftware erstaunlich benutzerfreundlich und den Dienstplan für das Personal, der nicht nach Namen, sondern nach Kennnummern und Funktionen sortiert war. "Ästhetik-Personal, Kategorie A (Service, Gastkontakt)", "Ästhetik-Personal, Kategorie B (Housekeeping, Gärtnerei)", "Technisches Personal (bekleidet, ohne Kontakt)".

Im Laufe des Vormittags hatte sie kurze, sachliche Interaktionen mit Mitgliedern des Personals. Eine junge Frau, deren kugelrunde Brüste unter einer hauchdünnen, rosa Seidenschärpe kaum verhüllt waren, brachte ihr einen frisch gepressten Saft. Ein muskulöser Mann, der nur eine enge, goldene Lendenschürze trug, kam, um eine Unterschrift für eine Lieferung von Poolchemikalien zu holen. Ein anderes Individuum, das sie als Shemale identifizierte, mit einer unglaublich weiblichen Hüftbewegung trotz flachem Unterbau, brachte die Post. Sie alle waren höflich, distanziert, effizient. Sie sprachen nur, wenn es notwendig war, und dann mit ruhigen, respektvollen Stimmen. Ihre Blicke waren klar, aber undurchdringlich. Sabines anfängliches Unbehagen wich langsam einer Art faszinierten Respekts. Es funktionierte. Dieses bizarre System funktionierte reibungslos, wie ein gut geölter, wenn auch sehr ungewöhnlicher Mechanismus.

Gegen Mittag kam eine Einladung per Tablet. "Frau Voss bittet um ein Koordinationsgespräch im Ästhetik-Atelier. 13 Uhr."

Sabine fand das "Ästhetik-Atelier" auf dem digitalen Grundriss - ein Gebäude nahe dem Hauptpavillon, aber abseits der Wege. Sie machte sich auf den Weg. Die Mittagssonne stand heiß am Himmel, und die Luft flimmerte über den Kieswegen. Sie hörte das ferne Lachen von Gästen - die erste Gruppe war angekommen -, sah aber niemanden.

Das Atelier war ein langer, niedriger Bau mit großen Oberlichtern. Sabine klopfte an die schwere Holztür.

"Herein!" Die Stimme von Frau Voss war unverkennbar.

Sabine öffnete die Tür und blieb wie erstarrt auf der Schwelle stehen.

Der Raum war eine Mischung aus Operationssaal, Fitnessstudio und Künstleratelier. Eine Wand war mit Spiegel verkleidet, davor standen Barren und Tanzstangen. An einer anderen Wand hingen Regale mit klinisch aussehenden Geräten, Gläsern mit Lösungen und Rollwagen mit sauber aufgereihten chirurgischen Instrumenten. Der Raum roch nach Desinfektion, Silikon und einem süßlichen Massageöl.

Und in der Mitte dieses Raumes stand Frau Voss.

Sie trug heute keinen rosafarbenen Hosenanzug. Sie trug einen Bikini. Doch dieser Bikini war nichts, was man an einem Strand gesehen hätte. Der Oberteil bestand aus zwei schmalen, schwarzen, matten Latexstreifen, die ihre gewaltigen, kugelrunden Brüste nicht bedeckten, sondern lediglich von unten stützten und so ihre vollständige, pralle Form zur Schau stellten. Die Brüste waren makellos - keine Narbe, kein Fleck, die Brustwarzen rosa und aufgerichtet, perfekt zentriert. Der untere Teil war ein ebenso schmaler, hochgeschnittener Slip aus demselben Material, der ihre schmalen Hüften und den flachen Bauch freilegte. An ihren Füßen trug sie keine High-Heels, sondern schwarze, lackierte Plateausandalen mit dicken Sohlen und einem hohen Keilabsatz.

Ihr Körper war eine Skulptur. Jede Muskelgruppe war definiert, aber weich, keine Ader trat hervor. Ihre Haut hatte einen gleichmäßigen, goldenen Glanz, als wäre sie mit Pfirsichhaut überzogen. Das honigblonde Haar war zu einem hohen, perfekten Pferdeschwanz gebunden, der ihr das Gesicht freigab. In diesem Outfit war ihr Halsband mit dem rosa Rosenquarz das einzige Schmuckstück, es wirkte wie eine königliche Insignie.

Sabine war sprachlos. Sie hatte gedacht, sie hätte sich an die Erscheinung dieser Frau gewöhnt. Aber in dieser Umgebung, in dieser Kleidung, war die Wirkung überwältigend. Es war nicht sexuell, nicht aufreizend im herkömmlichen Sinne. Es war die reine, unverhohlene Präsentation eines körperlichen Ideals, das jede Natürlichkeit hinter sich gelassen hatte.

"Wow"

"Ein "Wow" entgleitet Ihnen, Frau Hartmann?", sagte Frau Voss lächelnd. Ihr Lächeln war nicht spöttisch, sondern eher amüsiert, selbstbewusst. Sie stand lässig da, eine Hand in die Hüfte gestemmt.

Sabine schluckte. "Es ist... eine bemerkenswerte Trainingsumgebung", brachte sie mühsam hervor, auf die Geräte zeigend.

Frau Voss lachte, ein glockenhelles, echtes Lachen. "Direkt und professionell. Das mag ich. Kommen Sie." Sie führte Sabine zu einem schlichten weißen Tisch mit zwei Stühlen am Rand des Raumes. "Hier sind wir ungestört. Lassen Sie uns die Schnittstellen zwischen Verwaltung und Ästhetikprogramm besprechen."

Das Gespräch dauerte eine Stunde und war erstaunlich sachlich. Frau Voss erwies sich als brillante Organisatorin. Sie erklärte die Trainingszeiten des Personals morgens Gymnastik und Heeltraining, nachmittags spezifische Service-Drillings, die psychologische Betreuung "Wir nennen es Mindset-Coaching" und die strengen Protokolle für die Gästebetreuung. Sie sprach über "Form-Konformität" und "Dienst-Haltung" wie eine Maschinenbauingenieurin über Toleranzen und Effizienz.

Sabine machte sich Notizen, stellte kluge Fragen zu Ressourcenplanung und Budgetierung. Die bizarre Kulisse verblasste zur Hintergrunddekoration eines äußerst effizienten Arbeitsgesprächs. Als sie aufstand, fühlte sie sich bestätigt. Sie konnte mit dieser Welt umgehen. Sie verstand ihre Regeln, auch wenn sie sie nicht teilte.

"Danke, Frau Voss. Das war sehr aufschlussreich."

"Immer gerne, Sabine. Sie dürfen mich übrigens Lena nennen." Frau Voss" graue Augen funkelten. "Wir sind jetzt Kolleginnen. Und ich habe das Gefühl, Sie werden hier gut zurechtkommen."

Der Tag verlief reibungslos. Sabine verbrachte den Nachmittag im Büro, erledigte erste administrative Aufgaben, fühlte sich kompetent und gebraucht. Als sie gegen sechs Uhr ins Haus zurückkehrte, lag eine friedliche Stille über der Anlage. Leon saß in seinem Zimmer, von den Monitoren bläulich angeleuchtet. Isabell las in einer Hängematte zwischen zwei Palmen am Rand ihrer Terrasse.

Sabine fühlte eine ungewohnte Leichtigkeit. Die finanziellen Sorgen waren weit weg. Die Arbeit war fordernd, aber erfüllend. Die Kinder waren zufrieden. Und die unheimliche Pracht von Eldorado begann, eine gewisse Faszination auf sie auszuüben. Sie beschloss, sich etwas Gutes zu tun.

In ihrem Schlafzimmer fand sie in einem der Schränke eine Auswahl an Badebekleidung, alles offensichtlich maßgeschneidert und von höchster Qualität. Sie wählte einen einfachen, aber eleganten schwarzen Bikini aus einem matten, schweren Stoff, der ihre schlanke, natürliche Figur schmeichelhaft, aber nicht aufdringlich zur Geltung brachte. Keine Push-ups, keine auffälligen Schnitte. Es war ihr Bikini.

Sie zog ihn an, warf einen leichten Seidenkimono über und ging hinaus zum Whirlpool. Die Abendluft war lauwarm. Sie ließ den Kimono auf einen Liegestuhl gleiten und stieg die paar Stufen in das dampfende Wasser. Es war perfekt temperiert - heiß, aber nicht unerträglich. Die Düsen massierten sanft ihren Rücken und ihre Beine. Sie lehnte den Kopf zurück, schloss die Augen und seufzte tief. Für den ersten Mal seit Jahren, vielleicht seit der Trennung, fühlte sie sich nicht nur verantwortlich, sondern auch... verwöhnt. Sogar ein wenig frei.

"Entschuldigen Sie die Störung."

Die Stimme ließ sie aus ihrem Halbschlaf hochschrecken. Sie fuhr herum, Wasser spritzte. Am Rand des Whirlpools stand Viktor Doman.

Er war nicht in seinem Anzug. Er trug eine locker sitzende, helle Leinenhose, die knapp unter dem Knie endete, und ein leicht geöffnetes, weißes Hemd aus Baumwoll-Leinen-Mix. Er war barfuß. Und Sabine, deren Blick unweigerlich hinunterglitt, sah deutlich die Konturen seines Körpers unter dem dünnen Stoff der Hose. Besonders eine Kontur war unübersehbar: ein langer, dicker Schatten, der sich deutlich unter dem Leinen abzeichnete. Sie riss ihren Blick weg, fühlte, wie ihr Gesicht glühte.

"Herr Doman! Ich... Sie haben mich erschreckt."

"Viktor, bitte. Und es tut mir aufrichtig leid." Sein Lächeln war entschuldigend, sein Blick ehrlich. "Ich wollte nur kurz nach dem Rechten sehen, ob alles in Ordnung ist in Ihrem neuen Domizil. Ich sehe, Sie haben sich schon eingelebt." Seine Geste umfasste sie, den Pool, die friedliche Szenerie.

Sabine zog instinktiv ihre Schultern ein, obwohl das Wasser sie ohnehin bis zur Brust bedeckte. "Ja, alles ist... perfekt. Danke."

Er stand einen Moment da, als überlege er etwas. "Würden Sie es übelnehmen, wenn ich Ihnen Gesellschaft leistete? Der Abend ist so schön, und mein eigenes Quartier wirkt heute Abend etwas zu groß und leer."

Die Frage kam überraschend. Sabines erster Impuls war, höflich abzulehnen. Dies war ihr privater Bereich. Er war der Chef. Aber sie war auch von der entspannten, ungezwungenen Art überrascht, mit der er fragte. Und sie hatte sich gerade so... gut gefühlt. Die Einsamkeit der letzten Jahre, die ständige Anspannung, sie schien hier, in diesem dampfenden Wasser, aufzulösen.

"Ähm... ja. Gerne", hörte sie sich sagen, zu ihrer eigenen großen Überraschung.

Er nickte, zog sein Hemd aus und legte es sorgfältig auf den Liegestuhl neben Sabines Kimono. Sein Oberkörper war genau so, wie sie es von seiner Statur erwartet hatte: breit, muskulös, aber nicht übertrieben, mit einer leichten Brustbehaarung, die sich bis zu seinem flachen Bauch hinunterzog. Dann löste er den Knoten seiner Hose und ließ sie zu seinen Füßen fallen. Er trug eine enge, schwarze Badehose, einen einfachen Slip. Und auch hier war die Fülle, die sich darin abzeichnete, nicht zu übersehen. Sabine zwang sich, seinen Augen zu begegnen, die sie mit einem sanften, wissenden Ausdruck betrachteten.

Er stieg die Stufen hinab und ließ sich mit einem leisen, genussvollen Seufzer ihr gegenüber ins Wasser gleiten. Die Distanz zwischen ihnen betrug vielleicht zwei Meter, aber im engen Whirlpool fühlte es sich an wie eine intime Nähe.

Eine Weile herrschte ein angenehmes Schweigen, nur unterbrochen vom Blubbern der Düsen und dem fernen Meeresrauschen.

"Sie haben Kinder", sagte Viktor schließlich, mehr eine Feststellung als eine Frage.

"Ja. Leon und Isabell."

"Wie alt?"

"Leon ist 20, Isabell 22."

Er nickte, ließ seine Hand durch das Wasser gleiten. "Ich habe auch zwei. Einen Sohn, Julian, 21. Und eine Tochter, Livia, 20."

Sabine sah ihn überrascht an. Es war seltsam, sich diesen Mann, den Architekten dieser perfekten, künstlichen Welt, als Familienvater vorzustellen.

"Wie... wie sind sie so?", fragte sie vorsichtig.

Ein weicher, fast melancholischer Zug trat in seine grünen Augen. "Julian ist... ein sensibler Junge. Ein Träumer. Er liebt Manga, Zeichentrick, verbringt Stunden am Zeichentablet. Er ist eher... leicht feminin angehaucht, wie man so sagt. Hat nie Interesse an typisch männlichen Dingen gezeigt. Seine Mutter - meine Ex-Frau - hat damit große Probleme." Er seufzte. "Livia ist das genaue Gegenteil. Ein richtiges Partygirl. Immer unterwegs, immer im Mittelpunkt, oberflächlich, aber mit einem Herz aus Gold, wenn man es denn findet. Sie treibt mich in den Wahnsinn und ich liebe sie abgöttisch."

Sabine spürte eine plötzliche, unerwartete Welle der Verbundenheit. Hier saß nicht der mysteriöse Resort-Besitzer, sondern ein Vater mit den gleichen Sorgen und Freuden wie sie.

"Leon ist auch ein Computergenie", sagte sie, ein Lächeln auf den Lippen. "Redet in Codes und Algorithmen. Und Isabell... sie ist in Büchern verloren. Hat ihr Studium abgebrochen, um mir zu helfen, nachdem ihr Vater ging. Manchmal mache ich mir Sorgen, dass sie zu sehr in Fantasiewelten lebt."

"Und ihr Vater?", fragte Viktor sanft.

Sabine zuckte mit den Schultern, spürte die alte Bitterkeit, die hier, im warmen Wasser, weniger scharf war. "Hat uns für eine jüngere Kollegin verlassen. Vor drei Jahren. Seitdem ist Funkstille."

"Sein Verlust", sagte Viktor einfach, und es klang nicht wie eine Höflichkeitsfloskel, sondern wie eine ernsthafte Einschätzung.

Sie sprachen weiter. Über die Schwierigkeit, Jugendliche in die Erwachsenenwelt zu begleiten. Über die Absurditäten des modernen Lebens. Über die Ruhe, die ein Ort wie dieser bieten konnte, auch wenn er so anders war. Viktor war ein aufmerksamer Zuhörer, intelligent, witzig, selbstironisch. Er sprach nicht wieder über das Resort, über Ästhetikprogramme oder Transformation. Er sprach als Mensch.

Sabine entspannte sich zusehends. Das anfängliche Befangenheit angesichts seiner Nacktheit und seiner Präsenz verflog. Sie lachte sogar über eine seiner Anekdoten über Livias Eskapaden. Das warme Wasser, die Dunkelheit, die nur von versteckten LED-Leuchten im Poolbecken und dem Sternenhimmel above erhellt wurde, schufen eine Blase der Intimität.

Als er nach etwa einer Stunde aufstand und sagte: "Ich sollte Sie nun wirklich in Ruhe lassen. Guten Abend, Sabine. Und danke für die angenehme Gesellschaft", da war ihr erster Impuls, "Bleiben Sie doch" zu sagen. Sie unterdrückte ihn.

"Guten Abend, Viktor. Und danke Ihnen."

Er stieg aus dem Wasser, sein Körper glänzte in dem sanften Licht. Er zog sich langsam seine Hose und sein Hemd an, nicht eilig, nicht verlegen. Dann nickte er ihr noch einmal zu und verschwand lautlos im Dunkel des Gartens.

Sabine blieb noch lange im Wasser sitzen. Ihre Gefühle waren ein wilder Mix. Da war die anhaltende Faszination für diesen Ort und seinen Schöpfer. Da war eine aufkeimende, gefährliche Sympathie für Viktor Doman, den Mann hinter der Maske des Besitzers. Da war die beruhigende Gewissheit, dass ihre Kinder sicher und zufrieden waren. Und da war, tief in ihr, ein kaum spürbares, lang vergessenes Gefühl: eine leise Vorfreude auf den kommenden Tag. Sie fühlte sich nicht mehr nur wie die Managerin. Sie fühlte sich, für diesen einen kurzen Moment, fast wie zu Hause.

Kapitel 5: Der Rundgang

Der zweite Tag auf Eldorado begann mit einem Gefühl der leichten Erwartung, das Sabine nicht recht einordnen konnte. Das Gespräch mit Viktor am Vorabend hatte eine neue, persönliche Dimension eröffnet. Sie fühlte sich nicht mehr nur als Angestellte, sondern als Vertraute, was ihr gleichzeitig schmeichelte und ein unbestimmtes Unbehagen bereitete. Dennoch überwog die Neugierde. Heute würde sie das Resort wirklich kennenlernen, jenseits ihres Büros und ihres privaten Rückzugs.

Sie wählte für den Tag einen schicken, aber praktischen Hosenanzug aus einem cremefarbenen, leicht stretchigen Wollgewebe. Die Jacke war tailliert geschnitten und betonte ihre schlanke Taille und die sanfte Rundung ihrer Hüften, ohne aufdringlich zu wirken. Die schmalen, gerade geschnittenen Hosen fielen elegant auf ihre flachen Lederslipper. Sie hatte sich etwas mehr Mühe mit ihrem Make-up gegeben als am Tag zuvor - ein Hauch von Mascara, ein neutraler Lippenstift. Ihr Haar trug sie offen, die natürlichen Wellen glänzten im Morgenlicht. Sie fühlte sich sicher, professionell und doch - das musste sie sich eingestehen - ein wenig weiblicher, bewusster in ihrer Erscheinung.

Pünktlich um zehn Uhr klopfte es an ihrer Bürotür. "Herein."

Lena Voss trat ein, und Sabine spürte, wie ihr Atem für einen Sekundenbruchteil stockte. Lena trug ein Kostüm, das die Grenzen der Vorstellungskraft sprengte. Es war aus einem hautengen, matten Latex in der Farbe von flüssigem Gold. Der Blazer war so eng geschnitten, dass er jede Kurve ihres Oberkörpers nachzeichnete - die extrem schmale Taille, die unmöglich hohen und runden Brüste, die wie zwei perfekte Halbkugeln unter dem Material standen. Der Blazer war geschlossen, aber der tiefe V-Ausschnitt reichte bis fast zum Bauchnabel und gab den Blick auf das glatte, goldene Metallhalsband mit dem rosa Rosenquarz und auf die obersten Zentimeter der Brüste frei. Der Minirock war so kurz, dass er kaum die Oberschenkel bedeckte und bei jeder Bewegung die untere Grenze ihres glatt rasierten, golden glänzenden Slips aus demselben Material erahnen ließ. An ihren Füßen trug sie High-Heels, die das Kunstwerk vollendeten: hauchdünne, goldfarbene Stilettos mit mindestens 15 Zentimeter hohen Absätzen und schmalen, spitz zulaufenden Kappen. Ihr honigblondes Haar war zu einer perfekten, hohen French-Twist-Frisur hochgesteckt, die ihr das Gesicht und den langen, makellosen Hals freigab. Sie roch nach teurem Vanilleholz und einer blumigen, exotischen Note.

Sabine konnte sich eines Gedankens nicht erwehren: Wie kann man darin nur laufen? Die Vorstellung, auf diesen Nadeln über die Kieswege zu balancieren, erschien ihr wie eine akrobatische Meisterleistung.

"Guten Morgen, Sabine", sagte Lena mit ihrem glockenhellen Lächeln. "Bereit für die Grand Tour?"

"Guten Morgen, Lena. Ja, absolut", erwiderte Sabine und stand auf. Sie war sich plötzlich unsicher, ob ihr eigener, eleganter Anzug nicht fast schon lächerlich schlicht wirkte neben dieser goldenen Vision.

Lena schien ihre Gedanken zu lesen. "Sie sehen heute sehr elegant aus. Der Farbton steht Ihnen ausgezeichnet." Ihre grauen Augen glitten anerkennend über Sabine. "Kommen Sie. Ich zeige Ihnen die öffentlichen Bereiche des Resorts, die für die Gäste bestimmt sind. Einige davon werden auch für bestimmte... Dienstleistungen des Personals genutzt."

Sie verließen das Bürogebäude und schlugen die Richtung zum Hauptpavillon ein. Lena bewegte sich mit einer anmutigen, fließenden Sicherheit auf ihren High-Heels, als wären sie ein natürlicher Teil ihres Körpers. Das rhythmische Klick-Klack ihrer Absätze auf dem Kies war ein gleichmäßiger, faszinierender Kontrapunkt zu Sabines leisen Schritten.

"Sie gehen unglaublich sicher in diesen Schuhen", bemerkte Sabine unvermittelt, fast neidisch.

Lena warf ihr ein Seitenblicke zu, ihr Lächeln wurde ein wenig geheimnisvoll. "Danke. Es ist eine Frage von Training, Haltung und vor allem Wille. Das Geheimnis ist, den Körper neu zu kalibrieren. Die Ferse wird zum neuen, natürlichen Standpunkt. Jeder Schritt wird eine bewusste Verlagerung des Schwerpunkts. Es ist eine Disziplin, wie jede andere auch. Und sie verändert einen." Sie hielt für einen Moment inne. "Wir bieten hier auch Kurse an. Für Personal, das sich für einen Aufstieg im Ästhetik-Programm qualifiziert, ist es Pflicht. Aber auch Gäste schätzen es manchmal, diese... besondere Art der Fortbewegung zu erlernen."

Sabine sagte nichts, aber die Vorstellung, selbst auf solchen Absätzen zu stehen, ließ sie erschaudern - und gleichzeitig prickelte eine winzige, völlig absurde Neugierde in ihr.

Ihr erster Stopp war die Hauptküche. Sie lag hinter dem Hauptpavillon in einem separaten, aber durch einen verglasten Gang verbundenen Gebäude. Der Raum war ein Paradies für Sterneköche: riesige, polierte Edelstahlarbeitsflächen, Induktionsherde, mehrere professionelle Öfen, eine Wand mit schusssicherem Glas, hinter der eine begehbare, klimatisierte Weinkelleranlage zu sehen war. Zwei Köche arbeiteten dort - ein Mann und eine Frau, beide Mitte dreißig, gekleidet in makellose weiße Uniformen. Sie waren nicht nackt, aber Sabine bemerkte sofort die goldenen Creolen an ihren Ohren. Ihre Bewegungen waren effizient und ruhig. Die Luft roch nach frisch gebackenem Brot, Kräutern und einer köstlichen, unbekannten Brühe.

"Hier wird alles frisch zubereitet", erklärte Lena. "Die Gäste können jederzeit spezielle Wünsche äußern, die dann diskret an die Küche weitergeleitet werden. Die Ernährung des Personals wird ebenfalls hier kontrolliert - spezielle Protein-Diäten für Formerhalt, kalorienreduzierte Menüs für jene, die sich in der Schlankheitsphase befinden."

Der nächste Raum war der Gästespeisesaal, der sich an den Hauptpavillon anschloss, aber durch faltbare, mit Seide bespannte Wände abgetrennt werden konnte. Es war ein langgestreckter Raum mit einer einzigen, riesigen Tafel aus massivem Ebenholz, die bis zu 24 Personen fassen konnte. Die Stühle waren thronartige Gebilde aus dunklem Holz und cremefarbenem Leder. Von der Decke hing ein riesiger, aus mehreren hundert Rosenquarz-Kristallen gefertigter Lüster, der sanftes, rosafarbenes Licht über den Raum warf. An den Wänden hingen abstrakte Gemälde in Gold- und Rosatönen, die bei näherer Betrachtung erotische Formen und Andeutungen erkennen ließen. Der Raum war leer und wirkte feierlich, fast sakral.

"Das offizielle Abendessen findet hier jeden Abend um 20 Uhr statt", sagte Lena. "Es ist eine zeremonielle Angelegenheit. Die Gäste erscheinen in eleganter Abendkleidung - oder in dem, was sie für angemessen halten. Das Personal serviert in der vollen, ästhetischen Präsentation, die Sie bereits kennen."

Sie verließen den Hauptkomplex und gingen über einen schattigen Pfad zu den Gästevillen. Lena zeigte ihr verschiedene Typen: die "Gartenvillen" mit privatem, von hohen Bambuswänden umgebenem Außenbereich und Freiluftdusche; die "Panoramavillen" mit unverstelltem Blick aufs Meer und einem privaten Infinity-Pool; und die "Suiten", die sich im Obergeschoss des Hauptpavillons befanden und über eine private, mit Samt ausgekleidete Treppe erreichbar waren. Alle Villen waren im selben Stil von modernem Luxus und diskreter Opulenz gehalten wie Sabines eigenes Domizil, nur noch ausgefeilter. In einer offenen Villa sah Sabine ein riesiges, rundes Bett auf einem Podest, darüber ein Spiegeldach. In einer anderen stand ein freistehende Badewanne aus schwarzem Marmor mitten im Raum.

"Die Privatsphäre der Gäste ist absolut", betonte Lena. "Kein Personal betritt eine Villa ohne ausdrückliche Aufforderung. Alle Wünsche werden über ein Tabletsystem kommuniziert."

Dann erreichten sie den Hauptpoolbereich. Er war, anders als der intime Pool an Sabines Haus, eine weitläufige, architektonische Meisterleistung. Ein langes, schmales Becken, das wie ein natürlicher Fluss durch die Landschaft zu schlängeln schien, umgeben von terrassenförmigen Liegeflächen aus hellem Travertin. An einem Ende gab es eine schwimmende Bar, an der Gäste im Wasser sitzen und trinken konnten. Am anderen Ende, halb in einer Grotte aus künstlichem Fels verborgen, befand sich ein riesiger Gemeinschafts-Whirlpool, aus dem leichter Dampf aufstieg. Das Wasser war so klar, dass man die blauen Mosaikfliesen am Boden deutlich sehen konnte. Die Atmosphäre war friedlich, luxuriös, und auf den ersten Blick nicht anders als in jedem anderen Fünf-Sterne-Plus-Resort.

Dann begann Lena, die spezielleren Einrichtungen zu zeigen. Sie verließen den offenen Poolbereich und betraten einen niedrigeren, langgestreckten Bau mit einer unscheinbaren Holztür.

"Die Chill-Out-Area", sagte Lena und öffnete die Tür.

Der Raum war in warmes, indirektes Licht getaucht. Der Boden war mit dicken, weichen Teppichen in Erd- und Rottönen ausgelegt. Überall lagen riesige Sitzsäcke, flache Loungemöbel und Himmelbetten mit schweren, roten Samtvorhängen. Die Luft war schwer von einem süßlichen, beruhigenden Duft - Patchouli und Sandelholz. Leise, sphärische Musik drang aus unsichtbaren Lautsprechern. Einige Personen - Gäste und Personal, teils bekleidet, teils nicht - lagen entspannt da, in leisen Gesprächen vertieft oder einfach nur dösend. Es war ein Raum zum Abschalten, zum Entspannen nach... anderen Aktivitäten.

Gleich nebenan lag der Dark Room. Lena schob einen schweren, schalldichten Vorhang beiseite. Dahinter herrschte fast völlige Dunkelheit. Nur einige schwache, rote LED-Streifen an den Wänden markierten den Raum. Sabines Augen gewöhnten sich langsam. Sie erkannte weiche Polster an den Wänden, Matten auf dem Boden. Ein Raum für anonyme, sinnliche Begegnungen.

"Absolute Diskretion", flüsterte Lena und ließ den Vorhang wieder zufallen.

Weiter ging es zu einem Raum, der mit seinem hellen Licht und den weißen Fliesen wie ein medizinisches Behandlungszimmer wirkte. In der Mitte stand ein gynäkologischer Stuhl aus chromglänzendem Stahl und weißem Leder. Er war in alle Richtungen verstellbar und mit Halteriemen für Hand- und Fußgelenke ausgestattet. An der Wand hingen Regale mit Gleitgels, verschiedenen Dildos in unterschiedlichen Größen und Formen, und medizinischen Instrumenten, die Sabine nicht zuordnen konnte. Alles war klinisch sauber.

"Für sehr spezifische Untersuchungen, Spielformen oder auch für gewisse Schönheitsbehandlungen", erklärte Lena nüchtern.

Der nächste Raum ließ Sabines Herz schneller schlagen. An der Wand hing ein großes, X-förmiges Andreaskreuz aus poliertem, dunklem Holz, ausgestattet mit gepolsterten Manschetten für Hand- und Fußgelenke. Darunter lag eine Matte. An einer Seite des Raumes stand ein Regal mit verschiedenen Instrumenten: Lederpeitschen in unterschiedlichen Längen und Stärken, Rohrstöcke, Paddles mit Löchern, Federkielzangen. Alles war ordentlich und zugänglich aufgereiht, wie Werkzeuge in einer gut sortierten Werkstatt.

"Für Bondage- und Züchtigungsszenarien", sagte Lena. "Alle Geräte werden nach jeder Nutzung desinfiziert. Sicherheit und Einvernehmlichkeit sind oberstes Gebot. Es gibt immer einen Safeword und ein ausgebildetes Personal-Mitglied in Rufbereitschaft, falls benötigt."

Sabine konnte sich nicht helfen. Ihr Blick hing an einem kurzen, geflochtenen Lederpeitsche mit mehreren Zungen. Sie stellte sich vor, wie es sich anfühlen mochte, solche Schläge zu empfangen - oder zu geben. Eine Welle aus Scham und erregter Neugier durchflutete sie. Sie spürte, wie Lena sie beobachtete.

"Fragen tauchen auf, nicht wahr?", sagte Lena leise, ihr Gesicht war nah. "Wie sich so etwas anfühlt. Welche Dynamik es zwischen den Partnern schafft. Ob Schmerz wirklich in Lust umschlagen kann." Sie lächelte dieses geheimnisvolle, wissende Lächeln. "Die beste Art, den Zweck und die Wirkung dieser Dinge zu verstehen, ist, sie selbst zu erfahren. In einem kontrollierten, sicheren Rahmen natürlich. Man kann nie wirklich über etwas urteilen, das man nicht kennt."

Sabine wurde glutrot. "Ich... nein. Das ist nicht... ich meine, das ist nicht Teil meiner Aufgabe", stammelte sie und wandte den Blick ab.

Lena sagte nichts weiter, führte sie nur weiter. Sie zeigte ihr den Saunabereich mit mehreren Kabinen unterschiedlicher Temperatur und Luftfeuchtigkeit, darunter eine Eissäule und ein Tauchbecken mit eiskaltem Wasser. In einer Ecke des Saunabereichs, abgetrennt durch einen Wasservorhang, befand sich die Lümmel-Ecke - ein Raum mit breiten, gepolsterten Bänken und vielen Handtüchern, für informellere, gemeinsame Entspannung.

Ein besonders surrealer Raum war das Glory-Hole-Zimmer. Eine schmale, lange Kabine, in der Mitte eine Wand aus dunklem Holz, durch die in Brusthöhe mehrere runde Löcher gebohrt waren. Auf der einen Seite der Wand waren kleine, gepolsterte Hocker, auf der anderen Seite knietiefe Polsterungen. Der Raum war schwach beleuchtet, die Atmosphäre anonym, zweckdienlich.

"Für völlig anonymen, auf den reinen Akt reduzierten Oralverkehr", erklärte Lena, als würde sie die Funktionsweise einer Kopiermaschine erläutern.

Sabine war überwältigt. Die Bandbreite der Angebote, die klinische Sauberkeit, mit der alles präsentiert wurde, die selbstverständliche Art, mit der Lena über diese Dinge sprach - es ließ die Welt da draußen, die Welt der Rechnungen, der Büroarbeit, der mütterlichen Sorgen, unglaublich fern und klein erscheinen. Hier war eine Parallelgesellschaft mit eigenen Regeln, eigenen Räumen, einer eigenen Logik der Lust und der Unterwerfung.

Der letzte Stopp der Tour war der Beauty-Salon. Ein heller, freundlicher Raum mit mehreren Behandlungsstühlen, Spiegeln und Waschbecken. Der Duft nach Aromatherapie-Ölen und warmem Wachs lag in der Luft. Hier wurden keine Gäste behandelt, sondern das Personal.

An einem der Stühle lag eine junge Frau auf dem Rücken, die Beine in Steigbügeln. Sie war nackt, ihre kugelrunden Brüste standen starr zur Decke. Eine andere Frau, gekleidet in eine schlichte weiße Uniform mit den goldenen Ohrringen, arbeitete konzentriert in ihrem Intimbereich. Sie trug Latexhandschuhe und verwendete einen warmen Wachsstreifen. Mit einem schnellen, geübten Ruck entfernte sie ihn, und ein Streifen dunkler Haare verschwand. Die Frau auf dem Stuhl zuckte nicht einmal.

"Körperhaare sind nicht konform mit dem Ästhetik-Ideal", sagte Lena. "Mindestens der Intimbereich muss komplett haarfrei sein. Vollkörperenthaarung wird stark empfohlen und bei vielen durchgesetzt. Es betont die Form, die Glätte, die Reinheit der Linien." Sie musterte Sabine nachdenklich. "Sie tragen ab und an einen Bikini, nicht wahr? "

Sabine nickte, verwirrt von der plötzlichen persönlichen Frage.

"leichter... Schatten, natürlicher Wuchs?" Lenas Ton war nicht verurteilend, nur feststellend. "In unserer Welt hier wirkt das schnell ungepflegt. Unästhetisch. Viele unserer Gäste, und auch Viktor, legen großen Wert auf makellose Glätte."

Sabine erinnerte sich plötzlich an den Abend im Whirlpool, an Viktors Blick, der über sie geglitten war. Hatte er ihren "Busch", wie sie ihn in Gedanken immer nannte, bemerkt? Fand er ihn abstoßend? Eine plötzliche, unerklärliche Scham überkam sie. Sie hatte sich seit der Trennung nicht mehr um solche Dinge gekümmert. Gelegentliches Trimmen mit der Schere, mehr nicht. Komplett enthaart hatte sie sich nie. Es erschien ihr immer extrem, unnötig.

"Ich... ich trimme mich normalerweise", sagte sie leise, defensiv.

Lena lächelte sanft. "Wir könnten das hier schnell ändern. Eine Rasur. Oder, für ein länger anhaltendes Ergebnis, ein Waxing. Es wäre ein kleines Geschenk an sich selbst. Ein Schritt hin zu einem bewussteren Körpergefühl. Keine Verpflichtung, nur eine Möglichkeit."

Sabine zögerte. Der Gedanke war ihr peinlich. Aber gleichzeitig... der perfekte, glatte Körper der Bediensteten, die makellose Haut Lenas - es übte eine seltsame Faszination aus. Und diese Scham, die sie empfunden hatte... sie wollte sie nicht noch einmal fühlen. Vor allem nicht, wenn sie Viktor wieder im Whirlpool treffen sollte.

"Ähm... vielleicht. Nur eine Rasur. Und etwas trimmen", sagte sie schließlich, ihre Stimme kaum hörbar.

Lenas Lächeln wurde strahlend. "Perfekt. Maria hier ist eine Expertin."

Sie führte Sabine zu einem freien Behandlungsstuhl hinter einem schmalen Paravent, der etwas Privatsphäre bot. "Leg dich einfach hin. Sag Bescheid, wenn du unangenehme Berührungen empfindest. Es ist völlig schmerzfrei."

Sabine legte sich zögernd hin. Die Lage war ungewohnt intim. Maria, die Bedienstete, kam mit einem Tablett voller Utensilien: Rasierschaum, Einwegrasierer, warme, feuchte Tücher, eine kleine Schere, eine antiseptische Lotion. Sie lächelte Sabine beruhigend zu.

"Bitte, entspannen Sie sich, Madam", sagte sie mit sanfter Stimme.

Sabine schloss die Augen, als Maria ihren Hosenanzug und ihre Unterwäsche vorsichtig auszog und ein frisches, sauberes Tuch über ihren Unterleib breitete. Sie spürte die kühle Schere, dann die sanfte Berührung der Hände, die ihre Haut strafften. Dann das warme, feuchte Tuch, der schaumige Rasierschaum mit einem dezenten Minzduft. Die Rasierklinge glitt sicher und sanft über ihre Haut, ein seltsames, fast meditatives Gefühl. Maria arbeitete gründlich und effizient. Sabine entspannte sich tatsächlich ein wenig. Es war eine professionelle Behandlung, nichts weiter.

Dann hörte das Geräusch der Klinge auf. Sabine spürte, wie Maria erneut die Schere benutzte, präzise, fast künstlerische Schnitte setzte. Was tat sie da? Sabine wollte fragen, aber eine seltsame Lähmung hinderte sie daran. Es war fast vorbei.

Ein letztes, kühles Tuch wurde sanft aufgelegt, dann die antiseptische Lotion. Maria entfernte das Tuch.

"Fertig, Madam. Sehen Sie selbst?", sagte Maria und hielt Sabine einen kleinen Handspiegel hin.

Sabine setzte sich auf und nahm den Spiegel. Sie blickte nach unten.

Ihr Schambein war nun völlig glatt und haarfrei. Die Haut war rosig und makellos. Aber das war nicht alles. Mitten in der glatten Fläche, direkt oberhalb ihrer Schamlippen, war mit erstaunlicher Präzision ein kleines, perfekt geformtes Herz aus feinen, dunklen Haaren stehen geblieben. Es war etwa so groß wie eine Zwei-Euro-Münze, die Spitze zeigte nach unten.

Sabine starrte. Sie war sprachlos. Das hatte sie nicht gewollt. Nicht erwartet. Es war... verspielt. Verführerisch. Und es verwandelte ihren Intimbereich von etwas Privatem, Natürlichem in etwas Gestaltetes, fast Dekoratives.

"Ich... ich dachte, nur trimmen", brachte sie schließlich hervor.

Lena trat hinter den Paravent. "Eine kleine künstlerische Freiheit", sagte sie mit einem Lächeln. "Es ist süß, nicht wahr? Und es betont Ihre Weiblichkeit auf eine charmante, unaufdringliche Weise. Es ist etwas Besonderes, das nur Sie haben. Und niemand muss es je sehen, wenn Sie es nicht wollen."

Sabine blickte wieder in den Spiegel. Das Herz sah tatsächlich... niedlich aus. Und irgendwie auch aufregend. Es war ein Geheimnis. Ihr kleines, persönliches Geheimnis in dieser Welt der offenen Darstellung. Sie hatte das Gefühl, eine Grenze überschritten zu haben, eine winzige, aber bedeutsame. Sie hatte sich einem fremden Schönheitsideal angenähert, auch wenn es nur ein kleines, verstecktes Zeichen war.

"Es ist... in Ordnung", sagte sie schließlich und gab Maria den Spiegel zurück. "Danke."

Der Rest des Arbeitstages verging wie im Nebel. Sabine saß in ihrem Büro, versuchte sich auf Zahlen und Pläne zu konzentrieren, aber ihr Geist wanderte immer wieder zu den gesehenen Räumen, den Instrumenten, dem Gefühl der Rasierklinge auf ihrer Haut. Und zu dem kleinen, geformten Herz, das nun unter ihrem eleganten Hosenanzug verborgen war. Sie fühlte sich anders. Bewusster. Sensibler.

Als der Abend anbrach, zog sie sich in ihr Haus zurück. Leon und Isabell waren wie immer in ihre Welten versunken. Sie fühlte eine starke Unruhe in sich, ein Verlangen nach Entspannung, nach einem Ausgleich zu den intensiven Eindrücken des Tages.

Sie ging in ihr Schlafzimmer und suchte in dem Schrank mit der Badebekleidung. Gestern hatte sie den schwarzen, dezenten Bikini gewählt. Heute zog sie fast von selbst einen anderen heraus. Er war aus einem sehr feinen, schimmernden Silberstoff, der sich wie eine zweite Haut anlegte. Der Oberteil war ein Bandeau, das ihre Brüste knapp, aber fest umschloss und ihr Dekolleté frei ließ. Die Hose war hoch geschnitten, betonte ihre Hüften und ließ mehr von ihren Oberschenkeln frei als der schwarze. Es war ein mutigeres, weiblicheres Stück.

Sie zog ihn an, warf den Kimono darüber und ging zum Whirlpool. Die Nacht war sternenklar, die Luft lau. Sie ließ den Kimono fallen und stieg ins dampfende Wasser. Die Hitze umschloss sie sofort, wohltuend. Sie ließ sich in die Ecke mit den stärksten Massagedüsen gleiten und schloss die Augen.

Das Blubbern und Strömen des Wassers war intensiv. Die kraftvollen Jets trafen genau ihre Lendenwirbelsäule, ihre Oberschenkel, ihren Nacken. Sie entspannte sich, aber eine andere Art von Spannung breitete sich in ihr aus. Die Bilder des Tages kehrten zurück: das Andreaskreuz, die Lederpeitsche, Lenas goldene High-Heels, das klinische Licht des Behandlungsstuhls. Und dann, ganz deutlich, spürte sie, wie die Wasserströme des Whirlpools nicht nur ihre Muskeln massierten, sondern auch empfindlichere Stellen streiften. Die Blasen kitzelten und stimulierten die nun völlig glatte, sensible Haut zwischen ihren Beinen. Ein leichtes, warmes Kribbeln breitete sich aus, das nichts mit der Hitze des Wassers zu tun hatte.

Sie erwischte sich selbst dabei, wie sie ihre Haltung leicht veränderte, um den Druck der Düsen genau dorthin zu lenken, wo es dieses prickelnde Gefühl auslöste. Eine leichte Erregung, die sie seit langem nicht mehr gespürt hatte, durchflutete sie. Sie öffnete die Augen, blickte in den dunklen Garten, und für einen kurzen Moment stellte sie sich vor, nicht allein zu sein. Sie stellte sich vor, Viktor würde wieder auftauchen. Sie stellte sich vor, seine Hände anstelle der Wasserströme zu spüren. Sie schämte sich sofort für diesen Gedanken und verscheuchte ihn, aber das kribbelnde Gefühl blieb.

Sie blieb länger im Wasser als am Abend zuvor, bis ihre Haut schrumpelig war und der Kopf leicht benommen von der Hitze. Als sie ausstieg, fühlte sie sich körperlich erschöpft, aber geistig hellwach, mit einer seltsamen Mischung aus Scham, Neugier und einer tiefen, körperlichen Zufriedenheit.

Im Bett, eingehüllt in die weichen, ägyptischen Baumwoll-Laken, spürte sie die ungewohnte Glätte zwischen ihren Beinen. Ihre Finger glitten fast von selbst dorthin, berührten die feinen Konturen des geformten Haarherzens. Es fühlte sich fremd und vertraut zugleich an. Sie rollte sich auf die Seite, blickte durch die Glasfront in die dunkle, von Sternen übersäte Nacht.

Sie fühlte sich nicht mehr wie die Sabine Hartmann aus Kassel. Sie fühlte sich auch nicht nur wie die Managerin. Sie fühlte sich wie jemand, der eine Tür geöffnet hatte und nun zögernd auf der Schwelle stand, unsicher, ob sie hineingehen oder sie für immer schließen sollte. Die Welt von Eldorado, mit all ihrer kontrollierten Schönheit, ihrer expliziten Sinnlichkeit und ihrer verführerischen Logik, hatte begonnen, sie zu verändern. Und sie wusste nicht, ob sie das wollte - oder ob es schon zu spät war, es zu verhindern.



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