Rückzahlung (fm:Ehebruch, 11150 Wörter) | ||
| Autor: Joystick | ||
| Veröffentlicht: Feb 21 2026 | Gesehen / Gelesen: 2491 / 2036 [82%] | Bewertung Geschichte: 9.61 (84 Stimmen) |
| Leg' dich nicht mit 'nem Buchhalter an. | ||
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Leider saß Kelly nicht in meiner Nähe und war auch nicht mit mir in einer Gruppe. Ich habe vier Wochen gebraucht, um mich ihr zu nähern und das Eis zu brechen. Ich machte einen albernen Witz und sie lachte darüber. Es war kein zierliches Kichern, es war ein komplettes Lachen. Wir begannen miteinander zu reden und ich fragte sie, ob sie nach dem Unterricht einen Kaffee mit mir trinken gehen wolle.
„Ich warte seit etwa vier Wochen darauf, dass du mich fragst.“, antwortete sie mit einem Lächeln.
In den letzten zwei Jahren des Colleges waren wir selten getrennt. Unsere Eltern waren darüber nicht allzu glücklich, aber sie sahen wie liebevoll wir miteinander umgingen und gewöhnten sich bald daran. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es noch besser werden könnte.
Aber das tat es.
Nach meinem Abschluss bekam ich sofort einen Job bei einer der größeren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Philadelphia. Ich habe eine Menge Geld für einen Absolventen im Alter von 22 Jahren verdient. Kelly wurde in die juristische Fakultät aufgenommen, daher blieben wir einfach in unserer Studentenwohnung. Meine Firma bot an für meinen Masterabschluss zu bezahlen, also nahm ich an den entsprechenden Kursen teil. Ich nahm jeden Tag den Zug zur Arbeit, sodass ein Auto nicht benötigt und somit die Kosten gesenkt wurden. Drei Jahre später machte Kelly ihren Abschluss und ich machte ihr während ihres Essens anlässlich ihrer Feier mitten in Morton's Steakhouse einen Antrag. Sechs Monate später waren wir verheiratet.
Kelly nahm eine Stelle als stellvertretende Bezirksstaatsanwältin in der Staatsanwaltschaft von Bucks County an, nördlich von Philadelphia. Wir beschlossen ein Haus in Doylestown zu kaufen. Dort lag auch das Ende der regionalen Eisenbahnlinie, sodass ich jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit fahren konnte. Es war zwar eine 80-minütige Fahrt in eine Richtung, aber besser als der Versuch mit dem Auto auf dem Expressway oder der I-95 zu fahren.
Kelly und ihre Mutter entdeckten unser Haus. Es war ein tolles Einsteigerhaus mit drei Schlafzimmern. Ein Schlafzimmer wurde als Büro mit zwei Schreibtischen eingerichtet. Ich arbeitet gelegentlich von zu Hause aus und Kelly brauchte ihren eigenen Platz für ihre juristische Arbeit. Das andere Schlafzimmer wurde zum Gästezimmer und das letzte Zimmer unser Hauptschlafzimmer. Es war auch nicht allzu weit vom Haus ihrer Eltern entfernt und Kelly hatte die beiden mir schon mal als Babysitter angepriesen, wenn wir mal Kinder haben würden.
Ich war ein Einzelkind und hatte immer Geschwister gewollt. Kelly und ich hatten bereits in unserem Juniorjahr über Kinder gesprochen. Wir hatten vereinbart erst einmal zu warten, bis Kelly sich in ihre Karriere eingelebt hat. Aber jetzt hatten wir diesen Punkt erreicht und hatten vor zwei Nächten vereinbart, Kellys Geburtenkontrolle zu beenden. Ich war glücklicher als je zuvor.
Aber was ich jetzt hörte, führte dazu, dass meine Hand an der Türklinke anhielt.
„Hogan und ich haben beschlossen, dass es an der Zeit ist schwanger zu werden!“, verkündete Kelly mit einem aufgeregten Quietschen. Diesem Quietschen hat sich ihre Freundin Olivia Watkins angeschlossen. Als ich auf der Treppe stand, grinste ich über ihre Aufregung. Ich griff wieder nach der Klinke, als ich eine Frage hörte, die mir das Grinsen aus dem Gesicht wischte.
„Das ist wunderbar, Kelly!“, sagte Olivia. „Aber was wirst du mit Paul machen?“
Paul?
„Shh!“ Kelly brachte ihre Freundin zum Verstummen. „Hogan ist draußen und mäht den Rasen.“ Es gab eine Pause und ich konnte fast sehen, dass sie sich umsah ob ich auftauchen würde. Dann fing sie wieder an zu reden.
„Ich habe Paul bereits gesagt, dass ich die Affäre beende. Er war damit einverstanden. Da Senator Grossman bei der nächsten Wahl nicht mehr antritt, glaubt Paul, dass er eine echte Chance hat in den Senat gewählt zu werden. Bei einer Affäre mit einem verheirateten Mitarbeiter erwischt zu werden, wäre ein absolutes No-Go.“
Diese vier Sätze haben meine Welt zerstört. Paul Evans war Kellys Chef im Büro der Staatsanwaltschaft. Er war Mitte 40 und Witwer. Seine Frau Anne starb an Brustkrebs und hinterließ ihn als alleinerziehenden Vater ihrer Tochter Barbara. Paul war ein gut vernetzter Politiker und Kelly hatte mir mehrfach Geschichten über seine Manöver innerhalb seiner Partei erzählt. Ich schätze, ich habe gerade herausgefunden, wie meine Frau Zugang zu all diesen Informationen bekommen hat!
„Wirklich?“, fragte Olivia, „du willst ihn komplett abservieren? Du bist seit sechs Monaten heiß auf ihn und ihr seid schwer miteinander verbandelt und du willst diesen Hengst einfach aufgeben?“ Der neckende Zweifel in ihrer Stimme hätte mich normalerweise dazu gebracht, Olivia den Kopf abzureißen. Sie war meine Klassenkameradin im College und ich kannte sie vor Kelly. Ich wusste, dass Kelly und Olivia beste Freundinnen wurden, aber ich dachte immer, sie sei auch noch meine Freundin. Ich glaube, da habe ich mich geirrt.
„Hör auf!“, protestierte Kelly mit einem Kichern. „Du bist so fies. Paul ist ein großartiger Liebhaber, Hogan auch - aber auf eine andere Art und Weise. Ich liebe Hogan, aber Paul hat mich einfach genommen und benutzt wie er wollte. Es gab keine Liebe, nur rohen Sex! Jetzt, wo Hogan und ich ein Baby bekommen wollen, möchte ich kein Risiko eingehen. Ich liebe Hogan und werde eine gute und treue Mutter sein.“
’Wie viele Klischees werde ich hier noch hören?‘, habe ich mich gefragt. ’Es fehlt nur noch, dass ich irgendwann früher nach Hause komme, ein seltsames Auto in der Einfahrt bemerke und beide in meinem Bett zu finde.“ Ich wollte ins Zimmer rennen und schreien. Ich wollte alle Möbel kaputtschlagen. Aber meine Muskeln waren wie gelähmt. Ich war so überrascht, dass ich mich nicht bewegen konnte. Mein Herzschlag pochte in meinen Ohren.
„Also doch ein sofortiger Entzug?“, fragte Olivia nach. Wieder hörte ich Kellys Kichern.
„Nun, nicht gerade sofort.“, gab sie zu. „Ich habe nächste Woche eine Konferenz mit Paul in Pittsburgh. Wir werden dort unseren Abschiedsfick haben. Ich werde den Sex vermissen, aber Hogan und das Baby sind wichtiger.“
Ich konnte es nicht mehr ertragen, aber ich wusste auch nicht, was ich jetzt tun sollte. Ich liebte Kelly, aber das hat mich umgebracht. Aber jetzt begann sich meine Ausbildung durchzusetzen. Ich musste nachdenken. Und ich musste planen.
Ich begann die Stufen laut hochzustampfen. Dann öffnete ich die Tür und stürmte in die Küche. Kelly und Olivia saßen dort mit ihren Teetassen vor sich. Gab es einen Hauch von Schuldgefühl auf Kellys Gesicht?
„Schatz, geht es dir gut?“, fragte sie mit besorgter Stimme. Dann wurde mir klar, dass meine Wangen mit Tränen bedeckt waren.
„Allergieprobleme.“, grunzte ich. „Das wird ein ganz schlechter Frühling.“
„Dann geh doch gleich nach oben und dusche. Lass deine Sachen einfach vor dem Badezimmer liegen. Ich wasche sie dann gleich, damit sie die andere Kleidung nicht verunreinigen. Ich habe dir letzte Woche eine neue Schachtel Medikamente gekauft, die liegt im Medizinschrank.“
„Danke.“, schaffe ich gerade noch herauszubekommen, als ich mich auf den Weg zur Treppe machte. Ich brauchte Zeit zum Nachdenken.
-**-
Der nächste Tag war ein Montag und ich benutzte die Ausrede eines morgendlichen Meetings, um früh aufzustehen und vor Kelly aus dem Haus zu gehen. Ich hatte meine Allergie als Grund benutzt, in der Nacht zuvor früh ins Bett zu gehen, weil meine Emotionen in Aufruhr waren. Als ich im Zug saß, dachte ich noch einmal darüber nach, was ich gehört hatte.
Auf der einen Seite war meine Frau untreu, nannte es aber „rein sexuell“ und wollte bei mir bleiben, um mein Kind zu bekommen. Einige würden argumentieren, dass ich doch glücklich sein sollte, dass meine Frau wieder zur Besinnung kommt und plant eine gute Ehefrau und Mutter zu werden. Allerdings gab es eine Stimme in meinem Kopf, die sagte, wenn sie es einmal getan hat, was wird sie davon abhalten, es in Zukunft wieder zu tun? Würde sie zehn Jahre später, wenn die Kinder in der Schule wären, eine weitere „nur Sex“-Affäre haben? Dann würde eine Scheidung auch die Kinder betreffen, in der Kelly höchstwahrscheinlich die Kinder bekommen würde und ich hohe Zahlungen für Kindergeld und Unterhalt leisten müsste. Als Buchhalter und Wirtschaftsanalyst musste ich vor allem in Richtung Risikominimierung denken. Es lief darauf hinaus, dass mein Vertrauen in meine Frau nahezu völlig zerstört war.
Die Ausrede „nur Sex“ lenkt doch nur vom eigentlich wirklich wichtigen Thema ab. Es ist nämlich der völlige Mangel an Respekt, der dem Partner gegenüber gezeigt wird. Der Betrüger weiß, dass seine Handlungen falsch sind und die andere Person verletzt wird. Sonst würden Kelly und Paul es ganz öffentlich tun und ich würde es wissen. Versteht mich nicht falsch. Ich glaube nicht, dass ich die Affäre mit Paul jemals akzeptiert hätte, aber wenn sie zumindest mit mir darüber gesprochen hätte, wäre etwas Respekt gezeigt worden. Kellys Handlungen haben mir aber bewiesen, wie sehr sie mich respektiert hat - nämlich überhaupt nicht.
Ich habe an dem Tag zwar gearbeitet, aber ein Teil meines Gehirns konzentrierte sich auf das, was ich tun wollte. Abgesehen von meinem mitgehörten Gespräch hatte ich keine Beweise. Ich hatte in den letzten sechs Monaten nicht einmal etwas von der Affäre bemerkt. Eine direkte Konfrontation ohne Beweise wäre ein zu hohes Risiko mit nur wenig Aussicht auf Erfolg. Kelly würde die Affäre mit Sicherheit leugnen, Paul ebenso. Solch einen Fall vor Gericht zu bringen wäre finanzieller Selbstmord, da jeder Richter, Politiker und Anwalt in den umliegenden Bezirken Paul kannte. Ich würde keine Chance haben, sein Name würde mit Sicherheit sauber bleiben.
Ich dachte darüber nach, einfach wegzugehen und woanders neu anzufangen. Es war verlockend, aber das Haus wäre das größte Problem. Kelly konnte es sich allein mit ihrem Gehalt nicht leisten und wir hatten kaum Eigenkapital beim Kauf. Sie müsste es sofort auf den Markt bringen, um eine Zwangsvollstreckung zu vermeiden, wobei ein schneller Verkauf bei der heutigen Marktlage höchst unwahrscheinlich wäre. Es würde unsere jeweilige Kreditwürdigkeit zerstören. Ein Wirtschaftsprüfer mit einer schlechten Kreditwürdigkeit ist keine gute Sache, wenn man sich auf eine neue Arbeitsstelle bewirbt. Wie kann man jemandem das Geld anderer Leute anvertrauen, wenn man offensichtlich nicht mit deinem eigenen umgehen kann?
Ich brauchte Beweise, bevor ich etwas tun konnte. Ich habe sie bekommen, aber sie kamen aus einer unglaublichen Quelle.
-**-
Drei Tage suchte ich nach möglichen Beweisen, hatte aber immer noch keinen Erfolg. Ihr persönlicher Laptop war sauber, ich habe keine geheimen E-Mail-Konten oder so etwas gefunden. Auch keine sexy Unterwäsche, die tief im Schrank versteckt ist. Keine Quittungen von Orten, an die sie nicht gehen musste. Absolut nichts.
Dann rief mich Kelly bei der Arbeit an, um mir mitzuteilen, dass wir am Freitagabend zu einer Feier bei Paul Evans zu Hause eingeladen waren. Ich nahm an, dass dies seine große Ankündigung für eine Kandidatur für einen Sitz im US-Senat war. Ich überlegte mir zwar ihm Vorhalte zu machen, aber hatte immer noch keine Beweise, verdammt noch mal!
Wir kamen gerade rechtzeitig zum großen Ereignis an. Evans hatte eine protzige Villa in der Nähe von Washington mit einer kleinen Pferdefarm. Im Hinterhof war ein großes Zelt für alle Gäste aufgebaut worden. Als wir hineingingen, stand da das Arschloch selbst, Paul Evans, als würde er seine Untertanen empfangen. Als Witwer hatte Evans natürlich keine Ehefrau, um als Gastgeberin zu fungieren. Aber er hatte offensichtlich seine 21-jährige Tochter für diese Rolle rekrutiert. Sie stand neben ihrem Vater und begrüßte die Gäste, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.
Als wir an der Reihe waren, schenkte Evans Kelly ein breites Lächeln und rief: „Kelly, du hast es geschafft! Wie wunderbar!“, und gab meiner Frau einen keuschen Kuss auf die Wange. Dann wandte er sich an mich. „Robert! Schön, dich wiederzusehen! Ohne deine Frau wäre ich verloren, aber ich verstehe, dass ich sie bald aufgeben muss, wenn du anfängst die Familie zu erweitern!“ Er lachte über seinen eigenen Witz. „Gib sie mir einfach zurück, wenn du mit ihr fertig bist und ich werde in der Zwischenzeit auch nicht sauer sein!“ Wieder fing er an zu lachen. Kelly errötete tatsächlich ein wenig, während ich dieses Arschloch am liebsten umgebracht hätte. Ich habe seine Anspielung genau verstanden, von der er offensichtlich dachte, dass ich damit nichts anfangen könne.
„Wer weiß, was die Zukunft bringen wird.“, sagte ich in einem flachen neutralen Ton. Nicht feindselig, aber auch in keiner Weise freundlich. Auf die gleiche Weise habe ich auf der Arbeit immer ein Prüfungsergebnis gemeldet. Evans wurde etwas weiß im Gesicht und Kelly hat mir mit ihrem Ellbogen in die Seite gestoßen und gemurmelt, dass das unhöflich war. Evans wandte sich dem nächsten Gast zu und überließ uns seiner Tochter.
Kelly war eine unglaublich attraktive Frau, aber Barbara Evans spielte in einer anderen Liga. Trotz meiner Wut im Bauch habe ich das natürlich bemerkt. Ihr dunkelrotes Haar und ihr strahlendes Lächeln ließen mich an eine junge Maureen O'Hara denken. Während Kelly wie eine vollbusige Ballerina aussah, schaute Barbara aus als gehöre sie auf einen Pin-up-Badeanzugkalender. Sie hatte die Kombination aus gutem Aussehen, einer blendenden Figur mit tollen Haaren und gesunder Hautfarbe von der Fotografen nur träumten konnten. Eine Nutzung von Photoshop war für sie nicht erforderlich.
Paul Evans hatte die perfekte (politische) Familie. Er sah aus wie ein weiser Staatsmann und liebevoller Familienvater. Der Verlust seiner Frau an den Krebs lieferte die „perfekte“ Frau. Sie wurde vergöttert und jeder der sie angriff, bat gleichzeitig um einen Karriere-Selbstmord. Barbara war die Prinzessin: Highschool-Königin, Penn-Seniorin mit den Hauptfächern Wirtschaft und Jura, ehemalige Turnerin, die jetzt Mitglied des Penn-Cheerleading-Teams war. Mit einer heiligen verstorbenen Frau und einer klugen, schönen, fotogenen Tochter würde die Presse ihn in einer Wahlkampagne lieben.
„Robert!“, sagte Barbara in einem aufgeregten Ton, als sie mich fest in den Arm nahm. Das war nicht gerade eine höfliche „Umarmung“. Sie presste sich regelrecht gegen mich - aber auf eine höchst angenehme Art und Weise. „Du siehst toll aus! Kein Wunder, dass Kelly dich versteckt hält. Du kommst nie zu einer unserer Partys. Du solltest nicht so hart arbeiten. Das ist schlecht für deine Gesundheit!“
Irgendwie hatte sie das alles in einem Atemzug herausbekommen.
Meine Stimmung wechselte in weniger als einer Sekunde von wütend zu völlig schockiert. Ich machte ein paar höfliche Bemerkungen darüber wie wunderbar sie aussah und ging schnell weiter, wobei mir zwei Dinge auffielen. Erstens begrüßte Barbara Kelly überhaupt nicht. Und zweitens, welche Partys? Kelly gab mir keine Gelegenheit zu fragen, weil sie jetzt ihrerseits die jüngere Frau begrüßte. Danach mussten wir den nächsten Gästen in der Schlange Platz machen.
Als Kelly und ich uns unter die Gäste mischten, fragte ich mich wieviel Barbara wusste. Nachdem ich meiner Frau einen Drink besorgt hatte, fragte ich sie: „Von welchen Partys hat Barbara gesprochen?“
Kelly lächelte nur und schnaubte abfällig. „Sie hat maßlos übertrieben, die kleine Göre. Paul hat hier manchmal Teammeetings und Strategiesitzungen. Er ist der Meinung, dass er besser mit einem Getränk in der Hand denken kann und man nie weiß, wer sich in der nächsten Kabine in einer Bar befindet. Sie war ein paar Mal zu Hause, als wir uns hier getroffen haben. Sag es niemandem, aber Paul hat sie zu Hause schon vor ihrem 21. Geburtstag Alkohol trinken lassen.“
Nun, das gab mir schon mal das Wo. Der Bastard fickte meine Frau genau hier in seinem Haus unter dem Deckel von „Teammeetings“. Es könnten sogar echte Treffen sein, bei denen Kelly die letzte war, die ging. Oder möglicherweise als erste, um dann wieder zurückzukehren nachdem alle anderen gegangen waren. Daher würde es auch nie darüber Spekulationen geben, da sie immer behaupten könnte, dem Chef beim Aufräumen zu helfen. Mit einer toten Frau und einer Tochter auf dem College musste er kein diskretes Hotelzimmer finden. Daher gab es auch keine Aufzeichnungen über ihre Treffen.
„Nimmt Barbara auch an den Teambesprechungen teil?“, fragte ich nach.
Kelly verneinte die Frage. „Nein, sie war ein paar Mal zu Hause, als ihr Unterricht abgesagt wurde. Sie neckt ihren Vater nur darüber, dass er während der Arbeitszeit Partys veranstaltet.“ Sie zog mich am Arm weiter. „Komm schon, Liebling, lass uns gemeinsam einen Drink nehmen.“
In der nächsten Stunde wich mir Kelly nie mehr als ein paar Zentimeter von der Seite. Wir sprachen mit einigen ihrer Kollegen über unsere Pläne ein Kind zu bekommen. Alle sagten mir, wie traurig sie wären, Kelly für eine Weile zu verlieren aber wie aufgeregt sie für Kelly und mich waren. Ehrlich gesagt, fand ich das etwas unangenehm. Woher wussten all diese Leute von unseren Baby-Plänen?
Nach einer Stunde bat Paul Evans um Aufmerksamkeit. Seine Tochter stand lächelnd an seiner Seite. Er bedankte sich zunächst bei allen für ihr Kommen und kündigte den Beginn seines Wahlkampfes an. Alle hatten das erwartet, waren aber scheinbar trotzdem aufgeregt. Ich bemerkte, dass der Herausgeber der Lokalzeitung mit einem seiner Reporter in der Nähe Notizen machte. Ich bin sicher, dass es morgen einen großen Artikel in der Zeitung geben würde.
Ich werde euch nicht mit den restlichen Details von der Party langweilen. Es wäre eine angenehme Zeit gewesen, wenn mein Herz nicht gebrochen wäre. Mein Gehirn lief auf Hochtouren, wie ich etwas von davon beweisen könnte. Es war etwa 90 Minuten nach der Ankündigung, als Margret Williamson, die stellvertretende Bezirksstaatsanwältin, vorbeikam und uns mitteilte, dass Paul sich mit seinen Mitarbeitern treffen wolle. Während Paul ein gewählter Beamter war, war Margret die Person, die die Behörde tatsächlich leitete. Bezirksstaatsanwälte kamen und gingen alle vier Jahre, aber Margret war ein fester Bestandteil in diesem Amt. Eine sehr harte Frau, aber in der juristischen Gemeinschaft wegen ihrer Ehrlichkeit und Integrität sehr respektiert. Sie war der Hauptgrund dafür, dass Kelly die Stelle angenommen hatte. Ich mochte sie ebenfalls. Margret war seit über dreißig Jahren mit einem Elektriker verheiratet, der sie während ihres Studiums unterstützt hatte und nun ein eigenes Elektrounternehmen besaß. Die beiden waren liebevoll miteinander verbunden. Ich dachte immer, sie könnten ein Vorbild für Kelly und mich sein.
„Tut mir leid, dass ich deine Frau stehlen muss, Hogan.“, sagte Margret zu mir. „Paul möchte über die Organisation des Büros sprechen, sobald er sich im Wahlkampf befindet.“ Einen Moment später waren beide verschwunden.
Ich wanderte ein wenig herum und machte mich auf den Weg auf die andere Seite des großen Pools gegenüber der Terrasse, auf der die Party stattfand. Dort stand eine Hollywood-Schaukel. Sie war etwas im Schatten, sodass die Leute mich nur sehen konnten, wenn man genau hinschauen würde. Es war der perfekte Ort für mich, um meine Gedanken zu ordnen.
Ich hatte mich noch keine fünf Minuten hingesetzt, als eine Stimme mich etwas aufschreckte.
„Also hier versteckst du dich.“, säuselte eine Stimme.
Ich schaute auf, während Barbara in der Schaukel neben mich rutschte. Ihr kleines schwarzes Kleid schmiegte sich auf eine tolle Art und Weise an ihre gebräunten Oberschenkel - verführerisch, aber gleichzeitig unschuldig. Es sagte etwas über meinen Geisteszustand aus, dass ich dies fast akademisch bemerkt habe.
„Du siehst aus wie ein Mann, der das Gewicht der Welt auf seinen Schultern trägt.“, kommentierte sie. Ich wollte nicht wirklich mit der Tochter des Liebhabers meiner Frau über meine Probleme sprechen - egal wie heiß sie war.
„Wir sind momentan im Büro sehr beschäftigt und führen derzeit viele Audits durch.“, sagte ich, um das Gespräch zu beenden.
„Wirklich?“, fragte Barbara in einem interessierten Ton. „Ich habe gerade meinen letzten Buchhaltungskurs in der Schule abgeschlossen. Wir haben in mehreren Kursen über die Verwendung der forensischen Buchhaltung in der Strafverfolgung gesprochen. Ich fand es faszinierend.“
Das fand ich äußerst überraschend. „Wirklich?“, fragte ich sie ungläubig.
„Nun, es ist nicht sexy oder so ... aber es ist wirklich Detektivarbeit, alle richtigen Informationen aus einer Menge anderer Fakten zu nehmen und sie zusammenzusetzen, um ein klares Bild zu erhalten. Außerdem wird es noch schwieriger, da einige Leute versuchen, diese Informationen vor anderen zu verbergen.“
„Die meisten Menschen sehen das nicht so wie du.“, merkte ich an.
Barbara begann auf bemerkenswerte Details einzugehen, die sie im Unterricht gelernt hatte und erklärte, warum ihr das so viel Spaß gemacht hatte. Ich muss sagen, dass ich beeindruckt war. Ich kannte Leute, die ein Praktikum in meiner Firma gemacht hatten, die nicht so umfassend über das Thema hätten sprechen können. Das half mir - neben ihrem Aussehen natürlich - die Wut, die tief in mir brodelte, etwas zu kontrollieren. Ich ertappte mich dabei, für sie in die Rolle eines Mentors zu schlüpfen. Dadurch bekam ich auch meine Emotionen ein wenig besser in den Griff.
„Du scheinst den Kurs wirklich genossen zu haben.“, bemerkte ich. „Du scheinst ein ausgezeichnetes Verständnis für das Thema zu haben.“ Barbara errötete bei meinem Lob. Für einen Moment war das Pin-up-Mädchen verschwunden und ich konnte darunter ein süßes Mädchen erkennen, das sich ehrlich über mein Kompliment freute.
„Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht zum FBI zu gehen, wenn ich mit der Schule fertig bin. Papa möchte, dass ich entweder Staatsanwältin werde oder für eine Anwaltskanzlei seines Freundes arbeite. Ich glaube allerdings nicht, dass ich das tun möchte.“
„Du solltest deinen eigenen Träumen folgen und nicht denen deines Vaters.“ Das war ein ehrlicher Rat, wobei ich insgeheim aber schon etwas die Pläne des Arschlochs durchkreuzen wollte. „Ich habe einige Arbeiten mit dem FBI zusammen durchgeführt, als unsere Audits etwas Kriminelles enthüllten. Das sind richtig scharfe Leute.“
Bevor Barbara antworten konnte, kam Kelly auf uns zu. „Also hierhin bist du verschwunden. Du hast doch wohl nichts Unartiges getan?“, fragte sie mich in einem neckenden Tonfall.
Barbara drehte sich mit einem strahlenden Lächeln zu meiner Frau um. „Wir haben gerade über Hogans Job gesprochen. Das Thema haben wir gerade im Unterricht behandelt. Ich wollte einfach mal in das Gehirn eines Experten eindringen.“
„Nun, Hogan ist auf jeden Fall ein Experte.“, sagte Kelly in einem stolzen Ton zu ihr. „Ich habe mir einen seiner Prüfungsberichte angesehen, in dem ein Mitarbeiter Geld mit dem Login seines Chefs veruntreut hat. Die meisten von uns hätten die Untersuchung eingestellt, als der Chef ermittelt wurde. Aber Hogan grub weiter. Ich hätte den am Schluss identifizierten Mitarbeiter - den wahren Täter -an meinem ersten Tag nach dem Jurastudium verurteilen können. Hogan hat dem Büro des Staatsanwalts nicht mehr viel Ermittlungsarbeit übrig gelassen.“ Kelly strahlte mich mit Stolz im Gesicht an, als sie diese kleine Geschichte erzählte. Das hat mich zu Tode verwirrt. Wie konnte sie stolz auf mich sein und behaupten mich zu lieben, während sie eine sechsmonatige Beziehung mit ihrem verdammten Chef führte?
Sie muss einen Schatten meiner Verwirrung auf meinem Gesicht gesehen haben, weil sie fragte: „Was ist los, Liebes?“
„Nichts.“, sagte ich. „Ich habe gerade über ein Problem nachgedacht.“
„Jetzt hör aber auf damit! Das ist eine Party!“, ermahnte sie mich. Sie holte kurz Luft und sagte dann: „Hogan, du wirst nie erraten, was mir angeboten wurde! Paul und Margret wollen, dass ich nur noch überwiegend in der Verwaltung der Staatsanwaltschaft tätig sein werde, wenn ich in den Mutterschaftsurlaub gehe! Auf diese Weise bleiben keine Fälle liegen, wenn ich weg bin. Ich werde dann direkt Margret zuarbeiten!“
Vor lauter Hoffnung machte mein Herz ein paar Sprünge, als ich dachte, dass Kelly von diesem Bastard Paul weg sein würde. Meine Hoffnungen wurden nur eine Sekunde später zunichte gemacht.
„Ich werde aber gelegentlich reisen müssen.“, fuhr Kelly fort. „Ich werde Paul während seines Wahlkampfs sensible Papiere per Kurier überbringen. Ich werde zwar nicht Teil seiner Kampagne sein, aber trotzdem einige der Aktivitäten hinter den Kulissen sehen können. Das wird so viel Spaß machen!“
Ich konnte spüren, wie mein Herz erneut zerbrach. Ich weiß, ich habe Kelly sagen hören, dass sie ihre Affäre beenden wolle. Aber ich konnte mir leicht vorstellen, wie sie in ihrer Aufregung Teil des Wahlkampfes zu sein, ihre Affäre wieder aufnehmen könnte. Und wenn sie schwanger werden würde, wer sagt, dass es mir gehören würde? Paul hat ungefähr meine Größe und Hautfarbe. Ohne DNA-Test wäre es wirklich schwer zu beweisen. Meine Wut begann zu wachsen, aber ich hielt mich zurück. Jetzt war nicht die Zeit.
Barbara begann mit Kelly über ihre neue Position und den Wahlkampf zu sprechen. Die beiden waren bald in ihr Gespräch vertieft und ich wurde vergessen. Ich habe die Gelegenheit genutzt, mich zu beruhigen. Ab morgen würde ich mit meiner Planung beginnen. Ich brauchte eine Möglichkeit, mich Paul und seinen politischen Beziehungen entgegenzustellen, aber ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, wie ich das machen sollte.
Die Antwort kam zwei Tage später in mein Büro.
__**__
„Ihr Termin um vier Uhr ist da.“, rief meine Assistentin durch meine offene Tür.
Ich habe einen Blick auf meinen Outlook-Kalender geworfen und keinen Termin gesehen. Bevor ich antworten konnte, kam sie herein - Barbara Evans.
„Hallo, Hogan.“, rief sie. Ihr langes dunkelrotes Haar floss über ihre Schultern nach unten. Sie trug ein leichtes Sommerkleid, das ihre wunderschönen Beine betonte. Dazu passende Sandalen, deren Bändchen sich fast bis zu ihren Knien um ihre Beine wickelten. Ihre Brust war dezent bedeckt, ohne dass ein Dekolleté zu sehen war, aber das Material klammerte sich suggestiv an ihre Brüste. Zwei dünne Träger hielten das Kleid und zeigten ihre nackten Arme. Ich war sprachlos, als ich ihr beim Hereingehen zusah.
„Ich hoffe, es macht dir nichts aus.“, begann Barbara. Sie schloss meine Bürotür hinter sich. „Ich habe deiner Assistentin erzählt, dass wir einen Termin haben, um über meine Karriere zu sprechen.“
Ich stand höflich von meinem Stuhl auf. „Ich freue mich, dich zu sehen. Ich habe gerade an einigen Berichten gearbeitet.“ Ich bedeutete ihr, einen der Stühle vor meinem Schreibtisch zu nehmen. Nachdem sie Platz genommen hatte, setzte ich mich ebenfalls hin. „Worüber wolltest du mit mir reden?“
Das glückliche Lächeln verließ plötzlich Barbaras Gesicht. „Ich denke, du weißt es, Hogan. Ich habe es auf deinem Gesicht gesehen, als du mit meinem Bastardvater gesprochen hast. Es tut mir so leid, dass er so einen netten Kerl zerstört.“
Ich war fassungslos. Das war nicht das, was ich erwartet hatte.
„Wovon redest du?“, fragte ich sie vorsichtig.
Barbara grinste. „Die Tatsache, dass das Arschloch, das als mein Vater bekannt ist, eine Affäre mit deiner Frau hat.“ Ich bin in meinem Stuhl zusammengebrochen, als sie mir das so unverblümt ins Gesicht sagte.
„Hast du es gerade herausgefunden?“, fragte mich Barbara sanft. Ich nickte. „Es tut mir leid.“
„Wie… Wann hast du es herausgefunden?“, fragte ich nach.
„Vor etwa drei Monaten.“, gab Barbara zu. „Ich weiß nicht wann es angefangen hat, aber ich habe es im Februar herausgefunden. Ich war an einem Freitag früh nach Hause gekommen und sie hatten eines ihrer Treffen bei uns zu Hause. Ich hatte mich zu einem späten Mittagessen mit einer Freundin aus der High School verabredet. Ich rannte also einfach rein, brachte meine Taschen in mein Zimmer, sagte Hallo und ging wieder. Auf seine Frage, wann ich nach Hause kommen würde, sagte ich ich ihm nach dem Abendessen.
„Es stellte sich heraus, dass meine Freundin krank war und unser Treffen ausfallen musste. Ich holte mir einen Snack und ging nach Hause. Dort angekommen beobachtete ich meinen Vater und Kelly beim Sex in unserem Whirlpool. Ich habe davon Fotos gemacht - auch als sie nackt zurück ins Haus gelaufen sind.“
„Du hast Fotos von deinem Vater beim Sex gemacht?“, fragte ich sie schockiert. Ich habe mich natürlich insgeheim gefragt, ob ich Kopien der Bilder bekommen könnte. Es würde wirklich bei der Scheidung helfen.
Als hätte sie meine Gedanken gelesen, griff Barbara in ihre Tasche, holte einen großen Umschlag heraus und legte ihn auf meinen Schreibtisch.
„Hier sind die Bilder von dem besagten Tag und ein paar andere.“ Sie hielt inne und grinste. „Dad hat ein Sicherheitssystem im Haus installiert. Der gesamte Außenbereich ist abgedeckt und in einigen der Innenräume befinden sich ebenfalls Kameras. Wenn du die Website kennst und die Zugangsdaten und das Passwort hast, kann man von fast überall darauf zugreifen. Im Umschlag befindet sich übrigens auch ein USB-Stick mit Videos.“
Ich war völlig überrascht. Pauls Tochter übergab mir alles, was ich für meine Scheidung und um ihren Vater zu zerstören brauchte.
„Warum?“, fragte ich sie.
Der traurige Blick auf Barbaras Gesicht wurde durch Wut ersetzt. „Weil,“, sagte sie mit leiser Stimme, „ich diesen Bastard mehr hasse als du dir jemals vorstellen kannst.“ Ich habe nichts gesagt, aber gewartet. Nach einem Moment begann sie zu reden.
„Papa lernte Mama kennen, als sie Studentin war. Er war ein neuer Anwalt, der einer Abteilung für Sexualverbrechen in Philadelphia zugeteilt wurde. Mama war aus Irland in die Staaten gekommen. Ihre Familie war wohlhabend, wurde aber bei einem Bombenanschlag in Londonderry getötet. Sie kam hierher, um den dortigen Problemen zu entkommen.“ Ihre Stimme hatte einen sanften Tonfall angenommen, den sie wahrscheinlich von ihrer Mutter geerbt hatte.
„Mama war in der Zeit mit einem Verlierer zusammen, der sie hart verprügelte, sodass sie in der Notaufnahme landete.“ Kelly hielt inne und legte ein kleines Buch auf meinen Schreibtisch. Es war grün, ziemlich dick und mit Spitze verziert.
„Ich habe ihr Tagebuch gefunden nachdem sie gestorben war - sie hatte eine devote Persönlichkeit. Sie mochte es, wenn ein starker Mann die Verantwortung übernahm. Aber dieses Arschloch ging zu weit und prügelte sie ins Krankenhaus. Papa wurde der Fall zugeteilt. Sie trafen sich, das Arschloch ging ins Gefängnis und ein Jahr später heirateten sie. Papa war immer ehrgeizig. Er hatte eine kluge, schöne Frau mit einem exotischen Akzent. Mama hatte dafür einen starken Mann, der sie beschützen würde.“
„Ich kam ein paar Jahre später auf die Welt. Papa wollte, dass ich Kunstturnerin werde. Er dachte, dass eine Tochter bei den Olympischen Spielen Wunder für seine politische Karriere bewirken würde. Weißt du, was die meisten Turnkarrieren beendet?“
Ich schüttelte den Kopf und sagte: „Ich habe nie darüber nachgedacht.“
Barbara lächelte. „Sie nennen es BHJ: Brüste, Hintern und Jungs. Bei mir waren es die ersteren. Mir wurde gesagt, dann solle ich Cheerleading machen und das All-American-Mädchen sein. Das machte mir nichts aus, da ich gerne auf der Bühne stand. Aber als ich sechzehn wurde, wurde mir klar, dass ich nur ein Aushängeschild für die Ambitionen meines Vaters war.
„Mama hatte das fast von Anfang an erkannt. Papa hatte bereits kurz nach ihrer Heirat jede Menge Affären. Mama wusste es und flehte ihn an damit aufzuhören. Aber sie war zu schwach, um etwas dagegen zu tun. Sie fühlte sich in der Ehe gefangen. Sie war eine gläubige Katholikin, also würde es keine Scheidung geben.“
Barbara hielt eine Weile inne und ich liess sie ihre Gedanken sammeln. Nach einem Moment fuhr sie fort.
„Manchmal frage ich mich, ob ihre schlechte Reaktion auf die Krebsbehandlungen darauf zurückzuführen war, dass sie unbewusst sterben wollte oder sogar ihre Behandlungen aktiv sabotierte. Auf jeden Fall war ich mit ihr im Krankenhaus, als sie starb. Mein Vater jedoch nicht. Offiziell hieß es, dass mein Vater zu der Zeit vor Gericht eine Verurteilung wegen Mordes gewonnen hat. Er ließ den Arzt die Todeszeit ändern. Tatsächlich hat er seine Assistentin in ihrer Wohnung gefickt, um den Sieg zu feiern. Er konnte sowieso nichts falsch machen. Die Presse liebte die Geschichte, wie sie sich kennengelernt hatten. Der heldenhafte Staatsanwalt greift ein, um die zusammengeschlagene Frau zu retten. Verdammt noch mal, der Bastard hat sie mehr als einmal selbst geschlagen - das habe ich mit eigenen Augen gesehen.“
„Warum erzählst du mir das alles?“, musste ich sie einfach fragen.
„Weil du diesen ganzen Mist nicht verdienst, Hogan. Mein Vater, er ist ... er ist kein guter Mensch. Nachdem Mama gestorben war, hielt er seine Affären diskret, bis ich aufs College kam. Zu diesem Zeitpunkt fing er an ‚Meetings’ im Haus zu veranstalten. Er hatte dort auch Treffen mit einigen Wohltätigkeitsgruppen, bei denen er mitarbeitet. Ich weiß mit Sicherheit, dass er mit zwei anderen Frauen aus diesen Gruppen schläft. Eine der armen Frauen denkt tatsächlich, dass es 'wahre Liebe' ist und plant, ihren Mann zu verlassen.“
„Ist es das, was Kelly auch denkt?“, fragte ich sie.
Barbara schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, sie scheint zu denken, dass es nur Spaß ist. Für manche Menschen scheint Macht das ultimative Aphrodisiakum zu sein. Kelly scheint der Beweis dafür zu sein. Ich hörte, wie sie mit meinem Vater über einen Senator sprach, mit dem sie sich trafen und wie geil sie war als sie wieder nach Haus kam.“
Ich zuckte bei dem Kommentar zusammen. Ich habe mich sogar an den Tag erinnert. Ich kam zu einer wilden Frau nach Hause und es war eine der besten Nächte in meinem Sexleben. Eine tolle Erinnerung war jetzt verschwunden, weil ich jetzt wusste, dass meine Frau damals wahrscheinlich nicht einmal an mich gedacht hatte.
„Also, was willst du?“, fragte ich. Zu ihrer Ehre sah Barbara mir direkt in die Augen, als sie antwortete.
„Ich will, dass du aus deiner Ehe mit dieser Betrügerin herauskommst. Ich möchte, dass die Karriere meines Vaters so zerstört wird, dass er aus der Stadt verschwinden muss und in kein Amt gewählt werden wird. Ich dachte daran, meine Beweise einfach an Zeitungen oder sogar an seinen Wahlgegner zu schicken, aber er hat zu viele Freunde. Ich denke, gemeinsam können wir sie dazu bringen, dafür zu bezahlen.“
„Wird es dir dann nicht schwer fallen, die Schule zu beenden?“ Sie schüttelte wieder ihr tiefrotes Haar.
„Nein, Mama hat mir ihr Erbe als Treuhandfonds hinterlassen. Ich habe es nicht angerührt, aber wenn ich das Geld bräuchte, könnte ich meinen Bachelor- und sogar meinen Masterabschluss davon bezahlen und hätte immer noch einen schönen Notgroschen übrig.“
„Wenn deine Mutter so viel eigenes Geld hatte, warum hat sie dich nicht einfach geschnappt und ist weggegangen? Sie hätte ja wieder nach Hause nach Irland gehen können.“
Barbara grinste.
„Wie ich schon sagte, wurde sie irisch-katholisch erzogen. Ihr wurde beigebracht, dass Scheidung keine Option ist. Was auch immer passierte, Mama klammerte sich bis zum Ende an ihren Glauben. Es ist die eine Sache, die mich glauben lässt, dass ihr Tod eher unbewusst als vorsätzlich war, da sie Selbstmord als eine unverzeihliche Sünde betrachtet hat.“
Ich muss zugeben, dass Barbara für mich total ehrlich rüberkam. Sie sagte, sie wolle, dass die Karriere ihres Vaters zerstört wird. Und dass sie diese Informationen an mich übergab, war sicherlich nicht förderlich für seine Ambitionen. Ich konnte mir keine Möglichkeit vorstellen, dass dies eine Falle sein könnte. Wenn Kelly und Paul mich vernichten wollten, könnten sie das offen vor Gericht tun. Und wenn man so verzweifelt war wie ich, musste man nehmen was kommt.
Ein Plan begann in meinem Kopf Form anzunehmen. Ich bräuchte Barbara, um mir bei mehreren Dingen zu helfen. Auf jeden Fall würde es mir sagen, wie engagiert sie sein würde, um ihren Vater zu zerstören.
„Okay.“, stimmte ich zu. „Aber ich will ihn nicht zerstören, indem ich diese Bilder veröffentliche oder ihn sogar in meiner Scheidung als Beteiligten benenne.“ Barbara sah überrascht aus.
„Warum nicht?“, fragte sie nach. Ihr Gesicht war vor Zorn gerötet und sie atmete tief ein, um eine Wutrede zu starten. Ich hob meine Hand.
„Ich habe nicht gesagt, dass wir ihn nicht zerstören werden. Aber ich möchte mich nicht als Ehemann in einem politischen Skandal mit der Presse auseinandersetzen müssen. Stattdessen möchte ich zerstören, was er sein ganzes Leben lang wollte. Wir zerstören seine Macht und seinen Einfluss und ich kann dann eine schöne ruhige Scheidung bekommen, die niemanden interessieren wird.“
Barbara sah mich schockiert an. Nach einer Minute schlich sich ein hinterhältiges Lächeln in ihr Gesicht. „Was brauchst du von mir?“
Ich grinste. „Ich werde das tun, was ich am besten kann. Hol’ mir seine persönlichen Finanzunterlagen und seine Wahlkampfsachen. Sie haben Al Capone wegen Steuerhinterziehung verhaften können. Nachdem ich deinen Vater getroffen habe, habe ich keinen Zweifel daran, dass ich etwas finden kann. Und wenn nicht ...“
„Was?“, fragte sie.
Ich grinste sie an. „Ich kann ihm ein paar Beweise unterjubeln.“
-**-
In den nächsten drei Tagen waren Barbara und ich beschäftigt. Sie installierte einen Key-Logger auf dem persönlichen Laptop ihres Vaters und dem Desktop zu Hause, um seine Eingaben an der Tastatur des jeweiligen Computers zu protokollieren und sie zu sichern. Sie hat auch eine vollständige Festplattensicherung seines Computers durchgeführt. Wir haben ihr Sicherheitssystem so eingerichtet, dass ihre Aufnahmen in einen Cloud-Bereich hochgeladen wurden, der physisch im Ausland betrieben wurde.
Ich für meinen Teil habe mir nicht die Mühe gemacht, Kellys Telefon zu überprüfen. Dank der Beweise von Barbara brauchte ich das nicht mehr. Ich habe lediglich ihren GPS-Tracker aktiviert. Ich wollte nämlich nicht, dass sie mich zu Hause überrascht, wenn ich mit unserem Fall beschäftigt war.
Ich hatte an dem Tag, als Barbara sich zum ersten Mal mit mir getroffen hatte, eine Leistenverletzung vorgetäuscht. Das gab mir eine Ausrede, keinen Sex mit meiner Frau haben zu müssen. (Ich hätte nie gedacht, dass ich mir jemals eine Ausrede einfallen lassen müsste, um keinen Sex mit meiner lieben Frau zu haben.) Nachdem ich von der Anzahl von Pauls Partnerinnen gehört hatte, wollte ich keine unnötigen Risiken eingehen. Außerdem glaube ich eher, dass ich während des Sex richtig wütend auf sie geworden wäre.
Nebenbei bemerkt hatte ich einen Termin mit einem Arzt vereinbart, um mich auf Geschlechtskrankheiten untersuchen zu lassen. Zwar war alles negativ, aber bei einigen dieser Viren, wie z. B. HIV, kann es Monate dauern bis man ein Ergebnis bekommt.
Es war eine geile, frustrierte Kelly, die zu ihrem „letzten“ Rendezvous mit Paul zu einer Konferenz nach Pittsburgh aufbrach. Es überraschte mich nicht, dass sie richtig richtig aufgeregt war, weil ich sie in den letzten Tagen hängen gelassen hatte. Andere Jungs hätten ihr vielleicht den „Auf- Wiedersehen-Fick“ als Rache gegeben. Mein Problem war bloß, dass ich immer noch Gefühle für sie hatte. Ich würde ihr zwar nie wieder vertrauen, aber das bedeutete nicht, dass ich keine Liebe für sie mehr empfand. Der Gedanke sie zu ficken, war mir allerdings ein Gräuel.
Der Donnerstagmorgen kam und Kelly wartete mit ihrem gepackten Koffer auf Paul und einen Junior-Anwalt aus ihrem Büro. Ich fragte mich, ob der junge Mann wusste, dass er nur ihr Alibi war?
„Ich werde am Sonntagnachmittag wieder zu Hause sein.“, sagte Kelly, als sie hinter mir stand, nachdem sie ihre Tasche an der Haustür abgestellt hatte. Ich saß mit dem Rücken zu ihr am Tisch und schlürfte meinen Kaffee. Sie wickelte ihre Arme um mich und beugte sich nach unten, sodass ihre Lippen direkt neben meinem Ohr waren. „Hoffentlich geht es dir dann besser und wir können mit unserem/unserer Kleinen anfangen.“, flüsterte sie mir zu. Ihr Ton und ihr Geruch ... es hat mich an vergangene liebevollere Tage zurückdenken lassen. Ich hätte fast begonnen zu weinen.
Aber ich habe es geschafft mich zusammenzureißen.
„Ich werde immer kühle Umschläge auflegen, damit ich dann wieder ganz gesund bin.“, versicherte ich ihr. Ich tätschelte ihren Arm und küsste ihre Stirn.
„Hmm,“, stöhnte sie, „ich wünschte, ich müsste nicht dorthin fahren. Es wäre so viel besser, einfach zu Hause bei dir zu bleiben und mit dir das ganze Wochenende nackt zu verbringen.“
„Du kannst Evans immer noch sagen, dass etwas Wichtigeres dazwischen gekommen ist.“, sagte ich zu ihr. Das war mir einfach so rausgerutscht. Und durch die Art und Weise wie sie mich ansah, hatte sie etwas in meiner Stimme aufgeschreckt.
„Was ist dein Problem mit Paul?“, fragte sie mit erschrockener Stimme. „Zuerst warst du auf der Party zu ihm unhöflich und jetzt klingst du, als würdest du den Mann hassen.“ Ich zwang mich zur Ruhe und zuckte mit den Schultern.
„Soll ich mal ganz ehrlich zu dir sein? Ich habe in meinem Umfeld zu viele Idioten wie Paul Evans gesehen, die denken, sie seien mächtig und deswegen unantastbar. Wie dieser Bürgermeister in South Carolina letztes Jahr. Ein großer „mächtiger“ Mann, der Geld von der Stadt veruntreut hatte und mit drei verheirateten Frauen schlief. Jetzt sitzt er die nächsten zehn Jahre im Bundesgefängnis und die Frauen sind alle geschieden und öffentlich gedemütigt. Ich habe das gleiche Gefühl bei Evans. Wenn er nach Washington kommt, wird er bereits in der ersten Woche ahnungslose Praktikantinnen ficken. Aber irgendwann wird er sich selbst ein Bein stellen. Und seine Scheiße wird auf jeden in seiner Nähe spritzen, wenn es soweit kommt.“
Kelly sah mich geschockt an. Sie hatte mich schon einmal über diese Schleimscheißer schimpfen hören, aber ich hatte Evans noch nie damit in Verbindung gebracht. Ich hätte wahrscheinlich meinen Mund halten sollen, aber es fühlte sich so gut an damit mal rauszukommen. Und während unsere Ehe vorbei war, hielt ich es für fair, Kelly eine faire Warnung zu geben. Ich habe sie immer noch geliebt, auch wenn ich ihr nie wieder vertrauen würde.
„Hogan, das ist schrecklich, so etwas über Paul zu sagen!“, protestierte Kelly. „Er ist ein guter Kerl, der viel für die Menschen in diesem Bezirk getan hat! Er ist nicht so wie du ihn gerade beschrieben hast!“ Ich hörte einen fast flehenden Ton in ihrer Stimme.
In diesem Moment hörten wir das Geräusch einer Autohupe von draußen. Paul war angekommen. Kelly stieß einen frustrierten Seufzer aus. Sie gab mir einen mitleidigen Blick, der schnell zu einer Mischung aus Bedauern und Angst wurde.
„Ich werde in vier Tagen zu Hause sein.“, sagte Kelly in einem versöhnlichen Ton. „Wir können dann darüber reden. Aber sei bereit Liebling, wir müssen uns dann um ein Baby kümmern.“ Dann legte sie ihre Arme um mich und küsste mich leidenschaftlich. Es war ein Kuss, den ich genauso inbrünstig erwiderte.
„Hab eine gute Woche.“, atmete sie aus. „Ich liebe dich.“
„Ich liebe dich auch.“, antwortete ich. Sie packte ihre Tasche und öffnete die Haustür.
„Tschüss, Liebes!“, rief sie über ihre Schulter zurück.
„Auf Wiedersehen, Kelly.“, sagte ich. Dann schloss ich die Tür.
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Dreißig Minuten später ging ich los, um meinen Zug zu erwischen. Barbara und ich hatten einen Termin mit dem FBI.
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Es stellte sich heraus, dass ich keine Beweise vorlegen musste.
Ich würde Paul Evans' Unterschlagungsfähigkeiten als mäßig clever bezeichnen. Barbara und ich trafen uns in ihrer Wohnung außerhalb des Campus, um die Dokumente zu überprüfen, die sie von seinem Computer abgespeichert hatte. Ich schätzte, dass er etwa 2 Millionen Dollar auf einem Offshore-Konto versteckt hatte. Aber ich war mir nicht sicher ob das Geld noch da war, weil entsprechende Aufzeichnungen fehlten. Der größte Teil dieses Geldes waren kleinere Summen unterhalb der Steuergrenze, die keine Meldungen an das Finanzamt auslösen würden. Ich stellte mir aber die Frage, weshalb Menschen außerhalb des Bezirks für die Kampagne eines Bezirksstaatsanwaltes spenden würden? Ich habe nach kurzer Suche herausgefunden, dass man einige Spenden mit Anklagen in Verbindung bringen konnte, in denen der Fall abgewiesen oder ein Deal mit ungewöhnlich leichten Strafen abgeschlossen wurde.
Es war Barbara, die die größte Überraschung entdeckte. Es stellte sich heraus, dass sie KEIN Einzelkind war. Evans hatte nämlich zwei andere Frauen geschwängert. Ein Kind wurde drei Jahre vor dem Tod seiner Frau geboren. Die Mutter war damals eine seiner Mitarbeiterinnen. Das andere wurde acht Monate nach dem Tod seiner Frau als Sohn einer achtzehnjährigen Wahlhelferin im Krankenhaus geboren, in dem seine Frau behandelt wurde. Evans zahlt seit der Geburt jeder Frau 2000 Dollar pro Monat aus Wahlkampfspenden und verbuchte das als „Umfrageberatung“. Barbara hätte in ihrer Wut fast ihr eigenes Zimmer zerstört. Ihr rotes Haar war wirklich eine Warnung vor ihrem irischem Temperament.
Als Kelly und Paul zu ihrem Treffen gingen, hatten wir nahezu alles in Pauls Aufzeichnungen gefunden. Es gab immer noch Fragen, aber uns fehlten einfach die Ressourcen, um an die restlichen Informationen zu gelangen. Also schrieb ich alle Ergebnisse auf und vereinbarte ein Treffen mit einem leitenden FBI-Agenten, Gary, mit dem ich bereits gemeinsam gearbeitet hatte. Barbara kam mit, um ihm die Geschichte zu erzählen, die wir uns ausgedacht hatten.
Barbaras Geschichte war, dass sie sich nach ihrem forensischen Buchhaltungskurs in der Schule einige echte Aufzeichnungen ansehen wollte. Aus „unschuldiger Neugier“ hatte sie beschlossen, einen Blick in die Dateien ihres Vaters zu werfen. Als sie einige komische Dinge entdeckte, rief sie mich an, weil meine Frau für ihren Vater arbeitete und sie von meinem Fachwissen wusste. Gary war ein erfahrener Profi. Er wusste natürlich, dass es mehr als das gab, aber wir hatten quasi den Jackpot in seinen Schoß fallen lassen. Daher bohrte er nicht weiter nach. Ein korrupter Staatsanwalt in seiner eigenen Dienststelle, der gerade eine Kampagne für den US-Senat gestartet hatte? Es war ein Fall, der wie Manna vom Himmel fiel.
Wir nahmen ein Taxi zurück zu Barbaras Wohnung, da sie noch am späten Nachmittag Unterricht hatte. Ich machte einen kurzen Spaziergang zum Bahnhof, um mit dem Zug nach Hause zu fahren. Ich hatte vor, meine Sachen zu packen und weg zu sein, wenn Kelly nach Hause kommen würde. Gary versprach den Fall zu beschleunigen, um zumindest Evans' Aufzeichnungen bis Mittwoch zu sichten. Es würde dann nicht mehr lange dauern, bis die Ermittlungen bekannt werden. Der Bastard würde schmerzhaft herausfinden, wie zerbrechlich seine Macht ist, wenn alle Ratten das Schiff verlassen würden.
Kelly rief mich an, als ich noch im Zug war. Sie sagte, sie würde deshalb so früh anrufen, weil sie gleich zu einem großen Abendessen gehen und erst spät in ihr Zimmer zurückkommen würde. (Ich hatte so meine Zweifel, ob sie heute Abend überhaupt in ihrem Zimmer sein würde.) Ich machte ein paar vage Bemerkungen, dass das in Ordnung sei. Sie nahm meinen abgelenkten Ton auf und fragte, ob ich ein Problem hätte.
„Ich hatte gerade ein Treffen mit einem FBI-Agenten zu einem möglichen Fall.“, antwortete ich. „Ich bin im Zug und die Untersuchung ist noch im Gange, also kann ich nicht darüber sprechen.“ Ich hatte nicht gelogen.
„Du klingst, als würde dich der Fall wirklich berühren.“, sagte Kelly, ihr Tonfall war dabei besorgt.
„Ja nun, der Fall wird garantiert hässlich. Er wird wahrscheinlich bundesweite Schlagzeilen machen, wenn die ganze Geschichte veröffentlicht wird.“
„Wirklich?“, fragte Kelly ein wenig fasziniert. „Kannst du mir nicht einen kleinen Hinweis geben?“
Ich konnte nicht anders und gab ihr ein paar Stichworte.
„Krummer Politiker, Bestechungsgelder, Geldwäsche, Sex, eheliche Untreue, Kinder involviert. Dein typischer Sommerroman-Mist.“
„Hmm, ist das jemand, den ich kenne?“ Ich habe eine Grimasse gezogen.
„Ich habe schon zu viel gesagt. Das Büro würde mein Fell gerben, wenn ich noch mehr erzählen würde.“
„Oh, du bist gemein!“ Kelly schmollte. „Mach dir keine Sorgen, Liebling, dein Geheimnis ist bei mir sicher.“
Wir verabschiedeten uns und sie legte auf.
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Als ich das Haus betrat, brach alles über mich herein. Meine Ehe war vorbei. Insgesamt waren wir seit zehn Jahren zusammen. Ich hätte nie erwartet wieder Single zu sein, aber ab jetzt musste ich mich damit befassen. Am Ende saß ich einfach auf der Couch und blickte ins Leere. Ich fühlte mich, als würde ich zusehen, wie mein Leben unterging. Ich blieb viele Stunden auf der Couch, bevor ich ins Bett ging.
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Erst Samstagmittag kam ich aus meinem Anfall von Selbstmitleid heraus. Ich wusste, dass ich es hinter mich lassen musste. Ironischerweise mähte ich wieder den Rasen, als ich ein BMW-Cabrio in meine Einfahrt fahren sah. Ich brachte den Mäher zum Stillstand, während Barbara ausstieg.
Das erste, was ich sah, waren ihre langen, blassen Beine. Sie trug wieder diese Sandalen mit dünnen Bändern, die bis zur Hälfte ihrer Waden gewickelt waren. Sie ließen mich immer an die alten Griechen denken. Im griechischen Stil trug sie ein schneeweißes Toga-ähnliches Kleid, das in der Mitte der Oberschenkel aufhörte. Das Kleid war aus einem leichten, seidigen Material, das ihre Kurven betonte. Ihre festen Brüste wurden von einem Bikinioberteil gehalten, das durch das Kleid sichtbar war. Ihre Arme waren entblößt und zeigten ihre Sommersprossen, mit denen ihre Haut auf ihren Oberarmen und Schultern übersät waren. Das Kleid ging nur über eine Schulter und ließ die andere entblößt. Ihr langes rotes Haar hing in Wellen herunter. Es waren jedoch ihre graugrünen Augen und dieses Lächeln, die meine Aufmerksamkeit erregten, als sie sich mir näherte.
Ich stellte den Motor vom Mäher ab und begrüßte sie.
„Nun, du siehst besser aus, als ich erwartet habe.“, sagte Barbara. „Ich hatte halb erwartet, dich unter vielen Flasche begraben zu sehen.“ Ich schnaubte. Ich hatte mir tatsächlich gestern Abend einige Gedanken über diese Option gemacht.
„Ich musste etwas tun.“, sagte ich. „Außerdem lenkt es mich ab.“
„Hattest du noch kein Treffen mit einem Anwalt?“, fragte sie mich.
Ich zuckte mit den Schultern. „Ich habe das schon am Dienstag gehabt, bevor sie gegangen ist. Die Papiere werden am Montag fertig sein. Ich führe eine Prüfung bei einem Kunden in Austin durch und werde am Dienstag abreisen. Normalerweise dauert die Prüfung drei Tage und dann bearbeite ich alles normalerweise von zu Hause aus, bis ich meinen Bericht fertig habe. In diesem Fall werde ich allerdings die ganzen drei Wochen dort bleiben.“ Ich zuckte mit den Schultern. „Ich weiß, dass das normalerweise der Ausweg der Feiglinge ist, aber ich will nicht hier sein, wenn das ganze Chaos ausbricht.“ Ich konnte Zustimmung auf Barbaras Gesicht sehen. Sie wusste, dass sich das Blitzlichtgewitter auch auf sie als Tochter des Bastards richten würde.
„Nun, ich bin froh, dass du vorausdenkst.“, sagte die Rothaarige. „Und ich habe festgestellt, dass das einer deiner Vorzüge ist.“ Sie lächelte mir zu. „Jetzt kann ich auch planen.“
„Okay, hier ist mein Plan.“, kündigte Barbara an. „Ich werde dir helfen, deine Arbeit zu beenden und dann kommst du zu mir. Wir werden Spaß haben und du kannst mich sogar nach Herzenslust angaffen! Ich habe einen Badeanzug, den du einfach lieben wirst!“ Der letzte Teil wurde mit einer Stimme gesagt, die einen Toten aufgeweckt hätte.
Ich habe versucht, mich zusammenzureißen.
„Barbara, ich bin immer noch verheiratet.“, protestierte ich. „Und ich glaube nicht, dass ich für eine Weile bereit sein werde, eine neue Beziehung einzugehen.“
„Aber du musst etwas Dampf ablassen, bevor du explodierst.“, betonte die sexy Rothaarige. „Ausserdem kennst du doch das alte Sprichwort: 'Was gut für die Gans ist, ist auch gut für den Ganter.'“ Der Blick, den sie mir zuwarf, war verspielt, böse und verschämt zugleich. Ich konnte nicht anders und fing an zu lachen.
-**-
Nachdem ich mit der Gartenarbeit fertig war, räumte ich alles auf und wir gingen zu einem späten Mittagessen in ein schickes Restaurant. Ich war zwar noch nicht wirklich bereit Rachesex zu versuchen, aber es war schön aus dem Haus zu kommen. Und mit jemandem auszugehen, der so nett ist wie Barbara - und der wie Barbara aussah - würde nie ein Problem sein. Als ich am Restaurant anhielt, bemerkte ich ein Fahrzeug, das etwas näher am Restaurant geparkt war und mir bekannt vorkam. Es war Olivias. Ich erkannte ihn an ihren komischen Autoaufklebern auf ihrem Mustang GT. Ich hätte Barbara fast gesagt, dass sie umkehren solle und wir uns ein anderes Lokal suchen sollten.
Aber ich habe es nicht getan.
Stattdessen habe ich etwas gemacht, das für mich völlig untypisch war. Es passierte alles aus einer Laune heraus. Trotz meiner vorsichtigen und sorgfältigen Planung riss etwas in mir, als ich das Auto dieser Verräterin auf dem Parkplatz bemerkte.
Ich legte beiläufig meinen Arm um die schöne Rothaarige und leitete sie ohne Worte ins Restaurant. Ich habe dem Gastgeber ein Trinkgeld gegeben, um uns an einen bestimmten Tisch zu setzen. Er war etwas versteckt, aber bei der Rückkehr von den Toiletten gut zu sehen. Ich platzierte Barbara dem Gang zugewandt und setzte mich neben sie. Sie lächelte, als ich ihre Hand nahm.
„Was hat das ausgelöst?“, fragte sie mich mit einem süßen kleinen Lächeln. „Nicht, dass ich mich beschwere...“
Ich lachte. „Erinnerst du dich, dass ich dir erzählt habe wie ich von meiner betrügenden Frau erfahren habe? Von ihrer Freundin Olivia? Nun, ihr Auto ist direkt vor der Tür geparkt.“
Barbara lacht laut auf. „Also kann ich 'die andere Frau' sein? Oohh, damit kann ich leben.“ Sie beugte sich nach vorne und legte einen unglaublich sanften Kuss auf meine Lippen. Es war kein tiefer leidenschaftlicher Kuss, sondern einer der auf mehr hindeutete und versprach - ein Liebhaberkuss.
Unsere Mahlzeiten waren angekommen und ich hatte ehrlich gesagt viel Spaß. Unsere Probleme traten in den Hintergrund, da ich Barbaras Gesellschaft genoss. Ihr scharfer Sinn für Humor hat mich umgehauen. Ich hatte noch nie jemanden gehört, der Buchhaltung so schmutzig klingen ließ. Ich hatte zwischendurch zufällig hochgeschaut und bemerkt, dass Olivia gerade an uns vorbeigegangen ist. Ich habe Barbara auf sie hingewiesen.
„Oh gut.“, kicherte sie. „Ich habe so darauf gewartet, um genau das zu tun.“ Damit beugte sie sich nach vorne, um mich zu küssen. Gleichzeitig nahm sie meine Hand und legte sie auf ihr Bein. Die Haut ihres Oberschenkels war so unglaublich weich mit festen, geschmeidigen Muskeln darunter. Die Berührung war elektrisch. Ich konnte spüren, wie quasi die Hitze aus ihrem Höschen strahlte. Meine Hand rutschte aus freien Stücken nach vorne, um die Feuchtigkeit dort zu spüren.
Ich war so in meinen Gefühlen verloren, dass ich überrascht war, als Olivia mich anschrie.
„Hogan! Was zum Teufel machst du da?!“, schrie sie mich an. „Wer ist diese Schlampe? Deine Frau betrügen, während sie nicht in der Stadt ist? Ich habe etwas Besseres von dir gedacht!“ Ich war mir sicher, dass das ganze Restaurant sie gehört hat.
Ich gab Barbara frei und drehte mich um, um meine ehemalige Freundin anzuschauen. „Was ist dein Problem, Liv? Es ist nur ein bisschen unbeschwerter Sex, bevor Kelly und ich uns niederlassen und ein Kind bekommen. Und kannst du deine Stimme ein wenig dämpfen? Die Leute wollen in Ruhe essen.“
Olivia starrte mich an, als hätte ich sie mit einem toten Fisch geschlagen. „Was...“, begann sie.
„Och komm schon, Liv. Kelly macht das Gleiche. Ich bin sicher, sie fickt gerade ihren Chef. Das tut sie doch schon seit Monaten. Also dachte ich, dass es nur fair wäre, die Tochter des Chefs zu ficken.“
Ich glaube, Olivia hatte fast einen Herzinfarkt. Ich spürte, wie Barbara anfing zu kichern, also drückte ich ein wenig auf ihr Bein, um sie ruhig zu halten. Natürlich hatte ich irgendwie vergessen, wo meine Hand inzwischen war, sodass ihr Kichern eher zu einem Stöhnen wurde.
„Du weißt von...“, fing Olivia an zu stottern.
„Ich weiß, dass ich der treue, ahnungslose Ehemann sein soll, während meine Frau rumvögelt. Und dass sie von einer Frau unterstützt wird, von der ich dachte, sie sei eine enge Freundin von mir.“ Olivia zuckte vor der Verachtung in meiner Stimme zurück. „Ich weiß, dass Kelly sich noch einmal austoben wollte, bevor sie ein Kind bekommt. Irgendwie wie der Seitensprung vor unserer Hochzeit. Wenn es für sie in Ordnung war, was hast du für ein Problem mit mir?“
Ich hatte keine Informationen darüber, dass Kelly irgendwelche Affären vor Paul hatte, aber wie das Sprichwort sagt: „Einmal ein Betrüger, immer ein Betrüger.“ Ich hatte einen Schuss ins Blaue abgegeben und fragte mich, ob ich Liv genügend aus dem Gleichgewicht gebracht hatte, um es bestätigt zu bekommen.
Sie tat es.
„Das weißt du auch??“, keuchte sie und schnappte nach Luft.
„Nein, aber danke für die Bestätigung.“, antwortete ich. Olivia wurde ganz blass.
„Verschwinde Olivia!“, sagte ich zu ihr. Sie drehte sich um und floh vom Tisch. Ein paar Minuten später hörten wir laute und aufgeregte Stimmen, als Olivia das Restaurant verließ.
„Nun, das hat mal so richtig Spaß gemacht.“, sagte Barbara mit einem kleinen Lachen. „Ich hätte es übrigens gern gesehen, wenn dein Finger länger drinnen geblieben wäre.“ Ihr Lächeln ließ mich erröten.
„Du weißt, dass sie vermutlich gerade mit deiner Frau telefoniert.“, fügte sie hinzu.
„Wahrscheinlich.“, stimmte ich zu. „Ich nehme an, dass in fünf Minuten mein Telefon klingelt. Allerdings braucht sie fünf Stunden, um von Pittsburgh nach Hause zu kommen. Das gibt uns Zeit für den Nachtisch und gibt mir immer noch genügend Zeit, um nach Hause zu gehen und zu packen. Tut mir leid, dass ich dich nicht in diesem Bikini sehen kann.“ Barbara lachte wieder.
„Oh, ich denke, das können wir verschieben.“ Sie streckte die Hand aus, um mich am Hemd zu packen und näher an sich heranzuziehen. „Du weißt, dass mein Semester in anderthalb Wochen endet.“, murmelte sie mir ins Ohr. „Ich wollte schon immer Austin/Texas sehen.“ Ich konnte ihre Worte kaum verstehen, weil ihre Zunge sich in mein Ohr bohrte.
Nachwort
Tja, die Kacke war nun sprichwörtlich am Dampfen.
Zehn Minuten nachdem Olivia das Restaurant verlassen hatte, rief Kelly mich an. Ich habe die Anrufe gleich auf die Voicemail weitergeleitet.Ich habe mir nur so zum Spaß einige ihrer Nachrichten angehört. Sie war wütend, weil ich sie betrogen hätte. Das hat mich fast zum Lachen gebracht. Nachdem sie mir in einer Stunde unzählige Nachrichten und Texte geschickt hat, habe ich ihre Nummer blockiert. Ich wusste, dass sie irgendwann einfach von einem anderen Telefon aus anrufen würde, aber sie war ja noch in Pittsburgh. Daher war es nicht so einfach jemand Fremdes zu bitten, sich dessen Handy auszuleihen. Zu Hause packte ich alle meine persönlichen Gegenstände ein - nicht nur die Sachen für meine Reise nach Austin. Ich hatte ja noch reichlich Zeit. Innerhalb von vier Stunden nach der Begegnung mit Olivia war ich fertig und fuhr wahrscheinlich zum letzten Mal von meinem Haus weg.
Ich buchte mich in einem Hotel in der Nähe des Flughafens von Philly ein. Die meisten meiner Sachen hatte ich in einem Depot gelassen, bis ich eine Wohnung finden würde. Ich habe ein paar Mal mit Barbara telefoniert. Sie versteckte sich bei einer Freundin, als ihr Vater seinerseits wütende Nachrichten auf ihrem Telefon hinterließ. Ich hatte meinen Flug nach Austin um einen Tag verschoben und flog erst am Montagmorgen ab.
Kelly hat es geschafft, mein Telefon ein paar Mal von anderen Nummern aus anzurufen. Jetzt waren es tränenreiche Tiraden darüber, wie ich ihr das antun könnte, warum ich ihre Karriere zerstören würde, bla bla bla. Scheinbar hatte Olivias anfängliches Geschrei im Lokal die Aufmerksamkeit der Leute auf sich gezogen. Jemand hat dann einen ziemlich genauen Kommentar auf seinem Blog gepostet und Barbara und mich als beteiligte Personen identifiziert. Mein Kommentar über Kelly, die Paul ficken würde, führten zu weiteren Nachforschungen und dem Beweis, dass sie am Wochenende zusammen in Pittsburgh waren. Das allein sorgte schon für große Aufregung in seinen politischen Kreisen und ihrer beider Dienststelle.
Ich habe mich um die meisten Schlagzeilen aus Philly für den Rest der Woche nicht gekümmert. Erst am Freitag bekam ich eine E-Mail, in der mir mitgeteilt wurde, was dort vor sich ging. Überraschenderweise war sie von Margret, der leitenden Anwältin im Büro des Staatsanwalts. Sie entschuldigte sich für alles, was passiert war. Sie wusste, dass Paul mit zwei Frauen gleichzeitig ein Verhältnis hatte, wusste aber nichts von Kellys Beziehung zu ihm. Sie begrüßte auch ausdrücklich die Einschaltung des FBI, da es sich bei den Vorwürfen offensichtlich um ein Verbrechen handeln würde.
Laut Margret war es eine ereignisreiche Woche im Büro der Bezirksstaatsanwaltschaft gewesen. Am Montagmorgen war Paul sofort ins Büro gegangen, um Schadenskontrolle zu betreiben und jedes unangemessene Verhalten seinerseits zu leugnen.
„Es ist nur die Rebellion meiner Tochter unter dem Einfluss eines betrügenden Ehemanns.“, war die Geschichte, die er zu verkaufen versuchte. Am Dienstag wurden Kelly die Scheidungspapiere wegen Ehebruchs zugestellt. Der Umschlag enthielt u.a. Bilder, DVDs und ein Brief von mir. Kellys Schreikrampf, als sie meinen Brief las, brachte Margret und zwei andere dazu nach ihr zu schauen. Kelly war vor Schock in ihrem Stuhl zusammengebrochen und Margret entdeckte die Bilder, die auf den Schreibtisch gefallen waren. In meinem Brief schrieb ich ihr, dass ich nie eine Affäre gehabt hätte und dass ich nicht mit jemandem verheiratet sein könnte, dem ich nicht vertrauen würde. Vor allem jetzt wo ich wusste, dass sie vor unserer Ehe auch schon untreu gewesen war. An dem Tag wurde im Büro der Staatsanwaltschaft jedenfalls nicht viel produktive Arbeit geleistet.
Margret hatte am nächsten Tag in Pauls Büro ein Treffen mit ihm, als plötzlich vier Männer in Anzügen hereinkamen. Paul schrie sie an, weil sie eine wichtige Besprechung unterbrechen würden, als einer der Männer Paul mitteilte, dass er festgenommen sei. Sie sei völlig geschockt gewesen, als sie ihm Handschellen angelegt und ihn aus dem Büro geführt hätten. Sie gingen mit ihm direkt aus der Eingangstür des Gerichtsgebäudes und machten eine kleine Show für die Reporter, die von irgendjemandem benachrichtigt worden waren. (Ich schulde Gary dafür noch ein paar Bier.)
Margret schloss ihre E-Mail, indem sie sich dafür entschuldigte, dass sie dieses Verhalten in ihrem Büro zugelassen habe. Sie sagte mir auch ihre Hilfe zu, da ich so etwas nicht verdient hätte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass einige ihrer E-Mails nur formelle Schadensbegrenzung waren. Aber ich denke auch, dass sie eine durch und durch moralische Person war.
Jetzt waren meine Pläne für eine ruhige Scheidung wegen meines eigenen dummen, impulsiven Stunts mit Olivia in diesem Restaurant über den Haufen geworfen. Die Nachrichtensender berichteten schnell von Pauls Verhaftung und den Anklagen gegen ihn. Das hatte alles, was einen Sommerroman ausmacht: Sex, Verrat und Rache. Die Medien liebten die Geschichte und sie wurde schnell von den Online-Nachrichtendiensten aufgegriffen. Ich konnte den Kontakt zu den Medien vermeiden, da ich nicht in der Stadt war und sie es nicht schafften mich aufzuspüren. Ich hatte nämlich ein zweites Hotelzimmer an einem anderem Ort gebucht, der zehn Meilen von meiner eigentlichen Reiseroute entfernt war. Ich hatte dort eingecheckt, also suchten die Reporter an der falschen Stelle. Ich habe im Fernsehen gesehen, dass sie sogar vor meinem Haus kampiert haben. Kelly blieb im Haus und sie bekamen nur Aufnahmen von meinen Schwiegereltern, die ein- und ausgingen.
Barbara hatte es am schlimmsten. Sie wurde als „die Tochter, die ihren eigenen Vater verriet“ bezeichnet. Sie musste immer noch zum Unterricht gehen und ihre Prüfungen ablegen, sodass es für die Medien in den ersten Tagen ziemlich einfach war sie zu finden. Dann warf die Schule die Reporter vom Campus, da sie die Schüler erheblich störten.
Auch die beiden Frauen, mit denen Paul uneheliche Kinder hatte, bekamen ihre 15 Minuten Ruhm.
Nach ihrer letzten Abschlussprüfung verließ Barbara den Campus und machte sich auf den Weg zum Flughafen. Die Medien waren zwar enttäuscht aber nicht allzu überrascht, als sie bei der Abschlussfeier nicht auftauchte.
Nach einer Weile rutschte die Geschichte in den Medien immer weiter nach hinten. Sie flammte wieder auf als Pauls Prozess begann. Er bekannte sich schuldig, was ihm 20 Jahre Gefängnis einbrachte. Zum Glück bedeutete sein Schuldbekenntnis, dass Barbara und ich nie eine Aussage vor Gericht machen mussten. Danach hatte niemand mehr Interesse an der Geschichte.
Seltsamerweise ging meine Scheidung schnell durch die Instanzen und mit einem Minimum an Aufhebens durch. Kelly unterzeichnete die Papiere vier Tage nach Erhalt. Ich habe einen Brief von ihr bekommen, in dem sie sich entschuldigte was sie mir/uns angetan hatte. Sie hatte geschworen, dass sie mir nie verzeihen würde, dass ich sie betrogen habe. Als sie herausfand, dass sie tatsächlich die einzige Betrügerin war, nahm sie mein Angebot einer 50/50-Aufteilung an und fragte nur, ob ich mich irgendwann mit ihr treffen würde, damit sie sich persönlich entschuldigen könnte. Sie schloss mit den Worten, dass sie mich immer lieben und mir alles Gute wünschen würde. Später hörte ich von ihrer Mutter, dass sie ihren Job gekündigt und zu einer Tante in den Mittleren Westen gezogen war.
Paul zu überführen hat Wunder für meine Karriere bewirkt. Das FBI gab mir auf der Pressekonferenz die volle Anerkennung für die Analyse von Pauls Aufzeichnungen. Da ich mich immer noch versteckte, war ich noch gründlicher bei der Arbeit in Austin und fand nicht nur den Betrüger sondern auch noch einen Mittäter, von dem sie bei Auftragsvergabe noch keine Ahnung hatten. Meine Firma beförderte mich und beauftragte mich mit der Leitung eines Teams, das sich ausschließlich auf Wirtschaftskriminalität konzentrierte. Und ja, irgendein Witzbold hat dem Team den Spitznamen „Hogan's Heroes“ gegeben.
Aber das Beste war, dass sie mir einen Assistenten zugewiesen haben. Ein frischgebackener Hochschulabsolvent, der Erfahrungen in der forensischen Buchhaltung sammeln möchte. Ich habe es noch nie so genossen, so lange zu arbeiten.
Und dieser Bikini sah auf dem Boden meines Hotelzimmers noch besser aus.
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