Der Voyeur im Spiegel (fm:Ehebruch, 8849 Wörter) [4/4] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Mr.big | ||
| Veröffentlicht: Mar 30 2026 | Gesehen / Gelesen: 889 / 783 [88%] | Bewertung Teil: 9.43 (14 Stimmen) |
| Marcel und Mustafa beobachten Mohammed, der ein verstecktes Päckchen hervorzaubert. Ein harmloses Geschenk für Marcel entpuppt sich als Pornosammlung – mit einem verstörenden, gemeinsamen Thema. | ||
![]() My Dirty Hobby: das soziale Netzwerk für Erwachsene |
| [ 10% ] [ 20% ] [ 30% ] [ 40% ] [ 50% ] [ 60% ] [ 70% ] [ 80% ] [ 90% ] [ 100% ] |
Klicken Sie hier für die ersten 75 Zeilen der Geschichte
Draußen, betritt Marcel gerade den Hof. Seine Arbeitskleidung – verschlissene Jeans, einT-Shirt mit Ölflecken, die alte Lederjacke übergezogen – erzählt von einem langen Tag in der Werkstatt. Die Narbe an seiner linken Hand, Zeugnis eines Arbeitsunfalls, zieht sich weißlich über das Handgelenk, als er die Tür des Kiosks aufstößt.
Doch er bleibt abrupt stehen. Sein Blick fällt auf Tyra – auf das Kleid, das ihre Kurven wie eine zweite Haut umschmeichelt, auf die Art, wie sie neben Mustafa steht, das Sektglas in der Hand, das Gesicht zum Lachen geöffnet. Etwas in ihm zieht sich zusammen, ein Komplex aus Begehren und Besitzdenken, aus Stolz und der dumpfen Ahnung, dass andere Männer sehen, was ihm gehört.
»Wow«, denkt er bei sich, während seine Augen über die Konturen ihres Kleids gleiten, die Spur des Stoffs über ihre Hüften, den tiefen Ausschnitt, der mehr andeutet als zeigt. »Ist das Kleid geil.« Der Gedanke ist unwillkürlich, fast schuldhaft in seiner Unmittelbarkeit. Dann, wie von selbst: »Ob meine Frau einen String an hat?«
Die Frage nagt an ihm, während er näher tritt. Er weiß, dass Tyra provoziert, dass sie sich bewusst so kleidet, dass Männer ihre Blicke nicht von ihr wenden können. Und doch – in diesem Moment, in diesem Licht, mit dem Sektglas in ihrer Hand und dem Lächeln auf ihren Lippen – scheint alles andere unwichtig.
»Hi, mein Schatz«, sagt er, und seine Stimme klingt rau, noch von der Arbeit in der Werkstatt geprägt. Er beugt sich vor, küsst sie – nicht zärtlich, sondern fordend, einen kurzen, heftigen Kuss, der seine Anwesenheit markiert.
»Hi, Schatz«, antwortet Tyra, und etwas in ihrem Tonfall verändert sich, wird weicher, fast heimisch. »Wie war dein erster Arbeitstag?«
Marcel zuckt mit den Schultern, eine Geste, die gleichzeitig abtun und prahlen will. »Sehr gut«, sagt er. »Patrick ist wirklich ein netter Chef, und die Kfz-Werkstatt ist wirklich gut ausgestattet.« Er nennt seinen neuen Arbeitgeber beim Vornamen, als würde die Vertrautheit seine eigene Position stärken. »Das freut mich«, sagt Tyra, und ihre Augen suchen seine, finden darin etwas, das sie beruhigt.
Lena stößt in dieser Zeit mit Tyra an, die Gläser klingen metallisch. »Auf deinen neuen Job«, sagt sie, und beide Frauen nehmen einen Schluck, die Flüssigkeit sprudelt auf der Zunge, kalt und feierlich zugleich.
Mustafa, der das Geschehen beobachtet hat, wendet sich an Marcel. »Willst du ein Bier?«, fragt er, und seine Stimme trägt diesen unverwechselbaren Straßenton – freundschaftlich und herausfordernd zugleich.
Marcel nickt, und für einen Moment ist da etwas wie Anerkennung zwischen den beiden Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. »Ähm, ja, gerne«, sagt Marcel.
Mohammed reicht ihm eine Flasche, kühl aus dem Kühlschrank, Kondenswasser perlt auf dem Glas. Marcel nimmt sie, dreht sie in den Händen, die Narbe weißlich im Neonlicht.
Lena hat ihren Sekt inzwischen geleert. Das Glas klingt hohl, als sie es auf die Theke stellt. »So, ich muss los«, sagt sie, und ihre Stimme trägt einen neuen Ton, fast geschäftsmäßig. »Mein Verlobter wartet.« Das Wort »Verlobter« betont sie leicht, als würde sie damit eine Grenze ziehen, die der Tag verwischt hat.
Sie drückt Tyra zum Abschied, eine Umarmung, die ihre vollbusigen Figuren für einen Moment zusammendrückt. »Morgen früh halb neun bei der Haustür«, sagt sie leise, nur für Tyras Ohren bestimmt.
»Ja, okay«, sagt Tyra, und ihre Stimme klingt nachdenklich, als würde sie die Implikationen der Verabredung erst jetzt begreifen. »Einen schönen Abend noch.«
»Danke«, sagt Lena, und dann ist sie verschwunden, ihre Schritte klappern über den Beton, die Tür zum Wohnblock fällt hinter ihr zu.
Tyra trinkt ihren Sekt aus, die letzten Schlucke schneller als beabsichtigt. Die Bläschen kitzeln in der Nase, lassen sie leicht schmunzeln. »Ich geh schon mal hoch, Essen kochen«, sagt sie zu Marcel, und ihre Stimme ist wieder die einer Ehefrau, der Alltag kriecht zurück in ihre Worte.
Sie gibt ihm einen Kuss, diesmal zärtlicher, einen Abschied, der gleichzeitig Versprechen ist. »Ich komm auch gleich«, sagt Marcel, und seine Augen folgen ihr, als sie sich abwendet.
Mustafa tritt näher, seine Stimme sinkt zu einem Tonfall, der fast intim wirkt. »Trinken wir morgen früh einen Kaffee zusammen?«, fragt er Tyra.
»Oh Mann, dieser Arsch« – doch ihre Antwort kommt, bevor sie sie kontrollieren kann: »Ja, gerne.« Die Worte hängen in der Luft, schwerer als beabsichtigt.
»Ich freue mich«, sagt Mustafa, und sein Lächeln erreicht seine Augen nicht ganz, bleibt berechnend, kontrolliert. »Dann bis morgen früh.«
»Ja, bis morgen früh«, wiederholt Tyra, und schon dreht sie sich zum Gehen.
Doch Mohammeds Stimme hält sie auf. »Moment«, sagt er, und seine Hand verschwindet unter der Theke. »Ich hab noch ein Begrüßungsgeschenk für dich.«
Er zieht es hervor – ein kleines Paket, diskret verpackt, das Format unverkennbar für jeden, der Mohammeds Kiosk kennt. »Hier, bitteschön«, sagt er, reicht es ihr über den Tresen. »Willkommen im Wohnhaus Sonnenblick.«
Tyra nimmt es entgegen, die Hände umschließen das Päckchen. »Danke«, sagt sie, ihre Neugierde ist geweckt. »Was ist da drin?«
Mohammeds Grinsen wird noch breiter, fast verschwörerisch. »Lass dich überraschen«, sagt er. »Nur eine kleine Auswahl aus meinem Kiosk. Dinge, mit denen schöne Nachbarinnen Spaß haben.«
Die Formulierung lässt sie erröten, ein Hitzegefühl, das von den Wangen in den Hals kriecht. »Danke, das ist wirklich nett«, sagt sie, und ihre Umarmung zum Abschied ist unvermittelt, fast dankbar – die Arme um seine breiten Schultern, den Geruch von seinem Polohemd einatmend, gemischt aus Kolonie und Tabak.
Dann verlässt sie den Kiosk, das Päckchen unter dem Arm, geht über den Innenhof zum Wohnhaus. Die Stufen im Treppenhaus sind ihr inzwischen vertraut – dritte Etage, keine Aufzug, die abblätternde Farbe an den Wänden, die geritzten Initialen von Generationen vorheriger Mieter.
Ihre Wohnung empfängt sie noch mit Leere. Sie legt das Geschenk Mohammeds auf die Küchenzeile, beginnt mit dem Kochen – die Pfanne auf dem Herd, Öl zischend, Zwiebeln auf dem Brett.
Mohammed bückt sich nach bückt. Seine Hände verschwinden unter der Holzplatte, wo er offenbar etwas Verborgenes aufbewahrt. Marcel nippt an seinem Bier und beobachtet den älteren Mann mit einer Mischung aus Neugier und leichter Anspannung. Mustafa lehnt lässig an der Gegenwand, die Arme vor der Brust verschränkt, ein spöttisches Lächeln spielt um seine Lippen.
„Ich hab auch ein kleines Geschenk für dich", sagt Mohammed und richtet sich wieder auf. In seinen Händen hält er ein Bündel Zeitschriften, deren Cover ganz klar verraten das es sich um Porno Zeitschriften handelt. Er legt sie demonstrativ auf den Tresen und schiebt sie zu Marcel hinüber. „Hier. Ich hab die Zeitschriften besorgt, nach denen du mich gestern gefragt hast."
Marcel spürt, wie ihm die Hitze in die Wangen steigt. Seine Finger zucken kurz, ehe er die Zeitschriften greift und hastig an sich zieht. „Ähm, danke", murmelt er, den Blick gesenkt.
„Zeig mal her", sagt Mustafa und löst sich von der Wand. In zwei schnellen Schritten ist er bei Marcel, entreißt ihm das Bündel fast ungestüm. Marcel protestiert nicht, seine Stimme scheint ihm im Hals stecken zu bleiben. Mustafa blättert durch die erste Zeitschrift, dann die zweite, sein Grinsen wird breiter bei jedem umgeschlagenen Blatt.
Marcel beobachtet ihn, wie sich die Muskeln unter Mustafas engem T-Shirt bewegen, wie seine Finger, groß und rau, über das glänzende Papier streifen. Der Junge scheint das Durchblättern zu genießen.Seine blauen Augen funkeln im Neonlicht, dunkel und durchdringend, während er bei bestimmten Seiten inne hält, die Lippen leicht geöffnet, ein Zungenansatz, der Marcel an eine Raubkatze erinnert, die ihren Beutegeruch einatmet.
„Marcel, Marcel", sagt Mustafa schließlich und legt die Zeitschriften zurück auf den Tresen. Er tritt einen Schritt zurück, mustert den älteren Mann mit einem Blick, der zwischen Belustigung und etwas anderem, Unbestimmtem schwankt. „Du hast ganz schön versaute Fantasien."
Marcel spürt, wie sich die Spannung in seinem Nacken festsetzt, eine alte Verletzung aus der Werkstatt, die immer dann meldet sich, wenn er sich unwohl fühlt. Er greift nach seinem Bier, trinkt einen großen Schluck, um Zeit zu schaffen, den Geschmack von billigem Gerstenmalz und der süßlichen Nachgeschmack billiger Braukunst. Das Glas ist kalt in seiner Hand, feucht von Kondensation, und er dreht es zwischen seinen Fingern, beobachtet, wie das Licht durch das bernsteinfarbene Flüssigkeit bricht. „Ähm, warum?" fragt er schließlich, wobei seine Stimme bewusst lässig klingen soll, aber ein leichtes Zittern durchschimmert.
„Naja", sagt Mustafa und tippt mit dem Zeigefinger auf die oberste Zeitschrift. Marcel bemerkt die Narbe an Mustafas linker Wange, eine weiße Linie, die sich durch seine Stoppeln zieht, Zeugnis einer Geschichte, die er nie erzählt hat. „In jeder Zeitschrift geht es darum, wie Ehefrauen ihre ahnungslosen Männer betrügen. Jede einzelne." Er hebt die Hände, als wolle er eine unsichtbare Statue formen. „Das ist ist schon ganz schön geil Marcel."
Marcel spürt, wie sich sein Magen zusammenzieht, eine physische Reaktion auf die Entblößung seiner intimsten Gedanken. Seine Finger krallen sich um das Bierglas, die Narbe an seiner linken Hand, jene bleiche Linie vom Arbeitsunfall, pulsiert leicht, als würde sie sich an den Schmerz erinnern. „Ich war nur neugierig", sagt er.
„Ach, das muss dir doch nicht peinlich sein", mischt sich Mohammed ein. Der Kioskbesitzer lehnt sich über den Tresen, seine blauen Augen funkeln im Neonlicht. „Jeder Mann hat doch mal solche Fantasien."
„Ob sich jeder Mann wünscht, dass seine Frau fremdfickt?" wirft Mustafa ein. Seine Stimme trägt einen herausfordernden Unterton, als wolle er Marcel in eine Ecke treiben, wie ein Terrier einen Fuchs in seine Höhle. Seine Hände sind wieder in den Taschen seiner Jeans, aber seine Ellenbogen stehen ab, die Schultern nach vorne gerollt, eine Körpersprache von Dominanz, die Marcel instinktiv erkennt. „Das ist doch keine normale Fantasie, oder?"
„Doch", sagt Mohammed und nickt langsam, bedächtig, wie ein Arzt, der eine Diagnose bestätigt, die der Patient schon lange ahnt. „Jeder denkt doch mal darüber nach. Oder, Marcel?" Er hebt eine Augenbraue.
Marcel spürt, wie sich sein Herzschlag beschleunigt, ein Trommelwirbel gegen seine Rippen. Die Wärme in seinem Gesicht breitet sich aus, ein unangenehmes Brennen, das er nicht kontrollieren kann, das sich über seine Ohren zieht, seinen Hals hinunter, unter sein T-Shirt. Er stellt das Bierglas ab, die Bewegung bewusst langsam, um seine zitternden Hände zu verbergen, das leichte Klappern des Glases auf dem Holz, das zu laut klingt in der plötzlichen Stille des Ladens. „Naja", sagt er schließlich, und das Wort klingt wie ein Seufzer, der zu lange unterdrückt wurde, wie Luft, die aus einem unter Wasser gehaltenen Ballon entweicht. „Man stellt es sich schon mal vor."
Die Stille, die folgt, ist schwer, prall gefüllt mit Bedeutung. Mohammed richtet sich auf, seine Bewegungen die eines Mannes, der noch immer die Kraft seiner Jugend besitzt, getragen von dem Wissen der Jahre. Er kommt um den Tresen herum, seine Jeans quietschen leise, und stellt sich neben Mustafa, die beiden Türken bildend eine Wand aus Testosteron und Selbstsicherheit, die Marcel in den Schatten zu drücken scheint.
„Ach, Marcel, ist doch nicht schlimm", sagt Mohammed. Seine Stimme wird weicher, fast väterlich, doch darunter liegt ein Stahlharter Kern von jemandem, der weiß, wie man Menschen lenkt, wie man sie dort hinführt, wo er sie haben will. „Das regt die Fantasie an. Das ist doch normal. Und hält die Ehe frisch" Er legt eine Hand auf Mustafas Schulter, eine Geste, die Familie suggeriert, oder Vertrauen, oder eine Allianz, die Marcel nicht ganz deuten kann. „Mustafa hier, der hat auch Fantasien, oder nicht?"
Mustafa lacht, ein kurzes, explosives Geräusch. „Ich hab keine Fantasien, Mohammed. Ich hab Pläne." Er tritt näher, seine Schritte laut auf dem Linoleumboden, der von Jahrzehnten des Betretens geschrumpft ist, der Muster von Tausenden Schritten ausgelöscht hat. Er steht jetzt direkt neben Marcel, und seine Präsenz ist wie eine Wand aus Wärme und Bedrohung, von Deo und dem eigenen Geruch eines jungen Mannes, der an seinem Körper arbeitet, der ihn trainiert, der ihn einsetzt. „Aber du, Marcel – du hast Fantasien. Und Fantasien will man manchmal Wirklichkeit werden lassen, oder?"
„Soll ich mal probieren, ob deine Fantasie bei Tyra Wirklichkeit wird?" flüstert Mustafa. Seine Stimme ist leise, fast ein Atemhauch, doch jedes Wort trifft Marcel wie ein Schlag, wie ein elektrischer Impuls, der seinen gesamten Körper durchfährt. „Soll ich mal sehen, ob sie auch eine von denen ist, die gerne fremdficken? Ob sie in ihr drinsteckt, die Schlampe, die du dir vorstellst, wenn du fie Magazine liest und wichst?"
Marcel spürt, wie ihm die Luft wegbleibt, ein physisches Gefühl, als würde eine Hand seine Luftröhre zusammendrücken. Seine Lippen bewegen sich, formen Worte, die er nicht ganz artikulieren kann. „Ja", sagt er schließlich, und das Wort entweicht wie ein Seufzer, bevor er sich fangen kann, bevor sein Verstand die Kontrolle über seinen Mund zurückgewinnen kann. „Ähm, ich meine nein." Er schüttelt den Kopf, heftig, als wolle er den Moment auslöschen, als könne er die Worte durch die Bewegung zurück in seinen Mund befördern. „Außerdem ist Tyra nicht so eine. Die ist treu."
Mohammed lacht. „also, ich glaube ja, jede Frau würde fremdficken, wenn man es darauf anlegt. In jeder steckt eine Schlampe. Das ist Biologie, Marcel. Das ist Evolution. Die Frau sucht sich den besten Samen, den stärksten Mann. Und wenn der eigene nicht mehr taugt..." Er zuckt mit den Schultern, eine Geste, die Welten von Bedeutung transportiert, die die Geschichte der Menschheit in einer einzigen Bewegung zusammenfasst.
„Das glaub ich auch", sagt Mustafa und nickt langsam, seine blauen Augen fixiert auf Marcel. „Aber Tyra nicht. Die ist nicht so einfach zu haben", sagt Marcel, und seine Stimme klingt verzweifelt, als wolle er die Worte selbst überzeugen, als wäre jede Silber eine Mauer, die er zwischen sich und die Wahrheit errichtet.
„Wollen wir wetten, dass ich sie ficken könnte, wenn ich wollte?" sagt Mustafa. Seine Stimme ist ruhig, fast lässig, doch darunter liegt ein Stahlharter Kern von Selbstbewusstsein, der Marcel erkennt – hat er nicht selbst so geklungen, vor Jahren, als er noch glaubte, die Welt zu bezwingen, bevor die Werkstatt ihn müde machte, bevor die Rechnungen ihn klein hielten, bevor das Leben ihm beibrachte, dass er nichts Besonderes ist?
Marcel ist hin und her gerissen. Er spürt, wie etwas in ihm zerreißt, ein seltsames Gemisch aus Angst und etwas anderem, Dunklerem, das er nicht benennen will, das er nicht in Worte fassen kann, weil die Worte zu präzise wären, zu endgültig. Es ist das Gefühl, das ihn manchmal in den frühen Morgenstunden überfällt, wenn Tyra neben ihm schläft und er wach liegt, das Gefühl von Leere und Sehnsucht und einem Verlangen, das nichts mit ihr zu tun hat, alles mit ihm selbst. „Ne, lass mal", sagt er schließlich, und seine Stimme zittert, ein feines Vibrato, das er nicht unterdrücken kann. „Erstens verwettet man seine Frau nicht, und zweitens bist du gar nicht ihr Typ, und drittens viel zu jung für sie."
Mustafa lächelt, ein langsames, bedächtiges Lächeln, das seine Zähne blitzen lässt, weiß und regelmäßig, das Werk eines guten Zahnarztes oder der guten Gene. Er tritt zurück, seine Hände aus den Taschen ziehend, und streicht sich über die Haare, kurz und schwarz, perfekt geschnitten, den Nacken frisch rasiert. „Ne, glaub mir, deine Tyra würde auch mit mir ficken."
„Ne, Mustafa, da muss ich dich leider enttäuschen, nie im Leben würde sie mit dir ficken", sagt Marcel, und seine Stimme wird fester, fast trotzig.
„Glaube ich nicht", sagt Mustafa.„Aber was würdest du machen, wenn ich sie rumkriegen würde?" Die Frage hängt in der Luft wie Rauch.
Marcel öffnet den Mund, schließt ihn wieder. Seine Zunge fühlt sich zu groß an, seine Worte zu klein, zu unbedeutend, um das Gewicht der Frage zu tragen. Er denkt an Tyra, an ihre Hände, die morgens Kaffee für ihn machen, an ihre Stimme, die ihm gute Nacht wünscht, an ihren Körper, der ihm gehört. Er denkt an die Frauen in den Zeitschriften, an ihre Gesichter, die zwischen Schuld und Lust hin- und hergerissen waren, an ihre Männer, die irgendwo abgebildet waren oder auch nicht, die wussten oder nicht wussten, die zuschauten oder zurückkamen zu einer Frau, die anders roch, anders klang, anders berührte.
„Das weiß ich auch noch nicht so wirklich", gibt er schließlich zu, und die Ehrlichkeit der Aussage erschüttert ihn mehr als alle Lügen, die er je gesprochen hat. „Aber das würd eh nicht passieren."
„Na gut", sagt Mustafa. Er zuckt mit den Schultern, als wäre die Sache damit erledigt. „Du kannst es dir ja noch überlegen. Ich würde es für dich probieren." Er betont das „für dich", macht daraus ein Geschenk, ein Angebot, eine Dienstleistung, die Marcel nicht abgelehnt haben sollte.
„Das kann ich mir vorstellen, dass du das gerne machen würdest", sagt Marcel, und ein bitterer Unterton schleicht sich in seine Stimme, die Erkenntnis, dass er hier nur eine Figur in einem Spiel ist, das andere längst begonnen haben. „Aber nein, danke."
Marcel stellt sein Bierglas ab, das letzte Schluck Bier darin schwappt leicht, eine kleine Welle, die an den Rand schlägt und zurückprallt. Er greift nach den Pornozeitschriften, die Mustafa zurück auf den Tresen gelegt hat, und steckt sie hastig in seine Arbeitstasche. Das Leder der Tasche knarzt leise, als er den Reißverschluss zuzieht.
„Ich geh dann mal", sagt Marcel und nickt Mohammed zu, dann Mustafa, seine Bewegungen hastig, fast flüchtig, die eines Mannes, der den Tatort verlässt, bevor die Polizei kommt. Er spürt ihre Blicke auf seinem Rücken, zweifelt nicht daran, dass sie ihn mustern, ihre Gedanken erraten, seine Schwäche katalogisieren.
„Bis dann, Marcel", sagt Mohammed, seine Stimme trägt einen kaum merklichen spöttischen Unterton, wie Zucker, der auf zu viel Kaffee geschüttet wird. „Viel Spaß mit der Lektüren. Und denk dran: Fantasien sind gut, sie aus zu leben manchmal besser."
Mustafa winkt lässig, sagt nichts, aber sein Blick folgt Marcel bis zur Tür, schwer und bedeutungsvoll, wie das Gewicht einer Hand auf einer Schulter, die man nicht spürt, aber spüren will.
Marcel stößt die Tür des Kiosks auf, und die kühle Abendluft schlägt ihm entgegen. Er atmet tief ein, als wolle er den Geruch von Kaffee und Zigarettenrauch aus seinen Lungen spülen, als könne er die Worte, die er gesprochen hat, mit dem Ausatmen entlassen.
Er geht schnell, seine Schritte hallen auf dem Gehweg, ein Rhythmus, der seine Gedanken übertönen soll. Die Arbeitstasche mit den Zeitschriften schlägt gegen seine Hüfte, ein stetes, rhythmisches Pochen, das ihn an das erinnert, was er gerade erlebt hat. Was er zugelassen hat. Was er vielleicht sogar gewollt hat.
Er betritt das Treppenhaus, dessen Geruch aus abgestandenem Putz, altem Holz und dem vagen Hauch von fremden Mahlzeiten besteht, das universale Aroma der deutschenMietshauskultur.
Die Treppe knarrt unter seinen Füßen, jede Stufe ein kleines Protestgeräusch gegen sein Gewicht, gegen seine Existenz, gegen seine Rückkehr zu dem Leben, das er zu führen vorgibt. Er erreicht die vierte Etage, atmet schwer, die Tasche mit den Zeitschriften plötzlich schwerer als zuvor, als hätten sie angefangen, zu wachsen, sich zu vermehren, eine Last, die er nicht mehr tragen kann. Vor der Wohnungstür bleibt er stehen, seine Hand auf dem kalten Metall des Türknaufs, der seine Wärme stiehlt, der ihm Eintritt verweigert, bis er ihn zwingt.
Er schließt die Augen, atmet tief ein, versucht, das Bild von Mustafas selbstbewusstem Grinsen zu vertreiben, das Bild von Mohammeds wissendem Nicken, das Bild von Tyra, wie sie ihn betrügen könnte.
Die Tür öffnet sich, und der Geruch ihrer Wohnung schlägt ihmentgeben – ein Gemisch aus Tyra's Parfüm, diesem teuren, fruchtigen Duft, der sie umgibt wie eine Aura, dem Holzgeruch der alten Möbel.
„Tyra?" ruft Marcel.
„In der Küche", antwortet sie, und ihre Stimme trägt diesen leicht singenden Ton.
Marcel geht durch den Flur, seine Schritte gedämpft vom Teppich, der ihre Schritte schlürfen lässt.
Tyra steht am Herd, den Rücken ihm zugewandt, ihre Silhouette gegen das Fenster über dem Spülbecken, durch das der Abendhimmel in Blau und Orange schimmert.
„Da bist du ja", sagt sie und lächelt, dieses Lächeln, das ihn vor Jahren erobert hat, das er in der Tasche seiner besten Jacke aufbewahrt hat, das er in schwachen Momenten hervorholt. „Ich hab gerade Nudeln gemacht. Einfach, aber schnell." Sie deutet auf den Topf, aus dem Dampf aufsteigt, der Geruch von Tomatensauce mischt sich mit dem von gekochten Nudeln, dem universellen Aroma von Zuhause, von Normalität, von dem Leben, das sie führen.
„Setz dich", sagt Tyra und deutet auf den kleinen Küchentisch. Ihre Stimme klingt warm, fast ein wenig beschwichtigend, als wolle sie den Schatten vertreiben, der Marcel seit seiner Rückkehr vom Kiosk begleitet. Marcel nickt schweigend und lässt sich auf die hölzerne Sitzbank gleiten, die unter seinem Gewicht leise knarrt. Seine Gedanken kreisen noch immer um die Begegnung mit Mustafa und Mohammed, um die schweren Blicke und die Worte, die wie Blei in seinem Magen liegen.
Tyra dreht sich zur Herdplatte um, wo der Topf mit der Tomatensauce noch sanft vor sich hin blubbert. Marcel beobachtet sie, wie sie sich bewegt, die Kurven ihres Körpers unter dem engen Sommerkleid, das sie trägt. Die Erinnerung anMustafas Worte hallt in ihm nach: „Ich könnte sie verführen. Ich könnte deine Fantasie Wirklichkeit werden lassen."
Er schüttelt unmerklich den Kopf, als wolle er die Gedanken verscheuchen.
Tyra stellt zwei Teller auf den Tisch – tiefere Pastaschalen, die sie beim Trödeln ergattert haben, als sie gerade in die Wohnung gezogen sind. Die Nudeln sind al dente, die Sauce glänzt in einem satten Rot. „Guten Appetit, mein Schatz", sagt Marcel, und seine Stimme klingt fast normal, fast wie immer.
„Danke, dir auch, Baby", erwidert Tyra und lässt sich ihm gegenüber nieder. Ihre blauen Augen treffen seine.
Sie essen schweigend, zuerst. Das Klappern der Gabeln gegen Keramik, das rhythmische Schieben der Nudeln, das gelegentliche Blubbern der Sauce im Topf. Marcel nimmt den ersten Bissen und spürt, wie der Geschmack ihm durch den Körper fährt – säuerlich, kräftig, mit einer Note von Süße, die den Tag von sich abwaschen lässt. „Mmh, das ist lecker", murmelt er, und es ist aufrichtig, unabhängig von allem anderen, was in ihm vorgeht.
Tyra lächelt, ein echtes Lächeln, das ihre vollen Lippen zum Leben erweckt. „Danke", sagt sie, und in ihrer Stimme liegt Stolz, die Zufriedenheit, etwas Gutes geschaffen zu haben.
Marcel isst weiter, und mit jedem Bissen entspannt sich sein Nacken ein wenig mehr. Die Anspannung, die ihn seit dem Kiosk wie eine zweite Haut umgeben hat, beginnt sich zu lockern. Er denkt nicht mehr an die Zeitschriften in seiner Arbeitstasche, die er hastig im Flur abgestellt hat. Nicht an Mustafas spöttisches Grinsen.
Als sein Teller fast leer ist, spürt er, dass er noch Hunger hat. Der Tag war lang, stressig, und das Essen tut ihm gut. „Haben wir noch was?" fragt er und deutet auf seinen Teller.
„Ja, klar, Schatz", antwortet Tyra sofort. Sie steht auf, nimmt seinen Teller, und Marcel beobachtet, wie sie sich bewegt – die geschmeidige Art, wie sie den Topf erreicht, die Kurve ihres Rückens, als sie sich über die Herdplatte beugt.
Sie stellt den gefüllten Teller vor ihm ab, und der Dampf steigt auf, vernebelt kurz ihre Gesichtszüge. „Danke, Schatz", sagt er, und diesmal liegt mehr in seiner Stimme – Dankbarkeit für diese Normalität, für diese kleine Insel des Alltags in dem Chaos, das sein Inneres durchzieht.
Sie essen gemeinsam zu Ende, und das Schweigen zwischen ihnen ist nicht mehr angespannt, sondern träger, satt. „Das war köstlich", sagt Marcel, als er den letzten Bissen verschluckt hat. Er lehnt sich zurück, spürt die Wärme des Essens in seinem Magen.
„Ja, einfach, aber gut", erwidert Tyra. Sie hat ihre Gabel abgelegt, ihre Hände liegen neben dem Teller, und Marcel sieht die kleinen Narben an ihren Fingern, die von der Gartenarbeit auf dem Balkon stammen. Er liebt diese Details an ihr, diese Beweise dafür, dass sie real ist, dass sie sein ist.
„Und wie war es am See?" fragt er, weil es das Natürlichste ist, was er fragen kann. Weil er wissen will, ob sie ihm erzählen wird, was wirklich passiert ist.
„Sehr schön", sagt Tyra, und ihre Stimme klingt nachdenklich, fast entrückt. „Richtig entspannend. Das Wasser war warm, und die Sonne..." Sie unterbricht sich, und Marcel sieht, wie etwas in ihren Augen aufblitzt – eine Erinnerung, die sie nicht teilen will. Oder nicht teilen kann.
„Das freut mich", sagt er, und es ist wahr. Er will, dass sie glücklich ist. Auch wenn er nicht weiß, was Glück für sie bedeutet, wenn er nicht dabei ist.
„Und wie war es mit Mustafa?" Die Frage kommt schneller, als er beabsichtigt hat, und er spürt, wie seine Kehle sich zuschnürt. Er will nicht eifersüchtig klingen. Will nicht der Mann sein, der sie kontrolliert.
Tyra zögert, nur einen Herzschlag lang, aber Marcel bemerkt es. „Besser, als ich gedacht habe", sagt sie schließlich, und ihre Stimme ist leicht, fast gleichgültig. „Eigentlich ist er ja doch ganz okay. Und Lena ist auch wirklich toll." Sie lächelt, und diesmal wirkt es gezwungen, eine Maske, die sie aufsetzt. „Stell dir vor, die arbeitet auch im Reisebüro."
„Oh, das ist ja ein Zufall", sagt Marcel, und er hört sich selbst sprechen, als wäre er weit weg. „Das ist doch schön."
„Ja", sagt Tyra. Ihre Augen wandern zum Fenster, zum Balkon, wo die Zigarettenpackung liegt. „Ich glaube, mit der werde ich noch viel Spaß haben."
„Das wäre doch schön", sagt Marcel."„Was hat Mohammed dir eigentlich geschenkt?" Die Frage kommt ihm wie ein Rettungsanker vor, etwas, woran er sich festhalten kann.
Tyra deutet auf die Küchenzeile, wo ein kleines, unscheinbares Päckchen liegt. „Keine Ahnung, hab es noch nicht ausgepackt. Da liegt es noch."
Marcel nickt. „Okay", sagt er. „Ich geh mal schnell duschen. Mir den Schweiß und den Dreck abwaschen."
„Okay, Schatz", sagt Tyra. Sie steht auf, beugt sich über den Tisch, und ihre Lippen berühren seine – kurz, warm, vertraut.
Er steht auf, spürt die Schwere des Tages in seinen Gliedern. „Bis gleich", murmelt er und geht zum Bad.
Das Wasser ist heiß, fast zu heiß, aber Marcel dreht die Temperatur nicht herunter. Er will spüren, will die Hitze, die seinen Körper durchdringt und die Gedanken auslöscht. Der Schaum des Duschgels riecht nach Zitrone, billig, aber frisch. Er reibt sich energisch ein, als könnte er die Berührung vonMustafas Blicken, von Mohammeds spöttischem Lächeln abwaschen.
Unter der Dusche denkt er über die Zeitschriften nach. Über die Frauen darin, die ihre Ehemänner hintergehen, die fremde Männer in ihre Betten lassen, während ihre Partner arbeiten oder schlafen oder einfach nichts ahnen. Er denkt an Tyra, wie sie heute Morgen ausgesehen hat, als sie zum See fuhr. Den kurzen Rock. Das Oberteil, das mehr zeigte als verhüllte.
Er spürt, wie sich sein Körper gegen seinen Willen regt, wie das Blut in seine Lenden strömt. Es ist schamvoll, dieses Verlangen, und doch kann er es nicht unterdrücken. Die Vorstellung, Tyra mit einem anderen Mann – mit Mustafa – lässt ihn erstarren und erbeben zugleich.
Er dreht das Wasser kälter, bis er zittert.
In der Küche räumtTyra den Tisch ab. Ihre Bewegungen sind routiniert, fast meditativ – Teller stapeln, Besteck einsortieren, Reste in eine Schüssel für morgen. Sie öffnet den Geschirrspüler, der seit ihrer Einweihungsparty vor drei Monaten nicht mehr richtig funktioniert, und stellt das Geschirr hinein. Das rhythmische Klappern beruhigt sie.
Dann, als der Tisch leer ist, fällt ihr Blick auf das Päckchen.
Es liegt dort, unscheinbar, eingewickelt in braunes Papier mit einem schlichten Band. Mohammeds Geschenk. Sie hatte es vergessen, im Trubel des Tages, in der Aufregung des Sees, in der merkwürdigen Spannung, die sie begleitet hat, seit sie zurück ist.
Sie nimmt es in die Hand. Es ist schwerer, als sie erwartet hat, und etwas darin bewegt sich leise, wenn sie schüttelt. Neugierig, aber auch mit einem unbestimmten Gefühl der Vorahnung, setzt sie sich an den Tisch und beginnt, das Band zu lösen.
Das Papier fällt zur Seite, enthüllt einen Karton, schlicht, ohne Aufdruck. Tyra öffnet den Deckel.
Und erstarrt.
Vor ihr liegt eine Sammlung, die sie nicht erwartet hat – ein großer, fleischfarbener Vibrator, dessen Material so weich aussieht, dass sie instinktiv danach greift. Es fühlt sich erstaunlich echt an, fast wie Haut, und als sie die Verpackung dreht, liest sie die Maße: 25 cm lang, 6,5 cm im Durchmesser. Ihr Atem stockt. Fast wie Mustafa, denkt sie, bevor sie den Gedanken unterdrücken kann.
Daneben liegen Liebeskugeln, klein, glänzend, mit einem Zugband. Ein Analplug, schwarz, glatt, unmissverständlich in seiner Form. Und eine kleine Tube Gleitgel, neutral verpackt, fast medizinisch.
„Was... warum?" flüstert sie, und ihre Stimme klingt fremd in der leeren Küche. Mohammed? Warum würde er ihr so etwas schenken? Sie denkt an seinen Blick, als sie den Kiosk betrat, an die Art, wie er sie musterte, als wäre sie nackt unter ihrer Kleidung.
Und doch – ihre Finger gleiten über den Vibrator, spüren die Nachbildung von Adern, die sanfte Krümmung. Neugier erwacht in ihr, eine Wärme, die sie seit dem See, seit Mustafas Blicken, seit ihrer eigenen Berührung im Wasser nicht mehr gespürt hat.
Sie schaltet den Vibrator ein. Das Summen ist lauter, als sie erwartet hat, und die Vibrationen übertragen sich sofort auf ihre Handfläche, lassen sie erschauern. Heftig. Intensiv. Sie stellt sich vor, wie es sich anfühlen würde, ihn in sich zu spüren, dieses Pulsieren, diese Größe.
„Der ist bestimmt geil", murmelt sie, und ihre Stimme klingt rau, unbekannt. Sie schaltet ihn wieder aus, das Schweigen der Küche kehrt zurück, nur unterbrochen vom ferneren Rauschen der Dusche.
Den Vibrator werde sie morgen früh ausprobieren, entscheidet sie, wenn Marcel weg ist. Wenn sie allein ist, unbeobachtet, frei.
Aber die Liebeskugeln...
Sie packt sie aus, hält die kleinen Kugeln in der Hand. Sie sind schwer, kühl, und sie spürt ihr Gewicht. Wie das wohl ist? Die Frage ist impulsiv, ungefiltert, und bevor sie richtig darüber nachdenken kann, spreizt sie ihre Beine unter dem Tisch, zieht ihr Kleid nach oben.
Die Küche ist leer, die Tür zum Bad geschlossen. Sie hört Marcel duschen, das Rauschen des Wassers, das rhythmische Aufprallen auf die Fliesen. Sie ist allein, und doch nicht allein, und das macht die Sache nur aufregender.
Sie spreizt ihre Schamlippen mit einer Hand, führt sich die erste Kugel mit der anderen ein. Es gleitet leicht, überrascht sie mit seiner Größe, seiner Kühle. Die zweite folgt, und dann zieht sie das Zugband, lässt es zwischen ihren Schenkeln hängen.
Sie steht auf, vorsichtig, und spürt sofort, wie die Kugeln in ihr verschieben, sich gegeneinander bewegen, ein sanftes Vibrieren erzeugen, das sich in ihrem Becken ausbreitet. „Hmm man merkt ja fast nichts", flüstert sie.
Sie packt den Analplug, den Vibrator, das Gleitgel zusammen und geht ins Schlafzimmer. Die Kugeln arbeiten in ihr, stärker jetzt. Bei jedem Schritt spürt sie das Gewicht, das leichte Klappern, die Reibung gegen ihre inneren Wände.
„Oh ja", stöhnt sie leise, als sie das Schlafzimmer erreicht. „Doch, man spürt sie doch."
Sie öffnet die unterste Schublade ihres Nachttisches – leer bis auf ein paar alte Fotos, eine abgelegte Halskette – und verstaut den Vibrator, den Plug, das Gleitgel. Die Liebeskugeln lässt sie, wo sie sind, eingebettet in ihrer Feuchtigkeit, ihr ständiges Pulsieren.
Auf dem Balkon angekommen, zündet sie eine Zigarette an. Der Rauch füllt ihre Lunge, mischt sich mit dem Abendlicht, das über die Dächer der Stadt fällt. Sie lehnt sich an das Geländer, spürt die Kugeln in ihr, wie sie sich mit ihrer Haltung verschieben, neue Reize setzen.
Die Tür zum Bad öffnet sich, und Marcel tritt heraus. Er trägt Jogginghose und ein frisches T-Shirt, seine Haare sind noch feucht, und er riecht nach Zitrone und Wärme. Er sieht sie auf dem Balkon, lächelt – ein müdes, aber ehrliches Lächeln.
„Die Dusche war gut", sagt er und tritt zu ihr hinaus. Die Abendluft ist warm, schwer vom Tag.
„Das glaub ich dir, Schatz", erwidert Tyra. Sie raucht weiter, beobachtet ihn aus dem Augenwinkel, wie er seine eigene Zigarette anzündet. Seine Hände sind ruhig, seine Schultern entspannt, und sie fragt sich, was in ihm vorgeht. Ob er ahnt, was in ihr vorgeht.
Sie rauchen schweigend, das Knistern der Glut, das ferne Geräusch der Stadt. Tyra beendet ihre Zigarette, drückt sie sorgfältig im Aschenbecher aus. „Suchst du dann schon mal was am Fernseher aus? Ich geh schnell in den Keller, Wäsche waschen."
„Mach ich", sagt Marcel. Er hat noch nicht aufgehört zu rauchen, steht dort, ein Bild von Normalität, von Ehe, von Alltag.
Tyra geht vom Balkon, schnappt sich den Wäschekorb, der seit dem Morgen in der Ecke des Schlafzimmers steht. Die Kugeln bewegen sich mit jedem Schritt, und sie muss sich konzentrieren, um nicht zu stöhnen. Sie verlässt die Wohnung, tritt in das Treppenhaus, beginnt den Abstieg.
Die Stufen sind steil, die Treppe eng, und bei jedem Schritt spürt sie die Kugeln heftiger. „Oh Gott", stöhnt sie leise, als sie die zweite Etage erreicht, und ihre Stimme hallt im Betonschacht wider. Sie hält sich am Geländer fest, atmet tief durch, spürt, wie die Feuchtigkeit zwischen ihren Schenkeln zunimmt.
Im Waschraum angekommen – ein karger Raum aus Beton, eine einzelne Waschmaschine, ein vergittertes Fenster, das den letzten Tageslichtschein hereinlässt – kann sie nicht mehr. Die Tür fällt hinter ihr ins Schloss, und sie lehnt sich dagegen, ihr Kleid bereits nach oben gezogen, ihre Finger finden ihren Kitzler.
Sie braucht nur einen Moment. Die Kugeln in ihr, die Vibration ihrer eigenen Berührung, die Erinnerung an den See, an Mustafas Blick, an die Vorstellung von dem Vibrator, der auf sie wartet. Es überwältigt sie, ein heftiger Orgasmus, der ihre Knie weich werden lässt, der ihr Stöhnen gegen die Betonwände prallen lässt.
Als sie sich beruhigt hat, steht sie noch immer an der Tür, atmet schwer, spürt die Nachwirkungen in ihrem Körper. Sie öffnet die Waschmaschine, wirft die Wäsche hinein, stellt das Programm ein. Die Maschine springt an, ein rhythmisches Gurgeln, das den Raum füllt.
Der Aufstieg ist Qual und Lust zugleich. Die Kugeln arbeiten wieder, heftiger als zuvor, als wären sie durch ihren Orgasmus aktiviert worden. Bei jedem Schritt spürt sie sie, ihre Nähe zum Höhepunkt, ihre Unfähigkeit, ihn zu erreichen. Sie ist erregt, gereizt, hungrig nach mehr.
In der Wohnung angekommen, geht sie direkt ins Schlafzimmer. Ihre Finger zittern, als sie die Liebeskugeln herauszieht, ihre Feuchtigkeit an den Kugeln klebt, glänzt im Licht. Sie verstaut sie in der Schublade, neben den anderen Spielzeugen, und steht einen Moment lang da.
Sie braucht jetzt endlich einen Schwanz.
Der Gedanke ist klar, unmissverständlich. Nicht die Kugeln, nicht der Vibrator – sie will Fleisch, Wärme, die Gewissheit eines anderen Körpers. Sie will Marcel, will ihn spüren, will ihn in sich, will diese Verbindung.
Sie geht ins Wohnzimmer, ihre Schritte bestimmt, ihr Körper noch immer pulsierend von dem, was gerade passiert ist. Marcel sitzt auf der Couch, die Fernbedienung in der Hand, und blättert durch die Sender. Er sieht auf, als sie eintritt, und sein Blick trifft ihren.
Der Ausdruck in ihren Augen – das ist nicht die Tyra, die er beim Abendessen gesehen hat, nicht die Frau, die über ihre Arbeit als Sekretärin berichtet hat. Das ist eine Tyra, die er nur in seinen wildesten Träumen kennt, in den heimlichen Fantasien, die er niemals laut aussprechen würde.
Sie sagt kein Wort. Ihre Hand legt sich auf seine Schulter, drückt ihn sanft zurück in die Kissen der Couch, und dann sinkt sie vor ihm auf die Knie. Der Teppich ist rau unter ihren Knien, aber sie spürt es kaum. Ihre Finger finden den Bund seiner Jogginghose, ziehen sie hinunter, und die Boxershorts folgen gleich darauf. Marcel schnappt nach Luft, als die kühle Wohnzimmerluft seine nun völlig entblößte Erektion trifft. Er ist hart, härter als er sich selbst erklären kann – vielleicht ist es die Anspannung des Tages, die Schuldgefühle wegen der Magazine, die Angst vor Mustafas Worten, die nun in einer seltsamen Alchemie zu purem, unverfälschtem Verlangen geworden sind.
Tyras Hände umfassen seine Basis, ihre Finger warm und fest. Sie spürt das Pulsieren unter der Haut, riecht den vertrauten Geruch von Seife und etwas Unverwechselbares, das nur Marcel ist. Dann öffnet sie den Mund, ihre vollen Lippen sich weit, und nimmt ihn auf. Die Wärme, die Feuchtigkeit, der sanfte Druck ihrer Zunge, die sich sofort um seine Spitze windet – Marcel stöhnt laut auf, sein Rücken durchbogen, die Hände automatisch in ihr blondes Haar grabend.
"Oh Gott, Tyra, du bist heute aber gierig," keucht er, seine Stimme rau vor Überraschung und Lust. Er kann nicht glauben, wie tief sie ihn nimmt, wie ihre Wange gegen seinen Unterleib presst, wie sie ihn buchstäblich verschlingt. Das ist nicht der zaghafte Oralsex, den sie manchmal am Sonntagmorgen praktiziert, wenn beide noch halb verschlafen sind. Das ist etwas anderes, etwas, das ihn an die Bilder in den Magazinen erinnert – die Frauen, die ihre Männer mit einer Hingabe bedienen, die an Obsession grenzt.
Tyra spürt seine Finger in ihrem Haar, den leichten Zug, mit dem er versucht, ihren Rhythmus zu steuern, aber sie lässt sich nicht lenken. Sie will ihn spüren, will seinen Geschmack auf der Zunge, will das Gefühl der Macht, das sie überkommt, wenn sie spürt, wie er unter ihr zittert. Die Liebeskugeln haben sie geöffnet, haben eine Tür aufgestoßen, die sie nicht mehr schließen will. Sie denkt kurz an Mustafa, an seine Hände auf ihrem Körper am See, an die Art, wie er sie betrachtet hat, als wäre sie bereits sein – aber dann konzentriert sie sich wieder auf Marcel, auf den Mann, den sie liebt, den sie gerade mit einem Hingabe bedient, die sie selbst überrascht.
Sie lockert den Rachen, entspannt die Muskeln, die sie normalersten beim Würgereflex zusammenziehen, und drückt sich weiter nach vorne. Marcel spürt es sofort, diesen unglaublichen Unterschied, als die Spitze seines Schwanzes plötzlich in einer Enge verschwindet, die sich wie Seide anfühlt, aber fester ist, kontrollierter. Sein Stöhnen wird zu einem tiefen, animalischen Laut, der ihm selbst fremd ist.
"Oh ja," keucht er, seine Hüften unwillkürlich zuckend, während er versucht, sich zurückzuhalten, nicht zu tief zu stoßen, nicht zu grob zu sein. Aber Tyra will grob. Sie will alles. Sie hält ihn in dieser Position, ihre Nase gegen sein Schambein gepresst, und schluckt rhythmisch um ihn herum, ihre Kehlenmuskeln massierend, pulsierend.
Die Sekunden dehnen sich zu einer Ewigkeit, in der nichts existiert außer diesem Akt, dieser völligen Hingabe. Dann, als Marcel kurz davor ist, zu explodieren, als seine Eier sich anspannen und er spürt, wie das Vergnügen wie eine Flutwelle aufsteigt, zieht Tyra sich zurück. Sie lässt ihn aus ihrem Mund gleiten, ihre Lippen schließen sich mit einem leisen Schmatzen, und sie sieht zu ihm auf, ihr Gesicht gerötet, ihre Augen glänzend vor Erregung.
Marcel keucht, atemlos, verwirrt, sein Schwanz zuckend in der Luft, die Spitze feucht von ihrem Speichel. "Tyra, was –"
Aber sie unterbricht ihn nicht mit Worten. Sie steht auf, ihre Bewegungen flüssig, fast tänzerisch, und greift nach dem Saum ihres Sommerkleides. In einer einzigen, eleganten Bewegung zieht sie es über den Kopf und wirft es in die Ecke des Wohnzimmers, wo es zu einem Haufen seidenen Stoffs zusammensinkt. Sie trägt nichts darunter, nie etwas – ihr Körper ist völlig entblößt, die Brüste schwer und voll, die Nippel hart vor Erregung, die glatt rasierte Möse feucht und sichtbar geschwollen.
Sie dreht sich um, beugt sich über die Rückenlehne der Couch, und spreizt ihre Beine leicht. Ihr Blick findet Marcel, der immer noch atemlos auf der Couch sitzt, sein harter Schwanz in der Hand, unfähig zu begreifen, was gerade geschieht. Ihre blauen Augen brennen vor einem Verlangen, das sie selbst kaum kontrollieren kann.
"Jetzt fick mich," sagt sie, und ihre Stimme ist rau, befehlend, ohne Raum für Diskussion. "Fick mich, Marcel. Ich brauche es. Ich brauche dich."
Marcel braucht keine weitere Aufforderung. Seine Fantasien, seine Ängste, seine Zweifel – alles verschwindet in diesem Moment, ersetzt durch reines, unverfälschtes Verlangen. Er steht auf, seine Bewegungen hastig, fast ungestüm, und positioniert sich hinter ihr. Seine Hände greifen nach ihren Hüften, die Haut warm und glatt unter seinen Fingern, und er spürt, wie sie sich leicht gegen ihn drückt, ungeduldig, fordernd.
Er führt seine Erektion zu ihrem Eingang, die Spitze gleitet durch ihre Feuchtigkeit, und dann drückt er sich hinein. Der Widerstand ist minimal, so nass ist sie, so bereit, und er gleitet tief in sie hinein, bis seine Hüften gegen ihren festen Apfelpo stoßen. Beide stöhnen gleichzeitig auf, ein harmonischer Laut der Befriedigung, der den Raum erfüllt.
"Oh Gott, bist du heute nass," keucht Marcel, seine Finger krallen sich in ihre Hüften, während er sich zurückzieht, nur um sofort wieder tief in sie zu stoßen. "So verdammt nass, Tyra. Was hast du gemacht?"
Tyra presst ihre Hände gegen die Rückenlehne der Couch, ihre Knöchel weiß vor Anspannung. Sie will nicht antworten, will nicht über die Liebeskugeln sprechen, nicht über Mustafa, nicht über die Bilder in ihrem Kopf, die sie während des Wäschewaschens durchflutet haben. Sie will nur dies – Marcel, hart und tief in ihr, die Realität ihrer Ehe, die sie vor dem Abgleiten in etwas Unkontrollierbares bewahrt.
"Einfach ficken," stöhnt sie, ihre Stimme gedämpft gegen das Polster der Couch. "Fick mich hart, Marcel. Ich brauche es. Fick mich einfach richtig hart."
Marcel braucht keine weitere Ermutigung. Er beginnt, in sie zu stoßen, seine Hüften arbeiten in einem rhythmischen, kraftvollen Tempo, das die Couch zum Knarren bringt. Jeder Stoß treibt ihn tief in sie hinein, bis seine Eier gegen ihre Schamlippen schlagen, und Tyra stöhnt bei jedem Eindringen auf, ein kehliges, animalisches Geräusch, das Marcel fast wahnsinnig macht.
Ihre rechte Hand wandert zwischen ihre Beine, ihre Finger finden ihre Klitoris, geschwollen und empfindlich, und beginnen, sie zu reiben, in Kreisen, die das Tempo von Marcels Stößen aufnehmen. Die doppelte Stimulation – seine harten Stöße in ihre Möse, ihre eigenen Finger auf ihrer empfindlichsten Stelle – lässt sie schnell dem Höhepunkt entgegentreiben.
"Oh ja, Schatz," keucht sie, ihre Stimme brüchig vor Erregung. "Härter. Fick mich härter. Ich bin so nah dran. Bitte, Marcel, bitte..."
Marcel grunzt, seine Kiefer zusammengebissen, der Schweiß auf seiner Stirn perlend. Er fühlt, wie sich ihre Wände um ihn herum zusammenziehen, wie ihre Feuchtigkeit zunimmt, und er weiß, dass sie kurz davor ist. Er stoßt noch härter, noch tiefer, seine Hüften schlagen gegen ihren Po mit einem rhythmischen Klatschen, das den Raum erfüllt.
"Aber denk dran," stöhnt Tyra plötzlich, ihre Stimme durchdrungen von Panik und Verlangen zugleich. "Nicht in mich spritzen, Marcel. Bitte. Nicht rein. Ich will nicht..."
"Ich weiß," keucht Marcel, obwohl ein Teil von ihm – der Teil, der die Magazine durchblättert hat, der Teil, der Mustafas Worte nicht vergessen kann – sich danach sehnt, genau das zu tun, sich in ihr zu entleeren, sie zu markieren, zu besitzen. "Keine Sorge, Schatz. Ich zieh ihn raus. Versprochen."
Tyra nickt, unfähig zu sprechen, ihre Finger arbeiten fieberhaft an ihrer Klitoris, während Marcels Stöße sie immer höher treiben. Sie spürt die Anspannung in ihrem Unterleib, die sich wie eine Spirale zusammenzieht, und dann bricht sie über ihr herein, ein Orgasmus, der sie von innen heraus zu zerreißen scheint.
"Oh Gott, Schatz, ich komme, ich komme," schreit sie, ihre Stimme bricht, während ihre Möse in heftigen Kontraktionen um Marcels Schwanz pulsiert. Ihr Saft spritzt über die Couch, über ihre eigenen Finger, über Marcels Eier, die noch immer gegen sie schlagen, und sie bebt, ihre Knie nachgebend, wäre sie nicht auf die Couch gestützt.
Marcel fühlt ihre Kontraktionen, dieses rhythmische Zusammenziehen, das ihn fast zum Explodieren bringt. Er beißt sich auf die Lippe, konzentriert sich auf den Schmerz, um nicht zu früh zu kommen, aber als Tyra unter ihm weiter zittert, als ihr Orgasmus langsam nachlässt, weiß er, dass er nicht mehr lange durchhält.
"Ich komme auch," keucht er, seine Stimme rau, und zieht sich mit einem letzten, tiefen Stoß aus ihr zurück. Seine Erektion springt heraus, triefend von ihrem Saft, zuckend vor unerfülltem Verlangen, und er greift danach, um sich selbst zu reiben, um die letzten Momente zu beschleunigen.
Aber Tyra ist schneller. Sie dreht sich um, ihre Bewegungen noch etwas ungelenk vom Orgasmus, und sinkt vor ihm auf die Knie. Ihre Hände umfassen seine Hüften, ihre blauen Augen blicken zu ihm auf, und dann öffnet sie den Mund, ihre Zunge sichtbar, bereit.
"Spritz in meinen Mund," fordert sie, ihre Stimme rau, aber befehlend. "Ich will Nachtisch, Marcel. Gib mir dein Sperma."
Marcel braucht keine weitere Einladung. Er führt seine Erektion zu ihren Lippen, spürt, wie sie ihn aufnimmt, wie ihre Wange sich gegen seine Eier presst, und dann stößt er vor, ein letztes Mal, tief in ihren Mund, während der Orgasmus über ihn hereinbricht.
Er kommt mit einem tiefen, animalischen Grunzen, seine Hüften zuckend, seine Hände in ihrem Haar vergraben. Sein Sperma pumpt in Wellen in ihren Mund, heiß, salzig, viel – mehr, als er erwartet hätte, als er selbst in Wochen nicht mehr produziert hat. Die Anspannung des Tages, die verbotenen Fantasien, die Angst und das Verlangen – alles entlädt sich in diesem Moment, in Tyras willigem Mund.
Und Tyra schluckt. Gierig, ohne zu zögern, ihre Kehle arbeitend, ihr Mund saugend, um jeden letzten Tropfen zu erhalten. Sie schluckt erneut, fühlt die Wärme in ihrem Hals hinabgleiten, und dann, als Marcel nachlässt, als seine Zuckungen schwächer werden, leckt sie ihn sauber. Ihre Zunge fährt über seine Spitze, um den letzten Rest zu ernten, dann über seinen Schaft, um ihren eigenen Saft zu entfernen, der von ihm tropft. Sie nimmt ihn tief in den Mund, saugt sanft, und lässt ihn dann mit einem leisen Schmatzen los.
"Mmh," murmelt Marcel, seine Stimme schwer vor Erschöpfung und Befriedigung. "Das war gut, Tyra. Das war wirklich gut."
Tyra steht auf, ihre Beine noch etwas wackelig, und lächelt ihn an – ein Lächeln, das etwas Geheimnisvolles hat, etwas, das Marcel nicht ganz deuten kann. "Das habe ich gebraucht," sagt sie, ihre Stimme sanfter jetzt, aber immer noch durchzogen von einer Rauheit, die von ihrer Erregung zeugt. "Ich habe das den ganzen Tag gebraucht, Marcel."
Er nickt, nicht ganz verstehend, aber zu erschöpft, um nachzufragen. Seine Hand findet ihre, ihre Finger verschlingen sich, und für einen Moment herrscht Stille zwischen ihnen – eine Stille, die schwerer ist als Worte, gefüllt mit all den Dingen, die sie einander nicht sagen können.
"Komm," sagt Marcel schließlich, seine Stimme rau. "Lass uns eine rauchen gehen, und dann ins Bett."
"Das klingt gut," erwidert Tyra, und sie folgt ihm auf den Balkon, ihre nackten Füße leise auf dem Holzboden.
Die Nachtluft ist warm, schwül, schwer vom Geruch der Stadt und der nahen Grünflächen. Sie setzen sich auf die beiden Plastikstühle, die Marcel aus dem Keller gerettet hat, und teilen sich eine Zigarette. Der Rauch steigt in blauen Schwaden auf, verschmilzt mit der Dunkelheit, und sie sitzen schweigend da, ihre nackten Körper im schwachen Licht des Balkons, die Haut noch feucht vom Sex.
Tyra spürt die Kühle der Plastikfläche gegen ihren Rücken, spürt, wie ihre Brustwarzen sich harten in der Nachtluft, und sie denkt an die Liebeskugeln, die sie vorhin entfernt hat, an das Gefühl der Fülle, das sie hinterlassen haben. Sie denkt an Mustafa, an seine Hände auf ihren Brüsten am See, an den Druck seiner Finger zwischen ihren Beinen, und sie spürt, wie sich ihre Möse erneut feuchtet, trotz des kürzlichen Orgasmus, trotz der Erschöpfung.
Marcel bemerkt ihre Veränderung nicht, oder vielleicht misst er ihr keine Bedeutung bei. Er starrt in die Dunkelheit, die Zigarette zwischen den Fingern, und denkt an die Magazine unter dem Bett, an Mustafas Angebot, an die Bilder von fremdgehenden Ehefrauen, die ihn gleichermaßen erregen und erschrecken. Er denkt an Tyra, an ihre Treue, an ihre Liebe, und er fragt sich, ob er sie verdient, ob er je gut genug für sie sein wird.
Die Zigarette ist zu einem Stummel verbrannt, und Marcel drückt sie im Aschenbecher aus, den er von der Fensterbank geholt hat. "Komm," sagt er, seine Stimme sanfter als zuvor, müde, aber zufrieden. "Lass uns schlafen gehen."
Tyra nickt, steht auf, und sie gehen zusammen ins Schlafzimmer, ihre nackten Körper im schwachen Licht des Flurs, das durch das Fenster fällt. Das Schlafzimmer ist dunkel, nur das blasse Leuchten der Straßenlaterne draußen malt Streifen auf die Wände. Sie kriechen unter die Bettdecke, die kühlen Laken eine willkommene Abkühlung für ihre erhitzte Haut.
Tyra zieht Marcel zu sich, ihre Hand hinter seinem Nacken, und küsst ihn. Es ist kein sanfter, müder Kuss der Erschöpfung, sondern ein langer, leidenschaftlicher Kuss, der ihre Zungen vereint, der ihre Atem vermischt, der die Grenzen zwischen ihren Körpern aufhebt. Marcel erwidert den Kuss, seine Hände wandern über ihren Rücken, ihre Hüften, und er spürt, wie sie sich an ihn presst, wie ihre Brüste gegen seine Brust drücken, wie ihre Beine sich mit seinen verflechten.
Der Kuss dauert eine Ewigkeit, oder vielleicht nur wenige Minuten – die Zeit verliert ihre Bedeutung in der Dunkelheit des Schlafzimmers. Schließlich lösen sie sich voneinander, ihre Stirnen berühren sich noch, ihre Atem geht schwer.
"Heute Nacht schlaf schön," flüstert Tyra, ihre Stimme sanft, fast kindlich in ihrer Müdigkeit, aber noch immer durchzogen von der Wärme ihrer Leidenschaft.
"Du auch," erwidert Marcel, und er gibt ihr einen letzten, sanften Kuss auf die Lippen, ein Versprechen, ein Gute-Nacht-Ritual, das sie seit Jahren pflegen.
Marcel dreht sich auf die Seite, seine Augen schließen sich fast sofort, der Tag hat ihn erdrückt, der Sex hat ihn ausgeleert, und der Schlaf überkommt ihn wie eine sanfte Welle. Seine Atem wird gleichmäßig, tief, und er träumt – träumt von Tyra, wie sie ihn gerade genommen hat, aber auch von Mustafa, der am Rand des Sees steht und zuschaut, von den Magazinen unter dem Bett, deren Seiten sich von selbst umblättern, von Bildern, die er sich nicht erklären kann.
Tyra liegt noch wach, ihre Augen offen in der Dunkelheit, den Blick zur Decke gerichtet. Sie hört Marcels regelmäßigen Atem, spürt die Wärme seines Körpers neben ihr, aber ihr Geist ist woanders. Sie denkt an den Vibrator in der Schublade, an den Analplug, an all die Möglichkeiten, die Mohammeds Geschenk eröffnet hat. Sie denkt an Mustafa, an seine dominante Art, an die Art, wie er sie am See berührt hat, und sie spürt, wie sich ihre Möse erneut zusammenzieht, trotz der Erschöpfung, trotz der Zufriedenheit, die Marcel ihr gerade gegeben hat.
Und dann, schließlich, gleitet sie in den Schlaf, ihre Gedanken vermischen sich zu Träumen – Träumen von Marcel, der sie mit einer Hingabe nimmt, die er nie zuvor gezeigt hat, Träumen von Mustafa, der sie von hinten nimmt, während sie Marcel bläst, Träumen von Lena und Edis am See, die zuschauen, die sich selbst berühren, die sie ermutigen, mehr zu tun, weiterzugehen, die Grenzen zu überschreiten.
| Teil 4 von 4 Teilen. | ||
| vorheriger Teil | alle Teile anzeigen | |
|
Autoren möchten gerne Feedback haben! Bitte stimmen Sie ab und schicken Sie dem Autor eine Nachricht und schreiben Sie was Ihnen an der Geschichte (nicht) gefallen hat. |
|
Mr.big hat 7 Geschichte(n) auf diesen Seiten. Profil für Mr.big, inkl. aller Geschichten Email: mr.big6764@gmail.com | |
|
Ihre Name: |
|