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Das Wunder der Sterne , Teil 9 (fm:Sonstige, 9810 Wörter) [9/9] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Jun 03 2026 Gesehen / Gelesen: 459 / 383 [83%] Bewertung Teil: 9.83 (40 Stimmen)
Mit Humor und sehr viel Spannung geht es weiter im All. Sex.. Ach ihr wisst schon. Viel Spaß!


Ersties, authentischer amateur Sex


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© RalfB Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

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Die zwei Streithähne hörten das und ließen sich bei ihrem Ringkampf auch nur widerwillig ablenken, als beide auf diesen Bildschirm sahen. Ein Bildschirm, auf dem ein offensichtlich geschockter Admiral Peter Hardwell zu sehen war, der nicht glauben konnte, was er hier mit ein paar anderen Offizieren sehen musste. Offiziere, die nur nebenbei, aus vielen Spezies gemischt, den aktuellen Generalstab der Koalition bildeten. Das brachte dieser auch klar zum Ausdruck, als er entgeistert fragte:

„Admiral Müller? Ist das da ihr Ninja, den sie da am Hals haben? Ist alles in Ordnung bei Ihnen?“

„Na gut!“ dachte da der Andreas und ließ sich wenigstens mal kurz ablenken, als der sagte:

„Admiral, Sir, ist das gerade wichtig? Ich stecke hier gerade mitten in einer Führungskrise!“

Auf der Erde, aber gerade auch auf diesem Schiff war es das und es verloren einige namhafte Führungskräfte der koalierten Streitkräfte die Fassung um hemmungslos loszulachen. Ja man hatte sich schon wieder daran gewöhnt. Andreas war nun mal wieder der Alte und das musste man aushalten. Ob man wollte, konnte, oder eben nicht.

Nachdem er in den Diplomatischen Dienste versetzt worden war, war sein Leben sichtlich ruhiger geworden. Es gab nicht wirklich viel zu erzählen und so haben wir jetzt auch eine ordentliche Lücke in den Erzählungen. Was hatte sich nun inzwischen getan?

Elena Cruz war nun zusammen mit Andreas verantwortlich für die diplomatischen Einsätze der Erde, aber auch für die Koalition waren sie ständig unterwegs. Die Zwei waren unglaublich beliebt, da sie, aber eigentlich das ganze Team auf diesem Schiff die unmöglichsten Probleme lösten und Streitigkeiten schlichteten. Nebenbei war die Galaxy Hawk das Prestigeprojekt schlecht hin, mit dem man unwiderlegbar beweisen konnte, wie gut eine speziesübergreifende Zusammenarbeit funktionieren konnte.

Das sollte sich nun, mit dieser Kommunikations-Verbindung deutlich ändern, aber Andreas konnte gerade nicht so und die Anwesenden, oder verbundenen Personen hatten das zu schlucken. Trotzdem sagte der Oberbefehlshaber, der Erd-Streitkräfte:

„Andreas, sie zu, dass du diesen Ninja vom Hals bekommst und hör mir zu. Das hier ist wichtig!“

„Wenn es sein muss!“ dachten da wohl zwei Streithähne, die sich nur widerwillig voneinander lösten und Andreas dabei noch eine Schelle hinter den Kopf bekam. Nichts, was die verfolgenden Menschen nicht wieder zum Kopfschütteln brachte und Admiral Hardwell zu dem Kommentar zwang:

„Andreas, wenn du deinen Leibwächter kaputt machst, kriegst du aber keinen Neuen!“

Andreas antwortete beim Aufstehen nur flapsig:

„Der wird dick und kommt aus der Übung. Da muss man ständig drauf achten!“

War das auch bis hierher wahnsinnig lustig, änderte sich das nun in riesigen Schritten, als Andreas fragte:

„Na dann Peter, was gibt es denn so Wichtiges, dass du mich bei der Disziplinierung meiner Untergebenen hier unterbrichst!“

Tedeschi hörte man fluchen:

„Pass bloß auf, von wegen Untergebener. Dir hau ich später ohne Zeugen die Birne weich!“

Auf der Erde schüttelte man nur mit den Köpfen und wurde wieder ernst, als Peter sagte:

„Andreas, wir haben ein SOS erhalten, dass aber nach nur wenigen Sekunden abgebrochen ist. Wir haben die Übertragung gerade an Luna geschickt, damit die es weiter auswertet, aber die Sache ist ernst und du bist am nächsten. Die New Horizons ist mit einem Flottenverband in Schwierigkeiten und wir erreichen dort niemanden mehr. Gib Gas, sieh nach, was los ist, aber passt auf eure Ärsche auf. Das ist ein roter Einsatz und bleib getarnt! Übernimmst du das?“

So schnell konnte gar keiner gucken, wie die Sache und Stimmung wieder ernst war und auf der Erde bekam man nur mit, wie Andreas schlagartig aufgesprungen war und Befehle brüllte:

„Alle Mann in Gefechtsbereitschaft. Alles auf die Stationen. Luna, was haben wir an Informationen bezüglich der letzten bekannten Position der Flotte und aktiviere die volle Tarnung. Peter, ich melde mich und wir richten euch eine ständige Sicherheitsverbindung ein. Ihr bekommt unsere Infos und Status in Echtzeit. Ich melde mich wieder, wenn wir mehr wissen!“

Admiral Peter Hardwell schüttelte nur den Kopf, als er die Verbindung unterbrach und zu seinen Offizieren jammerte:

„Was war das bloß für ein Raben schwarzer Tag, als ich diesen Typ zu einem Admiral gemacht habe!“

Trotz aller Sorge wussten im Kommando alle, wie das gemeint war und alle hatten trotzdem wieder ein gutes Gefühl. Zu sehen, was für einen unfassbaren Blödsinn der Typ mit seinen Leuten machte und wie schnell er und diese Truppe sofort ins Gefecht zog, um auf Ernstfall umzuschalten machte sprachlos. Keiner wusste wie, oder warum, aber alle wussten, dass dieser Chaot, dort oben im All das schon wieder richten würde.

Der Typ dort oben war mit seiner Truppe schon in voller Aktion und zusammen mit unglaublich vielen Leuten ließ er sich von Luna ins Bild setzen.

Das Bild war nicht so toll. Amber war mit ihrem Verband in einer Grenzregion unterwegs um dort auffällige Anomalien zu untersuchen. Man war sich nicht sicher gewesen, ob es sich hier um natürliche, oder künstliche Anzeichen handelte, oder ob es Probleme waren, oder eben nicht. Darum war sie mit einer Gruppe von Schiffen aufgebrochen um diese zu untersuchen.

Inzwischen war es in der Koalition nicht nur üblich, dass auf allen Schiffen gemischte Mannschaften eingesetzt wurden, sondern auch, dass Eingreifgruppen aus gemischten Spezies zusammen gestellte Schiffe einsetzten. In diesem Fall könnte das ein Problem gewesen sein, denn eine volle Tarnung war bisher nur den Menschen möglich. Die verfügbare Technik war von den Materialien und Bauformen der Menschen abhängig. Mal eben alle Schiffe neu bauen? Damit sich alle tarnen konnten? Klar… Kostet ja nix!“

Die Galaxy Hawk hatte solche Probleme nicht und so kam diese recht schnell an der letzten Position des Verbandes an, um direkt vor Schreck zurück zu zucken. Sie sprangen aus dem Hyperraum, um zeitgleich insgesamt zehn Schiffe, verschiedener Größen und Spezies tot im All treiben zu sehen. Zwischen diesen wuselten fremde und kleine Schiffe umher und waren offensichtlich dabei, die Opfer zu entern.

„Luna, scann die Schiffe. Gibt es Lebenszeichen?“

„Auf allen Schiffen gibt es diverse Lebenszeichen. Über Opfer kann ich noch nichts sagen!“

Mit dieser Info von Luna machte er jetzt klar, warum auch Menschen Vorteile im Kommando hatten, denn seine Reaktion kam sofort:

„Luna, die Mikro Drohnen los. Alle fremden Schiffe außer Betrieb nehmen. Scann die Umgebung ab. Was ist da draußen? Krankenstation auf Notfälle vorbereiten. Techniker bereit machen, für Instandsetzung der Schiffe. Marines in Bereitschaft und zum Einsatz in die Shuttles auf Befehle warten!“

Nein. Die Galaxy Hawk war kein Kriegsschiff mehr. Naja, aber selbst die Zivilisten waren in Gefechtsbereitschaft und so wurde es endlich mal wieder spannend. Noch spannender, als sich die wichtigsten Leute um die Kommandokonsole versammelten und Luna mehrere versteckte Dreadnoughts anzeigte, die sich hinter Planeten und in Asteroiden Feldern versteckt hatten.

Luna brauchte keine Aufforderungen, oder Hinweise. Andreas sah sie an und erkannte, dass sie intensiv am Arbeiten war und wartete brav ab. Als sie soweit war, sprach sie schon von ganz alleine und so kam:

„Vortak Schwarm Kollektiv. Vierundzwanzig Schiffe im Orbit. Alle Schilde und Waffen aktiv. Die haben wilde Kommunikation. Haben wohl gemerkt, dass ihre Entertrupps auch gerade abgeschaltet wurden. Sie suchen nach der Quelle, können uns aber nicht orten. Ich komme noch nicht weiter, was sie sagen! Sorry!“

„Alles Gut Süße. Bleib einfach dran. Unsere Schiffe sind tot? Keine Technik mehr aktiv? Was ist mit Lebenserhaltung?“

„Nein, alles tot. Ich weiß nicht, wie lange sie noch Luft haben, aber alle scheinen noch am Leben zu sein!“

Andreas dachte nur ausgesprochen kurz nach. Beobachtete die feindliche Suche und deren tot treibende Schiffe. Dann fragte er Luna noch mal:

„Luna, war das eine EMP-Waffe? Was meinst du? Meinst du, wir sind dagegen geschützt? Ziehen wir uns besser zurück?“

„Unsere Schilde müssten ausreichen. Wir haben deutlich mehr, als Andere sich vorstellen. Ich denke schon, dass es EMPs waren. Was sonst?“

So kam der nächste Befehl:

„An jedes unserer Schiffe eine Mikrodrohne senden, mit Kommunikationssystem! Ich will Kontakt mit unseren Leuten haben! Waffen Schuss-Lösungen berechnen und alle feindlichen Schiffe ins Visier nehmen. Ich will zwanzig Drohnen und acht F50 in Orbit haben. Schleicht euch an diese Typen von hinten an und wartet auf Befehle!“

Damit sah man nur zu, wie sich die aktuellen Befehle entwickelten und in absoluter Stille mussten alle warten. Sogar die Zwerge waren gerade sehr still und aufmerksam. Die kleine Kami fragte flüsternd ihre Freundin Eva so, dass die anderen Zwerge mithören konnten:

„Haben die gesagt, dass Tante Amber da unten in Gefahr ist? Machen die da gerade einen Krieg?“

Eva antwortete:

„Wir müssen jetzt ganz leise sein. Tante Amber und ihre Soldaten stecken da wohl in der Klemme und die Großen hier versuchen das jetzt zu richten. Hoffentlich passiert niemandem was!“

Auf der Brücke, in einer stillen Ecke hatten sich alle Kleinen unerlaubt zusammen gedrängelt und beobachteten ihre Großen total gespannt und lernten nun auch mal die böse Seite des Alls kennen. Spannend war es ja schon und weil sie so still blieben, wurden sie auch nicht beachtet.

Draußen, im Weltall tat es sich auch alles ganz still und leise. Die Galaxy Hawk war nicht dümmer als andere und hatte sich ebenfalls etwas zurückgezogen und versteckt. Was andere konnten, konnte Luna schon lange. Die Mikro Drohnen erreichten gerade nach und nach die ausgeschalteten Schiffe und landeten dort in den Rail Gun Geschützrohren um dort mit Morsezeichen auf sich aufmerksam zu machen. Das konnten zwar auch die Vortak hören, aber die taten das als Kommunikationsversuche der Besatzungen ab, da die Geräusche ja aus deren Richtungen kamen und man nichts Weiteres registriert hatte.

Damit teilten die das Problem mit den alliierten Streitkräften. Die wurden nur auf das Klopfen in ihren Geschützrohren aufmerksam. Die Menschen aber hatten das in der Ausbildung gelernt. Morsezeichen waren Pflichtstoff und meistens gehasst, aber jetzt retteten diese Klopfer Leben und so reagierten die menschlichen Schiffe und Besatzungsmitglieder auch als erstes. Amber wurde informiert und sie gab sofort Befehle, die ihr Hoffnung machten:

„Zwei Mann in Schutzanzügen und mit Sauerstoff in den Waffenraum. Macht das Geschützrohr frei und holt mir das Ding da drinnen her. Das sollte unsere Kavallerie geschickt haben. Jetzt kommen wir wieder ins Rennen, Leute!“

Ähnliches spielte sich auf den anderen Schiffen ab. Bei den Außerirdischen dauerte es etwas länger, aber auch die verstanden schnell. Die Menschen hatten es gleich verstanden und keine dreißig Minuten, nach Abflug der Drohnen, hatte Andreas Verbindung zu seinen Leuten. Trotzdem war es Luna, die in den Übertragungen gleich auch Daten scannte und nach Meldung der ersten Schiffe fragte:

„Bericht! Wie ist euer Status?“

Alle verfolgten, wie die Meldungen hereinkamen. Noch hatten alle Luft, wobei keiner wusste, wie lange noch, weil alle Systeme funktionslos waren. Luna bekam Meldungen zu Personal, dass sich aber gegenseitig helfen konnte. Alle waren bereits in Notfall Anzügen und konnten damit kurzfristig auf Not-Sauerstoffversorgung zurückgreifen. Mit der Technik sah es schlechter aus und so langsam kamen Meldungen zur technischen Situation herein. Als sich endlich Amber meldete schaltete sich Andreas mit ein und der fragte direkt:

„Amber, wir bekommen gerade Meldungen von deinen Schiffen. Weißt du, was passiert ist? Womit haben wir es zu tun?“

„Oh mein Gott Andreas… Du darfst nicht hier sein. Wir haben hier eine Gefechtssituation. Bitte bring deine Kurzen hier weg. Das geht hier ganz böse aus. Bitte Andreas!“

Andreas sah hinüber zu seinen Kindern, sagte dann aber nach nur minimalem Nachdenken:

„Admiral, wie ist der Status?“

„Freunde 10 Schiffe, alle außer Betrieb gesetzt. Feinde geschätzt vierundzwanzig Schiffe versteckt im Orbit. Wir konnten nicht ermitteln, wer das ist, aber die haben uns aufgelauert und still auf uns gewartet. Als wir in der Todeszone waren, haben sie EMP-Minen gezündet und alles war tot. Sie haben begonnen uns zu entern, aber dann war es plötzlich still. Mehr weiß ich nicht.

Technisch sind unsere Ingenieure dabei, die Schäden zu ermitteln. Wir haben die Backups bereits vorbereitet, aber ich habe Befehl gegeben, sie nur bereit zu halten. Auf dein Zeichen sind wir mit den Hauptsystemen wieder im Geschäft. Status der anderen Schiffe weiß ich nicht!“

Luna verarbeitete die Infos, Andreas hörte zu und so sagte er:

„Amber, hör weiter zu. Alle Schiffe, Nacheinander Status von euch allen!“

Und so kamen nacheinander die Meldungen herein. Nicht alle Schiffe konnten zügige Bereitschaft melden, aber so bekam man ein gutes Bild zur aktuellen Situation. So furchtbar lange konnte man nicht reden, denn die Angreifer waren ja auch nicht mal eben in den Feierabend gegangen. Die hatten aktuell wohl auch den Braten gerochen. Geortet hatten sie wohl nichts und so sah man nur, wie deren Schiffe weitere EMP-Geschosse blind ins All feuerten und versuchten ein weites Feld abzudecken und mit Zufallstreffern einen unsichtbaren Feind auszuschalten.

Eine sicher sinnvolle Taktik, jedoch war der Feind an anderer Stelle und mit mehr Abstand, als erwartet. Andreas und Luna tauschten sich wieder aus und berieten. Sie sahen zu, wie der Feind ein paar Pannen erlebte und zwei seiner Schiffe selbst ausschaltete. Andreas hatte seine Kräfte hinter dem Feind verteilt und so waren auch diese außer Reichweite. Luna hörte zufrieden das grobe Geschimpfe des feindlichen Anführers ab, auch wenn sie ihn noch nicht vollständig verstehen konnte. Gut war, dass inzwischen eine Spionagedrohne auf einem feindlichen Schiff gelandet war und nun endlich eine Datenverbindung zum Feind bestand.

Andreas registrierte, dass Luna wieder still blieb und wusste, dass sie nun kolossale Datenmengen verarbeitete. Nicht lange und sie würden auch diesen Feind verstehen können. Jetzt hieß es eben, mal einen Moment Geduld zu haben. Geduld aber bedeutete Zeit und die könnte auf den betroffenen Schiffen schnell knapp werden. Trotzdem riss er sich zusammen und redete mit seinen Technikern und Forschern:

„Wer hat eine Idee, wie wir schnellstens ausreichend Sauerstoff auf die Schiffe bekommen, ohne dass der Feind es merkt? Wie halten wir unsere Leute am Leben?“

Hier diskutierte man, Luna verarbeitete und Eva rief plötzlich:

„Papa, ich habe lauter Leute in meinem Kopf. Da ist eine Solari Älteste und zwei HEWE Männer, die mit mir mental reden können. Soll ich mit ihnen reden? Ich kann aber auch die feindlichen Leute hören. Die sind total aufgeregt. Ich kann sie aber aus meinem Kopf halten. Ich glaube, die wissen noch nichts von mir!“

„Oh Mäuschen, das ist ja Wahnsinn. Bitte pass auf, dass sie nicht in deinen Kopf kommen und warte ab. Es könnte sein, dass der Feind deine mentalen Gespräche hören kann. Es ist klasse, dass du mir Bescheid sagst. Bestimmt kannst du gleich super helfen!“

Eva und Luna waren es im weiteren Verlauf, die den Feind am besten im Auge behielten und für sagenhafte Informationen sorgten. Inzwischen waren alle Informationen zur eigenen Situation zusammen und die eigenen Schiffe waren bereit, sich wieder zu aktivieren. Sophie meldete, da Luna gerade nicht konnte:

„Admiral, ich registriere eine feindliche Flotte im Anflug. Geschätzte zwei Stunden, bis ungefähr Zweihundert Schiffe hier ankommen!“

Von der Erde kam inzwischen die Meldung, dass insgesamt fünf Flotten zur Verstärkung unterwegs wären und somit waren alle Zeichen auf einen Krieg gestellt, den man vor ein paar Stunden noch gar nicht gesehen hatte. Andreas aber musste jetzt handeln, um seine ausgeschalteten Schiffe zu retten und damit unzählige Menschenleben. Das war wieder so sehr spannend. Er dachte nach und beobachtete Luna. Dann endlich war sie wieder im Spiel und informierte ihn endlich:

„Andreas, die Falle hier war der erste Schritt zum Sammeln von Informationen. Die Vortak haben zwanzigtausend Schiffe außerhalb unserer Sensoren bereit. Das soll eine Invasion werden. Die wollen die Koalition ausschalten. Ich verstehe jetzt deren Sprache, aber aktuell gibt es nichts neues. Die suchen nach uns und versuchen die zwei eigenen Opfer wieder online zu bringen!“

Eine kurze Diskussion mit seinen Leuten und Luna später gingen die Befehle raus und so starteten die restlichen Drohnen. Die neun Shuttles gingen ebenfalls auf angewiesene Positionen und so starteten sie einen Count Down zum Angriff.

Auf das Go gab es einen einheitlichen und gemeinsamen Schlag auf den Angreifer und der hatte nichts kommen sehen. Die Galaxy Hawk nutzte ihre eindrucksvollen Möglichkeiten und so griffen zeitgleich mehrere Drohnen mit Stromschlägen an. Diese grillten die Technik der angegriffenen Schiffe, wie mit einer Mikrowelle. Nicht erreichbare Schiffe bekamen Rail Guns um die Ohren und platzten einfach auf, wie die Brühwürste und somit waren nur Sekunden später alle feindlichen Schiffe zu Müll reduziert, oder trieben als leere Blechbüchsen hilflos im All.

Nur Augenblicke später waren die angegriffenen eigenen Schiffe wieder online und so machten sie sich schleunigst aus dem Staub. Sie sammelten Überlebende zusammen und schafften diese in Arrestzellen um sie später zu verhören. Schiffe, die nicht voll einsatzfähig waren und deren Technik nur teilweise funktionierte waren hier nicht mehr sinnvoll und Leben hatte man keine zu verschenken. Zudem musste das Kommando die Informationen der Gefangenen auswerten um eine Strategie zu entwickeln. So machten die verkrüppelten Schiffe um Amber sich schleunigst auf den Weg in die passenden Werften um schnellstens wieder einsatzbereit zu sein.

Andreas aber hatte andere Pläne. Erst überlegte er noch, ob er die Kinder nicht besser seinen Leuten mitgeben sollte, aber Livia machte es kurz:

„Wir gehen nie wieder irgendwohin in Sicherheit. Wir sind nur unter uns sicher und du mach jetzt deinen Job. Wir helfen dir dabei und basta!“

So machte Andreas mal wieder genau das, was er am besten konnte. Er machte genau das, was kein Wesen bei klarem Verstand erwartet hätte. Er flog direkt dem feindlichen Aufgebot, den Zwanzigtausend Schiffen entgegen. Tedeschi brachte es wohl am besten auf den Punkt, als er meckerte:

„Wenn du das versaust, mache ich Sushi aus dir. In ganz ganz kleinen Stücken. Ich schwöre es!“

Livia, die gerade mit Luna geredet hatte, drehte sich um und sagte dazu:

„Und ich helfe dir bei der Zubereitung der Zutaten. Lass ihn uns dann aber ganz langsam töten!“

Geschockt und empört rief Eva dazu:

„Mama…?!“

Nur Augenblicke später waren die Zwerge verscheucht, um mit Maggie in den Schulraum zu gehen. Motzend hatten sie jetzt Quantentechnik als Unterrichtsstoff. Maggie ignorierte deren Gezicke und sagte:

„Wenn wir schon in Schwierigkeiten fliegen, dann wenigstens gebildet!“

Dem Meckern aus halben Höhen setzte dieser blöde Spruch sicher kein Ende, nur konnte aktuell trotz aller Sorgen mal wieder keiner ernst bleiben. Luna hatte Kurs gesetzt und scannte weit um das Schiff hinaus. Voll getarnt und gefechtsbereit ging es auf die nächste Tour und irgendwo in einem Anrufbeantworter wurden die Beschwerden und Befehle der Erde aufgezeichnet. Ob sie mal einer lesen, oder hören würde, hing sicher damit zusammen, wie lange diese gespeichert würden, denn jetzt hatte keiner Zeit, so einen Quatsch zu lesen.

Die Galaxy Hawk war inzwischen sogar so etwas wie ein Schulschiff geworden. Viele Spezies aus der Koalition hatten inzwischen immer und regelmäßig Gruppen ihrer eigenen Auszubildenden auf diesem Schiff. In allen hier vorkommenden Bereichen wurden diese weitergebildet und blieben immer für ungefähr ein Jahr. Diese praktischen Jahre waren mal ganz sicher eine richtige Granate in den Lebensläufen der Studenten und Spaß machten diese obendrein.

Die Keplar Station war inzwischen weitestgehend fertig, wobei an so einem Projekt ja eigentlich immer gearbeitet wurde. In Form eines Wagenrades war die Grundstruktur ja klar, aber mit jeder neuen Spezies musste eben immer eine neue Speiche dazu gebaut werden. Das Ganze war aber von Anfang an schon so gebaut worden, dass man noch unzählige Möglichkeiten haben würde.

Die ehemaligen Liegenschaften des Galaktischen Rates fanden hingegen inzwischen ganz unerwartete Verwendungsgebiete. Hier war nun der Galaktische Gerichtshof. Das oberste Gericht und Schiedsstelle der Koalition. Es gab hier ein riesiges Museum und hier waren nun die Hochschulen der Galaxie beheimatet. Dazu kam ein extrem großer Forschungs- und Medizinbereich, wo man sich sehr gut und zentral um galaktische Krisen und Probleme kümmern konnte. Nexus Prime beherbergte kurioser Weise nicht mehr die korrupten und mächtigen Politiker, sondern die mit weitem Abstand schlauesten Köpfe der Galaxie, von und bei denen die gehobenen Studenten eben auch direkt lernen konnten.

Mal so am Rande… Die ehemaligen Verteidigungssysteme und Anlagen wurden nie abgebaut, sondern modernisiert. Sie wurden voll automatisiert KI gesteuert und somit war dieser Komplex wohl die am stärksten bewaffnete Uni, die man je gesehen hatte. Einfach auch, um die wertvollen Köpfe immer sicher zu halten.

Alles lief immer nach dem gleichen Motto, dass sogar die Außerirdischen inzwischen auf ihren Fahnen stehen hatten, aber eigentlich von den Menschen kam:

„Besser haben, als brauchen!“

Die Flotten, also deren Schiffe, innerhalb der Koalition wurden neu entwickelt und entworfen. Sie wurden immer weiter auf den bestmöglichen Stand hin vorangebracht. Die Menschheit behielt zwar einige der extremeren Waffensysteme für sich, was die Angriffssysteme betraf, aber ansonsten war alles frei für den Austausch zu nutzen und weiterzuentwickeln. Renner blieben die menschlichen Waffenplattformen und planetaren Verteidigungssysteme. Vollautomatische Verteidigungsanlagen exportierte die Menschheit auch außerhalb der Koalition. Verteidigen sollte sich jeder können. Da war es egal, wer das war.

Auf diese Art hatten sie sogar inzwischen ein paar Spezies beschützt, die noch gar nichts von Raumfahrt wussten, denn die Geheimdienste hatten keine guten Nachrichten aus den anderen Ecken der Galaxie. Opfer, die man vermeiden konnte, waren zu vermeiden und damit basta.

Was man eventuell auch noch wissen sollte war, dass ein Frachtraum der Galaxy Hawk in ordentlicher Größe inzwischen in einen Hangar umgebaut wurde. Hier lag ein Schiff angedockt, dass im wesentlichen Elena für ihre diplomatischen Ausflüge nutzte, dass aber auch anderweitig schon gute Dienste geleistet hatte. Mit Platz für vierzig Personen war es ein schickes Beiboot. Dieses war nicht menschlicher Bauart, sondern war ein Geschenk der Solari. Eva war damit bereits mehrfach bei eben diesen zu Besuch und wurde von dortigen Priesterinnen in ihren Fähigkeiten ausgebildet.

Keiner, weder Menschen, Solarie, noch sonst wer wusste zu diesem Zeitpunkt, wohin die Fähigkeiten von Eva noch gehen würden. Einig war man sich notgedrungen nur in einer Sache. Eva war immer wieder eine unglaubliche Überraschung!

Jetzt war aber das alles vollkommen egal und die Lebensformen auf der Galaxy Hawk waren allesamt voll bei der Sache. Die Kinder mussten brav lernen, oder spielen, je nachdem, wie groß. Die Großen hatten alle ihre Aufgaben und die konzentrierten sich aktuell eben auf die neuesten Reiseziele. So war auch Andreas mit seinen Engsten an der Kommandostation versammelt und die studierten aufmerksam, was Sensoren und Übertragungen lieferten.

Sie hatten die feindliche Flotte auf dem Schirm und näherten sich nur noch langsam, um keine verräterischen Energiespuren zu erzeugen, als Eva zu ihnen auf die Brücke gerannt kam. Aufgeregt sagte sie zu ihrem Papa:

„Papa, du musst schnell mit dem Schiff in Deckung gehen. Wir müssen uns verstecken, die kommen!“

Diese Warnung wurde von Luna schon schlagartig umgesetzt und so schafften sie es gerade noch rechtzeitig aus der Flugbahn dieser riesigen Flotte zu verschwinden. In genau dem Moment, in dem sie den Feind erreicht hatten, startete dieser wohl gerade die Invasion, was natürlich sofort an das Kommando gesendet wurde.

Überhaupt waren es ganz unglaubliche Datenmengen, die aktuell zwischen Kommando und Schiff ausgetauscht wurden. Dieses Netzwerk hatte den Zweck die Flotte und die militärischen Hauptquartiere der Koalitionspartner auf dem gleichen Stand der Informationen zu halten. Eigentlich ein Wunder, dass diese unglaublichen Ströme nicht entdeckt werden konnten. Hinter einem beachtlichen Asteroiden hatten sie sich versteckt, warteten und sahen, wie diese gewaltige Flotte an ihnen vorbeisegelte. Es waren teilweise unglaubliche Brocken, nur war Andreas wieder er selbst, als er zu Luna sagte:

„Wenigstens ist es nicht schade drum, wenn wir die aus dem All bomben. Die sind ja unbeschreiblich hässlich!“

Natürlich passte dazu, dass Luna antwortete:

„Naja, dafür haben die ganz beachtliche Technik und Waffen an Bord. Die sind echt extrem böse bewaffnet!“

Reaktion:

„Die sollen froh sein, wenn sie sich nachher nicht gegenseitig im Weg stehen!“

Der Begriff „Nachher“ bedeutete den Moment, wenn die Angreifer auf die Koalition treffen würde, denn logisch war diese längst bereit. So war es wenigstens halbwegs gut verdaut worden, dass man die Galaxy Hawk für diesen Moment nicht zur Verfügung haben würde. Andreas hatte sich durchgesetzt und wartete nun lediglich noch ab, bis die Flotte vorbei war. Er scannte alle Schiffe und lieferte alle erhaltenen Informationen an die eigene Truppe. So gute und umfangreiche Daten über einen Feind gab es sicher auch nicht alle Tage und dieser wusste von nichts.

Kaum war die feindliche Flotte vorbeigezogen, schlich sich Andreas in deren Rücken in Gegenrichtung und so erkundeten sie die Heimat und Versorgung des Feindes. Eine Erkundung, die nicht nur Scans, Beobachtungen und Lauschen beinhaltete, sondern gerade auch Eva. Die kleine Maus, eigentlich noch ein Kleinkind schmuste auf dem Arm von Luna, mit ihrer Mama an ihrer Seite und diese lauschte in ihren Kopf hinein. Sie nahm Ströme und Gedanken wahr, von denen ein anderes Wesen absolut nichts ahnen konnte. Sie fühlte Emotionen und Gedanken, wie andere einen Film ansahen und konnte genauso sogar kommunizieren. Jetzt war sie ruhig und lauschte, bis sie rief:

„Papa, wir müssen zu diesem Planeten da! Dort gibt es einen illegalen Handelsposten und Piraten Station. Da müsst ihr vorsichtig sein, aber wir werden dort wichtige Verbündete finden!“

Ach was soll‘s, dachten da wohl nicht wenige. Bekomme ich eben meine Befehle von so einem Mini Pampers Bomber! Aber ja… Dieser kleine Wonneproppen hatte sich schon einige Male bewiesen. Sogar einen Meteoriten Sturm hatte sie rechtzeitig wahrgenommen und gewarnt. Jetzt war es also schon nicht mehr ungewöhnlich und so richteten sich nun alle Aufmerksamkeiten und Sensoren auf diesen Handelsposten.

Kommunikation und Daten. Scan der Waffen und Personen und all diese Dinge, die man zusammen bekam, brachten ein wirklich spannendes Bild zustande, womit nun eine kleine Truppe zusammengestellt wurde, die möglichst unauffällig dort spionieren gehen sollte. Genau dafür war dieses kleine Solari Schiff jetzt echtes Gold wert, denn so konnte man mit nur geringen Tricks vortäuschen, dieses gestohlen zu haben. Alle Kennungen waren entfernt und ohne Transponder war es eine sehr gute Tarnung.

Nun kam die Stunde der Exoten an Bord, da Menschen nicht auffallen durften. Die beiden Ninja waren logisch und gingen vermummt und machten die Wachen für Livia und Eva, die ja die Ortung übernehmen musste. Andreas bekam lange Ohren und mit seiner Tochter die richtige Hautfarbe. Dazu kamen zwei Crel, ein Draconier, für den nötigen Eindruck und ein Camrati, für die erwünschten Entscheidungshilfen. So würden die Meisten sicher nicht an einen Übergriff denken. Als Backup würden die Marines auf dem Schiffchen bereitstehen, wenn etwas schief gehen sollte. Das war jedenfalls eine besorgniserregende Truppe, die nun das kleine Schiffchen sattelte, das übrigens „Sternschnuppe“ hieß.

Naja, Diskussionen gab es sicher auch über den Namen, aber Eva hatte entschieden. Klein, elegant, sehr schick und bis über alle glaubwürdigen Gedanken hinaus eine wirklich böse bewaffnete Sternschnuppe, deren Integration in Lunas Systeme eine wahnsinnige Arbeit gemacht hatte. Dieses süße Schiffchen begab sich nun auf den Weg zu dieser Station und Luna kommunizierte mit der Station, um die Andock-Erlaubnis zu bekommen. Für die Station sah es so aus, als wäre dieses Schiff aus der Schattenseite eines kleinen Sterns gekommen und sollte so keine Sorgen machen. Was sicher nicht für das Kriegsschiff gelten würde, dass hinter eben diesem Stern lauerte.

Es gab eine grobe Kommunikation in einer ekeligen Sprache. Auf dieser Station lachten noch Leute, die nur sagten:

„Sternschnuppe? Was ist kaputt bei euch Leuten? Wer vergibt denn einen solchen Namen für sein Schiff?“

Trotz allem Spott gab es die Erlaubnis und so landete man an einer Landebucht, die den Weg in eine unglaubliche Welt eröffnete. Die Landegebühren waren unverschämt und hatten etwas von Diebstahl. Die Station schwebte praktisch frei zwischen diversen Asteroiden, war hässlich und wild zusammengeschustert, laut Scans hatte sie aber eine verträgliche Atmosphäre. Hier lagen diverse üble Piratenschiffe, Frachter, die keiner erkannte und schon von außen erkannte man die Grenzen der Legalität. Nicht wenige Blicke zeugten von erheblichen Bedenken und Unwohlsein, bis auf Eva. Die schien das hier jetzt genau richtig zu finden. Kein Wunder, dass Andreas zu seiner Livia sagte:

„Wir müssen ganz dringend am Warnsystem unserer Tochter arbeiten. Die hat so ihre ganz eigene Art von Bedrohungsanalyse!“

Wie antworten alle Mamas in solchen Fällen? Livia antwortete:

„Du musst ganz ruhig sein, dass hat sie doch alles nur von dir!“

Als sie endlich aus dem Schiff auf die Station gehen konnten, war es genau das, wonach es von außen schon ausgesehen hatte. Luna bekam Informationen von diversen versteckten Überwachungssystemen, die die Truppe versteckt mit sich führte. So informierte sie wieder die Mannschaft, was sie sahen und mit was sie es zu tun hatten. Nicht sehr überraschend sah man so endlich mal, wie so ein Vortak eigentlich aussah.

Das waren echt hässliche, wenn auch große Käfer, die nicht nur hässlich, sondern auch gemein aussahen. Klauen Hände, an sechs Armen, gepanzert und Mäuler mit Scheren, die wohl selbst übel sein konnten. Über ihren natürlichen Panzern hatten sie zusätzliche Exoskelette, die mit ganz unterschiedlichen Modifikationen aufwarten konnten. Echt üble Zeitgenossen und alle umfangreich bewaffnet.

Diese waren hier häufig, aber nichts Besonderes. Ein bisschen dachte Andreas an die Star Wars Filme, die so einen Ort echt gut beschrieben. Zu Tedeschi sagte er durch seine Zähne:

„Hast du schon mal so viele hässliche Gestalten auf einem einzigen Fleck gesehen?“

Gut, dass man das Grinsen des Ninjas, durch dessen Maske nicht sehen konnte. Sorgen machten aber nicht nur die vielen unterschiedlichen und unbekannten Spezies, sondern gerade auch die vielen bekannten Arten. Zwar sicher logisch, dass es in jeder Gesellschaft fragwürdige Gestalten gab, aber immerhin bedeutete das ja auch, erkannt werden zu können. Von den Landebuchten aus kamen sie durch unglaublich weitläufige Lagerbuchten mit schon reichlich Gewusel.

Es war eine Struktur, die aus metallischen Konstruktionen, grau, silbern, schmucklos und ausgesprochen hässlich gebaut wurde. Hier diente alles einem nicht immer erkennbarem Sinn. Von schön, oder gar optisch ansprechend wollte hier schon seit dem Bau keiner reden. Man konnte genau sehen, wie sich defekte und ausgeschlachtete Systeme im Raum ansammelten und von wenig schönem Ersatz ergänzt wurden. Man bekam den Eindruck von einem unglaublich verschmutzten und veralteten Heizungskeller in sehr groß, kurz vor seiner Erneuerung.

Von hier aus durch Sicherheitsschleusen in eine große Halle, die wohl als Handelsbereich, mit diversen Essens- und Trinkständen genutzt wurde. Total verbaut, chaotisch und vollkommen überlaufen behielt nur Eva den Fokus und die wusste genau, wohin sie wollte.

Was jetzt geschah, verschlug allen die Sprache und so musste man unglaublich aufpassen, jetzt nicht aufzufallen. Alle waren geschockt, aber Eva sagte zu ihrem Papa in voller Überzeugung:

„Papa, da wird jetzt als nächstes jemand versteigert, den du ersteigern musst. Papa, das ist wirklich wichtig!“

Der Papa wollte weder glauben, was er hörte, noch was er sah. Er tauschte Blicke mit seinen Freunden und zusammen sahen sie hier auf einen echten Sklavenmarkt, mitten im Weltall. Seine Freunde guckten nicht anders und so beobachteten sie, wie dort unten ein Wesen versteigert wurde, dass dort als Fleisch bezeichnet wurde. Wohl nicht empfindungsfähig, sollte es wohl nur als Frischfleisch dienen. Andere Wesen in Käfigen und Ketten sahen dagegen sehr wohl nach intelligentem Leben aus und so mussten sie sich schon sehr beherrschen.

Als Eva auf das nächste Objekt reagierte, sahen alle auf Torell und jeder machte sich Sorgen. Sie tauschten Blicke aus und der Draconier an ihrer Seite zeigte schon sehr klar, was es ihn kostete, sich hier und jetzt zu beherrschen. Dort unten, auf dieser Bühne wurde nun ein riesiger Käfig abgestellt, in dem eine unglaublich beängstigende Draconier Frau angekettet stand. Sogar offensichtlich mit neuronalen Sicherheitsfeldern abgeschirmt, ihr Maul mit einem Korb verschlossen und ansonsten nackt stand sie dort und versuchte sich doch zu befreien. Der Auktionator verkündete:

„Liebes Publikum, ein weiterer und sehr seltener Leckerbissen. Wir bieten sie als Fleisch an, denn sobald ihr sie einfach nur etwas freier, oder gar aus diesem Käfig lasst, seid ihr mit Sicherheit tot. Wie ihr seht, eine weibliche Draconier, die mit dem Entern eines Frachters überwältigt werden konnte. Sie hat in ihrer Gefangenschaft sechsundzwanzig Wesen getötet, also nehmt die Warnung ernst. Wer bietet eintausend Kredits?“

Ob der Auktionator das auch noch so ruhig gefragt hätte, wenn er Torell bemerkt hätte, den aktuell drei Freunde verkrampft zu beruhigen versuchten? Der sah vollkommen verzweifelt zu Andreas rüber und der fand die richtigen Worte:

„Beruhige dich mein Freund. Diese Dame geht nur mit uns und sonst mit keinem!“

Das beruhigte wirklich und zudem bot kein einziger Interessent für diese nicht ganz stubenreine Dame. Alle tauschten hektische Rufe und schienen sichtlich fasziniert, bis der Auktionator in die Runde rief:

„Also gut. Gibt es ein Gebot? Sonst werfen wir sie in den Häcksler. Im All macht ja nicht wirklich Sinn!“

Tatsächlich lachten einige über diesen platten Witz, da ja alle wussten, dass ein Draconier im All, ohne Atmosphäre überleben konnte. Andreas aber rief in den Raum:

„Ich biete 500 Kredits!“

Womit es tatsächlich schon wieder ruhig wurde und der Auktionator zu ihm nach oben sah. Ein Blick, der diesen sichtlich hektisch werden ließ, denn jetzt endlich sah er auch den nicht wenig eindrucksvollen Torell, der dort sichtlich im Zaum gehalten werden musste. Nun stotternd und sichtlich nervös kam die Frage zurück:

„Hast du dein Haustier da im Griff?“

Andreas antwortete vollkommen entspannt:

„Im Moment noch. Was ist jetzt mit meinem Gebot?“

Ob es in dieser Halle schon mal so ruhig gewesen ist? Besucher, Wachen, Personal, alle sahen entsetzt, was sie die ganze Zeit übersehen hatten. Ein freilaufender Draconier, dessen Wangen sichtlich hell glühten und dessen ganze Körpersprache auf Angriff deutete. Zu allem Überfluss auch noch voll bewaffnet mit nicht weniger beeindruckenden Begleitern.

Sicher kein Wunder, dass dieser Auktionator nun richtig Eile hatte und ausrief:

„Es sind 500 Kredits geboten. Wer bietet mehr? Nein? Also dann, zum ersten, zum zweiten. Verkauft an den merkwürdigen Solari mit diesem unangenehmen Freundeskreis!“

Torell war nun nicht mehr zu halten und trabte los auf diese Bühne. Andreas musste fast rennen, um zu ihm aufzuschließen. Auf dem Weg sagte er ihm schnell:

„Beherrsch dich. Lass uns die Dame in Sicherheit bringen. Reiß dich bitte zusammen!“

So lange sie sich jetzt schon kannten. Noch nie hatte Andreas diesen Wehlaut aus dem Hals des Draconier gehört. Er konzentrierte sich aber jetzt wieder auf die aktuellen Geschäfte. Verzweifelt sah er noch über die anderen Opfer und wusste doch, dass er hier nicht viel machen konnte. Was sollte er tun? Er fragte über seine Uhr bei Luna an, ob sie eine Idee hätte, aber nein. Jetzt zu reagieren hätte ihre Tarnung noch mehr gefährdet. So zahlte er den Kaufpreis, bekam ein Daten Tablet, auf dem der Kauf dokumentiert war und die Schlüsselchips für seinen Kauf.

Alle gingen nicht einen, sondern sehr viele Schritte zurück, als Andreas diese Chips an Torell gab und der direkt begann, Käfig, Ketten und Maulkorb zu entfernen. Vollkommen entsetzt schrien die Leute:

„Was machen die da? Tut doch was… Schnell weg hier!“

Und damit brach die komplette Versammlung in Panik aus, um verzweifelt die Ausgänge zu erreichen. Andreas grinste und erwiderte die verzweifelten und panischen Blicke der Frau, während Torell fast zärtlich den Maulkorb entfernte. Ein Stich im Herzen des Admirals quittierte den Anblick, als Torell diese Dame streichelte und deren Blicke sich endlich fanden. Als dieser dann leise fragte:

„Ich bin Torell und du bist jetzt frei. Wenn du willst, bist du bei uns herzlich willkommen. Wenn du deine eigenen Wege gehen willst, ist das Okay!“

Sie brauchte einen Augenblick und antwortete dann:

„Ich bin Belmaria. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Wer seid ihr?“

Andreas mischte sich mit seiner Antwort ein und zeigte nicht die Spur von Angst:

„Komm erst mal mit in Sicherheit. Lass uns hier abhauen. Entscheide später!“

Und so gingen diese Verrückten in dieser unglaublichen Gruppe durch unglaublich viele panische und verstörte Wesen wieder in Richtung ihres Schiffes. Andreas fragte seine Tochter:

„Können wir verschwinden, oder hast du noch Arbeit für uns?“

Diese antwortete nur, mit fasziniertem Blick auf den Neuzugang:

„Nein Papa. Wir können wieder gehen!“

Die Umwelt sah hingegen zu, wie Livia mit Hilfe ihrer Freunde eine große Decke über Belmaria legte und alle diese Drachen Maus in ihre Mitte nahmen. Alle sahen, wie sie dieses unglaublich gefährliche Wesen beschützten und sicher leiteten, obwohl diese wohl die halbe Station in Schutt und Asche hätte legen können. Selbst Wachen und schwer bewaffnete Piraten sahen ihnen nur nach. Keiner hatte Lust, sich hier einzumischen.

Zurück auf der Sternschnuppe waren natürlich die gegenseitigen Überraschungen gewaltig. Belmaria sah die Marines und erkannte die Tarnungen der vielen Menschen. Sie sah die bunt gemischte Truppe und verstand aktuell wohl gar nichts mehr. Sie merkte nicht mal, dass sie sich in die Arme von Torell gelehnt hatte, der die deutlich zitternde Lady einfach nur festhielt. Natürlich sah man den Marines die Überraschung genauso gut an, aber die waren ja schon einiges gewohnt.

Überraschend sicher und schnell konnten sie schließlich abhauen und entsprechend schnell waren sie auch wieder auf dem Weg. Andreas steuerte sein Ziel in einem Bogen an und hatte alle Schilde oben. Sie beobachteten genau, was sich auf der Station so tat. Dort schien man aber in erster Linie froh zu sein, die Truppe wieder los zu sein und so erreichten sie schließlich die Galaxy Hawk, wo Belmaria noch viel mehr überrascht wurde.

Sie landeten, versiegelten die Landebucht und stiegen auf ein doch etwas größeres Boot um. Belmaria wurde direkt zur Krankenstation geführt, um dort umfangreich untersucht zu werden. In der Zwischenzeit bekam sie eine von Torells Uniformen, etwas zu trinken und zu essen und die Überraschung wurde immer größer. Sie fragte verzweifelt:

„Wo bin ich hier? Was wollt ihr von mir? Was passiert hier? Was werdet ihr mit mir machen?“

Sie sah auf die Gesichter der Wesen, die hier einfach so miteinander herum wuselten, als wenn es ganz normal wäre. Sie sah zu, wie sie sich gegenseitig halfen und mit einander redeten, als wenn das ganz normal wäre. Sie sah, wie ein Nexarie Mädchen erst Torell, dann ihr selbst eine Tasse mit gut riechendem Tee reichte. Sie sah, wie ein menschlicher Arzt mit einem Velorie Mediziner zusammen lachten, als sie eine Probe zusammen bearbeiteten. Das hier war einfach unfassbar. Und dann dieses Schiff? Welche Spezies baute solche Schiffe? Diese Strukturen?

Verzweifelt sah sie zu Torell hinüber und sagte nur ein Wort, dieses aber mit echter Verzweiflung:

„Bitte!“

Torell lächelte sie sichtlich herzlich an und antwortete, sie streichelnd:

„Hol erst mal Luft und erhole dich. Ich weiß noch nicht, warum uns unser Weg zu dir geführt hat, aber du wirst in deinem ganzen Leben nie wieder sicherer sein, als hier, an Bord der Galaxy Hawk!“

Mit weit aufgerissenen Augen sah sie ihn an. Ihr Mund formte mehrfach ihre Versuche, Worte zu bilden, als sie stotterte:

„Galaxy Hawk? Dieses Schiff ist ein Mythos. Nur ein Gerücht, dass in den Kneipen dieser Welten herumgeistert!“

Eine feste Überzeugung, die sie immer noch fest glaubte, als Andreas mit einigen anderen Besuchern vor sie trat. Sie sah sich fassungslos um und merkte doch, dass sie überhaupt keine Not verspürte um sich zu verteidigen. Hier sah sie auf diesen Menschen, der sie gekauft hatte, von dem sie aber nicht wusste, was er nun mit seiner Investition tun wollte. Er hatte diese Eva auf seinem Arm. Beide hatten nun die helle menschliche Haut, wobei nur noch die Kleine die komisch spitzen Ohren hatte. Livia schien dann aber wenigstens eine echte Solari zu sein, die nun wieder von zwei menschlichen Frauen begleitet wurde. Die Eine nannten sie Maggie, eine ältere Menschenfrau mit unglaublich herzlichen Augen und diese andere hier.

Luna stand dort und bei ihr passte gar nichts. Belmaria registrierte sie und doch standen alle ihre Gefühle auf Alarm. Sie war nicht richtig. Sie war nicht warm genug. Sie sendete falsche Signale, ohne Gefühle, Ängste. Sie stimmte nicht. Die Draconier Frau empfand Sorge und Angst. Alle erkannten an ihrem Gast die Sorge und Verwirrung, aber Luna war ganz genau das, was sie war, als sie mit sanfter Stimme sagte:

„Mein Name ist Luna Müller. Ich bin hier die erste Offizierin und Schwester unseres Andreas. Und ja, ich bin eine Androidin. Ich bin künstlich erschaffen, weshalb meine Präsenz dir komisch vorkommt!“

Mit offenem Mund und großen Augen hörte der Gast zu und war sichtlich verzweifelt, als Andreas sagte:

„Ich weiß. Das muss dich wundern, aber wir alle sind hier nun mal ein bunter Haufen. Ich bin Andreas und wir hatten nur Glück, dich zu finden. Deine Rettung hast du dieser Riesin hier zu verdanken. Komm Eva, sag Hallo zu unserem Gast und sag uns, wie oder warum du sie gefunden hast!“

Mit einigermaßen verzweifelter Überraschung stöhnte die Drachen Frau:

„Kind, du bist in meinem Kopf?“

Das Kind antwortete mit ausgestreckter Hand, die sie auf das verzweifelte Gesicht der Frau legte mit einem Lächeln, dass viel zu erwachsen wirkte:

„Ich bin so froh, dass ich es geschafft habe. Ich hatte deine Präsenz gespürt und dich gut lesen können. Torell hat richtig viel mit mir geübt. Ihr Draconier seid unglaubliche Wesen. Wir versuchen heraus zu finden, warum die Vortak uns angreifen, was sie wollen und wie wir uns wehren können. Du warst Kapitän auf deinem Schiff. Du kennst diesen Teil der Galaxy und die Wesen hier aus vielen Jahren Erfahrung. Wir bitten dich um deine Hilfe!“

Fassungslos starrte diese Drachenfrau dieses wirklich kleine Kind an und wusste nichts zu sagen, als Livia lachte und zu ihrer Kleinen sagte:

„Eva, meine süße Kleine, das hast du gut gemacht. Ich bin richtig stolz auf dich. Jetzt komm, lass uns spielen gehen!“

Eva sprang ihrer Mama in die Arme zurück und gab ihr einen Kuss. Sie strahlte, als alle lachten und lobten. Dann verließen Maggie, Livia und Eva die Runde und ließen die Großen alleine mit dem neuen Gast. Andreas lachte auch noch, als er einen Stuhl heranzog und sich den beiden Draconier gegenübersetzte und mit unglaublich herzlichen Augen zu ihnen herübersah. So sagte er locker:

„Ach glaub mir, ich verstehe deine Verwirrung gut. Wir arbeiten immer noch am Verstehen. Glaub mir. Eva hat unglaubliche Fähigkeiten. Sie ist mental eine wirkliche Ausnahme und wird aktuell ausgebildet. Wir wissen noch nicht, was sie mal alles können wird. Sie hat uns den Weg zu dir gezeigt und seit ihrer Erklärung von eben gerade weiß nun auch ich, was sie in dir gesehen hat.

Also, wie gesagt. Die Vortak haben vor ein paar Stunden eine riesige Flotte in den Krieg geschickt und wir sind hier, um sie auszuspionieren und eventuell zu stören. Du bist frei. Du bist uns nichts schuldig. Sieh deine Freiheit als Geschenk der Koalition. Wenn du bleiben willst und uns hier helfen wirst heißen wir dich in unserer Gemeinschaft herzlich willkommen. Ansonsten werden wir dir helfen, in deine Freiheit zurück zu finden. Du bist hier Gast und keine Gefangene!“

Belmaria sah ihn sichtlich verwirrt an und dachte länger nach. Inzwischen kam gerade Nalkis, mit einem kleinen Crel auf dem Rücken zu ihnen. Jedes Bild, dass sich ihr neu zeigte verwirrte sie immer mehr. So sagte sie dann leise:

„Ich verstehe das alles hier nicht. Nichts hier ist logisch. Ist das hier ein Camrati? Ich träume doch… Ich muss nachdenken. Bitte!“

Im Aufstehen kam von Andreas lediglich lachend:

„Schöne Drachenlady, ich verstehe dich sowas von gut. Glaub mir, ich kann es heute auch manchmal noch nicht fassen. Lass dir Zeit. Wenn du wieder stark genug bist, beweg dich einfach frei auf dem Schiff. Torell wird sicher ganz wild darauf sein, dir alles zu zeigen. Wenn du so weit bist, komm uns helfen, oder sag, wohin wir dich bringen können. Egal was kommt, hier bist du Gast, keine Gefangene!“

Und so ließ man die Drachenmaus alleine, um sich wieder den wichtigeren Aufgaben zu widmen. Diese Dame sah übrigens so nackt auch für Menschen verdammt lecker aus. Zwar hatte sie weitflächig beschuppte Hautpartien, aber im Ganzen konnte man schon sehr gut die Frau erkennen und bewundern. Wäre sie nicht so groß gewesen, dann hätte sie auch für einen menschlichen Mann sehr lecker sein können und das nicht auf dem Grill, sondern im Bett.

Auf der Brücke war das aktuelle Geschäft auch schon in vollem Gange, als Andreas wieder dort angekommen war. Sie scannten den ganzen Raum und erstellten hier eine gute Übersicht der Standorte. Aus ihrem Datenklau hatten sie gute Raumkarten dieser bisher unbekannten Region erbeuten können und an diesen arbeiteten sie jetzt. Sie fügten dort erkannte Stationen, Basen und Werften ein. Sie hörten Übertragungen ab und versuchten die Verschlüsselungen zu knacken. Als Belmaria sich wieder gefangen hatte und etwas zu neuen Kräften gekommen war, siegte bei ihr die Neugierde und so brachte Torell die wirklich süße Fliegermaus auf die Brücke.

Was sie hier wieder sah, ließ die Verwirrung nun auch wieder nicht kleiner werden, denn hier arbeiteten offensichtlich militärisches Personal und ganz klar zivile Personen aus so unterschiedlichen Spezies zusammen an unglaublichen Stationen. Dieses Schiff war schon der Hammer. Riesig groß, mit Technik, die Belmaria noch nie gesehen hatte. Andreas stand mit vielen anderen Wesen an einer Konsole, wo die aktuelle Umgebung als Projektion in drei D dargestellt wurde. Als Andreas seinen Gast entdeckte, strahlte er sichtlich auf und winkte sie freundlich lächelnd zu sich. Sie kam sehr vorsichtig näher und wunderte sich über sein Vertrauen, als er sagte:

„Hallo schöne Frau! Geht es dir wieder besser? Willkommen auf unserer Brücke. Das hier ist unsere Kommandozentrale. Hier fließen alle Informationen zusammen und Luna bereitet uns hier die verfügbaren Daten in Echtzeit vor, damit sie immer ein gutes Gesamtbild ergeben. Wir haben für umfangreichere Projekte auch einen größeren Kommandoraum, aber meistens reicht das hier. Beweg dich einfach frei und ungezwungen. Ist unser Torell auch gut zu dir, oder müssen wir dem auf die Sprünge helfen?“

Irritiert, aber immerhin mit einem vorsichtigen Lächeln kam zurück:

„Nein, alles gut. Der ist auffallend lieb zu mir, wenn ich das auch von Vertretern meiner Art eher selten sagen würde. Ist das hier wirklich die Galaxy Hawk? Ich kann das wirklich nicht glauben!“

Darauf kam zurück:

„Ich weiß zwar nicht, was du gehört hast, aber ja. Normalerweise lügen wir unsere Gäste erst ab der zweiten Woche an.“

„Ja aber dann müsstest du doch Admiral Andreas Müller sein. Oberbefehlshaber der terranischen Streitkräfte und irgendwie auch von dieser Koalition!“

Darauf grinsten wenigstens mal die anderen Anwesenden und Andreas reagierte wieder etwas verlegen, als er sagte:

„Och nö… Ich bin gefeuert worden. Jetzt bin ich nur noch ein kleiner Diplomat!“

Zack, so schnell kann es gehen und Andreas hatte schon wieder eine hinter seinen Kopf bekommen, womit Tedeschi wieder schimpfte:

„Alter Sack, hör auf die arme Maus noch mehr zu verwirren und bleib gefälligst bei den Tatsachen!“

Als Antwort kam darauf vom Admiral:

„Solltest du eventuell einen Leibwächter brauchen, ich hätte einen zu vergeben und ok. Du hast die richtigen Informationen, wenn auch teilweise veraltet. Wir gehören seit zwei Jahren zum diplomatischen Dienst und nicht mehr zum Militär, wenn wir auch dort noch mitspielen! Komm her. Sieh dir das hier an. Hast du eventuell ein paar Tipps für uns?“

Ja, ein paar Tipps hatte sie für die Crew und so verbrachte Belmaria die nächsten Stunden mit diesen neuen Leuten, ohne zu merken, wie schnell die Zeit verging. Zeit, die dafür sorgte, dass sich diese Kriegerin immer mehr entspannte und wie all die Anderen doch rasend schnell nach Hause kam. Ein Umstand, der gerade für Torell zum Treffer wurde, denn auch diese Beiden näherten sich viel schneller an, als man hätte glauben können.

Trotzdem kam immer wieder die Fassungslosigkeit durch, mit der Belmaria dieses Schiff und diese Mannschaft verarbeitete. Erst mit den nächsten Tagen kam immer mehr Information ans Licht und so erfuhren nun auch mal die Leute hier, welchen Ruf sie inzwischen in den verschiedenen Welten so hatten. Alleine der Name Galaxy Hawk sorgte wohl inzwischen für erhebliche Ehrfurcht unter den verschiedenen Spezies.

Mit Belmaria jedoch hatte Eva absolut recht gehabt und einen unglaublich guten Wurf gelandet. Diese Dame nämlich war nun schon seit vielen Jahren in diesem Teil der Galaxie unterwegs und kannte diese Region, wie ihre Westentasche. Sie wusste wo was war und wer wie und mit wem. Sie wusste, dass die Vortak Unterstützung von zwei ehemaligen Rats Spezies hatten, wofür man auch schon bald Beweise finden konnte.

Mit der Information, dass es im Koalitionsraum bald zum ersten Schlagabtausch kommen würde, verarbeitete Andreas schon die Fakten und hatte seine ersten Entscheidungen getroffen.

In der Zwischenzeit war Amber mit ihren Schiffen auch schon für die nötigen Reparaturen in den entsprechenden Werften angekommen und die Frau Admiralin war richtig sauer. Mit ihr hatte man auf dem Heimflug schon sehr wenig Spaß gehabt. Sie war derart angefressen, dass sie überhaupt in eine Falle geflogen war. Dass sie dann aber so derart hilflos gewesen war, war nicht gut für ihr Ego. Sie wollte, sie musste jemanden schlagen und das merkte auch das Kommando, als sie dort ihren persönlichen Bericht abgeben musste.

Vor ihrem Chef, Peter Hardwell und den anderen wichtigen Offizieren stand sie da und jeder merkte, wie sie sich zusammen reißen musste um nicht aus dem Höschen zu entgleiten. So giftete sie auch eher unpassend in die Runde, als sie sagte:

„Nur um die Gefühle der alliierten Partner nicht zu verletzen, ungetarnt herum zu kreisen ist das Dümmste, was wir machen konnten. Ich werde das so nicht mehr akzeptieren. Ich will schnellstens wieder weg hier und in Zukunft will ich, dass wir alle diese super schönen Formationen in die Tonnen kicken und uns entsprechend unserer Stärken aufstellen. Wir Menschen sollten voll getarnt als Überraschungen mitfliegen. So eine Pleite will ich nicht mehr erleben!“

Amber hier und jetzt zu beobachten und sie zu betrachten ließ so einige Offiziere richtig trocken schlucken und so dachten sie wohl alle, egal welcher Spezies sie angehörten:

„Junge, was ist die sauer! Reifendruck prüfen und Scheibenwasser auffüllen wäre jetzt sicher eine gute Idee, auch wenn so ein Raumschiff eventuell eher weniger Reifen haben könnte!“

Amber machte Druck. Selbst Admiral Peter Hardwell ließ sie jetzt in Ruhe. Sie begleitete selbst die Reparaturarbeiten der Leute in der Werft. Ein Arbeiter war tierisch erschrocken, als er eine verdammt schwere Installation an ihren Platz wuchtete, unerwartet Hilfe bekam und sich beim Umdrehen einer stink sauren Flottenkommandantin gegenübersah, die nur im T-Shirt und verschmiertem Gesicht an ihrem eigenen Flaggschiff mitarbeitete. Sein „Danke“ blieb ihm dann auch verständlicher Weise im Hals stecken.

Damit und mit ihrem absoluten Willen, sich wieder auf ihren Feind stürzen zu können steckte sie aber alle anderen mit an und keiner wollte ihr etwas schuldig bleiben. Im Gegenteil. Sie war der absolute Hammer und verehrt, wie ein Gott. Die Arbeiter und Streitkräfte liebten und bewunderten sie und jeder wollte Teil dieses Wahnsinns sein.

Als sie wieder etwas runtergekommen war, gab sie nach einer ausgiebigen Dusche neue Befehle an die Flotten heraus:

„An alle alliierten Schiffe. Ab sofort sind alle Formationen, wie bisher aufzulösen. Bilden sie Formationen entsprechend der jeweiligen Stärken, nach eigenem Ermessen. Alle Schiffe mit Tarnmöglichkeiten haben die Flanken zu besetzen und somit die ungetarnten Schiffe zu decken. Organisieren sie ansonsten den Aufbau ihrer Formation entsprechend der Umgebung und Anforderungen. Bei Feindkontakt haben die getarnten Schiffe zu warten und sich erst in günstige Positionen zu begeben, bevor sie das Feuer eröffnen. Ich erwarte absolute Flexibilität und Ausnutzung unserer Stärken!

Trainieren sie das jetzt und bereiten sie sich darauf vor. Der Feind arbeitet mit unsauberen Tricks. Lassen sie sich nicht auf unsinnige Frontalzusammenstöße ein. Ich will keine Brechstangen sehen. Denken sie an Hit and Run und Wolfsrudel. Wer sein Schiff beschädigt, oder kaputt macht, hat das mir gegenüber zu verantworten, also passen sie auf sich und ihre Leute gut auf!

Admiral Amber Buffet Ende!“

Die Übertragung hörte der Generalstab auf der Luna Station und dort sagte ein sichtlich verstörter Admiral Peter Hardwell zu seinen Leuten:

„Junge, was ist die Frau sauer. Wenn die mit diesen Aliens fertig ist, werden die sicher heim zu Mami rennen und die Milch wollen!“

Milch würden die Vortak wohl nur noch wollen, wenn sie das hier überleben würden, denn als sich Amber und ihre Schiffe endlich wieder auf den Weg machen konnte, war das All weit gespickt von Kampfgruppen mit jeweils nicht mehr als zwölf Schiffen, die sich alle auf einen gemeinsamen Abfangpunkt zubewegten. Sie hatten Koordinaten geplant, die sich immer wieder aktualisierten, an denen sie den Feind treffen wollten und hier aus allen Richtungen, mit immer nur kleinen Gruppen ein möglichst schlechtes Ziel bieten wollten, jedoch mit äußerster Effizienz zuschlagen wollten.

Was mindestens genauso wichtig war, war die Koordination mit Andreas und seiner Luna. Die Beiden machten nämlich wieder das, was die Zwei am besten konnten. Im Teamwork für richtig schlechte Laune beim Feind sorgen. Dabei nutzten sie mit wachsender Begeisterung die Kenntnisse und Informationen ihres Neuzugangs, der jetzt nicht nur mithalf, sondern schlagartig richtig wach und gierig wurde. Belmaria war eine Draconier Kriegerin und jetzt war sie in ihrem Element. Mit sichtlicher Begeisterung und Gier teilte sie ihr Wissen, sah, wie die Truppe hier ein Bild zusammenbaute und sich unglaublich schnell eine Strategie bildete.

Kurz war sie noch abgelenkt und irritiert, als sie die vielen Kurzen wieder in deren Ecke still auftauchen sah und diese das Geschehen mit äußerster Spannung und Faszination verfolgten. Sie sah, wie die dort Decken und Verpflegung bekamen, aber nicht wieder verscheucht wurden. Sie sah, wie es nun immer ernster wurde und die Truppe nun echt in ein Gefecht zog.

Unglaublich, aber das ging hier auf eine Art, als wenn man eine Grillparty vorbereiten würde und so begann nun hinter der Front ein unglaublicher Schlag gegen den Feind, von dem dieser nicht wissen konnte, wie ihm geschah.

In voller Tarnung glitt die Galaxy Hawk auf ihr erstes Ziel zu und entließ die vorhandenen zehn Shuttles, mit jeweils zwei Mann Besatzung und alle Drohnen, die ebenfalls jeweils ihre Ziele im Sack hatten. So verteilten sich alle Kräfte, bis sie alle in Angriffsposition waren und dann ging es los.

Aus heiterem Himmel traf es absolut zeitgleich und überraschend Nachschub, Kommunikation und Stationen. Alles, was die feindliche Flotte für ihren Angriff brauchen konnte, wurde möglichst in einem Schlag vernichtet. Diesmal gab sich keiner Mühe, auf Verluste zu achten, denn hier ging es um das Überleben der eigenen Kräfte. Sie schlugen zu. Setzten Raketen und Rail Gun Geschosse ein. Drohnen setzen auch Minen aus und noch bevor die Ziele merkten, dass etwas kommen würde, waren die Angreifer schon zu den nächsten Zielen unterwegs um auch diese auszuschalten. Über gute zwei Stunden Einsatz waren nötig und die Vortak hatten in einem kompletten Sektor keine brauchbare Infrastruktur mehr.

Genau in dem Moment, als Andreas den Angriff befahl, machte Amber an der Front genau das Gleiche. Im selben Moment setzte sie hier alle Kräfte gut verteilt auf die feindlichen Schiffe an und die hatten nun richtig Spaß. Kein klares und sauberes Ziel, mussten die wesentlich genauer zielen, als normal und bekamen eben nie eine klare Möglichkeit. Der Feind schoss und zog weiter. Die Allianz war mit ihren Schiffen in ständiger Bewegung. Sie kreisten um den Angreifer herum, wie ein Bienenschwarm.

Zwanzig Tausend Schiffe hatten die Vortak mitgebracht und durch Andreas Vorarbeit hatte jeder Gegner bereits klar zugewiesenen Gegner. Sah es zwar von außen absolut chaotisch aus, so hatte aber jedes Schiff klare Ziele und Anweisungen, wobei sie ansonsten frei agierten. KI´s sorgten für grobe Koordination und Sicherheit und somit war es mal so richtig was Neues! Dazu kam die Arbeit von Andreas und seinen Leuten in deren Rücken und somit war nicht nur der Kampf an sich die Hölle, sondern sehr schnell gingen Munition und Treibstoff aus. Nachschub und Versorgung brachen genauso schnell zusammen, wie die Flotte selbst.

Feindliche Schiffe, die diese Schlacht überlebten flüchteten zurück in ihre Heimatwelt, wo Andreas mit seinen Kräften schon auf sie wartete. War es jetzt richtig, oder nicht? Hätte man den Vortak die Kapitulation anbieten sollen? Amber hätte das sicher in Erwägung gezogen, aber dafür ging alles deutlich zu schnell. In einem Moment noch im heftigen Gefecht, brachen die Überreste ganz plötzlich aus den Kämpfen aus und stürmten davon, um zu flüchten. Andreas hatte ebenfalls nicht viel Zeit und somit eröffnete er mit seinen Leuten das Feuer, um damit den Rest der riesigen Flotte aufzumischen.

Als diese dann endlich ihr Feuer einstellte um sich zu ergeben waren nur noch, oder immerhin noch viertausend Schiffe übrig, die nun im Orbit schwebten und mit herunter gefahrenen Schilden, Waffen und Antrieben auf die Gnade des Feindes hofften. Eine Gnade, die sie immerhin auch bekamen, denn damit stellte auch die Gegenseite die Gefechte ein und somit war die bisher größte Schlacht der neuen Allianz beendet.

Eine Schlacht, die erst der Anfang sein sollte, denn mit dieser ging der eigentliche Ärger überhaupt erst los…



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