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Vermisste Hände (fm:Verführung, 6796 Wörter)

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Veröffentlicht: Jun 06 2026 Gesehen / Gelesen: 70 / 47 [67%] Bewertung Geschichte: 0.00 (0 Stimmen)
Zwischen zwei Freunden geschieht etwas, was nie hätte passieren sollen. Maria sucht in Roman jemanden, den sie schon seit langer Zeit vermisst und Roman geht darauf ein. Ist die Versuchung zu groß? Dies ist der erste von drei Teilen.

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© Roman Tiker Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Vermisste Hände

Ihre Berührung hätte mich stutzig machen sollen. Die, als sich ihre Hand auf meinen Unterarm legte und zu lange dortblieb, weil doch eigentlich nur jemand einen Scherz gemacht hatte und sie hatte lachen müssen. Ich hätte mich wundern sollen, weil es nicht nur eine Hand auf einem Arm war, sondern eine stille Umarmung ihrer Finger, im ersten Moment unbedeutend, und doch für sie so wichtig.

Es war bei einem Treffen unter Freunden, bei gutem Wetter, in der Clique, die sich seit Jahrzehnten kannte, und wo man sich regelmäßig traf, trank, aß, eine gute Zeit miteinander verbrachte und eben auch viel lachte. Umarmungen unter Freunden kamen durchaus vor, zur Begrüßung und beim Abschied, doch diese Berührung war anders.

Und dann, einige Augenblicke später, weil jemand den Ulk des einen weitergesponnen hatte, und sie neben mir stand und schon wieder übertrieben angefangen hatte zu lachen, beugte sie sich zu mir und tat so, als könne sie sich kaum noch halten vor Lachen. Eine Hand landete unachtsam und rein zufällig auf meiner Brust, die zweite an meinem Arm und ich hielt sie reflexartig fest an ihrer Taille, weil ich befürchtete, sie könne stürzen. Kurz streiften sich unsere Blicke, bis der Witz abflachte.

Meine Stimmung wankte nach zwei Gläsern Wein, musste ich zugeben, zwischen überrascht Sein und sich geschmeichelt Fühlen, denn Maria war eine Freundin. Und nicht nur das, sie war die Frau eines guten Freundes, einer der besseren, einem, der mit seinen wirren Gedanken oft zu mir gekommen war und um Rat gefragt hatte. Mit Vertrauen hatte er sich an mich gewandt, sich mir gegenüber geöffnet und mir vermutlich Sachen erzählt, die sonst niemand wusste.

Alle waren ausgelassen an dem Abend, wie immer, wenn wir uns trafen, denn die Kinder von Traurigkeit gehörten nie zu uns. Maria war es auch, obwohl sie so gut wie nie Alkohol trank. Sie lachte, als wäre alles in Ordnung, als stimme alles, und zumindest ich wusste von meinem Freund, dass es oft nicht so war.

Als nächstes trafen wir uns auf dem Flur vor der Toilette. Sie holte Nachschub und ich kam vom Pinkeln. So nah, dass ich ihren Atem riechen konnte, kam sie mir, obwohl genügend Platz war, und ihre Schulter streifte meine. Unsere Blicke trafen sich, hielten sich einen Moment gegenseitig fest, bevor wir beide zur Party zurückkehrten.

Später am Abend, wir standen alle in der Runde, bemerkte ich wieder ihre Nähe. Ihre Schulter lehnte fast an meiner, berührte mich bei unachtsamen Bewegungen, und sie reagierte übertrieben, wenn ich eine Anekdote zum Besten gab, die viele Jahre zurück lag und bei der sich kaum noch jemand an die Details erinnerte.

Maria nickte zustimmend und lachte untrüglich lauter als alle anderen.

Beim Gehen folgte ein herzlicher Abschied. Alle umarmten sich, nur Maria mich nicht. Zum Abschied berührten sich nur unsere Augen.

Die Frau neben mir schnurrte den Schlaf der Gerechten und ich lag wach in der Nacht. Es wurmte mich, nicht darauf reagiert zu haben. Nicht, dass ich Marias Nähe erwidern wollte, aber ich wollte wissen, ob ich richtig lag. ‚Warum ich?', fragte ich mich nicht nur einmal. Nie zuvor hatte sich Maria an Männer rangemacht, da gab es andere.

Außerdem war sie die Frau eines guten Freundes und die Mutter seiner Kinder, die mittlerweile erwachsen und schon lange aus dem Haus waren.

‚Warum kam sie mir so verdammt nah? Oder bildete ich mir das nur ein?'

Nun bin ich alt genug, um zu wissen, dass es so etwas gibt, aber auch erfahren genug, um zu wissen, dass sich so etwas verbietet. ‚So etwas? Was eigentlich? Es war doch nichts geschehen.' Eine zufällige Begegnung, unabsichtlich und ohne Hintergedanken, und doch machte es mich nervös.

Das nächste Treffen ließ nicht lange auf sich warten. Jemand aus unserem Kreis hatte Geburtstag und lud natürlich alle ein. Mir würde es die Gelegenheit geben, hinter Marias Geheimnis zukommen, doch zu meiner

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