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Herzklopfen (fm:Ältere Mann/Frau, 11676 Wörter)

Autor:
Veröffentlicht: Jun 18 2026 Gesehen / Gelesen: 176 / 119 [68%] Bewertung Geschichte: 10.00 (1 Stimme)
Frank ist Rentner, alleine und möchte nochmal an den schönen Dingen des Lebens teilhaben Er trifft auf Lona. Es sieht aus wie ein Zufall, dass sie aufeinandertreffen, doch ist es alles andere als das ...

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© Roman Tiker Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

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reden will, oder gar von mir eingeladen werden möchte. In Gedanken bin ich schon zigmal auf sie zugegangen, habe sie mit Komplimenten zu ihrer Kleidung oder ihrem Aussehen davon überzeugt, mit mir Zeit zu verbringen, mich mit meinem Vornamen anzusprechen und sich mit mir auf einen Spaziergang einzulassen. Dann haben wir uns verabredet, uns getroffen, irgendwann an den Händen berührt und zum Abschied einen Kuss auf die Wange ausgetauscht und uns auf das Treffen am nächsten Tag gefreut. Zu meinem Bedauern bleibt das bis jetzt aber alles in meiner Fantasie stecken. Jahrzehnte habe ich keine Frau mehr angesprochen, habe vermutlich verlernt, wie man das macht.

LONA

Es ist Mai, ich laufe durch Berlin und bin froh, dass die Sonne endlich ihr freundliches Gesicht zeigt. Unter uns Prinzen und Prinzessinnen, ich erwarte nicht nur Anwesenheit von der Sonne, sie darf ruhig Einsatz zeigen. Nicht zu viel, aber ein bisschen schon. Und das, was wir die letzten Tage hatten, war viel zu wenig. Das Nassgrau der letzten Wochen hat mir gehörig zugesetzt und dann musste ich auch noch mit ansehen, wie mein Mitbewohner, der Typ, mit dem ich zwei Jahre lang Tisch und Bett geteilt habe, sich vom Acker macht. Wir hätten nicht mehr viele Gemeinsamkeiten, hat er gesagt. Kunststück, wenn er seine Nase oder andere Körperteile in die junge Kollegin versenkt, während ich mich um meine kranke Mutter kümmere. Um ehrlich zu sein, der Burner war er nicht, am Herd nicht und auch nicht im Bett. Zu viel Routine, zu wenig Überraschung. Unterm Strich bin ich sogar froh, ihn los zu sein, soll die neue Flamme sich doch um seine Allüren kümmern. Was sollte ich auch zwischen den beiden, etwa miteinander Händchen halten und ihr über ihre Trennung hinweghelfen? Der hat sie doch nicht alle. Ein Glück, dass er weg ist. Ich drehe mich wieder der Sonne zu, den freundlichen Dingen, und habe total Lust auf Leben.

Wahrscheinlich gibt es auf dieser Welt viele nette Menschen, denen es ähnlich geht und die meine Gesellschaft schätzen würden, der mit dem Buch in der Hand zum Beispiel. Seit einiger Zeit sitzt er morgens hier und blättert in seinem Schmöker. Es scheint so, als könne er etwas Unterhaltung gebrauchen, dabei sieht er so sympathisch aus, hat ein freundliches Gesicht, macht einen sehr gepflegten Eindruck, vielleicht ein wenig schüchtern, wie er da so sitzt mit den Beinen gekreuzt und der Zigarette in der Hand.

Jetzt schaut er zu mir herüber und direkt wieder zu seinem Buch. Eine rauchen könnte ich auch noch, bevor es bei meiner Mutter nachher wieder keine Gelegenheit dazu gibt. Mein Feuerzeug, das mit der Gravur von meinem Ex, diesem Heini, habe ich in der Tasche, aber ich könnte auch ihn fragen.

FRANK

Mit meinem Buch in der Hand, beflügelt von dem Wunschdenken, dann aber ernüchtert von der Realität, mache ich mir eine Zigarette an und blase den Rauch in die frische Frühlingsluft. Der Held, dessen Geschichte ich lese, fragt nicht lange, er handelt. Ungezügelt absolviert er eine übermenschliche Prüfung nach der anderen und wird von allen geliebt und bewundert.

„Hätten sie Feuer für mich?“

Ich schrecke zusammen. Neben mir steht die Dame im apricotfarbenen Mantel und wartet darauf, dass ich antworte oder ihr wortlos mein Feuerzeug reiche. Letzteres gelingt mir so gerade und sie bedankt sich und setzt ihren Weg fort, ohne mir die Chance einer weitergehenden Konversation zu geben. In manchen Momenten beneide ich den Helden in meinem Buch, der sofort aufgesprungen wäre, die Lady in ein Gespräch verwickelt und anschließend mit ihr zusammen die Welt erobert hätte. Einer dieser Momente ist gerade jetzt. Eingeschüchtert stecke ich mein Feuerzeug wieder weg.

Ihr liebliches Parfum kitzelt mir noch in der Nase, aber den lesenden Blick in ihr Gesicht habe ich verpasst, ich Idiot. Krampfhaft versuche ich mich daran zu erinnern, wie ihre Stimme klingt, aber es will mir genauso wenig einfallen wie die Farbe ihres Lippenstiftes. War sie geschminkt oder nicht? Ich hätte auch noch registrieren können, welche Farbe ihr Kleid hat oder, ob sie überhaupt ein Kleid anhat oder vielleicht etwas anderes. Morgen werde ich genauer hinsehen, das verspreche ich mir.

LONA

Vorsichtig schleiche ich mich von der Seite an und frage ihn. Oh Gott, habe ich ihn erschreckt. Wahrscheinlich war er so vertieft in seiner Lektüre, dass ich ihn total überrascht habe und das tut mir leid. Ich hätte mich eher entschuldigen als bedanken sollen, und dass er mir auch noch hinterhersieht, macht die Sache nicht besser. Vielleicht versuche ich es nachher nochmal, wenn ich zurückkomme.

Meiner Mutter geht es schlecht, die Nachbarin hat den Arzt gerufen und der hat sie direkt ins Krankenhaus eingewiesen. Und jetzt kann ich auch noch nicht zu ihr.

FRANK

Es ist bereits neun Uhr durch und ich bekomme Hunger. In der nächsten Stunde ist mit ihr nicht zu rechnen, also gehe ich in die Bäckerei, packe meinen Mehrwegbehälter aus meinem Rucksack und bestelle einen Kaffee zum Mitnehmen und ein belegtes Brötchen. Genüsslich schlemme ich vor mich hin, als mir eine Taube von oben den Appetit und mein gerade heute Morgen frisch aus dem Schrank genommenes Hemd versaut. „Blödes Vieh!“, schreie ich das Symbol des Friedens innerlich an, trinke meinen Kaffee leer und gehe nach Hause. Der Tag ist gelaufen.

Im Badezimmerspiegel steht ein langweiliger Typ mit beschissenem Hemd und langem Gesicht und sieht sich selber an. Je länger ich mir in die Augen sehe, desto entschlossener werde ich und beschließe, dass der heutige Tag ein guter und noch lange nicht gelaufen ist. Ich suche mir das modernste Hemd, das ich in meinem Kleiderschrank finden kann, ziehe mir die coolste Jeans an, die ich habe, krame die halbhohen Boots aus dem Schuhschrank und ziehe wieder los zum Treptower Park. Ich habe es verdammt nochmal satt, den Rest meines Lebens alleine zu bleiben.

Die meisten Bänke sind zwischenzeitlich besetzt, doch das macht mir gar nichts, denn ich habe meine Strategie geändert.

Ich reihe mich in den Strom der Jogger und Spaziergänger ein und flaniere am Spreeufer in Richtung Süden, denn von dort müsste die Dame meiner Träume kommen. Ich merke, dass die Bewegung mir guttut und sauge die frische Luft in mich auf. Natürlich bin ich zu früh dran, denn dies ist auch nur der erste Trainingsdurchgang. Ich probiere, den Gang anzupassen, leger, aber nicht zu lässig, beiläufig mit Blick auf den Fluss, dann zum Boden, in den Himmel und wieder zum Fluss und fühle mich großartig. Man erkennt mich nicht mehr wieder, so wie ich den Weg ablaufe.

An der Abteibrücke mache ich vorsichtshalber kehrt, um sie nicht zu verpassen, wenn sie irgendwo vorher schon abgebogen sein sollte. Hektisch sehe ich auf die Uhr und stelle fest, dass mir locker noch anderthalb Stunden bleiben. Also feile ich weiter an der Bewegung und merke, dass ich mit jedem Schritt beginne, lockerer zu werden. Bald schon hält man mich womöglich für jemanden, der nur rein zufällig durch den Park läuft, um eine langjährige Freundin zu besuchen.

LONA

Ich hatte gehofft, auf dem Rückweg den verschreckten Herrn zu treffen, aber er sitzt nicht mehr auf seiner Bank. Mein Handy klingelt, die Nachbarin meiner Mutter. Das Krankenhaus habe sich gemeldet, alles falscher Alarm. Warum sie bei ihr und nicht bei mir anrufen, frage ich mich, nachdem sie aufgelegt hat.

Aus den Augenwinkeln sehe ich den, auf dessen Bank ich sitze. Ich sehe ihn an, doch er muss warten. Ich muss zuerst zu Mutters Wohnung, alles in Ordnung bringen.

FRANK

Aus dem Augenwinkel fällt mir der apricotfarbene Mantel auf, der auf meiner Bank sitzt. Seine Trägerin hat die Beine gekreuzt und telefoniert, kontrolliert den Nagellack an ihren Händen. Entweder macht sie der Gesprächspartner verlegen oder er langweilt sie zu Tode, denke ich mir und merke, dass ich langsamer werde, obwohl mein Herz wieder schneller beginnt zu schlagen. Jetzt nicht zögern, sporne ich mich selber an, aber ich bin stärker und bleibe stehen. Als hätte ein unsichtbarer Schutzschild sie umgeben, der es unmöglich macht, näher als zehn Meter an sie heran zu kommen, verlässt mich die Kraft und zwingt mich in die Position des Beobachters der Situation, bei der ich gerne die männliche Hauptrolle gespielt hätte. Die bleibt zum Bedauern der bezaubernden Hauptdarstellerin unbesetzt.

Als Beobachter komme ich meiner Bestimmung nach und sehe zu, wie sie das Gespräch beendet und ihr Telefon in der Manteltasche versenkt. Kurz schaut sie zu Boden, verarbeitet vielleicht das Gespräch gedanklich, hebt den Kopf und sieht in meine Richtung. Sie sieht mich direkt an, vielleicht einen Augenblick zu lange, dann dreht sie sich weg. Mir läuft bereits ein kurzer Schauer über den Rücken und ich habe Angst, sie hätte mich erkannt. Dabei kennt sie mich gar nicht, oder glaube ich etwa, sie erinnert sich an den, der heute Morgen wortlos ihre Zigarette zum Glühen gebracht hat?

Wieder sieht sie in meine Richtung und ich schaffe es, ein freundliches Lächeln hinzubekommen. Ihr Gesichtsausdruck ist verspannt, irgendwie traurig. Der Anrufer hatte keine gute Nachricht für sie. Sie dreht sich weg, erhebt sich zögernd und geht. Ihre Schritte sind langsam, sie wirkt verunsichert. Wäre doch da irgendjemand, der sie trösten könnte, aber, wer sollte das sein? Unter den vielen Menschen, die mitunter ziellos am Spreeufer spazieren, findet sich niemand, der erkennt, dass da jemand ist, der ein wenig Hilfe nötig hat.

LONA

Ich klingle und stecke den Schlüssel ins Schloss. Warum tue ich das eigentlich immer noch? Früher war es vielleicht angebracht, falls Mutter Herrenbesuch hat, jetzt scheint es mir überholt. Ein Blick in die Küche, den Kühlschrank, den Mülleimer, alles in Ordnung. Ich schaue mich um, rücke die Möbel gerade, ziehe den Teppich glatt, räume die Zeitung weg. Ihre Nachbarin, die Gute, ist froh, wenn sie Mutter zur Hand gehen kann. Soll sie ruhig machen.

FRANK

Ich erinnere mich an den Helden in meinem Buch und wie automatisch, ohne ein Signal aus meinem Hirn erhalten zu haben, bewegen sich meine Füße. Sicher setze ich einen Fuß vor den anderen, meine Boots treten fest auf den Asphalt und ich folge ihr wie ein für sie unsichtbarer Beschützer, wie ein Retter in der Not. Mein Training gibt mir die Zuversicht, dass ich es schaffe, ihr, wenn nötig, durch die gesamte Stadt zu folgen. ‚Bei dem Tempo würde ich ihr auch bis zur Ostsee hinterherlaufen‘, denke ich bei mir, doch dann verschwindet sie in einem Hauseingang. Die schwere hölzerne Tür schließt sich, noch bevor ich einen Blick ins Innere werfen kann.

Zumindest kann ich die Namen auf den Klingelschildern halbwegs lesen, wenn sie mir auch so viel sagen wie nepalesische Großstädte. Schilder von Firmen, eine Arztpraxis, selbstgemalte Schilder, fein säuberlich gedruckte Namen, unleserliches Gekritzel. Ich bin mir sicher, dass die Namen nichts über die Menschen aussagen, die sich dahinter verbergen. Mit dem Rücken an die Hauswand gelehnt, mache ich mir eine Zigarette an, das hat früher immer geholfen, wenn ich mal nicht weiterwusste. Ich kann nicht einfach so klingeln bei jemandem, den ich nicht kenne und fragen, ob gerade eine Dame in einem apricotfarbenen Mantel dort hereingekommen ist. Bei einer Firma klingeln, hereingehen, mich umsehen und so tun, als habe ich mich in der Tür geirrt, wäre eine Idee.

Oder ich gehe einfach in die Arztpraxis und sehe nach, ob sie dort im Wartezimmer sitzt. Ein erneuter Blick auf das Schild verrät mir, dass die Ärztin Gynäkologie zum Fachgebiet hat. ‚Was soll ich bei einer Gynäkologin?‘, frage ich mich. Wie ein erbärmlicher Schnüffler komme ich mir vor, trete wieder auf die Straße und gehe zurück. Keine Frau, und gerade nicht dieses wundervolle Geschöpf, hat verdient, dass ihr jemand so heimtückisch nachstellt. Ich beschimpfe mich selber und wäre fast von einem Rüpel auf einem Elektroroller umgefahren worden. Im letzten Moment kann ich noch ausweichen. Das darf doch echt nicht wahr sein, was für eine Plage der Wohlstandsgesellschaft.

LONA

Ich trete zur Tür raus, wo mir die Sonne direkt ins Gesicht scheint, doch diesmal lasse ich die Sonnenbrille im Haar stecken. Zu herrlich dieses Wetter, sage ich zu mir und will gerade los, als mich dieser bescheuerte Rollerfahrer in voller Breitseite trifft. Den Schrei hat er gehört, doch er fährt weiter.

„Du blöder Trottel, verdammt!“ ‚Das darf nicht wahr sein, der neue Mantel.‘

FRANK

Von einem Schrei werde ich zurück auf die Erde geholt, drehe mich um und sehe gerade noch den rücksichtslosen Rollerfahrer davondüsen. Am Boden liegt die Frau meiner Fantasie. Mein Herz beginnt in meinem Brustkorb zu hämmern. Geistesgegenwärtig renne ich zu ihr hin, bereit, meine Fähigkeiten als Ersthelfer, die ich in meinem letzten Erste-Hilfe-Kurs gelernt habe, anzuwenden. Zu meinem und zu ihrem Glück, angesichts des mäßigen Erfolgs der Schulung, steht sie schon wieder auf den Beinen. Ich nutze die Gelegenheit und frage, ob sie verletzt ist und ich ihr helfen kann, und sehe in die tiefen braunen Augen, die noch schöner sind, als ich sie in Erinnerung habe.

Sofort stimme ich in den Fluch auf diese Ausgeburt des schlechten Benehmens ein und stoße einen verächtlichen Ruf in Richtung des flüchtenden Unfallfahrers aus, bevor ich mich hilfsbereit um die Dame kümmere, deren hübscher Mantel durch eindeutige Spuren der Straße verdreckt ist. Dankbar verneint sie meine zuvor gestellte Frage nach einer etwaigen Verletzung, schafft es aber nur mühsam, alleine auf die Beine zu kommen. Eine rosarote Schürfwunde ziert ihre Wade, die mir erst jetzt als stramm gewachsen auffällt. Hilfsbereit wie ich bin, biete ich der Traumfrau an, sie zu einer Sitzgelegenheit zu geleiten, was sie dankbar annimmt.

Als sie auf einem Stuhl am Rande eines Cafés sitzt, begutachte ich fachmännisch das verletzte Bein. Leicht gebräunte Haut, zierliche Füße, schön gewachsene Waden, die sich unglaublich zart anfühlen und zum Streicheln einladen, fallen mir auf und gleich verachte ich mich wegen der ausschließlichen Widmung ihrer reizenden Vorzüge, statt mir tatsächlich die Verletzung anzusehen. Vorsichtig eröffne ich ihr, dass man das Abdecken sollte, damit sich keine Infektion entwickelt. Leider habe ich zur Zeit nichts passenderes zur Hand als eine Serviette, die ich vom Tisch des Cafés stibitze. Bis zu Hause sollte das reichen, dann muss allerdings desinfiziert werden.

Da bin ich Fachmann und biete mich der wunderschönen Frau, die, wie ich erst jetzt erkenne, mich bei meinem Tun interessiert anschaut, und sogar schon wieder ein Lächeln auf dem Gesicht hat, als Pfleger in meiner Krankenstation an, die günstigerweise bei mir zu Hause ist. Tschuldigung, da ist meine Fantasie wieder einmal mit mir durchgegangen. Gesagt habe ich nämlich gar nichts. Aber gestaunt hat sie, wie rührend ich mich um sie kümmere.

„Haben sie auf den Schreck eine Zigarette für mich?“, fragt sie und sieht mich mit dem unwiderstehlichen Lächeln an.

Übrigens ist die Sonnenbrille ins Haar gesteckt und der Mantel einen Spalt weiter offen. Nicht, dass mich der Einblick auf den ersten Blick inspiriert, aber der zweite Blick genießt mein volles Interesse. Der Anblick ihrer Beine lässt mein Herz noch höherschlagen. Ich reiche ihr die Schachtel und versuche nicht zu zittern. Das Geheimnis ist im wahrsten Sinne des Wortes gelüftet, sie trägt ein Kleid in einem Bordeauxton. Mein Feuerzeug zündet ihre Zigarette an. Wieder traue ich mich, sie anzusehen und blicke direkt in diese unendlichen Augen aus 1000 und einer Nacht, die passender nicht sein könnten zu den dunklen Locken, die ihr Gesicht umrahmen. Und ihre Stimme, etwas tiefer als Sopran und verzaubernder, als ich sie mir hätte vorstellen können, klingt sanft in meinem Ohr.

Immer noch kniee ich unanständig vor ihr und merke, dass ich aufstehen muss, bevor mir meine Beine einschlafen. Dieses wunderbare Geschöpf reicht mir die Hand zum Dank, gibt mir die Serviette zurück, steht auf und mach sich auf zum Gehen. Nach ein paar Schritten bleibt sie stehen und dreht sich wieder zu mir. Sie will vielleicht noch etwas sagen, schenkt mir stattdessen dieses unverschämt aufmunternde Lächeln, winkt mir nochmal, dreht sich wieder in ihre Richtung und geht. Ich könnte ihr sagen, dass wir den gleichen Weg haben, bleibe aber wortlos zurück. Sie ist zu schön, als dass ich ihr nicht allzu gerne nachsehe.

LONA

"Kann ich Ihnen helfen?"

Ich sehe in diese treuen Augen, als er mir die Hand reicht, wiegele ab, es sei nicht so schlimm, doch er ruft dem Rollerfahrer hinterher, was für ein rücksichtsloses ... Jetzt hat er mich überrascht, stützt mich und ich humpele. An sich ist es nicht schlimm und tut kaum weh, aber es ist so schön, einen Retter zu haben. Im Café zieht er mir einen Stuhl zurecht, damit ich mich setze und er mein Bein fachmännisch verarzten kann. Zum Glück nur eine Schramme, sonst wäre er vermutlich überfordert.

Ich bekomme eine Zigarette von ihm und Feuer. Er hat gepflegte Hände, die sanft über mein verletztes Bein streichen und ich bekomme sofort eine Gänsehaut. Ich muss gehen, doch insgeheim verabrede ich mich mit ihm für den nächsten Tag. Der nette Kerl weiß nur noch nichts von seinem Glück. Wie lange habe ich das schon nicht mehr gemacht?

FRANK

Ein Kellner kommt und fragt höflich, ob er mir etwas anbieten kann. Herrlich desorientiert bestelle ich ein Glas Bier und setze mich auf den Stuhl, auf dem sie zuvor gesessen hat. Ein Glücksgefühl breitet sich in mir aus. Sie hat mit mir gesprochen, lächle ich in mich hinein, der Kellner stellt das Bier auf den Tisch und ich nehme das Glas in die Hand. Das habe ich mir verdient.

Den Nachmittag verbringe ich in der Buchhandlung, in der mich die Dame an der Kasse immer so freundlich grüßt. Mein Buch ist Schnee von gestern, von dem Helden kann ich nichts mehr lernen. Das Cover, das mir ins Auge fällt, zeigt eine gutaussehende Frau, die laut Aufschrift Expertin in Sachen Frauen in den Wechseljahren ist. Kurz überlege ich, ob meine leicht verletzte Göttin schon so weit sein könnte, entscheide mich dann für ein anderes Buch der Autorin zu Fragen der Weiblichkeit. Zu Hause beginne ich zu lesen, vergesse, noch etwas zu Abend zu essen und schlafe auf Seite 123 genüsslich ein. Mitten in der Nacht wache ich auf und glaube, den Geheimnissen des weiblichen Daseins einen großen Schritt näher gekommen zu sein.

Schon um halb acht sitze ich auf der Bank und schmökere in meiner Fachlektüre. Ob die Welt sich noch dreht, interessiert mich nicht, aber die Sonne wird von Tag zu Tag wärmer, stelle ich fest und lege meine gefütterte Jacke neben mich. Anschaulich erklärt mir die Frau Doktor, was Frauen bewegt und es interessiert mich brennend.

„Darf ich mich zu meinem Retter setzen?“ Verdutzt schaue ich hoch und sehe in die herrlich braunen Augen.

Die herrlichen braunen Augen schauen auf mein Buch und mich überfällt eine eigenartige Peinlichkeit. Ich, Mitglied des männlichen Teils der Menschheit, schnüffle in der Seele meines Gegenübers. Natürlich darf sie sich setzen, lädt mich dann aber als Dank für meine erste Hilfe zu einem Kaffee ein. Muss sie nicht zu ihrem täglichen Termin? Ich sehe auf die Uhr, es ist bereits halb neun durch. Ich frage nicht und steuere zusammen mit ihr den sonnigsten Platz in dem Café von gestern an. Der Kellner lächelt mir aufmunternd zu.

Es entsteht ein Gespräch über meine Lektüre. Sie möchte wissen, was mich daran interessiert. Ich versuche auszuweichen und zu einem anderen Thema umzulenken, dem Wetter.

„Sie sind häufiger hier im Park, ich habe Sie schon des Öfteren gesehen?“, fragt sie mich.

Erstaunt sehe ich sie an und mir kommt wieder das Lied in den Sinn. Ich leg dich ab in meinem Register unter ... Verschämt singe ich im Kopf nicht weiter. Mit verlegen lachendem Ton bestätige ich, dass ich sie auch das ein oder andere Mal gesehen habe. Sie wird direkt, als sie fragt, warum ich jeden Morgen auf der Bank sitze.

„Immer sitzen Sie auf der gleichen Bank und lesen Ihr Buch.“

Ihr Lächeln ist herzerweichend.

Erneut weiche ich aus, sage ihr, ich wäre gerne an der frischen Luft und würde die Wärme des Frühlings genießen. ‚Muss sie nicht langsam gehen, sonst verpasst sie noch den Termin?‘, frage ich mich, weil mir die Situation langsam unheimlich wird. Muss sie offensichtlich nicht, denn sie bestellt noch einen Kaffee.

Das Gespräch schlägt eine Richtung ein, die persönlicher wird.

„Ich bin in Rente, wohne alleine und, seitdem es wärmer ist, bin ich gerne an der frischen Luft. Die Enten, wissen Sie?“

„Ach, die Enten.“ Sie schmunzelt.

Sie erzählt im Gegenzug, dass sie morgens immer ihre kranke Mutter besucht, für sie einkauft, ihren Haushalt macht und versucht, in der wenigen Zeit, die ihr noch bleibt, möglichst viel davon mit ihr zu verbringen.

„Ich hoffe, es ist nichts Lebensbedrohliches.“

„Leider doch. Da merkt man, dass das Leben endlich ist.“

Das Gefühl, dass sie jemanden zum Reden braucht und dass ich derjenige bin, lässt mich nicht los. Sollte ich ihr sagen, dass ich seit Tagen morgens auf sie warte und deshalb da auf der Bank sitze? Natürlich tue ich es nicht.

Stattdessen verpacke ich Komplimente über ihre junge Erscheinung, eine Frau in den besten Jahren, die das Leben nicht verpassen sollte, in eine Laudatio an die Menschen, die sich für andere aufopfern.

„Ich finde es aller Ehren wert, wenn man sich um andere Menschen kümmert. Das wird viel zu wenig honoriert in der heutigen Zeit.“

Sie versteht es. Nur zu gut versteht sie, dass sie mir sympathisch ist, legt ihre Hand mit den feinen Fingern und den passend zum Kleid sorgsam lackierten Fingernägeln auf meine und bedankt sich mit diesem bezaubernden Lächeln.

„Ich finde, dass man sich viel mehr um andere Menschen kümmern sollte, Sie nicht auch?“

‚Du stehst ganz oben auf meiner Liste, der noch zu küssenden Frauen‘, singt Roger in meinen Gedanken ganz unverblümt und ich muss ihm zustimmen.

„Ich wohne schon immer hier in Berlin, früher in Prenzlauer Berg. Vor langer Zeit ist mein Vater hierhergekommen. Er ist Arzt, stammt aus dem Iran und hat hier gearbeitet.“

Das erklärt natürlich ihre göttliche Erscheinung.

„Meine Mutter ist in Frankfurt an der Oder geboren. Sie haben sich kennengelernt und sind hierhergezogen. Und dann kam ich.“ Wir müssen beide lachen.

Sie heißt übrigens Lona, diese Frau meiner Träume.

„Dann sind ihre Eltern vermutlich in meinem Alter.“

Sie schaut mich verdutzt an, lacht dann und fragt mich direkt: „Wie alt schätzen Sie mich denn?“

„Da kann ich doch nur verlieren. Wenn ich Sie genauer ansehe ... Anfang bis Mitte dreißig, vielleicht?“

Ihr Lachen könnte Kriege beenden.

„Sagen wir mal zwischen 40 und 50, Sie Schmeichler.“

„Nein, ehrlich? Das hätte ich jetzt absolut nicht erwartet.“

Charmant lächeln wir uns an.

Gegen Mittag muss sie gehen. Sie schaut auf die Uhr, legt ihre Hand wieder auf meine, streicht besänftigend darüber.

„Ich muss jetzt leider“, sagt sie mitleidig und macht ein Gesicht, das man sofort küssen sollte, „meine Mutter muss beim Arzt abgeholt werden.“

„Sind Sie morgen wieder hier?“, fragt sie unverblümt.

‚Will sie mich treffen?‘ „Das kommt aufs Wetter an“, antworte ich unverbindlich. Wir müssen beide schon wieder lachen.

„Vierzehn Uhr, ist das in Ordnung? Wieder hier?“, sagt sie und lässt keine Ausrede zu.

Zum Abschied halte ich ihre Hand und schaue ihr in die Augen und weiß, dass ich total verknallt bin.

„Ich freue mich“, schickt sie hinterher, lächelt dieses bezaubernde Lächeln und winkt nochmal kurz.

Innerlich fühle ich mich wie sechzehn, nur ohne Pickel im Gesicht, und mein Herz rast. Wie sie geht und sich ihre Wadenmuskeln dabei anspannen und wieder entspannen, wie sie ihre Füße voreinander setzt und wie sich ihr Po dabei bewegt, alles ist in diesem Moment perfekt.

Beim Kellner bezahle ich und reserviere für den nächsten Tag um 14 Uhr den Platz mit der meisten Sonne. Nicht, dass um diese Zeit viel los ist, aber der Kellner soll wissen, dass ich ein Date habe mit der schönsten Frau der Stadt. Er notiert schweigend, lächelt mich an und wünscht einen schönen Tag. Bei meiner Verabschiedung in der Firma riet mir der Chef, ich solle Urlaub machen und ferne Kulturen entdecken, aber, was soll man machen, wenn das Glück doch genau hier vor meinen Füßen zu finden ist.

Den Nachhauseweg wähle ich bewusst aus nach den mir bekannten Herrenausstattern, weil ich etwas zum Anziehen brauche. Die Dame meines Vertrauens berät mich bestens und mit einer dunklen Jeans, einer leichten modischen Strickjacke und einem neuen Hemd schlendere ich zu meiner Wohnung. Nach dem Essen gehe ich früh ins Bett, weil ich morgen früh raus will, denn ich habe noch einiges vor. Mit dem Buch in der Hand schlafe ich ein und habe, als ich am Morgen wach werde, lange nicht so gut geschlafen.

Nach dem Duschen rasiere ich mich gründlich und gehe noch schnell zum Friseur. Der Meisterin, der ich schon viele Jahre meinen Kopf anvertraue, erkläre ich die Situation und sie rät mir zu einem gepflegten Herrenschnitt, nichts Ausgefallenes und vor allem nichts Auffallendes, um nicht vom Gesicht abzulenken. Der Schnitt unterstreicht, ihrer Meinung nach, meine jugendliche Ausstrahlung, was ich ihr natürlich nicht abnehme und als charmante Aktion der Kundenbindung interpretiere. Außerdem rät sie mir beim Gehen zu einer unterstützenden Gesichtscreme, worauf ich mich freundlich bedanke und den Drogeriemarkt an der Ecke ansteuere.

Um Punkt elfuhrvierunddreißig sitze ich in meinem Wohnzimmer mit neuer Frisur, neuer Kluft und jeder Menge Zeit. Ich schalte den Fernseher an und genervt nach fünf Minuten wieder aus. Ein Blick aus dem Fenster verrät, dass der Wetterbericht Wort hält und uns ein sonniger Nachmittag bevorsteht. Nicht, dass die Strickjacke eine Nummer zu warm ist für die Jahreszeit, denke ich mir und ziehe sie wieder aus. Sie war das Accessoire, was meinem Anzug zu ein wenig Gediegenheit verhalf, also versuche ich, sie mir um die Schulter zu legen.

Vor dem Spiegel steht ein Snob, der mir gar nicht ähnlich sieht, also lege ich sie weg, krempele die Hemdsärmel bis unter den Ellbogen und mache einen Knopf am Hals zusätzlich auf. Mir gefällt das schon viel besser, ich sehe aus, wie vor zwanzig Jahren, tausche die braunen Halbschuhe gegen meine halbhohen Boots und gehe, bevor ich versucht bin, auch noch die Hose und das Hemd von gestern wieder anzuziehen.

Zwei Gläser Apfelschorle später und, nachdem ich schon dreimal den Tisch gewechselt habe, um den zu finden mit der schönsten Sonneneinstrahlung, sehe ich Lona, wie sie auf mich zukommt. Sie trägt, ganz entgegen ihrer Gewohnheit der eleganten Kleidung der Tage zuvor, einen bunten Rock, weiße Turnschuhe und eine blaue Jeansjacke, unter der eine helle Bluse zum Vorschein kommt. Dennoch sieht sie atemberaubend aus. Ihre dunklen Locken, die kurz vor den Schultern enden, zeugen von ihrer orientalischen Abstammung und verleihen ihrer Ausstrahlung etwas Geheimnisvolles. Zum Glück, denke ich mir, habe ich mir nicht diese lächerlichen Halbschuhe angezogen.

LONA

Morgens schnell zu meiner Mutter, sie ist aus dem Krankenhaus zurück und die Nachbarin hilft ihr. Ich soll mich um mich kümmern, sagt sie. Was soll das heißen? Muss ich ein andermal klären, mein Date wartet. Im Spiegel auf Mutters Flur mache ich nochmal einen Check - passt.

Er sitzt schon im Café als ich komme und schaut mich so an, als wäre ich eine ganz besondere Erscheinung. Ich genieße es. Er ist um einiges älter als ich, hat mich gestern auf Mitte 30 geschätzt, der alte Schmeichler. Zehn Jahre waren der Bonus, weil er nett sein wollte, aber die restlichen bis zur 49 gehen auf mein Konto.

FRANK

Dieses Lächeln, mit dem sie mich anstrahlt, als sie näherkommt, macht den Tag um Längen schöner, als er eh schon ist.

„Hallo Lona, schön Sie zu sehen.“ Zur Begrüßung reichen wir uns die Hand und tauschen einen höflichen Tagesgruß aus. Gentlemanlike biete ich ihr einen Platz an und frage natürlich nach, wie es ihr geht.

„Und ihrer Mutter, wie geht es der?“

„Alles soweit in Ordnung. Die Nachbarin kümmert sich manchmal. Die ist sehr nett.“

Ihr und mir bestelle ich einen Kaffee. Kurz überlege ich, ob ich auch eines dieser unverschämt leckeren Himbeerschnitten nehmen soll, stelle meinen Wunsch aber sofort wieder zurück. Wenn sie auch eine möchte, könnten wir nachher zusammen bestellen.

Schweigend sehen wir uns an, ein verlegenes Lächeln huscht über Lonas Gesicht und springt augenblicklich auf mich über. Sie findet nach einem endlos erscheinenden Moment die ersten Worte, freut sich über das Wetter, strahlt wie die Sonne, als ihr Gesicht von dieser erleuchtet wird. Gespannt, wohin das Gespräch uns führen wird, nippe ich an meinem Kaffee. Sie erzählt von ihren Hobbies, ich kann wenig beitragen und höre interessiert zu, wie Lona mir das Stand Up Paddeln erklärt.

„Das habe ich mal probiert und finde es toll. Wenn man erstmal auf dem Brett steht, will man gar nicht mehr runter. Das müssen Sie auch mal probieren. Wirklich, das kann jeder. Ich bringe es Ihnen gerne bei.“

„Ja, vielleicht wäre das eine Sportart, die ich auch kann.“

Ich mustere ihre muskulösen Unterschenkel und muss mich zusammenreißen, nicht zu sehr auf ihre in der Sonne geradezu erotisch wirkende Haut zu starren. Wenn sie es gemerkt hat, überspielt sie das gekonnt.

Mittlerweile nennt sie mich Frank und wir sind zum Du übergegangen, was zu dem persönlicher werdenden Gespräch besser passt.

„Du sagtest, du wohnst alleine?“

„Meine Frau ist vor zwei Jahren verstorben. Eine schlechte Diagnose und ab da ging alles ganz schnell.“

Sie nickt mitfühlend, doch das mitleidige Gesicht, das ansonsten bei meinem Gegenüber folgt, wenn ich darüber rede und das mir absolut unangenehm ist, verkneift sie sich. Ein von ihr eingeleiteter Themenwechsel verwehrt mir, dass ich etwas über ihren derzeitigen oder früheren Beziehungsstatus erfahre.

„Bei dem Wetter sollte man doch irgendwie Lust auf Urlaub bekommen, oder?“

„Urlaub habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Jetzt hätte ich Zeit“, erzähle ich, „aber wo soll ich hin? Hier habe ich doch alles.“

„Ich war auch lange nicht im Urlaub.“

„Wegen der Mutter?“

„Ja, genau. Ich kann sie nicht alleine lassen. Wenn dann etwas passiert, das würde ich mir nie verzeihen können. Außerdem wird es einem alleine auch schnell langweilig in einem fremden Land.“

Als wir auf das Thema Urlaub kommen, haben wir beide nicht viel zu erzählen. Durch die Pflege ihrer Mutter ist sie schon lange nicht mehr rausgekommen und auch ich kann nicht von nachhaltigen Erlebnissen berichten.

LONA

Wir sitzen hier, trinken Kaffee und berühren uns an den Händen. Es ist schön. Wir unterhalten uns, weil wir ein gemeinsames Thema haben: meine Verletzung.

„Wie geht es dem Bein?“, fragt Frank. Wir sind zum Du übergegangen, als ich meine Hand wieder auf seine gelegt habe. Die nehme ich jetzt nicht mehr weg.

„Das geht schon. Ich hatte ja professionelle Hilfe.“ Wir müssen beide lachen.

Da ist gar nichts mehr, aber ich sage es ihm nicht. Der Verband soll meinen Ritter an seine gute Tat erinnern. Ich habe den Eindruck, er bestaunt mich wie das achte Weltwunder, wenn ich rede. Er ist witzig und ich mag seinen Humor. Er bringt mich zum Lachen, wie er erzählt. Nichts tiefgreifendes, nur Smalltalk. Wir sprechen über uns, ohne zu viel zu verraten, suchen gemeinsame Themen, obwohl wir ein großes gemeinsames haben. Darüber reden wir nicht. Es liegt deutlich vor uns, doch wir fassen es nicht an. Niemand traut sich, davon zu reden, dass man sich einsam fühlt. Jetzt nicht mehr, denn da ist ja jemand. Jemand, der einem sympathisch ist, ja, den man vielleicht mag. Ich mag Frank jedenfalls und als wir aufstehen zum Gehen, suche ich seine Hand wieder.

Sich an der Hand halten ist ein deutliches Zeichen von Sympathie, ein kleines Versprechen, dass man bleiben möchte. Und es tut gut, jemanden an der Hand zu halten, den man mag. Sagte ich schon, dass ich ihn mag?

FRANK

Ich bezahle beim Kellner, schließlich habe ich sie eingeladen, stehe etwas unbeholfen vor der Terrasse des Cafés und wir wissen nicht recht, wie der Nachmittag sich entwickeln wird. Ich spüre Lonas Hand, wie sie meine erfasst, wie sich unsere Finger miteinander verbinden. Ein deutlicher Ausdruck von Sympathie, der so verdammt guttut. Sie schlägt einen Spaziergang vor, was ich gerne und ohne zu zögern annehme. Auch, wenn ich in Sachen Kommunikation einiges nachzuholen habe, fühle ich mich sehr wohl in ihrer Nähe. Ihre freundliche charmante Art gibt mir das Gefühl, dass sie sich für mich interessiert, wobei ich nicht leugnen kann, es zu genießen, mit einer so hübschen Frau in der Öffentlichkeit gesehen zu werden. Für einen kurzen Moment wünsche ich mir, einer meiner früheren Kollegen würde vorbeikommen und mir die Möglichkeit geben, meine nette Begleitung vorzustellen.

Ohne besonderes Ziel, mag man meinen, schlendern wir durch den Park. Dabei habe ich mein Ziel längst erreicht, während das Gespräch immer persönlicher wird.

„Ich würde mir schon jemanden wünschen, mit dem man Zeit zusammen verbringen kann. Ich meine, das wünscht sich doch jeder, oder? Man braucht doch jemanden zum Reden, finde ich.“

Lona erklärt mir, dass sie gerne jemanden hätte, mit dem sie einen Teil ihrer Freizeit verbringen würde. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich ihr sogar zustimme und von meinen einsamen Wanderungen erzähle.

„Ich verstehe das gut, aber finde mal jemanden, der mit dir durch den Grunewald wandert. Und davon gibt es nachher auch nicht viel zu erzählen, wenn man nur dem Zwitschern der Vögel und dem Rauschen des Windes in den Blättern zugehört hat.“ Ich erzähle und erzähle und Lona hört nur zu.

Plötzlich spüre ich ihre Hand an meinem Arm, der mich dazu veranlasst stehen zu bleiben. Den mitleidigen Blick in ihren Augen werde ich niemals mehr vergessen, denn im nächsten Augenblick verdunkelt sich der Himmel und aus dem Nichts zieht ein Regenschauer auf, wie ich ihn seit langem nicht erlebt habe.

LONA

Ziellos schlendern wir durch den Park, die Themen gehen tiefer. Ich erfahre mehr über ihn und sein Leben, obwohl ich nicht danach gefragt habe.

„Früher, als ich noch gearbeitet habe, wollte ich gar nicht weg. Meine Frau auch nicht. Wir waren zufrieden mit dem, was wir hatten. Hier ist es doch schön. Außerdem fehlte manchmal das Geld für große Sprünge. Die Fahrten zur Ostsee, die hat meine Frau immer geliebt. Das war erholsam genug und man lernte auch noch was zur Geschichte. Und jetzt, wo Petra nicht mehr da ist ... Mein Chef hat mir zum Abschied gesagt, ich solle fremde Länder bereisen. Warum, frage ich dich? Stell dir mal vor, ich wäre jetzt auf den Seychellen und hätte dich nicht treffen können ...“

Als er stehenbleibt, um mich zu küssen... oder bin ich stehen geblieben, um ihn zu küssen? - Jedenfalls bricht sofort der Himmel über uns zusammen. Der Himmel ist auch keine Hilfe.

FRANK

Unter einem Baum finden wir einen trockeneren Platz, der aber wegen der Masse an Wasser bald auch nicht mehr als Unterstand herhalten kann. Ich nehme ihre Hand und ziehe sie in Richtung eines Vordachs, unter dem wir vorübergehend Unterschlupf finden. Dort angekommen sehen wir uns an und Lona stellt treffend fest, dass jeglicher Unterstand bei der Nässe, die unsere Klamotten durchzogen hat, seinen Reiz verliert. Ich bin bis auf die Knochen nass und mir sicher, Lona geht es genauso. Ich spüre, wie mir das Wasser im wahrsten Sinne des Wortes bis in die Poritze läuft. Ihr Rock hängt nur noch schwer an ihren schönen Beinen herunter und hat alle kleidenden Eigenschaften verloren und aus ihren weißen Turnschuhen scheint das Wasser bei jedem Schritt nur so nach oben herauszuspritzen.

Kurz überlege ich, dann biete ich ihr an, dass meine Wohnung in der Nähe liegt und wir dort hinlaufen könnten, wobei ich mir bei näherem Überlegen die Frage stelle, was wir dort machen sollen, so durchnässt wie wir sind. Lona hat sich die Frage nicht gestellt, nimmt diesmal meine Hand und zieht mich unter dem Dach heraus. Immer noch regnet es, obwohl das meiste bereits heruntergekommen zu sein scheint. Der Himmel hat eine bedrohliche Farbe, so, als würde die Welt untergehen. So beschrieb es zumindest meine Mutter, als ich noch ein Kind war.

Lona tritt beim Laufen manchmal absichtlich in die Pfützen und ergötzt sich daran, dass das Wasser zu allen Seiten wegspritzt. Ich finde das alles andere als kindisch und versuche, es ihr nachzumachen. Meine Stiefel verdrängen mehr Wasser als ihre schmalen Treter und ab und zu spritzt das Wasser sogar bis unter Lonas Rock. Ihre Beine, eben noch leicht gebräunt, zart und herrlich erotisch, jetzt mit Dreck beschmiert und klatschnass, bewegen sich schnell, weshalb ich außer Puste bin, als wir an meiner Wohnung ankommen.

LONA

Frank zieht mich hinter sich her, als würden wir vor einem drohenden Erdbeben fliehen. Dabei regnet es nur. Na gut, es regnet ganz schön, denn in Sekunden sind wir klatschnass. Es ist aber eben nur Regen. Ich glaube, er möchte mich beschützen, darum macht er das. Als wir uns entscheiden, in seine Wohnung zu flüchten, zeige ich ihm, dass es mir nichts ausmacht und versuche, jede Pfütze zu treffen. Er macht mit. Begeistert wie Kinder spritzen wir uns bei jedem Tritt in das Wasser nass und es macht einen Riesenspaß.

Aufgehetzt von der Lauferei erreichen wir ein Haus, bei dem Frank anhält. Hier wohnt er also. Vor der Wohnung zieht er seine Schuhe aus und kurz bekomme ich Zweifel, es mit einem Pedanten zu tun zu haben, doch als wir seine Wohnung betreten ist nicht alles so ordentlich aufgeräumt, dass man ihn als übertrieben kleinlich bezeichnen könnte. Ich schöpfe Hoffnung, muss jedoch unbedingt die nassen Klamotten loswerden.

FRANK

„Ich würde gerne die nassen Klamotten loswerden. Hast du was Trockenes für mich zum Anziehen?“, fragt sie und hat schon wieder dieses ansteckende Lächeln in den Augen.

Ihr Gesicht glänzt vor Nässe und die Haare hängen nass an ihr herunter. Sie sieht einfach zum Anbeißen aus.

Was habe ich denn, was ich ihr anbieten könnte? Zuerst einmal hole ich ein paar Handtücher, um sich abzutrocknen.

„Ich schau mal, was ich habe“, verspreche ich und gehe ins Schlafzimmer.

LONA

Er bietet mir freundlich das Bad an und verspricht, mir was Trockenes vor die Tür zu legen. Ganz der Gentleman, denke ich bei mir, schließe absichtlich nicht ab, während ich mich bis auf die Haut ausziehe. Ich schaue in den Spiegel, sehe in mein Gesicht, erkenne die Sehnsucht in meinen Augen, lasse meine Augen tiefer wandern. ‚Lona, du kannst dich immer noch sehen lassen.‘

Mir schwirrt die ganze Zeit dieses Lied im Kopf rum und ich ertappe mich dabei, wie ich laut mitsumme.

‚Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt, ja, das ist meine Welt und sonst gar nichts.‘

Was ist nur los mit dir, Lona?

FRANK

Genau das war es, was ich nicht bedacht habe. Was hatte ich im Schrank, was eine Dame anziehen könnte? Genau genommen gar nichts. In meinem Kleiderschrank stöbere ich und entscheide mich schließlich für eine Boxer Short, eine für Lonas Figur sicher viel zu große Sporthose, ein Poloshirt und einen Hoody und lege es auf einen Stuhl, den ich vor die Badezimmertür schiebe, bevor ich anklopfe und sie darüber aufkläre, dass ich vielleicht etwas Passendes gefunden habe.

LONA

Es klopft an der Tür. Ich öffne nicht, könnte ihm sagen, dass offen ist, doch ich traue mich nicht.

‚Der bekommt bestimmt einen Schock, wenn der mich sieht, wie ich völlig frei in seinem Bad stehe.‘

Nach einiger Zeit sehe ich nach. Er hat mir etwas für drunter und etwas für drüber hingelegt. Die Short ist zu knapp, also ziehe ich die Sporthose über. Das Polo muss aber reichen, es ist warm genug. Im Spiegel begutachte ich mich, befinde mich für gut und höre beim Heraustreten, dass er in der Küche ist.

FRANK

In meinem Schlafzimmer habe ich mich bis auf die Haut ausgezogen und sorgfältig abgetrocknet. Selbst meine Unterhose war pitschnass. Gottseidank musste ich nicht auf meine Besucherin im Bad warten, weil ich alles im großen Schrank aufbewahre. Lona schien vergnügt zu sein, zumindest vernahm ich ein leises melodisches Summen, als ich in die Küche ging und Wasser aufsetzte für einen Tee. Ich kenne die Melodie, die sie summt, komme nur gerade nicht auf den Titel.

LONA

Frank erschreckt sich fast zu Tode, als ich hinter ihm stehe, dabei habe ich ihm nur zugesehen, als er Tee macht. Barfuss auf dem nackten Fußboden bekomme ich schnell kalte Füße, darum frage ich nach ein paar Socken. Nach dem ersten Schrecken sieht er mich an, als hätte ich ein neues Kleid, eine neue Frisur und mein Make Up grundlegend verändert. Es ist süß, wie er versucht, seine Schüchternheit zu überspielen. Frank hat vermutlich schon lange keine fremde Frau mehr zu Hause gehabt und ich mache es ihm auch nicht leicht, stelle mich sehr nah an ihn und spiele meine weiblichen Reize aus.

FRANK

Die Füße hatte ich total vergessen, die nackt aus den breiten Hosenbeinen auf dem Steinfußboden hervorlugen. Rotlackierte Fußnägel haben es mir schon immer angetan, und der Anblick, als ich mich zu ihr drehe, ist atemberaubend. Nie zuvor hätte ich gedacht, dass mein Poloshirt so gut aussehen kann. Meine Augen starren einen Moment zu lange auf das Firmenlogo, unter dem sich appetitliche Rundungen abzeichnen. Es ist einfach zu lange her, dass ich so etwas aus der Nähe betrachten durfte. Mein Blick sucht ihre Augen, die mit hochgezogenen Brauen auf mich niedersehen. Lona hält es für besser, den Hoody überzuziehen, bevor ich mein Augenlicht verliere.

„Entschuldige. Natürlich ... Socken ... ähm, ich hole welche.“

Ihr Lächeln sagt mir allerdings, dass sie mir nicht böse ist. Ganz ehrlich sind wir für so etwas auch viel zu alt.

„Ähm, ich müsste mal ... ähm ... dahin.“ Ich zeige auf die Tür, drücke mich vorsichtig an ihr vorbei, um im Schlafzimmer Wollsocken zu suchen. Dabei lässt es sich nicht vermeiden, dass sich unsere Körper berühren. Weder mir noch ihr scheint es unangenehm zu sein, dass es so ist, und doch frage ich mich, was das hier werden wird. Leicht verwirrt suche ich nach den dicksten Socken, die ich habe. Frauen bekommen immer schnell kalte Füße, das kenne ich von meiner Frau.

LONA

Seine Musterung habe ich bestanden und mein Körper reagierte sofort, als er sich an mir vorbeigeschoben hat. Absichtlich bin ich nicht ausgewichen, habe uns dazu gezwungen, uns gegenseitig zu berühren. Wir kamen uns schon wieder so nahe, dass ich ihn riechen konnte und meine Antennen gaben mir das eindeutige Signal, dass vieles an ihm passt. Um nicht zu offensichtlich meine Absicht zu zeigen, habe ich den Hoody übergezogen, den er mir bereitgelegt hat. Nicht, dass er mich noch für eine lüsterne Schachtel hält.

Ich nehme einen Tee und setze mich aufs Sofa, auf sein Sofa, mache es mir gemütlich, denn er will doch sicher, dass ich mich wohl fühle. Er registriert, dass ich auf seinem Sofa sitze, lässt es zu, dass ich mich breit mache.

FRANK

„Ich habe es mir ein wenig gemütlich gemacht“, entschuldigt sie sich, wartet auf meine Zustimmung für den Zutritt zu meiner Privatsphäre.

Ich gebe ihr die Socken, die sie umgehend über ihre schmalen Füße streift, setze mich schüchtern ihr gegenüber in den Sessel, nehme mir die Tasse vom Tisch und nippe daran. Sie mag Zucker, auch ungefragt.

„Ein wenig Musik?“

Um die Atmosphäre ein wenig aufzuhellen, greife ich zur Fernbedienung und mache uns Musik an. Eine Platte liegt noch im Player und es erklingt ein leises Saxophon. Ihren Blick suchend schaue ich sie an und glaube, dass sie mich die ganze Zeit über beobachtet. Wir sitzen in meinem Wohnzimmer, sie in meinem Freizeitdress und ich, der nervös an seinem Tee nippt, und sehen uns schweigend an. Die Frau, die bis vor ein paar Tagen nur in meiner Fantasie mit mir gesprochen hat, trinkt aus meinem Captain Blaubär Becher und sieht mir lächelnd in die Augen.

LONA

„Ich liebe Jazz.“

Dass Frank sich nicht zu mir setzt, sondern gegenüber in einen Sessel, wundert mich ein wenig.

Meine Taktik ändernd fasse ich mir ans Bein, muss sogar überlegen, welches das Verletzte ist, und verziehe das Gesicht. Es funktioniert, denn augenblicklich kümmert sich mein Retter um den Verband.

FRANK

Soll ich sie fragen, ob sie auch einen Schnaps zu ihrem Tee möchte, ich könnte jedenfalls einen ordentlichen vertragen? Stattdessen beobachte ich, wie sie die Tasse abstellt und vorsichtig mit schmerzverzerrtem Gesicht ihr Hosenbein hochkrempelt. Die Schürfwunde, die ihren wunderschönen Unterschenkel verunstaltet, scheint wehzutun.

„Oh, warte.“

Ich suche nach Verbandszeug und kehre mit einem Wundverband und einer Mullbinde zurück, kniee mich vor sie, lege ihr Bein auf meinen Schoß und versorge die verletzte Haut. An sich scheint die Stelle gut verheilt zu sein, dennoch decke ich sie ab und verbinde das Bein.

„So, das sieht doch schon gut aus.“

Der Vorwand, mit dem sie erreicht, dass ich mich um ihr Bein kümmere, gefällt mir. Gleichzeitig frage ich mich, was eine so schöne und um Jahre jüngere Frau an einem wie mir findet.

In meinem Inneren bin ich gewillt, das verletzte Bein, wie meine Mutter es immer getan hat, zu küssen und mit dem Mund auf die Verletzung zu blasen. Es scheint mir übergriffig, also lasse ich es und lege das Bein wieder ab. Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass Lona unaufhörlich mit mir flirtet.

„Ich bringe das eben ins Bad, bin gleich wieder da.“

Um der ungewohnten Situation zu entfliehen, bringe ich das Verbandszeug zurück ins Bad und mir fällt auf, dass ihre nassen Klamotten achtlos über den Badewannenrand gelegt sind. Rufend frage ich, ob sie ihre nassen Sachen nicht in die Waschmaschine oder zumindest in den Trockner stecken möchte. Blitzschnell muss sie aufgesprungen sein, denn sie steht schon hinter mir, bevor ich auch nur ein Teil anrühre.

LONA

Dass er für die weitere Behandlung allerdings ins Bad muss, habe ich nicht bedacht.

Ich sprinte hinterher und bevor er es bemerken kann, raffe ich meine Unterwäsche zusammen und befördere alles in die Waschmaschine. Oder hat er doch gesehen, dass ich keine Unterwäsche trage? Ich bin eine lüsterne Schachtel.

FRANK

Außerhalb meines Blickfeldes hat sie ein paar Teile, ich vermute die Unterwäsche, in die Trommel geworfen. Die übrigen Teile wie Rock, Bluse und Jacke hingen säuberlich je auf Kleiderhaken an der Dusche. Erst jetzt wird mir bewusst, dass sie vermutlich keine Unterwäsche trägt und bei dem Gedanken wird mir ganz schwummerig. Jetzt brauche ich einen weiteren Schnaps und biete Lona ebenfalls einen an. Sie schaut mich fragend an, schaut auf die Uhr und erklärt, dass sie zu dieser Uhrzeit normalerweise keinen Alkohol trinkt. Ich eigentlich auch nicht. Ausnahmsweise nimmt sie dennoch einen kleinen.

Lona hat wieder auf dem Sofa mir gegenüber Platz genommen und trinkt neugierig an ihrem Tee.

LONA

Sein Angebot auf Alkohol lehne ich selbstverständlich ab. Betrunken möchte mich niemand erleben. Außerdem trinke ich sonst so gut wie nichts. Frank schenkt sich einen Schnaps ein. Ich will kein Spielverderber sein und nehme einen Schluck. Mir imponiert seine schüchterne Art. Schon wieder sitzt er im Sessel mir gegenüber. Er hat sich das Hemd ausgezogen, weil es hier richtig warm ist.

Mich macht nur stutzig, warum er immer noch gegenübersitzt. Mag er mich nicht? Mit lockerer Zunge gehe ich in die Vollen und fordere ihn auf, sich neben mich zu setzen und klopfe mit der Hand auf den Platz neben mir.

„Puh“, ich fächere mit der Hand vor meinem Gesicht, „ganz schön warm hier.“

Mir wird auch warm, ich vertrage den Alkohol nicht. Es hilft nichts, ich muss etwas ablegen und präsentiere Frank sein schönes Polo, während ich rede wie ein Wasserfall. Seine Zurückhaltung weicht langsam, vermutlich dank des Zeugs in seinem Glas, charmant bringt er sich ins Gespräch ein.

FRANK

„Sag mal, bist du immer so steif?“, fragt sie, klopft mit der Hand auf mein Sofa und verunsichert mich noch mehr, als ich es eh schon bin.

Betont lässig in meinem Sessel zurückgelehnt frage ich, was sie damit meint. Sie grinst mich an und meint, ich wäre süß. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, bin total überfordert von der Situation.

„Setz dich doch hierhin.“ Versteinert bleibe ich sitzen.

Lona nimmt mir die Anspannung und beginnt ein lockeres Gespräch. Sie erzählt von sich, von ihrem Alltag, davon, was sie beruflich macht. Sie arbeitet bei einem Versicherungskonzern, bearbeitet Schadensfälle, hauptsächlich im Homeoffice. Ich höre ihr gespannt zu. Mich interessiert weniger, was sie erzählt als vielmehr, wie sie es tut. Die Bewegung ihrer Lippen macht mich verrückt. Vor allem ihre Mimik, wenn sie von Erlebnissen mit Kollegen, Gutachtern und Rechtsanwälten spricht und dabei ihren Mund manchmal zu diesem unwiderstehlichen Lächeln formt. Ich schenke mir noch einen Schnaps ein, ihr auch.

„Ja, da gibt es schon komische Vögel.“

Langsam werde ich auch locker, gebe Kommentare, rede über ähnliche Erfahrungen mit Klienten.

„Einer ist bei uns in der Firma aufgetaucht, wollte auf dicke Hose machen und hat beim Ausparken das Auto der Frau vom Chef gerammt. Dessen Gesicht hättest du mal sehen sollen.“

Manche Anekdoten übertreibe ich an der ein oder anderen Stelle, damit sie interessanter klingen, bis sie plötzlich ernster wird und mich fragt, ob mir ihre Anwesenheit unangenehm ist. Ich stocke, weiß nicht, worauf sie hinauswill, merke nur, dass die Schnapsflasche bereits mächtig an Gewicht eingebüßt hat.

„Ich frage mich die ganze Zeit, warum du dich nicht zu mir aufs Sofa setzt. Dass wir hier sind, mag ein Zufall sein, den das Wetter bestimmt hat. Aber ich bin mit dir hierhergekommen, weil du mir sympathisch bist.“

Wir schauen uns an, den Blick starr auf die Augen des anderen gerichtet. Der Alkohol macht mir zu schaffen, ich glaube, ich müsste etwas essen. Frage sie, sie verneint. Ihr ist ebenfalls anzumerken, dass der Alkohol ihr zusetzt. Sie erklärte eben, dass ihr warm ist, und zog den Hoody über den Kopf. Meine Probleme wurden schlagartig um zwei weitere ergänzt, die sich unmittelbar auf Augenhöhe unter meinem Poloshirt abzeichnen. Mittig versuchen sie sich durch den Stoff zu bohren und lassen keinen Zweifel zu, dass sie obenrum keine Unterwäsche trägt. Wie ich mich erinnere, liegt die noch in der Waschmaschine. Als sie auch noch die Sporthose auszieht, wird mir schwindelig. Meine Boxer Short ist ihr zwar nicht zu groß, die Beinausschnitte lassen aber einen kurzen Einblick zu. Jetzt noch einen Schnaps und ich wäre endgültig erledigt.

LONA

Plötzlich steht er auf, holt in der Küche etwas Wasser und setzt sich zu mir. Er könnte jetzt alles mit mir machen, so beduselt fühle ich mich, und lehne mich bei ihm an.

FRANK

Ihre Worte von vorhin klingen in meinem Ohr, also setze mich zu ihr aufs Sofa. Sie lehnt sich augenblicklich an und verstrahlt ihre Wärme unter meiner Nase. Ihr Geruch raubt mir den Atem und ihr Haar kitzelt an meinem Kinn. Vorsichtig lege ich einen Arm auf ihre Taille. Meine Gedanken schwirren umher und ich frage mich, wie der Abend enden wird, obwohl noch später Nachmittag ist. Irgendwann höre ich sie schnurren, sie scheint eingeschlafen zu sein. Meine Augen geschlossen genieße ich ihren Geruch.

Plötzlich erwache ich und denke, ich habe geträumt, brauche einen kurzen Moment, mein Schädel brummt, ich sitze auf meinem Sofa und in meinem Arm liegt die Frau meiner Träume. Sie liegt zusammengekrümmt, weil ihr wahrscheinlich kalt ist. Mit einer Hand ziehe ich an der Decke und decke sie zu. Dabei erhasche ich einen Blick in den Ausschnitt des Poloshirts und kann mir vorstellen, was sich darunter verbirgt. Sofort fühle ich mich schlecht, einer schlafenden schutzlosen Frau in den Ausschnitt geschaut zu haben. Meine Hände tasten über ihren Arm zu ihrer Taille. Sie fühlt sich so wunderbar weich an.

Vorsichtig lege ich ihren Kopf auf ein Kissen, entziehe mich ihr und stelle mich ihr gegenüber. Sie kuschelt sich in die Decke ein, schnurrt aber weiter. Das ist die Gelegenheit für mich, klarer zu werden. In der Küche suche ich nach etwas Essbarem, finde ein Stück Käse im Kühlschrank und stecke es mir in den Mund. Dann wechsele ich in die Dusche, drehe das kalte Wasser auf und sofort kehren meine Lebensgeister zu mir zurück. Das kalte Wasser schmerzt zwar an meiner Haut, kurbelt aber meinen Kreislauf dermaßen an, dass ich nach kurzer Zeit glaube, ich wäre wieder hellwach und glasklar.

LONA

Ich muss wohl weggedämmert sein, liege auf seinem Sofa und habe einen fahlen Geschmack im Mund. Im Bad läuft die Dusche und meine Blase drückt. Er wird es nicht bemerken, bin ich mir sicher, schleiche ins Bad und setze mich aufs Klo.

Frank steht unter der Dusche, hat tatsächlich nicht mitbekommen, dass ich reingekommen bin. Plötzlich schreckt er zusammen, hat mich entdeckt, meinen lüsternen Blick gesehen, wie ich ihn anstarre. Wie gerne würde ich jetzt zu ihm gehen, würde mich waschen lassen und auch mehr. Was würde er tun, was würde er sagen, wenn ich mich einfach zu ihm stelle?

FRANK

Beim Einseifen trifft mich fast der Schlag. Lona sitzt auf der Toilette, meine Boxer Short auf den Knöcheln, und zupft sich den Verband vom Bein. Sie sieht mich an, besticht mich wiedermal mit ihrem Lächeln.

Dann steht sie auf, lässt die Hose liegen und zieht zu allem Überfluss auch noch mein Poloshirt über den Kopf. Nackt, wie Gott sie schuf, steht sie mir gegenüber und mustert mich, der teilweise mit Schaum bedeckt unter der Dusche steht. Ihre Figur ist atemberaubend, findet sogar der kleine Freund zwischen meinen Beinen, der von meinem Gemütszustand in diesem Augenblick absolut keine Ahnung hat und einfach das tut, was er am liebsten macht.

LONA

Wie in Trance bin ich aufgestanden, habe seine Kleider behutsam abgelegt, seine Reaktion abgewartet, und als ich keine Ablehnung feststellte, mich zu ihm unter das fließende Wasser gestellt. Seine Hände fühlen sich so gut an auf meiner Haut, bringen mein Herz zum klopfen. Er ist so zärtlich, wie ich es mir vorgestellt habe, so zurückhaltend und so wohltuend. Langsam seift er mich ein und lässt keinen Zentimeter aus. Dass sein strammer Freund an meinem Po anklopft, finde ich wunderbar, aber der muss noch warten.

FRANK

Die zerzausten dunklen Locken über den braunen Augen komplettieren das Bild einer nackten Göttin in meinem Kopf, der mit einem Schlag wieder vernebelt. Wie selbstverständlich kommt sie zu mir unter die Dusche, stellt das Wasser auf warm und lässt den Strahl auf uns herabprasseln. Gebannt schaue ich ihr zu, wie sie uns sicher durch die unruhige Situation manövriert, meine Hände nimmt, eine große Portion Waschlotion darauf verteilt und mit meinen Händen beginnt, sich zu waschen. Es kommt mir vor, als wäre ich nicht Herr meiner Sinne, als sie meine Hände über ihren runden Po führt, ihre kurvige Taille hinauffährt und auf ihren herrlich weichen Brüsten endet, die sie mit meinen Händen massiert, während sie mir unablässig in die Augen sieht.

Natürlich bin ich Herr meiner Sinne, denn ich habe sie berührt und ich habe es äußerst gerne gemacht. Ihr Blick fordert mich auf, sie weiter zu waschen und ich tue es. Ich streichle ihre Haut unter dem Strahl des Wassers, fühle ihren Busen, der sich unter meinen Händen anschmiegt, nicht genug bekommen kann, seine spitzen Kronen aufbaut, die von runzeligen Vorhöfen gehalten werden. Bedächtig schließt sie die Augen, dreht sich in meinen Armen, lässt sich ein auf die sanfte Behandlung meiner Hände, die lange nicht mehr so wohlgeformte zarte menschliche Haut gewaschen haben. Der Schaum ist längst durch den Abfluss verschwunden, da waschen meine Hände noch immer diese Göttin, die nackt mit geschlossenen Augen in meiner Dusche steht und es sich gut gehen lässt.

Ich drehe sie zurück und meine Lippen suchen Lonas Mund, berühren ihn kurz, warten auf eine Gegenreaktion, und küssen erneut, weil ihnen danach ist, fremde Lippen zu streicheln. Ihre Lippen recken sich den meinen entgegen, wollen gestreichelt werden, warten auf die erneute Berührung, laben sich an dem Kuss. Ihre Zungenspitze wartet bei der nächsten Berührung auf mich, streicht über meine Lippen und sucht ihresgleichen. Vermutlich schmecken wir beide nicht gut, aber die Berührung setzt jegliche Geschmacksnerven in diesem Augenblick außer Kraft. Die fremde Berührung peitscht die Sinne an, sendet Signale in die Nervenenden und schießt die Botenstoffe in die Umlaufbahn.

Ich spüre ihre Hand an meinem Po, an meinem Rücken und an meiner Brust.

Lona umfasst meinen Kopf, hält ihn fest und drückt ihren Mund leidenschaftlich auf meinen. Wir drücken uns gegenseitig so sehr aneinander, dass kein Wasser mehr zwischen uns passt. Ihre Brust drückt auf meine, ihr Bauch reibt an meinem, ihre behaarte Venus schmiegt sich an meinen Ständer. Wir halten uns fest, als hätten wir uns nach Jahrzehnten zum ersten Mal wiedergesehen. Vertraut streicheln wir uns gegenseitig, ahnend, was der andere mag und was nicht. Und wir küssen uns, unablässig, fordernd, süchtig nach dem Geschmack des anderen. Nach endlosen Minuten trennen wir uns voneinander, sehen uns an und wissen, was wir wollen.

LONA

Auf einmal bin ich mir sicher, was folgen wird. So zärtlich, wie er mich anfasst, wie er fasziniert ist von mir und meinem Körper. Und Frank weiß es auch. Alles andere als aufdringlich lässt er unablässig seine Hände über meine Haut gleiten wie ein Bildhauer nach dem letzten Schliff, doch ich will mehr, noch viel mehr.

FRANK

Aus dem Schrank nehme ich zwei große Handtücher, mit denen wir notdürftig die Reste des Wassers trocknen, dann schlendern wir Hand in Hand und mit verliebtem Blick ins Schlafzimmer, wo sie mich sanft auf die Matratze drückt.

Mein kleiner Freund, der jämmerliche Feigling, der eben noch der Welt zeigen wollte, wie stark er ist, zieht sich zurück. Ich weiß nicht, warum, hoffe, dass es am Alkohol liegt. Die Situation ist an Peinlichkeit nicht zu übertreffen und ich wünsche mir, dass ich im Erdboden versinke. Als das nicht geschieht, will ich sofort aufspringen und wegrennen, kann aber nicht, weil meine Göttin mich mit ihren Händen fesselt, die zärtlich über meine Haut gleiten und mir eine Gänsehaut bescheren. Entweder hat sie es nicht mitbekommen oder sie geht lässig darüber hinweg. Jedenfalls beruhigt sie mich durch ihre sinnliche Behandlung. Ich versuche, mich zu retten, und streichele sie, lasse meine Finger vorsichtig über ihre weiche Haut gleiten.

Sanft legt sie ihre Lippen auf meine und küsst mich. Dabei kommt ihre Hand der schwindenden Erregung sehr nahe, was mich augenblicklich wieder nervös werden lässt. Ihre Finger streichen durch meine Leiste, ertasten den Beutel, in dem sich meine Hoden freuen sollten, endlich nochmal in Aktion zu treten. Wie, als würde sie den Wert aufwiegen, spielt sie mit den beiden Bällen und schenkt mir Eindrücke, die ich schon lange vermissen musste. Spätestens jetzt müsste ihr mein Dilemma auffallen, aber sie lächelt mich an, küsst mich erneut und nimmt mir die Angst, in ihren Augen als Versager dazustehen.

Dankbar streichele ich die Rundung ihres Pos. Es fühlt sich so gut an, so zart und so weich. Auf keinen Fall würde ich sie als mollig bezeichnen, sie hat die Rundungen an den richtigen Stellen und fühlt sich sehr fraulich an. Ich merke, wie meine Göttin die Berührungen genießt, sich meinen Händen entgegenstreckt. Beiläufig streiche ich an ihrer Taille hoch und berühre die Rundung ihrer Brust, taste mich weiter bei der nächsten Runde, weil ich merke, dass sie es mag, bis ich mit meinen Fingerspitzen die gekräuselte Ebene um ihre Knospe erreiche, die hart aufgerichtet auf dem Hügel thront. Sie fühlt sich wunderbar an und Lona schnurrt unter meiner Behandlung, löst den Kuss, dreht sich auf den Rücken und gibt mir mehr von sich zu streicheln.

Als ich über ihren Bauch streiche und eine ihrer Knospen mit der Zunge lecke, kitzeln ihre Haare an meinen Fingern. Ich schaue an ihr herab und sehe einen herrlich dunkel behaarten Venushügel, der sofort meine Aufmerksamkeit erhält, weil ich beginne, mit ihren Locken zwischen den Fingern zu spielen. Ich kraule durch die dunkle Pracht und habe dabei den Schalter betätigt, der für die Öffnung ihrer Schenkel verantwortlich ist. Sie verzehrt sich nach Berührung an der intimsten Stelle ihres wundervollen Körpers, das spüre ich. Augenblicklich meldet sich der Feigling wieder zurück und legt sich lang auf ihren Oberschenkel. Lona öffnet die Augen und lächelt mich wissend an. Dann schaut sie an sich herab und bestaunt das Naturwunder, das es sich auf ihrem Oberschenkel bequem macht. Zufrieden lächelt sie mich an.

„Der ist wunderschön.“, flüstert sie mir zu und ich glaube, dass bei ihr der Alkohol noch nachwirkt.

Ist Lona so ungehemmt, weil ich sie betrunken gemacht habe?, überfällt mich ein Schuldgefühl, weshalb mein Naturwunder wieder ein wenig an Spannkraft verliert. Diesmal lasse ich mich nicht beirren. Sie macht das so toll, ist so nachsichtig mit mir und schließt die Augenlider, als ich meine Fingerkuppen wieder durch ihr bewachsenes Dreieck streunen lasse. Mein Mittelfinger hat die labende Quelle entdeckt, wo sich die warme Schlucht auftut und tastet sich behutsam vor, bis er von einer kleinen Erhebung gestoppt wird, die sehr empfindlich ist und meine Göttin leicht erzittern lässt. Ich umrunde den kleinen Felsen und lasse den Finger die Bergkämme streicheln. Die hübsche Frau in meinem Arm stöhnt leise in die Stille, was mich anspornt, tiefer einzudringen in das lüsterne Tal, wo mein Finger von dem überfließenden Beweis ihrer Lust aufgenommen und sogleich verschluckt wird.

Meine Hand zittert vor Erregung. Lange schon habe ich die Lust einer Frau auf diese Weise nicht mehr erlebt, flüchte mich in einen Kuss und hole mir die Zustimmung meiner Schönheit ab, sie weiter dort zu streicheln. Der Finger zeichnet die weichen Konturen ab und zeichnet ein Bild in meinem Kopf, welches ich, neugierig wie ich bin, selbst ansehen muss. Ich krieche an dem weichen Körper der Frau in meinem Bett herab, nicht ohne ihren Bauch mit Küssen zu übersäen und betrachte den Venushügel, dessen behaarte Erhebung herrlich duftet. Hungrig nach dem Geruch ihrer Lust lasse ich meine Zunge durch die geschmeidigen Locken ziehen bis zu dem Tal des Verwöhnens. Gemächlich züngelt sie an den einzelnen Köstlichkeiten, die hier vorborgen liegen.

Wie ein Schatzsucher stöbere ich nach dem Edelsten, was sie mir zu bieten bereit ist, taste züngelnd die wunderschönen Konturen ab, bis ich mich endlich in sie versenke. Immer wieder treibe ich dieses Spiel der Wonne, lecke mich hinein und wieder heraus, folge meinem Finger, der dabei ist, die geheimnisvollen Untiefen der weiblichen Lust zu entdecken und spüre, dass Lona herrlich unruhig wird und ungestümer ihr Becken bewegt. Immer weiter treibe ich meine Zunge im Tandem mit meinem Finger in ihre nassglänzende Blüte, bewusst auf den Punkt fokussiert, der ihr größte Lust bereiten soll, bis zu dem Punkt, wo plötzlich ihr Atem einen Moment stillsteht, wieder einsetzt, um erneut anzuhalten und sie mit einem tiefen Zug die Luft entspannend entweichen lässt. Ich glaube, meine Göttin hat soeben den Gipfel erreicht.

Sie erfasst meinen Kopf, hält ihn still, klemmt ihn zwischen ihren Händen, verhindert, dass ich sie noch weiter verwöhne, genießt offenbar den Moment, wo der Höhepunkt nachhallt. Dann schaut sie mich dankbar an, zieht mich hoch und schlängelt sich um mich. Wir küssen uns und kuscheln uns eng aneinander.

LONA

Wie ein Wissenschaftler erforscht er mich, findet die Knöpfe, die er umschmeicheln muss und beschert mir einen lange nicht dagewesenen Höhepunkt. Völlig selbstlos kümmert er sich um mich und meine Befürfnisse. Ich ziehe ihn in meine Arme und halte ihn fest.

Langsam schiebe ich mich an ihm herunter, sehe die Angst in seinen Augen. Angst, die ich ihm nehmen muss. Natürlich weiß ich, dass er keine zwanzig mehr ist und jederzeit bereitsteht für die wildesten Abenteuer. Dafür ist er genügsam und zärtlich, das habe ich gerade am eigenen Leib erfahren dürfen. „Das war gerade wundervoll. Jetzt lass du dich fallen“, sage ich ihm und versuche, meine Stimme besänftigend klingen zu lassen.

Seine Augen sehen mir dankbar zu, wie ich seine Brust küsse, seinen Bauch streichle und sein halbschlaffes Glied mit meinen Fingerspitzen fasziniert abfahre. Interessiert sieht er mir dabei zu, wie ich mir der Zunge darüber streiche. Etwas schüchtern beobachtet er, was ich tue, bis ich ihm zu verstehen gebe, dass ich es genieße, ihn zu bedienen, so wie er es vorhin bei mir gemacht hat. Entspannt lehnt er sich zurück, lässt die Beine sich locker öffnen. Meine Hand findet den Weg zu dem, der in der letzten Stunde die Aggregatzustände mehrfach gewechselt hat. Sanft streife ich herunter zu den beiden Spendern, lasse meine Finger damit spielen, und spüre, dass es Frank gefällt.

Wiegend bewegen sich die beiden Hoden zwischen meinen Fingern, die runzelige Haut des Beutelchens entspannt sich und zieht sich wieder zusammen und Frank atmet hörbar ein. Ich sehe, wie sein kleiner Freund sich reckt, sich langsam auf seinem Bauch ausstreckt und größer wird. Wie ein Naschkätzchen lege ich leicht meine Lippen auf die Unterseite der Kirsche und schlecke mit der Zungenspitze daran. Frank genießt.

Mit geschlossenen Augen liegt er flach auf seinem Bett, die Beine gespreizt, sein Becken unruhig, und erwartet offensichtlich, was ich noch so im Petto habe. Gerne würde ich die Kirsche einsaugen, doch bin sicher, dass Frank das nicht lange überlebt. Dennoch kann ich nicht anders, als meine Lippen locker darüber zu legen, lasse meiner Zunge freien Lauf und sauge sie ein. Soweit ich kann fülle ich meinen Mund mit diesem wunderschönen Dolch, der noch etwas härter zu werden scheint und verdächtig beginnt zu zucken. Darum umfasse ich ihn zusätzlich mit der Hand und massiere ihn. Wie schön er sich einschmiegt in meine Finger, stelle ich fest und fasse fester zu. Während Frank entspannt, spannt seiner kleiner Freund in meiner Hand ganz schön.

Ploppend entlasse ich ihn aus meinem Mund und krabbele küssend an meinem Bettgenossen hoch, den steifen Freund immer noch in der Hand. Es fühlt sich alles so gut an, so unverfangen und aufregend. Ich genieße es total und bin mir sicher, Frank tut es auch. Irgendwann ist man zu alt fürs zaudern, man erfasst die Gelegenheit, wenn man glaubt, richtig zu liegen. Gerade liege ich ganz richtig und spüre, wie Frank im Becken noch unruhiger wird und zu zucken beginnt. Dann wird er still, sammelt sich augenscheinlich und sein Druck entlädt sich auf seiner Bauchdecke und auf meiner Hand.

Manchmal sind gestandene Männer wie kleine Jungs, schauen dich an, als hätten sie was kaptt gemacht und kommen nicht drumherum, es der Mama zu beichten. Dabei freut es mich, dass es genau so gekommen ist. Ich muss den kleinen Jungen einfach küssen und es ist mir egal, dass ich dabei seine schleimige Brut in seinem Gesicht verteile, weil ich seinen Kopf halte. Sich an meinen befriedigten Freund zu kuscheln ist so toll, dass ich alles um mich herum vergessen könnte.

An ihn geschmiegt spüre ich sein Herz, wie es klopft, hoffentlich vor Glück, und ich muss mir eingestehen, dass meines auch wie verrückt zu wummern begonnen hat. Keiner sagt etwas und das sagt mehr als alle Worte imstande wären, dieses vertraute Gefühl auszudrücken.

FRANK

Ruhe kehrt ein. Ich spüre nichts außer meinem und ihrem Herzschlag an meiner Brust und es fühlt sich wunderbar an. Wir liegen dort und spüren uns. Wie ich das vermisst habe. Eine nackte Göttin in meinem Arm, ihre Brust an meiner Brust, zufrieden, weich und warm. Ich könnte eine rauchen, möchte sie aber nicht loslassen müssen.

„Ich möchte bis morgen so liegenbleiben“, schnurrt sie mir zu.

„Ich auch“, nuschele ich zurück und ziehe die Decke über uns.



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