Der Duft der Vorfreude (fm:Verführung, 2788 Wörter) [2/2] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Jenssvenja | ||
| Veröffentlicht: Aug 05 2026 | Gesehen / Gelesen: 231 / 177 [77%] | Bewertung Teil: 0.00 (0 Stimmen) |
| Was als harmloser „String im Salat“ begann, setzt sich fort – diesmal mit Briefen, die nach Svenjas Lieblingsparfüm duften, und Anweisungen, die sie Schritt für Schritt in ein Spiel ziehen, das sie schon am Schreibtisch unruhig macht. | ||
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Svenja trug den Abend noch immer in sich. Die Erinnerung an Jens’ Hände, an den Geruch seiner Haut und daran, wie er sie zum Höhepunkt gebracht hatte, lag wie ein warmer Schleier über ihr. Einige Tage waren vergangen, und der Alltag hatte sie längst wieder eingeholt. Schichtpläne, Kassensysteme, die endlosen Anrufe von Lieferanten. Doch tief unter dem Stress glomm noch immer die Erinnerung an das, was sie beide nur „der geile Abend“ nannten. Sie saß an ihrem Schreibtisch im kleinen Büro hinter dem Verkaufsraum, die Stirn nachdenklich in Falten gelegt und einen Stift zwischen den Fingern. Vor ihr lag der Dienstplan für die kommende Woche. Sie schob Namen hin und her, suchte nach einer Lösung, mit der möglichst niemand unzufrieden sein würde. Wie an jedem Werktag hatte der Postbote die Briefe und Prospekte pünktlich abgelegt und war wortlos wieder verschwunden. Svenja hatte ihn kaum wahrgenommen. Ihre Gedanken kreisten ausschließlich um Zahlen, Arbeitszeiten und freie Tage. Dann nahm sie etwas wahr. Zunächst war es nur ein kaum merklicher Hauch. Warm. Weich. Vanille. Dazu eine dezente holzige Note – und genau dieser unverwechselbare Duft, den sie selbst nur dann trug, wenn sie Jens überraschen oder verführen wollte. Unwillkürlich hob sie den Kopf und sog die Luft noch einmal tief ein. War noch jemand hier? Sie lauschte. Nichts. Der Verkaufsraum war ruhig, das Büro leer. Der Postbote musste längst wieder unterwegs sein. Langsam stand sie auf und ging zum Postfach. Mit jedem Schritt wurde die vertraute Duftnote intensiver. Ihre Finger glitten durch den Stapel. Werbeprospekte. Rechnungen. Ein Schreiben vom Großhandel. Dann blieb ihre Hand an einem cremefarbenen Umschlag hängen. Das Papier fühlte sich hochwertig an, leicht rau, eingefasst von einem dezenten geprägten Rand. Noch bevor sie die Anschrift vollständig gelesen hatte, erkannte sie die Handschrift. Jens. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Fast automatisch hob sie den Umschlag an ihre Nase. Sofort war der vertraute Duft wieder da. Warm, vertraut und gleichzeitig völlig fehl am Platz in ihrem Büro. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung. Was hatte Jens sich diesmal ausgedacht? Warum roch der Brief so intensiv nach ihrem Lieblingsparfüm, als hätte er ihn ganz bewusst damit eingesprüht? Mit dem silbernen Brieföffner, dessen goldener Griff sie immer ein wenig an ein Florett erinnerte, öffnete sie vorsichtig das Kuvert. Ein sauber gefalteter Brief glitt heraus. Gleichzeitig fiel ein kleiner roter Umschlag auf den Schreibtisch. Darauf stand nur ein einziger Satz. Erst den Brief lesen. Sie lächelte. Allein dieser kleine Satz genügte, um ihre Neugier zu wecken. Noch einmal atmete sie den vertrauten Duft tief ein, bevor sie den Brief auseinanderfaltete. Geliebte Svenja, ich bin kein String im Salat, sondern die Anweisungen deines Lieblings. Mehreres. Bist du allein? Bist du dir wirklich sicher? Dann darfst du jetzt das kleine rote Kuvert öffnen. In Liebe Dein Jens Bei den Worten „String im Salat“ musste sie unwillkürlich schmunzeln. Im selben Augenblick breitete sich ein angenehmes Kribbeln in ihrem Bauch aus. Ihr Puls beschleunigte sich, bis sie ihn förmlich in den Fingerspitzen spüren konnte. Die Erinnerung an den letzten gemeinsamen Abend war mit einem Schlag wieder da. Sie griff nach dem roten Umschlag und öffnete ihn. Ein kleiner roter Zettel. Schwarze Schrift. Sag heute alles ab. Du hast etwas Besseres vor. Mach pünktlich Feierabend und fahr direkt nach Hause. Dort warten weitere Anweisungen auf dich. In Liebe Dein Lehrer. Sie ließ den Blick einen Moment auf dem letzten Wort ruhen. Lehrer. Ein belustigtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Noch bevor sie bewusst darüber nachdachte, wusste sie längst, dass sie genau das tun würde, was dort stand. Sie schrieb Jens eine kurze Nachricht. Keine Antwort. Natürlich nicht. Das gehörte vermutlich ebenfalls zu seinem Plan. Den restlichen Nachmittag begleitete sie eine leise, kaum zu bändigende Vorfreude. Jede erledigte Aufgabe brachte sie dem Feierabend ein kleines Stück näher. Trotzdem schien die Uhr heute langsamer zu laufen als sonst. Als schließlich die letzte Kollegin den Laden verließ, schloss Svenja ab, überprüfte routiniert die Kasse und verabschiedete sich mit einem Lächeln, das ihre wachsende Spannung kaum verbergen konnte. Endlich Feierabend. Schon während der Heimfahrt kreisten ihre Gedanken nur um eine Frage. Was erwartete sie zuhause? Sie bog in ihre Straße ein und stellte den Motor ab. Während sie den Schlüssel aus dem Zündschloss zog, musste sie unwillkürlich lächeln. Seit Stunden kreisten ihre Gedanken nur noch um Jens und seine geheimnisvollen Anweisungen. Kaum hatte sie die Haustür geöffnet, fiel ihr auf der kleinen Schuhablage im Eingangsbereich bereits der nächste rote Umschlag ins Auge. Komm erst einmal an. In der Küche wartet ein Glas Wein auf dich. Sie legte ihre Handtasche ab und schlüpfte aus den Schuhen. Für einen Moment ließ sie den Blick durch den Flur schweifen, als würde sie jeden Augenblick damit rechnen, Jens hinter einer Tür hervorspringen zu sehen. „Jens?“ Nur Stille antwortete ihr. Ein leises Schmunzeln huschte über ihr Gesicht. Bevor sie in die Küche ging,
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