Mittleres Management (fm:Ehebruch, 3957 Wörter) | ||
| Autor: Cerar | ||
| Veröffentlicht: Aug 13 2026 | Gesehen / Gelesen: 2479 / 2210 [89%] | Bewertung Geschichte: 9.17 (41 Stimmen) |
| Elke sieht in der Einladung zu einem Qualifikationsseminar ihrer Firma eine unerwartete Chance zu beruflichem und gesellschaftlichen Aufstieg, natürlich verbunden mit einem entsprechend höherem Gehalt. Doch ihr Mann muss 'mitziehen' bei diesem Vorhaben. | ||
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wunderbare Beziehung aufs Spiel zu setzen. Sie war schon fast bereit, am nächsten Bahnhof auszusteigen und zurück zu fahren.
Doch dann meldete sich wieder der „kleine Teufel“ in ihr. So, wie Manfred diese Sache anging, war aber auch nicht in Ordnung. Er misstraute ihr, ohne den geringsten Grund zu haben. Klar, sie würde unter keinen Umständen auch nur das kleinste Risiko eingehen, sich auf etwaige Avancen fremder Männer einzulassen, aber diesen „kleinen Tod“ der Ungewissheit musste er mal sterben, damit er begreift, was er an ihr hat: eine treue Frau, auf die er sich 100%ig verlassen kann.
Diese jetzt dominierenden Gedanken wirkten, als hätte sie sich Mut angetrunken. Fast schon wie unter emotionalem Zwang wechselte sie am Umsteigebahnhof in den bereits wartenden Regionalzug, und nur etwa eine gute Stunde später war sie am Zielort angekommen. Wie geplant stieg sie in ein Taxi , das sie zu dem exklusiven Tagungshotel brachte. Den abschätzenden Blicken des Fahrers erteilte sie, ganz selbstbewusste Dame, eine knappe Rüge, zahlte mit dem von der Firma mitgegebenen Voucher und fühlte sich, als habe sie bereits hierfür eine Belobigung von ihrem Mann verdient.
„Hallo die Dame, womit kann ich Ihnen dienen?“, sprach sie die angenehm sonore Stimme eines der Rezeptionisten, nun schon zum zweiten Mal, wie aus weiter Ferne an und holte sie so aus ihren Tagträumen. Elke war für einen kurzen Augenblick desorientiert, realisierte aber schnell die Situation. Der Gast vor ihr am Counter war bereits gegangen, und nun war sie an der Reihe. Schnell ging sie die Schritte vom Diskretionsabstand bis zum Desk nach vorne. „AMAZING LOGISTICS, Elke Wagner“, blaffte sie ziemlich unhöflich und glaubte sich in diesem Moment genau richtig zu verhalten, glaubte Überlegenheit auszustrahlen.
Der freundliche junge Mann aber ließ sich durch diese unangebrachte Tonart nicht irritieren, begrüßte sie höflich mit ihrem Namen und hieß sie willkommen. Dann erledigte er schnell und professionell die Anmeldeformalitäten und überreichte ihr zum Abschluss noch einige Hotelunterlagen sowie ein Namensschild zum anstecken. „Darf ich Ihnen Ihren Zimmertür-Code auf Ihr Handy schicken? Selbstverständlich befindet sich in Ihren Unterlagen auch noch ersatzweise ein Schreiben mit dem Barcode zum Öffnen der Türe. Ihr Gepäck befindet sich bereits dort.“
Elke war sprachlos. Sie nahm die Papiere entgegen und bedankte sich nun mit fast schon überschwänglicher Höflichkeit - längst hatte sie ihre unangemessene Verhaltensweise erkannt und bereut- und eilte zum Aufzug, um zu ihrem Zimmer in der dritten Etage zu gelangen.Der komfortable Lift brachte sie in kaum merkbarer Bewegung, aber trotzdem rasch in ihre Etage, und auch das Öffnen des Türschlosses mit dem Bar-Code auf dem Handy gelang mühelos.
Das Zimmer selbst war zwar geräumig und zweckmäßig modern ausgestattet, strahlte aber dennoch eine gewisse beruhigende Atmosphäre aus, aber es war nicht das weitere Highlight, was sie möglicherweise nach den Eindrücken im Foyer erwartet hatte. Immerhin, ihr Gepäck stand bereits in der Mitte des Raums vor einem großen King-Size-Bett. Die nächste Erkundung galt dem Bad. Das allerdings war in seiner Größe überzeugend und von beeindruckender Einrichtung und geschmacklicher Ausgestaltung. Vor allem die räumlich große, bodengleiche Dusche und die breite Marmorfläche, in die das Waschbecken eingelassen war und die riesige Spiegelfläche darüber sorgten bei ihr für einen Wow-Effekt.
Sie zog die, nach der langen Reise als lästig empfundene Oberbekleidung, Blazer, Jeans und Bluse, aus, leerte ihre sich schon schmerzhaft meldende Blase auf der Toilette und wusch sich mit ein paar handvoll Wasser den Schweiß aus dem Gesicht und unter den Achseln und ging zurück ins Zimmer. Irgendwie hatte sie das dringende Bedürfnis, ihren Mann anzurufen. Er hatte sich sicherlich, genau wie sie, inzwischen wieder beruhigt, und sie wollte ihm mitteilen, dass sie gut angekommen ist, dass das Hotel, und damit auch ihr Zimmer, ganz prima seien, vor allem aber, dass sie ihn total liebe und ihn und auch den Jungen schon jetzt vermisse.
Sie legte sich auf das Bett, gab noch schnell den W-LAN-Code ein und wählte ihn an. Es dauerte nicht lange, und sie hatte eine Verbindung. Aber es war nicht ihr Mann, sondern ihr Sohn Mirko, der das Gespräch annahm: „ Ja sag mal, mein Großer, wie kommst du denn an Papas Handy und warum ist es denn bei euch so laut? Na egal. Erzähl mal. Wie geht es dir und was machst du so?“
Es dauerte einen Moment, bis er antwortete:“Hi Mom, mir geht es eigentlich ganz gut. Wir sind hier in unserer Lieblings-Pizzeria und Papa quatscht die ganze Zeit über nur mit so einer Frau, die ich nicht kenne. Die hat sich einfach an unseren Tisch gesetzt und ich bin Luft für die Beiden! Mir ist stinklangweilig. Ich will heim Fernsehen gucken.“
Bei Elke schrillten sofort sämtliche Alarmglocken! Eine andere Frau? Doch wer sollte das sein? Sie bemühte sich ruhig zu bleiben. „So, so, dein Papa vergisst dich? Na, dann gib ihn mir mal! Ich werde mal ein ernstes Wort mit ihm sprechen!“
Dann meldete sich Manfred. Elke begann:“Hey, alter Charmeur. Was muss ich da hören? Kaum ist die Katze aus dem Haus, schon tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Mirko beschwert sich bei mir, dass es ihm schrecklich langweilig ist. Wen hast du denn da getroffen, dass du dich so angeregt unterhältst und dabei sogar deinen Sohn vergisst?“
Aber ihr Manfred überging die vorwurfsvolle Frage und antwortete stattdessen mit jeder Menge Gegenfragen: nach ihrer Reise, der Unterbringung und nach ihrem Befinden. Elke war erschüttert über dieses Verhalten. Nur knapp beantwortete sie die Fragen, dann beendete sie das Gespräch abrupt.
Sie musste weinen. Warum nur tat er ihr das an?Das Handy zeigte einen Rückrufversuch von ihm an, aber sie sah sich außer Stande, mit ihm zu sprechen und unterbrach das Ansinnen. Sie drückte ihn weg. Stattdessen schickte sie Manfred drei weinende Emojis. Sie schlief erschöpft ein.
Etwa eine Stunde später holte sie der Pling-Ton einer eingehenden Nachricht aus dem nur noch oberflächlichen Schlaf. Es war eine kurze Nachricht von Manfred: „Mach dir keine Gedanken.“ Das war alles, was er ihr zu sagen hatte? Langsam kam Wut und immer mehr Traurigkeit in ihr auf. Auch verspürte sie allmählich ein deutliches Hungergefühl, was nach der langen Zugfahrt nur allzu verständlich war. Also entschloss sie sich, kurz zu duschen und umzuziehen, um danach eine Kleinigkeit im Restaurant zu essen. Allerdings, das hatte sie schon im Internet gelesen, kostete dort alles ziemlich viel, und, da das Haus etwas abseits der Ortschaft lag, gab es keinerlei Alternative. Aber: das Essen am Anreisetag galt nicht als zum Seminarprogramm zugehörig und musste privat bezahlt werden. Egal, wenn Manfred sich eine Pizza zusammen mit Sohnemann und vielleicht sogar für eine andere Frau leisten kann, dann durfte sie das auch!
Sie hatte ein Händchen dafür, sich sportlich elegant zu kleiden, und das war ihr auch dieses Mal gelungen. Sie hatte sich für einen modisch weiten Hosenanzug mit ziemlich gewagtem, aber nicht billig vulgär wirkendem Dekolleté entschieden. Und als sie auf ihren halbhohen Pumps das Restaurant betrat, gab es nicht wenige taxierende Blicke von Männern wie Frauen, die sie auf dem Weg zu ihrem Tisch, begleiteten. „Eine Frau spürt so etwas“, war ihr Credo, und als entsprechend selbstbewusst wurde ihr Auftritt aufgenommen.
Das Restaurant war sehr gut besucht, und sie konnte froh sein, dass der Maitre de Hotel sich für sie bemüht hatte und ihr nach Rückfrage bei einem allein sitzenden Herrn einen Platz an diesem Tisch anbieten konnte.
Na ja, dachte sie bei sich, es hätte schlimmer kommen können. Der dort speisende Mann war von schlanker, mittlerer Statur, trug eine lässige Kombination aus Jeans und einem mittelbraunen Sakko über einem weißen Hemd. Alles in allem wirkte sein Erscheinungsbild sehr gepflegt, und als er kurz aufstand, um sie mit einem Handschlag zu begrüßen, sah Elke in ein leicht gebräuntes Gesicht von etwa 40 Jahren, das von zwei strahlend blauen Augen dominiert wurde. Egal wie, aber das war ein wirklich aussergewöhnliches Exemplar eines gut aussehenden Mannes. Elke war regelrecht geflasht von ihm. Schade eigentlich, dass man sich nicht richtig einander vorgestellt hat, sondern nur mit einem dahin gemurmeltem „angenehm“ begegnete.
Der Ober brachte ihr die Karte und sie studierte sorgfältig das Angebot. Ein Griechischer Salat erschien ihr als das Richtige. Dazu ein Mineralwasser Medium, zum Preis von schlappen 6,50€ für 200 Milliliter, das musste schon sein, schließlich war ihr Durst mindestens genauso groß wie der Hunger. Als der Ober zur Aufnahme kam und sie diesem ihre Wünsche nannte, sprach sie ihr Tischnachbar unerwartet an: „Wenn ich Ihnen etwas empfehlen darf, der Grauburgunder wäre genau passend zu Ihrer Wahl. Entschuldigen Sie, dass ich Sie so unvermittelt anspreche, aber was sie da gewählt haben, ist absolut empfehlenswert. Ich habe es selbst hier schon gegessen - hervorragend! Der Wein aber ist, finde ich, ein Muss. Aber entschuldigen Sie bitte, ich weiß gar nicht was in mich gefahren ist. Ich bin taktlos und zudem hat mich Ihre Wahl ja überhaupt nichts anzugehen.“
Elke war viel zu überrascht von dieser ungefragten Einmischung, als dass sie adäquat hätte reagieren können. Einerseits empfand sie es schon als dreist, ja sogar als eine Art von Anmache, wie der Mann agierte, andererseits wirkte er auf sie eben auch wie ein durchaus seriöser Gentleman, der noch dazu verdammt gut aussah. Und so entschied sie sich, den so angebotenen Gesprächsfaden aufzunehmen, sich aber gleichzeitig nicht als leicht zu habende Beute anzubieten. Sie wusste genau um ihre Grenzen.
„Danke für den Ratschlag, aber ich bleibe bei meiner Entscheidung für das Wasser. Sagen Sie, Sie tragen da ein Teilnehmerschild von Amazing Transport. Sind Sie denn auch bei dem Seminar morgen dabei?“, fragte Sie. Jetzt war es an ihm, seine ehrlich freudige Überraschung zu zeigen: „Ja, allerdings, und wenn ich Ihre Frage richtig verstehe, Sie auch.“
Das war der Beginn einer angenehmen Unterhaltung, und am Ende wusste Eric van der Dyke, so hatte er sich Ihr vorgestellt, schon bald durch geschicktes Fragen viel mehr von ihr als sie von ihm. Auch waren sie schon bald Per-Du und man plauderte munter über teilweise doch eher private Dinge.
Es war schon etwa 21:30 Uhr als Eric ziemlich direkt fragte: „Sag mal, du bist doch verheiratet, wie man an deinem außerordentlich schönen Ring sehen kann. Musst du da nicht langsam aufs Zimmer zum abendlichen Rapport-Telefonat?
Elke wurde rot und fühlte sich durchschaut wie ein kleines Schulmädchen. Eigentlich empfand sie es schon als ziemlich frech, wie Eric sie mit seiner Wortwahl provozierte. Doch im Grunde hatte er ja Recht. Heute zumindest, nach dem Streit mit ihrem Mann, sah sie es genauso. Doch davon musste sie Eric ja nicht auch noch erzählen. Sie wollte ihn schon in die Schranken verweisen, aber er kam ihr mit einer weiteren frechen Bemerkung zuvor: „Da hab ich wohl mal wieder ins Schwarze getroffen. Du fühlst dich gegängelt und missverstanden und bist deshalb auf deinen Mann sauer. Komm lass uns für heute Schluss machen. Sonst bin ich am Ende noch Schuld, wenn deine Ehe schiefgeht. Wir sehen uns morgen. Ach ja, du warst übrigens heute Abend eingeladen.“
Das war nun aber endgültig zu viel. Auch wenn er mit seiner Einschätzung durchaus Vieles richtig erkannt hatte, für ihr Selbstwertgefühl fühlte es sich wie eine Demütigung an. In ihrem Kopf rasten die Gedanken Achterbahn. Sie fauchte: „Mein Essen kann und werde ich schon noch selbst bezahlen! Und ja, ich werde jetzt nach oben gehen und wie vereinbart mit meinem Mann telefonieren! Ich tue das nicht, weil ich wie ein folgsames Hündchen apportieren soll, in meinem Fall Rapport abliefere, sondern weil es richtig ist, sich mit dem Partner über die durchlebten Ereignisse des Tages auszutauschen, erst recht, wenn man weit entfernt voneinander ist. Darüber solltest du einmal nachdenken. Gute Nacht.“
Elke war abrupt aufgestanden und strebte direkt zum Desk des Maitre de Hotel, um dort zu bezahlen, was aber leider nicht möglich war, weil die Rechnung tatsächlich bereits beglichen war. Sie schaute noch einmal zu Erics Tisch zurück, Der sah grinsend in ihre Richtung, machte aber keinerlei Anstalten, mit ihr weiteren Kontakt aufzunehmen. Elke war es recht. Sie hatte keinen weiteren Bedarf, mit diesem arroganten Kerl zu diskutieren. Sie kam einige Minuten vor 22:00 Uhr auf dem Zimmer an und hatte so Gelegenheit, sich noch einmal kurz gedanklich mit dem vergangenen Tag auseinander zu setzen. Ihre Wut und Enttäuschung über Manfreds Verhalten wurde durch das Erlebnis und die Erfahrung mit Erik während der letzten beiden Stunden relativiert. Sein Verhalten während des letzten Telefonats war aus ihrer Sicht unfair, aber auch sie hinterfragte sich, wie schon so oft, ob die Sache mit diesem Seminar, so wie sie es anging, tatsächlich richtig und alternativlos war.
Als dann um Punkt 22:00 Uhr ihr Handy klingelte, war sie erleichtert. Zumindest hatte Manfred nicht auf stur geschaltet und rief sie wie vereinbart an. “Hallo Schatz, bist du noch sauer auf mich? Du, ich hab viel nachgedacht, und eigentlich bin ich schon soweit, hier abzureisen. Du, du weißt, nichts ist mir wichtiger als du und Mirko.“ Elke war über ihre Worte selbst erschrocken. Warum hatte sie dies gesagt? Sie spürte wohl instinktiv, dass es ohne diese kleine Notlüge, sie habe quasi den ganzen Tag nachgedacht, abzubrechen und zurückzukehren, schwierig werden könnte, Manfred überhaupt gesprächsbereit zu machen. Umso erstaunter nahm sie seine nun folgende Reaktion wahr:„Liebes, red‘ keinen Unsinn. Für dich ist dieses Seminar viel zu wichtig, als dass wir nicht alle drei lernen müssen, damit umzugehen. Ich habe auch nachgedacht und eingesehen, dass meine Bedenken kleinkariert und eigensüchtig sind. So, und jetzt lass uns das tun, was wir uns für unsere täglichen Gespräche vorgenommen haben. Also, erzähl mal!“
Und das tat Elke. Sie war so unendlich froh, dass alles zwischen ihnen wieder so gut war, dass sie auch über die Entfernung hin wieder zueinander gefunden hatten. Und so erzählte sie ihm von ihrer Bahnfahrt, auch davon, dass sie tatsächlich schon in München wieder umkehren wollte. Dann die Ankunft im Hotel mit seinem, für sie beeindruckenden Äußeren im Foyer und von ihrem Zimmer. Das für sie so fürchterliche Gespräch mit ihm streifte sie nur kurz. Sie wollte unbedingt die wieder erlangte Harmonie erhalten. Auch Ihr Restaurantbesuch barg da gewisse Risiken, aber sie entschied sich, doch fast alles zu erzählen. Schließlich hatte sie perfekt reagiert und den Kerl in seine Schranken verwiesen. „ Du hattest ja so recht mit deinen Warnungen vor solchen Typen. Ich hätte nie gedacht, dass es die so tatsächlich gibt. Aber du siehst, auf deine Frau ist Verlass. – Und bei dir, was gab es bei dir. Mirko hat sich in der Pizzeria total gelangweilt. Wer war denn die Frau, mit der du dich so lange unterhalten hast?“
Manfred ging nicht direkt auf ihre Frage ein, sondern erzählte erst einmal von Unternehmungen mit Mirko, dass sie zum Fußballspiel waren, dass sie auf dem Festplatz waren usw. Dann ließ er die Katze aus dem Sack. Seine lang schon vergessene Ex hätte ihn zufällig in der Pizzeria entdeckt und man habe sich eben ein wenig über alte Zeiten und den Lebensweg der letzten Jahre unterhalten. Aber er habe ihr ja geschrieben, dass sie sich keine Gedanken machen müsse. Nachdem Mirko dann zu Bett gegangen war, sei er noch auf ein Bier in ihrer Stammkneipe um die Ecke gewesen.
Die letzten Worte hatte Elke kaum noch wahrgenommen. Plötzlich war es wieder da, das Gefühl der Eifersucht und des Misstrauens. Sie hatte diese Frau noch nie gemocht. Doch sie ließ sich nichts anmerken und wollte die gerade erst wieder gewonnene Vertrautheit nicht gefährden. War es Zufall, dass er mit ihren Worten seinen Bericht beendete:“Du siehst, auf deinen Mann ist Verlass.“
Sie wartete einen Augenblick, bevor sie das Gespräch fortsetzte. „Du kannst dir denken, dass mich das nicht ganz kalt lässt, wenn du dich mit deiner Ex triffst und ich 1000 km weg bin?“ Er konterte:“Na ja, dann weisst du, wie ich mich die letzte Zeit gefühlt habe. Und ich habe erschwerte Bedingungen: ich muss Mirko betreuen.“ Er lachte kurz trocken auf. „Ja, du hast recht. Entschuldige.“ Es entstand eine kleine Pause, bevor sie fortfuhr: „ Manni, du fehlst mir. Bitte sag, dass du mich liebst. Ich möchte jetzt so gern mit dir kuscheln und …“ Sie ließ den Satz unvollendet.
Wieder entstand eine kurze Pause, bis sich Manfred mit leicht rauer, erotisch tiefer Stimme vernehmen ließ: „Sag mal, mein Schatz, hast du denn schon alles ausgepackt?“ Elke war enttäuscht und antwortete nur knapp mit „ Ja“. Manfred fuhr mit einem Befehl fort: „ Dann geh jetzt zu deinem Koffer. In der kleinen Innentasche findest du ein Säckchen. Das holst du, packst es aus und kommst damit wieder zu deinem Platz zurück.“ Sie tat , was er wünschte, - und war total überrascht. Ein kurzer, spitzer Aufschrei zeigte ihm an, dass sie gefunden hatte, was er ihr zu holen aufgetragen hatte. Wieder zurück setzte sie sich in den Sessel und sagte gespielt vorwurfsvoll: „Sag mal, geht’s noch? Was soll das denn. Wie kommst du dazu, mir meinen „Ersatz-Manni“ heimlich einzupacken. Ich hatte den schon überall gesucht!“
Zur Antwort bekam sie eine Gegenfrage : „Was hast du im Moment an?“. „Meinen beigen Hosenanzug“ war ihre verdutzte Antwort. „Zieh ihn aus!“, befahl er ihr knapp.Allmählich ahnte Elke, auf was das alles hinauslaufen könnte. Sie folgte der Anweisung. Dann: „Was hast du jetzt noch an?“ „Normale weiße Unterhosen und den passenden weißen BH. „Gut, dann nimm jetzt den Vibri, leg ihn auf den Stoff über der Muschi und schalte ihn auf kleiner Stufe ein.“
Ein wohliger Schauer durchfuhr die Region um den Schoß. Unwillkürlich musste sie leise aufstöhnen und in ihrem Gesicht erschien ein freudiges Grinsen. Woher wusste Ihr Mann, was sie genau jetzt brauchte und ihre Stimmung schlagartig entkrampfte und in einen Zustand emotionaler Ausgeglichenheit überführte. Oh Gott, wie gut er sie doch kannte.
Nach einer Weile einfach puren Genießens kam eine neue Anweisung von ihm: „Leg jetzt ein Bein auf die Armlehne von deinem Sessel!“ Man hörte ein leichtes Schnaufen in seiner Stimme. Nach kurzer Zeit fuhr er fort: „Fertig? Dann nimm jetzt die linke Hand und zieh damit den Stoff von deinem Slip über der Fotze zur Seite, so als wolltest du sie präsentieren. Halt das Ding jetzt weg und mit zwei Fingern zieh dir deine Mösenlappen auseinander. Mit der rechten Hand kannst du nun mit dem Vibri spielen. Aber ich will, dass du mir alles erzählst, was du gerade machst und was du fühlst!“
Elke war glücklich. Manfred hatte an alles gedacht, auch an ihr intimstes Wohlbefinden. Er liebte sie und sie ihn! Dass er dabei die ordinärsten Ausdrücke benutzte, störte sie nicht, sondern erregte sie noch mehr. Dirty Talk praktizierten sie oft während des Geschlechtsverkehrs und fanden es immer beide aufgeilend.
Sie legte den Vibrator auf ihre offene Scham und schaltete ihn wieder auf der niedrigsten Stufe, die in diesem Moment so angenehm summte, ein und genoss das kribbelnde Gefühl. Natürlich vergaß sie nicht, ihren Mann über jeden Schritt zu informieren. Und natürlich bemerkte sie auch, wie sehr ihm das Spiel gefiel und mehr und mehr erregte.
Ja, es gefiel ihnen beiden. Und es war ihr Ansporn, ihn verbal so anzutörnen, genauso wie es auch sie aufgeilte, mit dem vibrierenden Kunstglied sich immer näher an einen erlösenden Höhepunkt zu bringen. Dabei wurde ihre Ausdrucksweise immer ordinärer, unterbrochen von sich steigerndem, lustvollem Stöhnen. „Wenn du das sehen könntest! Meine kleine Klit guckt regelrecht vorwitzig raus und mein Fickloch ist total offen - Jetzt schieb‘ ich mir den Bolzen rein. Mann ist das Ding dick! - Du das quatscht nur so links und rechts, so vollgeschleimt bin ich. - Komm jetzt bitte, Manni, komm mit mir zusammen, ich kann es nicht mehr aufhalten!” Und Manni schrie: „Ich komme, ich bin da, ich spritze!“
Es war ihr erster Telefonsex, den sie hatten – und es war voll schön und befriedigend. „Manfred, ich liebe dich und wäre jetzt am liebsten bei dir.“ „Und du weißt, dass es mir genauso geht. Aber jetzt gilt ‚Ohren steif und durch‘. Ab morgen heißt es 5 Tage arbeiten und dann nichts wie heim. Und jetzt wird geschlafen, mein Schatz. Ich melde mich morgen Abend wieder.“ Er schickte noch einige geräuschvoll schmatzende Küsse, und sie antwortete nur hilflos flüsternd „Ja“ und tat ihm gleich. Sie hoffte, dass er nicht ihre unterdrückten, von Tränen begleiteten Schluchzer bemerkte.
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