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Mittleres Management (fm:Ehebruch, 3957 Wörter)

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Veröffentlicht: Aug 13 2026 Gesehen / Gelesen: 2253 / 2004 [89%] Bewertung Geschichte: 9.18 (39 Stimmen)
Elke sieht in der Einladung zu einem Qualifikationsseminar ihrer Firma eine unerwartete Chance zu beruflichem und gesellschaftlichen Aufstieg, natürlich verbunden mit einem entsprechend höherem Gehalt. Doch ihr Mann muss 'mitziehen' bei diesem Vorhaben.

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Mittleres Management, Teil1

Elke sah sich staunend um. Noch nie war sie in einem so teuren Hotel abgestiegen, noch dazu alleine, ohne die sonst immer selbstverständliche Begleitung ihres Mannes.

Alles hier in der Eingangshalle wirkte auf sie beeindruckend edel und von erlesenem Geschmack. Die erste, allumfassende Wahrnehmung wurde von dem hellen, hochglanzpolierten Marmorfussboden beherrscht. Der Lounge-Bereich rechts und links der großen Glasdrehtür war mit modernen und trotzdem gediegenen Sitzkomfort ausstrahlenden, cognacfarbenen Einzelsesseln und Zweisitzer-Couchen in Leder ausgestattet. Große, hohe Grünpflanzen sorgten für einen gewissen Sichtschutz , was den sich dort aufhaltenden Gästen eine gedämpft diskrete Atmosphäre bot. Die frontal gegenüber liegende Rezeption zog sich über mehrere Meter, war vollständig mit einem braunen, nur leicht geädertem Wurzelholz vertäfelt, mit weitem Abstand zu den Arbeitsplätzen dahinter, die auch hier einen angemessenen Raum der Diskretion lassen.

Elke war einigermaßen sprachlos. Hier war sie nun also angekommen, am möglicherweise entscheidenden Punkt in ihrer Karriere. Man hatte sie, die unscheinbare, oft belächelte Elke Wagner – so zumindest schätzte sie sich selbst ein - auserwählt, an dem Seminar für zukünftige Führungskräfte des mittleren Managements teilzunehmen. Das Seminar sollte von Montag bis Freitag, also die ganze Arbeitswoche über stattfinden.

Es war I h r e große Chance.

Was sie allerdings nicht bedacht hatte, war die Reaktion von Manfred, ihrem Mann, auf dieses Angebot der Niederlassungsleitung. Nicht dass er ihr diesen Karrieresprung nicht gönnen würde. Nein, seine Vorbehalte betrafen das hierzu unumgängliche Seminar. Es war ihr schon klar, dass sie seine Unterstützung auch diesbezüglich brauchte – schließlich musste er 5 Tage seines Jahresurlaubs opfern , um ihren gemeinsamen achtjährigen Sohnemann Lars während der gesamten Zeit zu betreuen, eine Arbeit, die sie sonst beide, genauso wie die anfallenden Hausarbeiten, nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Plan, je nach Wochentag, gemeinsam wahrnahmen. Und da weder ihre Mutter, ihr Vater war schon früh an Krebs verstorben, noch ihre Schwiegereltern einspringen konnten, da sie verreist waren und zudem weiter entfernt wohnten, war dies die einzige Möglichkeit, das Problem zu managen. Aber sie wusste, dass sie sich auf ihren Mann würde verlassen können und hatte zugesagt. Dass Manfred aber bis zuletzt mit dieser Entscheidung haderte, und immer wieder nachhakte und versuchte sie umzustimmen, bereitete ihr zunehmend Sorgen und brachte sie in eine emotionale Schieflage.

Seinen letzten, fast schon hilflos wirkenden Einwand, dass sie dann an ihrem Geburtstag nicht da sein werde, konnte sie nur abmildern, indem sie ihre ganze Energie für die Organisation einer größeren Feier direkt am Samstag nach ihrer Rückkehr steckte. Und dennoch: obwohl sie heute Morgen sich besonders bemühte, ihn mit liebevollem Kuschelsex, den er doch so sehr liebt, in gute, versöhnliche Stimmung zu bringen, blieb der Abschied traurig und eskalierte schließlich in einem handfesten Streit, als sie ihm vorwarf, eigentlich nur eifersüchtig zu sein. Als sie dann auch noch nachkarrte, dass eigentlich sie Grund dazu habe, sauer zu sein, weil er praktisch keinerlei Vertrauen in sie habe, war es um den Ehefrieden endgültig geschehen. Man trennte sich auf dem Bahnsteig nur mit einem unterkühlten Küsschen.

Diese anfänglich vorherrschend wütende Gemütsverfassung wurde aber schon nach relativ kurzer Fahrtzeit mit dem ICE abgelöst von einer zunehmend depressiven Sichtweise auf die Dinge. Bis zum Umsteige-Bahnhof in München hatte sie in sich gekehrt dagesessen und gegrübelt, ob ihr Verhalten Manni gegenüber richtig war, ob ihre ganze Handlungsweise mit der Seminarteilnahme richtig ist. Wieso eigentlich hatte sie nicht versucht, an einem späteren Seminar teilzunehmen, an dem dann, bei entsprechender Vorplanung, auch ihr Mann und ihr Sohn hätten mitkommen können und, wenn schon nicht im gleichen Hotel, doch wenigstens in einem etwas günstigeren Haus in der Nähe hätten wohnen können?

Desto länger die Fahrt andauerte, desto unsicherer wurde sie. Was für Risiken war sie eigentlich bereit einzugehen? Es war ihr doch vollkommen klar, dass sie niemals ihren Mann würde hintergehen können. Sie liebte ihn „mit Haut und Haaren“. Nichts war es Wert, diese

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