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Konzert Teil3 (fm:Ehebruch, 1534 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen

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Veröffentlicht: Aug 20 2026 Gesehen / Gelesen: 1074 / 963 [90%] Bewertung Teil: 9.37 (19 Stimmen)
Kati auf der Fachmesse. Eigentlich ist alles geklärt zwischen den dreien Kati, ihrem Mann Jan und Katis Ex Ron B. Doch wird der sich mit dieser 'Niederlage' im Werben um Kati abfinden?


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„So viele Hotels, die in Frage kommen, gibt es hier ja nicht. Unter deinem Namen hätte ich dich wohl nicht gefunden, Datenschutz und so. Aber da ich weiß, für welche Firma du arbeitest, habe ich das in Frage kommende Hotel schnell herausgefunden. Und dann habe ich auf dich gewartet.“

Kati fragte weiter: „Und wieso bist du heute schon hier? Dein Konzert ist doch erst übermorgen.“

Man merkte, dass er noch überlegte, bevor er antwortete: „Naja, ich wusste ja von Jan, dass du heute und morgen hier sein würdest. Und weil ich ohnehin terminlich etwas Zeit habe und mein Interesse, dich wiederzusehen groß ist, habe ich mir die zwei Tage einfach gegönnt.“ Er war vorsichtig genug, sie nicht gleich überrumpeln zu wollen. So blieb sie zumindest gesprächsbereit.

Ron konnte nun ungehindert seinen Charme und seine zweifellos große Anziehungskraft auf das weibliche Geschlecht ausspielen. Er verwickelte sie in ein nettes Gespräch, vergaß natürlich nicht, Komplimente anzubringen, zeigte sich interessiert an ihrem Leben, vergaß auch nicht hin und wieder aus der inzwischen georderten Flasche teurem Bordeaux nachzuschenken und spielte gekonnt die Karte des erfolgreichen Stars.

Es war ihm gelungen, eine lockere Atmosphäre zu schaffen und er ging dabei sehr behutsam vor. Als er sie bat, ein Selfie zur Erinnerung mit ihm zu machen, fand sie das liebevoll galant im Gedenken an alte Zeiten, ohne Hintergedanken. Selbst als der erste Versuch fehl schlug, weil er, als beide schon in die Kamera lachten, mit dem Ellbogen abrutschte und mit seinem Kopf gegen ihren Hals fiel, nutzte er diesen Moment zu keinerlei unangebrachten Annäherung aus, und beim zweiten Versuch lachten beide entspannt in die Kamera.

Das Restaurant begann sich nun mehr und mehr zu leeren und Kati sah auf die Uhr. Ron erkannte wohl, dass er, falls er noch etwas anderes erreichen wollte, die Strategie ändern musste. Zwar war die Stimmung gut, aber Kati wurde zunehmend unruhiger und man spürte, dass sie bald aufbrechen wollte.

Er musste handeln. „Wollen wir noch auf einen Absacker in die Bar?“, fragte er. Katis Antwort konnte ihm nicht gefallen. „Sei mir nicht böse, Ron, aber ich muss jetzt aufs Zimmer. Jan wird gleich anrufen.“ Er hakte nach: „Ach komm, telefonieren könnt ihr doch auch noch später.“ Nein, Ron das geht nicht.“ – „Wirst du ihm sagen, dass du mit mir hier bist?“ Sie ließ die Frage unbeantwortet.

Die Stimmung kippte allmählich. Kati verstand nicht, warum ihr Ex jetzt so ganz anders reagierte als während der so harmonisch verlaufenen vergangenen knappen Stunde. Sie hatte ein nie erwartetes, nicht rational erklärbares Verhältnis zu ihm aufgebaut. Instinktiv spürte sie, dass es jetzt möglicherweise auf eine Entscheidung zusteuerte, mit der sie nicht gerechnet hatte.

Und tatsächlich wurde sie plötzlich mit einer derartigen Frage mit extremer Sprengkraft konfrontiert: „Kati, du hast doch gemerkt und auch gespürt, dass du mir nicht einerlei bist. Nach jedem Konzert, eigentlich jeden Tag, stehen zig Mädchen und Frauen vor meiner Tür. Und glaub mir, sie bedeuten mir nichts. Ich brauche aber einen Ruhepol in meinem Leben. Ich brauche dich! Ich frage dich deshalb frei heraus: könntest du dir vorstellen, die Nacht mit mir zu verbringen? Und auch wenn es nur eine einmalige Sache wäre: Jan müsste nie davon erfahren.“ Er nimmt Katis Hände in seine. „Kati, ich liebe dich noch immer!“

Kati, die wie in einer Schockstarre es zugelassen hatte, dass er ihre Hände ergriffen hat, riss die Augen erschrocken auf und befreite sich gleichzeitig ruckartig aus dem Griff seiner Hände. Laut, zu laut für eine Umgebung wie diese, zischte sie: „Nein Ron, niemals!“ Und leise, fast schon ein wenig traurig fuhr sie fort: „Warum tust du das? Warum zerstörst du alles?“

Doch seine Reaktion war auch jetzt für sie schmerzlich und unverständlich: „Glaubst du wirklich, ich lasse mich so von dir abspeisen, so demütigen? Es gibt Hunderte, die sich eine solche Chance nicht entgehen ließen!“ Und dann folgte auch noch eine Drohung: „Merk dir: wenn ich dich noch nicht einmal für eine Nacht haben kann, dann wird dich Jan erst recht nicht ein ganzes Leben haben.“

Kati war aufgesprungen, zeigte ihm kopfschüttelnd einen Vogel und verließ, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, das Restaurant. Der Weg zu den Aufzügen und von dort zu ihrem Zimmer erschien ihr unendlich lang. Das gerade Erlebte nagte an ihrer Seele. Auf was hatte sie sich da nur eingelassen? Jan würde es wohl kaum verstehen können, dass sie, nach den Diskussionen um ihren Konzertbesuch vor sieben Monaten, sich quasi über alle ihre Versprechen hinweggesetzt hat und mit Ron den Abend verbracht hat. Und auch wenn es ohne jede Absicht geschehen ist, es war trotzdem irgendwie ein Verrat an Jan. Das einzig Positive an der ganzen Sache war, dass sie nun endgültig den unsäglichen Charakter ihres Ex kennengelernt hatte. Aber um welchen Preis hatte sie diese Erkenntnis erlangt! Das Beste würde es sein, wenn Jan es nie erfährt.



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