Tischler x 2 (fm:Sonstige, 19006 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Corda54 | ||
| Veröffentlicht: Aug 24 2026 | Gesehen / Gelesen: 697 / 588 [84%] | Bewertung Teil: 9.71 (17 Stimmen) |
| Das Ende eines Traums, acht Mann kampfbereit, Wiedersehen mit alten Freunden, ein Müllmann wird Patenonkel, Die Polizei – Dein Freund und Helfer, ein Rausschmiss, Rettung im letzten Moment | ||

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Zuerst möchte ich mich bei denen, die sich die Mühe machten einen Kommentar zu schreiben, bedanken. Gleiches gilt aber auch für alle, die bewertet haben. Ganz viele User haben sich für die volle Punktzahl einschieden, etliche für eine 9. Soviel Zustimmung motiviert. Von einem gab es 8 Punkte. Auch damit bin ich einverstanden, denn die Geschmäcker sind nun mal unterschiedlich und auch eine 8 bedeutet ja ein gewisses Maß an Zustimmung. Danke also dafür!
Tischler mal 2 – die dritte
Irgendwie waren wir ratlos. Dieter und ich hatten uns mehrfach darüber unterhalten, dass jemand im Ordnungsamt auf die Idee kommen könnte den Betrieb mal wieder zu kontrollieren. Wir waren daher alle für uns ersichtlichen Aspekte durchgegangen wo es Ärger geben könnte, hatten alles kontrolliert, waren noch stolz darauf gewesen, dass per Zufall sogar noch der Chef der freiwilligen Feuerwehr Tipps für den vorbeugenden Brandschutz gegeben hatte. Dieter war richtig froh als er mich anrief und berichten konnte, auch diese Forderungen seien nunmehr erfüllt. Wir waren uns absolut keines Fehlers bewusst!
„Also, das verstehe ich nicht“ begann Dieter. „Es war mir klar, dass eine Kontrolle kommen würde. Deshalb, aber auch um vor mir selbst eine weiße Weste zu haben, habe ich, teils auch unterstützt von Freunden, mir immer wieder Gedanken gemacht welche Anforderungen gestellt werden würden und wie ich denen am besten entsprechen kann. Immer wenn mir etwas aufgefallen ist wurde das sofort in Ordnung gebracht. So war es auch mit dem Brandschutz. Ich war eigentlich der Meinung ich hätte da ausreichend vorgesorgt bis durch einen Zufall – ich hatte wegen einer sich abzeichnenden Bedrohungslage ihn“ er zeigte auf mich „um Hilfe gebeten und auch die Bitte geäußert, er möge auch geeignete andere Freunde ansprechen. Sie kamen dann auch, haben sich alles hier angesehen. Einer der Männer ist Chef der freiwilligen Feuerwehr in einem Ort nicht weit weg von hier. Der hat dann gesagt wo noch überall Verbesserungsbedarf besteht, ich habe das sofort umgesetzt und war stolz darauf, dass alles passte. Und nun kommen sie und sagen es gäbe eine schwerwiegende Beanstandung. Ich verstehe es nicht.“ Nicht nur am Tonfall und der leisen Stimme war zu erkennen wie niedergeschlagen er war. Auch sein Gesicht zeigte absolute Ratlosigkeit.
Ich kannte den Ordnungsamtschef zwar bisher nicht, aber etwas an seiner Haltung fiel mir auf. Das sah nicht nach anordnen, fordern oder Macht ausüben aus. Es bildeten sich plötzlich Lachfältchen um die Augen, er fing an zu grinsen.
„Wissen Sie, ich bin fürchterlich enttäuscht.“ Dieters Mundwinkel fielen noch weiter nach unten, „Wenn man unangemeldet mit derart viel Personal aus unterschiedlichen Fachbereichen zu einer Betriebskontrolle erscheint und nicht die kleinste zu beanstandende Kleinigkeit findet – das ist einerseits selten, andererseits dermaßen enttäuschend, das können Sie sich gar nicht vorstellen!“
Es dauerte einen Moment bis Dieter kapierte was Sache war und erleichtert zu lachen begann. Sofort danach wurde sein Gesichtsausdruck aber wieder ernst.
„Also, von einem Amtsleiter derart verarscht zu werden, das ist mehr als eine Zumutung, mir zum ersten Mal passiert! Das wird Folgen haben!“
Der Amtsleiter war total von den Socken, einen solchen Vorwurf hatte er nicht erwartet. Ihm war klar, dass er sich da sehr weit, zu weit, aus dem Fenster gelehnt hatte. Das Lachen war ihm vergangen. Er setzte zum Sprechen an, wollte sich wohl entschuldigen, wurde aber von dem weiterredenden Dieter gestoppt. Dem sprang der Schalk förmlich aus den Augen.
„Die erste Folge ist ein dickes Danke an Sie und Ihre Leute, vor Allem aber an Sie. Ich habe mich noch nie so gern verarschen lassen wie heute. Die zweite ist eine Einladung an Sie alle sich etwas zu erfrischen. Im Angebot habe ich Wasser, Tee, Cola, Brause, O- und Apfelsaft sowie für die, die nicht hinterm Steuer sitzen müssen, Bier. Ich hoffe, das wird nicht als Bestechungsversuch gewertet, sondern fällt unter die Geringfügigkeitsklausel.“
Der Chef guckte erst ziemlich bedröppelt aus der Wäsche, fing an zu grinsen, lachte lauthals, ebenso wie allen anderen Anwesenden.
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