Die Braut wird entführt (fm:Ehebruch, 793 Wörter) | ||
| Autor: Ayse1985 | ||
| Veröffentlicht: Aug 27 2026 | Gesehen / Gelesen: 2447 / 0 [0%] | Bewertung Geschichte: 8.48 (33 Stimmen) |
| Original "Alte Bräuche: Die Braut wird entführt" von Pythagoras, mit seiner Erlaubnis geändert | ||
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Die Musik der Hochzeitsfeier hallte nur noch als dumpfes Wummern über den Hof, während Elena sich lachend an Julian festklammerte. Der Alkohol hatte ihr Denken längst in einen samtigen Schleier gehüllt; die Welt um sie herum drehte sich in angenehmen, weichen Wellen. Julian – ihr Ex-Freund, der diesen Moment über Wochen hinweg akribisch und bis ins kleinste Detail durchgeplant hatte – nutzte die Gunst der Stunde. Er nutzte die bayerische Tradition der Brautentführung als perfekten Vorwand, nahm ihre Hand und führte die ausgelassene Braut zu seinem Wagen.
Elena genießt die nächtliche Fahrt in vollen Zügen. In ihrem Kopf überwog die unbedarfte Freude über das Gelungene, während der hochprozentige Likör jede Sorge im Keim erstickte. Als das Auto schließlich an einem abgelegenen Landgasthof hielt, führte Julian sie schnurgerade in den vollen, gemütlichen Schankraum. Dort setzten sie sich an einen der Holztische, bestellten Korn und stießen immer wieder an. Julian feierte den Coup, während Elenas Wangen immer heißer wurden und ihr Urteilsvermögen mit jedem geleerten Glas weiter schwand.
Nach einer Weile verspürte Elena den dringenden Drang, die Toilette aufzusuchen. Doch als sie aufstehen wollte, wurde ihr klar, wie schwer das aufwendige Hochzeitskleid wog und wie unmöglich es war, sich in diesem Aufzug durch die schmalen Räumlichkeiten der Gaststätte zu manövrieren. Julian erkannte ihre Lage sofort, fasste sie sanft am Ellbogen und schlug vor, nach oben zu gehen. Er hatte im oberen Stockwerk vorsorglich ein Zimmer angemietet – angeblich nur, um ihr ungestört beim Ausziehen des unhandlichen Kleides zu helfen.
Oben angekommen, schloss sich die Tür hinter ihnen, und die Geräusche aus dem Schankraum verstummten. Im Zimmer half Julian ihr behutsam, die vielen Knöpfe und den Reißverschluss des Kleides zu lösen. Frei von der schweren Last wollte Elena endlich das Badezimmer ansteuern, doch der Alkohol raubte ihr jegliche Standfestigkeit. Beim Versuch, ihre Wäsche wieder zu richten, verlor sie völlig das Gleichgewicht, geriet ins Straucheln und fiel rückwärts direkt auf das weiche Doppelbett.
Julian nutzte den Augenblick ohne Zögern. Er beugte sich über sie, sah ihr tief in die Augen und küsste sie. In diesem Moment explodierte in Elena ein widersprüchliches Gemisch aus Emotionen: Ein kurzer Blitz aus schlechtem Gewissen verflog augenblicklich in der Hitze der vertrauten Intimität, die sie jahrelang mit Julian geteilt hatte. Der Kuss war verlangend und riss alle verbliebenen Schranken ein. Binnen Sekunden entledigten sich beide ihrer restlichen Kleidung, getrieben von einer plötzlich entfachten, hemmungslosen Gier.
Was folgte, war ein lang andauerndes, intensiv geschildertes Zusammenspiel zweier Körper, die sich noch immer in- und auswendig kannten. Julian vergrub seinen Kopf zwischen ihren Schenkeln und verwöhnte sie mit hingebungsvoller Präzision. Seine Zunge erkundete jede Stelle, während Elena die Hände in seinen Haaren vergrub, den Kopf ins Kissen drückte und von Wellen der Lust überrollt wurde, bis ein erster, erlösender Orgasmus ihren gesamten Körper erbeben ließ.
Doch die Dynamik kehrte sich um: Geleitet von der berauschenden Ekstase zog Elena ihn zu sich hoch, übernahm die Initiative und wanderte mit ihren Lippen an seinem Körper hinab. Sie nahm ihn tief in den Mund, bewegte sich Rhythmus für Rhythmus mit einer Hingabe, die Julian den Atem raubte. Sie trieb ihn gezielt bis an die absolute Grenze, fing jeden Tropfen seines Samenergusses auf und schluckte alles hinunter, während sie seinen brennenden Blick auf sich spürte.
Verlangen und Verstand verschmolzen völlig. Julian schob sich schließlich mit voller Wucht in sie hinein. Rhythmatisch, leidenschaftlich und völlig losgelöst von der Welt außerhalb dieses Zimmers trieben sie es miteinander, bis ihnen das Hören und Sehen verging. Sie forderten sich gegenseitig alles ab, wechselten die Stellungen und kamen schließlich in einem gemeinsamen, exzessiven Höhepunkt zur Ruhe, der sie völlig verausgabt im Bett zurückließ.
Als die Gemüter sich langsam abkühlten, zog Elena ihr Kleid wieder an, richtete ihre Frisur so gut es ging und beide gingen wieder hinunter in den Schankraum. Dort saßen sie kurze Zeit später völlig sittsam an ihrem Tisch, nippten an ihren Korn-Gläsern und unterhielten sich ungezwungen.
Genau in diesem Moment traf Elenas Ehemann Mark mit der polternden Suchgesellschaft ein. Er war sichtlich erleichtert, seine Frau wohlbehalten vorzufinden, wundert sich jedoch gewaltig über die astronomisch hohe Rechnung, die Julian für die Brautentführung angesetzt hatte. Da es der Brauch verlangte, bezahlte Mark zähneknirschend die Zeche, und die gesamte Gesellschaft zog ausgelassen zurück zur eigentlichen Hochzeitsfeier.
Die folgenden Monate verliefen harmonisch und voller Zuneigung; Mark und Elena führten eine durchweg glückliche und innige Ehe. Nach etwa einem Jahr erblickte ihr erstes Kind das Licht der Welt – ein gesundes, aufgewecktes Mädchen mit auffällig rotblonden Haaren. Da Mark eine sehr dunkle, fast schwarze Mähne besaß und Elena dunkelblond war, wunderten sich viele Verwandte schmunzelnd über die Haarfarbe des Kindes. Die frischgebackenen Eltern schoben es scherzhaft auf die verschlungenen Pfade der Genetik – während ausgerechnet der stolze Patenonkel Julian mit seinen rötlichen Haaren lächelnd an der Wiege stand.
*** Ende ***
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