Bis zum Horizont ... und darüber hinaus (fm:1 auf 1, 17236 Wörter) [3/3] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Mr_Empire | ||
| Veröffentlicht: Sep 16 2026 | Gesehen / Gelesen: 365 / 270 [74%] | Bewertung Teil: 9.33 (9 Stimmen) |
| Part II von AKT II: Bis zum Horizont… | ||

Ersties, authentischer amateur Sex
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Familienrätsel lüften. Dabei spürt sie Manuels Wärme in ihrem Rücken, ruhig und schon seltsam vertraut.
„Dann solltest du besser zum Arzt gehen. Dass du jetzt auch noch krank wirst, fehlt gerade noch, Mama“, sagt Sabrina, und Tanja kann praktisch hören, wie ihre Tochter gedanklich schon Hausmittel, Tee und Fieberthermometer sortiert. Im Hintergrund klappert bei Sabrina etwas leise, vielleicht eine Tasse oder ein Löffel, als hätte die Sorge direkt Bewegung in ihre Küche gebracht.
„Schatz, dagegen gibt es keine Medizin.“ Tanja klopft Manuel sachte auf die Finger, als er seine Hand allzu abenteuerlustig auf ihrer Brust platzieren will; das leise Patschen klingt viel zu harmlos für die gespielte Empörung in ihrem Blick. „Die Symptome sind allerdings eindeutig: Was ich mir eingefangen habe, kann die Finger nicht von mir lassen. Sehr anhänglich. Vermutlich chronisch.“
Sabrina lacht so hell und laut, dass selbst Manuel es hören kann — und vermutlich auch der nächste Nachbar, falls der gerade am Fenster steht. Ihr Lachen knistert durch den Lautsprecher, warm und ansteckend wie Sonnenlicht auf einer Fensterbank. „Ach so. Ist Manuel gerade da? Dann grüß ihn bitte lieb von mir.“
„Ich soll dich von Sabrina grüßen“, sagt Tanja und dreht sich in seinen Armen zu ihm um, noch immer mit diesem Blick, der irgendwo zwischen ertappt und amüsiert liegt. Das Licht fängt sich kurz in seinen Augen, und für einen Moment riecht sie nur Kaffee, Aftershave und diese seltsame Ruhe, die er mitbringt.
„Ich grüße herzlich zurück und bin dann auch kurz weg“, sagt Manuel ruhig und sieht ihr in die Augen — viel zu unschuldig für jemanden, der gerade beim Heranschleichen erwischt wurde. Seine Stimme ist leise, fast ein bisschen rau, und trotzdem liegt darin dieses verschmitzte Lächeln, das Tanja inzwischen viel zu gut kennt.
„Er grüßt zurück. Warte kurz.“ Tanja nimmt das Handy vom Ohr und hält das Mikrofon mit der Hand zu, als wäre Sabrina ein Geheimdienst. Ihr Daumen streift über die glatte, warme Oberfläche des Displays. „Wo willst du hin? Und was hast du vor?“
„Ich wollte in die Stadt. Da meine Klamotten gerade auf zwei Kleiderschränke verteilt sind, brauche ich etwas Nachschub. Außerdem will ich für meinen Bernstein immer gut aussehen. Sie soll sich schließlich nicht schämen müssen, an meiner Seite zu sein — wobei ich natürlich hoffe, dass meine aktuelle Notgarderobe noch nicht als Zumutung gilt“, erwidert Manuel mit sanfter Stimme. Von draußen dringt gedämpft das Rauschen eines vorbeifahrenden Autos herein.
„Ich schäme mich doch nicht mit dir.“ Tanja stupst ihn an; unter ihren Fingern fühlt sich der Stoff seines Hemdes warm und ein wenig zerknittert an. „Wie kommst du denn auf so etwas? Und was genau verstehst du unter Notgarderobe?“
„Ich sagte nur, dass ich dafür sorgen will, dass es so bleibt. Für meine Herzdame, meinen Bernstein, will ich nur das Beste.“ Manuel lächelt, während er spricht, und zieht Tanja etwas enger an sich. Seine Arme liegen warm um sie, während draußen irgendwo eine Autotür zufällt. „Und vielleicht ein Hemd, das nicht so aussieht, als hätte es schon drei Umzüge und eine Lebenskrise hinter sich.“
„Ich liebe dich – selbst wenn du nackt neben mir durch die Stadt laufen würdest. Mir wäre das wirklich egal“, sagt sie leise, aber mit fester Stimme. Dann schenkt sie Manuel einen kurzen, liebevollen Abschiedskuss und nimmt das Handy wieder ans Ohr. „So, ich bin wieder da.“
Dass Sabrina daraufhin mit einem warmen Schmunzeln sagt, sie könne sich gut vorstellen, dass Tanja mit seiner Nacktheit tatsächlich kein Problem hätte, bekommt Manuel nicht mehr mit.
„Äh … hast du das gerade gehört, Sabrina?“, fragt Tanja und spürt, wie ihr eine leichte Verlegenheit in die Stimme rutscht. Sie lacht, fast ein wenig ertappt. „Das war doch nur so dahingesagt.“
„Nicht absichtlich, Mama, aber ja – das war wirklich nicht zu überhören. Und ehrlich gesagt: Warum eigentlich? Ich dachte immer, du stehst zu dem, was du sagst. Sonst müsste ich ja fast glauben, dass es dir doch peinlich wäre, wenn Manuel nackt neben dir herläuft“, sagt Sabrina neckend, aber mit hörbarer Zuneigung.
Tanja schweigt einen Moment, als müsste sie selbst erst fühlen, was sie darauf antworten will. „Na ja, stell dir das mal vor: Wir gehen essen oder ins Kino – ich angezogen und Manuel nackt neben mir.“
„Eins wäre sicher: Ihr wärt der absolute Hingucker. Schon wegen der Situation – und für die Damen natürlich auch wegen Manuel“, hört Tanja ihre Tochter wieder herzlich lachen, so ungezwungen und liebevoll, dass auch ihr ein Lächeln kommt.
„Tz, du hast aber auch immer Ideen. Stell dir doch mal vor, Dirk würde irgendwo mit dir hingehen – er ganz normal angezogen und du nackt neben ihm. Wäre dann auch nicht mehr ganz so prickelnd, oder?“ Eigentlich will Tanja das Thema mit einem halb scherzhaften Einwand beenden. Doch kaum hat sie die Worte ausgesprochen, merkt sie, wie ihr selbst die Wärme in die Wangen steigt. Sie räuspert sich leise, versucht den Ton leicht zu halten und ist froh, dass Sabrina sie am Telefon nicht sehen kann. Doch statt einer Antwort hört sie nur Schweigen am anderen Ende der Leitung.
Tanjas Augen weiten sich. Für einen Moment presst sie die Lippen aufeinander, als hätte sie etwas ausgesprochen, das ihr nun selbst peinlich ist. Dann hakt sie vorsichtig nach: „Jetzt sag mir nicht, dass …“
„Nun ja, Mama … was soll ich sagen? Es gibt viele Spielarten der Liebe. Aber ich kann dich beruhigen: Es war nie in der Öffentlichkeit. Und du hast keine Schlampe großgezogen“, sagt Sabrina leise und hofft, ihrer Mutter damit den ersten Schock etwas zu nehmen.
„Ich weiß gerade nicht, was ich dazu sagen soll. Sei mir nicht böse, mein Schatz, aber das muss ich erst einmal sacken lassen. So etwas erfährt man ja nicht unbedingt jeden Tag. Wir hören uns?“
„Alles gut, Mama. Ich weiß, was du meinst. Für mich war es gerade auch komisch, dir das zu erzählen. Gut, bis dann, Mama“, verabschiedet sich Sabrina.
Nachdem das Gespräch beendet ist, bleibt Tanja noch einen Moment mit dem Handy in der Hand stehen. Sabrinas Worte klingen in ihr nach, und erst jetzt merkt sie, wie sehr sie das Gesagte getroffen hat. Fassungslos und noch immer leicht geschockt lässt sie sich langsam auf einen Stuhl sinken. Nie hätte sie sich vorstellen können, dass Sabrinas Vorlieben so deutlich von ihren eigenen abweichen. Sie selbst kennt den Sex vor allem zu Hause – gut, immerhin nicht nur im Schlafzimmer. Im Grunde gibt es, von Sabrinas damaligem Kinderzimmer abgesehen, keinen Raum, in dem sie und Thorsten sich nicht irgendwann geliebt hätten. Doch Sabrina scheint in dieser Hinsicht viel offener, freier und unbefangener zu sein.
Und Manuel? Wie ist es wohl bei ihm? Kennt auch er solche Spielarten? Hat er Wünsche, die er bisher aus Rücksicht verschwiegen hat? Wünsche, die er vor ihr zurückhält, weil er Angst hat, sie zu erschrecken? Oder weil er längst gemerkt hat, dass sie manchmal schon vor dem zurückweicht, was sie noch gar nicht richtig versteht? Was, wenn er innerlich längst darauf wartet, dass sie mutiger wird – offener, freier, weniger vorsichtig? Und was, wenn sie genau das nicht kann?
Der Gedanke bleibt hängen und breitet sich in Tanja aus, erst leise, dann immer drängender, bis er ihr beinahe den Atem nimmt. Sie liebt Manuel. Mehr, als ihr in diesem Moment lieb ist, weil diese Liebe sie verwundbar macht. Gerade deshalb möchte sie, dass er sich bei ihr nicht zurücknehmen muss – nicht in seinen Worten, nicht in seinen Wünschen und schon gar nicht beim Sex. Sie möchte die Frau sein, bei der er nichts verstecken muss. Die Frau, der er alles sagen kann, ohne vorher abzuwägen, ob es zu viel für sie sein könnte. Und doch spürt sie, wie sich in ihr etwas zusammenzieht. Aber könnte sie das wirklich? Nackt an seiner Seite irgendwo auftauchen, ganz sicher nicht. Schon die bloße Vorstellung lässt sie innerlich zusammenzucken und beschämt zur Seite schauen, obwohl niemand im Raum ist. Selbst dann nicht, wenn es, wie Sabrina angedeutet hat, eher um eine private Party oder ähnliche Situationen ginge. Und doch schiebt sich die Frage immer wieder in den Vordergrund: Wäre sie überhaupt bereit, gewisse Spielarten mit ihm außerhalb ihrer vertrauten vier Wände zu teilen? Tanja findet darauf keine Antwort. Nur dieses schmerzhafte Ziehen bleibt – die Angst, Manuel zu lieben und ihm trotzdem nicht in allem folgen zu können.
Noch während sie dort sitzt, wird ihr bewusst, dass es längst nicht mehr nur um Manuel geht. Es geht auch um sie selbst – um ihre Angst, nicht offen genug zu sein, nicht mutig genug, vielleicht sogar nicht die Frau, die Manuel sich insgeheim wünscht. Dieser Gedanke trifft sie tiefer, als sie erwartet hätte, fast körperlich, wie ein leiser Stich unter den Rippen. Sie will ihn nicht enttäuschen. Sie will nicht, dass er sich neben ihr einschränkt oder irgendwann beginnt, Dinge vor ihr zu verbergen, nur weil er glaubt, sie könne damit nicht umgehen. Aber ebenso wenig will sie sich selbst verlieren, nur um ihm näher zu sein.
Langsam legt Tanja das Handy auf den Tisch und atmet tief durch. Vielleicht, denkt sie, muss sie nicht sofort eine Antwort darauf finden. Vielleicht reicht es fürs Erste, ehrlich zu sich selbst zu sein – und irgendwann auch zu Manuel. Nicht heute, nicht in diesem Moment. Aber der Gedanke ist da, und sie weiß, dass er bleiben wird.
Die nächsten Wochen verlaufen ruhig. Tanja genießt, wie aufmerksam Manuel sich um sie kümmert und ihr fast jeden Wunsch von den Augen abliest. Morgens fällt weiches Licht durch die Fenster, der Duft von frischem Kaffee hängt in der Küche, und irgendwo tickt leise die Uhr. Allmählich kehrt Alltag ein, und kleine Routinen entstehen: Wenn Manuel mittags von der Arbeit kommt, steht meist schon etwas zu essen auf dem Tisch.
Auch in seiner Wohnung hat Tanja inzwischen vorsichtig ihre Spuren hinterlassen: ein paar Kleinigkeiten nur, die den Räumen spürbar mehr Wärme geben — eine vertraute Tasse, ein leiser Hauch ihres Parfüms, ein Kissen, das nicht mehr ganz an seinem alten Platz liegt. Manuel spricht erneut den Zusammenzug an, doch Tanja lächelt und erklärt ihm wieder, dass sie für diesen letzten Schritt noch nicht bereit ist. „Aber ich spüre, dass ich mich diesem Punkt nähere“, haucht sie ihm zu und küsst ihn leidenschaftlich.
Später sitzen die beiden auf dem Sofa, während im Fernseher ein Spielfilm läuft. Bläuliches Licht flackert über die Wände, aus den Lautsprechern dringen gedämpfte Stimmen, und das Glas in Manuels Hand klirrt leise, als er nach seinem Bier greift und zu ihr hinübersieht. „Was hältst du eigentlich von Urlaub, Schatz?“
Tanja sieht ihn überrascht an. „Wie kommst du denn jetzt darauf?“
„In etwa drei Monaten habe ich Urlaub, kurz nach der Saison. Den würde ich gern mit dir verbringen — am liebsten irgendwo im Ausland“, sagt Manuel ruhig.
Tanja hält kurz inne. Für einen Moment hört sie nur das entfernte Murmeln des Films und das leise Summen des Kühlschranks aus der Küche. „Das wäre schön“, sagt sie nach einem Moment, „aber ins Ausland zieht es mich gerade nicht.“
Manuel richtet sich auf und dreht sich zu ihr. „Nicht? Bernstein, zwei Wochen andere Luft würden uns bestimmt guttun. Einfach rauskommen und den Kopf frei bekommen.“
„Das ist lieb gemeint, Schatz. Aber so weit weg möchte ich im Moment nicht.“ Tanja senkt kurz den Blick; im flackernden Fernsehlicht wirken ihre Hände blasser, und sie hofft, dass Manuel das leichte Zittern nicht bemerkt. „Wie wäre es stattdessen mit Tages- oder Städtetouren? Davon hätten wir doch auch viel.“
Manuel nickt langsam. „Nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte. Aber wenn es dich glücklich macht, bin ich dabei.“ Seine Stimme wird weicher. „Hauptsache, dir geht es gut.“
„Ich liebe dich“, sagt Tanja rasch, zieht ihn an sich und küsst ihn.
Als sie sich lösen, lächelt Manuel. „Dann machen wir es so: dieses Jahr Tages- und Städtetouren, nächstes Jahr Ausland.“
„Das klingt gut“, sagt Tanja, doch ihre Stimme bleibt leicht brüchig.
Ein paar Tage später schlendern die beiden durch die Stadt. Die Nachmittagssonne liegt warm auf den Fassaden und bricht sich in den Schaufenstern, in denen Kleidung, Bücher und kleine Geschenkartikel wie für sie arrangiert wirken. Vor einer Bäckerei duftet es nach frischem Gebäck, aus dem Café nebenan zieht Kaffeeduft auf die Straße, und irgendwo klirrt eine Ladentür, während Menschen lachend an ihnen vorbeigehen. Hand in Hand lassen Tanja und Manuel sich treiben, bleiben vor Auslagen stehen, tauschen kleine Bemerkungen aus und erledigen nebenbei ihre Besorgungen. Zwischen Stimmen, Schritten und dem gedämpften Brummen des Verkehrs fühlt sich der Bummel leicht und beinahe unbeschwert an. Dann bleibt Manuel plötzlich stehen und schaut einer jungen Frau Mitte zwanzig hinterher. Tanja bemerkt seinen Blick sofort.
„Schatz, ich weiß ja, Appetit holen und so … aber muss das so offensichtlich sein?“ Dass sie ihm nicht böse ist und ihm auch keinen wirklichen Vorwurf macht, klingt deutlich in ihrer Stimme mit; zwischen ihnen rauscht der Stadtlärm weiter, als hätte er von ihrem kleinen Schlagabtausch nichts mitbekommen.
Manuel dreht sich zu ihr um und grinst frech. „Ich brauche mir keinen Appetit für meinen Bernstein zu holen, Bernstein.“
Tanja zieht eine Braue in die Höhe. „Ach echt? Das sah gerade aber ganz anders aus.“
„Bist du etwa Eifersüchtig? Wow das ist etwas was ich bei dir nie erwartet hätte. Mich jedoch auch ein wenig glücklich macht, zeigt es mir doch, dass das Herz der herzlosen Hexe sich schon erwärmt hat“ spricht Manuel und drückt sanft ihre Hand.
Auch Tanja erwidert den Händedruck und lächelt. „Das hören wir beide gerne. Aber jetzt mal ehrlich. Wenn wir kein Paar wären, wäre sie doch bestimmt was für dich oder“ hakt Tanja nach.
Manuel schaut noch einmal zu der jungen Frau hinüber, die, wie er nun erkennt, offenbar Kellnerin des kleinen Cafés ist. Vor der Tür klappern Tassen auf Untertassen, und der Duft von frisch gemahlenem Kaffee weht zu ihnen herüber. Dann sieht er Tanja wieder fest in die Augen.
„Wieso auch nicht. So wie ich sie einschätze, überrascht sie jeden Mann beim ersten richtigen Date“ erklärt Manuel mit weicher Stimme.
Tanja löst den Blick und schaut ebenfalls kurz hinüber. „Was meinst du denn damit? Das sie beim richtigen Date den Mann überraschen würde“ will sie von Manuel wissen.
Frech grinst er sie an. „Weil ich mir ziemlich sicher bin, das sie keine Unterwäsche trägt.“
Fassungslos sieht Tanja ihn an und schaut dann noch einmal zu der Kellnerin hinüber. Diese trägt eine rote Bluse und einen weißen Faltenrock, der sich im leichten Wind kaum merklich bewegt. „Wie kommst du denn darauf?“
„Weil ich zum einen den Typ Frau kenne und zum anderen das heutzutage nicht mehr so ungewöhnlich ist. Es muss halt lediglich so dezent sein, das es nicht auffällt“ Manuel schaut noch einmal zur Kellnerin. „Und sie hat das denke ich perfekt geschafft.“
„Du glaubst wirklich das, sie keine Unterwäsche trägt. Schatz du bist unmöglich, ihr das einfach so zu unterstellen“ erwidert Tanja darauf zu ihm.
Manuel zuckt mit den Schultern. „Geh hin – wenn du dich traust – und frag sie.“
Tanja fällt die Kinnlade runter, als sie seine Aufforderung hört. „Das geht doch nicht. Ich kann doch nicht eine wildfremde Frau fragen, ob sie Unterwäsche trägt oder nicht.“
„Wieso denn nicht? Wie gesagt, solange es nicht jedem direkt ins Auge springt, ist das okay. Zudem macht es auch viele Frauen scharf. Der Gedanke daran, dass eventuell doch einer es bemerkt oder aber auch genau das Gegenteil. Sprich das sie die Einzige ist, die es weiß, aber alle Kerle, die ihr einen Verheißungsvollen oder gar Sehnsüchtigen Blick zuwerfen, es eben nicht wissen.“
Tanja merkt, dass ihr das Gespräch langsam zu viel wird. Um sie herum rauscht die Stadt weiter, doch in ihr wird es still. Immer noch hallt das Gespräch mit Sabrina und deren Vorlieben in ihr nach. Kann es sein, dass Manuel sich das auch wünscht? Dass er sich wünscht, ich wäre ohne Unterwäsche? Bei dem Gedanken läuft es ihr kalt den Rücken hinunter. Sie ist immerhin Mitte vierzig und keine zwanzig mehr. Und selbst wenn — könnte sie so etwas? Selbst mit ihrer jugendlicheren Ausstrahlung?
„Lass uns weitergehen“ sagt Tanja dann und beendet das Ganze.
Manuel schaut noch einmal kurz zur Kellnerin und grinst dann frech Tanja an. „Nur falls ich doch ein Appetithäppchen bräuchte.“
„Na, ich kann nur für dich hoffen, dass die herzlose Hexe das nicht gehört hat“, kontert Tanja ebenfalls grinsend. Dann machen sich die beiden wieder auf den Weg, während ihre Schritte im Stimmengewirr der Straße untergehen.
In den nächsten Tagen lässt Tanja das Gespräch mit Sabrina nicht los. Immer wieder denkt sie darüber nach, wie sehr sich ihr Leben verändert hat, seit Manuel an ihrer Seite ist. Sie spürt den Wunsch, mutiger zu werden, sich leichter auf Neues einzulassen und dabei trotzdem sie selbst zu bleiben. Könnte ich das? Einfach einen Schritt weitergehen, ohne mich dabei zu verlieren? Ihre Gedanken kreisen leise weiter, doch zwischen all den Fragen wächst auch ein warmes Gefühl: die Ahnung, dass sie mit Manuel vielleicht genau den Menschen gefunden hat, bei dem sie sich langsam trauen darf.
Tanja steht vor dem Spiegel im Bad. Durch das kleine Fenster fällt helles Frühsommerlicht auf die Fliesen, und der leise Duft von Duschgel hängt noch in der warmen Luft. Da es angenehm warm ist, hat sie sich für einen Rock und ein Top entschieden. Sie und Manuel wollen heute spazieren gehen; ihr Ziel ist eine Talsperre. Tanja betrachtet sich und ist zufrieden mit dem, was sie sieht. Langsam greift sie an den Saum des Tops und zieht es sich über den Kopf aus. Ihre Hände gleiten auf den Rücken und suchen den Verschluss ihres BHs. Kannst du das wirklich? Die Frage hallt in ihr nach.
Sekundenlang bleibt sie stehen. Dann zieht sie die Hände zurück, nimmt ihr Top und streift es wieder über. Damit beantwortet sie sich die Frage selbst. Ich würde es gern versuchen, aber ich kann es einfach nicht. Mit diesem Gedanken drückt sie die Türklinke hinunter und verlässt das Bad. Manuel wartet wie gewohnt an der Tür auf sie.
„Bernstein, wie machst du das nur immer?“, fragt er lächelnd, als sie neben ihn tritt.
„Was denn, mein Schatz? Was mache ich deiner Meinung nach immer wieder?“
„Muss ich dir das wirklich erklären? Bernstein, ich bin sicher, du würdest jedes Model selbst in einem Kartoffelsack blass aussehen lassen“, flüstert er ihr ins Ohr.
„Charmeur“, lacht Tanja und drückt ihm einen Kuss auf die Wange. „Aber ich liebe dich — und deine Übertreibungen“, fügt sie zwinkernd hinzu.
Kurz darauf brechen sie auf. Während der Fahrt zieht die Landschaft in satten Grüntönen an den Fenstern vorbei, und aus dem Radio klingt leise Musik. Nach knapp zwei Stunden erreichen sie die Talsperre. Manuel parkt auf dem Besucherparkplatz, wo warme Luft über dem Asphalt flimmert und es nach Wald, Staub und Sonnencreme riecht. Dann gehen sie Hand in Hand den Weg hinauf. Oben auf dem Kamm folgen sie dem Besucherweg bis zur Mitte und lassen den Blick über die Umgebung schweifen.
Weit am Horizont zieht ein Adler über dem bewaldeten Tal seine Kreise. Das Sonnenlicht liegt hell auf dem Wasser der Talsperre, und aus der Tiefe des Tals dringt das gedämpfte Rauschen der Bäume herauf. „Ist das nicht ein wunderschöner Anblick? Der Adler vor dem blauen Himmel“, sagt Manuel und zeigt in seine Richtung.
„Ja, das ist es. Und soll ich dir etwas sagen?“, fragt Tanja und sieht Manuel an.
„Sollen musst du gar nichts, mein Schatz. Aber sagen darfst du mir alles — wann immer du willst“, sagt Manuel sanft und sieht ihr tief in die Augen.
Tanja lächelt. „Ich liebe dich bis zum Horizont … und darüber hinaus“, sagt sie und streicht ihm mit dem Daumen sanft über die Wange.
„Ich liebe dich auch“, antwortet Manuel und senkt den Kopf. Ihre Lippen finden sich zu einem sanften Kuss — schlicht und ruhig, aber von einer besonderen Intensität getragen.
Als sie sich lösen, schauen sie wieder in die Ferne und suchen den Adler am Himmel. Leise flüstert Tanja: „Bis zum Horizont … und darüber hinaus.“
Nach einiger Zeit spazieren sie weiter, bis ans andere Ende der Talsperre und von dort hinab durch den angenehm kühlen Wald ins Tal. Unter ihren Schritten knirschen kleine Steinchen, Vögel rufen zwischen den Bäumen, und die Luft riecht nach Harz, feuchter Erde und warmem Laub. Am frühen Nachmittag erreichen sie die kleine Stadt unterhalb der Talsperre. Hungrig beschließen sie, erst einmal etwas zu essen. Da es noch immer warm ist, bleibt es bei einer Kleinigkeit.
„Was meinst du, Schatz? Bis zum Wagen ist es noch ein gutes Stück. Wollen wir schauen, ob wir für heute ein Zimmer finden und erst morgen zurückfahren?“, fragt Tanja.
„Setzt dir die Hitze wieder zu?“, fragt Manuel sofort besorgt. In letzter Zeit hatte Tanja immer wieder leichte Kreislaufprobleme gehabt.
Tanja lächelt ihn sanft an. „Es geht, danke. Aber wenn wir heute noch nach Hause wollen, müssten wir jetzt sofort los. Sonst kommen wir mitten in der Nacht an, und darauf habe ich ehrlich gesagt wenig Lust. Dafür ist der Tag einfach zu schön. Wir könnten ihn nachträglich zu unserem ersten Tagesausflug erklären.“ Erwartungsvoll sieht sie ihn an.
„Alles, was du möchtest, Bernstein. Hauptsache, wir sind zusammen und du bist glücklich“, sagt Manuel ruhig und legt seine Hand auf ihre.
„Ich liebe dich. Bis zum Horizont … und darüber hinaus“, sagt Tanja leise.
Gemeinsam machen sie sich auf den Weg. Da die Stadt klein ist, liegt nicht an jeder Ecke ein Hotel. Die schmalen Straßen sind vom Nachmittagslicht aufgeheizt, aus offenen Fenstern klingt Geschirrklappern, und vor einem Café mischt sich Kaffeeduft mit dem süßen Geruch von Kuchen. Schließlich finden sie eine kleine Pension mit einem freien Zimmer. Sie bekommen einen Schlüssel, der sowohl die Haustür als auch ihr Zimmer öffnet.
Glücklich und zufrieden schlendern sie anschließend durch die Innenstadt. Die Sonne spiegelt sich in den Schaufenstern, Schritte hallen auf dem Pflaster, und aus den geöffneten Ladentüren dringen Stimmen, leise Musik und der Duft nach Leder, Kaffee und frischem Gebäck. Sie betrachten die Geschäfte, die Auslagen und die alten Gebäude, deren Geschichte an manchen Fassaden noch deutlich zu erkennen ist. Schließlich erreichen sie den Marktplatz.
„Puh, ist das immer noch warm“, stöhnt Tanja leise.
Manuel sieht sich um, entdeckt den Brunnen auf dem Platz und führt sein Bernstein dorthin. Das Wasser plätschert leise in der steinernen Schale, kühl und klar im gleißenden Licht. Er taucht eine Hand hinein und legt sie ihr sanft auf die Stirn.
„Hm, das tut gut“, haucht Tanja und spürt, wie Manuel sich hinter sie stellt. Zwischen dem Plätschern des Brunnens, dem Stimmengewirr auf dem Platz und der kühlen Berührung auf ihrer Haut fühlt sich der Moment für einen Augenblick vollkommen ruhig an.
„Du brauchst wohl wirklich eine kleine Abkühlung, Bernstein“, flüstert Manuel ihr ins Ohr. Seine Stimme drängt nicht; sie klingt eher wie ein stilles Versprechen, bei ihr zu bleiben, was auch geschieht. Tanja sieht, wie er beide Hände in das kalte Wasser des Brunnens taucht, und spürt sofort ein feines Kribbeln aus Überraschung, Nervosität und Vertrauen.
Was hat er nur vor, fragt sie sich noch. Ihr erster Impuls ist Unsicherheit, doch darunter liegt etwas anderes: das Wissen, dass Manuel sie nicht übergehen würde. Als er die nassen Hände vorsichtig auf ihr Top und ihren BH legt, fährt ihr die Kälte durch den Körper. Tanja erschrickt, aber sie spürt zugleich, wie behutsam er bleibt.
Ein erschrockenes „Huch“ entfährt Tanja. Sie zuckt zusammen, doch gleich darauf löst sich die Anspannung in einem leisen, beinahe verlegenen Lachen. „Schatz, was machst du denn?“, fragt sie. Ihre Stimme klingt unsicher. „Was wenn nun jemand rüber schaut und das nasse Top auf meinem Brüsten kleben sieht?“ Für einen Moment wandert ihr Blick über den Platz, suchend, zögernd – und kehrt dann zu Manuel zurück, als würde sie sich an seiner Ruhe festhalten.
„Pscht, alles gut, Bernstein. Wir sind weit weg von allen, die uns kennen“, flüstert Manuel beruhigend. „Und selbst wenn jemand hinsieht, entscheidest du, was dieser Moment für dich bedeutet. Nur wenn es dir Peinlich ist, ist er peinlich.“ Seine Stimme bleibt sanft. Er beobachtet sie aufmerksam, nicht fordernd, sondern geduldig, als wolle er ihr jede Sekunde geben, die sie braucht.
„Ich weiß, dass solche Momente für dich nicht selbstverständlich sind“, sagt Manuel leise. Er nimmt den Druck aus seiner Stimme, als wolle er jedes Wort erst behutsam vor sie legen. „Aber wenn du möchtest, möchte ich dir zeigen, dass Sex auch leicht, spielerisch und sicher sein kann. Nicht, weil du etwas beweisen musst. Sondern nur, wenn es sich für dich richtig anfühlt.“ Er hält inne, sucht ihren Blick und wartet, bis sie wirklich bei ihm ist. „Du entscheidest, Bernstein. Wenn es dir zu viel ist, hören wir sofort auf. Ein Wort von dir reicht. Ansonsten, mit deiner Erlaubnis, werde ich dies noch einmal wiederholen.“ Bewusst lässt er ihr Raum für eine Antwort. Er spürt, dass Tanja neugierig ist, aber auch, dass alte Gewohnheiten und Unsicherheiten sie noch festhalten. Genau deshalb drängt er nicht. Er bleibt einfach da – ruhig, aufmerksam und nah genug, damit sie sich gehalten fühlt, aber nicht bedrängt.
Tanja horcht in sich hinein. Ihr Verstand sucht sofort nach Gründen, vorsichtig zu bleiben, und für einen Moment spürt sie diese alte, vertraute Anspannung wieder in sich aufsteigen. Es ist ihr ungewohnt, sich mitten an einem öffentlichen Ort so verletzlich zu fühlen oder offen zu zeigen, auch wenn niemand sie kennt. Das sich ihre Brustwarzen Aufgrund der Kälte versteift hatten, war eine normale körperliche Reaktion gewesen. Doch neben dieser Unsicherheit ist noch etwas anderes: ein leises, warmes Vertrauen, das sich nicht aufdrängt, sondern langsam Raum nimmt. Manuel hält nicht einfach an seiner Idee fest; er wartet auf sie. Er beobachtet nicht, ob sie endlich nachgibt, sondern ob es ihr gut geht. Genau das berührt sie mehr, als sie erwartet hätte. Er gibt ihr das Gefühl, dass ihr Zögern genauso erlaubt ist wie ihr Mut – und dass beides bei ihm Platz hat.
Langsam lehnt sich Tanja an ihn. Sie legt den Kopf an seine Schulter, schließt die Augen und atmet einmal tief durch. Manuel bewegt sich nicht sofort. Er wartet, bis ihr Atem ruhiger wird, und erst dieses Warten gibt ihr den letzten kleinen Funken Sicherheit. Dann haucht sie leise: „Ja.“ Es ist kein großes Wort, und doch fühlt es sich für sie an wie ein Schritt über eine unsichtbare Grenze. Manuel bleibt behutsam. Als die Kälte sie erneut überrascht, zuckt sie zusammen, doch seine Hände bleiben ruhig, nicht fordernd, auf ihren Brüsten liegen. Sie lacht leise, noch unsicher, und legt ihre Hände auf seine, als wolle sie sich selbst davon überzeugen, dass sie diesen Moment wirklich mitbestimmt. Dann dreht sie den Kopf zu ihm, und als er sie küsst, geschieht auch das ohne Eile. Er gibt ihr Zeit, darin anzukommen, und Tanja spürt vor allem eines: Sie ist nicht allein mit ihrem Mut.
Manuel beendet den Kuss nur langsam, als wolle er den Moment nicht abbrechen, sondern sanft ausklingen lassen. Seine Stirn bleibt einen Augenblick nahe bei ihrer. „Ich liebe dich“, flüstert er. „Nicht, weil du gerade ja gesagt hast und ich deine Zwillinge in den Händen haben darf, sondern weil du ehrlich mit dir warst und trotzdem den Mut gefunden hast, etwas Neues zuzulassen.“ Dabei streicht er mit seinen Daumen über ihren BH, direkt über ihre steifen Brustwarzen. „Und jetzt entscheidest du wieder: Sollen wir direkt zur Pension zurückgehen? Ich will dich nicht überfordern, Bernstein. Du musst nichts fortsetzen, nur weil du eben mutig warst.“
Tanja sieht ihn an und lächelt, noch etwas verlegen, aber spürbar ruhiger. Seine Worte nehmen ihr einen Teil der Angst, denn sie merkt, dass ihr Ja nicht zu einer Verpflichtung geworden ist. „Wenn wir jetzt zurückgehen, fühlt es sich an, als würde ich vor mir selbst weglaufen“, sagt sie leise. „Zudem ob Jemand es auf dem Weg zur Pension oder durch die Stadt sieht, ist nun wohl auch egal. Lass uns noch ein Stück weitergehen.“ Sie nimmt seine Hand, drückt sie kurz und spürt, wie sehr diese kleine Entscheidung ihr gehört. Nicht, weil alles plötzlich leicht ist, sondern weil Manuel ihr die Freiheit lässt, jeden nächsten Schritt selbst zu wählen.
Manuel taucht eine Hand noch einmal ins kalte Brunnenwasser. Sofort hält Tanja kurz den Atem an, doch diesmal hebt er die Hand nur langsam und wartet auf ihr kaum sichtbares Nicken. Erst dann führt er sie sanft an ihre Stirn. Die kühle Berührung bringt sie zum Lächeln, weil sie diesmal nicht überrascht wird, sondern beteiligt ist. „So?“, fragt er leise. Tanja nickt. Dann ergreift er ihre Hand, verschränkt seine Finger mit ihren und setzt sich erst in Bewegung, als sie den ersten Schritt macht. Mit jedem Schritt merkt Tanja, dass die Anspannung ein wenig nachlässt. Sie bleibt aufmerksam für sich selbst, aber sie fühlt sich nicht mehr ausgeliefert. Zum ersten Mal an diesem Tag spürt sie, dass Mut nicht bedeuten muss, keine Angst zu haben. Mut kann auch heißen, trotz der Angst weiterzugehen – solange sie selbst es will und jemand neben ihr bleibt, der ihr Tempo achtet.
Noch vor wenigen Minuten hätte Tanja nicht geglaubt, dass ein so kleiner Moment sie innerlich so bewegen könnte. Doch nun versteht sie, dass es nicht um den Ort, nicht um fremde Blicke und nicht einmal um Manuels Idee allein geht. Es geht darum, dass sie sich selbst etwas zutraut – und dass Vertrauen nicht bedeutet, die eigene Unsicherheit zu verstecken. Es bedeutet, sie zeigen zu dürfen. Ohne Manuel an ihrer Seite hätte sie diesen Schritt vermutlich nicht gewagt. Er ist ihr Halt – nicht, weil er sie schiebt, sondern weil er wartet, wenn sie zögert, fragt, bevor er weitergeht, und ihr immer wieder zeigt, dass ihre Grenze nicht das Ende ihrer Nähe ist. Seine Behutsamkeit gibt ihr die Kraft, langsam über sich hinauszuwachsen, ohne sich dabei selbst zu verlieren.
Mit diesem Gefühl gehen sie weiter, langsam und ohne Ziel, als müsste Tanja erst lernen, den neuen Mut in sich einzuordnen. Manuels Hand bleibt ruhig in ihrer, nicht festhaltend, sondern einfach da. Als die beiden wenig später vor einem Schaufenster stehen bleiben, fällt Tanja in der Spiegelung auf, dass zwei Jugendliche sie neugierig beobachten und dabei so tun, als sähen sie nur zufällig in eine andere Richtung. Früher hätte sie sofort den Blick gesenkt oder sich hinter Manuel versteckt. Jetzt bleibt sie einen Moment stehen. Nicht herausfordernd, nicht übermütig, sondern mit einem leisen, erstaunten Lächeln. Sie spürt, dass sie gesehen wird – und dass sie trotzdem bei sich bleiben kann. Dieses Gefühl überrascht sie. Es ist ungewohnt, aber nicht mehr nur beängstigend. Zum ersten Mal begreift sie, dass Aufmerksamkeit nicht automatisch bedeutet, sich ausgeliefert zu fühlen.
Trotzdem führt dieser kleine Moment ihre Gedanken weiter zu Sabrina. Ganz heranwagen kann Tanja sich an deren Offenheit noch nicht. Wenn sie sich vorstellt, bei Bekannten in einer ähnlich sexuell gesteuerten Situation zu sein, zieht sich in ihr sofort etwas zusammen. Selbst wenn sie versucht, den Gedanken vorsichtiger zu betrachten, so das alle Frauen nackt sind, bleibt da eine klare Grenze. Nein, so weit ist sie nicht. Vielleicht wird sie es auch nie sein. Aber zum ersten Mal erschreckt sie dieser Gedanke nicht mehr ganz so sehr. Sie muss nicht alles können, um mutig zu sein. Es reicht, dass sie heute einen kleinen Schritt gemacht hat – ihren eigenen.
Manuel scheint zu merken, dass sie mit ihren Gedanken gerade ganz woanders ist. Er drückt sanft ihre Hand. „Hey“, sagt er leise. „Woran denkst du gerade, mein Bernstein?“
Tanja sieht zu ihm auf und braucht einen Moment, bis sie wieder ganz bei ihm ist. „Hast du die beiden eben in der Spiegelung gesehen?“, fragt sie leise. „Früher hätte mich so etwas sofort völlig aus der Fassung gebracht. Gerade war es immer noch ungewohnt, aber irgendwie … nicht mehr so schlimm. Sondern ungewohnt stimulierend.“ Sie drückt seine Hand zurück und lächelt, noch ein wenig verlegen, aber ehrlich. „Ich glaube, ich fange langsam an, mir selbst mehr zu vertrauen.“ Dann wird ihre Stimme noch weicher. „Ich liebe dich. Bis zum Horizont … und darüber hinaus.“
Manuel lächelt, und in seinem Blick liegt etwas Warmes. „Ich weiß nicht, warum du das heute immer wieder sagst“, murmelt er, „aber es berührt mich. Mehr, als du vielleicht ahnst.“
„Wer weiß … vielleicht erzähle ich es dir irgendwann“, flüstert Tanja. Ihre Stimme ist kaum mehr als ein Hauch, während sie ihm entgegenkommt, bis sich ihre Lippen kurz und zärtlich berühren. Für diesen einen Moment ist alles andere weit weg. Tanja fühlt sich zurückversetzt – als wäre sie wieder so jung wie die beiden Jungs und würde zum ersten Mal ihre große Liebe küssen. Danach schlendern die beiden noch eine Weile schweigend durch die Stadt, bevor sie sich auf den Weg zur Pension machen.
Kaum sind sie im Zimmer angekommen, verschwindet Manuel im Bad. Mit einem Lächeln beginnt Tanja, sich auszuziehen: Top, Hose, BH, Slip und Socken. Nackt legt sie sich aufs Bett und wartet, mit leicht geöffneten Beinen auf Manuel. Als er zurückkommt, sieht er sein Bernstein sich so auf dem Bett räkelnd liegen.
„Ich habe dir gesagt, dass du heute Abend noch ein Feuer zu löschen hast, wenn du so weitermachst. Und du hast weitergemacht. Selbst schuld“, sagt Tanja verführerisch und streckt ihm beide Arme entgegen.
Langsam, als ob sich eine Katze an ihre Beute anschleicht, krabbelt Manuel auf die Matratze und dann an ihrer Seite hinauf. Ein kurzer Blick in ihr Gesicht, dann senkt er seinen Kopf und stülpt seinen Mund über ihre Brustwarze. „Ahhhh“ entfährt es ihr sofort, als sich die Hitze seines Mundes um ihren versteifenden Knubbel ausbreitet.
Gleichzeitig massiert er ihre andere Brust. Was bewirkt, das Tanja glaubt, dass das Feuer, in ihrem Körper immer schwerer zu löschen wird. So stark wird das Ziehen in ihrem Schritt. Fest und von Lust getragen, drückt sie seinen Kopf fester gegen den weichen Hügel auf ihrem Brustkorb. Um den inneren Drang entgegen zu wirken, Manuel einfach über sich zu ziehen. Damit er sie schon jetzt, nach Strich und Faden, vögeln wird, wühlt sie in seinen Haaren herum. Denn zu sehr genießt sie immer sein tun, an und mit ihren Zwillingen und zudem weiß Tanja ja auch. Wie vernarrt er in die beiden ist. Das wenn er könnte und dürfte, er sie wohl mindestens 90% der Zeit, welche sie zusammen verbringen, in seinen Händen hätte und wohl auch liebkosen würde.
Dann gleitet er langsam und vorsichtig, ihren Bauch mit Küssen tapezierend, an ihrer Seite hinunter. Bis er zwischen ihren weit gespreizten Beinen zu liegen kommt. Zärtlich suchend gleitet seine Zunge durch ihr Heiligtum und er vernimmt einen ersten leichten Geschmack ihrer Liebe. Verspielt verwöhnt Manuel sein Bernstein. Lässt seine Zunge immer mal wieder in sie eintauchen oder neckt Tanjas Liebesperle. Dies führt dazu, dass in Tanjas Becken ein Eigenleben erwacht. Welches sich seinem Gesicht, seiner Zunge immer stärker entgegen drückt.
Tanjas Hände, die immer noch in seinen Haaren wühlen drücken seinen Kopf, in dem Moment, als ihr ein langegezogenes „Ahh“ entweicht, so fest sie kann auf ihren Schoß. Wild schüttelt es ihren Körper durch. Peitscht ein Regelrechter Tornado durch ihren Körper. Wobei dieser jede Zelle ihres Körpers erreicht. Keuchend und nach Luft ringend, gibt Tanja eine kurze Zeit später seinen Kopf wieder frei.
Sachte gleitet Manuel über sie. Erkennt das immer noch schnellere heben und senken ihrer Zwillinge. Bevor seine Eichel dort anstößt, wo vor wenigen Sekunden noch seine Zunge, ihr ein wahres Feuerwerk an den schönsten Gefühlen geschenkt hatte. „Lösch mich, Schatz. Sei mein Feuerwehrmann“ flüstert Tanja Manuel fest in die Augen schauend und wieder ruhigerem Atem. Langsam, ohne Hast oder von Gier getrieben, schiebt Manuel sein Becken vor. Spüren beide wie er in ihr gleitet.
„Jahaaaa“ entweicht es ihr und schnell schlingt sie ihre Arme um seinen Kopf. Fest zieht sie Manuel an sich. Ihre Beine umschlingen ihn, drücken seinen Hintern gegen sich und zwingen ihn erst einmal so, tief, in ihr zu verbleiben. „Ich liebe es dich einfach nur so in mir zu spüren. Bevor du mich gleich über die Klippen springen lassen wirst“ flüstert Tanja in sein Ohr.
Langsam lockert sich ihre Beinschere, gibt Manuel so wieder frei. Er stützt sich neben sie ab. Ihre Blicke suchen sich. Erst als diese wie fest ineinander verankert sind, beginnt er sich langsam und sanft in ihr zu bewegen. Genießt das Gefühl wie ihre innere Scheidenwand an ihm reibt. Auch Tanja genießt dieses Gefühl. Dabei fasziniert es sie immer wieder aufs Neue, wie stark das Gefühl ist, wie sehr sie seine dicke Ader dabei fühlt. Schon mehrmals hatte sie nach dem Sex mit Manuel, Rückblickend überlegt, ob sie dies bei Thorsten auch so stark empfunden hatte.
Um Tanja ein wenig zu necken, variiert Manuel die Intensivität, mit der er Tanja nimmt. Lässt sie kurz glauben, dass er sie beide nun zum Orgasmus bringen will. Nur um nach wenigen Stößen wieder in einen sachten Rhythmus zu wechseln. Tanja liebt dieses Spiel von ihm. Thorsten war da ganz anders. Mehr darauf ausgelegt sein Ziel immer zu erreichen. Doch Manuel hat ihr gezeigt, dass der Weg auch das Ziel sein kann. Dass es nicht notwendig ist immer zum Orgasmus kommen zu müssen. Selbstverständlich ist das am Ende auch immer sein Ziel. Doch Tanja hat gelernt, dass sie auch einen wunderschönen Sex erlebt haben kann. Ohne dass sie einen Orgasmus erlebt hatte.
Sanft drückt Tanja in von sich. Zeigt ihm so an, dass sie in einer anderen Stellung von ihm weiter geliebt und genommen werden will. So dass sie nur Sekunden später auf allen Vieren vor ihm kniet. Einladend lässt sie ihren Po kreisen und wartet darauf, endlich wieder das Gefühl zu spüren, ihn tief in sich aufzunehmen. Seine Präsenz wieder in sich zu spüren.
„Nimm mich … nimm dir, was schon lange … dir gehören sollte“ stöhnt Tanja als Manuel dann endlich die Warterei beendet und sie mit einem einzigen festen Ruck auf sich aufspießt. Mit schnellen Stößen treibt er nun Tanja immer weiter an den Rand der Ektase. Ihren Kopf senkt sie ins Kissen. Unterdrückt so ihr heiseres, lautes stöhnen. Mit einer Urgewalt, die aus den tiefsten Tiefen ihres selbst kommt, überrollt Tanja ihr zweiter Orgasmus. Wieder schüttelt es ihren Körper durch und lässt ihr keine Chance sich gegen ihn zur wehr zu setzen. Ermattet lässt sie ihren Körper einfach nach vorne auf die Matratze sinken. Spürt wie sehr ihr Herz unter ihren, an ihren Seiten hervorquellenden, Brüsten schlägt.
Manuel will sich gerade wieder in sie schieben. „Nein Schatz. Nicht so.“ sagt sie mit einem bestimmenden Ton in der Stimme, welcher selbst sie überrascht. Sofort setzt sich Manuel neben sie und beobachtet seinen Bernstein. Sieht wie sich diese wieder auf den Rücken legt. Ihr Blick sucht den seinen. „Komm und fick meine Titten. Ich will sehen wie du sie erst fickst und dann kommst.“
Mit einem verschwitzen grinsen klettert Manuel über sie. Legt seinen Pint ins Tal zwischen ihren Zwillingen. „Ich habe dich noch nie ficken sagen hören“, meint er zu ihr, als Tanja ihre Brüste weich, warm, fast beschützend um ihn herum zusammendrückt.
Auch Tanja muss schmunzeln. „Ich mein Schatz, will von dir geliebt werden. Aber meine Zwillinge darfst und wollen von dir gefickt werden.“
„So, so. Das wollen die beiden. Dann sollte ich deren Wunsch wohl nachkommen“ entgegnet Manuel und beginnt sein Becken vor und zurück zu schieben. Es ist ein faszinierender Anblick für Tanja, wie immer wieder seine bläuliche Eichel oben aus dem Tal hervorschaut. So als ob sie Tanja locken wolle und Tanja lässt sich nur zu gerne locken. Ihr Blick sucht noch einmal den von Manuel. Kurz zwinkert sie ihm zu und senkt dann ihren Kopf. Erst vorsichtig, fast überprüfend, ob das wirklich möglich ist, streckt sie ihre Zunge heraus und lässt diese dann jedes Mal über seine Eichel streichen.
„Oh, Bernstein. Ich komme … gleich, wenn du … so weitermachst“ gibt Manuel ihr zu verstehen. „Ja Schatz, komm … komm für mich … spritz mir alles ins Gesicht“ feuert Tanja ihn sofort an. Das ist zu viel für Manuel. Seine Eier ziehen sich zusammen und mit einem lauten – da hast du es – lässt Manuel seinen Erguss freien Lauf. Fünf dicke Klatscher finden den Weg in ihr Gesicht. Einer sogar in ihren geöffneten Mund. Völlig erschöpft gleitet Manuel von ihr und legt sich neben sie.
Tanja beobachtet ihren Schatz. Sieht wie schnell er atmet. Bis er sich nach und nach wieder beruhigt hat. Er sieht Tanja an und muss grinsen. „Sieht gar nicht mal schlecht aus, dein neues Make-Up.“
Tanja steht auf und geht ins Bad. „Hm die Kraft der Jugend …“ beginnt sie als sie wieder ohne neues Make-Up im Gesicht, zu ihm zurückkehrt. „… so eingekleistert worden bin ich seit Jahren nicht mehr.
„Ich kann ja versuchen beim nächsten Mal weniger zu laden“ lacht Manuel, in dem Moment, als sich Tanja wieder zu ihm legt.
„Wehe, wenn. Es hat mir doch auch gefallen. Vor allem ist es doch auch eine Art Kompliment für mich. Wenn ich deine Bälle so zum Kochen bringe, das sie eine solche Menge produzieren“ spricht Tanja. Schmiegt sich an seine Seite und legt ihre Hand auf seine Brust. „Was machst du nur mit mir“, sagt sie leise. „Bei dir fühle ich mich irgendwie wieder richtig lebendig.“
Manuel lächelt und streicht ihr über den Rücken. „Ich weiß gar nicht, was du meinst, Bernstein. Ich spiele doch lediglich das alte Rein- Rausspiel.“
„Doch, weißt du.“ Tanja sieht zu ihm hoch. „Ich will jetzt keine Neckereien.“ Sie schmiegt noch etwas fester an ihn. „Ich will einfach nur hier liegen. Bei dir.“
„Dann bleib hier“, sagt Manuel leise. Er streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht. „Ich bin ja da.“
Tanja schließt kurz die Augen. „Genau das meine ich. Es geht nicht nur um das, was zwischen uns passiert, dem Sex, Manuel. Es geht um dich. Wie du mit mir bist. Wie du mich ansiehst. Wie ruhig ich bei dir werde.“
„So viel macht das aus?“, fragt Manuel.
Tanja lächelt müde. „Ja. Viel mehr, als du glaubst. Ich liebe dich“, sagt sie leise. „Bis zum Horizont … und darüber hinaus.“ Sie atmet ruhig aus. „Lass uns schlafen, ja? Bleib einfach so.“
Manuel zieht die Decke über Tanja und sich. „Mach ich. Schlaf gut, Bernstein.“
Einige Zeit später
Seit ihrem Ausflug zur Talsperre war einige Zeit vergangen. Der Alltag hatte sie wieder eingeholt, mit seinem vertrauten Rhythmus aus Morgenlicht in der Küche, dem leisen Klirren von Tassen und dem Duft von frischem Kaffee, der noch eine Weile in der Luft hing. Mit ihm kamen auch die ersten kleinen Reibereien. Doch statt sie zwischen sich stehen zu lassen, suchten Tanja und Manuel das Gespräch — manchmal noch am selben Abend, wenn draußen das Licht langsam weicher wurde und die Geräusche des Tages hinter den Fenstern verklangen, manchmal erst am nächsten Tag. Beiden lag viel daran, Missverständnisse nicht wachsen zu lassen, sondern sie aus der Welt zu schaffen, bevor sie sich in ihre Liebe schieben konnten.
Heute wollen die beiden in eine andere Stadt fahren, in der ein mehrtägiges Stadtfest stattfindet. Die Sonne steht warm am Himmel und legt ein flimmerndes, goldenes Licht über die Straßen; der Sommertag fühlt sich leicht und verheißungsvoll an. Durch das halb geöffnete Fenster dringen der Geruch von warmem Asphalt, frisch gemähtem Gras und irgendwoher ein Hauch von Sonnencreme. Tanja hat sich für ein rotes Sommerkleid entschieden, das ihre Vorfreude auf den gemeinsamen Tag widerspiegelt. Der Stoff bewegt sich sanft, wenn sie einsteigt, und für einen Moment mischt sich ihr Parfum mit der warmen Luft im Wagen. Manuel trägt bei dieser Hitze wie gewohnt Jeans und T-Shirt. Ruhig und aufmerksam lenkt er den Wagen über die Autobahn; das gleichmäßige Rauschen der Reifen, das entfernte Brummen anderer Motoren und das leise Summen der Lüftung füllen die kleinen Pausen zwischen ihnen. Er hält Abstand zum Vordermann und fährt zügig, ohne zu rasen — ganz so, als wolle er diesen Moment zwischen ihnen nicht durch Hast stören.
„Hm, das wird heute wohl wieder ein richtig heißer Tag“, sagt Tanja und lehnt sich ein wenig zurück. Sie öffnet den Ausschnitt des Kleid gerade so weit, dass es luftiger wird, und fächelt sich mit einer Seite des Stoffes etwas Wind zu. „Nur falls du dich fragst: Dein Bernstein leidet gerade äußerst tapfer. Ein bisschen Bewunderung wäre also durchaus angebracht.“ Dabei weiß sie genau, dass Manuel es bemerken wird, wenn er nur einen kurzen Blick zu ihr hinüberwirft. Ein kleines, schelmisches Lächeln huscht über ihr Gesicht.
Doch Manuel bleibt konzentriert beim Verkehr. „Aha“, murmelt er nur, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Tanja hebt kaum merklich eine Augenbraue. „Aha? Das war jetzt deine ganze Anteilnahme? Ich bin erschüttert.“ So leicht will sie es ihm jedoch nicht machen. Sie schiebt den Sitz ein Stück zurück, macht es sich betont bequem und setzt jede Bewegung ein wenig langsamer, ein wenig spielerischer, als es nötig wäre. Dabei rutsch der Saum des Kleides wir rein zufällig weit nach hinten. „Meine Güte, es ist jetzt schon viel zu warm“, sagt sie mit einem gespielten Seufzen und beobachtet Manuel aus dem Augenwinkel. „Ich wollte nur dezent darauf hinweisen, dass dein Bernstein gerade heldenhaft dahinschmilzt. Aber offenbar muss man hier um Aufmerksamkeit kämpfen.“
Diesmal hört Manuel es deutlich. Eigentlich will er nur kurz in den Spiegel schauen, doch sein Blick bleibt für einen Moment an Tanja hängen. Er blinzelt, als hätte sie ihn aus einem völlig anderen Gedanken gerissen, und ein unwillkürliches Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Du machst das mit voller Absicht, oder?“, fragt er leise. Tanja sieht ihn unschuldig an, doch das Funkeln in ihren Augen verrät sie. „Ich? Niemals. Ich sitze hier völlig unauffällig und sorge lediglich dafür, dass ich ein wenig Kühlung an bestimmten Stellen meines Körpers verspüre.“ Manuel schnaubt amüsiert. „Natürlich. Und rein zufällig siehst du dabei aus wie jemand, der ganz genau weiß, wie man meine Aufmerksamkeit gewinnt. Oder fehlt da rein zufällig deine Unterwäsche?“ „Vielleicht“ gibt Tanja zurück und legt den Kopf leicht schief. „Oder ich prüfe nur, ob mein Fahrer außer Straßenschildern auch noch andere wichtige Dinge wahrnimmt.“ „Beim Verkehr bin ich sehr aufmerksam.“ „Schön für den Verkehr. Und bei mir?“ Manuel wirft ihr einen kurzen, warmen Blick zu. „Bei dir erst recht. Nur leider darf ich dich gerade nicht so ansehen, wie ich gern würde, sonst landen wir noch im nächsten Kreisverkehr und fahren drei Runden nur wegen deiner Augen.“ Tanja lacht leise. „Das wäre immerhin romantischer als ein nüchternes Aha.“ „Dann offiziell: Du bist umwerfend, mein Bernstein. Sogar bei dreißig Grad und trotz meiner heldenhaften Selbstbeherrschung.“
Ihr Lächeln wird weicher. „Na also. Geht doch.“ Manuel greift kurz nach ihrer Hand, drückt sie sanft und legt sie wieder zurück ans Lenkrad. „Und nur damit du es weißt: Ich bemerke dich immer. Auch dann, wenn ich gerade so tue, als wäre ich ein vorbildlicher Fahrer.“
„Gut, behalte jedoch bitte den Verkehr mehr im Auge als mich. Ich mag nicht nach einem Unfall von den Sanitätern mit hochgezogenem Rock, ohne Höschen und …“ Tanja schiebt sich zwei Finger in ihre Liebeshöhle. „… zwei Fingern in mir, gefunden werden“ stöhnt Tanja leise auf. „Was bist du doch für ein Luder geworden …“ Manuel zwinkert Tanja durch den Spiegel zu. „… aber ich liebes wie du Mutiger wirst.“
„War es nicht genau das, was du dir von mir gewünscht hast?“, fragt Tanja und wirft ihm einen frechen Seitenblick zu. „Oder soll ich jetzt ernsthaft behaupten, diese brillante Entwicklung sei völlig ohne äußere Einflüsse entstanden?“ In ihrer Stimme liegt dieses spielerische Selbstbewusstsein, das Manuel inzwischen so gut an ihr kennt – und das ihn zuverlässig aus dem Konzept bringt.
Manuel sieht kurz zu ihr hinüber, fängt ihr Grinsen auf und muss selbst lächeln. „Moment mal“, sagt er gespielt empört. „Seit wann bin ich denn der heimliche Projektleiter deiner kleinen Charme-Offensive?“ Er hebt unschuldig die Schultern, den Blick gleich wieder auf die Straße gerichtet. „Ich erinnere mich weder an ein Kick-off noch an eine schriftliche Bestellung.“
Tanja lehnt sich entspannt zurück und sieht ihn mit funkelnden Augen an. „Schriftlich vielleicht nicht, mein Schatz. Aber manchmal reicht ein Blick, ein Satz zur falschen Zeit oder diese übertriebene Unschuldsmiene, die du gerade wieder trägst wie eine Warnweste.“ Sie lächelt breiter. „Damals, als du diese Bemerkung über die Kellnerin gemacht hast, klang das schon sehr nach: Mein Bernstein darf ruhig ein bisschen mutiger werden.“ Ihre Stimme wird weicher, ohne den frechen Unterton zu verlieren. „Und vielleicht wollte ich einfach prüfen, ob dir das Ergebnis deiner angeblich nie gestarteten Wunschkampagne gefällt.“
Manuel fällt es sichtlich schwer, Tanjas Bitte nachzukommen. Immer wieder schweift sein Blick zu ihr, und natürlich entgeht ihr das nicht. Trotzdem vertraut sie ihm am Steuer; sonst hätte sie sich diesen Schritt wohl kaum getraut. Für sie war es ein stilles Zeichen dafür, dass sie heute den Mut gefunden hatte, eine neue Erfahrung zu wagen. Das Geheimnis zu lüften, was der Reiz daran ist ohne Unterwäsche auszugehen.
Tanja spielt nun mit Manuel. Ihre Finger streichen über oder durch ihre Liebeslippen. Spielen mit ihrer Perle. So unglaublich es für Tanja auch ist, aber die Tatsache das es für Manuel nun schwerer wird, sich auf den Verkehr konzentrieren zu können, gibt ihrer Lust einen kräftigen Schub. Schließlich schließt Tanja die Augen und gibt sich ihrem Tun hin.
Na warte, Bernstein, denkt Manuel, während ihm die Lust heiß durch die Brust steigt. Er lenkt den Wagen auf der linken Spur dicht neben einen LKW und hält den Blick starr nach vorn. Kein anderes Auto setzt zum Überholen an, also hält er das Tempo und bleibt genau auf Höhe des Fahrerhauses. Wenn der Fahrer jetzt nur aus dem Fenster sieht, kann er nicht übersehen, was Tanja gerade tut — und wie sehr sie es genießt.
Die Situation ist für Tanja so neu und ungewohnt, dass sie nicht lange braucht, schon durchflutet sie ein herrlicher Orgasmus. Sie atmet tief durch, findet langsam wieder zu sich und sieht Manuel schließlich mit einem kleinen, verlegenen Lächeln an. Er nickt ihr nur kurz zu.
Tanja braucht einen Moment, bis sie versteht. Dann dreht sie den Kopf und entdeckt durch das Seitenfenster den LKW neben ihnen. Erschrocken richtet sie sich auf und zieht ihr Kleid herunter. Manuel kann sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen. „Jetzt ist es dafür wohl ein bisschen spät, Bernstein. Wenn der Fahrer nicht komplett abgelenkt war, hat er genug von deiner Show gesehen.“ Dann gibt er leicht Gas und setzt sich kurz darauf vor den LKW.
„Wie konntest du das nur machen?“, fragt Tanja, doch in ihrem Blick liegt längst mehr Wärme als Vorwurf, als sie Manuel von der Seite ansieht. Das Sonnenlicht fällt schräg durch die Windschutzscheibe und legt helle Streifen über ihr Gesicht, während draußen das monotone Rauschen der Autobahn vorbeizieht.
„Was denn, mein Bernstein. Den sehen wir nie wieder. Zudem alles was der gesehen haben kann, ist wie du dir die schönsten Gefühle geschenkt hast. Bei dem Blickwinkel und der Show, glaube ich nicht dass er dein Gesicht gesehen oder dies angeschaut hat.“ Manuel grinst sie frech an. „Man spielt halt nicht mit mir.“
Dann muss sie selbst grinsen. „Schon gut, ich merk’s mir. Oder besser: Ich passe in Zukunft etwas genauer auf, wo ich herumspiele.“ Ihr Zwinkern bleibt einen Moment länger bei ihm, weich und vertraut.
Manuel lächelt, und seine Stimme wird sanfter, fast überdeckt vom leisen Summen der Lüftung und dem gleichmäßigen Rollen der Reifen. „Ach, Bernstein … ich liebe dich. Und weißt du, ich bin wirklich überrascht. Nicht, weil ich dir den Mut nicht zugetraut hätte — ich wusste immer, dass er in dir steckt. Ich dachte nur, du würdest noch etwas mehr Zeit brauchen.“ Er schaut kurz zu ihr hinüber, nur für einen Herzschlag, aber sein Blick bleibt warm; draußen flimmert das Licht über der Fahrbahn. „Gerade deshalb bin ich so stolz auf dich. Du hast es getan, weil du es wolltest. Nicht, weil ich dich darum gebeten habe — nicht direkt und auch nicht durch die Blume.“ Für einen Moment legt er seine Hand auf ihren Oberschenkel, drückt diesen zärtlich und nimmt dann wieder das Lenkrad, als wolle er ihr zugleich Nähe und Sicherheit geben.
„Ich liebe dich auch“, sagt Tanja leise. „Bis zum Horizont … und darüber hinaus.“ Sie lächelt verlegen und senkt kurz den Blick. „Weißt du, wenn ich vorher gewusst hätte, dass ich gleich einem wildfremden Mann eine Show bieten würde, hätte ich mich vielleicht nicht getraut.“ Manuel sieht sie kurz an. „Aber du hast es getan.“ Tanja nickt langsam. „Ja. Weil du bei mir bist.“ Sie atmet ruhig aus. „Und weil ich mit dir noch vieles erleben möchte.“ Einen Moment bleibt es still, dann fügt sie hinzu: „Danke, dass du mir das Gefühl gibst, mutiger sein zu können.“
„Wenn du Mut brauchst, bin ich da“, sagt Manuel, während er von der Autobahn abfährt. Das tiefe Brummen des Motors verändert sich, als der Wagen langsamer wird, und von draußen dringen für einen Moment entfernte Stimmen und das helle Kreischen von Reifen auf warmem Asphalt herein. „So lange du mich lässt, gebe ich dir alles an Kraft, was ich habe. Ich will der Mensch sein, bei dem du dich nie allein fühlen musst.“
„Das will ich“, sagt Tanja leise, aber mit einer Gewissheit, die keinen Zweifel lässt. Für einen Augenblick scheint selbst das Licht im Wagen weicher zu werden, und zwischen dem Rauschen der Straße und dem Duft ihrer Haut bleibt nur ihre Stimme. „Und ich verspreche dir: Ich werde nur dich lieben. Mein Leben lang.“ Manuel wirft ihr einen kurzen Blick zu, und Tanja schenkt ihm sofort einen Luftkuss, als wollte sie ihm schon jetzt ein Stück dieses Versprechens mitgeben.
Kurze Zeit später erreichen sie das Parkhaus, das Manuel ausgesucht hat. Nachdem sie geparkt haben, steigen sie aus, und für einen Moment bleibt Manuel neben dem Wagen stehen. Er atmet tief durch, seine Hand gleitet in seinen Schritt und richtet seine Hose, damit klein Manuel nicht mehr so eingeengt ist.
„Alles in Ordnung?“, fragt Tanja sanft, als sie um den Wagen herum zu ihm kommt. Ihr schelmisches Lächeln ist noch da, dazu legt sie kurz etwas fester ihre Hand in seinen Schritt und spürt wie sehr der kleine Manuel rebelliert.
„Du Biest machst mich völlig durcheinander und findest das auch noch lustig“, sagt Manuel leise. Es klingt nicht vorwurfsvoll, eher staunend, beinahe zärtlich. Dann zieht er sie behutsam an sich, nur für einen kurzen Augenblick, als wolle er diesen Moment festhalten. Als Antwort greift er sich eine ihrer Brüste.
„Später, Schatz“, flüstert Tanja und streicht ihm mit einem liebevollen Lächeln noch einmal über den Schritt, bevor sie einen Schritt zurücktritt. Dann verschränkt sie ihre Finger mit seinen und zieht ihn sanft in Richtung Ausgang. Manuel folgt ihr, noch immer ein wenig benommen, aber mit einem Gefühl im Herzen, das heller ist als all die Lichter des Stadtfests.
So langsam verstehe ich Sabrina. Es ist wirklich aufregend. Tanja fühlt sich so wohl, dass sie sogar vergisst, die oberen beiden Knöpfe wieder zu schließen. Hand in Hand schlendern die beiden durch die Straßen in Richtung Stadtfest. Die Mittagssonne liegt warm auf den Hausfassaden, lässt Fensterscheiben aufblitzen und zieht helle, goldene Streifen über das Pflaster. Noch ist die Stadt nicht laut, eher erwartungsvoll still, als hielte sie für einen Moment den Atem an. Dann tragen die ersten Klänge des Festes zu ihnen herüber: helle Melodien, dumpfe Bässe und das ferne Rufen einzelner Schausteller, vermischt mit dem Murmeln der ersten Besucher. In der Luft hängt bereits der Duft von gebrannten Mandeln, warmem Fett und süßem Zucker — ein Versprechen auf alles, was hinter der nächsten Ecke auf sie wartet. Dann biegen sie um. Das große Eingangstor liegt vor ihnen, nur noch etwa hundert Meter entfernt.
Da es noch früh ist und das Stadtfest gerade erst begonnen hat, wirken die Straßen noch weit und offen. Überall stehen kleine Zelte, deren bunte Stoffdächer im Sonnenlicht leuchten und bewegte Schatten auf die Auslagen werfen. Schmuck, Taschen, Spielzeug und handgemachte Kleinigkeiten liegen bereit, als warteten sie nur darauf, entdeckt zu werden. Dazwischen reihen sich zahlreiche Getränkestände, viele davon mit einheimischen oder regionalen Spezialitäten; aus manchen Gläsern steigt der herbe Duft von Bier, aus anderen Ständen zieht der fruchtige Geruch von Limonade und Sirup herüber. An den Essensständen vermischen sich Rauch von Bratwürsten, würzige gebratene Zwiebeln und süßer Waffelduft zu jener vertrauten Mischung, die sofort nach Jahrmarkt schmeckt. Die größeren Vergnügungsgeschäfte verteilen sich auf mehrere Plätze. Nur vereinzelt dreht sich am Straßenrand ein kleines Kinderfahrgeschäft, dessen klimpernde Musik noch etwas verloren durch die hellen, fast leeren Gassen klingt.
Nach und nach füllen sich die Straßen, und das Fest gewinnt an Leben. Stimmen schwellen an, Gelächter springt zwischen den Ständen hin und her, und irgendwo quietscht die Bremse eines Fahrgeschäfts, bevor Musik und Jubel wieder darüber rollen. Gegen siebzehn Uhr steht die Sonne schon tiefer; ihr Licht bricht sich in den Scheiben der Buden, glitzert auf Metallgestellen und spiegelt sich in den Sonnenbrillen am Stand. Die Wärme hängt nun schwerer zwischen den Menschen, vermischt mit dem Geruch von warmem Plastik, Holz, Staub, süßen Crêpes und frisch gezapften Getränken. Es wird so voll, dass man die Waren kaum noch in Ruhe betrachten kann.
Manuel bleibt an einem Sonnenbrillenstand stehen, probiert verschiedene Modelle auf und betrachtet sich kurz im Spiegel. Plötzlich spürt er, wie sich Tanja von hinten an ihn schmiegt. Sich ihre vollen Brüste gegen seinen Rücken drücken. Über seine Schulter hinweg schaut sie ihm bei der Anprobe zu, und für einen Augenblick rückt der Lärm des Festes in die Ferne, als gäbe es mitten im Gedränge nur noch diesen kleinen, stillen Moment zwischen ihnen.
Dabei rückt sie enger an ihn heran, näher, als es eigentlich nötig wäre. „Was gibt denn das?“, fragt Manuel und dreht den Kopf leicht zu ihr. Tanja schaut kurz nach links und rechts, dann schlängelt sich ihre Hand um seine Hüfte direkt bis auf seinen Schritt und lässt sie dort einen Moment verweilen. Ihre Nähe bringt ihn sichtlich aus dem Gleichgewicht. „Was denn, mein Schatz?“, flötet sie sanft und leise an seinem Ohr. „Ich wollte nur sehen, ob ich heute noch auf was Schönes hoffen kann.“ Dann zieht sie ihre Hand wieder zurück, als wäre nichts gewesen, und lächelt, damit es nicht zu auffällig wird.
Manuel dreht sich zu ihr um. Zwischen dem Stimmengewirr, dem warmen Licht der Buden und dem Duft von Zucker, gebratenem Teig und karamellisierten Mandeln wirkt sein Blick für einen Moment ganz ruhig. Bunte Lichter spiegeln sich in seinen Augen, während irgendwo eine Lautsprecherstimme über den Platz knistert. „Was ist nur mit dir passiert? Ich erkenne dich kaum wieder.“
„Gefällt dir das nicht?“, fragt Tanja unsicher. Das Lächeln auf ihren Lippen wird kleiner, während sie ihm direkt in die Augen sieht. Um sie herum ziehen Menschen vorbei, ihre Schritte scharren über das Pflaster. Doch für Tanja zählt in diesem Augenblick nur seine Antwort.
Manuel lächelt sofort, und die Spannung in seinem Gesicht löst sich. „Das habe ich nicht gesagt, Bernstein. Ich bin nur ein wenig überrascht. Sonst ist alles gut.“ Hinter ihnen klirrt irgendwo Glas, ein Schausteller ruft etwas in die Menge, und aus der Nähe zieht der süße Geruch von Waffeln herüber. Doch seine Stimme klingt warm genug, um ihre Unsicherheit zu mildern. Erleichtert beugt Tanja sich zu ihm, und die beiden küssen sich zärtlich. Nur kurz, weil das Gedränge um sie herum zu groß ist.
Später bekommen die beiden Hunger. Sie schlendern zunächst an den Essensständen entlang, vorbei an aufsteigendem Rauch, zischenden Grillplatten und dem Duft von Pizza, Bratwurst und süßen Crêpes. Fett spritzt leise, Papier raschelt, und die warmen Lichter der Stände werfen goldene Flecken auf die Gesichter der Wartenden. Doch dort gibt es keine Getränke, und die Tische an den Getränkeständen sind längst besetzt. Daher schauen sie sich nach einem kleinen gemütlichem Restaurant um. Nach einiger Zeit finden sie einen gemütlichen Italiener, in dem gedämpftes Licht auf karierte Tischdecken fällt und der Geruch von Knoblauch, Tomaten, Basilikum und frischem Brot in der Luft liegt.
Nach dem Essen gehen sie langsam zum Hauptplatz, auf dem eine große Bühne aufgebaut ist. Die Dämmerung legt sich allmählich über die Stadt, während Scheinwerferkegel über die Menge wandern und die ersten Lichterketten zu leuchten beginnen. Sie suchen sich einen Platz und hören der Cover-Band zu, die Songs aus den letzten fünf Jahrzehnten spielt. Gitarrenklänge, Applaus und vereinzeltes Mitsingen füllen den Platz, während der Abend kühler wird und die Musik zwischen den Hausfassaden widerhallt. Irgendwann beschließen sie, zurückzufahren.
Tanja kann die Ankunft kaum noch erwarten. Der ganze Tag hat sie innerlich aufgewühlt, und Manuels Nähe, seine Blicke und ihre spielerischen Neckereien klingen noch immer in ihr nach. Umso überraschter ist sie, als Manuel plötzlich eine Abfahrt zu früh von der Autobahn fährt.
„Schatz, was ist los? Das war doch noch nicht unsere Abfahrt.“ Tanja sieht Manuel fragend an. Als er nicht sofort antwortet, fragt sie sich unsicher: Habe ich etwas falsch gemacht? Dann biegt er von der Landstraße ab. Der schmale Weg führt zu einem kleinen Parkplatz am Waldrand. Manuel stellt den Wagen ab und sieht zu seinem Bernstein hinüber.
„Jetzt bekommst du, was du brauchst, mein Bernstein-Luder“, sagt er leise und zwinkert ihr zu.
Tanja sieht sich kurz um. Der Parkplatz liegt still da, der Wald dunkel und nah. „Hier? Jetzt?“, fragt sie leise. „Ich weiß nicht, ob ich dafür schon bereit bin.“ Ihre Stimme klingt kleiner, als sie wollte, und genau das erschreckt sie fast mehr als der Ort selbst. Obwohl sie den ganzen Tag mutig gewesen ist, spürt sie nun ihr Herz schneller schlagen – nicht aus Angst vor Manuel, sondern vor dem, was in ihr selbst aufbricht. Dieser Ort, das plötzliche Innehalten, Manuels ungewohnte Bestimmtheit: Alles fühlt sich näher, ehrlicher und verletzlicher an, als sie erwartet hat.
„Hier und jetzt oder irgendwo im Wald. Du entscheidest“, sagt er mit ruhiger, glasklarer Stimme.
„Schatz, lass uns bitte nach Hause fahren“, versucht Tanja ihn zu überreden.
Doch Manuel schüttelt den Kopf. „Nein, Bernstein. Das ist der Preis dafür, dass du mich heute den ganzen Tag auf hoher Flamme hast laufen lassen.“ Dann öffnet er die Tür, steigt aus, geht um den Wagen herum und öffnet ihre Tür.
In diesem Moment schlagen in Tanja zwei Herzen. Das eine fühlt sich von der Situation überfordert und will nur weg; das andere schlägt schneller vor Aufregung und zeigt ihr, dass sie diese neue Erfahrung wirklich Erleben möchte. Mit wackligen Beinen steigt sie aus und ergreift seine Hand.
Der Wald empfängt sie mit kühler, gedämpfter Nachtstille, die sich wie ein Schutz um sie legt. Der heiße, laute Sommertag liegt hinter ihnen, nur noch als fernes Echo in der Dunkelheit. Die Luft riecht nach feuchter Erde, Harz und warmem Laub, darunter ein Hauch von Moos und Nachtblüten. Über den Baumkronen steht der Vollmond hell am Himmel und gießt silbernes Licht zwischen die Äste, während irgendwo tief im Wald ein Ast leise knackt.
Tanja spürt ihr Herz schneller schlagen. Nicht aus Angst — zumindest nicht nur. Es ist Aufregung, Unsicherheit und dieser leise, neue Mut, der in den letzten Wochen in ihr gewachsen ist und jetzt in der Stille der Nacht plötzlich Raum fordert. Manuel hält ihre Hand: ruhig, fest, warm. Seine Berührung ist kein Drängen, sondern ein Versprechen. Halt, wenn sie ihn braucht.
„Alles gut?“, fragt er leise, ohne stehen zu bleiben. Seine Stimme klingt in der Dunkelheit noch ruhiger, fast sanft. Und doch liegt darin etwas, das ihr die Kehle eng werden lässt: Er merkt es. Er merkt, wie viel in ihr zittert, obwohl sie versucht, still zu wirken.
Tanja nickt. „Ja … ich glaube schon.“ Ihre Stimme klingt leiser als sonst, zerbrechlicher vielleicht, und verliert sich beinahe zwischen den Schatten. Aber sie ist ehrlich.
Der Waldweg wird schmaler und weicher. Trockene Zweige knirschen unter ihren Schritten, Laub raschelt an ihren Schuhen, und irgendwo ruft ein Nachtvogel. Aus dem Unterholz kommt ein kaum hörbares Huschen, dann wieder Stille. Mit jedem Schritt löst sich die Welt hinter ihnen ein Stück mehr auf — das Stadtfest, die Hitze, der Lärm, die vielen Stimmen. Was bleibt, ist das Rascheln der Blätter, das leise Rauschen des Windes, der würzige Geruch von Rinde und Erde und ihr gemeinsamer Atem, der ihr im Mondlicht plötzlich viel zu deutlich vorkommt.
Schließlich bleibt Manuel stehen. Er dreht sich zu ihr um, und für einen Moment sagt keiner von beiden etwas. Der Vollmond zeichnet helle Ränder auf sein Gesicht, und er sieht sie nur an — ruhig, aufmerksam, so offen, dass Tanja den Blick kaum aushält. Nicht, weil er schwer ist. Sondern weil sie sich darin wirklich gesehen fühlt.
„Wenn dir irgendetwas unangenehm ist“, sagt er leise, „dann sag es sofort. Ich will, dass du dich gut fühlst. Sicher. Nicht überfordert.“
Tanja schluckt. Gerade weil er es so meint, trifft es sie. Gerade weil er ihr die Wahl lässt, fühlt sich dieser Moment unter dem hellen Vollmond nicht wie ein Schritt ins Ungewisse an, sondern wie einer zu sich selbst.
„Ich weiß“, antwortet sie. Ihre Stimme bebt kaum hörbar. „Und genau deswegen … bin ich hier.“
Ein Windstoß fährt durch die Bäume und lässt die Blätter über ihnen aufrauschen. Das Mondlicht flackert zwischen den Ästen. Für einen Augenblick wirkt es, als hielte selbst der Wald inne, als würde er diesen Satz zwischen ihnen bewahren.
Manuel tritt einen Schritt näher. Nicht drängend, nicht fordernd — nur nah genug, dass seine Wärme sie trotz der kühlen Nacht erreicht. „Sag mir, wenn du zurück willst.“
„Nein“, sagt Tanja sofort — so schnell, dass sie selbst erschreckt. Dann atmet sie tief ein, als müsste sie den Mut erst ganz in sich hineinlassen. Über ihnen steht der Vollmond klar und hell. „Ich will das. Wirklich.“
Sein Lächeln wird weich. Im silbernen Licht wirkt es stiller, beinahe verletzlich — nicht breit, nicht triumphierend, sondern warm, stolz und so liebevoll, dass etwas in ihr nachgibt. „Gut“, sagt er leise. „Dann bleiben wir hier.“
Einen Moment stehen sie einfach da, Hand in Hand, während der Mond über den Baumwipfeln steht und die Schatten langsam über den Boden ziehen. In der Ferne zirpen Grillen, ganz nah tropft irgendwo Wasser von einem Blatt. Tanja spürt, wie sich ihre Anspannung verändert. Sie verschwindet nicht, doch sie wird weicher, wärmer, weniger wie eine Grenze und mehr wie etwas, das sie halten kann. Greifbarer. Richtiger.
„Manuel?“, sagt sie schließlich, kaum lauter als das Rascheln der Blätter.
„Hm?“
„Danke.“ Mehr sagt sie nicht. Mehr bringt sie nicht heraus. Und doch liegt alles darin, hell und klar wie das Mondlicht um sie herum.
Er hebt ihre Hand und drückt sie sanft, als wollte er ihr antworten, ohne den Moment zu zerbrechen. „Immer, Bernstein.“
Die Welt um sie herum wird stiller, bis der Wald wie ein geschlossener Raum wirkt — ein geschützter Ort, der nur ihnen gehört. Hoch über ihnen steht der Vollmond hell am Himmel, und sein Licht macht die Nacht nicht weniger geheimnisvoll, nur wahrer. Ein Ort, an dem nichts von außen zählt. Ein Ort, an dem alles möglich ist und alles erlaubt bleibt, solange sie es gemeinsam wollen.
Sanft führt Manuel sie ein paar Schritte rückwärts, bis Tanja mit dem Rücken den kleinen Aufstieg zu einem Hochstand berührt. Für einen Moment schaut sie über die Schulter und sieht die Wiese hinter sich, vom hellen Vollmond in ein silbriges, fast unwirkliches Licht getaucht. Die Nacht scheint den Atem anzuhalten; selbst das Rascheln der Blätter ist kaum mehr als eine Erinnerung. Alles wirkt gedämpft, weit und still, getragen vom kühlen Duft nach Gras und feuchter Erde. In der Ferne steht ein Reh unbeweglich im Mondschein, nur eine zarte Silhouette in der leuchtenden Ruhe.
Langsam sinkt Manuel – Tanja dabei fest in die Augen schauend – vor ihr in die Knie. Sofort stockt Tanja der Atem, da sie ahnt was ihr Schatz nun vorhat. Dabei beginnt ihr Herz schneller zu schlagen. Zeigt ihr so wie sehr sie diese Erfahrung machen will. Manuels Hände berühren kaum ihre Oberschenkel, direkt unter dem Saum ihres Kleides. Ganz ruhig, ohne Hast und Tanja dabei weiter von unten anschauen, schiebt er ihr Kleid höher und höher.
Es geschieht wirklich, schießt es Tanja durch den Kopf. 44 Jahre alt und erlebe gleich zum ersten Mal in …. Ihr langgezogenes „Ah“ unterbricht ihre Gedanken, als seine Zunge durch ihre feuchten Liebeslippen gleitet. Automatisch schließen sich ihre Augen. Nichts soll sie in diesem Moment Ablenken. So schließt Tanja Augenblicklich ihre Augen, um sich voll und ganz in den Moment fallen zu lassen. Um diese erste Outdoorerfahrung in sich aufzunehmen.
Dabei ist Tanja hin und her gerissen. Ihr Verstand brüllt förmlich, dass sich ein solches Verhalten in der Öffentlichkeit nicht gebührt. Doch ihr Körper sendet ihr das Versprechen, das sie etwas erleben kann und darf, was sie so noch nie erlebt hat. Das es sich lohnen wird, mutig zu bleiben und darauf zu vertrauen, das Manuel weiß was er tut und vor allem, sie schon vertragen kann.
Mit weiterhin geschlossenen Augen greift Tanja suchend hinter sich. Sucht den Balken des Hochstandes, um sich daran festhalten zu können. In ihr beginnen ihre Gefühle langsam zu brodeln. Seine Zunge fährt, so scheint es ihr, in einer Art und Weise durch ihre Muschi, wie sie es noch nie erlebt hat. Da sie Sex bisher nur zu Hause, sprich in Windgeschützter Umgebung erfahren hat, ist es ein besonders überraschendes, aber auch prickelndes Gefühl. Zu spüren wie der Wind, jedes Mal, wenn Manuel kurz seinen Kopf kurz bewegt, kalt über ihre Muschi streicht. Je mehr Zeit vergeht, entfernt sich Tanja von Manuel. Schwebt getragen durch diese neue Erfahrung einem wunderbaren Orgasmus entgegen.
Natürlich hatte sie schon oft gehört oder auch in Erotikgeschichten, im Internet, gelesen das sich sowas wahnsinnig geil anfühlen sollte. Aber dadurch das Thorsten eh nicht dafür zu haben war und Tanja selbst auch nicht den Mut hatte, in darauf anzusprechen, war es lediglich bei ein paar zarten Versuchen sich dies in ihrer Fantasie vorzustellen geblieben. Einer von Manuels Fingern, der tief in ihr steckt, drückt in diesem Moment auf ihr Punkt. Lässt Tanja laut aufstöhnen. Was ihr verdeutlicht, das keine ihrer Fantasien auch nur annähernd an die Realität ran reichen.
Tanja spürt das Aufbrausen in ihrem Körper. Weiß das sie nicht mehr lange hat, bis sie hinweg gefegt werden wird. Mit einer Hand klammert sie sich an den Hochstand. In ihr ist die Angst das ihre Beine nachgeben und sie auf und mit Manuel stürzen könnte. Ihre andere Hand presst seinen Kopf fest auf ihren Schoß. Sofort verstärkt Manuel, so gut es geht sein tun, weiß er doch wie es in diesem Moment in seinem Bernstein ausschaut. Ihre Lippen pressen sich fest aufeinander. Um ihre Lust nicht Lauthals in den Vollmondhimmel zu brüllen.
„Lass es raus, Bernstein. Ich will dich hören“ sagt er kurz und widmet sich dann wieder ganz dem Ritt auf ihrem Venushügel.
„Gott … Manuel … das kann ich … nicht … was wenn … mich … einer hört“ stammelt stöhnend Tanja.
Na gut, wie du willst, denkt sich Manuel und schiebt ihr noch einen Finger tief in den Körper.
„Schatzzzzzzz“ ruft Tanja sofort und schon etwas lauter.
„Ja was denn“ neckt er Tanja und drückt mit einem Finger genau auf ihren Punkt.
Dies ist nun zu viel für Tanja. Ganz als ob sie den Vollmond anheulen würde, stöhnt, ja brüllt Tanja förmlich ihre zurückgehaltene Emotionen in die Nacht. Tanja lässt sich nun vollkommen gehen. Getragen von den Gefühlen die Manuel in ihr erzeugt.
Ihre Augen öffnen sich wieder und suchen die seinen. Im Restlicht des fast verschwundenen Vollmondes, kann Manuel sie matt glänzen sehen. Tanjas Beine fühlen sich weich an. Zudem fühlt sie, wie seine Finger weiterhin sanft in ihr kreisen.
„Wahnsinn … das war der pure Wahnsinn, mein Schatz. Aber jetzt bin ich dran“ meint Tanja zu Manuel. Sanft zieht sie ihn zu sich hinauf. Schmiegt ihre Arme um seinen Nacken und sucht seinen Mund. Leidenschaftlich küssen sich die beiden. Lassen ihre Zungen ihren Tanz ganz alleine tanzen. Tanja beendet den Kuss und lächelt Manuel an. „Ich liebe dich, bis zum Horizont … und darüber hinaus.“ Mit diesen Worten dreht sie sich und Manuel. So das nun Manuel sich an den Hochstand anlehnen kann. „Gleiches Recht für Alle“ zwinkert Tanja ihm zu und begibt sich nun ebenfalls vor ihm in die Hocke.
Mit geschickten Fingern ist seine Hose schnell geöffnet. Nur um Augenblicke später, samt Unterhose an seinen Knöcheln zu verweilen. Tanja schaut lüstern zu Manuel hinauf und flüstert. „Mal schauen ob noch ein wenig herzlose Hexe in mir steckt. Ob sie auf dieser magischen Flöte spielen kann und ihr das schönste Geschenk des Lebens entlocken kann.“
Wie bei einer Schlange, züngelt Tanjas Zunge aus deren Mund. Berührt die Eichel. Bevor diese an der Außenseite des Schafts hinabgleitet. Nur um dann erneut wieder nach oben zu fahren und spielerisch in das kleine Loch, oben auf der Eichel, stechen zu wollen. Dieses Spiel wiederholt Tanja ein paar Mal. Bevor sich ihre Lippen samtweich um seine Eichel schmiegen. Langsam, Stück für Stück, saugt sie ihn in sich ein. Erst als er an ihr Zäpfchen anstößt, zieht Tanja ihren Kopf wieder zurück. Dies ist nun der Auftakt des Flötenspiels der herzlosen Hexe. Rhythmisch gleitet die Flöte durch ihre Lippen vor und zurück. Wissend der Wirkung variiert sie dabei immer wieder den Unterdruck in ihrem Mund. Während eine Hand mit seinem Murmelsack beschäftigt ist.
„Ohhh Bernstein, du weißt genau wie ich es mag.“ Tanja hört seine Worte. Was dazu führt das sich kurzzeitig ein triumphierendes Lächeln um sein bestes Stück legt.
„Stopp“ keucht Manuel heiser. Was Tanja verdeutlicht, bis an welchen Punkt sie Manuel bereits gebracht hat. Das auch in ihm dieser so teuflisch herrliche Tornado wütet. Mit einem extra lautem Plop entlässt sie ihn aus ihrem Mund und schaut ihn grinsend von unten an. „Na was ist denn los, mein Schatz? Jetzt sag nicht, ich soll die herzlose Hexe wieder nach Hause schicken“ neckt Tanja Manuel.
Manuel zieht sie an den Schultern hinaus. „Sie war zu gut. Du warst zu gut, Bernstein. Der ganze Tag. Jetzt bist du fällig“ grinst er sie an. Dabei dreht er sie nun so, dass sich Tanja am Hochstand abstützen kann. Sofort streckt Tanja ihm ihren Hintern entgegen. Nur Momente, bevor sie fühlt wie leise raschelnd der Stoff ihres Kleides über ihre Haut, hinaufgezogen wird.
„Ja zeig sie mir. Zeig mir die Liebe außerhalb von zu Hause“ haucht sie, über ihre Schultern schauend Manuel zu. Im Selben Moment fühlt sie wie seine heiße Stange zwischen ihren Beinen, tief in ihrem Körper verschwindet. Wie sich nun ihre anderen Lippen, um klein Manuel schmiegen und kümmern werden.
Manuel bräuchte von Tanja keine zweite Aufforderung. Der Druck in seinen Murmeln ist mittlerweile viel zu groß. So Groß das er weiß, das er nicht mehr allzu lange durchhalten wird. Tapfer kämpft er jedoch dagegen an. Will seinem Bernstein solange es geht diese erste Outdoor Erfahrung schenken. Mit beiden Händen hält er Tanja bei den Hüften fest. Mit langen Stößen schiebt er sich immer wieder in sie hinein. Mit einer Hand sich am Hochstand festhalten, bearbeitet dabei die andere Hand ihre Brust. Zieht ihre Brustwarze in die Länge, zwirbelt diese oder kneift sie.
Tanja wartet, wartet auf den einen Moment. Dann ist dieser endlich gekommen. Manuels Eichel wird noch etwas dicker in ihr. Das so von ihr geliebte unkontrollierte Zucken Manuels Penis. Die explosionsartige Entladung seiner Murmeln. Jetzt lässt auch sie sich erneut in ihre Gefühle fallen. Erlebt mit ihrem Schatz zusammen erneut einen Orgasmus. Dabei kommt es ihr so vor, als ob ihre Muschi jeglichen Liebesliquor, den er ihr geben kann, aus ihm aussaugen will. So heftig reiben sich ihre inneren Scheidenwände um seinen Penis.
Manuel liegt auf ihrem Rücken. Während beide schwer nach Luft ringen. Plötzlich spürt sie wie wieder Leben in ihrem Inneren erwacht. Schnell drückt sie Manuel von sich weg und dreht sich zu ihm um. „Beim nächsten Mal, mein Schatz. Für heute habe ich genug Neues erlebt.“
„Du entscheidest unser Tempo, Bernstein. Das war immer so und wird auch …“ Manuel grinst sie an. „.. eigentlich immer so bleiben. Na ja, es sei denn du legst es so wie heute so sehr darauf an.“
Tanja lächelt ihn an und fühlt wie sich ein kleines Rinnsal, ein Gemisch aus ihren Liebeslikören, an ihrem Schenkel hinunterläuft. Hm, nicht alles ist Gold dabei, überlegt sie mit einem Schmunzeln, ergreift seine Hand und zusammen machen sich die beiden auf den Weg zurück zum Wagen und zu sich.
Einige Wochen später …
„Schatz, kannst du Mal eben schauen wer an der Tür ist“ ruft Tanja fragend aus den Bad.
„Ich geh schon“ ruft Manuel aus den Schlafzimmer zurück und macht sich auf den Weg zur Tür. Ein Mann steht vor der Tür und schaut ihn Skeptisch an. „Ja bitte“ will Manuel von ihm wissen
„Ist Tanja zu sprechen“ erkundigt sich der Fremde und schaut an Manuel vorbei in den Flur.
„Worum geht es denn, wenn ich fragen darf“ erkundigt sich Manuel weiter.
„Das würde ich gerne …“ beginnt der Mann.
In den Moment kommt Tanja, sich ihre immer noch leicht feuchten Haare weiter abrubbelnd aus den Bad. „Thorsten“ entweicht es ihr. Ihre Stimme zittert leicht. Sofort schaut Manuel zu ihr und sieht Tanjas fragenden Blick.
„Du kennst den Mann“ fragt er aus und kennt die Antwort schon. Denn ihm war der Name natürlich nicht entgangen. Thorsten.
„Äh ja Manuel … das ist Thorsten, mein Mann“ stammelt Tanja leicht, als sie die Tür erreicht. „Was willst du hier“ wendet sie sich dann an ihren Mann.
„Erst einmal, du siehst gut aus. Darf ich reinkommen? Ich würde gerne mit dir etwas wichtiges bereden“ sagt Thorsten ruhig und schaut Tanja fest an.
Tanja macht einen Schritt zur Seite und sagt dann. „Worum geht es?“
Thorsten schaut von ihr zu Manuel und wieder zurück. „Das würde ich gerne mit dir allein besprechen.“
Tanja überlegt einen kurzen Moment, bevor sie sich an Manuel wendet. „Entschuldigst du uns kurz.“ Dann dreht sie sich zu Thorsten und sagt. „Gut lass uns in die Küche gehen.“ Zusammen begeben sich die beiden dann zur Küche.
Manuel sieht den beiden hinterher und weiß nicht was er davon halten soll. „Gut was willst du“ hört er Tanja ihren Mann direkt, durch die angelehnte Küchentür fragen.
„Ist das dein Neuer, mein Nachfolger? Hast du unsere Liebe schon so schnell abgelegt“ will Thorsten von Tanja wissen.
Angespannt steht Manuel da. Auch wenn er die beiden nicht belauschen will, verweigern seine Beine doch den Befehl sich zu bewegen. Dann sieht er wie die Küchentür, bevor Tanja antwortet, geschlossen wird. Resignierend senkt Manuel den Kopf, dreht sich um und geht langsam Richtung Schlafzimmer. Wo er sich seinen Rucksack nimmt und beginnt, einige Sachen von sich einzupacken.
„Was genau willst du, Thorsten“ fragt Tanja noch einmal, mit Nachdruck.
„Ist das nicht offensichtlich, mein Schatz. Du bist meine Frau und ich will dich zurück an meiner Seite“ sagt Thorsten ganz ruhig und macht einen Schritt auf sie zu.
Sofort weicht Tanja zurück. „Und du meinst das wäre so einfach?“ Tanja schaut ihn fest an.
„Ich weiß, dass ich den größten Fehler gemacht habe, den ich habe machen können. Aber wenn du mich lässt, dann zeige ich dir das ich immer noch dein Mann bin und ab deiner Seite stehe“ meint Thorsten und geht weiter auf sie zu.
„Verdammt Thorsten, wie gerne hätte ich diese Worte vor einen halben Jahr von dir gehört“ erwidert Tanja und drückt ihn von sich, als er sie erreicht.
Manuel ist gerade auf den Weg zum Bad, als er Thorsten mit etwas lauterer Stimme sagen hört. „Liegt es an ihm? Wie hieß er noch? Manuel? Weiß er überhaupt Bescheid?“ Dabei nimmt seine Stimme einen kalten Ton an. Sofort horcht Manuel auf.
Erschrocken schaut Tanja ihn an. „Manuel weiß genau, dass, was er wissen muss“ dringt etwas leiser und gedämpfter Tanjas Stimme zu ihm.
So ist das also. Deshalb wolltest du dann wohl auch nicht das wir zusammenziehen, überlegt er stumm, während im die Tränen in die Augen schießen, und setzt seinen Weg ins Bad fort.
„So ernst ist es dir also mit ihm, dass ihm das verschweigst?“ fragt Thorsten und schaut Tanja direkt an. Er dreht sich um und geht zur geschlossenen Küchentür. In der geöffneten Tür dreht er sich noch einmal zu ihr. „Wie gesagt ich will dir beweisen, dass ich einen Fehler gemacht habe und diesen wieder gut machen will. Überlege es dir in Ruhe, aber auch nicht zu lange. So lange bleibe ich ruhig, gegenüber ihm.“ Dann verlässt Thorsten das Haus und eine fassungslose Tanja.
Was war das? Wie kann er glauben, dass es für uns nach dem allen und der Zeit noch eine Chance geben kann und vor allem dann noch so? Manuel, überlegt Tanja stumm und macht sich dann auf die Suche nach ihrem Schatz.
In einen Sessel sitzend mit den Rucksack zwischen den Füßen, findet sie Manuel in Wohnzimmer. „Was hast du vor“ fragt sie mit leicht zitternder Stimme.
Manuel ergreift den Rucksack, steht auf und schultert ihn in einen Rutsch. Während er auf Tanja zugeht.
„Ich werde eurer Versöhnung nicht in Wege stehen. Und mir ist klar, dass eine über 20 Jahre alte liebe und Ehe nicht so schnell kaputt geht, wie eine die noch nicht einmal ein halbes Jahr alt ist“ sagt Manuel leise und schiebt sich an ihr vorbei in den Flur.
Perplex fragt Tanja. „Manuel was habe ich getan oder gesagt, dass du so denkst?“
An der Eingangstür dreht sich Manuel noch einmal zu ihr um. „Du hat nichts gesagt“ antwortet Manuel ihr und fügt noch kurz hinzu „und genau damit hast du genug gesagt. Ich melde mich die Tage. Dann können wir einen Termin ausmachen wann ich den Rest meiner Sachen abholen werde.“ Dann tritt er durch die Tür und geht zu seinen Wagen.
Mit Tränen in den Augen steht Tanja an der Tür und beobachtet wie Manuel das Grundstück verlässt. Ich habe nichts gesagt und damit genügend gesagt?
Sie weiß in diesem Moment nur eines. Irgendwie muss sie ihm klar machen, dass das alles nur ein Missverständnis sein kann. Das ihr Herz ausschließlich noch ihn gehört und das für den Rest ihres Lebens. Aber wie soll sie das anstellen. Tanja eilt ins Wohnzimmer und ruft Sabrina an
„Hallo, Mama. Schön dich zu hören“ begrüßt diese ihre Mutter fröhlich.
„Es ist aus, Schluss und vorbei“ schluchzt Tanja in den Hörer und sofort ist Sabrinas gute Laune dahin.
„MAMA, was ist geschehen? Wieso soll alles aus sein. Ihr liebt euch doch so sehr“ hört Tanja ihre Tochter fragen.
„Weil sich Manuel gerade von mir getrennt hat.“ Tanjas Stimme zittert bei jedem Wort.
„So einfach ohne irgendeinen Grund? Das kann ich nicht glauben. Da muss doch was vorgefallen sein Mama“ versucht Sabrina sich erst einmal ein Bild von der Situation zu machen.
„Papa war gerade hier“ sagt Tanja leise.
„PAPA? Was wollte der denn? Kann der dich nicht einfach in Ruhe lassen“ kommt es prompt erbost aus den Hörer.
„Er war hier, um sich zu versöhnen“ berichtet Tanja ihrer Tochter.
„Was, das glaube ich jetzt nicht. Jetzt wo es dir endlich wieder gut geht“ sagt Sabrina fassungslos.
„Ja, genauso war es“ erzählt Tanja weiter.
„Gut, aber wieso hat sich dann Manuel von dir getrennt? Hast du ihn nicht gesagt, dass eine Versöhnung für dich nicht in Frage kommt“ will Sabrina weiterwissen.
„Ich habe es versucht …“ meint Tanja und verstummt.
„Mama?“
„Aber er sagte ich hätte nichts gesagt und damit alles gesagt“ spricht Tanja nach einer kleinen Pause weiter.
„Hm, was meint er denn damit“ will Sabrina wissen
„Genau das weiß ich eben nicht. Denn als ich Manuel darauf angesprochen habe …“ Tanja verstummt erneut. Denn schlagartig wird ihr klar, was Manuel meinte. Was er ihr gesagt hatte. „Oh mein Gott.“
„Was ist Mama? Steht Papa etwa wieder vor der Tür“ erkundigt sich Tanja besorgt.
„Nein, viel schlimmer. Ich habe Manuel verleugnet. Zumindest muss es ihm so vorgekommen sein“ spricht Tanja ruhig.
„Wie meinst du das, Mama“ hakt Sabrina sofort nach.
„Ganz einfach. Als dein Vater hier war habe ich ihn Manuel mit Manuel vorgestellt. Weil ich total perplex darüber war, das Papa auf einmal vor mir stand und dann, als ich sah, dass er sich ein paar Sachen zusammengepackt hatte, habe ich ihn wieder mit Manuel angesprochen. Jetzt ist klar was er meinte. Das ich nichts und damit alles gesagt hätte. Ich habe mich nicht zu ihm bekannt, ihn nicht gezeigt, dass wir weiterhin ein Paar sind. Sabrina entschuldige, aber ich muss sofort los. Muss zu ihm. Ihn sagen, dass ich ihn immer noch liebe und nur ihn als meinen Schatz an meiner Seite haben will“ klärt Tanja ihre Tochter auf.
„Alles gut Mama. Fahr zu ihm und klär, dass so schnell es geht. Wir hören uns dann wieder“ sagt Sabrina schnell und beendet das Gespräch. Damit ihre Mutter keine weitere Zeit wegen ihr vergeudet.
Schnell zieht sich Tanja an. Schnappt sich ihren Autoschlüssel und eilt aus den Haus. Mit klopfendem Herzen steigt sie ein, startet den Motor und macht sich auf den Weg zu Manuel. Manuel, Schatz. Ich bin auf dem Weg, um dieses kleine Missverständnis zu beseitigen. Damit du weißt das ich nur dich liebe.
Viel zu langsam und zäh kommt ihr der Verkehr vor. Dann erreicht sie endlich seine Straße. Von weitem kann sie schon seinen geparkten Wagen stehen sehen. Sofort schlägt ihr Herz noch ein wenig kräftiger. Sie parkt den Wagen. Steigt aus und eilt zum Haus in den er wohnt. Drückt auf seine Klingel, obwohl sie einen Schlüssel hat. Doch will sie nicht einfach so bei ihm reinschneien.
Doch selbst mehrmaliges klingeln bringt keinen Erfolg. Immer deutlicher macht sich Panik in ihr breit. Schatz bitte, mach keine Dummheit. So nimmt sie sich ihren Schlüssel und öffnet sich selbst.
Doch seine Wohnung ist kühl und leer. Keine Spur von Manuel. Lediglich der Rucksack zeigt Tanja das er kurz hier war. Wo bist du Schatz? Natürlich, überlegt sie und kann sich nur einen Ort vorstellen wo sie ihn nun finden wird. Es sei denn, das er beschlossen hat, sich irgendwo die Kante zu geben. Aber Manuel war kein Trinker oder gar Säufer. Lediglich bei den Fußballspielen mit den Arbeitskollegen Tank er Mal ein Bier mehr.
Tanja verlässt seine Wohnung und macht sich zu Fuß auf den Weg. Wie erwartet findet Tanja ihn genau da, wo alles begonnen hatte. Auf ihrer Parkbank. Diesmal schleicht sie sich jedoch nicht an ihn an. Wodurch Manuel sie früh kommen sieht. Sofort steht er auf und will gehen.
„Manuel, Schatz …“ ruft Tanja laut. „… bitte bleib und hör mich an. Lass mich erklären wieso es die herzlose Hexe noch einmal geschafft hat sich in mir zu zeigen. Danach werde ich jede Reaktion von dir akzeptieren. Aber bitte, hör mich vorher wenigstens an.“
Eigentlich wollte Manuel nur weg von Tanja. Zu tief sitzt der Schmerz. Doch als Tanja ihren Insider, die herzlose Hexe erwähnt. Welche ja genau hier, an ihrer Bank ihren Ursprung hatte, ist ihm klar wie ernst und wichtig es ihr ist.
„Okay ich gebe dir eine Chance“ sagt er leise und setzt sich wieder hin.
Tanja geht zu ihm, setzt sich ebenfalls auf die Bank. Doch wie damals sitzen sie wieder mit deutlichen Abstand zueinander.
„Danke“ sagt sie leise und muss ihre Finger ineinander verschränken, damit diese nicht zu sehr zittern.
„Ich verstehe warum du enttäuscht von mir bist. Ich habe nicht zu dir gestanden. Vor Thorsten nicht gesagt, dass wir ein Paar sind. Dass du mein Schatz bist. Das tut mir leid. Ich kann dich nur um Verzeihung bitten und hoffen, dass deine Liebe noch stark genug ist um wieder an mir und unsere Liebe glauben zu können. Denn wenn nicht, dann hat die herzlose Hexe am Ende doch gewonnen“ sagt Tanja und schaut Manuel mit feuchten Augen an. Da von Manuel nichts kommt fügt sie hinterher. „Bitte Manuel, Schatz sag was. Irgendwas womit ich arbeiten kann. Aber lass mich nicht so hier hängen. Schmeiß mich nicht zurück in das Loch, aus den du und deine liebe mich befreit habt.“
Langsam dreht Manuel den Kopf zu ihr. Beide können die Tränen in den Augen des anderen erkennen. „Ich möchte es so gerne“ flüstert Manuel und schaut ihr fest in die Augen.
Vorsichtig rutscht Tanja ein kleines Stück näher. „Bitte Schatz. Ich brauche dich. Brauche deine Liebe und verspreche dir auch, das sowas wie vorhin nie wieder vorkommen wird.“ Auch Tanjas Stimme schwankt emotionsgeladen.
„Und das andere“ fragt Manuel offen heraus.
„Welches andere, Schatz? Was habe ich noch falsch gemacht“ will Tanja von ihm wissen und hält seinen Blick.
Manuel wendet den Kopf. Lässt den Blick durch den Park gleiten. Tanja sieht wie er tief Luft holt, bevor er weiterspricht. „Ab wann soll oder darf ich alles wissen?“
Tanja muss schlucken. Er hat es gehört, schießt es ihr durch den Kopf und vergrößert ihre Angst. „Du hast glaube ich, nicht den ganzen Kontext verstanden. Schatz, bitte glaube mir.“
„Entschuldige, aber da bin ich mir eben nicht sicher. Aus welchem Grund mir der Kontext fehlt. Hast du mir bewusst was verschwiegen oder habe ich im Vorbeigehen, quasi nicht alles mitbekommen und wenn es an dem ist? Wieso sagst du mir nicht einfach den Kontext“ will Manuel von ihr Wissen und schaut sie wieder fest an.
„Du willst also alles wissen. Gut Schatz. Ich verspreche dir alles innerhalb der nächsten Woche zu erklären und erzählen. Aber so aus dem Stehgreif kann ich das einfach nicht. Lass mich das ein wenig vorbereiten … bitte“ verspricht ihm Tanja und legt sanft ihre Hand auf die seine. Die Wärme des anderen fühlt sich für beide wunderschön und vertraut an.
„Ich liebe dich, Bernstein. Aber das alles Tat eben ziemlich weh. Sowas möchte ich nicht noch mal erleben. Ansonsten war es das dann wirklich“ erwidert Manuel und sofort fällt ihm Tanja um den Hals.
„Nie wieder. Das Verspreche ich dir. Ich werde dich nie wieder belügen oder etwas nicht sofort sagen und auch jedem, vor allem aber Thorsten deutlich sagen und zeigen das wir ein Paar sind. Ich liebe dich, bis zum Horizont … und darüber hinaus.“
Sanft legt Manuel seine Arme um sie und sofort drücken sie sich fest aneinander. Beide fühlen den Herzschlag des anderen. Das dieser schneller geht.
Tanja löst sich von Manuel und schaut ihn an. „Das war das letzte Mal, das wir was von der herzlosen Hexe mitbekommen haben. Eher sterbe ich, als das noch einmal zu zulassen.“
Manuel lächelt sie sanft an. Dann stehen die beiden auf und machen sich auf den Weg zu ihm. Immerhin stehen ja beide Autos bei ihm vor der Wohnung. Getrennt fahren sie dann wieder zurück zu Tanja. Als sie vor der Eingangstüre stehen schaut Tanja ihn an. „Wann immer du willst“ sagt sie leise. Manuel schaut sie fragend an. „Wann immer du willst, kannst du zu mir ziehen. Wir sind ein Paar und du übernachtest eh mehr hier, wie wir bei dir.“
3 Tage später …
Eng umschlungen wacht Tanja in den Armen von Manuel auf. Vorsichtig schält sie sich aus der Umarmung. Sie will ihn auf keinen Fall wecken. Nicht heute. Nein heute will sie ihn mit einem ganz besonderen Frühstück überraschen. Schnell greift sie sich die Sachen, welche sie heute anziehen will und eilt ins Bad.
Ohne Eile schlüpft sie aus ihrer Unterwäsche, stellt die Dusche an und steigt unter den Wasserstrahl. Es ist ein herrliches und belebendes Gefühl wie das Wasser über ihren Körper fließt und perlt.
Bestens gelaunt trocknet sich Tanja ab. Zieht ihre mitgebrachten Sachen an und begibt sich in die Küche. Mit einer Leichtigkeit, die sie selbst erstaunt verteilt sie die Teller, Tassen und alles weitere fürs Frühstück auf den Tisch. Ein letzter prüfender Blick von Tanja gleitet über den Tisch und zur Kaffeemaschine. Alles parat.
Mit einem Lächeln auf den Lippen begibt sich Tanja wieder ins Schlafzimmer. Im Türrahmen bleibt sie kurz stehen und betrachtet ihren Schatz. Was habe ich doch nur für Glück gehabt. Dich nicht nur kennen, sondern zu lieben und geliebt zu werden.
Mit ruhigen Schritten geht sie zu seiner Seite des Bettes und setzt sich auf die Matratze. Sanft legt Tanja ihre Hand auf seine Wange und streicht mit den Daumen über die leichten Stoppeln, welche sich über Nacht gebildet haben. Es dauert ein paar Augenblicke bis Manuel auf ihre zärtliche Art, ihn zu wecken, reagiert.
Verschlafen öffnet Manuel seine Augen und das erste was er erkennt, ist sein Bernstein. „Guten Morgen, Bernstein. Es ist schön so von dir geweckt zu werden,“ spricht er leise und lächelt sie an.
„Das freut mich zu hören, mein Schatz. Komm Frühstück ist fertig“ erwidert Tanja lächelnd. Erhebt sich und streckt Manuel die Hand entgegen.
„Du hast extra Frühstück gemacht? Ich habe doch gar keinen Geburtstag,“ meint er darauf zu ihr. Steht auf, ergreift ihre Hand und gemeinsam folgen sie dem Kaffeeduft in die Küche. Dort sieht Manuel den liebevoll zubereiteten Esstisch. „Jetzt fühl ich mich schuldig, etwas verpasst oder vergessen zu haben.“ Seine Stimme ist leise, doch Tanja kann ihm anhören das er es ernst meint.
„Alles gut, Schatz. Aber heute vor fünf Monaten, hast du mich vollends aus meinem Dornröschenschlaf erweckt. Seitdem sind wir ein Paar. Ich möchte dir nur dafür danken,“ meint Tanja mit strahlenden Augen zu ihm.
„Gott was findest du nur an mir, wo ich das vergesse?“ Manuel schaut sein Bernstein fest in die Augen.
Diese schlingt ihre Arme um ihn herum. „Wenn ich wegen sowas böse wäre, Schatz. Dann würde ich nie wieder ein neues Glück finden. Nein bei Monatstagen ist es okay. Bei Jahrestagen würde es Schmerzen,“ haucht Tanja ihn zu und winkt dabei imaginäre mit den Holzpfahl in seine Richtung. Dann legt sie ihren Kopf an seine Schulter. „Aber da bin ich mir ganz sicher, das du diesen nicht vergessen wirst. Ich liebe dich bis zum Horizont … und darüber hinaus.“
„Ich liebe dich auch so sehr, das glaubst du gar nicht.“ Manuel streicht ihr dabei eine Strähne aus dem Gesicht und hinters Ohr.
„Dann kann uns ja gar nichts mehr geschehen. Komm lass uns jetzt frühstücken und dann zusammen überlegen was wir heute unternehmen können,“ mit diesen Worten löst sich Tanja von ihm. Während Manuel sich setzt schenkt sie ihnen noch eben Kaffee ein. Dann setzt sie sich ebenfalls hin.
„Hast du irgendeinen Wunsch, Bernstein. Also was wir heute unternehmen sollten,“ erkundigt sich Manuel bei Tanja.
„Nein habe ich nicht. Hauptsache wir sind zusammen. Dann weiß ich das es ein wunderschöner Tag wird,“ antwortet Tanja zwischen zwei Bissen ihres Brötchens.
So entscheiden die beiden das sie heute den nächsten Tagesaufflug in eine benachbarte Stadt unternehmen wollen. Gemütlich schlendern sie durch die teilweise kleinen Sträßchen. Begutachten die Auslagen der Schaufenster. Als sie an einem Juwelier vorbeikommen, bemerkt Tanja das Manuel besonders die Verlobungsringe in der Auslage betrachtet.
„Schatz“ wendet sie sich an ihn.
„Ja, Bernstein“ will er von ihr wissen und wendet seinen Blick kurz zu ihr.
„Ich weiß, ich bin noch nicht frei für dich …“ beginnt Tanja und Manuel kann das leichte zittern in ihrer Stimme vernehmen.
Sofort dreht er sich komplett zu ihr. „Was willst du mir sagen, Bernstein. Los raus mit der Sprache.“ Sein Blick ist stechend, bohrt sich fast tief in sie hinein.
„Würdest du mich zur glücklichsten Frau der Welt machen? Ich meine irgendwann, wenn ich frei bin“ Tanja bekommt das Zittern nicht aus ihrer Stimme verbannt.
„Du, du möchtest wirklich mit mir vor den Altar treten. Wenn das wieder möglich ist“ hakt Manuel mit sanfter, weicher Stimme nach.
„Ja das möchte ich und ich möchte dir so zeigen, dass ich das nicht nur so dahinsage. Natürlich werden wir nicht an dem Tag, an dem ich geschieden werde oder dem darauffolgendem direkt zum Standesamt rennen. Aber dieser Ring soll dir zeigen, dass wir diesen Gang gehen werden. Wenn … wenn du es noch einmal schaffst die Geduld aufzubringen und auf diesen Tag zu warten. Bis ich dir sage, dass der Tag gekommen ist.“ Mit jedem Wort das Tanja sagt wird ihre Stimme fester, klarer.
„Ich liebe dich, Bernstein und du machst mich gerade zum glücklichsten Mann. Denn du sagst und zeigst mir gerade was ich brauche um die Geduld aufbringen zu können“ antwortet Manuel. Sofort nehmen sich die beiden in die Arme und verschmelzen ihre Lippen zu einem Kuss. Zärtlich und innig spielen ihre Zungen miteinander. Scheinen schon einmal den Hochzeitstanz zu proben.
Dann lösen sich die beiden und betreten den Juwelier. Gemeinsam suchen sie sich ihren Ehering aus. Als die Verkäuferin sie nach dem geplanten Hochzeitstag fragt, damit dieser eingraviert werden kann, antwortet Tanja. „In naher Zukunft“ Die Verkäuferin schaut sie fragend an.
„Gravieren sie bitte in naher Zukunft ein. Wenn ein Termin steht, kommt dieser hinzu oder kaufen wir uns ein weiteres Paar bei ihnen. Diese Ringe hier sollen jedem zeigen, dass wir zueinander gehören und dass es nur eine Frage der Zeit ist“ erklärt sie der Verkäuferin. Da gerade nichts zu tun ist, gibt sie die Ringe sofort nach hinten und schon zehn Minuten später streifen sich die Beiden ihre Ringe gegenseitig über den Ringfinger.
„Ich liebe dich, mein Schatz. Bis zum Horizont … und darüber hinaus“ lächelt Tanja und betrachtet den Ring an ihrem Finger.
Überglücklich kosten die beiden den restlichen Tag miteinander aus. Sie essen eine Kleinigkeit, lassen sich am Nachmittag in einem kleinen Café nieder und trinken Kaffee. Tanja gönnt sich dazu ein Stück Kuchen, als wolle sie diesen schönen Moment noch ein wenig versüßen. Am Abend fahren sie zurück. Während der Fahrt bekommt Tanja eine SMS. Schon an der Nummer erkennt sie, dass sie von Thorsten ist. Sie liest kurz die SMS, steckt dann ihr Handy Kommentarlos in ihre Tasche.
Zu Hause angekommen begeben sich die beiden ins Bett. Der Tag war lang und anstrengend. Manuel liegt schon im Bett als Tanja noch einmal aufsteht und ins Bad geht. Als sie zurückkommt, kann Manuel ihr Ansehen, das es ihr nicht gut geht. Besorgt erkundigt er sich nach ihrem Wohlbefinden.
„Alles halb so wild, Schatz. Ich denke der Kuchen, war nicht mehr gut. Sprich das ich mir ein wenig den Magen verdorben habe. Morgen wird alles wieder normal sein. Ach so, habe ich ganz vergessen. Ich habe eben kurz mit Sabrina gesprochen – schöne Grüße nachträglich von ihr – wir haben ausgemacht das ich morgen zu ihr fahre. Sie will unbedingt den Ring sehen. Wundere dich also nicht, wenn du von der Arbeit kommst und ich nicht da bin“ erklärt Tanja mit einem Lächeln Manuel. Dann dreht sie sich wie gewohnt mit dem Rücken zu ihm und zieht seinen Arm beschützend über sich.
„Ich liebe dich, Bernstein. Schlaf gut und grüß mir Sabrina morgen ganz lieb“ erwidert Manuel und schläft kurze Zeit später ein. Während über Tanjas Wangen leise Tränen rinnen.
Tanja kommt erst spät am Abend von ihrem Besuch bei Sabrina wieder zu ihm zurück. Sie parkt den Wagen vor dem Haus. Schaltet den Motor aus und muss erst einmal innehalten. Erst nach fast einer Minute öffnet sie die Wagentür, steigt aus und betritt kurz darauf das Haus.
„Hallo, Bernstein. Wie war dein Treffen mit Sabrina“ fragt Manuel sie, als sie das Wohnzimmer betritt.
Wortlos setzt sich Tanja in einen der Sessel und nicht zu ihm auf das Sofa. Sofort spürt Manuel das etwas vorgefallen sein muss.
„Bernstein? Was ist los“ fragt er sie. Doch wieder antwortet sie nicht.
„Tanja sag was. Egal was aber sprich mit mir. Irgendwas muss doch vorgefallen sein“ unternimmt er einen weiteren Versuch sie zum Reden zu bringen und versagt erneut kläglich.
„Bernstein … nein sag nicht das Sabrina etwas geschehen ist.“ Egal was Manuel auch versucht. Tanja sitzt schweigend und mit zitternden Händen vor ihm.
Irgendwann steht er auf. Tanja beobachtet wie er im Wohnzimmer auf und ab geht. Wie er sich die nächsten Fragen scheinbar überlegt und dabei bewusst oder unbewusst mit seinem Ehering spielt. Wie er diesen immer wieder ein wenig dreht. Dann bleibt Manuel plötzlich stehen und schaut sie direkt an.
„Hat dir dieser Ring überhaupt etwas bedeutet?“ Manuel schämt sich dafür diese Frage ausgesprochen zu haben. Dreht den Ring dabei unwillkürlich weiter. Tanja kann ihm deutlich ansehen, dass in ihm der Gedanke heranwächst den Ring vom Finger zu streifen.
„WAS IST ES DAS SICH SEIT GESTERN VERÄNDERT HAT“ brüllt er Tanja an um dann mit brüchiger Stimme hinterherzuschieben „Wie heißt denn der Mann, den du nun mehr liebst als mich?“
Egal was Manuel unternimmt oder versucht er bekommt kein Wort aus Tanja raus. Irgendwann legt er sich erschöpft ins Bett. Mit einer leisen Hoffnung nimmt er wahr das sich Tanja ebenfalls neben ihn ins Bett legt. Zwar zieht sie seinen Arm nicht über sich, aber so ist er sich sicher, ist dies ein Zeichen. Ein Zeichen das egal was es ist, es doch noch gekittet werden kann. Dann schläft er ein.
Ende von Akt II: Bis zum Horizont.
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