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Der Masseur (fm:Sonstige, 1995 Wörter)

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Veröffentlicht: Oct 01 2026 Gesehen / Gelesen: 1261 / 1105 [88%] Bewertung Geschichte: 8.23 (13 Stimmen)
Erlebnisse eines Masseurs

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© Schiller Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Klicken Sie hier für die ersten 75 Zeilen der Geschichte

Er ging zum Nacken. Die Finger beider Hände legten sich seitlich an die Halswirbelsäule, nicht greifend, nur aufliegend, und er wartete, bis sie den Kopf nicht mehr instinktiv anhob. Dann ein langsamer Strich vom Haaransatz nach unten, mit den Daumen, Druck nur so weit, dass das Gewebe nachgab und nicht auswich. Rechts war es deutlich fester. Sie machte ein kleines Geräusch, kein Wort, eher ein Ausatmen durch die Nase, das länger dauerte als gewöhnlich. „Hier?“, fragte er.

„Ja. Genau da.“

Er blieb an der Stelle, kreiste klein, dann größer, und ließ den Druck zwischendurch ganz weg, damit das Gewebe nicht nur gegen ihn arbeitete. Ihre Schultern sanken Millimeter für Millimeter. Die linke Hand lag neben der Liege, die Finger entspannten sich, der kleine Finger rutschte vom Rand. Er bemerkte es, ohne es zu kommentieren.

Nach einigen Minuten nahm er die Unterarme dazu, lange, langsame Züge von den Schultern zur Mitte des Rückens, das Gewicht seines Körpers hinter der Bewegung, nicht die Kraft der Hände allein. Das Öl verteilte sich warm. Unter dem Handtuch hob und senkte sich ihr Atem gleichmäßiger. Einmal zuckte ihr rechter Fuß, als er einen Knoten am Schulterblattrand traf, dann lag er wieder still.

Er arbeitete sich seitlich vor. Die Hände glitten unter den Rand des Handtuchs, nicht weit, nur so weit, dass er den Ansatz des großen Brustmuskels erreichen konnte, dort, wo er an der Schulter ansetzt und bei vielen, die viel sitzen, mit verspannt. Der Stoff des Handtuchs blieb über der Brust. Seine Finger fanden den Übergang von Schulter zu Brustansatz, festes Gewebe, das unter dem Druck nachgab. Desiree atmete ein, diesmal hörbar.

Er hielt den Druck, wartete. „Zu viel?“

„Nein.“ Die Antwort kam nach einer Sekunde. „Es ist nur … ungewohnt. Aber es zieht genau in den Nacken. Machen Sie weiter.“

Er machte weiter. Langsame, kurze Bewegungen, der Daumen entlang des Muskelansatzes, dann die ganze Hand, die das Gewebe anhob und wieder ablegte. Auf der rechten Seite reagierte sie deutlicher. Die Haut unter seinen Fingern wurde wärmer. Einmal spannte sich ihr Rücken an, als würde sie sich aufrichten wollen, dann ließ sie es wieder. Er spürte, wie sich der Muskel unter der Berührung veränderte, erst Widerstand, dann ein Nachgeben, das tiefer ging als nur die oberflächliche Schicht. Als seine Finger ein Stück weiter nach vorn glitten, dorthin, wo der Brustansatz weicher wurde, stockte ihr Atem erneut. Nicht vor Schmerz. Er kannte den Unterschied. Schmerz machte die Muskulatur hart und den Atem flach und hoch. Das hier war etwas anderes: ein Innehalten, ein kurzes Vergessen auszuatmen, dann ein längeres Ausatmen, bei dem sich ihre Hüfte minimal gegen die Liege drückte.

Er blieb bei der Sache. Kein Kommentar, kein schnelleres Tempo. Nur die gleiche Bewegung, rechts, dann links, dann wieder der Nacken, damit es nicht nur an dieser Stelle blieb. Unter dem Handtuch zeichnete sich ab, dass ihre Brustwarzen hart geworden waren. Der Stoff des Slips, weiter unten, lag still. Er sah es nicht direkt an. Er arbeitete.

Nach einer Weile bat er sie, den Kopf zur Seite zu drehen, erst links, dann rechts, und prüfte die Beweglichkeit. Rechts ging es weniger weit. Er stützte ihren Kopf mit einer Hand und arbeitete mit der anderen am seitlichen Hals, dort, wo der Muskel zum Schlüsselbein zieht. Ihre Wange lag auf dem Bezug. Die Augen hatte sie geschlossen. Einmal öffnete sie sie, sah nichts Bestimmtes, schloss sie wieder. Ihr Mund war leicht geöffnet. Auf der Unterlippe glänzte ein wenig Speichel, den sie nicht wegwischte.

„Drehen Sie sich bitte auf den Rücken“, sagte er, als der Nacken warm und nachgiebiger war. „Ich halte das Handtuch.“

Sie drehte sich langsam. Er führte das Tuch mit, sodass nichts verrutschte, was nicht verrutschen sollte. Auf dem Rücken lag sie mit dem Kopf auf der kleinen Rolle, die er untergelegt hatte. Das Handtuch bedeckte sie von der Brust bis zu den Oberschenkeln. Die Trägerlosigkeit des Slips war jetzt am Hüftknochen zu sehen, ein schmaler Streifen Stoff, dunkel gegen die Haut. Ihre Brüste hoben das Handtuch leicht an. Die Brustwarzen blieben als kleine Punkte unter dem Stoff sichtbar, auch als sie die Arme neben den Körper legte und versuchte, flach zu atmen.

Er begann wieder an den Schultern, von vorn, die Schlüsselbeine entlang, dann die seitliche Halsmuskulatur. Ihre Augen blieben geschlossen. Als seine Hände erneut an den Brustansatz gingen, diesmal von vorn, unter dem oberen Rand des Handtuchs, öffnete sie die Augen nicht, aber ihre Finger schlossen sich kurz um den Liegenbezug und ließen wieder los. Er massierte den Muskel, der von der Schulter zur Brust zieht, mit flachem Druck, kreisend, und spürte, wie sich unter der Haut etwas zusammenzog, das nicht der Muskel war. Die Brustwarze der rechten Seite richtete sich deutlicher gegen den Stoff. Er arbeitete weiter, sachlich, die gleiche Aufmerksamkeit wie am Nacken, und hörte, wie ihr Atem die Gleichmäßigkeit verlor und dann mühsam wiederfand.

„Der Nacken fühlt sich schon anders an“, sagte sie leise. Die Stimme war rauer als vorhin im Gespräch.

„Gut. Ich gehe noch an die Beine. Oft hängt die Haltung damit zusammen, wie das Becken steht. Sagen Sie, wenn der Druck nicht passt.“

Er schlug das Handtuch so um, dass ein Bein frei lag, das andere und der Slip bedeckt blieben. Der Oberschenkel war warm. Er begann oberhalb des Knies, beide Hände, lange Züge nach oben, nicht bis ganz an den Slip, dann wieder hinunter. Die Muskulatur an der Außenseite war fest, an der Innenseite weicher. Desiree lag still. Nur wenn er höher kam, dorthin, wo der Muskel in die Leiste übergeht, veränderte sich etwas in ihrem Bein: ein kaum merkliches Anspannen, dann ein Loslassen, bei dem das Knie ein wenig nach außen fiel.

Beim zweiten Bein sah er es.

Er hatte das Handtuch angehoben, um die Innenseite des Oberschenkels zu erreichen, und der Slip lag frei, nur für den Moment, in dem seine Hände den Übergang vom Bein zur Hüfte bearbeiteten. Der Stoff war dunkel, aber in der Mitte, dort, wo er zwischen den Schenkeln auflag, war er dunkler als am Rand. Nicht ein großer Fleck. Ein feuchter Glanz, der das Gewebe des Slips an genau dieser Stelle anders aussehen ließ, schwerer, ein wenig durchscheinend, wo er auf der Haut klebte. Als sie das Bein minimal bewegte, zog der feuchte Stoff eine schmale, hellere Linie nach, die sofort wieder dunkelte.

Er sagte nichts. Seine Hände blieben an der Außenseite des Oberschenkels, fester Druck, langsame Bewegung, als hätte er nichts bemerkt. Desiree atmete durch den Mund. Die Augen geschlossen, die Stirn glatt, die Lippen nicht mehr ganz entspannt. Einmal hob sich ihr Becken um einen Millimeter und senkte sich wieder, als würde sie eine Haltung korrigieren, die sie nicht eingenommen hatte. Er deckte das Bein wieder zu, arbeitete noch einmal kurz am Nacken, an den Schultern, mit weniger Öl, mehr mit den Händen, um die Durchblutung zu halten, und beendete die Stunde, indem er die Handflächen flach auf ihre Schultern legte und einen Moment nichts tat.

„Bleiben Sie noch eine Minute liegen“, sagte er. „Dann können Sie sich langsam aufsetzen. Nicht zu schnell.“

Er ging hinaus, wusch sich die Hände und wartete. Als er zurückkam, saß sie auf der Liegenkante, die Bluse wieder zu, die Hose in der Hand. Die Wangen waren etwas röter als beim Hereinkommen. Sie zog die Hose an, ohne ihn anzusehen, und strich sich das Haar hinter das Ohr.

„Der Nacken ist leichter“, sagte sie. „Rechts noch ein bisschen, aber nicht mehr so gezogen.“

„Das ist normal nach der ersten Stunde. Trinken Sie nachher etwas. Und wenn es in den nächsten Tagen nachzieht, ist das der Muskel, der sich umstellt, nicht ein neuer Schaden.“

Sie nickte. An der Tür blieb sie kurz stehen, die Tasche bereits über der Schulter. „Gleicher Termin nächste Woche?“, fragte sie.

„Wenn Sie wollen.“

„Ja“, sagte sie. „Ich will.“

Sie ging. Im Raum roch es nach Öl und nach warmer Haut. Auf der Liege lag das Handtuch, in der Mitte ein wenig zerknittert, und auf dem Bezug, dort, wo ihr Becken gelegen hatte, ein sehr kleiner, schon trocknender Fleck, den man nur sah, wenn man genau hinsah. Er bezog die Liege neu, löschte die Heizung nicht, und schrieb in die Karteikarte nur das, was dahin gehörte: Nacken rechts, M. trapezius und M. pectoralis, erster Termin, Wiedervorstellung in einer Woche.



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