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Der Masseur (fm:Sonstige, 1995 Wörter)

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Veröffentlicht: Oct 01 2026 Gesehen / Gelesen: 1233 / 1078 [87%] Bewertung Geschichte: 8.23 (13 Stimmen)
Erlebnisse eines Masseurs

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© Schiller Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Desiree kam zehn Minuten zu früh. Er hörte sie schon im Wartezimmer, das leise Rascheln einer Jacke, das Klacken einer Tasche, die sie neben den Stuhl stellte, und dann Stille. Kein Handygeräusch. Das fiel ihm auf, weil die meisten in diesen zehn Minuten scrollten. Er öffnete die Tür pünktlich.

Sie stand auf, als hätte sie auf das Geräusch gewartet. Mitte dreißig, schätzte er, vielleicht etwas darunter. Dunkles, glattes Haar, das sie hinter die Ohren geschoben hatte, ein paar Strähnen, die sich schon wieder lösten. Sie trug eine schlichte Bluse, hochgeschlossen, und eine Hose, die an den Hüften saß, ohne eng zu sein. Die Schultern zog sie ein wenig hoch, als würde der Nacken sie schon im Stehen erinnern. Ihr Händedruck war fest, die Handflächen warm und leicht feucht.

„Desiree“, sagte sie. „Ich hatte angerufen wegen des Nackens.“

„Kommen Sie rein.“

Der Raum war klein, aber nicht eng. Behandlungsliege in der Mitte, Rollladen halb heruntergelassen, damit das Licht weich blieb, ein Regal mit Ölen, eine kleine Heizung, die auf niedriger Stufe lief. Es roch nach nichts Aufdringlichem, nur nach sauberer Baumwolle und einem Hauch Mandelöl, den er morgens auf die Liege geträufelt und wieder weggewischt hatte. Er bat sie, sich zu setzen, und hörte zu.

Seit drei Wochen, sagte sie. Rechts schlimmer als links. Morgens steif, nach dem Bildschirm schlimmer, nachts manchmal ein Ziehen bis in den Hinterkopf. Sie arbeitete viel am Rechner, saß falsch, wusste das, hatte es trotzdem nicht geändert. Keine Unfälle, keine Vorerkrankungen, die relevant wären. Sie sprach knapp, sachlich, und rieb dabei unbewusst mit dem Daumen über die Stelle unter dem rechten Ohr.

Er erklärte den Ablauf. Erst Befund, dann Behandlung, ungefähr fünfzig Minuten. Sie solle sagen, wenn etwas zu fest sei oder unangenehm. Bei Nackenproblemen arbeite er auch an Schultern, oberem Rücken, manchmal an der Brustwirbelsäule, weil die Verspannung selten nur an einer Stelle sitze. Sie nickte.

„Sie können sich freimachen“, sagte er dann, und hielt den Satz bewusst ruhig. „Hose und Oberteil aus. Den Slip können Sie anlassen. Ich lege Ihnen ein Handtuch hin. Legen Sie sich bäuchlings auf die Liege, Gesicht in die Aussparung, Arme erst mal neben dem Körper. Ich klopfe, wenn Sie soweit sind.“ Er ging hinaus und schloss die Tür. Im Flur wartete er die übliche Minute, dann noch eine, weil manche länger brauchten, um sich zu entscheiden, wie viel sie wirklich auszogen. Als er wieder klopfte und eintrat, lag sie schon. Das Handtuch bedeckte sie von den Schulterblättern bis knapp über die Kniekehlen. Darunter zeichnete sich der Slip ab, dunkel, schmal geschnitten, der Stoff an den Hüften ein wenig hochgerutscht. Die Bluse und die Hose hingen ordentlich über dem Stuhl. Ihre Füße waren nackt, die Zehen leicht eingezogen. Die Haut am Rücken war hell, mit ein paar Sommersprossen zwischen den Schulterblättern, die das Handtuch nicht ganz verdeckte.

„Bequem?“, fragte er.

„Ja.“ Ihre Stimme klang gedämpft durch die Aussparung.

Er wärmte das Öl zwischen den Händen, bis es nicht mehr kühl war, und begann am oberen Rücken, nicht sofort am Nacken. Beide Hände flach, langsamer Druck entlang der Schulterblätter, erst nur das Gewicht seiner Handflächen, dann etwas mehr. Der Muskel unter der rechten Schulter war hart, ein Strang, der sich nicht sofort gab. Er arbeitete mit dem Daumenballen daneben, nicht direkt auf den Schmerzpunkt, und spürte, wie sie die Luft anhielt.

„Atmen Sie aus“, sagte er leise. „Nicht anhalten.“

Sie tat es. Der Atem ging stockend, dann tiefer. Unter seinen Händen senkte sich der Brustkorb ein Stück. Er wiederholte die Bewegung, rechts, links, immer in demselben Tempo, bis der erste Widerstand nachließ und die Haut unter dem Öl glatter wurde. Das Handtuch hatte er an den Schultern ein wenig zurückgeschlagen, sodass der Nacken frei lag, der obere Rücken bis zur Höhe der Schulterblätter. Der Rest blieb bedeckt.

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