Der Fremde -Teil 5- Die Erfüllung (fm:Cuckold, 5853 Wörter) [5/5] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Ehemann Mike | ||
| Veröffentlicht: Oct 10 2026 | Gesehen / Gelesen: 1163 / 958 [82%] | Bewertung Teil: 9.58 (19 Stimmen) |
| Die Fantasie wird endlich Wirklichkeit. | ||
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– Mike –
Ich finde ihn am Mittwochnachmittag in elf Minuten.
Lindner, Thomas, Mitte vierzig, dieser Ort. Drei Treffer. Beim zweiten weiß ich es sofort, weil ein Foto dabei ist: Bauleitung, ein Mann im Polohemd vor einem Rohbau, Schultern wie eine Türöffnung, grau an den Schläfen. Er schaut nicht in die Kamera, sondern an ihr vorbei auf etwas, das er gleich korrigieren wird.
Ich sitze in meinem Büro und schaue einen Mann an, den meine Frau seit vier Jahren siezt, und warte darauf, dass mir schlecht wird.
Mir wird nicht schlecht.
Ich rufe ihn am Donnerstag an. Aus dem Auto, auf dem Parkplatz hinter dem Büro.
Es dauert sechs Sekunden, bis er rangeht, und ich habe keinen einzigen Satz vorbereitet.
"Lindner."
"Herr Lindner, mein Name ist Mike Weber. Sie kennen meine Frau. Sarah Weber. Sie arbeitet in der Praxis Dr. Hofmann, an der Rezeption."
Eine Pause. Eine kurze, ganz normale.
"Frau Weber, ja, natürlich. Ist etwas mit meinem Termin?"
"Nein." Ich schaue durch die Windschutzscheibe auf eine Mauer. "Es ist kein beruflicher Anruf. Es ist ein sehr privater, und er wird Ihnen unangenehm sein. Ich bitte Sie, mich ausreden zu lassen, und danach legen Sie auf, wenn Sie wollen. Dann hören Sie nie wieder von mir."
Stille. Dann, ruhig: "Ich hör zu."
Und ich erzähle es ihm.
Alles. Den Sessel. Den Mann ohne Gesicht. Die Fesseln, die Seide, die Regel, die ich aufgestellt habe, und dass meine Frau mich angefleht hat, sie aufzuheben. Den Dienstagmorgen hinter dem Tresen. Die beiden Nachrichten, die ich im Konferenzraum drei gelesen habe. Dass sie ihn siezt. Dass sie ihn dabei siezt.
Ich rede vier oder fünf Minuten am Stück, und am Ende sage ich den Satz, der mir die Kehle zuschnürt:
Dann bin ich fertig. Ich höre ihn atmen.
Es dauert lange. Ich höre im Hintergrund eine Tür, Schritte auf Beton, es wird leiser um ihn herum. Er ist auf eine Baustelle rausgegangen, oder von ihr weg.
"Herr Weber", sagt er schließlich. Seine Stimme ist tief und vollkommen eben, und ich verstehe in dieser Sekunde, warum Sarah sie vier Jahre lang nicht vergessen hat. "Ich will sichergehen, dass ich Sie richtig verstanden habe. Sie fragen mich ob ich zu ihnen nach Hause komme, ihre nackte, gefesselte Frau anfasse und evtl sogar mit ihr schlafe? Und sie will das auch?"
"Ja genau das frage ich sie. Mit ihrer Erlaubnis."
"Und sie hat tatsächlich Ja gesagt. Mit ihren eigenen Worten."
Ich sitze im Auto und merke, dass ich die Luft angehalten habe.
"Ja. Und was sagen sie?“
„Ich sage nicht Nein."
Er klingt dabei wie jemand, der über einen Liefertermin spricht. Genau so. Und erst Tage später, wenn ich den Anruf zum hundertsten Mal durchgehe, fällt mir auf, dass er mir in keinem einzigen Moment eine einzige Frage gestellt hat, die ein überraschter Mann gestellt hätte.
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