Zwischen den Regalen (fm:Sex bei der Arbeit, 36674 Wörter) | ||
| Autor: Womanizer | ||
| Veröffentlicht: Oct 20 2026 | Gesehen / Gelesen: 0 / 0 [0%] | Bewertung Geschichte: 0.00 (0 Stimmen) |
| Im Supermarkt beginnt alles mit einer Cap, die zu tief sitzt. Lina hält Abstand, doch Karl versteht es, ihn Stück für Stück kleiner werden zu lassen. Zwischen den Regalen und hinter verschlossenen Türen entsteht etwas, das keiner so schnell wieder loswird | ||
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Er lachte leise. Kein großes Lachen, eher ein kurzes, raues Geräusch, das irgendwo zwischen Kehle und Brust blieb. „Klingt fast wie eine Drohung.“
„Ist eine.“
Er musterte sie einen Moment länger. Sein Blick glitt über den Zopf, der ihr über die Schulter fiel, und blieb kurz an der Stelle hängen, wo ihr Shirt am Kragen etwas weiter war. Dann nickte er, als hätte er etwas beschlossen, und hob die Kiste etwas höher. Die Ärmel seines Shirts rutschten weiter hoch. Lina sah ihm hinterher, bis er um die Ecke bog. Erst dann merkte sie, dass sie die Lippen aufeinanderpresste.
Zwanzig Minuten später stand er wieder vor ihr. Diesmal mit leeren Händen und einer leicht fragenden Miene. „Ich hab die Tomaten gefunden“, sagte er. „Aber jetzt fehlt mir irgendwie die Motivation, die nächste Kiste zu holen.“
„Du bist seit wann hier? Zwei Tage?“
„Drei.“ Er zog die Cap ein Stück nach hinten, sodass mehr von den roten Haaren sichtbar wurde. „Und du bist schon die Erste, die mir nicht erklärt hat, wie man eine Palette richtig aufbricht.“
Lina hob eine Augenbraue. Der Ton in seiner Stimme war leicht, aber nicht ganz unschuldig. „Vielleicht weil ich davon ausgehe, dass du das schon mal irgendwo gesehen hast.“
„Hab ich. Trotzdem.“ Er trat einen Schritt näher. Nicht aufdringlich, eher so, als würde er den Abstand ausprobieren und schauen, wie weit er gehen konnte. Die Luft zwischen ihnen wurde schmaler. Sie roch wieder dieses Warme an ihm, vermischt mit dem Rauch, der noch in seiner Kleidung hing. „Wie lange bist du schon hier?“
„Lange genug, um zu wissen, dass neue Kollegen in der ersten Woche entweder verschwinden oder sich einbilden, sie hätten den Laden schon durchschaut.“
Er grinste. Dieses Mal richtig. Die Augen wurden dabei ein bisschen schmaler, und etwas in seinem Blick wurde wacher. „Und zu welcher Sorte gehör ich deiner Meinung nach?“
Lina tat, als würde sie nachdenken. Sie ließ den Blick langsam über ihn wandern, vom Kragen seines Shirts über die Schultern bis zu den Händen, die locker an seinen Seiten hingen. Eine kleine Narbe zog sich über den Knöchel seines linken Mittelfingers. „Noch nicht entschieden.“
„Dann hast du ja noch ein bisschen Zeit.“
Sie schnaubte leise, aber das Lächeln, das sich auf ihre Lippen schlich, konnte sie nicht ganz unterdrücken. Er stand immer noch zu nah. Wenn sie den Kopf nur ein Stück weiter zurücklegte, würde sie direkt zu ihm hochsehen müssen. Die Höhe zwischen ihnen war fast lächerlich. Sie reichte ihm kaum bis zur Brust, und das machte den Abstand irgendwie noch deutlicher. „Du bist ganz schön frech für jemanden, der noch nicht mal weiß, wo der Pausenraum ist“, sagte sie.
„Ich weiß, wo er ist. Ich war nur noch nicht drin. Warte auf die richtige Gesellschaft.“
Lina spürte, wie sich etwas in ihrem Magen zusammenzog. Nicht unangenehm. Eher wie ein kurzer, warmer Zug, der sich langsam ausbreitete und sie daran erinnerte, dass sie den Rest des Tages noch vor sich hatte. Sie löste die Arme und griff nach einer Dose, die halb aus dem Regal gerutscht war, nur um etwas in den Händen zu haben. Ihre Finger streiften dabei fast seinen Unterarm. Die Berührung war so leicht, dass sie sich fragen konnte, ob sie sie sich nur eingebildet hatte.
„Rauchst du?“, fragte er plötzlich.
Sie hielt inne. Die Dose in ihrer Hand blieb auf halbem Weg. „Ja. Wieso?“
„Weil ich in zehn Minuten Pause hab. Und ich mag’s nicht, allein zu rauchen.“
Sie sah ihn an. Die Cap saß schief, der Bart verbarg das meiste von seinem Mund, aber die Augen verrieten ihn. Er wartete. Nicht drängend, aber auch nicht so, als würde es ihm egal sein, was sie antwortete. „Ich hab erst in einer Stunde.“
„Dann warte ich.“
Lina lachte leise auf. Das Geräusch kam frecher raus, als sie es geplant hatte. „Du wartest nicht. Du gehst jetzt deine Tomaten sortieren.“
Er nickte langsam, als würde er das akzeptieren, blieb aber stehen. Der Blick ruhte weiter auf ihr. „Und danach?“
Sie schob die Dose zurück ins Regal und drehte sich halb zu ihm. Die Bewegung brachte sie noch näher. Ihr Zopf streifte fast seinen Arm, und sie spürte die Wärme, die von ihm ausging. „Danach kannst du mir zeigen, ob du wirklich so entspannt bist, wie du tust. Oder ob du nur so tust, weil du neu bist.“
Sein Blick glitt über ihr Gesicht. Er blieb an ihrem Mund hängen, nur einen Moment, bevor er wieder zu ihren Augen fand. „Klingt fair.“
Er trat einen halben Schritt zurück, gerade so viel, dass die Spannung nicht riss, aber sie atmen konnte. Dann zog er die Cap wieder tiefer und lächelte, diesmal ohne den schiefen Zug. Es war ein ruhiges Lächeln, das irgendwo in den Augenwinkeln anfing. „Bis gleich, Lina.“
Sie blinzelte. „Woher weißt du meinen Namen?“
„Steht auf deinem Namensschild.“ Er drehte sich um und ging den Gang hinunter, die Hände in den Taschen. Lina blieb stehen und sah ihm nach. Das Shirt spannte sich leicht über seinen Schultern, und die Cap wippte bei jedem Schritt. Sie spürte immer noch die Stelle, an der seine Wärme fast ihre Haut berührt hatte, und fragte sich, ob er das genauso bewusst getan hatte wie sie.
Als er um die Ecke verschwand, atmete sie langsam aus und strich sich über den Unterarm, dort, wo die Tattoos saßen. Das Summen der Kühltruhen war plötzlich lauter als vorher. Sie griff nach der nächsten Kiste und merkte, dass ihre Finger ein bisschen zu fest zupackten.
Zehn Minuten. Dann Pause. Und er wartete. Lina schob die Kiste an ihren Platz und lächelte gegen das Regal. Riskant, dachte sie. Und irgendwie genau richtig, um den Rest des Tages unruhig zu machen.
***
Lina schob die letzte Kiste an ihren Platz und wischte sich die Hände an der Schürze ab. Die Pause war fällig. Sie nahm den Umweg über die Getränke, nur weil sie wusste, dass Karl dort gerade die Paletten auszeichnete. Als sie um die Ecke bog, stand er tatsächlich noch da, einen Preisauszeichner in der Hand und den Blick so konzentriert auf eine Flasche, als würde sie ihm gleich das Geheimnis der richtigen Etikettierung verraten.
„Du weißt schon, dass die sich nicht von allein beschweren, wenn du zu lange brauchst“, sagte sie und blieb neben ihm stehen. „Oder hast du Angst, dass die Kunden merken, wenn du dich verirrst?“
Er hob den Kopf. Das Lächeln kam sofort, etwas schief und ein bisschen zu selbstbewusst. „Ich warte nur darauf, dass jemand kommt und mir sagt, ich mach’s falsch.“
„Dann hast du Glück.“ Lina griff nach dem Auszeichner, nahm ihn ihm aus der Hand und drehte die Flasche um. Ihre Finger streiften dabei seine. Die Berührung blieb einen Moment an ihrer Haut, bevor sie die Flasche wieder hinstellte. „Du klebst die Preisschilder schief. Und wenn die Kunden sich beschweren, sagt die Chefin immer, der Neue war’s.“
Karl sah auf ihre Hände hinunter. „Dann sollte ich mir vielleicht angewöhnen, dich immer dabei zu haben.“
„Träum weiter.“ Sie gab ihm den Auszeichner zurück und trat einen Schritt zurück, gerade so weit, dass er ihr folgen musste, wenn er weiterreden wollte. „So, Pause jetzt. Oder willst du hier weiter so tun, als würdest du wissen, was du tust?“
Er lachte leise und legte das Gerät ab. „Führe mich.“
Draußen hinter dem Laden war es windig. Lina zog die Zigaretten aus der Tasche ihrer Jacke und bot ihm eine an, ohne zu fragen. Er nahm sie, und als sie ihm Feuer gab, beugte er sich etwas herunter. Die Flamme flackerte zwischen ihnen. Für einen Moment war sein Gesicht ganz nah, der Bart fast an ihrer Hand, und sie sah, wie sich die grün-braunen Augen im Licht verengten. Der Rauch stieg auf und mischte sich mit dem Geruch seiner Kleidung.
„Danke“, sagte er, und die Stimme war tiefer als vorher.
Sie steckte das Feuerzeug weg und lehnte sich gegen die Wand. „Gewöhn dich nicht dran. Nächste Woche musst du selbst welche mitbringen.“
„Oder ich frag dich einfach jedes Mal.“
Lina zog an ihrer Zigarette und blies den Rauch langsam zur Seite. „Bist du immer so nervig, oder nur wenn du die Leute gerade kennenlernst?“
„Hat funktioniert.“ Er zuckte mit den Schultern, stützte sich mit einer Hand neben ihrem Kopf ab, nicht ganz, aber nah genug, dass sie die Wärme spürte. „Und jetzt weiß ich wenigstens, wo die Pause stattfindet.“
„Und wo die Kunden sich beschweren, wenn die Regale leer sind.“ Sie tippte mit dem Finger gegen seine Brust, leicht, fast spielerisch. Der Stoff seines Shirts war warm unter ihrer Fingerkuppe.
Karl sah auf ihre Hand hinunter und dann wieder in ihr Gesicht. Das Lächeln blieb, aber etwas darin wurde ruhiger. „Dann muss ich wohl öfter nachfragen.“
„Ich weiß nicht, ob ich immer antworten werde.“
Sie standen eine Weile so da. Der Wind zog um die Ecke, und irgendwo klapperte eine leere Palette. Lina spürte, wie sich die Spannung zwischen ihnen langsam setzte, nicht schwer, eher wie etwas, das man noch nicht ganz anfassen wollte. Sie drückte die Zigarette aus und schob sich von der Wand ab. „Komm“, sagte sie. „Bevor die Chefin denkt, der Neue hätte sich schon wieder verlaufen.“
Er folgte ihr zurück zur Tür. Als sie hindurchging, streifte sein Arm ihren Rücken, nur kurz, und sie tat so, als hätte sie es nicht gemerkt. Aber das kleine Ziehen in ihrem Bauch blieb, und sie wusste, dass er es auch gespürt hatte.
Lina schob die Tür hinter ihnen zu und atmete die kühle Ladenluft ein. Der Rauch hing noch in ihren Haaren, und Karls Wärme war irgendwie mit ihr reingekommen, obwohl er schon zwei Schritte vorausging. Sie wollte gerade etwas Freches über seine schiefe Cap sagen, als von weiter vorne eine Stimme laut wurde.
„Das kann doch nicht sein. Ich stehe hier seit fünf Minuten und keiner weiß, wo das Zeug ist.“
Karl blieb stehen. Eine Frau mittleren Alters stand vor dem Gewürzregal, die Arme verschränkt, und sah ihn an, als wäre er persönlich dafür verantwortlich, dass die Paprika nicht dort stand, wo sie sie haben wollte. Er hob die Hände, die Cap rutschte ein Stück nach vorn.
„Ich schau mal nach“, sagte er, und Lina hörte, wie die Sicherheit aus seiner Stimme verschwand. „Vielleicht im Lager.“
Die Frau seufzte so laut, dass es bis zu den Kühltruhen hallte. „Im Lager. Immer im Lager. Können Sie nicht einfach jemanden holen, der hier arbeitet?“
Lina trat neben ihn, bevor er antworten konnte. Sie stellte sich so hin, dass sie zwischen Karl und der Kundin stand, und lächelte das Lächeln, das sie sich in der Ausbildung angewöhnt hatte. Ruhig, ein bisschen zu freundlich, und mit genau dem richtigen Maß an Klarheit.
„Die gemahlene Paprika ist vorhin in die Aktion gewandert“, sagte sie und zeigte mit dem Kopf den Gang hinunter. „Zweite Reihe, ganz unten. Die Schilder sind noch nicht umgestellt. Ich hol sie Ihnen.“
Die Frau musterte sie kurz, dann Karl, und nickte widerwillig. Lina ging los, ohne sich umzusehen. Sie spürte seinen Blick im Rücken, aber vor allem als sie sich beugte. Als sie die Dose gefunden hatte und zurückkam, stand er immer noch da, die Hände in den Taschen, und sah sie an, als hätte sie gerade etwas Schweres gehoben.
„Danke“, murmelte er, als die Kundin endlich weiterging. „Ich wär sonst noch zehn Minuten dagestanden und hätte so getan, als wüsste ich, wo die Aktion ist.“
Lina lehnte sich mit der Schulter gegen das Regal und verschränkte die Arme. Der Zopf rutschte nach vorn. „Du hast Glück, dass ich Mitleid mit Neuen hab. Sonst hätte ich dich einfach weiter leiden lassen.“
Er trat näher. Diesmal nicht nur ein halber Schritt. Seine Schulter berührte fast ihre, und sie musste den Kopf weiter in den Nacken legen, um ihm in die Augen zu sehen. Die grün-braunen Iriden waren dunkler geworden, und das Lächeln hatte den schiefen Zug verloren. „Und wenn ich kein Mitleid will?“, fragte er leise.
Lina hob eine Augenbraue. Ihr Herz schlug ein bisschen schneller, aber sie ließ es sich nicht anmerken. „Dann musst du dir das nächste Mal selbst helfen. Oder du lernst, die Schilder zu lesen.“
„Oder ich lern, dich rechtzeitig zu rufen.“ Seine Stimme war tiefer geworden. Er hob die Hand und strich ihr eine lose Strähne hinters Ohr, die gar nicht wirklich lose gewesen war. Die Berührung war leicht, aber seine Finger blieben einen Moment länger an ihrem Hals, als nötig. „Du siehst übrigens gut aus, wenn du so tust, als wärst du die Chefin.“
Sie spürte die Wärme seiner Finger noch, als er die Hand schon wieder sinken ließ. Der Gang war plötzlich enger. Irgendwo klapperte ein Wagen, aber es fühlte sich weit weg an. „Pass auf“, sagte sie und tippte ihm mit dem Finger gegen die Brust, diesmal fester. „Wenn du so weitermachst, denk ich noch, du willst mehr als nur Hilfe bei den Gewürzen.“
Karl sah auf ihre Hand hinunter und dann wieder in ihr Gesicht. Sein Lächeln kam zurück, langsam und ein bisschen gefährlicher als vorher. „Vielleicht will ich das.“
Lina hielt seinem Blick stand. Die Spannung zwischen ihnen war jetzt greifbar, warm und ein bisschen unruhig, wie die Luft kurz bevor ein Regal umkippt. Sie zog die Hand zurück, aber nicht schnell. „Dann solltest du aufpassen, was du dir wünschst“, sagte sie leise. „Ich bin nämlich nicht besonders nett zu Leuten, die denken, sie könnten mich rumkommandieren.“
Er lachte leise, und diesmal klang es näher. „Gut. Ich mag’s, wenn ich mal loslassen kann.“
Sie schnaubte, aber das Ziehen in ihrem Bauch blieb. Und als er sich wieder zu den Paletten umdrehte, blieb sie einen Moment länger stehen und sah ihm nach.
Lina nahm die nächste Kiste und trug sie bewusst in den hinteren Gang, weit weg von den Getränken. Sie stellte sie ab, kniete sich hin und begann, die Dosen einzuräumen, ohne nach rechts oder links zu schauen. Die Arbeit half. Die kühle Luft aus dem Kühlregal half auch. Sie zählte die Reihen, rückte die Etiketten gerade und tat so, als wäre der Rest des Ladens egal.
Trotzdem hörte sie ihn. Irgendwo weiter vorne lachte er kurz, ein tiefes, kurzes Geräusch, und dann das Quietschen eines Wagens. Sie hob den Kopf nicht. Konzentrierte sich auf die Dose in ihrer Hand. Die Finger waren ruhig. Das Ziehen in ihrem Bauch war es nicht.
Als sie aufstand, um die leere Kiste wegzubringen, sah sie ihn trotzdem. Er stand am Ende des Gangs und sprach mit einer älteren Kundin. Die Frau zeigte auf etwas im unteren Regal, und Karl ging in die Hocke, ohne zu zögern. Er zog eine Packung hervor, drehte sie um, las das Etikett und reichte sie ihr mit einem Nicken. Kein langes Suchen. Kein Moment des Zögerns. Er wusste, wo es stand. Oder er hatte es sich gemerkt. Lina blieb stehen, die Kiste in den Händen, und beobachtete, wie er der Frau noch den kürzeren Weg zur Kasse erklärte. Die Cap rutschte, er schob sie wieder zurecht, und dabei fiel sein Blick kurz in ihre Richtung. Nicht suchend. Eher so, als würde er den Gang absichern. Er sah sie nicht. Oder tat so. Sie drehte sich um und ging weiter.
Im Kühlraum war es still. Lina sortierte die Joghurts und schob die älteren nach vorn, so wie es sein sollte. Ihre Hände bewegten sich automatisch, während die Kälte ihr unter die Ärmel kroch. Trotzdem dachte sie an seine Finger an ihrem Hals. An die Art, wie er „vielleicht will ich das“ gesagt hatte, als wäre es keine große Sache. Sie drückte eine Packung fester als nötig an ihren Platz und atmete aus. Der Atem blieb einen Moment als kleine Wolke vor ihrem Gesicht.
Die Tür ging auf. Markus schob sich rein, die Schürze schief gebunden, und griff nach einer Kiste mit Milch. Er war einer der älteren Kollegen, Mitte 40, mittelgroß, die Haare kurz geschnitten. Sein Gesicht war offen, die Augen ruhig, und er neigte den Kopf leicht zur Seite, als er sie musterte.
„Na“, sagte er und lehnte sich kurz gegen das Regal. „Wie läuft’s mit dem Neuen? Der Lange mit der Cap.“
Lina schob eine weitere Packung nach vorn und zuckte mit den Schultern. „Weiß nicht. Macht seine Arbeit.“
„Mhm.“ Markus grinste. „Hab gehört, er hat dich schon mehrmals um Hilfe gebeten.“
Sie warf ihm einen Blick zu. „Und?“
„Nichts. Nur dass er dich anguckt, als wärst du die Einzige hier, die weiß, wo die Paprika steht.“ Er hob die Kiste an und blieb in der Tür stehen. „Und du ihn, wenn du denkst, keiner sieht’s.“
Lina schnaubte leise und drehte sich wieder zum Regal. „Du siehst Gespenster.“
„Klar. Sag nur Bescheid, wenn er dir zu nah kommt.“ Markus ging und die Tür fiel hinter ihm zu.
Sie blieb stehen. Die Kälte kroch ihr weiter unter die Ärmel und setzte sich auf der Haut fest. Irgendwo draußen hörte sie wieder Karls Stimme, leise diesmal, und das Klacken von Flaschen, die er ordentlich ins Regal stellte. Er dachte wohl, er wäre allein. Lina strich sich über den Unterarm, dort wo die Tattoos saßen, und merkte, dass ihre Finger immer noch ein bisschen zu fest zupackten. Sie wollte Abstand. Oder? Aber der Laden war nicht groß genug dafür. Und irgendwie auch nicht still genug. Und trotzdem störte sie es zugleich überraschend wenig.
Lina zog die Schürze über den Kopf und hängte sie an den Haken. Die Schultern taten weh, und die Haare unter dem Zopf waren feucht vom Kühlraum. Sie wollte nur noch ausstempeln, nach Hause und sich nicht mehr fragen, warum sie den ganzen Nachmittag darauf geachtet hatte, in welchen Gang er gerade verschwunden war.
An der Stechuhr stand schon jemand. Die Cap tief im Nacken, die Jacke über dem Arm, und er schob gerade seine Karte durch, als hätte er alle Zeit der Welt. Karl drehte sich um, als sie näherkam, und das Lächeln kam sofort, als hätte er genau darauf gewartet.
„Auch schon Feierabend“, sagte er und trat einen Schritt zur Seite, damit sie an das Gerät kam. „Oder willst du noch eine Runde Paprika suchen?“
Lina schob ihre Karte durch und wartete auf das Piepen. „Ich such gar nichts mehr. Ich geh nach Hause.“
„Schade.“ Er lehnte sich mit der Schulter gegen die Wand neben der Uhr und sah sie an. Die grün-braunen Augen waren ruhig, aber der Mund zog sich schief. „Ich dachte, du wärst vielleicht noch zu einer Zigarette zu haben. Oder zu irgendwas, das nicht nach Laden riecht.“
Sie zog die Karte raus und steckte sie in die Tasche. „Du tust sicherer, als du bist.“
„Ich bin sicher, weil du mich gerettet hast.“ Er stieß sich von der Wand ab und trat näher. Nicht so nah wie vorhin im Gang, aber nah genug, dass sie den Kopf heben musste. „Und weil ich den ganzen Nachmittag daran gedacht hab, wie du mich anguckst, wenn du denkst, ich merk’s nicht.“
Lina spürte, wie ihr die Wärme ins Gesicht stieg. Sie verschränkte die Arme, aber das half nicht wirklich. „Du bildest dir viel ein.“
„Vielleicht.“ Karl hob die Hand und zog ihr den Zopf leicht nach vorn, nur so weit, dass er ihn zwischen den Fingern hielt. Die Berührung war spielerisch und gefährlich. „Oder vielleicht will ich einfach wissen, ob du nach der Arbeit genauso frech bist wie im Laden.“
Sie sah zu ihm hoch. Der Abstand war klein. Ihr Herz schlug zu laut für den Flur. „Willst du das wirklich herausfinden? Und wenn ich sage, dass ich müde bin?“, fragte sie leise.
Er ließ den Zopf los, aber seine Finger strichen dabei über ihre Schulter. „Dann sag ich, dass ich auch müde bin. Und dass ich trotzdem lieber mit dir draußen stehe als allein nach Hause zu fahren.“
Lina hielt seinem Blick stand. Die Spannung war wieder da, warm und ein bisschen gefährlich, und diesmal ohne Regale dazwischen. Sie atmete aus und zog die Jacke enger um sich. „Eine Zigarette“, sagte sie. „Und wenn du weiter so nervig bist, geh ich trotzdem.“
Karl grinste breit. „Klingt nach einem Deal.“ Er hielt ihr die Tür auf. Draußen war es schon dunkel, und der Wind zog um die Ecke.
Lina trat hinaus und spürte, wie er hinter ihr folgte, nah genug, dass sein Arm fast ihren Rücken streifte. Sie zog die Zigaretten raus und reichte ihm eine, ohne ihn anzusehen. „Nur eine“, wiederholte sie.
„Nur eine“, sagte er, und sie hörte das Lächeln in seiner Stimme. „Für den Anfang.“
Lina lehnte sich gegen die niedrige Mauer hinter dem Laden und zog an der Zigarette. Der erste Zug schmeckte bitter nach dem langen Tag, aber die Luft war kühl und half. Karl stand neben ihr, nicht zu nah, aber nah genug, dass sein Arm ihren fast berührte, wenn er sich bewegte. Die Cap hatte er abgenommen und in die Jackentasche gestopft. Die roten Haare waren zerzaust, und im Licht der Laterne sahen die grün-braunen Augen dunkler aus. Ihre Blicke trafen sich, als sie einander musterten, zwei Tiere die sich gerade das erste Mal vorsichtig annäherten und rochen. In seinem Blick lag Schalk, aber auch Neugierde, sie hingegen versuchte durch seine neckende Fassade durchzublicken. Dann zwinkerte er.
„Was?“
„Du rauchst zu schnell“, sagte er und blies den Rauch langsam zur Seite. „Als würdest du fliehen wollen.“
„Vielleicht will ich das.“ Lina lächelte gegen den Filter. „Oder vielleicht will ich nur nicht, dass du denkst, ich bleib hier stehen, nur weil du dich so aufspielst.“
Er lachte leise. Das Geräusch war warm und irgendwie näher als vorher. „Zu spät. Ich denk das schon.“
Sie schnaubte und stieß ihn leicht mit der Schulter an. Nicht hart. Eher so, als würde sie testen, wie fest er stand. Er bewegte sich kaum. „Jetzt bist du noch laut, aber morgen willst du wieder meine Hilfe. Was machst du überhaupt hier, du wirkst nicht wie jemand aus dem Einzelhandel.“
„Ich bin neu in der Stadt und brauchte nen Job. Das hier klang einfach genug für den Moment. Und ich weiß mehr als du denkst. Ich warte nur gerne, bis du dazu kommst.“ Karl drehte sich halb zu ihr. Sein Blick glitt über ihr Gesicht und blieb an ihrem Mund hängen, nur einen Moment. „Außerdem mag ich’s, wenn du so tust, als würdest du mich nicht mögen. Macht’s interessanter.“
Lina zog wieder an der Zigarette und sah ihn an. Die Spannung zwischen ihnen war nicht mehr nur warm. Sie war spürbar, wie ein leises Summen unter der Haut. „Und wenn ich dich wirklich nicht mag?“
„Dann würdest du nicht hier stehen.“ Er hob die Hand und wollte ihr eine Strähne aus dem Gesicht streichen, die der Wind gelöst hatte. Doch sie fing seine Hand ab, hielt seine Finger für einen Moment fest, bevor sie ihn verspielt wegstieß. Seine Finger blieben kurz in der Luft, bevor er sie wieder zurückzog. „Und du würdest nicht so gucken.“
„Wie guck ich denn?“
„Als würdest du überlegen, ob du noch eine rauchst. Oder ob du lieber gehst, bevor du was Dummes sagst.“
Sie lachte leise auf. Es kam frecher raus, als sie wollte. „Ich sag nie was Dummes.“
„Schade.“ Karl grinste und drückte seine Zigarette aus. „Ich hätte gerne gehört, was du dir gerade vorstellst.“
Lina hielt seinem Blick stand. Ihr Herz schlug zu schnell, und die Zigarette zwischen ihren Fingern war fast aufgeraucht. Sie könnte noch eine anzünden. Einfach so. Noch zehn Minuten hier stehen, mit ihm, und so tun, als wäre das nichts. Die Schachtel lag schon in ihrer Hand.
Aber dann dachte sie an die Wohnung. An Mina, die wahrscheinlich schon auf dem Sofa lag und wartete, ob sie noch zusammen essen. An den Schlüssel in ihrer Tasche und daran, dass sie morgen früh wieder hier stehen würde. Mit ihm. Und dass es dann noch schwieriger werden würde, so zu tun, als wäre da nichts. Sie drückte die Zigarette aus und steckte die Schachtel zurück. „Ich muss los“, sagte sie und zog die Jacke enger. „Meine Mitbewohnerin wartet. Und ich bin wirklich müde.“
Karl nickte langsam. Das Lächeln blieb, aber es wurde ruhiger. „Bis morgen, Lina.“
Sie ging an ihm vorbei. Sein Arm streifte ihren, nur kurz, und sie spürte die Wärme noch, als sie schon am Fahrradständer stand. Sie schloss das Schloss auf und sah nicht zurück. Aber sie hörte, wie er die Cap wieder aufsetzte und langsam in die andere Richtung ging. Dann schwang sie sich auf ihr Fahrrad. Auf dem Weg zur Wohnung dachte sie daran, wie nah er gewesen war. Und daran, dass sie fast noch eine Zigarette geraucht hätte.
***
Lina schloss die Wohnungstür hinter sich und lehnte sich kurz dagegen. Der Flur roch nach dem Essen, das Mina wahrscheinlich noch warmgehalten hatte, und nach dem Waschmittel, das sie beide hassten, aber nie wechselten. Sie zog die Schuhe aus und blieb stehen, die Jacke noch an, als würde sie überlegen, ob sie wieder gehen sollte.
„Du bist spät“, rief Mina aus dem Wohnzimmer. „Hab schon gedacht, du frierst dich endlich ein.“
Lina hängte die Jacke auf und ging hinüber. Mina lag auf dem gemütlichen Sofa, die Beine über die Lehne geworfen, und scrollte auf dem Handy. Die dunklen Haare hatte Mina hochgebunden, ein paar Strähnen hingen lose, und sie trug ein weites Shirt, das ihr über eine Schulter rutschte. Sie war ein bisschen größer als Lina, schlank, und ihre Augen waren dunkel und wach. Sie musterte Lina von oben bis unten, ohne dass es unangenehm wirkte, und lächelte dann so, als würde sie schon wissen, dass der Tag lang gewesen war. Auf dem Tisch standen zwei Teller, einer davon schon halb leer.
„War nur eine Zigarette“, sagte Lina und ließ sich in den Sessel fallen. Sie zog die Beine an und starrte auf den Teller, ohne ihn anzufassen.
Mina legte das Handy weg und musterte sie. „Mit wem?“
Lina zuckte mit den Schultern. „Mit dem Neuen.“
„Aha.“ Mina setzte sich auf und grinste. „Erzähl mir mehr.“
„Jetzt nicht.“ Lina griff nach dem Kissen neben sich und drückte es gegen den Bauch. „Es war nur eine Zigarette. Und er ist frech. Mehr nicht.“
Mina lachte leise. „Klar. Und du guckst auch nur so, weil du müde bist.“ Sie zwinkerte.
Lina warf ihr einen Blick zu. „Ich hab nicht…“
„Du hast. Sonst wärst du nicht so spät und würdest nicht so dasitzen, als hättest du vergessen, wie man isst.“ Mina schob den Teller näher. „Also. Was hat er gesagt?“
Lina seufzte und erzählte es. Die Finger an ihrem Hals. Die Art, wie er ihren Zopf gehalten hatte. Wie er gesagt hatte, er würde lieber mit ihr draußen stehen als allein nach Hause fahren. Mina hörte zu, ohne zu unterbrechen, und das Grinsen wurde mit jedem Satz breiter.
„Und du bist trotzdem gegangen“, sagte sie am Ende. „Obwohl du fast noch eine geraucht hättest.“
„Ich bin müde.“
„Du bist feige.“ Mina lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. „Der Typ schießt seinen Schuss, du stehst da und tust so, als wärst du immun, und dann kommst du nach Hause und guckst aus, als hättest du einen Fehler gemacht. Frag ihn morgen einfach, ob er nochmal mit dir rauchen will. Oder tu irgendwas, bevor er denkt, du wärst wirklich nicht interessiert.“
Lina spürte, wie die Wärme in ihrem Gesicht stieg. Nicht die gute. Die genervte. „Ich bin nicht interessiert. Er ist neu. Und frech. Und ich hab keine Lust auf so was im Laden.“
„Du hast Lust. Sonst würdest du nicht so aussehen.“ Mina grinste noch breiter. „Komm schon. Wenigstens noch eine Zigarette. Was kann schon passieren?“
Lina griff nach dem Kissen und warf es. Es traf Mina an der Schulter und rutschte dann auf den Boden. „Halt die Klappe.“
Mina lachte und hob das Kissen auf. „Das reicht mir als Antwort.“
Lina stand auf und nahm ihren Teller. „Ich geh essen. Und du lässt das Thema.“
„Klar“, sagte Mina und legte das Kissen zurück. „Bis morgen früh. Wenn du wieder so guckst.“
Lina ging in die Küche und stellte den Teller ab. Das Essen war noch warm. Sie aß trotzdem nicht sofort. Stattdessen stand sie am Fenster und sah auf die Straße hinunter. Irgendwo weiter unten brannte eine Laterne. Und irgendwo in ihrem Kopf war immer noch die Art, wie Karl gelächelt hatte, als sie gesagt hatte, sie müsse los. Sie seufzte, griff nach der Gabel und aß. Aber das Ziehen in ihrem Bauch blieb. Und Minas Lachen aus dem Wohnzimmer auch.
***
Lina stempelte ein und hängte die Jacke auf. Der Flur roch nach dem Reinigungsmittel von gestern, und irgendwo weiter hinten lief schon die Kaffeemaschine. Sie zog die Schürze über und band sie fest, bevor sie auf den Schichtplan schaute. Karls Name stand nicht drauf. Frei. Sie las es zweimal, als könnte sich das ändern, und ging dann in den Laden.
Die Gänge waren noch leer. Sie nahm die erste Kiste und begann, die Dosen einzuräumen, so wie immer. Die Bewegungen kamen von allein. Reihe für Reihe, Etiketten nach vorn, ältere Ware nach oben. Es war ruhig. Kein schiefes Lächeln irgendwo am Ende des Gangs. Keine Cap, die unter einem Regalbrett hängen blieb. Keine Stimme, die fragte, wo irgendwas stand, nur um sie zum Antworten zu bringen.
Lina schob eine Dose fester an ihren Platz und richtete sich auf. Der Rücken knackte. Sie sah den Gang hinunter, ohne es wirklich zu wollen. Nichts. Nur das Summen der Kühltruhen und das Quietschen eines Wagens irgendwo weiter vorne.
Markus kam um die Ecke, eine Palette vor sich herschiebend. „Morgen. Der Lange hat frei, oder?“
„Ja.“ Lina griff nach der nächsten Kiste. „Wieso?“
„Nur so. Gestern hat er noch gefragt, ob du heute auch da bist.“ Markus grinste und schob weiter. „Hat sich angehört, als wär’s wichtig.“
Sie antwortete nicht. Stattdessen trug sie die Kiste zum nächsten Regal und kniete sich hin. Die Arbeit half. Ein bisschen. Aber jedes Mal, wenn sie aufstand, erwartete sie irgendwie, dass jemand neben ihr stand. Dass eine Stimme sagte, sie würde die Preisschilder schief kleben. Oder dass eine Hand ihren Zopf nach vorn zog, nur um zu sehen, wie sie reagierte. Nichts davon passierte.
Gegen Mittag stand sie draußen und rauchte allein. Der Wind zog um die Ecke, und die Zigarette schmeckte bitterer als sonst. Sie lehnte sich gegen die Mauer, genau dort, wo sie gestern gestanden hatte, und sah auf die Stelle neben sich. Kein Arm, der fast ihren berührte. Kein Lachen, das zu nah war. Sie drückte die Zigarette früher aus als sonst und ging wieder rein.
Im Kühlraum sortierte sie die Joghurts und schob die älteren nach vorn. Ihre Hände bewegten sich automatisch. Trotzdem blieb das Gefühl. Als würde etwas fehlen, das gestern noch da gewesen war. Eher wie ein leises Summen, das aufgehört hatte, und jetzt merkte man erst, wie still es ohne war.
Lina schloss die Tür hinter sich und blieb einen Moment im Gang stehen. Die Neonröhren summten. Irgendwo weiter vorne lachte eine Kundin. Sie strich sich über den Unterarm, dort wo die Tattoos saßen, und atmete aus.
Lina setzte sich an den langen Tisch im Pausenraum und schob ihre Brotdose zur Seite. Die Luft roch nach Kaffee und dem Aufbackbrötchen, das jemand in der Mikrowelle vergessen hatte. Markus saß schon da, die Füße auf dem Stuhl gegenüber, und scrollte auf dem Handy. Neben ihm lehnte Sabine gegen die Spüle und erzählte gerade von einer Kundin, die eine halbe Stunde lang nach einem Produkt gesucht hatte, das es seit drei Wochen nicht mehr gab.
„Und dann sagt sie, ich soll doch mal im Lager nachschauen“, sagte Sabine und verdrehte die Augen. „Als wär ich ihre persönliche Einkaufshilfe. Ich hab ihr gesagt, dass wir’s nicht führen. Hat sie nicht interessiert.“
Markus schnaubte. „Klassiker. Gestern hatte ich einen, der meinte, die Milch sei zu teuer und ich soll ihm den Preis von letzter Woche geben. Hab ihm erklärt, dass ich keine Zeitmaschine bin. Hat er nicht verstanden.“
Lina öffnete ihre Dose und biss in das Brot. Sie hörte zu, ohne viel zu sagen. Die Gespräche liefen immer gleich. Kunden, die zu viel wollten. Kunden, die zu wenig wussten. Kunden, die dachten, der Laden gehöre ihnen. Es half ein bisschen. Nicht gegen das Gefühl, dass der Tag irgendwie leerer war als sonst.
Die Tür ging auf. Jonas kam rein, die Schürze schon ausgezogen, und stellte eine Flasche Sekt auf den Tisch. Die Flasche war kühl und beschlagen. Er grinste, als alle hochschauten.
„Von der Chefin“, sagte er. „Für die, die heute die große Lieferung geschafft haben. Und weil irgendwer meinte, wir hätten’s verdient.“
Sabine lachte und holte Pappbecher aus dem Schrank. „Endlich. Ich dachte schon, wir müssen den ganzen Tag nur mit Kaffee überleben.“
Markus nahm die Flasche und öffnete sie mit einem leisen Plopp. Der Schaum lief über seine Hand, und er fluchte leise, bevor er einschenkte. Lina schob ihren Becher hin und sah zu, wie die Bläschen aufstiegen. Der Geruch war süß und ein bisschen zu festlich für den grauen Raum.
„Auf die Kunden, die uns in Ruhe lassen“, sagte Sabine und hob ihren Becher. „Auf die, die wenigstens wissen, was sie wollen“, ergänzte Markus.
Jonas setzte sich und lehnte sich zurück. „Und auf den Neuen, der heute frei hat. Sonst würde er wahrscheinlich schon wieder fragen, wo irgendwas steht.“
Ein paar lachten. Lina trank einen Schluck und spürte die Kohlensäure auf der Zunge. Sie sagte nichts. Stattdessen drehte sie den Becher in den Händen und hörte zu, wie das Gespräch weiterging. Über die Kundin von heute Morgen. Über den Wagen, der mitten im Gang stehen geblieben war. Über den Typen, der drei Packungen zurückgeben wollte, ohne Bon.
Der Sekt war nicht besonders gut. Aber er war kalt, und die Stimmen der anderen füllten den Raum. Lina lehnte sich zurück und ließ den Becher sinken. Draußen im Laden lief alles weiter. Hier drin auch. Nur irgendwo dazwischen fehlte immer noch etwas, das sie nicht laut sagen wollte. Sie nahm noch einen Schluck und hörte weiter zu.
Jonas stellte seinen Becher ab und lehnte sich über den Tisch. „Apropos der Neue. Ich hab gestern Abend noch mit jemandem aus der Frühschicht geredet. Der meinte, der Lange wäre gar nicht so verloren, wie er tut.“
Sabine hob eine Augenbraue. „Wie meinst du das?“
„Er soll schon am zweiten Tag gewusst haben, wo die Sonderangebote hingehören. Ohne dass ihm jemand was gesagt hat. Und angeblich hat er einer Kundin den kürzeren Weg zur Kasse erklärt, bevor sie überhaupt gefragt hat.“ Jonas zuckte mit den Schultern. „Klingt nicht nach jemandem, der ständig nach dem Besen sucht.“
Markus lachte leise und schenkte sich nach. „Oder er ist einfach gut darin, so zu tun. Manche machen das am Anfang. Wirken hilflos, bis sie wissen, wen sie fragen können.“
Lina drehte ihren Becher zwischen den Fingern. Die Kohlensäure war schon fast weg. Sie sah auf die Tischplatte und tat so, als würde sie die Kratzer darin zählen. Irgendwo in ihrem Kopf war das Bild von Karl, wie er sich vor der älteren Frau hingehockt und die Packung gefunden hatte, ohne lange zu suchen. Als hätte er es sich gemerkt. Oder als hätte er es vorher schon gewusst.
„Vielleicht hat er vorher schon mal irgendwo gearbeitet“, sagte sie und hob den Blick. Die Stimme kam ruhiger raus, als sie sich anfühlte. „Ist ja nicht so, als wäre er der Erste, der hier anfängt und schon was kann.“
Jonas grinste. „Klar. Oder er will einfach, dass bestimmte Leute denken, er braucht Hilfe.“
Sabine schnaubte und stieß Jonas mit dem Ellbogen an. „Lass sie in Ruhe. Nicht jeder hier hat Lust, den Neuen zu analysieren.“
Lina nahm noch einen Schluck und stellte den Becher ab. Der Sekt schmeckte plötzlich flacher. Sie lehnte sich zurück und hörte zu, wie das Gespräch weiterging, über die Lieferung von morgen und darüber, wer die Palette mit den Dosen übernehmen würde. Aber die Worte von Jonas blieben hängen wie etwas, das sich unter die anderen Geräusche schob und nicht mehr weggehen wollte.
Sie strich sich über den Unterarm und sah zur Tür. Draußen im Laden lief alles weiter. Hier drin auch. Nur irgendwo dazwischen war immer noch diese eine Stelle leer, und jetzt wusste sie nicht mehr genau, ob Karl wirklich so neu war, wie er getan hatte. Oder ob er nur gewartet hatte, bis sie hinsah.
***
Lina stempelte ein und sah sofort auf den Plan. Karl stand wieder drauf. Kasse, zweite Hälfte. Sie band die Schürze fest und ging in den Laden, ohne sich umzusehen. Der Morgen lief ruhig. Sie räumte ein, rückte nach und tat so, als wäre nichts anders als sonst. Trotzdem blieb der Blick hängen, jedes Mal wenn sie an den Kassen vorbeikam. Er war noch nicht da. Oder schon im Büro.
Gegen Mittag stand er dann hinter der zweiten Kasse. Heute mal ohne Cap, die Ärmel hochgeschoben, und er scannte gerade eine Packung Nudeln, als wäre das die normalste Sache der Welt. Lina blieb im Gang stehen und beobachtete ihn durch die Lücke zwischen den Regalen.
Sie nahm eine Kundin beiseite, die nach etwas Süßem suchte, und zeigte ihr die kleinen Gläser mit der eingelegten Quitte ganz unten im Regal. „Die sind neu im Sortiment“, sagte sie und lächelte. „Schmecken intensiver als normale Marmelade. Und an Kasse zwei ist gerade nicht so voll.“
Die Frau nickte und ging. Lina blieb stehen und sah zu, wie sie an Karls Band landete. Er nahm das Glas, drehte es kurz um, als würde er den Preis checken, und scannte es ohne zu zögern. Kein langes Suchen. Kein Blick zur Seite. Er sagte etwas, das die Frau zum Lachen brachte, und reichte ihr die Tüte. Lina zog sich tiefer in den Gang zurück.
Beim nächsten Mal war es ein älterer Mann, der nach einem bestimmten Tee fragte. Sie schickte ihn mit zwei Packungen los, die sie selbst kaum kannte. „Kasse zwei“, sagte sie und deutete mit dem Kopf. „Der Kollege dort kennt sich aus.“
Karl nahm die Packungen entgegen, las die Rückseite und nickte. Er tippte etwas ein, das länger dauerte als sonst, und reichte dem Mann das Wechselgeld mit einem kurzen Lächeln. Kein Stocken. Kein Rufen nach Hilfe. Lina lehnte sich gegen das Regal und verschränkte die Arme. Das Ziehen in ihrem Bauch war wieder da.
Sie schickte noch eine dritte Kundin. Diesmal mit einer Flasche, deren Etikett sie selbst kaum lesen konnte. Karl hob sie hoch, drehte sie ins Licht und scannte sie trotzdem. Die Kundin sagte etwas, und er antwortete. Lina sah nur seinen Rücken und die Art, wie er sich bewegte. Ruhig. Als hätte er das schon öfter gemacht. Sie blieb im Schatten des Gangs stehen und beobachtete ihn weiter. Lina spürte das Lächeln auf ihren Lippen, bevor sie es unterdrücken konnte. Er wusste mehr, als er tat. Oder er lernte schnell.
Sie drehte sich um und ging zurück zu den Regalen. Die nächste Kiste wartete. Aber der Blick blieb hängen, jedes Mal wenn sie an den Kassen vorbeikam.
Lina stand im Gewürzgang und hielt eine Packung in der Hand, ohne sie abzustellen. Der Blick war irgendwo zwischen den Regalen hängen geblieben, dort wo die Kassen anfingen. Karl scannte gerade etwas und reichte einer Kundin das Wechselgeld. Er lächelte kurz. Lina merkte erst, dass sie die Packung immer noch hielt, als Markus neben ihr auftauchte.
„Die gehört da nicht hin“, sagte er und zeigte auf das Regal vor ihr. „Das sind die getrockneten Tomaten. Nicht die Paprika.“
Sie blinzelte und sah auf ihre Hand hinunter. Sie stellte sie schnell um und spürte, wie die Wärme in ihr Gesicht stieg. „Ich war abgelenkt.“
Markus grinste und lehnte sich gegen das Regal. „Du stehst hier seit zehn Minuten und tust so, als würdest du einräumen. Dabei guckst du nur rüber.“
„Tu ich nicht.“
„Doch.“ Er nickte in Richtung der Kassen. „Und er hat’s jetzt auch gemerkt.“
Lina drehte sich nicht sofort um. Sie rückte noch eine Dose gerade und atmete aus. Dann hob sie den Blick. Karl stand hinter seiner Kasse, die Hände auf dem Band, und sah genau in ihre Richtung. Eher so, als hätte er schon eine Weile zugeschaut.
Markus lachte leise. „Na dann. Viel Spaß beim Weiterräumen.“
Er ging weiter. Lina blieb stehen und stellte die nächste Packung an den richtigen Platz. Diesmal ohne hinzusehen. Ihre Finger bewegten sich automatisch. Trotzdem spürte sie den Blick. Nicht ständig. Nur ab und zu, wenn sie sich bewegte oder den Gang wechselte. Karl scannte weiter, sprach mit Kunden, reichte Tüten rüber. Aber jedes Mal, wenn sie den Kopf hob, war er da. Eher so, als würde er den Laden im Blick behalten und dabei zufällig auch sie.
Sie schob eine Kiste zur Seite und merkte, dass ihre Hände ein bisschen zu fest zupackten. Das unruhige Ziehen in ihrem Bauch war wieder da. Lina nahm die nächste Packung und stellte sie richtig hin. Diesmal ohne zu zögern. Aber der Blick blieb hängen, jedes Mal wenn sie an den Kassen vorbeikam.
Lina kniete sich hin und schob die unterste Reihe Dosen nach hinten. Diesmal blieb sie länger unten als nötig. Der Ausschnitt ihres Shirts rutschte, und sie wusste genau, wie das von der Kasse aus aussah. Sie rückte eine Dose gerade, die schon geradestand, und spürte den Blick, bevor sie ihn sah. Karl hatte die Hände auf dem Band liegen lassen. Eine Kundin wartete schon.
Sie stand langsam auf und drehte sich halb um, nur so weit, dass der Zopf über ihre Schulter fiel. Dann beugte sie sich wieder nach vorn, diesmal über die Kiste, und tat so, als würde sie etwas ganz hinten suchen. Absichtlich. Sie hörte, wie an der Kasse etwas klapperte. Wechselgeld, das danebenfiel.
Lina richtete sich auf und warf einen Blick zur Seite. Karl sammelte die Münzen ein und reichte der Kundin zu viel zurück. Die Frau sagte etwas. Er nickte, ohne richtig hinzusehen, und tippte nochmal. Die Kundin runzelte die Stirn. Lina lächelte gegen das Regal und nahm die nächste Packung.
Markus schob einen Wagen an ihr vorbei und blieb kurz stehen. „Du räumst ja plötzlich ganz hinten ein“, sagte er leise. „Und er an der Kasse guckt, als hätte er vergessen, wie man scannt.“
„Ich räum nur ein.“
„Klar.“ Markus grinste und schob weiter. „Die Chefin kommt gleich. Weil er an Kasse zwei das Wechselgeld verwechselt hat.“
Lina stellte die Packung ab und sah wieder zur Kasse. Karl sprach gerade mit der Kundin und tippte etwas ein, das länger dauerte. Er hob den Blick, nur kurz, und fand sie sofort. Kein Lächeln. Eher so, als würde er genau wissen, was sie gerade getan hatte. Lina hielt dem Blick stand und beugte sich noch einmal hinunter, diesmal ohne Vorwand. Nur um zu sehen, wie lange er hinsah.
Die Tür zum Büro ging auf. Die Marktleitung kam den Gang entlang, die Schürze schon ausgezogen, und steuerte direkt auf Kasse zwei zu. Karl wandte sich der Kundin zu. Lina blieb im Gang stehen und beobachtete, wie er erklärte. Seine Hände bewegten sich nicht mehr so gleichmäßig wie vorher.
Sie nahm die nächste Dose und stellte sie richtig hin. Diesmal ohne sich extra zu beugen. Aber das Ziehen in ihrem Bauch blieb. Und irgendwie zufrieden. Er hatte hingesehen. Und einen Fehler gemacht.
Lina lächelte in sich hinein und räumte weiter ein. Langsam. Und mit dem Wissen, dass er von der Kasse aus immer noch zu ihr rüber sah, jedes Mal wenn die Chefin nicht hinschaute.
Lina hängte die Schürze auf und stempelte aus. Der Feierabend war offiziell. Trotzdem ging sie nicht zum Ausgang. Stattdessen nahm sie einen Korb und lief noch einmal durch die Gänge. Die Bananen lagen ganz vorne. Sie nahm zwei, ohne lange zu überlegen. Die Aubergine fand sie weiter hinten, dunkel und glatt, und sie legte sie dazu. Milch aus dem Kühlregal. Und dann, ganz am Ende, die kleine Packung Kondome und Gleitgel aus dem Regal neben den Rasierern. Sie schob sie hinter die Milch, so dass man sie nicht sofort sah, und ging zur Kasse.
Karl stand immer noch hinter Band zwei. Er scannte gerade die Einkäufe einer älteren Frau. Lina stellte sich in die Schlange und wartete. Als sie dran war, schob sie den Korb auf das Band und sah ihn an, als wäre das hier nichts Besonderes.
Er nahm die Bananen zuerst und tippte die Nummer ein. Dann die Aubergine. Seine Finger blieben einen Moment länger auf der Schale, bevor er sie weiterschob. Die Milch folgte. Als er die Kondome und das Gleitgel erreichte, hielt er inne. Die grün-braunen Augen hoben sich und fanden ihre. Und sein Mund zog sich an einer Seite.
„Alles für zu Hause?“, fragte er leise, während er scannte.
Lina lehnte sich mit den Unterarmen auf das Band und sah zu ihm hoch. Der Zopf fiel nach vorn. „Ja. Mina hat gesagt, ich soll noch ein paar Sachen mitbringen. Und ich dachte, vielleicht brauch ich die auch noch.“
Karl reichte ihr die Tüte und das Wechselgeld. Seine Finger streiften ihre, länger als nötig. Sie nahm das Geld und steckte es ein, ohne den Blick abzuwenden. Er lachte leise. Das Geräusch blieb zwischen ihnen hängen. „Witzig, dass du sie gerade jetzt kaufst.“
Lina hob eine Augenbraue und nahm die Tüte. „Dann weißt du ja, was du verpasst.“ Sie drehte sich um und ging. Der Korb blieb leer auf dem Band liegen. Hinter ihr hörte sie, wie Karl die nächste Kundin bediente, aber die Stimme war nicht mehr ganz so gleichmäßig wie vorher. Lina schob die Tür auf und trat nach draußen. Die Tüte in ihrer Hand war leicht. Aber das Ziehen in ihrem Bauch war es nicht.
Sie grinste und ging zum Fahrrad. Er hatte hingesehen. Und diesmal hatte er nichts Falsches gescannt. Nur sie.
Lina schloss das Fahrradschloss auf und stellte den Korb daneben ab. Die Tüte mit den Einkäufen hing an ihrem Lenker. Sie wusste, dass die Glastüren hinter ihr noch offenstanden und dass man von Kasse zwei aus genau auf den Fahrradständer sehen konnte. Deshalb blieb sie länger unten als nötig. Sie tat so, als würde das Schloss klemmen, beugte sich weiter vor und schob den Zopf über eine Schulter. Die Bewegung war langsam, sie kostete es ganz aus. Sie spürte den Blick, sie musste sich nicht mal umdrehen.
Als sie sich aufrichtete und aufs Rad schwang, warf sie einen kurzen Blick zurück. Karl stand hinter seiner Kasse, die Hände auf dem Band, und sah genau in ihre Richtung. Lina hob eine Augenbraue, nur für ihn, und trat in die Pedale.
***
In der Wohnung roch es nach Tee. Mina saß auf dem Sofa, die Beine angezogen, und hielt ein Buch aufgeschlagen auf den Knien. Sie las, ohne hochzusehen, bis Lina die Tür hinter sich schloss und die Tüte auf den Tisch stellte.
„Du grinst“, sagte Mina und klappte das Buch zu. „Was ist passiert?“
Lina zog die Jacke aus und ließ sich in den Sessel fallen. Das Grinsen blieb. „Nichts. Ich hab nur eingekauft.“
Mina musterte die Tüte und dann Lina. „Bananen. Aubergine. Milch. Gleitgel und Kondome. Spannender Einkauf.“ Sie lehnte sich vor. „Du warst an seiner Kasse.“
„Vielleicht.“
„Wie hat er reagiert?“
Lina zuckte mit den Schultern und zog die Beine an. „Er hat immer hingesehen. Heute auch. Sogar als ich das Fahrrad aufgeschlossen hab.“
Mina lachte leise und legte das Buch endgültig zur Seite. „Du bist unmöglich. Und dir gefällt das.“
„Ein bisschen.“ Lina strich sich über den Unterarm und sah aus dem Fenster. Draußen war es schon dunkel. Irgendwo weiter weg brannte eine Laterne. „Er hat wegen mir einen Fehler gemacht. Und dann hat er mich trotzdem noch angeguckt, als ich gegangen bin.“
Mina grinste breiter. „Und jetzt?“
Lina lehnte den Kopf zurück und schloss kurz die Augen. „Jetzt warte ich, bis er morgen wieder da ist. Und schau, ob er immer noch so ruhig tut.“
Mina schnaubte und stand auf, um Tee zu holen. „Du bist verloren. Und du weißt es.“
Lina öffnete die Augen. „Vielleicht.“ Aber das Grinsen blieb.
***
Lina stand hinter Kasse drei und scannte eine Packung Nudeln. Die Schicht hatte sie an die Kasse gestellt, und Karl war im Gang. Sie sah ihn durch die Lücke zwischen den Regalen, jedes Mal wenn sie den Kopf hob. Er räumte Dosen ein und bewegte sich ruhiger als sonst.
Sie reichte einer Kundin das Wechselgeld und warf wieder einen Blick auf ihn. Diesmal stand nicht nur sie da und schaute. Eine jüngere Frau im nächsten Gang hatte ihren Wagen angehalten und tat so, als würde sie Etiketten lesen. Dabei war ihr Blick auf Karl gerichtet. Er beugte sich gerade hinunter, um etwas nach hinten zu schieben, und die Bewegung zog den Blick der Frau mit. Lina spürte, wie sie sich anspannte.
Karl richtete sich auf. Er bemerkte die Frau nicht. Oder tat so. Stattdessen drehte er sich halb und fand Linas Blick über die Kasse hinweg. Die grün-braunen Augen blieben an ihr hängen, bevor er sich wieder dem Regal zuwandte. Lina scannte die nächste Ware und merkte, dass ihre Finger ein bisschen zu fest zupackten.
Markus schob einen leeren Wagen an der Kasse vorbei und blieb stehen. „Der Neue hat heute Publikum“, sagte er leise. „Die da drüben guckt schon seit fünf Minuten.“
Lina antwortete nicht. Sie nahm die nächste Packung und tippte den Preis ein. Karl war weitergegangen und räumte jetzt weiter oben ein. Die Frau im Gang folgte ihm mit dem Blick, bis er um die Ecke bog. Lina sah ihr nach und dann wieder zu ihm. Er hob den Kopf, nur einmal, und schaute direkt zu ihrer Kasse. Direkt zu ihr.
Das Ziehen in ihrem Bauch wurde wärmer. Sie reichte der nächsten Kundin die Tüte und lächelte automatisch. Aber der Blick blieb an Karl hängen, jedes Mal wenn er sich bewegte. Und sie war nicht die Einzige. Das merkte sie jetzt.
Lina scannte weiter und tat so, als wäre nichts. Aber die Hände bewegten sich nicht mehr ganz so gleichmäßig. Und Karl sah immer noch zu ihr rüber, jedes Mal wenn er dachte, niemand sonst würde es merken.
Lina scannte die letzte Packung und reichte der Kundin das Wechselgeld. Die Schlange war kurz geworden. Sie sah nicht hoch, als Schritte näherkamen. Zu langsam für einen Kunden. Zu sicher für jemanden, der nur etwas fragen wollte.
Karl stellte sich an den Rand ihrer Kasse und lehnte sich mit den Unterarmen auf das Band. Seine Augen waren bestimmt, klar, sie wussten was sie wollten, aber der Bart verbarg das meiste von seinem Mund. Er sagte nichts. Wartete nur. Lina tippte etwas in die Kasse, das nicht nötig war, und tat so, als würde sie die Quittung geraderücken.
„Brauchst du was?“, fragte sie. Die Stimme kam ruhiger raus, als sie sich fühlte.
Er beugte sich ein Stück weiter vor. Gerade so, dass seine Stimme leiser wurde und nur noch für sie bestimmt war. Sie roch die Zigaretten aber auch das Parfum, welches er heute trug. „Wenn du fertig bist“, sagte er mit tiefer Stimme, „kannst du mir zeigen, wo die neuen Plakate liegen. Ich find sie nicht.“
Lina schluckte. Die Hände auf dem Band waren zu still. Sie spürte seinen Blick auf ihrem Mund und weiter unten, dort wo das Shirt am Kragen etwas weiter war. Das Ziehen in ihrem Bauch war heiß geworden. Sie wollte etwas Freches sagen. Irgendwas, das den Abstand wieder größer machte. Stattdessen blieb sie still und hielt seinem Blick stand.
Lina nickte. Die Stimme kam nicht sofort. „Im Lager. Rechtes Regal.“
Karl lächelte jetzt. Kurz und schief. Dann drehte er sich um und ging zurück in den Gang. Lina blieb hinter der Kasse stehen und atmete aus. Die nächste Kundin kam. Sie scannte automatisch. Aber die Wärme zwischen ihren Beinen blieb. Sie presste die Schenkel zusammen und tat so, als wäre nichts. Es half nicht.
Lina schob die Tür zum Lager auf und blieb stehen. Das Licht war gedämpft, und die hohen Regale warfen lange Schatten. Karl stand schon da, eine Kiste in den Händen, und drehte sich um, als sie reinkam. Die Cap hatte er abgenommen. Die roten Haare waren zerzaust, und der Blick, der sie traf, war dunkler als vorhin an der Kasse.
„Die Plakate“, sagte sie und zeigte auf die rechte Seite. Die Stimme kam leiser raus, als sie wollte. „Ganz oben.“
Er stellte die Kiste ab und trat näher, gerade so, dass sie den Kopf heben musste. „Ich weiß. Ich wollte nur, dass du herkommst.“
Lina schluckte. Die Wärme von vorhin war nicht weggegangen. Sie spürte sie immer noch zwischen den Beinen, heiß und unruhig. „Du bist unartig“, rutschte ihr raus.
„Und du stehst trotzdem hier.“ Er hob die Hand und strich ihr den Zopf über die Schulter. Die Finger blieben an ihrem Hals liegen. „Sag, dass ich aufhören soll.“
Sie sagte nichts. Stattdessen trat sie einen Schritt näher, bis ihr Shirt seinen Bauch berührte. Karl beugte sich runter und küsste sie. Nicht vorsichtig. Der Bart kratzte leicht, und sein Mund war warm und fordernd. Lina öffnete die Lippen und ließ ihn rein. Ihre Hände fanden seinen Nacken, zogen ihn tiefer. Er drückte sie gegen das Regal, und die Kante grub sich in ihren Rücken. Seine andere Hand glitt über ihren Rücken, tiefer, bis seine Finger den Ansatz ihres BHs berührten.
Sie stöhnte leise in seinen Mund. Zu laut für das Lager. Karl lächelte gegen ihre Lippen und seine Hand rutschte tiefer. Seine Hand umfasste ihre Brust, der Daumen strich über den Stoff, und Lina presste sich gegen ihn. Die Härte in seiner Hose drückte gegen ihren Bauch. Sie spürte, wie feucht sie schon war.
Schritte. Irgendwo im Gang draußen. Stimmen. Markus und jemand anderes. Karl zog sich zurück, aber nicht weit. Seine Hand blieb unter ihrem Shirt. „Scheiße“, flüsterte er.
Lina packte sein Handgelenk und zog ihn mit sich hinter das hohe Regal mit den Paletten. Sie pressten sich in die schmale Lücke, Rücken an Rücken mit den Kisten. Sein Körper war heiß an ihrem. Sie hörte die Tür aufgehen. Schritte. Jemand suchte etwas.
Karls Hand glitt langsam tiefer. Über ihren Bauch. Unter den Bund ihrer Hose. Die Finger waren warm gegen ihre Haut. Lina spürte, wie sie zwischen ihre Beine glitten. Sie biss sich hart auf die Lippe, um keinen Laut von sich zu geben. Seine Finger fanden sie. Feucht. Er strich langsam über sie. Einmal. Zweimal. Die Berührung war leicht. Quälend bewusst. Lina zitterte. Ihre Knie wurden weich. Draußen im Gang sprach Markus mit jemandem über eine Lieferung. Die Stimmen waren zu nah.
Karl beugte sich zu ihrem Ohr. Sein Atem war heiß gegen ihre Haut. „Still“, flüsterte er. Die Stimme rau. Dann schob er einen Finger in sie. Langsam und tief, rieb bewusst am Rand entlang. Lina krallte sich in sein Shirt. Die Finger gruben sich in den Stoff. Sie presste das Gesicht gegen seine Brust und atmete gegen seinen Hals. Der Geruch von ihm. Von Rauch, Parfum und Wärme. Seine Finger bewegten sich in ihr. Langsam. Reibend, vor und zurück. Die Gefahr machte alles schärfer. Jede Berührung deutlicher. Sie wollte mehr. Wollte, dass er nicht aufhörte. Aber die Schritte kamen näher. Blieben stehen. Jemand sagte etwas. Unverständlich. Dann gingen sie wieder.
Lina atmete schwer gegen seinen Hals. Spürte, wie er sich in ihr bewegte. Langsam. Quälend. Ein zweiter Finger glitt dazu. Dehnte sie. Er krümmte sie. Rieb. Gezielt. Über die Stelle, die sie zum Zittern brachte. Die Stimmen waren immer noch da. Gedämpft. Nah genug, dass jeder Laut zu viel sein konnte. Karl küsste sie. Leise. Die Lippen weich auf ihren. Der Kuss schluckte das Keuchen, das ihr entwich. Seine Finger rieben härter. Aber immer noch kontrolliert. Alles war zu viel. Die Nähe. Die Gefahr. Die Art, wie er sie genau dort berührte.
Lina spürte, wie sich alles in ihr zusammenzog. Schneller, als sie erwartet hatte. Sie keuchte gegen seinen Mund. Die Beine zitterten. Der Orgasmus kam überraschend. Tief. Sie presste sich an ihn und biss leicht in sein Shirt, um still zu bleiben. Karl spürte es. Seine Finger bewegten sich weiter. Langsam. Durch die Wellen hindurch. Bis sie nachließen. Dann zog er die Hand zurück. Die Tür fiel draußen endlich zu. Die Stimmen wurden leiser.
Sie blieben stehen. Eng aneinander hinter dem Regal. Sein Herz schlug schnell gegen ihre Brust. Lina atmete schwer aus, die Lippen gerötet. Die Beine immer noch weich. Sie sah zu ihm hoch. Die Augen dunkel. Der Atem ging noch ungleichmäßig. Karl strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Die Finger feucht. Er sagte nichts. Noch nicht. Und draußen im Gang war es endlich still. Ohne zu zögern nahm sie die Finger in den Mund, bevor sie die Haare zurückwarf. „Wir sollten…“, begann sie.
Er nickte. Aber seine Hand blieb an ihrer Taille. „Ja. Bevor jemand zurückkommt.“
Sie lösten sich voneinander. Langsam. Lina richtete ihre Arbeitshose und strich sich über den Zopf. Die Beine fühlten sich weich an. Karl setzte die Cap wieder auf und lächelte schief.
Dann ging sie zur Tür und öffnete sie einen Spalt. Der Gang war leer. Sie trat hinaus und spürte immer noch seine Finger. Und das Wissen, dass sie fast erwischt worden wären. Sie ging zurück zur Kasse. Die Hände zitterten ein bisschen.
Lina stand wieder hinter der Kasse und scannte eine Flasche. Die Hände waren ruhiger geworden, aber die Wärme zwischen ihren Beinen war geblieben. Sie spürte sie bei jeder Bewegung. Karl räumte weiter hinten ein. Sie sah ihn nicht direkt an. Trotzdem wusste sie, dass er hinschaute. Jedes Mal, wenn sie sich streckte, um etwas vom Band zu nehmen. Jedes Mal, wenn sie sich vorbeugte, um einer Kundin die Tüte zu reichen.
Sie machte es langsamer, gerade so, dass das Shirt am Rücken hochrutschte, wenn sie sich nach einer heruntergefallenen Münze bückte. Die Bewegung war beiläufig. Sie richtete sich auf und strich sich den Zopf über die Schulter, die Finger länger an ihrem Hals als nötig. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Karl eine Dose abstellte und nicht sofort die nächste nahm. Seine Hände blieben still.
Eine Kundin fragte nach dem Preis. Lina lächelte und beugte sich über das Band, um das Etikett zu zeigen. Der Ausschnitt gab mehr frei als sonst. Sie blieb so, bis die Frau nickte, und richtete sich erst dann auf. Der Blick von weiter hinten war spürbar. Sie presste die Schenkel zusammen und scannte weiter. Sie tat so, als wäre nichts.
Karl kam gegen Ende seiner Schicht an ihre Kasse. Die Cap saß schief, und er stellte sich so hin, dass die nächste Kundin ihn nicht sofort sah. Lina reichte gerade Wechselgeld rüber und hob den Blick. Er sagte nichts. Stattdessen beugte er sich vor und küsste sie kurz auf die Wange. Der Bart kratzte leicht, und seine Lippen blieben einen Moment länger, als höflich gewesen wäre. Sein Atem streifte ihr Ohr.
„Bis morgen“, murmelte er. Die Stimme war tief. „Und hör auf, dich so zu bewegen. Sonst komm ich nicht mehr aus dem Lager raus.“
Lina spürte, wie die Wärme in ihr Gesicht schoss und weiter runter. Sie nickte. Die Kundin nahm ihre Tüte und ging. Karl richtete sich auf und lächelte schief, bevor er sich umdrehte und zur Stechuhr ging. Lina blieb hinter der Kasse stehen und atmete aus. Die Stelle an ihrer Wange brannte noch. Und zwischen ihren Beinen auch. Sie scannte die nächste Ware und presste die Lippen zusammen.
***
Lina schloss die Wohnungstür hinter sich und lehnte sich kurz dagegen. Der Zopf war halb aufgelöst, und die Stelle an ihrer Wange brannte immer noch. Sie zog die Schuhe aus und ging ins Wohnzimmer. Mina saß auf dem Sofa, die Beine über die Lehne geworfen, und scrollte auf dem Handy. Als Lina reinkam, legte sie es weg.
„Du siehst aus, als hättest du entweder gewonnen oder verloren“, sagte Mina und musterte sie. „Was ist passiert?“
Lina ließ sich in den Sessel fallen und zog die Beine an. Die Wärme zwischen ihren Schenkeln war nicht ganz weg. Sie erzählte es. Seine Hände auf ihrem Rücken und an ihrem Hals. Die Finger, die sie gefunden hatten, während Markus draußen stand. Der Kuss auf die Wange an der Kasse. Die Art, wie er gesagt hatte, sie solle aufhören, sich so zu bewegen. Mina hörte zu und grinste breiter mit jedem Satz. „Du bist im Lager fast erwischt worden. Und du grinst immer noch.“
„Ich weiß nicht, was ich machen soll.“ Lina strich sich über den Unterarm. „Er ist dreist. Und er merkt alles. Wenn ich zu offensichtlich bin, denkt er, er hat mich schon. Wenn ich zu zurückhaltend bin, sucht er sich jemand anders.“
Mina lachte leise. „Er sucht sich niemand anders. Du willst ihn um den Finger wickeln? Dann mach weiter so. Lass ihn denken, er muss sich anstrengen.“
Lina hob eine Augenbraue. „Und wie?“
„Beweg dich weiter so. Aber nicht jedes Mal, manchmal ignorierst du ihn. Manchmal guckst du ihn an, als wärst du genervt. Und wenn er wieder ins Lager will, sagst du nein, damit er merkt, dass du nicht immer ja sagst.“ Mina lehnte sich vor. „Und morgen stehst du einfach da und tust so, als wär nichts gewesen. Er wird verrückt.“
Lina spürte das Lächeln auf ihren Lippen. „Und wenn er nicht verrückt wird?“
„Dann küsst du ihn wieder. Aber diesmal so, dass er denkt, es war seine Idee.“ Mina grinste. „Du hast ihn schon. Du musst nur aufpassen, dass er das nicht zu schnell merkt.“
Lina lehnte den Kopf zurück und schloss die Augen. Die Wärme war immer noch da. Unruhig. Aber jetzt mit einem Plan. „Morgen also. Ich ignorier ihn. Ein bisschen.“
„Ein bisschen“, wiederholte Mina. „Und wenn er wieder zu deiner Kasse kommt, lässt du ihn warten. Damit er sieht, dass du auch ohne ihn arbeiten kannst.“
Lina öffnete die Augen und nickte. Das Ziehen in ihrem Bauch wurde wärmer, entschlossener. Sie stand auf und ging in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen. Hinter ihr hörte sie Mina wieder auf dem Handy tippen. Sie öffnete den Kühlschrank und blieb stehen. Die Aubergine lag noch da. Und die Kondome neben dem Kühlschrank. Lina musste grinsen.
***
Lina stempelte ein und band die Schürze fest. Der Plan saß. Sie ging direkt zu den Regalen und begann einzuräumen, ohne einmal zur Kasse zu schauen. Karl war schon da. Sie hörte seine Stimme irgendwo weiter vorne, ruhig, als würde er einer Kundin den Weg erklären. Lina stellte die Dosen hin und blieb dabei aufrecht.
Er kam irgendwann den Gang entlang. Die Cap schief, eine leere Kiste in den Händen. Lina sah nicht hoch. Sie rückte ein Etikett gerade, das schon gerade war, und tat so, als würde sie ihn nicht bemerken. Karl blieb stehen. Sie spürte den Blick und wartete. „Morgen“, sagte er schließlich.
Lina hob den Kopf, der Blick war fast genervt. „Morgen.“
Er lächelte nicht. Stattdessen musterte er sie, als würde er nach dem Unterschied suchen. „Alles klar bei dir?“
„Ja.“ Sie nahm die nächste Packung und stellte sie aufrecht hin. „Muss nur fertig werden.“
Karl nickte langsam. Die Kiste in seinen Händen blieb, wo sie war. Er ging weiter. Lina atmete aus und räumte weiter ein. Das Ziehen in ihrem Bauch war schon wieder da. Wärmer. Aber sie hielt sich daran.
Später stand sie an der Kasse. Karl kam mit einer Frage zu den Etiketten. Sie bediente gerade eine Kundin und ließ ihn warten. Eine Minute, vielleicht länger. Sie reichte das Wechselgeld rüber, lächelte der Frau zu und wandte sich erst dann ihm zu. „Was gibt’s?“
Er lehnte sich nicht auf das Band. „Die neuen Etiketten. Ich find sie nicht.“
Lina zuckte mit den Schultern. „Im Büro, linke Schublade vom Schreibtisch.“
Karl sah sie an. Die grün-braunen Augen waren dunkler. „Willst du mir zeigen, wo genau?“
Sie schüttelte den Kopf. „Nein. Ich hab hier zu tun. Du findest sie schon.“
Er blieb stehen, einen Moment zu lang. Dann nickte er und ging. Lina scannte die nächste Ware und spürte, wie das Lächeln an ihren Lippen zog. Sie unterdrückte es. Aber das Ziehen zwischen ihren Beinen blieb. Heißer. Sie arbeitete weiter. Aufrecht. Ohne sich zu bücken. Und jedes Mal, wenn sie ihn aus dem Augenwinkel sah, tat sie so, als wäre nichts gewesen. Es funktionierte. Sie merkte es daran, wie oft er in ihre Richtung schaute. Und daran, wie lange er diesmal brauchte, um wieder wegzusehen.
***
Lina räumte die letzte Reihe Dosen ein und blieb aufrecht stehen. Karl kam schon zum dritten Mal in ihren Gang. Diesmal ohne Kiste. Nur mit den Händen in den Taschen und der Cap tiefer als sonst. Er blieb am Ende des Regals stehen und tat so, als würde er Etiketten prüfen. Lina sah nicht hin. Sie schob eine Dose nach vorn und wartete.
„Die Paprika ist wieder umgestellt“, sagte er schließlich. Die Stimme war ruhiger als am Morgen. „Kannst du kurz schauen, ob das stimmt?“
Sie hob den Blick. „Steht da, wo sie hingehört. Du hast sie doch selbst eingeräumt.“
Karl nickte. Aber er ging nicht. Stattdessen trat er einen Schritt näher und lehnte sich mit der Schulter gegen das Regal. „Dann vielleicht die Etiketten. Ich bin mir nicht sicher.“
Lina spürte die Wärme zwischen ihren Beinen. Um dagegen anzukämpfen verschränkte sie die Arme und sah ihn an, als wäre die Frage lästig. „Du findest sie. Oder du fragst Markus. Ich hab hier noch zu tun.“
Er blieb stehen. Der Blick glitt über ihr Gesicht und blieb an ihrem Mund hängen. Länger als nötig. Dann nickte er und ging. Lina atmete aus und presste die Schenkel zusammen. Es funktionierte. Er kam öfter und blieb länger. Und jedes Mal, wenn sie ihn abwies, dauerte es kürzer, bis er wieder auftauchte.
In der Pause saß sie am Tisch und aß ihr Brot. Sabine erzählte gerade von einer Kundin, die drei Mal nach dem gleichen Produkt gefragt hatte. Markus saß gegenüber und scrollte auf dem Handy. Jonas kam rein und setzte sich.
„Der Neue ist heute irgendwie anhänglich“, sagte Jonas und grinste. „Hab gesehen, wie er schon zweimal zu Lina gelaufen ist. Und jedes Mal so getan hat, als wär’s was mit den Etiketten.“
Sabine lachte. „Klassiker. Neue, die denken, sie müssen sich bei jedem einschmeicheln. Vor allem bei denen, die schon länger hier sind.“
Lina schaute hoch, kaute und sagte nichts. Markus hob den Blick vom Handy und sah sie an. Nur die Augen, die sagten, dass er mehr wusste als die anderen. Sie hielt dem Blick stand und zuckte mit den Schultern.
„Er fragt halt viel“, sagte sie. „Ist neu.“
Jonas schnaubte. „Neu und aufmerksam. Hab ihn heute Morgen schon an der Kasse gesehen, wie er rüber geschaut hat. Als würde er warten, dass du ihn bemerkst.“
Markus steckte das Handy weg und lehnte sich zurück. „Vielleicht will er nur wissen, wo was steht. Oder vielleicht nicht.“ Er warf Lina noch einen Blick zu. Diesmal mit dem Ansatz eines Lächelns. „Manche merken schneller, wer hier wirklich den Laden im Griff hat.“
Die anderen lachten. Lina trank einen Schluck Wasser und spürte die Wärme in ihrem Gesicht. Gerade so, dass sie den Becher länger hielt als nötig. Sie stellte den Becher ab und aß weiter. Draußen im Laden wartete er wahrscheinlich schon wieder irgendwo. Mit einer Frage. Oder ohne.
***
Lina stand im Gang und schob Dosen nach hinten, als sie Minas Stimme hörte, das Lachen, das sie von zu Hause kannte. Sie richtete sich halb auf und sah durch die Lücke zwischen den Regalen. Mina stand an der Kasse, eine Tüte in der Hand, und redete mit Karl. Er lächelte das schiefe Lächeln, das er sonst nur zeigte, wenn er dachte, niemand würde es merken.
Lina blieb, wo sie war. Hinter Mina. Genau so, dass Karl sie sehen konnte, wenn er den Blick nur ein Stück hob. Sie kniete sich hin und begann, die unterste Reihe einzuräumen. Diesmal langsamer. Das Shirt rutschte am Rücken hoch, und sie wusste, wie das aussah. Sie schob eine Dose weiter nach hinten als nötig und blieb unten. Der Zopf fiel nach vorn. Sie spürte den Blick, ohne ihn zu suchen.
Karl antwortete Mina noch. Aber die Worte kamen langsamer. Lina beugte sich weiter vor, tat so, als würde sie etwas ganz hinten suchen, und spürte, wie die Wärme zwischen ihren Beinen zunahm. Sie hörte Mina etwas sagen. Dann Stille. Mina drehte sich um. Lina sah es aus dem Augenwinkel. Der Blick ihrer Mitbewohnerin traf sie, wissend und ein bisschen amüsiert. Karl schaute immer noch, inzwischen zu ihr. Die Cap war nach hinten gerutscht, und die grün-braunen Augen waren dunkel.
Lina stand langsam auf. Sie strich sich den Zopf über die Schulter und nahm die nächste Kiste, ohne jemanden anzusehen, weder Mina noch ihn. Sie ging den Gang hinunter, als wäre nichts gewesen, und stellte die Kiste ab. Hinter ihr hörte sie Mina wieder sprechen. Leiser diesmal. Karl antwortete. Aber die Stimme war nicht mehr ganz so ruhig.
Lina stellte die Kiste ab und blieb im nächsten Gang stehen. Die Stimmen waren leiser geworden, aber nicht weg. Sie schob ein paar Packungen zur Seite und tat so, als würde sie Etiketten prüfen. Dabei hörte sie hin. Minas Lachen kam zuerst, dann Karls Stimme, tiefer als sonst.
„…sie tut nur so“, sagte er. Die Worte waren undeutlich. Lina trat einen Schritt näher an das Regalende und beugte sich vor, als würde sie etwas vom Boden aufheben. Das Shirt rutschte wieder, unabsichtlich dieses Mal. Sie spürte die kühle Luft an ihrem Rücken und die Wärme zwischen ihren Beinen, die nicht nachließ.
Mina antwortete etwas. Lina verstand nur Bruchstücke. „…merkt sie schon.“ Und dann ein leises Schnauben. Karl lachte das kurze, raue Geräusch, das er machte, wenn er etwas nicht zugeben wollte.
Lina richtete sich halb auf und warf einen Blick durch die Lücke. Mina stand immer noch da, die Tüte in der Hand, und sah Karl an. Er hatte die Cap wieder nach vorn gezogen. Sein Blick war nicht bei Mina, er wanderte und suchte. Lina zog sich zurück, bevor er sie fand, und presste die Schenkel zusammen.
„…morgen wieder“, sagte Karl. Die Stimme war leiser geworden. Lina spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Mina sagte etwas, das sie nicht verstand. Dann Schritte. Mina ging. Karl blieb.
Lina kniete sich wieder hin und räumte eine Reihe ein, die schon eingeräumt war. Sie hörte, wie er sich bewegte und näherkam. Sie blieb unten und wartete. Sie wurde unruhiger und ein bisschen aufgeregt. Sie wusste, dass er gleich um die Ecke kommen würde. Und dass er sie so finden würde. Gebückt. Mit dem Shirt, das zu weit hochgerutscht war.
Lina blieb in der Hocke. Die Knie auf dem kalten Boden, der Rücken leicht durchgedrückt, und das Shirt, das schon zu weit hochgerutscht war. Sie hörte seine Schritte näherkommen. Dann hob sie die Arme und begann, den Zopf neu zu binden. Die Finger zogen die Haare hoch, drehten sie zusammen und schoben sie fest nach hinten. Die Bewegung streckte ihren Rücken und ließ den Ausschnitt weiter nach vorn fallen. Sie wusste, wie das von oben aussah.
Karl bog um die Ecke und blieb stehen. Lina sah nicht sofort hoch. Sie band den Zopf fertig, strich sich eine lose Strähne hinters Ohr und rückte noch eine Dose gerade, die schon geradestand. Erst dann hob sie den Blick, ließ ihn wandern von seinen Schuhen über die Hose bis zu seinem Gesicht. Die grün-braunen Augen waren dunkel. Der Mund leicht geöffnet. Sie hielt den Blick und tat so, als würde sie nicht verstehen, warum er so still war.
„Suchst du was?“, fragte sie. Die Stimme kam ruhig, unschuldig. Sie blieb unten, die Hände auf den Oberschenkeln. Der Zopf saß jetzt fest, und sie wusste, wie die Aussicht war.
Karl schluckte. Sie sah es. Die Cap rutschte ein Stück nach hinten, als er sich mit einer Hand durch die Haare fuhr. „Die… Etiketten“, sagte er. Die Stimme war tiefer und rauer. „Ich dachte, du…“
Lina neigte den Kopf ein Stück zur Seite und sah weiter zu ihm hoch. Die Lippen leicht geöffnet. Sie tat so, als würde sie überlegen. „Die sind im Büro. Hab ich doch gesagt.“ Ihre Finger strichen langsam über ihren Oberschenkel, nur kurz, bevor sie wieder eine Dose nahm.
Er antwortete nicht sofort. Der Blick blieb an ihrem Mund hängen. Dann weiter unten. Lina spürte die Wärme zwischen ihren Beinen stärker werden. Sie presste die Schenkel nicht zusammen. Stattdessen blieb sie genauso in der Hocke mit dem hochgebundenen Zopf. Und dem Blick, der nichts wissen wollte. Karl atmete aus.
„Oder willst du doch, dass ich mitkomme?“, fragte sie und hob den Blick wieder. Diesmal nur halb, die Augen waren ruhig.
Er antwortete nicht sofort. Lina neigte den Kopf ein Stück und ließ den Zopf über eine Schulter fallen, obwohl sie ihn gerade erst hochgebunden hatte. Die Haare lösten sich schon wieder. Sie tat so, als würde sie es nicht merken, und schob sie hinters Ohr. Dabei blieb sie unten. Die Knie auf dem Boden. Der Rücken leicht durchgedrückt.
„Ich weiß nicht“, sagte Karl schließlich. „Du hast vorhin gesagt, du hast zu tun.“
Lina lächelte. Nur ganz leicht. Nicht genug, um es als Einladung zu lesen. „Hab ich auch. Aber wenn du mich brauchst…“ Sie zuckte mit den Schultern und senkte den Blick wieder auf die Dosen. Die Finger strichen noch einmal über ihren Oberschenkel, langsamer diesmal. „Oder du fragst Markus. Der weiß auch, wo alles liegt.“
Sie hörte, wie er ausatmete. Ein kurzes, unsicheres Geräusch. Lina räumte weiter ein und tat so, als wäre das Gespräch schon vorbei. Die Wärme zwischen ihren Beinen war deutlich. Sie spürte seinen Blick immer noch. Als würde er nicht wissen, ob er bleiben oder gehen sollte. „Lina“, sagte er leise.
„Du stehst immer noch da“, sagte sie, ohne sich umzudrehen.
Karl antwortete nicht sofort. Sie spürte seinen Blick auf ihrem Rücken, auf der Stelle, wo das Shirt endete. „Ich… war mir nicht sicher, ob du mich brauchst.“
Sie drehte sich zur Seit und lehnte sich mit der Schulter gegen das Regal. Der Zopf fiel nach vorn. Sie verschränkte die Arme unter der Brust und sah ihn an. Ihr Blick war ruhig, fast gelangweilt. „Ich brauch dich nicht. Du brauchst mich.“
Sie sah wie er schluckte. Seine Augen waren dunkel, und die Hände hingen locker an seinen Seiten, als wüsste er nicht, wohin damit. Lina ließ den Blick langsam über ihn wandern. Vom Gesicht über die Brust bis zur Hose. Sie blieb dort einen Moment mit dem Blick, bevor sie die Augen wieder hob.
„Wenn du willst, dass ich mitkomme“, sagte sie leise, „dann sag es. Ich hab keine Lust, jemandem hinterherzulaufen, der nicht weiß, was er will.“
Karl atmete aus. Die Cap rutschte. Er schob sie zurück und trat einen Schritt näher. „Ich will, dass du mitkommst.“
Lina hielt seinem Blick stand. Die Wärme zwischen ihren Beinen war heiß. Sie stand auf, löste die Arme und ging an ihm vorbei. Nah genug, dass ihr Arm seinen streifte. „Dann komm. Aber diesmal ohne Ausreden.“
Sie ging langsam voraus und hörte, wie er ihr folgte. Die Schritte waren näher als vorher. Unsicherer. Lina spürte die Macht in diesem Moment und genoss sie. Jeden Schritt.
Lina schloss die Bürotür hinter ihnen und lehnte sich kurz dagegen. Das Licht war gedämpft, nur die kleine Lampe auf dem Schreibtisch brannte. Karl stand mitten im Raum, die Cap in der Hand, und sah sie an.
Sie trat näher und blieb dicht vor ihm stehen. So dicht, dass sie den Kopf in den Nacken legen musste. Ihr Blick hielt seinen lang stand. Sie sah, wie er schluckte. Wie sich seine Brust hob und senkte. Dann ging sie langsam auf die Knie. Genauso wie im Gang. Der Boden war hart unter ihren Knien. Sie band den Zopf noch einmal fest, die Arme gehoben, der Rücken durchgedrückt, und sah dann zu ihm hoch. Die Lippen leicht geöffnet. Der Blick ruhig. Als würde sie nicht wissen, was sie tut.
Karl atmete hörbar aus. Die Cap fiel ihm aus der Hand. Lina legte ihre Hände auf seine Oberschenkel und ließ sie langsam nach oben wandern. Über den Stoff seiner Hose. Sie kreiste mit den Handflächen über die Stelle, wo er schon hart war, und massierte ihn unmissverständlich durch den Stoff. Ihre Finger drückten fester, strichen entlang der Länge, und sie spürte, wie er zuckte.
„Die Etiketten sind in der Schublade“, sagte sie leise und sah weiter zu ihm hoch. Die Stimme war ruhig. Ihre Hände hörten nicht auf. Sie massierte ihn weiter, langsam, kreisend, und spürte, wie die Härte unter ihren Handflächen zunahm. „Oder wolltest du etwas anderes?“
Karl legte eine Hand an ihren Hinterkopf, seine Finger vergruben sich leicht in ihrem Zopf. „Lina…“
Sie lächelte und massierte ihn weiter. Die Handflächen fest über seiner Hose. Der Blick von unten unverändert, ruhig, wissend, machtvoll. Lina ließ ihre Hände über seine Hose kreisen und spürte, wie hart er schon war. Sie drückte fester zu, massierte die Länge durch den Stoff und sah dabei weiter zu ihm hoch. Der Blick blieb ruhig. Fast unbeteiligt. Karls Atem ging schneller. Seine Hand in ihrem Zopf zitterte leicht.
Lina öffnete seine Hose und schob den Stoff ein Stück nach unten. Der Reißverschluss folgte. Sie zog den Stoff ein Stück nach unten, gerade so weit, dass sie ihn freilegte, und ließ ihre Finger dann über die nackte Haut gleiten. Karl war schon hart. Er war groß, passend zu seiner Körpergröße, und dick genug, dass ihre Finger ihn nicht ganz umschließen konnten. Die Haut war warm und glatt, die Spitze bereits feucht. Eine Ader zeichnete sich deutlich an der Unterseite ab. Er zuckte leicht unter ihrer Berührung. Der Anblick war eindeutig. Und er passte zu ihm. Sie umschloss ihn nicht sofort. Stattdessen strich sie mit den Fingerspitzen entlang der Unterseite, kreiste über die Spitze und zog sich wieder zurück. Karl stöhnte leise. Das Geräusch war rau. Unkontrolliert.
„Still“, sagte sie leise und sah zu ihm hoch. Die Lippen waren leicht geöffnet. „Sonst hört uns jemand.“
Sie beugte sich vor und ließ ihren Atem über ihn streichen. Aber sie nahm ihn nicht in den Mund. Stattdessen massierte sie ihn weiter mit der Hand, fest und langsam, und küsste nur die Innenseite seines Oberschenkels. Karls Hüften zuckten nach vorn. Sie drückte ihn mit der freien Hand zurück gegen den Schreibtisch und hielt ihn dort. Die Kontrolle lag bei ihr. Sie spürte es. In der Art, wie er zitterte. Wie er ihren Namen flüsterte, ohne wirklich zu sprechen.
Lina leckte einmal langsam über die Spitze. Nur einmal. Dann zog sie sich zurück und massierte ihn wieder. Fester. Der Blick von unten blieb an seinem Gesicht hängen. Sie sah, wie sich seine Augen schlossen. Wie der Mund sich öffnete. Wie er die Kontrolle verlor.
„Schau mich an“, sagte sie. Die Stimme war ruhig. Fordernd. Karl öffnete die Augen. Dunkel und verzweifelt. Lina lächelte. Nur ganz leicht. Und nahm ihn dann langsam in den Mund. Tief. Aber nicht ganz. Sie bewegte sich quälend langsam, die Zunge fest, und zog sich jedes Mal zurück, bevor er ganz drin war. Ihre Hand arbeitete weiter. Der Zopf wippte bei jeder Bewegung.
Karl stöhnte ihren Namen. Die Hand in ihren Haaren krallte sich fester. Sie ließ es zu. Für einen Moment. Dann zog sie sich zurück, leckte über ihre Lippen und sah zu ihm hoch. Die Lippen glänzten.
„Noch nicht“, flüsterte sie. „Du wartest. Bis ich es sage.“
Sie massierte ihn weiter. Langsam. Quälend. Und genoss jeden zittrigen Atemzug, den er tat. Lina nahm ihn wieder in den Mund. Diesmal tiefer. Sie ließ ihn langsam über ihre Zunge gleiten, bis er fast ganz in ihr war, und hielt ihn dort. Die Kehle eng. Der Atem durch die Nase. Karl stöhnte laut auf und krallte sich fester in ihren Zopf. Sie spürte, wie er zuckte. Wie nah er schon war. Dann zog sie sich zurück. Gerade so weit, dass sie die Zähne leicht über die empfindliche Haut ziehen konnte. Nur ein sanfter, bewusster Druck. Eine Warnung. Eine Erinnerung.
Karl keuchte. Seine Hüften wollten nach vorn, aber sie hielt ihn mit der Hand an seiner Hüfte zurück. „Nicht“, sagte sie leise und sah zu ihm hoch. „Du bewegst dich nicht.“
Sie nahm ihn wieder tief. Langsam. Die Zunge fest an der Unterseite. Und jedes Mal, wenn sie sich zurückzog, ließ sie die Zähne kurz und leicht über ihn gleiten. Gerade genug, dass er es spürte. Gerade genug, dass sein Atem stockte und seine Beine zitterten. Lina genoss das Geräusch. Das Zittern. Die Art, wie er ihren Namen flüsterte, als würde er betteln, ohne es auszusprechen.
Sie massierte ihn mit der Hand, während sie ihn wieder in den Mund gleiten ließ. Die Bewegungen waren kontrolliert. Quälend langsam, tief, dann die Zähne. Karls Hand in ihrem Haar zitterte. Er versuchte, sie näher zu ziehen. Sie ließ es nicht zu. Stattdessen zog sie sich ganz zurück, leckte einmal langsam über die Eichel und sah zu ihm hoch.
„Du kommst, wenn ich es will“, sagte sie. Ihre Stimme war leise und bedrohlich.
Sie nahm ihn wieder in den Mund, tiefer als zuvor, und spielte weiter mit dem leichten Druck ihrer Zähne. Jedes Mal ein bisschen länger, ein bisschen deutlicher. Karl stöhnte heiser. Die Beine gaben fast nach. Lina hielt ihn, kontrollierte ihn und trieb ihn weiter, genau dorthin, wo sie ihn haben wollte.
Lina zog sich ein letztes Mal zurück und sah zu ihm hoch. Die Lippen glänzten. Der Blick war immer noch ruhig, aber sie öffnete den Mund wieder und nahm ihn tief. Diesmal ließ sie die Hand an seiner Hüfte sinken, sie gab den Widerstand auf. Karl verstand es sofort, seine Finger krallten sich fester in ihren Zopf und er begann, sich zu bewegen. Langsam zuerst, dann fester. Er stieß in ihren Mund, tief, und Lina ließ es zu. Sie entspannte die Kehle, atmete durch die Nase und hielt sich an seinen Oberschenkeln fest.
Jedes Mal, wenn er zu tief oder zu schnell wurde, ließ sie die Zähne leicht über ihn gleiten. Nur kurz, eine Erinnerung. Er stöhnte daraufhin heiser und verlangsamte sich für einen Moment, bevor er wieder fester zustoß. Lina spürte, wie er die Kontrolle verlor. Wie seine Bewegungen ungleichmäßiger wurden. Wie er ihren Mund benutzte, genauso, wie er es brauchte. Sie ließ ihn. Die Macht lag immer noch bei ihr, in den Zähnen, in der Art, wie sie ihn ansah, wenn er zu weit ging.
Karl stöhnte ihren Namen. Die Stöße wurden kürzer, härter. Sie spürte, wie er anschwoll, wie er zuckte. „Ich komme“, keuchte er, Lina blieb dort, versuchte ein Nicken. Dann kam er, tief in ihrem Mund, heiß, viel. Lina schluckte, kostete seinen salzigen Geschmack. Sie blieb, wo sie war, und nahm jeden Stoß, bis er sich zitternd zurückzog. Ihr Atem ging schwer, die Lippen waren geschwollen, die Augen voller Tränen. Sie leckte sich einmal über den Mund und sah zu ihm hoch. Ihr Blick war immer noch ruhig, ein bisschen dunkler.
Karl lehnte sich gegen den Schreibtisch und atmete schwer. Die Hand löste sich langsam aus ihrem Zopf. Lina stand auf, die Beine waren ein bisschen weich. Sie strich sich das Shirt glatt und band den Zopf fest zusammen. Dann sah sie ihn an.
„Die Etiketten sind in der linken Schublade“, sagte sie leise. „Falls du sie immer noch suchst.“
Sie ging zur Tür und öffnete sie einen Spalt. Der Gang war leer. Lina trat hinaus und schmeckte ihn immer noch, genau wie die Macht, auch wenn sie sie gerade abgegeben hatte. Sie strich sich mit dem Handrücken einmal über den Mund, nur oberflächlich. Mit einem Griff checkte sie ihre Haare und ging zur Kasse, als wäre nichts gewesen.
Karl kam zehn Minuten später an ihr vorbei, eine Kiste in den Händen, die Cap schief. Lina stand hinter dem Band und scannte gerade eine Packung. Sie hob den Blick, als er näherkam, und öffnete den Mund, nur kurz. Gerade so weit, dass er die Reste auf ihrer Zunge sehen konnte. Sie schloss den Mund wieder und lächelte, als hätte sie nur gegähnt. Karl blieb stehen, die Kiste in seinen Händen senkte sich ein Stück. Seine Augen wurden dunkler. Lina wandte sich der nächsten Kundin zu und reichte das Wechselgeld rüber.
Er ging langsam weiter. Sie spürte den Blick noch im Rücken. Markus tauchte neben der Kasse auf, das Handy in der Hand. „Hey. Die Chefin will den Dienstplan für nächste Woche ändern. Du sollst Donnerstag früher kommen. Kannst du das?“
Lina nickte und schluckte, der Rest rutschte die Kehle runter. Dann lächelte sie und nahm das Handy, das er ihr hinhielt. „Klar. Zeig mal.“
Markus musterte sie kurz. Der Blick blieb an ihrem Mund hängen. Nur einen Moment. Dann zuckte er mit den Schultern und erklärte die Änderung. Lina scrollte durch den Dienstplan auf Markus’ Handy und nickte an den richtigen Stellen. Die Worte kamen automatisch. Donnerstag. Früher. Klar. Dabei wanderte ihr Blick immer wieder an ihm vorbei. Karl stand weiter hinten im Gang, die Kiste inzwischen abgestellt, und tat so, als würde er Etiketten prüfen. Die Cap saß schief. Er sah nicht direkt hin. Aber sie spürte es.
Sie gab Markus das Handy zurück und hob die Arme, langsam löste sie den Zopf, zog die Haare hoch und band sie neu. Die Bewegung streckte sie, der Ausschnitt gab mehr frei. Sie sah dabei nicht Markus an, ihr Blick ging an ihm vorbei, direkt zu Karl. Er hatte den Kopf gehoben, die grün-braunen Augen fanden ihre. Sie hielt den Blick, während sie den Zopf festzog, und ließ die Arme dann sinken.
Markus schnaubte leise. „Verstehe. Ich sag der Chefin, dass du Donnerstag kannst.“
„Danke.“ Lina lächelte und warf Karl noch einen letzten Blick zu. Der Zopf saß jetzt wieder fest. Sie wandte sich der nächsten Kundin zu und scannte weiter. Aber sie spürte Markus’ Blick noch einen Moment im Rücken und Karls auch.
Lina stempelte aus und hängte die Schürze auf. Der Feierabend war da. Sie ging nicht direkt zum Ausgang. Stattdessen lief sie noch einmal an Kasse zwei vorbei, wo Karl gerade die letzten Einkäufe einer Kundin scannte. Er hob den Blick, als sie näherkam. Lina blieb am Rand des Bands stehen und wartete, bis die Kundin ihre Tüte nahm und ging.
Dann beugte sie sich leicht vor, nicht viel. Gerade so, dass nur er es hörte. „Ich hab deinen Geschmack immer noch im Mund“, sagte sie leise und sah ihm in die Augen.
Karls Hände blieben auf dem Band liegen. Seine Pupillen wurden kleiner. Lina lächelte, dann richtete sie sich auf und ging. Sie spürte seinen Blick bis zur Tür.
Draußen war es schon dunkel. Sie schloss das Fahrrad auf und fuhr nach Hause. Der Geschmack war wirklich noch da. Schwach. Aber deutlich genug.
***
In der Wohnung hatte Mina die Küche in einen Töpferkurs verwandelt. Im Hintergrund spielte leise eine Melodie. Lina könnte schwören dass es eins der alten Lieder aus ihrer Kindheit waren. Als Mina sie bemerkte, formte sie noch die letzte Ecke von ihrem aktuellen Projekt, dann drehte sie sich um und hielt ihre Hände sicher über den Tisch. „Na? Wie war der Tag? Du grinst schon wieder.“
Lina zog die Jacke aus und ließ sich in den Sessel fallen. „Gut. Er hat nach den Etiketten gefragt. Ich hab sie ihm gezeigt.“
Mina hob eine Augenbraue. „Im Büro?“
„Ja.“ Lina strich sich über den Unterarm und lächelte gegen die Decke. „Und danach hat er an der Kasse gestanden und so getan, als wär nichts. Aber er hat mich angeguckt, den ganzen Nachmittag.“
Mina grinste. „Ich hab ihn heute gesehen, als ich da war. Der ist schon süß. Groß. Und die Augen. Und er hat dich angeguckt, als wärst du das Einzige im Laden, das ihn interessiert.“
Lina lachte leise. „Er traut sich was. Und unsicher, wenn ich ihn warten lasse. Das gefällt mir.“
„Klar.“ Mina lehnte sich vor. „Und was hast du ihm zum Abschied gesagt?“
Lina erzählte es. Die letzten Worte an der Kasse. Der Blick. Mina pfiff leise durch die Zähne. „Der denkt das ganze Wochenende an dich. Und ich finde ihn wirklich süß, auch wenn er dich gerade komplett um den Finger gewickelt hat.“
Lina schloss die Augen und lächelte. Der Geschmack war immer noch da. „Ja“, sagte sie leise. „Hat er.“
***
Die Bässe dröhnten durch den Raum und vibrierten in Linas Brust. Sie tanzte dicht bei Mina, die Haare offen, das knappe Top klebte schon leicht an ihrer Haut. Mina trug ein kurzes Kleid, das bei jeder Bewegung hochrutschte, und lachte, als der Beat wieder anzog. Lina drehte sich, die Arme über dem Kopf, und spürte den Schweiß im Nacken. Der Club war voll und dunkel, nur die Lichter zuckten über die Körper.
Sie stieß mit jemandem zusammen. Hart genug, dass sie einen Schritt zurückmachen musste. Eine Hand fing sie schnell am Ellbogen ab. Lina drehte sich um und wollte sich entschuldigen. Dann sah sie ihn.
Karl. Ohne Cap. Die roten Haare fielen ihm in die Stirn, zerzaust vom Tanzen. Er trug ein schwarzes Tanktop, das enger saß als alles, was sie im Laden an ihm gesehen hatte, die Tattoos an seinem Unterarm waren deutlich. Um den Hals trug er eine silberne Kette. Die grün-braunen smokey eyes fanden ihre sofort, dunkel im Licht. Er ließ ihren Ellbogen nicht sofort los.
„Lina“, sagte er mit tiefer Stimme. Der Bass verschluckte fast alle, sie rat die Worte aus seinem Mund. Sie spürte die Wärme seiner Hand noch, als er sie losließ. Mina tanzte weiter, bemerkte ihn aber und grinste über Linas Schulter. Lina blieb stehen. Der Beat hämmerte. Karl stand zu nah. Er roch nach Rauch und etwas Wärmerem, nach Nacht.
„Du bist auch hier“, sagte sie. Die Stimme kam leiser raus, als sie wollte. Ihr Top war verrutscht. Sie zog es nicht zurecht.
Karl lächelte schief. „Ja. Und du siehst…“ Er ließ den Satz hängen, sein Blick glitt über ihr Outfit, über die nackte Haut an ihrem Bauch, über die offenen Haare. „Anders aus.“
Lina hob eine Augenbraue und trat einen Schritt näher. Der Bass vibrierte zwischen ihnen. „Du auch.“
Er lachte leise. Das Geräusch ging im Beat unter, aber sie spürte es. Seine Hand fand wieder ihren Ellbogen. „Tanz mit mir.“
Mina stieß sie von hinten an und grinste. Lina sah Karl an. Die Spannung war sofort wieder da, heiß, unruhig, anders als im Laden. Hier gab es keine Kassen oder Kollegen, nur den Bass und seinen Blick. Sie nickte. Und ließ sich von ihm in den Beat ziehen.
Zuerst war es vorsichtig. Karl hielt Abstand, die Hand nur leicht an ihrer Hüfte, und bewegte sich im Rhythmus. Der Bass war tief und langsam genug, dass sie ihn spüren konnte. Sie drehte sich, das Top rutschte ein Stück höher, und sie zog es nicht sofort runter. Stattdessen sah sie ihn an.
Sie trat näher, die Hand an seiner Brust. Das Shirt unter ihren Fingern war warm und ein bisschen feucht. Karl atmete aus. Dann legte sie seine Hand fester an ihre Hüfte und drehte sich um. Der Rücken an seiner Brust. Der Bass wurde lauter. Sie bewegte sich gegen ihn, langsam zuerst, dann im Takt.
Karls Hände wanderten über ihren Bauch, über das Top. Die Finger warm auf ihrer Haut. Sie ließ es zu für einen Moment. Dann nahm sie seine Handgelenke und schob sie wieder nach unten. Sie drehte den Kopf und sah zu ihm hoch, die Lippen nah an seinem Ohr.
Er stöhnte leise. Sie spürte es mehr, als sie es hörte. Lina bewegte sich weiter gegen ihn. Das Top rutschte höher, sein Tanktop auch, Haut auf Haut. Der Schweiß machte alles glatter, heißer. Sie spielte mit dem Abstand, mal dicht, mal einen Schritt zurück, aber immer so, dass er ihr folgen musste. Der Bass hämmerte, die Lichter zuckten über seine roten Haare und über die Tattoos an seinem Arm, die sie jetzt deutlich sah. Sie legte Karls Hände wieder an ihre Hüften und ließ ihn spüren, wie sie sich bewegte, langsam und provozierend. Die Kleidung verrutschte weiter. Sein Atem war heiß an ihrem Nacken, sie genoss jeden Atemstoß von ihm und die Art, wie er sich an sie presste, ohne wirklich die Kontrolle zu haben.
Der Bass zog an und wurde härter. Karls Hände lagen nicht mehr nur an Linas Hüften. Er wurde mutiger. Die Finger glitten unter den Bund ihrer Hose, warm und fest, und zogen sie enger an sich. Sie spürte seine Hand deutlich, schwer an ihrem Bauch. Lina genoss seine direkte Art. Sie bewegte sich im Takt gegen ihn, die Arme um seinen Nacken, und spürte, wie sein Shirt weiter hochrutschte.
Sie drehte sich wieder um, den Rücken an seiner Brust. Karls Hände wanderten höher unter ihr Top, über ihren Bauch bis zu den Brüsten. Er umfasste sie durch den Stoff des BHs und drückte zu, nicht grob aber fest. Lina stöhnte leise. Das Geräusch ging im Bass unter. Sie schob seine Hände nicht weg, stattdessen legte sie ihre eigenen darüber und führte ihn, langsamer und gezielter. Er folgte. Die Finger massierten sie im Rhythmus. Sie spürte, wie sie immer angeturnter wurde, wie ihre Hose an ihren Schenkeln klebte.
Mina stand ein paar Meter entfernt und tanzte mit jemand anderem. Aber ihr Blick war bei ihnen. Lina sah es aus dem Augenwinkel, das Grinsen, die Art, wie Mina den Kopf im Takt wiegte und dabei zusah, wie Karls Hände unter Linas Top verschwanden. Sie liebte die Energie, das sah man. Lina strahlte und schob sich noch fester gegen Karl, provozierender. Seine Härte drückte zwischen ihre Pobacken. Er stöhnte an ihrem Nacken, die Lippen streiften ihre Haut.
Lina hob die Arme und ließ das Top noch weiter hochrutschen, fast bis unter die Brüste. Karls Hände folgten, Haut auf Haut jetzt. Die Daumen strichen über ihre Nippel. Sie zuckte. Der Bass hämmerte. Sie bewegte sich schneller, ekstatischer. Der Schweiß lief ihr den Rücken runter, aber Karl hielt sie fest. Eine Hand an ihrer Brust, die andere tief an ihrer Hüfte. Er rieb sich an ihr, im Takt, unkontrollierter als vorher.
Sie drehte sich in seinen Armen um und küsste ihn, hart. Der Bart kratzte, seine Zunge war heiß. Sie biss leicht in seine Unterlippe und zog sich zurück. Nur ein Stück.
„Mutiger“, sagte sie gegen seinen Mund. Der Bass verschluckte fast alles. „Aber du wartest immer noch.“
Karl nickte. Die Augen dunkel. Die Hände überall. Und sie tanzten weiter. Körper an Körper. In Ekstase. Bis die Kleidung kaum noch hielt und Mina von außen zusah, wie die Spannung zwischen ihnen fast riss.
Sie nahm seine Hand und zog ihn mit durch die Menge. Vorbei an Mina, die grinste und ihnen nachsah, raus aus dem Club. Die Tür fiel hinter ihnen zu. Die kühle Nachtluft traf sie sofort. Lina lehnte sich gegen die Wand neben dem Eingang und zog die Zigaretten aus der kleinen Tasche an ihrem Top. Sie zündete eine an und reichte sie ihm.
Karl nahm sie, seine Finger streiften ihre. Er zündete seine an, zog daran und blies den Rauch zur Seite. Sein Blick blieb an ihr hängen, hungrig. Lina trat näher. So nah, dass ihr Knie zwischen seine Beine glitt. Sie spürte ihn, immer noch hart. Sie drückte leicht dagegen, spielerisch und sah zu ihm hoch.
Er antwortete nicht. Stattdessen legte er die freie Hand an ihre Hüfte und zog sie enger. Die Zigarette zwischen seinen Fingern. Lina lehnte sich noch näher an ihn. Sie strich mit den Fingerspitzen über seinen Unterarm, über die Tattoos. Langsam, hoch bis zum Ellbogen. Dann wieder runter. Karl atmete aus, der Rauch streifte ihr Gesicht. Sie nahm die Zigarette aus seinem Mund und zog selbst daran. Dabei blieb sie dicht an ihm, ihr Knie bewegte sich leicht und drückte sich eng an ihn.
Er legte die Stirn gegen ihre, die Augen halb geschlossen. Lina spürte seinen warmen Atem. Sie gab ihm die Zigarette zurück und ließ ihre Hand über seine Brust gleiten, runter, bis zum Bund seiner Hose. Sie hakte einen Finger ein und zog leicht. Karl stöhnte leise. Das Geräusch war tief in der Nachtluft.
Lina drückte ihr Knie noch einmal fester gegen ihn, dann zog sie sich ein Stück zurück, gerade so weit, dass die Spannung blieb. Er rauchte weiter, sie klaute ihm wieder die Zigarette. Seine Hand an ihrer Hüfte, ihre Finger an seinem Bauch. Das Knie, das immer wieder gegen ihn stieß.
Lina zog ein letztes Mal an seiner Zigarette und drückte sie an der Wand aus. Der Rauch hing noch zwischen ihnen. Sie sah Karl an. Die grün-braunen Augen waren gierig im Licht der Laterne. Sie nahm seine Hand von ihrer Hüfte und legte sie höher, an ihre Taille unter das Top. Dann ließ sie los.
„Du“, sagte sie leise. Nur das eine Wort. Karl verstand. Er trat näher. So nah, dass sein Körper ihren berührte. Die Hand unter ihrem Top glitt höher, über ihren Bauch bis zum BH. Er schob den Stoff hoch und umfasste ihre Brust. Haut auf Haut. Der Daumen strich fest über ihren Nippel. Lina atmete scharf ein. Er beugte sich runter und küsste sie. Nicht vorsichtig, gierig und hungrig. Der Bart kratzte, seine Zunge war fordernd. Sie öffnete den Mund und ließ ihn rein. Ihre Hände fanden seinen Nacken und sie zogen ihn tiefer.
Er drückte sie fester gegen die Wand, eine Hand an ihrer Brust, die andere an ihrer Hüfte. Er schob sein Knie zwischen ihre Beine, führte es langsam am Schenkel entlang und ging auf Nummer sicher, dass sie alles davon mitbekam, langsam und bestimmt. Lina stöhnte in seinen Mund, ihr Slip war schon feucht. Karl zog sich ein Stück zurück und sah sie an. Der Atem schwer. Dann glitt seine Hand von ihrer Hüfte nach unten, über den Stoff ihrer Hot-Pants, zwischen ihre Beine. Er massierte sie langsam aber fest kreisend durch den Stoff. Genau dort, wo sie es brauchte.
Lina krallte sich in sein Shirt, ihre Beine wurden weich. Er küsste ihren Hals, biss leicht zu. Seine Hand wanderte zwischen ihren Beinen und arbeitete weiter, drängender und genauer. Sie spürte, wie er sich an ihr rieb, während er sie massierte.
Karl schob die Hand unter den Bund ihrer Hose, und seine Finger fanden sie sofort feucht und bereit. Er streichelte sie zunächst langsam und mit spürbarer Absicht, bevor der Druck fester wurde und ein Finger tief in sie glitt. Lina stöhnte laut auf, während der Bass gedämpft durch die Wand dröhnte, und bewegte die Hüften gegen seine Hand, ließ ihn gewähren und sich von der Intensität überraschen. Seine andere Hand knetete ihre Brust, der Daumen strich immer wieder über den empfindlichen Nippel, und sie zitterte unter der doppelten Berührung.
Er küsste sie erneut, diesmal härter, und bewegte den Finger in ihr im gleichen Rhythmus, während sein Daumen kreisend über ihrer Klit lag. Lina verlor den eigenen Takt, ihr Kopf fiel gegen die Wand, und sie spürte, wie nah sie bereits war und wie er sie gezielt dorthin trieb, ohne ein Wort, nur mit seinen Händen, seinem Körper und dem Blick, den er ihr zuwarf, als er sich kurz zurückzog.
„Weiter“, flüsterte sie mit rauer Stimme. Karl lächelte schief und dunkel, bevor er einen zweiten Finger tief und fest in sie schob. Lina stöhnte auf und ließ sich fallen, während er die Finger schneller und gezielter bewegte, den Daumen fest über ihrer Klit kreisen ließ. Sie krallte sich in sein Shirt, presste den Kopf gegen die Wand und atmete stoßweise, spürte, wie sich alles in ihr heiß und eng zusammenzog. Er küsste sie hart und schob die Finger noch tiefer, genau im richtigen Winkel, bis sie kam. Die Beine zitterten, sie stöhnte in seinen Mund und biss leicht in seine Unterlippe, während die Wellen durch sie liefen. Karl hielt sie fest, ließ die Hand zwischen ihren Beinen, bis das Zittern nachließ, zog die Finger dann langsam heraus und strich einmal sanft über sie, bevor er die Hand zurückzog und ihr Top wieder nach unten schob.
Schritte und Stimmen näherten sich, eine Gruppe Männer kam um die Ecke, lachend, Zigaretten bereits in den Händen. Karl drehte sich sofort um und stellte sich schützend vor sie, breit genug, dass seine Schultern sie fast vollständig verdeckten. Lina lehnte sich gegen seinen Rücken und atmete aus, immer noch zittrig, zog die verrutschte Hose schnell hoch und strich sich das Top glatt. Seine Wärme schirmte sie ab, während die Männer ein paar Meter entfernt stehen blieben und sich Zigaretten anzündeten. Einer warf einen Blick herüber, Karl nickte nur ruhig, die Haltung klar, auch ohne Cap. Nicht jetzt.
Lina legte die Stirn zwischen seine Schulterblätter und spürte, wie sein Herz noch schnell schlug. Ihre eigenen Beine waren weich, die Lust ebbte langsam ab, doch die Wärme blieb. Sie strich mit den Fingern leicht und dankbar über seinen unteren Rücken. Er bewegte sich nicht, blieb stehen, bis die Gruppe sich unterhielt und nicht mehr hersah. Erst dann drehte er den Kopf ein Stück und sah sie an, die Augen dunkel, ein kleines Lächeln an den Mundwinkeln.
„Alles gut?“, fragte er leise.
Lina nickte gegen seinen Rücken, ohne dass ihre Stimme sofort kam, atmete noch einmal tief durch und trat dann neben ihn, die Hand an seinem Arm, während die Männer weiterrauchten und niemand etwas sagte. Karl legte den Arm um ihre Schultern und zog sie enger an sich, schützend, und sie ließ es zu, während der Bass immer noch gedämpft durch die Wand dröhnte und zwischen ihren Beinen die Wärme nachpochte, heiß und zufrieden.
Die Gruppe blieb stehen und zündete die Zigaretten an. Der Größte unter ihnen warf einen längeren Blick herüber, nicht aufdringlich, eher neugierig, musterte Karls breite Schultern, die Lina fast vollständig verdeckten, und dann ihr Gesicht, das gerade noch hinter seinem Arm auftauchte, die Haare zerzaust, die Lippen noch etwas geschwollen. Er grinste schief und stieß den neben ihm mit dem Ellbogen an.
„Na, alles klar bei euch?“, rief er herüber, laut genug, dass die Stimme über den gedämpften Bass drang, nicht feindselig, eher amüsiert. „Oder brauchen wir noch ’ne Minute?“
Die anderen lachten leise. Einer blies den Rauch zur Seite und musterte Karl, der immer noch schützend dastand, den Arm um Linas Schultern, und nur nickte. „Alles gut. Wir rauchen nur.“
Der Große zuckte mit den Schultern und zog an seiner Zigarette. „Klar. Sieht auch so aus.“ Sein Blick glitt noch einmal kurz und anerkennend über Lina, bevor er sich wieder seinen Freunden zuwandte. Sie redeten weiter über den Club, über den Beat, über eine Frau drinnen. Niemand kam näher, niemand sagte noch etwas Direktes.
Lina spürte, wie Karls Arm sich etwas fester um sie legte. Sie lehnte sich an ihn und atmete aus, die Wärme zwischen ihren Beinen pochte noch, doch die Gruppe hielt Abstand, rauchte, lachte und ließ sie in Ruhe. Nur ab und zu wanderte ein Blick herüber, wissend, aber nicht mehr fordernd.
Karl senkte den Kopf und sprach leise an ihr Ohr. „Sollen wir wieder rein?“ Lina nickte, die Stimme kam immer noch nicht ganz, sie drückte sich enger an ihn und ließ sich von ihm zurück zur Tür führen. Die Männer sahen ihnen nach, einer pfiff leise und kurz, dann blieb nur der Bass und die Nachtluft.
Draußen war die Luft kühl auf Linas Haut. Die Beine waren noch weich, zwischen ihren Schenkeln pochte es weiter, heiß und feucht, und bei jedem Schritt erinnerte der Stoff ihrer Hose sie daran, wie tief seine Finger gewesen waren. Sie wollte nach Hause, bevor der Bass sie wieder zurückzog.
„Ich will gehen“, sagte sie leise und sah zu ihm hoch, die Stimme rau, „aber ich muss Mina Bescheid sagen.“
Karl nickte, der Blick blieb dunkel und hungrig. Er ließ den Arm nicht sofort sinken, strich stattdessen mit dem Daumen über die nackte Haut an ihrer Hüfte, dort wo das Top noch hochgerutscht war. Die Berührung war leicht und schoss trotzdem direkt zwischen ihre Beine. Lina atmete scharf ein und schob seine Hand weg, nicht hart, nur genug, dass er verstand. Er lächelte schief und folgte ihr zurück zur Tür.
Drinnen schlug ihnen der Bass sofort entgegen, laut und heiß, der Schweißgeruch mischte sich mit ihrem eigenen. Karl blieb dicht hinter ihr, seine Hand fand wieder ihre Hüfte, diesmal unter dem Top, die Finger warm auf ihrer Haut. Sie ließ es zu, für den Moment, während sie Mina zwischen den Körpern suchte. Die Lichter zuckten, jemand streifte sie, Karl zog sie enger an sich, schützend und besitzergreifend. Sie spürte ihn hart an ihrem unteren Rücken und biss sich auf die Lippe.
Mina stand weiter hinten, tänzelnd, das kurze Kleid verrutscht, lachte mit jemandem und drehte sich, als Lina näherkam. Ihr Blick glitt über das zerzauste Haar und über Karls Hand, die immer noch unter dem Top lag. Sie grinste breit und wissend.
Lina trat näher und sprach gegen den Bass an. „Ich geh nach Hause.“
Mina nickte, beugte sich vor, ihre Lippen streiften Linas Ohr. „Viel Spaß. Und schreib, wenn du ankommst.“ Der Blick ging zu Karl. „Pass auf sie auf.“
Karl antwortete nicht, zog Lina nur enger, die Hand glitt höher über ihren Bauch bis knapp unter die Brust. Lina spürte die Wärme und die Lust, die immer noch nicht ganz weg war. Sie nickte Mina zu und ließ sich von ihm zur Tür ziehen. Der Bass wurde leiser, die Nachtluft kühler, und seine Hand blieb, wo sie war, warm und fordernd. Sie ließ es zu weil sie es wollte.
Die Nachtluft war kühl auf ihrer Haut. Sie fröstelte, als sie ein paar Schritte vom Club weg waren. Karl zog seine Jacke aus und legte sie ihr um die Schultern. Sie war zu groß, warm, roch nach ihm und nach Rauch. Lina zog sie enger und spürte, wie die Wärme langsam zurückkam.
Die Beine waren noch etwas weich, doch der Kopf klarte langsam auf, während der Bass hinter ihnen leiser wurde. „Danke“, sagte sie und sah zu ihm hoch. Die Jacke rutschte ihr fast von einer Schulter, sie schob sie zurück und grinste. „Oder willst du, dass ich erfrier, damit du mich wieder wärmen musst?“
Karl lachte leise, das schiefe Lächeln wirkte ohne Cap frecher. „Vielleicht. Aber du siehst gut aus in meiner Jacke.“
Lina schnaubte und stieß ihn spielerisch mit der Schulter an. „Pass auf, dass du nicht über deine eigenen Füße stolperst, wenn du so auf mich runterguckst.“
Er fing ihre Hand und verschränkte die Finger mit ihren, warm und fest. Sie liefen weiter durch die leeren Straßen, ab und zu fuhr ein Auto vorbei. Lina neckte ihn weiter, über die Cap, die er nicht dabeihatte, und über die Art, wie er im Laden immer so tat, als würde er die Etiketten nicht finden. Er konterte mit Bemerkungen über ihren Zopf, der heute fehlte, und über die Art, wie sie sich im Club bewegt hatte. Sie lachten leise, die Spannung blieb, aber leichter und spielerischer.
Irgendwann zog er sie in einen dunklen Hauseingang, die Hand an ihrer Hüfte. Lina landete mit dem Rücken an der kalten Wand. Karl beugte sich herunter und küsste sie hart, der Bart kratzte, seine Zunge war fordernd. Sie öffnete den Mund und zog ihn enger, die Jacke rutschte, seine Hände glitten darunter, über ihren Bauch herunter zu ihrem Po. Er massierte sie durch den Stoff, fest, Lina stöhnte leise und biss spielerisch in seine Unterlippe, dann fester.
Er rieb sich an ihr, deutlich, die Härte gegen ihren Bauch. Sie schob ein Knie zwischen seine Beine und drückte leicht, er keuchte. Sie lächelte gegen seinen Mund und zog sich ein Stück zurück, gerade so weit, dass sie ihn ansehen konnte, die Lippen geschwollen, der Atem schwer.
„Nicht hier“, sagte sie leise und frech. „Sonst kommen wieder irgendwelche Typen und du musst mich verstecken.“
Karl lachte rau und küsste sie noch einmal, kürzer, dann zog er die Jacke wieder richtig um ihre Schultern und nahm ihre Hand. „Dann weiter, bevor ich vergesse, dass du nach Hause willst.“
Lina grinste und ließ sich von ihm weiterziehen. Die Jacke war warm, seine Hand fest, und die Lust war immer noch da, leiser, aber nicht weg. Sie neckte ihn weiter über den Kuss und über die Hand, die immer noch zu tief an ihrer Hüfte lag. Er lachte und hielt sie warm, bis sie vor ihrer Tür standen.
Lina blieb vor der Haustür stehen und suchte den Schlüssel in der Tasche. Karls Jacke hing immer noch über ihren Schultern, zu groß und warm. Sie spürte seinen Blick auf sich, die Straße war still, nur irgendwo weiter weg ein Auto. Sie fand den Schlüssel, hielt ihn in der Hand, drehte ihn zwischen den Fingern und zögerte.
Sie sah zu ihm hoch. Die roten Haare waren zerzaust, die grün-braunen Augen dunkel im Licht der Laterne, der Bart, die Art, wie er dastand, die Hände in den Taschen, und wartete. Nicht drängend, aber nah. Zu nah für jemanden, der nur bis zur Tür mitgekommen war.
„Willst du…“, begann sie und stockte, die Stimme kam leiser heraus, als sie wollte, „einen Kaffee? Oder so.“
Karl lächelte schief und langsam, trat einen Schritt näher. Die Jacke rutschte ihr von einer Schulter, er schob sie zurück, die Finger blieben einen Moment an ihrem Schlüsselbein, warm. „Klar will ich nen Kaffee.“
Lina spürte die Wärme in ihrem Gesicht und weiter unten, immer noch. Sie nickte nur einmal und steckte den Schlüssel ins Schloss. Die Tür ging auf, der Flur war dunkel und roch nach der Wohnung, nach Mina, nach zu Hause. Karl folgte ihr dicht hinein, die Tür fiel leise hinter ihnen zu.
Sie zog die Jacke nicht aus, noch nicht, ging stattdessen voraus in die Küche und machte das Licht an, gedämpft. Karl lehnte sich gegen die Arbeitsplatte und sah sie an, die Arme verschränkt, die Augen immer noch dunkel. Lina füllte Wasser in die Maschine und spürte seinen Blick im Rücken, bei jeder Bewegung. Sie drehte sich um und lehnte sich gegen die Spüle, die Jacke immer noch an, zu groß, schob die Ärmel hoch und sah ihn an.
„Milch? Zucker?“, fragte sie. Die Stimme war ruhiger, das Ziehen in ihrem Bauch war es nicht.
Karl schüttelte langsam den Kopf. „Schwarz. Und meine Jacke solltest du häufiger tragen.“
Lina lächelte klein und frech und wartete, bis das Wasser durchlief. Die Spannung hing zwischen ihnen, dicht und warm, und sie wusste, dass der Kaffee nur der Anfang war.
Sie stellte zwei Tassen auf die Arbeitsplatte und wartete, bis der Kaffee durchlief. Das leise Blubbern der Maschine füllte die Küche, übertönte aber nicht das Kribbeln unter ihrer Haut. Sie spürte Karls Blick im Rücken, ohne sich umdrehen zu müssen. Beiden war klar, dass es nicht um den Kaffee ging. Die Tassen standen nur da, weil sie etwas brauchten, woran sie sich festhalten konnten, während die Spannung zwischen ihnen dichter wurde.
Sie griff nach der Kanne und schenkte ein. Der Dampf stieg auf und wärmte ihr Gesicht. Karl bewegte sich, sie hörte die Schritte auf dem Küchenboden, langsam und sicher, dann stand er hinter ihr, nah genug, dass seine Wärme ihren Rücken erreichte. Er legte die Hände an ihre Schultern und schob die Jacke langsam nach unten. Der Stoff glitt über ihre Arme und fiel auf den Boden. Lina atmete tiefer ein. Die kühle Luft der Küche traf ihre nackte Haut an den Armen, doch seine Nähe machte es sofort wieder heiß.
Seine Hände legten sich bestimmt auf ihre Hüften, fest, die Daumen strichen über den Stoff ihres Tops und schoben es ein Stück höher. Lina stellte die Kanne ab und ließ die Hände auf der Arbeitsplatte liegen. Sie spürte, wie er sich vorbeugte, sein Atem streifte ihren Nacken, dann roch er langsam und tief an ihren Haaren. Sie hörte das leise Einatmen und spürte, wie sich die Härte in seiner Hose deutlich und warm gegen ihren unteren Rücken drückte.
Lina schloss die Augen und lehnte sich ein Stück zurück, gerade so weit, dass ihr Rücken seine Brust berührte. Die Hände an ihren Hüften zogen sie enger, sie spürte jeden Finger und jede Bewegung, während der Kaffee unberührt in den Tassen dampfte. Sie wusste, dass sie ihn heute nicht mehr trinken würden.
Karl beugte sich zu ihr herunter und küsste sie langsam. Seine Lippen waren warm und weich, der Bart kratzte leicht an ihrer Haut, und Lina öffnete den Mund, um ihn einzulassen. Der Kuss begann zärtlich. Er nahm sich Zeit, strich mit der Zunge über ihre und zog sich immer wieder ein Stück zurück, nur um sie gleich wieder zu küssen. Eine Hand blieb an ihrer Hüfte, die andere glitt nach unten und umfasste fest ihren Po. Er zog sie näher an sich, bis sie vollständig gegen ihn gepresst war. Sie spürte ihn hart an ihrem Bauch und atmete scharf in den Kuss hinein.
Sie löste sich kurz, gerade so weit, dass sie ihn ansehen konnte. „Ich geb die Kontrolle gerne ab“, sagte sie leise, die Stimme noch rau vom Kuss. „Wenn du willst. Aber wenn’s zu viel wird, sag ich ‚Pause‘. Dann hörst du auf. Sofort.“ Sie hielt seinem Blick stand. „Ich mag’s härter. Und ich bin ziemlich offen. Solange du mit mir sprichst.“
Karl nickte langsam, der Blick dunkel, aber klar. „Pause“, wiederholte er. „Verstanden.“ Seine Hand an ihrem Po wurde fester, nicht grob, nur bestätigend. „Dann sag Bescheid, wenn du willst, dass ich aufhöre. Bis dahin…“ Er beugte sich wieder vor und küsste sie, diesmal etwas tiefer, und Lina ließ sich gegen ihn sinken, spürte, wie die Spannung zwischen ihnen noch dichter wurde.
Lina legte die Arme um seinen Nacken und zog ihn tiefer, der Kuss wurde fordernder. Karls Hand an ihrem Po knetete fester, zog sie noch enger, und sie rieb sich unwillkürlich an ihm. Die Zärtlichkeit wich, er küsste sie härter, biss leicht in ihre Unterlippe und schob seine Zunge tiefer. Lina stöhnte leise und krallte sich in seine Haare, die roten Strähnen weich zwischen ihren Fingern. Er hob sie ein Stück an, setzte sie auf die Arbeitsplatte und schob sich zwischen ihre Beine. Die Tassen klirrten leise, als er sie zur Seite schob.
Seine Hände glitten unter ihr Top und schoben es hoch. Er küsste ihren Hals, biss zu und leckte über die Stelle. Lina legte den Kopf in den Nacken und zog ihn enger, sie wurde wilder. Karl rieb sich zwischen ihren Beinen, hart und deutlich durch den Stoff, und sie bewegte die Hüften gegen ihn, hemmungslos. Sie spürte, wie feucht sie schon wieder war und wie sehr sie ihn wollte. Er zog ihr Top über den Kopf und warf es irgendwohin, dann sein eigenes. Er küsste sie wieder, wilder, und seine Hände waren überall, an ihren Brüsten, an ihrem Po, zwischen ihren Beinen.
Lina öffnete seine Hose und schob die Hand hinein, umfasste ihn und massierte fest. Karl stöhnte in ihren Mund und drückte sie fester gegen die Arbeitsplatte. Der Kuss wurde hemmungslos, Zungen und Zähne und Atem, sie vergaßen den Kaffee und die Küche, alles außer dem, was zwischen ihnen brannte.
Sie löste sich kurz und nickte zum Küchenschrank neben dem Kühlschrank, wo noch ihre gekauften Kondome lagen, als hätten sie auf den Moment nur gewartet. „Kondome“, sagte sie atemlos. Karl griff danach, ohne den Blick von ihr zu nehmen, riss die Packung auf und rollte eines über. Die Bewegung war schnell, aber nicht hektisch. Lina beobachtete ihn, spürte, wie die Spannung noch dichter wurde, und zog ihn wieder an sich, sobald er fertig war.
Sie zog seine Hose weiter nach unten und umfasste ihn fester. Er war hart und warm in ihrer Hand, und sie spürte, wie er in ihren Griff stieß. Der Kuss wurde ungestümer. Er schob ihre Hose und den Slip in einem Zug nach unten, bis beides an ihren Knöcheln hing, und hob sie wieder auf die Arbeitsplatte. Die Oberfläche war kühl unter ihrem Po. Karl trat zwischen ihre Beine und rieb sich an ihr. Die Spitze glitt durch ihre Feuchtigkeit, und Lina stöhnte laut auf. Sie war schon so nass, dass es kaum Widerstand gab.
Er küsste sie hart und schob sich langsam in sie, Zentimeter für Zentimeter. Lina krallte sich in seine Schultern und spürte, wie er sie dehnte, tief und voll. Sie schlang die Beine um seine Hüften und zog ihn enger. Karl begann sich zu bewegen, zuerst langsam und tief, jeder Stoß traf sie genau richtig. Die Tassen auf der Arbeitsplatte klirrten leise bei jedem Ruck. Lina legte den Kopf in den Nacken und ließ ihn machen. Seine Hände hielten ihre Hüften fest, zogen sie ihm bei jedem Stoß entgegen. Die Geräusche ihrer Körper waren nass und deutlich in der stillen Küche.
Sie spürte, wie die Lust schnell wieder anstieg. Karl wurde schneller und härter, beugte sich vor und nahm einen Nippel in den Mund, saugte fest und biss leicht zu. Lina stöhnte seinen Namen und bewegte die Hüften gegen ihn, hemmungslos. Die Arbeitsplatte war hart unter ihr, doch das war egal. Er stieß tiefer, eine Hand zwischen ihnen, und rieb ihre Klit im Rhythmus. Sie kam schnell, die Beine zitterten um seine Hüften, und sie presste sich fest an ihn, während die Wellen durch sie liefen. Karl stöhnte heiser und folgte ihr, stieß noch ein paar Mal hart zu und kam tief ins Kondom, sie spürte jeden Puls.
Sie blieben so eng aneinander, sein Atem schwer an ihrem Hals. Lina strich über seinen Rücken und lächelte gegen seine Schulter. Die Küche roch nach ihnen, nach Sex und nach Kaffee, der längst kalt war. Sie hatten es nicht ins Schlafzimmer geschafft, und es war ihr egal.
Karl blieb noch einen Moment in ihr, die Stirn an ihrer Schulter, und atmete schwer. Lina spürte, wie er langsam wieder härter wurde. Er hob den Kopf und sah sie an, die grün-braunen Augen dunkel und ruhig. Dann schob er die Arme unter ihren Po und hob sie hoch, die Kondome in einer Hand. Sie war leicht für ihn. Ihre Beine schlangen sich automatisch fester um seine Hüften, und er glitt dabei noch ein Stück tiefer in sie. Lina keuchte leise und klammerte sich an seinen Nacken. Er trug sie aus der Küche, langsam, jeder Schritt bewegte ihn in ihr, und sie spürte es deutlich. Die Wände des Flurs zogen an ihnen vorbei. Karl blieb stehen und sah sich um. Zwei Türen. Er wusste nicht, welche ihres war.
„Links“, flüsterte sie an seinem Hals, die Stimme rau. Er nickte und trug sie weiter. Die Tür stand einen Spalt offen. Er stieß sie mit dem Fuß auf und trat ein. Das Bett war ungemacht. Er ließ sie nicht sofort runter, küsste sie noch einmal, tief und langsam, während er immer noch in ihr war. Dann zog er sich zurück. Lina spürte, wie er aus ihr glitt, und vermisste ihn sofort. Karl streifte sich das Kondom ab, warf sie aufs Bett, nicht grob, aber bestimmt. Sie landete auf dem Bauch, die Haare fielen ihr ins Gesicht, und sie hörte, wie er hinter ihr die Hose ganz auszog.
Er kniete sich auf die Matratze und zog sie an den Hüften hoch auf die Knie. Lina stützte sich auf die Unterarme und spürte, wie er sich hinter sie schob, das nächste Kondom überzog, die Spitze rieb feucht über sie, bevor er sich wieder tief in einem Stoß in sie schob. Sie stöhnte laut und krallte die Finger ins Laken. Karl packte ihre Haare, sammelte sie in einer Hand wie einen Zopf und zog daran, nicht zu fest, aber fest genug, dass ihr Kopf sich hob und der Rücken sich durchdrückte. Er begann sich zu bewegen, zuerst langsam und tief, dann härter, die Stöße wurden grober. Er zog an ihren Haaren und stieß gleichzeitig zu, Lina schrie auf, die Lust schoss heiß durch sie.
Seine andere Hand wanderte über ihren Körper, über den Rücken, an der Seite entlang und nach vorn zu ihren Brüsten. Er knetete sie fest, während er sie nahm, die Finger zwickten in ihre Nippel. Lina stöhnte lauter, die Geräusche wurden nasser und härter, sie spürte jeden Stoß tief in sich. Karl zog fester an ihren Haaren und beugte sich über sie, sein Atem heiß an ihrem Ohr.
„Fuck, du fühlst dich so geil an“, keuchte sie zwischen dem Stöhnen, die Stimme brach. „Nimm mich härter. Ich will spüren, wie du mich aufreißt.“
Karl stöhnte rau und stieß tiefer und härter. Die Hand an ihrer Brust wanderte weiter nach unten, zwischen ihre Beine, und rieb ihre Klit fest im Rhythmus seiner Stöße. „So?“, fragte er heiser. „Willst du, dass ich dich so ficke, bis du nicht mehr stehen kannst?“
Lina schrie auf und drückte sich ihm entgegen. „Ja. Genauso. Fick mich. Ich will dich tief in mir spüren. Nochmal.“
Er zog stärker an ihren Haaren und nahm sie härter. Die Matratze quietschte. Lina verlor sich in den Stößen, in seiner Hand und in den Worten, die zwischen ihnen hingen, versaut, heiß und genau richtig.
Karl zog fester an ihren Haaren und stieß tief in sie, der Winkel traf sie genau richtig. Lina schrie auf und krallte die Finger ins Laken, bis die Knöchel weiß wurden. Jeder Stoß schob sie ein Stück nach vorn, und er zog sie an den Haaren wieder zurück. Die Spannung in ihrem Nacken mischte sich mit der Lust zwischen ihren Beinen. Sie spürte, wie nass sie war und wie es bei jedem Stoß deutlich und versaut schmatzte.
Seine freie Hand glitt von ihrer Klit nach oben, über ihren Bauch zu ihren Brüsten. Er knetete eine fest, zwickte den Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger und zog daran. Lina stöhnte laut und drückte sich ihm entgegen. „Härter“, keuchte sie. „Zieh an meinen Haaren und fick mich, als würdest du mich besitzen. Ich will spüren, wie tief du in mir bist.“
Karl stöhnte rau und tat es. Er zog ihren Kopf weiter nach hinten und rammte sich härter in sie. Die Stöße wurden ungleichmäßiger und tiefer. „Du bist so eine geile kleine Schlampe“, sagte er heiser an ihrem Ohr. „Liegt hier und bettelt darum, dass ich dich vollpumpe. Spürst du, wie eng du bist?“
Lina lachte atemlos zwischen den Schreien. „Ja. Und ich will mehr. Steck deinen Schwanz noch tiefer rein. Ich will, dass du mich so hart nimmst, dass ich morgen noch daran denke, wenn ich im Laden stehe.“ Sie spürte, wie er anschwoll und die Stöße kürzer und härter wurden. Seine Hand an ihrer Brust wanderte wieder nach unten. Er rieb ihre Klit fest und schnell, während er sie fickte. „Komm für mich“, knurrte er. „Komm auf meinem Schwanz, während ich dich durchnehme.“
Lina schrie auf, als die Lust explodierte. Sie kam hart, die Beine zitterten, und sie spürte, wie sie sich um ihn zusammenzog. Karl stöhnte laut, stieß noch ein paar Mal tief zu und kam heiß und pulsierend. Er hielt ihre Haare fest, bis er fertig war, und ließ dann langsam los. Lina sank auf die Matratze, atemlos und zitternd. Sein Gewicht lag noch einen Moment schwer und warm auf ihr. Sie spürte, wie er aus ihr glitt und sein Schwanz ihr Bein streifte.
Sie drehte den Kopf und keuchte. „Das reicht noch nicht“, flüsterte sie rau. „Ich will dich nochmal.“
***
Mina schloss die Wohnungstür leise hinter sich und blieb im Flur stehen. Der Bass aus dem Club hing noch in ihren Ohren, doch hier war es anders, lauter und deutlicher. Aus Linas Zimmer kamen Stöße, Haut auf Haut, ein rhythmisches Klatschen, das durch die angelehnte Tür drang, dazu Linas Stimme, hoch und abgehackt. Sie schrie etwas, das Mina nicht ganz verstand, doch die Worte „härter“ und „Schwanz“ waren klar genug.
Mina grinste und zog die Schuhe aus. Sie ging in die Küche, um sich Wasser zu holen, und blieb stehen. Auf dem Boden lag Karls Jacke, daneben Linas Top, seine Hose hing halb über einem Stuhl. Die Tassen standen unberührt auf der Arbeitsplatte, der Kaffee längst kalt. Mina nahm eine Tasse und roch daran, stellte sie zurück und lauschte. Aus dem Zimmer kam Karls Stimme, tief und rau. „Du bist so eine geile kleine Schlampe.“ Dann wieder das Klatschen, schneller. Linas Stöhnen wurde lauter. Mina lehnte sich gegen die Arbeitsplatte und lächelte breit. Sie kannte den Ton. Lina war nicht leise, wenn sie es wirklich wollte. Und hier wollte sie es, offensichtlich.
Mina öffnete den Kühlschrank, nahm sich eine Flasche Wasser und trank einen Schluck. Die Geräusche wurden intensiver, ein lauter Schrei, dann Karls Stöhnen. Mina schüttelte den Kopf und lachte leise in sich hinein. Sie stellte die Flasche ab und ging zurück in den Flur. Die Tür zu Linas Zimmer war immer noch nur angelehnt, sie konnte Schatten sehen, Bewegung. Sie blieb nicht stehen, ging stattdessen in ihr eigenes Zimmer und lehnte die Tür an, gerade so, dass sie noch etwas hörte.
Auf dem Weg dorthin murmelte sie leise vor sich hin. „Süß.“ Sie machte sich schnell bettfertig und legte sich ins Bett. Das Grinsen blieb. Sie würde Lina morgen früh damit aufziehen, ausgiebig, und vielleicht Karl auch, wenn er noch da war.
Die Geräusche aus Linas Zimmer waren nicht leiser geworden. Im Gegenteil. Jetzt kam etwas Neues dazu, ein würgendes Geräusch, nass und abgehackt, dann ein Husten, kurz, gefolgt von Karls Stimme, tief und hart.
„Nimm ihn tiefer. Genauso. Würg daran, wenn du musst.“
Mina spürte, wie die Wärme zwischen ihren Beinen zunahm. Sie schob die Hand unter die Decke und in ihren Slip. Die Finger fanden sie schon feucht. Sie begann langsam zu kreisen, im Rhythmus der Geräusche nebenan. Das Würgen kam wieder, länger diesmal. Lina hustete. Karl stöhnte rau.
„Fuck, deine Kehle ist so eng. Schluck ihn. Ich will sehen, wie du daran würgst.“
Mina biss sich auf die Lippe und rieb schneller. Die Bilder kamen von allein. Lina auf den Knien, Karls Hand in ihren Haaren, der Speichel, das Würgen. Sie kannte Linas Stimme, wenn sie die Kontrolle abgab. Und hier tat sie es, laut. Mina schob zwei Finger in sich und bewegte sie im Takt. Das Klatschen von Haut war wieder da, oder vielleicht war es etwas anderes.
Karls Ton wurde härter. „Du liebst es, oder? Meinen Schwanz so tief, dass du kaum Luft bekommst. Komm schon. Zeig mir, wie geil du darauf bist.“
Mina stöhnte leise in ihr Kissen und rieb ihre Klit fester. Die Lust stieg schnell. Sie hörte Lina würgen, husten, dann ein nasses, ersticktes Stöhnen. Karl lachte leise und heiser. Mina lag da und lächelte gegen das Kissen, teilte aufgeregt ihre Schamlippen mit den Fingern, zitternd und zufrieden, und immer noch ein bisschen neugierig, wie lange die beiden noch durchhalten würden.
***
Lina kniete vor Karl auf dem Bett und nahm ihn wieder tief in den Mund. Die Hand in ihren Haaren hielt sie fest, er stieß langsam zu, und sie ließ ihn, die Kehle eng. Sie würgte kurz, das Geräusch war nass und deutlich. Karl stöhnte und zog sich ein Stück zurück, damit sie husten konnte. Speichel lief über ihr Kinn, sie wischte ihn nicht weg, sah stattdessen zu ihm hoch und öffnete den Mund wieder.
„Weiter“, sagte sie rau. „Ich will, dass du mich so nimmst.“
Er schob sich wieder rein, tiefer. Lina entspannte die Kehle und ließ ihn stoßen. Jedes Mal, wenn er zu weit ging, schlug sie ihn kurz gegen den Schenkel, hustete und nahm ihn trotzdem wieder. Karls Dirty Talk wurde heiser. „Genauso. Würg an meinem Schwanz. Du siehst so verdammt geil aus dabei.“
Lina massierte ihn mit der Hand, während sie ihn lutschte, die andere Hand lag an seinem Oberschenkel. Sie spürte, wie er zitterte und wie nah er schon war. Sie zog sich zurück, leckte über die Spitze und sah zu ihm hoch, die Lippen glänzten. „Komm in meinem Mund“, sagte sie. „Ich will alles schlucken.“
Karl packte ihre Haare fester und stieß noch ein paar Mal tief zu. Sie würgte und ließ es zu. Dann kam er, heiß und viel. Lina schluckte, so gut sie konnte, ein Teil lief über ihre Lippen. Sie leckte ihn weg und blieb auf den Knien, atemlos, die Kehle rau. Karl sank auf die Matratze und zog sie mit sich, eng an sich. Seine Hand strich langsam über ihren Rücken. Sie legte den Kopf auf seine Brust und hörte sein Herz schlagen, schnell, immer noch.
„Noch nicht genug“, murmelte sie gegen seine Haut, die Stimme heiser. „Aber kurz Pause.“
Er lachte leise und küsste ihren Scheitel. „Kurze Pause, Süße.“
Lina lag auf dem Bauch und atmete schwer, die Kehle brannte noch. Karl kniete hinter ihr und strich mit der flachen Hand langsam über ihren Po, die Berührung warm. Er holte aus und schlug zu, nicht fest, eher ein Klaps. Lina zuckte und stöhnte leise. Er rieb über die Stelle und schlug wieder, etwas härter. Sie spürte die Wärme, die sich ausbreitete. Karl genoss es, sie hörte es an seinem Atem und an dem leisen Lachen, das er ausstieß, als sie sich ihm entgegen drückte.
Die Schläge wurden fester, jeder hinterließ ein kurzes Brennen. Lina keuchte und krallte die Finger ins Laken. „Mehr“, sagte sie rau. Karl tat es, seine Hand wurde härter, die Geräusche deutlich. Sie spürte, wie feucht sie davon wurde. Er schob eine Hand zwischen ihre Beine und rieb langsam und kreisend über ihre Pussy, die Finger glitten durch ihre Nässe. Lina stöhnte und griff nach hinten, fand seinen Schwanz und massierte ihn fest. Er war immer noch hart und warm, sie spürte, wie er in ihrer Hand zuckte.
***
Mina lag im Bett und lauschte. Die Geräusche aus Linas Zimmer hatten sich verändert. Das Würgen war weg, stattdessen kam ein anderes Klatschen, rhythmischer und härter, Haut auf Haut, nicht die Stöße von vorher, eher Schläge. Lina stöhnte dazu, kurz und abgehackt, dann Karls Stimme, tief und deutlich durch die angelehnte Tür. „Wurdest du schon mal in den Arsch gefickt?“
Mina hielt die Luft an. Ihre Hand lag immer noch zwischen ihren Beinen. Sie hatte aufgehört zu reiben, als die Geräusche leiser geworden waren. Jetzt begann sie wieder, langsam. Die Schläge wurden lauter und fester. Lina keuchte und sagte etwas, das Mina nicht ganz verstand, nur Bruchstücke, „Ja“ und „härter“. Karl lachte rau, dann wieder das Klatschen.
Mina schob zwei Finger in sich und bewegte sie im Takt der Schläge. Sie stellte sich vor, wie Karl Linas Po traf, wie die Haut rot wurde, wie Lina sich ihm entgegen drückte. Die Stimme von nebenan wurde wieder lauter. Karl sagte etwas über „aufmachen“ und „betteln“. Mina rieb schneller, ihre eigene Lust stieg.
Sie hörte Lina stöhnen, lauter und fordernder. Die Schläge hörten nicht auf. Linas Stimme wurde höher und drängender. Sie bettelte, die Worte kamen abgehackt durch die Tür. „Bitte… mehr… hör nicht auf…“ Karl antwortete nicht sofort. Stattdessen kamen die Schläge weiter, härter und regelmäßiger. Lina flehte dazwischen, die Stimme brach. Mina spürte, wie die Wärme zwischen ihren eigenen Beinen noch weiter anstieg. Sie schob die Hand zurück in ihren Slip und rieb langsam im Takt der Schläge.
Dann wurde es plötzlich leiser. Linas Stöhnen klang gedämpft und erstickt, als würde etwas in ihrem Mund stecken. Mina hielt inne und horchte genauer. Ein nasses, unterdrücktes Geräusch. Kein richtiges Wort mehr, nur noch Laute. Karls Stimme blieb klar, roh und deutlich.
„Genauso. Der Slip bleibt drin. Du bettelst nicht mehr laut. Du nimmst, was ich dir gebe.“ Die Schläge gingen weiter, langsamer jetzt, aber fest. Mina hörte, wie Lina gegen den Stoff in ihrem Mund stöhnte, gedämpft und heiser.
Mina rieb schneller. Die Bilder kamen von allein. Lina auf den Knien, der Slip im Mund, Karl hinter ihr, die Hand, die immer wieder traf. Sie spürte ihre eigene Nässe an den Fingern und bewegte sich im Rhythmus der gedämpften Laute. Karl lachte leise und heiser. Die Schläge hörten nicht auf. Und Mina auch nicht. Sie rieb sich weiter und hörte zu, jeden erstickten Laut, jedes Wort, bis die Lust sie überrollte.
***
Karl holte ein letztes Mal aus und schlug zu, hart, das Brennen zog sich über Linas Po. Sie stöhnte gegen den Slip in ihrem Mund, das Geräusch gedämpft und nass. Er rieb über die gerötete Haut und beugte sich über sie, seine Stimme rau an ihrem Ohr. „Jetzt“, sagte er. „Du hast genug gebettelt. Ich nehm dich jetzt.“
Er setzte die Spitze an, mit frischem Kondom, und schob sich langsam in sie. Lina stöhnte, der Laut wurde vom Slip erstickt, war aber trotzdem laut. Sie krallte die Finger ins Laken und spürte, wie er sie dehnte, voll und brennend und gut. Karl hielt einen Moment still, ließ sie sich anpassen, dann begann er sich zu bewegen, hart und schnell, die Stöße tief und unerbittlich.
Eine Hand packte ihre Haare und zog sie nach hinten wie einen Zopf, ihr Rücken bog sich durch. Die andere Hand glitt um ihre Hüfte und zwischen ihre Beine, rieb über ihre Pussy, fest und kreisend, die Finger fanden ihre Klit und spielten damit im Rhythmus seiner Stöße. Lina stöhnte gegen den Stoff, gedämpft und heiser. Jeder Stoß in ihrem Arsch schickte Lust durch sie. Sie drückte sich ihm entgegen, wollte mehr, wollte alles. Karl stöhnte rau und zog fester an ihren Haaren. „So eng“, keuchte er. „Spürst du, wie tief ich in dir bin?“
Lina konnte nur nicken, der Slip dämpfte alles. Sie spürte jeden Stoß und jede Bewegung seiner Finger an ihrer Klit. Die Lust stieg schnell und heiß. Sie wollte kommen, wollte, dass er nicht aufhörte. Und er tat es nicht. Er fickte sie hart und schnell weiter, die Hand in ihren Haaren, die andere zwischen ihren Beinen, und sie ließ sich fallen.
Lina schrie gegen den Slip in ihrem Mund, der Laut war laut, auch wenn der Stoff ihn dämpfte. Karl hielt sie fest am Kopf, eine Hand in ihren Haaren, die andere jetzt an ihrem Kiefer. Er drückte leicht zu und zog ihren Kopf weiter nach hinten. Der Winkel wurde tiefer, jeder Stoß in ihrem Arsch traf härter. Sie spürte, wie die Lust und das Brennen sich mischten, heiß und überwältigend.
Seine Finger an ihrer Pussy rieben schneller, fest über ihre Klit. Lina zitterte, die Schreie wurden abgehackter und kehliger. Karl beugte sich über sie und sprach direkt an ihr Ohr, die Stimme rau vom Stoßen. „Schrei ruhig. Der Slip bleibt drin.“
Sie nickte, so gut sie konnte. Die Hand an ihrem Kopf ließ ihr kaum Bewegung. Karl stieß härter und schneller, die Matratze quietschte unter ihnen. Lina spürte, wie sie sich um ihn zusammenzog und wie die Lust stieg. Sie schrie wieder, gedämpft und heiser. Er hielt sie fest, am Kopf und an den Haaren, und fickte sie weiter, unerbittlich, bis sie kaum noch klar denken konnte, nur noch fühlen, seinen Schwanz, seine Hände, die Art, wie er sie genau dort hielt, wo er sie haben wollte.
Karls Hand glitt von ihrem Kiefer zu ihrem Hals. Die Finger legten sich fest um ihn, nicht zu eng, aber bestimmt. Lina spürte den Druck sofort, der Atem wurde schwerer. Sie stöhnte gegen den Slip und drückte sich ihm entgegen. Er begann wieder zu schlagen, die freie Hand traf ihren Po hart im Rhythmus seiner Stöße. Jeder Schlag brannte auf der schon geröteten Haut. Lina zuckte, der Schrei wurde vom Stoff gedämpft, war aber deutlich.
Er würgte sie leicht und stieß tiefer in ihren Arsch. Die Kombination war überwältigend, der Druck am Hals, die Schläge, sein Schwanz, der sie hart und schnell nahm. Lina spürte, wie die Lust schärfer und heißer wurde. Sie konnte kaum atmen, kaum denken, nur fühlen. Karl beugte sich über sie, sein Atem heiß an ihrem Ohr, die Hand am Hals blieb fest. „Genauso“, sagte er rau. „Du nimmst alles. Und du liebst es.“
Er schlug noch einmal zu, härter. Lina schrie gegen den Slip, die Beine zitterten. Seine Finger an ihrer Kehle lockerten sich gerade genug, dass sie Luft holen konnte, und zogen dann wieder zu. Die Stöße wurden ungleichmäßiger und tiefer. Sie spürte, wie sie sich um ihn zusammenzog und wie alles sich zusammenballte, die Schläge, der Griff, sein Schwanz. Sie wollte kommen, wollte, dass er nicht aufhörte. Und er tat es nicht. Er hielt sie, schlug sie, fickte sie, bis die Spannung fast riss.
Karl zog ihr den Slip aus dem Mund. Der Stoff war nass. Lina holte scharf Luft und schrie ihre Lust hinaus, laut und ungehemmt. Er stieß hart in ihren Arsch und rieb gleichzeitig fest über ihre Klit. Die Kombination war zu viel. Sie kam, der Orgasmus riss durch sie, die Beine zitterten heftig. Sie schrie seinen Namen und krallte sich ins Laken, während er sie weiter fickte, tief und schnell, durch den Höhepunkt hindurch. Karl stöhnte rau, hielt sie an der Hüfte und stieß noch ein paar Mal zu, bis er selbst kam. Er blieb einen Moment still, schwer atmend, dann glitt er langsam aus ihr.
Lina sank auf die Matratze, zitternd, die Kehle rau vom Schreien. Karl legte sich neben sie und zog sie an sich. Die Hand strich langsam und beruhigend über ihren Rücken.
***
Im anderen Zimmer lag Mina still. Sie hatte alles gehört, die Schläge, das Würgen, den gedämpften Laut und dann den Schrei, laut und lang und orgasmisch. Für einen Moment machte sie sich Sorgen. Der Schrei war intensiver gewesen als alles vorher. Sie setzte sich halb auf und lauschte, ob noch etwas kam, ob Lina etwas sagte. Es blieb still, nur leises Murmeln und Atem. Mina atmete aus und legte sich wieder hin. Die Sorge blieb ein bisschen, aber sie blieb in ihrem Zimmer. Sie würde morgen früh nachfragen, leise, und so tun, als hätte sie nur halb geschlafen. Für jetzt reichte es. Sie schloss die Augen und hörte, wie nebenan die Matratze quietschte, leiser jetzt und erschöpft, und lächelte trotzdem.
***
Lina lag auf dem Bauch und atmete langsam. Alles tat weh, ihr Po brannte, die Beine zitterten noch und fühlten sich schwer an. Am Hals spürte sie die Stellen, wo seine Finger gewesen waren. Der Körper war erschöpft und leer. Sie hörte, wie Karl sich bewegte, die Matratze gab nach. Für einen Moment spürte sie ihn nicht mehr, keine Hand, keine Wärme. Der Gedanke kam kurz und scharf, dass er einfach aufstand, dass er ging, dass sie allein blieb mit dem Brennen und der Müdigkeit.
Dann waren seine Hände da, warm und langsam. Er legte sie auf ihren unteren Rücken und begann zu massieren, sanft, die Daumen kreisten über die verspannten Muskeln. Lina atmete tief aus. Die Berührung war nicht fordernd, sie war einfach da. Er arbeitete sich nach oben, über die Schultern zum Nacken, die Finger vorsichtig an den Stellen, die wehtaten. Er rieb langsam und gleichmäßig. Lina spürte, wie sich etwas in ihr löste, nicht die Lust, sondern die Anspannung.
Karl krabbelte zu ihr ins Bett. Die Matratze senkte sich unter seinem Gewicht. Er zog die Decke über sie beide und legte sich dicht an sie. Eine Hand blieb auf ihrem Rücken, die andere strich langsam und immer wieder über ihren Arm. Er küsste ihre Schulter leicht, ohne Druck. Lina drehte den Kopf ein Stück und sah ihn an. Die grün-braunen Augen waren ruhig und müde. Er lächelte klein und massierte weiter, den Rücken, die Hüfte, vorsichtig um die Stellen herum, die brannten.
„Alles gut?“, fragte er leise, die Stimme rau, aber weich.
Lina nickte. Die Worte kamen nicht sofort. Sie schloss die Augen und ließ sich von seinen Händen halten. Er zog sie enger an sich, warm und schwer. Die Massage wurde langsamer und gleichmäßiger. Sie spürte, wie die Erschöpfung sie überrollte, aber nicht allein. Seine Hände blieben, seine Wärme blieb. Er tat sein Bestes, und für den Moment reichte es.
Er küsste sie noch einmal auf die Schulter und setzte sich langsam auf. „Ich mach dir einen Tee“, sagte er leise. „Bleib liegen.“ Lina nickte nur und hörte, wie er aufstand und leise die Tür öffnete. Die Wohnung war still. Sie lag da und atmete, spürte das Brennen nachlassen und die Müdigkeit kommen. Für einen Moment war sie allein mit den Gedanken.
Sie dachte daran, wie er sie gehalten hatte. Wie die Hände nicht fordernd gewesen waren, sondern einfach da. Wie er nicht sofort gegangen war, obwohl er hätte können. Der Gedanke, dass er vielleicht doch nur den Sex gewollt hatte, kam kurz, blieb aber nicht. Stattdessen fragte sie sich, warum es sich diesmal anders anfühlte. Nicht nur wegen der Härte vorher. Sondern weil er geblieben war. Weil er massiert hatte, ohne dass sie darum bitten musste. Sie hörte ihn in der Küche, das leise Klirren einer Tasse, das Wasser, das aufkochte. Die Geräusche waren vertraut und fremd zugleich. Sie kannte die Küche. Sie kannte das Geräusch der Kanne. Aber sie kannte nicht, wie es sich anfühlte, wenn jemand anderes dort stand und etwas für sie machte, nachdem alles so intensiv gewesen war.
Sie schloss die Augen und ließ die Müdigkeit kommen. Nicht ganz. Nur so weit, dass die Gedanken langsamer wurden. Ob er morgen noch da sein würde. Ob sie es wollte. Ob das hier nur die Nacht war oder etwas, das sie am Morgen noch aushalten konnte. Die Unsicherheit war da, aber sie war nicht mehr so scharf wie vorher. Sie hörte seine Schritte wieder näher kommen. Die Tür ging auf. Er kam zurück, die Tasse in der Hand, und setzte sich wieder zu ihr auf die Bettkante. Der Geruch von Kräutertee zog mit ihm herein. Lina öffnete die Augen und sah ihn an. Die roten Haare zerzaust. Der Blick ruhig. Und sie merkte, dass sie für den Moment nichts sagen musste.
„Hier“, sagte er und reichte sie ihr. Lina setzte sich langsam auf, die Decke um sich gezogen, und nahm die Tasse. Der Tee war heiß und roch nach Kräutern. Sie trank einen Schluck und spürte, wie die Wärme sich ausbreitete. Karl blieb neben ihr sitzen, die Hand auf ihrem Rücken, und wartete, bis sie fertig war. Sie stellte die Tasse auf den Nachttisch und lehnte sich wieder an ihn. Er zog sie mit sich nach unten, die Decke über sie beide, und hielt sie nah und warm. Lina atmete aus und ließ sich fallen, langsam, in den Schlaf und in seine Arme.
***
Lina wachte auf und bewegte sich vorsichtig. Alles tat weh, der Rücken, die Beine, vor allem der Po. Sie setzte sich langsam auf und spürte die Stellen an ihrem Hals. Karl lag neben ihr auf dem Bauch, die roten Haare zerzaust, und schlief tief, atmete gleichmäßig. Sie stand auf, die Beine zitterten ein bisschen, zog sich ein langes Shirt über und schleppte sich in die Küche.
Mina saß schon am Tisch, eine Tasse Kaffee in der Hand. Sie sah hoch, als Lina reinkam, und musterte sie. Der Blick blieb an den blauen Flecken an Linas Oberschenkeln hängen, an den Bissspuren am Hals und an den roten Stellen, die unter dem Shirt hervorlugten. Mina stellte die Tasse ab und lehnte sich zurück.
„Guten Morgen“, sagte sie, die Stimme ruhig, aber das Grinsen kam sofort. „Du siehst aus, als hättest du eine sehr lange Nacht gehabt. Und eine sehr laute.“
Lina goss sich Kaffee ein und setzte sich langsam. Das Sitzen tat weh, sie zuckte. Mina sah es. „Die Flecken sind deutlich“, sagte sie und nickte zu Linas Beinen. „Und die Bisse auch. Er hat nicht gerade zurückhaltend gearbeitet.“
Lina trank einen Schluck und sah sie an. „Du hast alles gehört.“
„Ja.“ Mina grinste breiter. „Ich hab mir kurz Sorgen gemacht. Aber jetzt sitzt du hier mit einem Gesicht, das sagt, dass es sich gelohnt hat.“
Lina lächelte müde. „Hat es. Er schläft noch.“
Mina nickte und nahm einen weiteren Schluck. „Gut. Dann kann er sich ausruhen. Du siehst aus, als könntest du das auch. Und als würdest du die nächsten Tage vorsichtig laufen.“
Lina lachte leise und rieb sich über den Hals. Die Stellen brannten ein bisschen. „Ja. Wahrscheinlich.“
Mina stellte ihre Tasse ab und sah Lina direkt an. Der Blick war ruhiger jetzt, weniger neugierig, eher ernst. „Bereust du was? Irgendwas davon?“
Lina hielt die Tasse in beiden Händen und spürte die Wärme. Sie dachte nach, an die Schläge, an den Slip im Mund, an den harten Stoß, an das Brennen jetzt, an seine Hände danach, die Massage, die Art, wie er sie gehalten hatte, als alles vorbei war.
„Nein“, sagte sie schließlich, die Stimme leise und klar. „Nichts. Es hat wehgetan. Tut immer noch weh. Aber ich wollte es. Jedes Mal. Und er hat aufgehört, als ich es gebraucht hab. Und danach…“ Sie zuckte mit den Schultern und zuckte bei der Bewegung. „Danach war er da und hat sich um mich gekümmert.“
Mina nickte langsam. Das Grinsen kam nicht zurück. Stattdessen lächelte sie. „Gut. Dann ist es gut. Die Flecken vergehen. Der Rest bleibt, wenn du willst.“
Lina trank einen Schluck und sah aus dem Fenster. Der Morgen war hell. Irgendwo im Schlafzimmer schlief Karl immer noch. Sie spürte jeden blauen Fleck und jede Stelle. Und nichts davon wollte sie zurücknehmen. „Ja“, sagte sie leise. „Ist es.“
Mina trank einen Schluck und stellte die Tasse ab. „Gut. Dann war es gut. Du siehst erschöpft aus. Aber nicht unglücklich.“
Lina lachte leise. „Bin ich nicht. Nur wund. Und müde. Und irgendwie… zufrieden.“
Lina stand langsam auf und schleppte sich zurück ins Schlafzimmer. Jeder Schritt erinnerte sie an die Nacht, die Beine waren schwer, der Po brannte bei jeder Bewegung. Sie öffnete die Tür leise und sah Karl. Er lag auf dem Rücken, die Decke war halb runtergerutscht, er schlief immer noch tief, die roten Haare zerzaust auf dem Kissen, der Bart, die entspannten Gesichtszüge.
Sie kroch vorsichtig ins Bett und kuschelte sich an seine Seite. Die Wärme seines Körpers war sofort da. Sie legte den Kopf auf seine Brust und hörte seinen Herzschlag, langsam und gleichmäßig. Eine Hand strich über seinen Bauch, unter die Decke. Sie spürte die Härte sofort, deutlich, Morgenlatte, hart gegen ihren Unterarm. Die Idee kam von allein, einfach und gut.
Sie schob die Decke weiter runter und rutschte tiefer, langsam und vorsichtig, damit sie ihn nicht zu früh weckte. Ihr Körper protestierte bei jeder Bewegung, aber sie ignorierte es. Sie lag zwischen seinen Beinen und betrachtete ihn, hart und bereit. Sie beugte sich vor und leckte langsam über die Spitze, einmal, warm. Karl bewegte sich im Schlaf, ein leises Geräusch. Lina nahm ihn in den Mund, langsam, nur die Spitze zuerst. Sie lutschte sanft, die Zunge kreiste. Sie spürte, wie er anschwoll und wie der Atem sich veränderte.
Sie nahm ihn tiefer, langsam, genoss den Geschmack, die Wärme, die Art, wie er im Schlaf reagierte. Eine Hand massierte den Rest, fest und gleichmäßig. Lina bewegte den Kopf im ruhigen Rhythmus, nicht schnell, nicht fordernd, nur weckend. Sie spürte, wie seine Hand sich bewegte, suchend, dann in ihren Haaren, leicht, noch nicht wach, aber nah dran.
Sie zog sich zurück und leckte einmal langsam von unten nach oben. Dann nahm sie ihn wieder tief, die Kehle entspannt. Sie hörte, wie er stöhnte, leise und verschlafen. Die Hand in ihren Haaren wurde fester. Lina lächelte um ihn herum und machte weiter, langsam und genüsslich, jeden Moment, bis er richtig wach wurde und sie genau dort war, wo sie sein wollte.
***
Mina stand im Flur und hörte das Stöhnen, leise und verschlafen, aus Linas Zimmer. Sie hatte eigentlich in ihr eigenes Zimmer gehen wollen, doch die Neugierde ließ sie nicht. Sie blieb stehen und lauschte. Das Geräusch war nass und rhythmisch.
Mina trat leise näher. Die Tür stand einen Spalt offen. Sie schob sie vorsichtig weiter auf und sah hinein. Karl lag auf dem Rücken, die Augen noch geschlossen, die Decke zur Seite geschoben. Lina kniete zwischen seinen Beinen, der Kopf bewegte sich langsam und eifrig. Sie nahm ihn tief, die Hand massierte den Rest. Karls Finger lagen leicht in ihren Haaren, noch nicht richtig wach, aber nah dran.
Mina beobachtete. Lina zog sich zurück, leckte über die Spitze und nahm ihn wieder in den Mund, langsam und genüsslich. Der Speichel glänzte. Sie bewegte sich ruhig und konzentriert, als würde sie jeden Moment auskosten. Karl stöhnte wieder, leise, die Hüften zuckten leicht. Lina lächelte um ihn herum und machte weiter, eifrig und ohne Eile.
Mina blieb einen Moment stehen. Der Blick hing an Linas Bewegungen und an der Art, wie sie ihn weckte. Dann zog sie sich zurück, leise. Sie schloss die Tür nicht ganz, gerade so, dass sie noch etwas hörte. In ihrem Zimmer legte sie sich wieder hin und lächelte gegen das Kissen. Die Neugierde war gestillt, für den Moment. Aber sie wusste, dass der Morgen noch nicht vorbei war und dass Lina genau wusste, was sie tat, auch wenn Karl es noch nicht ganz merkte.
***
Lina nahm ihn langsam wieder in den Mund und ließ die Zunge fest an der Unterseite entlang gleiten. Sie bewegte den Kopf in einem ruhigen, gleichmäßigen Rhythmus, nicht zu schnell, jeder Zug war bewusst. Sie zog sich zurück, bis nur noch die Spitze zwischen ihren Lippen war, und saugte leicht daran, die Zunge kreiste langsam. Dann nahm sie ihn wieder tief, die Kehle entspannt, hielt ihn einen Moment dort, bevor sie sich zurückzog und mit der Hand weiter massierte, fest und gleichmäßig. Der Speichel machte alles glatt.
Sie wechselte, mal tief und langsam, mal nur die Spitze, die Lippen fest um ihn, die Zunge immer in Bewegung. Sie leckte von unten nach oben, nahm ihn wieder auf und saugte fester. Karl stöhnte im Schlaf, die Hand in ihren Haaren wurde etwas fester. Lina lächelte um ihn herum und machte weiter. Eine Hand massierte den Schaft, die andere lag an seinem Oberschenkel. Sie spürte, wie er zuckte und wie er anschwoll. Sie nahm ihn tiefer, die Nase fast an seinem Bauch, hielt ihn, dann zog sie sich zurück und leckte über die Spitze, immer wieder, genüsslich und eifrig, ohne Eile.
Sie achtete auf seine Reaktionen, auf den Atem, auf die kleinen Bewegungen der Hüften, und passte sich an. Langsamer, wenn er zu schnell reagierte, tiefer, wenn er stöhnte. Die Technik war ruhig und kontrolliert, genau darauf ausgerichtet, ihn langsam und vollständig zu wecken.
Karl wachte auf, die Augen öffneten sich langsam, überrascht. Die Hand in Linas Haaren zuckte. Er sah nach unten und stöhnte, verschlafen und heiser. „Lina…“
Sie antwortete nicht. Stattdessen nahm sie ihn tiefer, gieriger. Der Rhythmus wurde schneller, die Zunge fest, die Lippen eng. Sie massierte ihn mit der Hand im gleichen Takt und spürte, wie er anschwoll und wie die Hüften sich bewegten. Karl keuchte, die Finger krallten sich fester in ihre Haare. „Fuck… ich komm gleich.“
Lina spürte es, das Zucken, die Spannung. Sie zog sich zurück, gerade rechtzeitig. Der Schwanz glitt aus ihrem Mund. Sie hielt ihn mit der Hand und massierte fest, einmal, zweimal. Karl stöhnte laut und kam, unverhofft, heiß und viel. Die erste Ladung traf ihre Wange, dann die Stirn, die Lippen. Es war viel, warm und dick, lief über ihr Gesicht, über das Kinn. Sie hielt still und ließ es geschehen, die Augen halb geschlossen, der Geschmack auf den Lippen.
Karl atmete schwer, die Hand lockerte sich in ihren Haaren. Er sah sie an, überrascht und immer noch halb verschlafen. Lina leckte sich über die Lippen und lächelte klein. Das Sperma glänzte auf ihrer Haut. Sie wischte nichts weg, noch nicht. Stattdessen sah sie zu ihm hoch und genoss den Moment, den Überraschungseffekt, die Menge, alles.
Karl zog Lina zu sich hoch, die Hand in ihren Haaren führte sie sanft. Sie rutschte über ihn und landete halb auf seiner Brust. Das Sperma auf ihrem Gesicht war noch warm, klebte an ihren Lippen und an der Wange. Er sah sie an, die grün-braunen Augen dunkel und verschlafen, und etwas anderes. Dann beugte er sich vor und küsste sie.
Der Kuss war tief und langsam. Er schmeckte sich selbst auf ihren Lippen. Lina öffnete den Mund und ließ ihn rein, die Zunge strich über ihre, über den Geschmack. Sie spürte, wie etwas von dem Sperma zwischen ihnen verschmierte, warm. Er küsste sie trotzdem, fester, eine Hand an ihrem Nacken, die andere auf ihrem Rücken. Er zog sie enger. Lina stöhnte leise in den Kuss und erwiderte ihn gierig. Der Geschmack war deutlich, auf beiden. Es war ihr egal.
Karl löste sich langsam, die Lippen glänzten. Er strich mit dem Daumen über ihre Wange und wischte einen Teil weg. Dann küsste er sie noch einmal, kürzer und weicher. Lina lächelte gegen seinen Mund. Das Gesicht immer noch verklebt, der Körper immer noch wund, aber der Moment war gut, warm und genau richtig. Er griff nach den Taschentüchern auf dem Nachttisch und reichte ihr ein paar. „Hier. Für dein Gesicht.“
Lina nahm sie und wischte sich langsam ab. Das Sperma klebte, sie brauchte mehrere Tücher, bis die Haut sauber war. Karl beobachtete sie, der Blick ruhig und amüsiert. Sie warf die Tücher zur Seite und zog das Shirt wieder runter.
Lina zog sich eine kurze Hose und ein weites Shirt über und ging langsam in die Küche. Jeder Schritt erinnerte sie an die Nacht. Karl folgte ihr, er hatte sich ebenfalls angezogen, die Cap fehlte immer noch, die roten Haare waren zerzaust. Er öffnete den Kühlschrank und holte Eier und Brot raus, ohne dass sie etwas sagen musste, hilfsbereit und zuvorkommend. Dann, als er an ihr vorbeiging, gab er ihr einen kleinen Klaps auf den Po, leicht und spielerisch. Lina zuckte und warf ihm einen Blick zu.
„Autsch. Noch empfindlich“, sagte sie und rieb über die Stelle.
Karl grinste schief und stellte die Eier auf die Arbeitsplatte. „Ich weiß. War auch mein Ziel letzte Nacht. Du hast so schön gebettelt.“
Lina drehte sich um und stieß ihn leicht mit der Hüfte an, spielerisch, als sie nach dem Messer griff. Karl lachte leise und stellte sich neben sie, nahm ihr das Brot ab und begann es zu schneiden, die Bewegungen ruhig. Die Dynamik zwischen ihnen blieb leicht und neckend, auch wenn die Spuren der Nacht noch überall waren. Er warf ihr ab und zu einen Blick zu und kommentierte leise, den Mundwinkel schief verzogen.
Lina schnaubte und schob die Eier in die Pfanne. „Und du hast heute Morgen ziemlich deutlich reagiert, als ich dich geweckt hab. Die Morgenlatte war nicht zu übersehen.“
Er grinste breiter und schnitt das nächste Stück Brot. „Stimmt. Und du hast sie sehr gründlich bearbeitet. Ohne Cap bin ich übrigens immer noch der Gleiche. Nur ein bisschen zerzauster.“
Sie lachte und stieß ihn wieder an, diesmal mit dem Ellbogen. „Zerzaust steht dir. Aber pass auf, dass du dich nicht schneidest, während du so auf meinen Po guckst.“
Karl stellte das Messer ab und trat näher, die Hand landete leicht auf ihrer Hüfte. „Ich guck nicht nur. Ich erinnere mich auch.“ Die Stimme war tiefer geworden, aber das Lächeln blieb. Lina spürte die Wärme seiner Hand durch den Stoff und drehte sich halb zu ihm. Die Spannung war da, spielerisch, aber deutlich. Sie griff nach der Pfanne und schob die Eier hin und her, ohne den Blick von ihm zu nehmen.
„Dann erinner‘ dich später“, sagte sie und lächelte frech. „Erstmal essen. Sonst verbrenn ich noch was, weil du so heiß bist.“
Er lachte und trat einen halben Schritt zurück, gerade so weit, dass sie arbeiten konnte. Die Hand blieb aber an ihrer Seite. Sie bewegten sich weiter umeinander, kochend und lachend, die kleinen Berührungen und Kommentare zogen sich durch die Küche. Die Spannung löste sich nicht auf. Sie wurde nur leichter. Und irgendwie genau richtig für den Morgen danach.
Mina kam in die Küche und blieb in der Tür stehen. Sie sah die beiden an, Karl, der Lina gerade die Butter reichte und dabei noch einen kleinen Klaps andeutete, und Lina, die ihn mit dem Pfannenwender bedrohte. Mina grinste breit und lehnte sich gegen den Rahmen. „Guten Morgen“, sagte sie. „Sieht gemütlich aus.“ Mina setzte sich an den Tisch.
Karl stellte den Kaffee ab und zwinkerte Lina zu. Die Küche roch nach Eiern und Toast, und die Dynamik zwischen ihnen war klar, neckend und leicht, irgendwie genau richtig für den Morgen danach.
Lina rührte die Eier in der Pfanne und spürte Karl hinter sich. Er reichte ihr den Salzstreuer, ohne dass sie fragen musste, und blieb stehen. Die Hand legte sich auf ihren Po, fest und spielerisch. Sie schob die Hüfte ein Stück zurück und grinste gegen die Pfanne. „Du kannst nicht eine Minute die Finger davonlassen, oder?“
„Nein“, sagte er und drückte leicht zu. „Nicht nach letzter Nacht. Der ist immer noch warm.“
Sie lachte und drehte sich halb um. Er küsste sie kurz auf den Mund, der Bart kratzte, dann ließ er sie wieder los und schnitt weiter das Brot. Sie bewegten sich umeinander herum, als hätten sie das schon öfter gemacht. Lina schob die Eier auf die Teller, Karl stellte den Toast dazu. Ab und zu streifte seine Hand ihre Brust durch das Shirt, leicht und neckend. Sie schlug seine Hand weg und küsste ihn dafür, länger diesmal, die Zunge kurz, dann wieder zurück zur Pfanne.
„Du bist unmöglich“, sagte sie und stellte die Teller auf den Tisch.
Karl folgte ihr und zog sie an der Hüfte zurück, beide Hände an ihrem Po. Er hielt sie fest und küsste ihren Nacken. „Und du liebst es. Sonst würdest du mich nicht so angrinsen.“
Lina schnaubte und lehnte sich einen Moment gegen ihn. Die Wärme war angenehm, die Berührungen leicht und spielerisch. Sie löste sich und setzte sich. Er setzte sich neben sie, nicht gegenüber. Das Knie berührte ihres unter dem Tisch. Sie aßen und neckten sich weiter, über die Cap, die immer noch fehlte, über die Flecken, die sie vorsichtig bewegte. Ab und zu küssten sie sich kurz zwischen den Bissen. Und jedes Mal, wenn sie aufstand, um etwas zu holen, landeten seine Hände wieder an ihrem Po oder streiften ihre Brüste, leicht, als wäre es selbstverständlich. Lina ließ es zu und grinste jedes Mal zurück.
Mina stand auf und nahm ihre Tasse mit. „Ich lass euch mal allein“, sagte sie und warf Lina einen kurzen Blick zu, bevor sie die Küche verließ. Die Tür fiel leise hinter ihr zu. Lina und Karl blieben am Tisch sitzen. Die Teller waren fast leer, der Kaffee wurde kalt. Er hatte die Hände um seine Tasse gelegt und sah sie an, ruhig, ohne die spielerische Nähe von vorher.
„Wonach suchst du gerade?“, fragte er nach einem Moment. Die Stimme war tiefer, weniger neckend. „Nicht nur bei dem hier.“
Lina stellte ihre Tasse ab und lehnte sich zurück. Das Sitzen tat immer noch weh, aber sie ignorierte es. „Ich weiß es nicht genau. Die Dynamik zwischen uns gefällt mir. Aber ich weiß nicht, ob ich gerade mehr als das kann oder will.“ Sie sah ihn an. „Und du?“
Karl nickte langsam. „Ich komm noch aus einer Beziehung. Nicht lange her, ich bin noch dabei, das zu sortieren. Ich bin offen. Für was auch immer das hier wird. Aber ich kann mich gerade nicht festlegen. Nicht so, wie du es vielleicht brauchst.“
Lina atmete aus und strich mit dem Finger über den Rand ihrer Tasse. „Das ist ehrlich. Und ich mag das. Und dich. Aber ich weiß auch nicht, ob ich gerade in was reinlaufen will, das dann wieder unklar wird.“
Er lächelte klein. Das schiefe Ziehen war da, aber weicher. „Du bist attraktiv. Auch wenn du hier sitzt und so tust, als würde dich das alles nicht ganz aus der Ruhe bringen. Die Art, wie du mich anschaust. Wie du zurückgibst. Das gefällt mir.“
Lina schnaubte leise und grinste. „Und du siehst ohne Cap immer noch so aus, als würdest du gleich wieder frech werden. Auch wenn du gerade ernst tust. Das steht dir. Aber übertreib’s nicht.“
Karl lachte leise und lehnte sich zurück. „Vielleicht. Aber gerade will ich nicht frech sein.“
Sie nickte und sah ihn an. Trotz der unterschiedlichen Standpunkte fühlte es sich für den Moment verbunden an. Aber echt. Lina trank den letzten Schluck Kaffee und stellte die Tasse ab. „Dann bleiben wir dabei. Für jetzt. Und schauen, was passiert.“
Karl nickte. „Klingt nach einer Idee.“ Die Küche war still. Draußen hörte man Mina irgendwo in der Wohnung. Und zwischen ihnen lag die Spannung, leichter als in der Nacht, aber immer noch da.
Lina stand in der Tür und sah Karl nach. Der Abschiedskuss war anders gewesen, nicht hart, nicht kurz und frech, sondern süß und langsam, seine Lippen weich auf ihren. Er hatte schief gelächelt und war gegangen, die Straße runter, ohne Cap, die Hände in den Taschen. Sie blieb stehen, die Tür offen, die kühle Luft zog rein. Sie lehnte sich gegen den Rahmen und sah ihm hinterher, bis er um die Ecke bog, dann noch länger. Die Zigaretten von vorhin lagen im Aschenbecher, das Frühstück war gegessen, alles erledigt, und sie stand immer noch da.
Mina beobachtete sie durch den Spalt ihrer Zimmertür. Zehn Minuten. Lina bewegte sich nicht, nur die Finger, die am Rahmen entlang strichen. Mina trat schließlich raus und lehnte sich neben sie. „Er ist weg“, sagte sie leise. „Schon eine Weile.“
Lina nickte, der Blick blieb auf der Straße. „Ja.“
Mina musterte sie. „Was geht dir gerade durch den Kopf?“
Lina atmete aus. Die Nervosität saß irgendwo in der Brust, leise. „Es war gut. Alles. Aber ich weiß nicht. Er ist neu im Laden. Und jetzt das. Ich weiß nicht, ob das was ist oder nur die Nacht.“
Mina schwieg einen Moment. „Du hast ihn geküsst. Und du stehst immer noch hier.“
Lina zuckte mit den Schultern, die Bewegung tat weh. „Vielleicht. Oder vielleicht bilde ich mir das ein.“
Die Skepsis blieb, in der Art, wie sie die Lippen zusammenpresste, in dem Blick, der nicht ganz überzeugt war. Mina legte eine Hand auf ihren Arm. „Aber hier stehen bleiben ändert nichts.“
Lina nickte langsam. Sie blieb trotzdem noch einen Moment, die Tür offen, die Straße leer, und die Unsicherheit irgendwo zwischen dem süßen Kuss und der Tatsache, dass er einfach gegangen war.
Der Kuss hing noch auf ihren Lippen, weich und anders als alles andere letzte Nacht. Sie rieb sich über den Arm und spürte die blauen Flecken darunter. Die Unsicherheit saß fest in der Brust, schwer. Sie wusste nicht, was das war, ob er nur die Nacht gewollt hatte, ob der Kuss etwas bedeutet hatte oder ob sie sich das nur einbildete.
Sie dachte an den Laden, an die Art, wie er sie beobachtet hatte, an die Spielchen, an Minas Worte. Aber nichts davon sagte ihr, was er wirklich wollte. Lina atmete aus und lehnte den Kopf gegen den Rahmen. Die Nervosität kribbelte unter der Haut. Was, wenn er morgen im Laden so tat, als wäre nichts gewesen? Was, wenn er es bereute? Was, wenn sie die Einzige war, die hier stand und nachdachte?
Mina war wieder reingegangen. Lina hörte sie in der Küche, Geschirr, Wasser. Sie selbst bewegte sich nicht. Die Tür blieb offen, die kühle Luft half nicht. Sie presste die Lippen zusammen und spürte die Skepsis, klar und deutlich. Es war gut gewesen, intensiv, aber jetzt, im hellen Tag, mit dem leeren Gehweg vor ihr, war sie sich nicht sicher, nicht überzeugt. Und sie wusste nicht, ob sie ihn fragen sollte oder ob sie einfach warten musste, bis er etwas sagte.
Einerseits wollte sie ihm glauben, dem süßen Kuss, der Art, wie er sie danach gehalten hatte, den Händen, die sie massiert hatten, als alles wehtat. Das hatte sich echt angefühlt, nicht nur wie Sex, wie etwas, das bleiben konnte. Andererseits war da die Skepsis. Er hatte nichts gesagt, kein „bis morgen“, kein „ich meld mich“, nur das Lächeln und der Weg die Straße runter. Vielleicht war es für ihn nur die Nacht gewesen, intensiv und gut, aber vorbei.
Sie dachte an den Laden, an die Kollegen, an Markus, der schon mehr wusste, als er sollte. Wenn das hier mehr wurde, würde es kompliziert werden, Ausbildung, neuer Kollege, Gerüchte. Sie hatte keine Lust auf das Gerede. Gleichzeitig wollte sie wissen, ob er sie morgen anders ansah, ob er wieder frech wurde oder ob er Abstand hielt. Die Unsicherheit fraß sich fest.
Lina rieb sich über den Hals und spürte die Bissspuren. Sie hatte nichts bereut, das stimmte. Aber jetzt, im Hellen, mit dem leeren Flur und Mina in der Küche, fragte sie sich, ob sie sich zu schnell fallen gelassen hatte. Ob die Spielchen im Laden nur Spielchen bleiben sollten oder ob der Kuss an der Tür etwas geändert hatte. Sie wusste es nicht. Und das Nichtwissen saß schwer, zwischen dem Wunsch, ihn wiederzusehen, und der Angst, dass er vielleicht gar nicht mehr kommen würde.
***
Lina stempelte ein und spürte sofort, wie die Beine protestierten. Jeder Schritt erinnerte sie an die Nacht, der Po brannte, die Oberschenkel waren steif. Sie hatte die meisten blauen Flecken mit langer Hose und einem hohen Kragen verdeckt, zwei am Kinn und an der Schläfe nicht. Die offenen Haare fielen darüber, ungewöhnlich für sie, normalerweise saß der Zopf fest, heute nicht. Sie band die Schürze und ging in den Laden. Karl hatte frei, sein Name stand nicht auf dem Plan. Sie atmete aus, erleichtert und enttäuscht gleichzeitig.
Die Arbeit lief. Sie räumte ein, langsam und vorsichtig, die Nachwirkungen ballerten härter als gedacht. Beim Bücken zog es, beim Heben zitterten die Arme. Sie machte trotzdem alles, musste sie. Sabine kam vorbei und musterte sie. „Du siehst fertig aus. Lange Nacht?“
Lina zuckte mit den Schultern und stellte eine Kiste ab. „Irgendwie.“
Die Theorien kamen schnell, im Pausenraum. Jonas meinte, sie wäre gestürzt, beim Fahrrad. Markus schüttelte den Kopf und sagte, es sähe eher nach einem Kampf aus oder nach einem sehr ungeschickten Umzug. Sabine tippte auf eine durchgemachte Party. Die Ideen waren abstrakt und weit weg von der Wahrheit. Lina hörte zu und musste grinsen, innerlich. Keiner kam auch nur in die Nähe.
Markus fand sie später im Gang. Er half ihr, eine Palette zu schieben, und sah sie ernst an. „Das härteste Gerücht gerade ist, dass du in eine Schlägerei geraten bist. Oder dass dich jemand verprügelt hat. Stimmt das? Du läufst komisch. Und die Haare…“
Lina lachte leise und schob weiter. „Nein. Keine Schlägerei. Nur ungeschickt. Und müde. Die Haare sind nur so, weil der Zopf heute nicht hält.“
Er nickte, nicht ganz überzeugt, aber er fragte nicht weiter. „Wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid. Du siehst aus, als könntest du sie brauchen.“
„Danke.“ Sie lächelte und räumte weiter ein. Karl war nicht da, die Kollegen redeten, und die Wahrheit blieb bei ihr, weit weg von allen Theorien und irgendwie lustig, trotz allem.
Lina saß im Pausenraum und aß langsam ihr Brot. Die Beine taten weh, wenn sie zu lange stand. Markus setzte sich ihr gegenüber und stellte seinen Kaffee ab. Er musterte sie, die offenen Haare, die Stelle am Kinn, die nicht ganz verdeckt war, die Art, wie sie sich bewegte.
„Das Gerücht mit der Schlägerei wird immer wilder“, sagte er leise. „Jonas meint, du hättest dich mit irgendwem geprügelt. Sabine sagt, es sieht aus, als wärst du gegen eine Wand gelaufen. Mehrfach. Ich hab gesagt, das ist Quatsch.“
Lina biss ab und kaute. „Es war keine Schlägerei. Wirklich nicht. Ich bin nur gestürzt.“
Markus lehnte sich zurück und trank einen Schluck. „Gestürzt. Okay. Aber die Flecken am Hals sehen nicht nach Sturz aus. Eher nach etwas anderem. Und du zuckst, wenn du dich bückst.“
Sie sah ihn an, ruhig. „Markus. Es ist nichts. Wirklich. Kein Kampf. Niemand hat mich verprügelt. Ich bin nur müde und ein bisschen lädiert. Das reicht als Erklärung.“
Er nickte langsam, nicht ganz zufrieden, aber er ließ es. „Gut. Wenn du das sagst. Aber wenn doch was ist, kannst du es sagen.“
Lina lächelte, ein bisschen gerührt von seiner Sorge. „Danke. Aber es ist nichts.“
Die Gerüchte wurden wilder. Im Gang hörte Lina Bruchstücke. Jemand wollte gesehen haben, wie sie eine andere Frau geschubst hatte, draußen, vor dem Laden. Ein anderer meinte, sie wäre mit dem Fahrrad gestürzt und gegen einen Laternenpfahl geknallt. Sabine erzählte von Stress mit einer Freundin. Die Theorien drehten frei, alles Unsinn und bescheuert. Lina räumte weiter ein und tat so, als würde sie nichts hören, bis Jonas leise sagte: „Oder häusliche Gewalt. Sieht zumindest so aus. Die Flecken. Die Art, wie sie läuft.“
Kurz danach kam die Chefin. Sie bat Lina ins Büro, unter vier Augen. Die Tür fiel zu. Die Chefin setzte sich und sah sie an, ernst. „Ich hab das Gerücht gehört. Ich muss fragen, geht es dir gut? Brauchst du Hilfe? Ist da jemand, der dir wehtut?“
Lina schüttelte den Kopf, sofort. „Nein. Wirklich nicht. Es ist nichts. Ich bin gestürzt. Ungeschickt. Und müde. Mehr nicht.“
Die Chefin nickte, nicht ganz überzeugt, aber sie drängte nicht. „Gut. Trotzdem. Du siehst fertig aus. Geh nach Hause. Wir schaffen das hier ohne dich.“
Lina widersprach nicht. Sie stempelte aus und zog die Jacke an. Die offenen Haare fielen ihr ins Gesicht. Sie wollte gerade zur Tür, als Karl reinkam. Er schlich sich zu ihr, nah und leise. „Ich musste dich sehen heute“, sagte er, die Stimme ruhig. Sein Blick etwas besorgt.
Lina sah ihn an. Die Unsicherheit von gestern war noch da, aber auch die Wärme. „Ich geh nach Hause. Chefin hat mich geschickt. Wegen der Gerüchte.“
Er nickte, ruhig. „Ich weiß. Tut mir leid. Ich musste mit dir reden, bevor du gehst. Es darf nicht so offensichtlich sein. Wenn wir hier so tun, als wäre nichts, oder zu viel, wird es schlimmer. Ich will nicht, dass das Kennenlernen so krass in den Fokus kommt. Das macht alles nur komplizierter.“
Lina lehnte sich gegen die Wand und sah ihn an. Die Unsicherheit war immer noch da, aber auch die Wärme. „Und was willst du? Dass wir so tun, als würden wir uns nicht kennen?“
„Nein.“ Karl trat näher, nicht zu nah. „Ich will wissen, was du willst. Und wie du es im Laden machen willst. Aber ich will nicht so tun, als wäre die Nacht nichts gewesen. Du bedeutest mir etwas. Und ich will das nicht so früh ruinieren.“
Lina atmete aus. Die Worte blieben hängen. Er hatte es gesagt, dass sie ihm etwas bedeutete. Sie rieb sich über den Arm, dort wo er sie gepackt hatte. „Ich will auch nicht, dass es kompliziert wird. Aber ich will nicht so tun, als wäre nichts. Lass es uns einfach ein bisschen runterfahren und uns auf die Arbeit konzentrieren.“
Er nickte langsam. „Okay. Aber ich bin da, wenn du willst.“
Sie standen einen Moment. Die Seitenstraße war still. Lina sah ihn an. Die Unsicherheit war leiser, aber nicht weg. „Klingt nach einem Plan.“
Karl lächelte klein und schief. „Nur dass ich jetzt weiß, wie du aussiehst, wenn du bettelst.“
Sie schnaubte und stieß ihn leicht. „Arschloch. Und jetzt geh. Bevor jemand uns sieht.“
Er ging zuerst raus. Lina blieb noch einen Moment, dann folgte sie langsam. Die Beine taten immer noch weh. Aber die Worte blieben. Du bedeutest mir etwas. Und sie wusste nicht, ob das reichte oder ob es schon zu viel war.
Draußen atmete sie aus. Karl wartete auf sie, blieb neben ihr, und für den Moment reichte das. Sie gingen zusammen die Straße entlang, unauffällig, bis sie vor ihrer Tür standen. Lina suchte den Schlüssel, er wartete. „Danke“, sagte sie leise. „Fürs Herbringen.“
Er nickte. „Ruh dich aus.“ Dann ging er. Lina blieb stehen, bis er um die Ecke war, und schloss die Tür hinter sich. Die Wohnung war still. Und die Worte von vorhin waren immer noch da.
***
Lina schloss die Wohnungstür hinter sich und blieb im Flur stehen. Die Stille traf sie sofort, kein Lachen aus der Küche, kein Handy, das irgendwo summte. Mina war nicht da, Karl war gegangen. Sie zog die Jacke aus und hängte sie auf, die Bewegung zog an den Stellen an ihrem Hals, sie spürte sie deutlich. Die Wohnung roch nach nichts, nach leer, nach dem Morgen, der schon Stunden her war.
Sie ging in die Küche und stellte Wasser auf. Die Tassen von gestern standen noch auf der Kommode. Sie nahm eine und hielt sie in der Hand. Der Gedanke kam von allein, wie er hier gestanden hatte, hinter ihr, die Hände an ihren Hüften, der Kuss, der süß gewesen war, nicht hart, nicht fordernd, nur da. Und dann war er gegangen. Heute wieder, vor dem Laden. Er hatte sie begleitet, bis zur Tür, und war wieder gegangen, ohne zu fragen, ob er mit reinkommen sollte, ohne zu bleiben. Lina goss das Wasser auf und sah zu, wie der Tee zog.
Sie nahm die Tasse und ging ins Wohnzimmer, setzte sich aufs Sofa. Die Beine taten weh, sie zog sie an und starrte auf den Tisch. Die Wohnung war zu still, zu groß. Sie hörte ihre eigenen Gedanken.
Lina starrte auf die Tasse in ihren Händen, als das Handy auf dem Tisch vibrierte. Sie nahm es. Eine Nachricht von Karl. „Gute Besserung, ich denk an dich.“
Sie las sie zweimal. Die Worte waren einfach, kein Smiley, kein Nachsatz, nur das. Die Wärme stieg trotzdem, irgendwo in der Brust. Er dachte an sie, nachdem er gegangen war, nachdem er sie nur bis zur Tür gebracht hatte. Sie tippte eine Antwort, löschte sie wieder, tippte neu. „Danke. Mir geht’s okay.“ Schickte sie ab. Dann legte sie das Handy weg und lehnte sich zurück.
Die Unsicherheit blieb, aber sie war leiser. Er hatte geschrieben, nicht weil er musste, sondern weil er an sie dachte. Lina rieb sich über den Hals und spürte die Stellen, die blauen Flecken, die Bisse. Sie dachte an den süßen Kuss, an die Art, wie er sie heute angesehen hatte, vor dem Laden, ruhig, als wäre es selbstverständlich, dass er kam.
Das Handy vibrierte nicht noch einmal. Sie nahm es trotzdem und las die Nachricht wieder. „Ich denk an dich.“ Die Worte hingen in der stillen Wohnung. Sie stellte die Tasse ab und zog die Beine enger an sich. Die Leere war immer noch da, aber nicht mehr ganz so groß, nicht mehr ganz so schwer. Sie schloss die Augen und atmete langsam aus, ließ die Nachricht stehen, genauso, ohne weitere Worte.
Sie las die Nachricht noch einmal, dann noch einmal. Die Worte änderten sich nicht. Sie dachte an den Kuss an der Tür, an die Art, wie er sie heute vor dem Laden angesehen hatte, als wäre es normal, dass er kam. Die Unsicherheit saß trotzdem da, schwer. Was, wenn er nur nett war? Was, wenn die Nacht mehr für sie bedeutet hatte als für ihn? Sie zog die Beine an und kuschelte sich tiefer zwischen die Kissen. Das Sofa war weich, die Wohnung still. Die Gedanken wurden langsamer und schwerer. Irgendwann fielen ihr die Augen zu. Das Handy rutschte ihr aus der Hand und landete neben ihr. Sie schlief ein, eng zwischen den Kissen, die offenen Haare fielen ihr ins Gesicht.
Mina kam eine Stunde später nach Hause. Sie schloss die Tür leise und blieb im Flur stehen. Das Licht im Wohnzimmer brannte noch. Sie zog die Schuhe aus und ging hinein. Lina lag auf dem Sofa, zusammengerollt. Mina blieb stehen und sah sie an, die Flecken am Hals waren sichtbar, die offenen Haare, die Art, wie sie atmete, langsam und tief. Mina ging ins Schlafzimmer und holte eine Decke. Sie breitete sie vorsichtig über Lina aus und zog sie bis zu den Schultern hoch. Lina bewegte sich nicht. Mina ging in die Küche und setzte Wasser auf. Sie machte Tee, zwei Tassen. Eine stellte sie auf den Tisch neben dem Sofa, die andere nahm sie selbst. Dann setzte sie sich in den Sessel gegenüber, nahm ein Buch und las leise. Die Seiten raschelten kaum. Sie wartete, bis Lina wieder aufwachte.
Es dauerte. Mina las weiter, ab und zu sah sie hoch. Lina schlief ruhig, die Decke hob und senkte sich. Irgendwann bewegte sie sich langsam, die Augen öffneten sich, sie blinzelte und sah Mina, die Tasse auf dem Tisch, die Decke. Mina legte das Buch weg und lächelte klein. „Hey. Du bist eingeschlafen.“
Lina setzte sich vorsichtig auf. Die Beine taten immer noch weh. Sie nahm die neue Tasse und hielt sie in beiden Händen. „Danke.“
Mina nickte. „Karl hat geschrieben, oder?“
Lina sah auf das Handy neben sich. Die Nachricht war immer noch offen. Sie nickte langsam. „Ja. Nur kurz. Gute Besserung. Er denkt an mich.“
Mina lehnte sich zurück. „Und du? Denkst du an ihn?“
Lina trank einen Schluck und schwieg einen Moment. Die Unsicherheit war immer noch da, aber leiser. „Ja. Ich weiß nur nicht, was das heißt.“
Sie saßen still. Der Tee dampfte. Die Wohnung war nicht mehr ganz so leer. Lina lehnte sich zurück, die Decke über den Beinen, und ließ die Gedanken kommen, langsam und ohne Eile.
Mina stellte ihre Tasse ab und sah Lina direkt an. „Du musst ihm nicht hinterherlaufen. Aber du kannst ihm auch nicht ewig aus dem Weg gehen. Nicht, wenn du so dasitzt und über eine Nachricht nachdenkst.“
Lina hielt die Tasse fest und nickte langsam. „Ich weiß. Es ist nur… der Kuss. Der war anders. Nicht wie die anderen.“
„Anders wie?“
„Süßer. Langsamer. Als würde er nicht nur die Nacht wollen.“ Lina atmete aus. „Aber vielleicht bilde ich mir das ein. Vielleicht war er nur nett, weil ich lädiert aussehe. Weil die Gerüchte im Laden rumgehen.“
Mina lehnte sich vor. „Oder er mag dich. Wirklich. Aber danach hat er dich gehalten. Und heute ist er extra in den Laden gekommen. Das macht nicht jeder.“
Lina schwieg einen Moment. Die Unsicherheit saß immer noch da, aber sie war ehrlich. „Ich will nicht, dass es kompliziert wird. Im Laden. Mit den Kollegen. Markus fragt schon. Und wenn er morgen so tut, als wäre nichts, dann…“
„Dann weißt du es“, sagte Mina ruhig. „Und wenn nicht, dann auch. Du magst ihn. Das ist klar. Und er dich auch. Sonst wäre er nicht gekommen.“
Lina nickte langsam. Sie trank einen Schluck Tee und sah auf die Decke über ihren Beinen. „Vielleicht schreib ich ihm. Nur, dass es mir besser geht. Und dass ich ihn morgen sehe.“
Mina lächelte. „Gut. Und wenn er antwortet, weißt du mehr.“
Sie saßen still, der Tee wurde kühler. Die Worte hingen zwischen ihnen, offen und ehrlich. Lina spürte, wie die Unsicherheit ein Stück leichter wurde. Nicht weg. Aber leichter. Weil sie nicht mehr allein darüber nachdachte.
***
Lina räumte die Dosen ein und spürte Karls Blick, bevor sie ihn sah. Er stand am Ende des Gangs, die Cap tief im Gesicht, und tat so, als würde er Etiketten prüfen. Sie tat dasselbe. Der Schein hielt, gerade so, aber es fiel schwer. Jedes Mal, wenn er näherkam, wurde die Luft dichter. Sie blühte auf, die Müdigkeit wurde leiser, die Beine taten weniger weh. Bei ihm war es genauso, das sah sie an der Art, wie er lächelte, nur für sie.
Irgendwann zog er sie um die Ecke, schnell, in den schmalen Gang hinter den Kühltruhen. Niemand war da. Er küsste sie, süß und langsam, die Lippen weich und nicht fordernd. Lina erwiderte ihn kurz, dann schob sie ihn weg. „Nicht hier“, flüsterte sie. Er nickte, der Blick dunkel, und ging wieder. Sie blieb einen Moment stehen, das Herz schlug schnell, dann räumte sie weiter.
Später beugte sie sich tief, für die unterste Reihe. Das Shirt rutschte, und sie wusste, dass er an der Kasse stand. Sie blieb länger unten als nötig, richtete sich langsam auf und warf ihm einen Blick zu. Er sah hin, deutlich, die Hände auf dem Band still. Sie grinste und ging weiter. Der Schein hielt, aber nur knapp.
Im Pausenraum setzte Markus sich zu ihr. Er musterte sie, die offenen Haare, die Art, wie sie sich bewegte. „Ihr seid anders heute“, sagte er leise. „Du und der Neue. Ihr guckt euch an, nicht so wie sonst. Aber du grinst, wenn er in der Nähe ist.“
Lina biss in ihr Brot und zuckte mit den Schultern. „Wir arbeiten. Mehr nicht.“
Markus nickte, nicht überzeugt. „Klar. Aber wenn das so weitergeht, merken es die anderen auch. Passt auf.“
Sie schwieg und aß weiter. Draußen im Laden stand Karl an der Kasse, sie spürte es, auch ohne hinzusehen. Der Schein hielt für den Moment, aber Markus hatte recht, es fiel schwer und wurde immer schwerer.
Markus bog um die Ecke und blieb stehen. Karl hatte Lina gerade gegen das Regal gedrückt, der Kuss war noch da, süß und kurz, aber deutlich. Markus sah es, die Hand an ihrer Hüfte, die Art, wie sie sich an ihn lehnte. Er räusperte sich laut. Beide fuhren auseinander. Lina spürte die Wärme im Gesicht, Karl zog die Cap tiefer und trat einen Schritt zurück.
„Alles klar hier?“, fragte Markus, die Stimme ruhig, aber der Blick nicht. Er musterte sie, die offenen Haare, die Stelle am Hals, die immer noch sichtbar war, dann Karl. „Oder soll ich später wiederkommen?“
Lina schüttelte den Kopf, schnell. „Nein. Wir haben nur was besprochen. Wegen der Lieferung.“
Markus nickte langsam, nicht überzeugt. „Klar. Die Lieferung.“
Karl sagte nichts, er nickte nur einmal. Markus blieb noch einen Moment, dann ging er langsam. Lina atmete aus, die Beine zitterten, nicht nur von der Nacht. Karl sah sie an, der Blick dunkel und besorgt. „Scheiße“, murmelte er.
Sie nickte. „Er wird nichts sagen.“ Sie standen still, der Gang war leer, der Schein war gerissen für Markus, und Lina spürte, wie die Unsicherheit zurückkam, schwerer, weil jetzt nicht mehr nur sie beide es wussten.
Lina wusste, dass Markus nichts sagen würde, nicht zu den anderen. Er machte sich nur Sorgen, das sah sie an der Art, wie er sie ansah, im Gang und im Pausenraum. Eine Beziehung am Arbeitsplatz war nicht verboten, aber sie zog Aufmerksamkeit, und die Gerüchte waren schon da. Markus konnte sich die kleinen Anspielungen nicht verkneifen. Beim Einräumen sagte er: „Pass auf, dass du nicht wieder gegen ein Regal läufst. Oder gegen jemanden.“ Beim Kaffee: „Der Neue hilft dir heute oft. Nett von ihm.“
Lina hielt es eine Weile aus. Dann, im Pausenraum, als er wieder anfing, seufzte sie. „Es ist nichts Großes. Wir kennen uns ein bisschen, mehr nicht. Und ja, es ist kompliziert. Deshalb halten wir Abstand. Zufrieden?“
Markus nickte langsam, das Grinsen kam nicht. „Okay. Ich sag nichts. Aber passt auf. Die anderen merken es, wenn ihr so guckt.“
Sie nickte und ließ es dabei. Den Rest des Tages versuchten sie es, Abstand, keine Blicke zu lang, keine Berührungen. Karl stand an der Kasse, Lina räumte ein. Sie spürten sich trotzdem, jedes Mal, wenn er vorbeiging, jedes Mal, wenn sie an der Kasse vorbeikam. Es fiel schwer, die Spannung blieb, dicht und schwer.
Kurz vor Feierabend riss es. Lina stand im Lager, allein, als Karl reinkam, eine Kiste in den Händen. Er stellte sie ab und sah sie an, der Blick dunkel. Sie trat näher, er auch. Die Geduld war weg. Er zog sie an sich, der Kuss war nicht süß und nicht langsam, sondern hart und fordernd. Sie erwiderte ihn, die Hände in seinen Haaren, er drückte sie gegen das Regal, die Cap fiel. Sie spürte ihn, hart und nah. Die Tür war zu, für den Moment, und es war ihnen egal, der Schein, die Kollegen, alles. Nur das hier zählte, für ein paar Sekunden, bis sie sich wieder lösten, atemlos, und wussten, dass es nicht reichen würde, nicht bis morgen, nicht bis nach der Arbeit.
Sie lösten sich voneinander und sahen sich an, der Atem schwer, die Geduld war weg. Karl nahm ihre Hand und zog sie mit, durch den Gang, ins Kühlhaus. Die Tür fiel hinter ihnen zu, schwer, die Kälte traf sie sofort, sieben Grad, der Atem wurde sichtbar. Die Wände waren metallisch, abgeschottet, lärmisoliert, niemand würde sie hören.
Karl drückte sie gegen die kalte Wand, der Kuss war hart und hungrig. Lina zog ihn enger, die Hände unter seinem Shirt, die Haut warm gegen die Kälte. Er schob ihr Shirt hoch und umfasste ihre Brüste, fest, die Nippel wurden hart von der Kälte und von ihm. Sie stöhnte in seinen Mund und öffnete seine Hose, die Finger fanden ihn, hart und bereit. Das Animalische übernahm, keine Worte, nur Hände, Münder, Körper.
Er drehte sie um, die Hände an der Wand, kalt, und zog ihre Hose runter, gerade weit genug. Die Kälte traf ihre Haut und sie zitterte. Karl rieb sich langsam an ihr, die Spitze glitt durch ihre Feuchtigkeit, heiß und deutlich gegen die Kälte, die bereits an ihren Schenkeln hochkroch. Er nahm sich einen Moment, ließ sie spüren, wie bereit sie war und wie sehr die Kälte und die Wärme sich aneinander rieben. Dann schob er sich in sie, nicht in einem einzigen harten Stoß, sondern langsam, Zentimeter für Zentimeter. Lina spürte, wie er sie dehnte und wie die Kälte außen und seine Wärme innen sich vermischten. Sie atmete scharf ein, das Geräusch hallte leise von den metallenen Wänden, zu laut für den kleinen Raum. Sie biss sich auf die Unterlippe und presste die Stirn gegen die kalte Wand.
Er blieb einen Herzschlag lang still, tief in ihr, ließ sie sich an die Fülle gewöhnen. Dann begann er sich zu bewegen, zuerst langsam und tief. Jeder Rückzug zog ein leises, nasses Geräusch nach sich, das in der Stille des Kühlhauses überdeutlich war. Seine eine Hand lag fest an ihrer Hüfte und zog sie ihm bei jedem Stoß entgegen. Die andere umfasste ihre Brust, die Finger waren warm, sie kneteten langsam, der Daumen strich über den harten Nippel, der von der Kälte und von seiner Berührung gleichermaßen empfindlich war. Lina spürte, wie die Gänsehaut über ihren Rücken lief, wie die Kälte in ihre Handflächen kroch, die gegen das Metall gepresst waren, und wie gleichzeitig die Lust in ihrem Unterleib heißer und schärfer wurde, als würde die Kälte alles andere nur noch deutlicher machen.
Draußen blieben die Schritte stehen, direkt vor der Tür, Stimmen, zwei, vielleicht drei, jemand lachte leise. Lina spürte, wie Karl in ihr innehielt, tief und still, sein Atem ging schwer gegen ihren Nacken. Die Kälte kroch weiter an ihren Schenkeln hoch. Sie hörte, wie jemand etwas sagte, unverständlich, aber nah, zu nah.
Karl zog sich langsam zurück, Zentimeter für Zentimeter, die Leere kam sofort, kalt. Lina keuchte leise gegen die Wand. Er schob zwei Finger in sie, langsam und tief, genau dort, wo er gerade noch gewesen war. Die Bewegung war gemein und bewusst, er krümmte sie, rieb und kreiste, während draußen jemand gegen die Tür klopfte. Lina biss sich hart auf die Lippe. Die Finger in ihr bewegten sich weiter, quälend langsam. Sie spürte, wie nass sie war und wie die Kälte und seine Wärme sich abwechselten.
„Still“, flüsterte er an ihrem Ohr, die Stimme rau und gemein. „Sie stehen direkt davor.“
Er zog die Finger zurück, nahm sie an den Hüften und drehte sie um. Die kalte Wand traf ihren Rücken. Karl hob sie hoch, leicht, ihre Beine schlangen sich um seine Hüften. Er drückte sie fest gegen das Metall, die Kälte brannte durch ihr Shirt. Dann schob er sich wieder in sie, langsam und tief.
Draußen vor der Tür blieben die Stimmen. Jemand lehnte sich dagegen, das Metall gab ein leises Geräusch von sich. Lina spürte es durch die Wand in ihrem Rücken. Karl hielt sie hoch, ihre Beine fest um seine Hüften. Er bewegte sich nicht, noch nicht. Er war tief in ihr, still. Die Kälte der Wand kroch durch ihr Shirt, an ihren Schulterblättern und an ihrem unteren Rücken. Seine Wärme dagegen war deutlich, in ihr und um sie.
Er küsste sie, langsam, die Lippen weich zuerst, dann fester, die Zunge strich über ihre, ungeduldig, aber er nahm sich Zeit. Lina öffnete den Mund weiter und ließ ihn, ihre Hände lagen an seinem Nacken, die Finger in seinen Haaren. Sie spürte, wie er atmete, schwer gegen ihren Mund. Draußen sagte jemand etwas, ein Name, unverständlich, die Stimme war nah genug, dass sie den Atem anhielt.
Karl zog sich ein Stück zurück, nur ein wenig, dann schob er sich wieder rein, langsam, so langsam, dass sie jeden Zentimeter spürte, die Dehnung, die Wärme, die Art, wie er sie ausfüllte. Lina keuchte leise in den Kuss, er schluckte das Geräusch. Seine Hand unter ihrem Po hielt sie fest, die Finger gruben sich leicht in die Haut. Die andere Hand lag an ihrem Hals, der Daumen strich über die Stelle, wo ihr Puls schlug, langsam und im Takt seiner Bewegung.
Er wiederholte es, zurück und rein, langsam und tief. Jeder Stoß presste sie ein Stück fester gegen die kalte Wand. Lina spürte die Kälte an ihrer Wirbelsäule und ihn, heiß. Der Kontrast machte alles empfindlicher. Sie bewegte die Hüften, nur ein wenig, entgegen. Er stöhnte gedämpft in ihren Mund. Der Kuss wurde tiefer und härter, seine Zunge folgte dem Rhythmus seiner Hüften, langsam und unerbittlich.
Draußen lachte jemand kurz, das Geräusch drang gedämpft durch die Tür. Karl hielt inne, tief in ihr, der Kuss brach nicht ab, er blieb, Lippen auf Lippen, Atem vermischt. Lina spürte, wie ihr Herz hämmerte, gegen seine Hand an ihrem Hals und gegen seine Brust. Er begann sich wieder zu bewegen, noch langsamer, als würde er die Gefahr genießen und wollen, dass sie jeden einzelnen Stoß spürte, während draußen die Stimmen weiterredeten und die Tür nur eine Bewegung davon entfernt war, aufzugehen.
Lina krallte sich fester in seine Haare. Der Kuss wurde nasser und tiefer, sie schmeckte ihn und spürte ihn überall, die Kälte, die Wärme, die Langsamkeit und die Stimmen, die einfach nicht weggingen.
Karl bewegte sich weiter, langsam und tief, jeder Stoß war eine bewusste Entscheidung. Lina spürte, wie die Kälte der Wand in ihren Rücken kroch und gleichzeitig die Wärme in ihr wuchs. Sie küsste ihn zurück, nicht mehr nur empfangend, ihre Zunge strich langsam über seine, der Geschmack von ihm, von der Anstrengung und von der Gefahr. Draußen vor der Tür sagte jemand etwas Längeres, die Stimme war deutlich genug, dass einzelne Worte durchkamen, „Lieferung“ und „Hinten“. Karl hielt nicht inne, er zog sich zurück, bis fast zur Spitze, und schob sich dann wieder rein, so langsam, dass Lina die Augen schloss und die Stirn gegen seine Schulter drückte.
Die Hand an ihrem Hals wurde fester, nicht würgend, nur haltend. Der Daumen strich weiter über ihren Puls, er spürte, wie schnell er schlug, Lina spürte es auch, in den Ohren und in der Kehle. Sie bewegte die Hüften ein kleines Stück entgegen, der Winkel änderte sich, er traf sie tiefer. Sie keuchte, das Geräusch blieb zwischen ihren Mündern. Karl stöhnte leise dagegen, der Laut vibrierte in ihrer Brust.
Draußen bewegte sich jemand, die Tür klapperte leicht, einmal. Karl erstarrte, tief in ihr, der Kuss brach ab. Sie atmeten schwer gegeneinander. Lina öffnete die Augen und sah ihn an, die grün-braunen Augen waren dunkel und nah. Er lächelte nicht, der Blick war ernst, hungrig und wissend. Draußen entfernten sich die Schritte langsam, die Stimmen wurden leiser und gingen den Gang hinunter.
Karl wartete noch einen Moment, dann begann er sich wieder zu bewegen, diesmal etwas schneller, immer noch tief und kontrolliert, aber nicht mehr ganz so quälend langsam. Lina spürte, wie die Lust zurückkam, schärfer, weil die Gefahr gerade noch da gewesen war und immer noch da sein konnte. Sie krallte sich in seine Schultern und küsste ihn wieder, härter, die Zähne streiften seine Unterlippe. Er erwiderte es und stieß tiefer. Die Hand an ihrem Hals glitt nach unten, über ihre Brust und unter das Shirt. Die Finger fanden ihren Nippel, kalt von der Luft und empfindlich. Er rieb langsam im Takt.
Lina spürte, wie sich alles zusammenzog, langsam und tief. Sie wollte kommen, aber nicht laut, nicht jetzt. Karl spürte es, an der Art, wie sie sich um ihn schloss, und an dem Zittern in ihren Beinen. Er küsste sie tiefer, schluckte jeden Laut und bewegte sich weiter, gleichmäßig und tief, bis die Spannung in ihr fast unerträglich wurde und draußen der Gang endlich still war.
Karl spürte, wie sie sich um ihn zusammenzog, langsam und tief. Er küsste sie härter, die Zunge tief, und stieß ein letztes Mal zu, so tief er konnte. Lina kam, der Orgasmus rollte durch sie, gedämpft. Sie stöhnte in seinen Mund, die Beine zitterten um seine Hüften. Er hielt sie fest gegen die Wand und folgte ihr. Die Stöße wurden kürzer und unregelmäßiger, er kam in ihr, heiß und deutlich. Sie spürte jeden Puls, gegen die Kälte und gegen alles. Er blieb in ihr, schwer atmend, die Stirn an ihrer. Der Kuss wurde weicher und langsamer, bis er nur noch Lippen auf Lippen war.
Sie blieben so, einen Moment länger. Die Kälte kroch wieder stärker, jetzt, wo die Bewegung nachließ. Lina spürte, wie ihre Beine nachgaben. Karl hielt sie, senkte sie langsam ab, bis ihre Füße den Boden berührten. Er glitt aus ihr, die Leere kam, nass und kalt. Sie lehnte sich gegen die Wand, die Hände zitterten, er auch. Der Atem ging schwer, sichtbar in der kalten Luft.
Karl strich ihr das Shirt runter und half ihr, die Hose hochzuziehen. Die Finger waren ungeschickt, von der Kälte und von allem. Er küsste sie noch einmal, kurz auf die Stirn. „Wir müssen raus, bevor die zurück kommen“, sagte er leise, die Stimme rau. „Und die Pille danach zahl ich.“
Lina nickte. Sie strich sich die Haare aus dem Gesicht. Die Haut kribbelte überall, zwischen den Beinen war sie nass, von ihr und von ihm. Sie atmete einmal tief durch. Karl öffnete die Tür einen Spalt und schaute. Der Gang war leer. Er trat zuerst raus, als würde er nur etwas aus dem Kühlhaus holen.
Lina wartete einen Moment, dann trat sie auch aus dem Kühlhaus und spürte die Wärme des Ladens sofort. Die Haut kribbelte, die Hose saß schief. Sie zog sie zurecht und ging zurück in den Gang. Die Beine zitterten noch, nicht nur von der Kälte. Karl war schon wieder an der Kasse, er sah nicht hin, die Cap tief. Sie räumte weiter ein. Die letzten Minuten bis Feierabend zogen sich. Jeder Schritt erinnerte sie an ihn, an die Wand, an die Stöße, an die Art, wie er sie gehalten hatte.
Sie stempelte aus und zog die Jacke an. Draußen wartete er nicht. Sie ging allein zum Fahrrad, die Unsicherheit kam zurück, leiser, aber da. Was, wenn jemand sie gehört hatte? Was, wenn Markus mehr wusste, als er sagte? Sie fuhr nach Hause. Die Wohnung war still, Mina nicht da. Lina stellte sich unter die Dusche, heiß, die Kälte wich, die Stellen an ihrem Körper brannten. Sie dachte an Karl, an den Kuss vorher, an seine Worte, du bedeutest mir etwas, und an die Art, wie er sie im Kühlhaus genommen hatte, animalisch und ohne zu fragen. Sie hatte es gewollt, immer noch. Dann stieg sie aus der Dusche und betrachtete kurz die Bisse und blauen Flecken auf ihrem Körper.
Das Handy vibrierte. Eine Nachricht von ihm. „Alles gut bei dir?“ Kurz. Sie tippte zurück. „Ja. Kalt. Aber gut.“ Schickte sie ab. Dann zog sie sich an, legte sich aufs Sofa, die Beine angezogen. Die Gedanken kamen. Was jetzt? Im Laden, mit ihm, mit den Gerüchten. Sie wusste es nicht. Aber sie wusste, dass sie ihn wieder wollte, bald, und dass der Schein immer schwerer wurde, mit jedem Mal.
***
Lina saß an dem kleinen Tisch draußen vor dem Café und drückte die zweite Zigarette aus, die dritte lag schon zwischen ihren Fingern. Sie hatte sich bewusst früh auf den Weg gemacht, weil sie die Unruhe nicht länger in der Wohnung aushalten wollte. Der Wind zog leicht über den Platz, und der Rauch zog davon, bevor er richtig bei ihr ankam. Sie hatte Karl geschrieben, kurz und ohne Umschweife, ob er Zeit habe, zum Reden. Er hatte nur „Ja. Wo?“ zurückgeschickt. Jetzt wartete sie.
Die Tür des Cafés ging auf und zu. Leute kamen mit Bechern raus, setzten sich, standen wieder auf. Lina zog an der Zigarette und sah auf die Straße. Sie hatte sich für den Ort entschieden, weil er neutral war, kein Bass, keine Kasse, nur Tische, Stühle und genug Abstand zu allem anderen. Trotzdem spürte sie die Anspannung in den Schultern. Die Woche hing noch in ihr, die Gerüchte, das Kühlhaus, die Nacht und die Nachricht, die er ihr geschickt hatte, als sie allein auf dem Sofa saß.
Karl kam um die Ecke, ohne Cap, die roten Haare waren noch feucht, als hätte er sich gerade geduscht. Er trug eine einfache Jacke und hatte die Hände in den Taschen. Als er sie sah, blieb er einen Moment stehen, dann kam er näher und setzte sich ihr gegenüber, nicht zu nah. Der Stuhl kratzte leicht über den Boden.
„Du rauchst schon“, sagte er und nickte zu dem Aschenbecher, zwei Stummel lagen darin. „Oder bist du schon länger hier?“
„Ein bisschen.“ Lina drückte die Zigarette aus und schob den Aschenbecher zur Seite. „Ich wollte nicht zu spät kommen.“
Er lächelte kurz, das schiefe Lächeln, das sie kannte, aber diesmal kleiner. „Ich auch nicht.“ Er lehnte sich zurück und sah sie an, der Blick war ruhig, nicht hungrig, nicht suchend, eher so, als würde er warten, was sie als Erstes sagte. „Wie war die Woche bei dir?“
Lina atmete aus. Die Frage war direkt. Sie hatte mit Neckereien gerechnet, mit irgendetwas, das die Schwere nahm. Stattdessen kam das. „Anstrengend. Die Beine haben wehgetan. Die Gerüchte waren schlimmer, als ich gedacht hab.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Ich hab Abstand gebraucht. Deshalb war ich weg.“
Karl nickte langsam. Er zog eine Zigarette aus seiner Jacke, zündete sie aber nicht an, drehte sie nur zwischen den Fingern. „Ich hab’s gemerkt. Du warst anders.“ Er sah kurz auf ihre Hände, dann wieder hoch. „Ich hab mir Sorgen gemacht.“
Lina spürte, wie sich etwas in ihrer Brust löste und gleichzeitig enger wurde. Sie hatte erwartet, dass er frech wird, dass er irgendetwas über die Nacht sagt oder über das Kühlhaus. Stattdessen saß er da und sprach so, als würde er die Situation ernst nehmen. Sie lehnte sich ein Stück vor und stützte die Unterarme auf den Tisch.
„Ich auch“, sagte sie leise. „Nicht nur wegen der Arbeit. Sondern weil ich nicht wusste, was das hier ist. Die Nacht war viel. Und ich saß da und hab nachgedacht. Zu viel.“
Karl zündete die Zigarette an. Der Rauch zog zwischen ihnen hoch. Er blies ihn zur Seite und sah sie an. „Ich bin gegangen, weil ich nicht wusste, ob du willst, dass ich bleibe. Und weil ich nicht wollte, dass es noch komplizierter wird.“ Er zog einmal und legte die Zigarette auf den Rand des Aschenbechers. „Aber ich hab dir geschrieben. Weil ich an dich gedacht hab.“
Lina nickte. Sie spürte das Lächeln an ihren Lippen, unsicher. „Ich weiß. Ich hab die Nachricht gelesen. Mehr als einmal.“ Sie strich sich eine Strähne hinters Ohr. Die Haare waren offen. Kein Zopf. „Und dann bin ich zu einem Freund gefahren. Nicht weil ich…“ Sie stockte. „Sondern weil ich Abstand brauchte. Von allem. Auch von dir.“
Karl schwieg einen Moment. Der Blick blieb ruhig. Kein Vorwurf. „Verstehe ich. Wirklich.“ Er nahm die Zigarette wieder auf und zog daran. „Und jetzt? Bist du zurück, weil du reden willst. Oder weil du wissen willst, ob ich noch da bin?“
Die Frage war direkt. Lina spürte die Wärme im Gesicht. Nicht nur vom Rauch. Sie sah ihn an und merkte, wie die alte Spannung zurückkam. Aber darunter lag etwas anderes. Ernstes. „Beides“, sagte sie. „Und weil ich glaube, dass wir das klären müssen. Bevor wir wieder im Laden stehen und so tun, als wäre nichts. Oder bevor einer von uns denkt, der andere will nur das eine.“
Karl lächelte, diesmal etwas breiter, das freche Blitzen war kurz da und verschwand wieder. „Gut. Dann reden wir. Aber vielleicht bestellen wir erst mal was, bevor du die vierte Zigarette anzündest und ich vergesse, warum ich eigentlich hier bin.“
Lina schnaubte leise und lehnte sich zurück. Die Anspannung war nicht weg, aber sie war anders, nicht mehr nur heiß und unruhig, eher wie etwas, das man anfassen konnte. Sie nickte und winkte der Bedienung. Draußen auf dem Platz gingen Leute vorbei, der Wind zog, und zum ersten Mal seit Tagen saßen sie sich gegenüber, ohne dass einer von ihnen sofort wieder gehen wollte.
Die Teller standen halb leer zwischen ihnen. Lina hatte nur die Hälfte ihres Croissants gegessen, Karl den größten Teil seines Sandwiches. Der Kaffee war nachgefüllt worden. Irgendwann hatte er seinen Stuhl ein Stück näher gezogen, nicht viel, gerade so, dass sein Knie fast ihres berührte, wenn einer von ihnen sich bewegte. Die Nähe war da, aber nicht aufdringlich. Lina spürte sie trotzdem, in der Art, wie die Luft zwischen ihnen enger wurde.
Karl drehte seine Tasse zwischen den Händen und sah kurz auf die Straße, bevor er wieder zu ihr schaute. „Ich hatte vor ein paar Monaten was. Nichts Festes. Eine Situationship, wie man das nennt. Es ist unschön auseinandergegangen. Nicht dramatisch, aber unklar. Und am Ende hat sich herausgestellt, dass wir beide was anderes wollten, ohne es richtig gesagt zu haben.“ Er zuckte leicht mit den Schultern. „Ich hab daraus gelernt, dass ich nicht mehr so tun will, als wäre alles egal, bis es plötzlich nicht mehr egal ist.“
Lina hielt ihre Tasse fest und musterte ihn. Die Offenheit überraschte sie. Sie hatte mit Neckereien gerechnet, mit Ausweichmanövern. Stattdessen kam das. „Und was hast du konkret gelernt?“, fragte sie, die Stimme ruhig, aber sie hakte nach. „Dass du früher sagst, was du willst? Oder dass du lieber gar nichts mehr anfängst, bevor du sicher bist?“
Karl lächelte, kurz und schief, das freche Blitzen war da, aber es blieb klein. „Beides, irgendwie. Ich will nicht wieder in was reinlaufen, wo einer denkt, es ist mehr, und der andere nur mitläuft. Aber ich will auch nicht so tun, als würde ich nichts spüren, nur weil ich noch nicht weiß, wie weit es geht.“ Er lehnte sich ein Stück vor. Sein Unterarm lag auf dem Tisch, nah an ihrem. „Bei dir weiß ich, dass da was ist. Mehr als nur die Nächte und die Spielchen im Laden. Aber ich weiß noch nicht, wie ernst das werden kann. Und ich will es nicht erzwingen. Ich will es auf mich zukommen lassen. Und dich dabei richtig kennenlernen. Nicht nur so, wie wir uns bisher kennen.“
Lina spürte die Wärme in ihrem Gesicht, nicht nur vom Kaffee. Sie stellte die Tasse ab und strich mit dem Finger über den Rand. „Richtig kennenlernen“, wiederholte sie. „Heißt das, du willst Dates? Oder willst du erst mal sehen, ob wir uns außerhalb vom Bett und vom Laden überhaupt verstehen?“
Er lachte leise, das Geräusch war warm. „Beides. Aber ja, auch Dates. Wo wir reden. Essen. Nicht nur…“ Er machte eine kleine Geste mit der Hand, die alles und nichts bedeuten konnte. „Du weißt schon. Ich mag, wie du bist. Frech. Klar. Und dass du mich nicht einfach so laufen lässt. Aber ich will auch wissen, wie du bist, wenn gerade keiner von uns die Kontrolle haben muss.“
Lina hob eine Augenbraue. Das Lächeln kam von allein, klein und ein bisschen spöttisch. „Und wenn ich die Kontrolle trotzdem behalten will? Ab und zu.“
Karl grinste, diesmal etwas breiter. „Dann sagst du das. Und ich hör zu. Solange du mir auch sagst, wenn du was anderes willst.“ Sein Knie streifte ihres, kurz und absichtlich. „Ich will dich näher kennenlernen, Lina. Richtig. Nicht nur die Version, die im Laden mit mir spielt oder nachts die Führung abgibt. Wenn du das auch willst.“
Sie sah ihn an. Die Spannung war immer noch da, leise, flirty in der Art, wie er sie ansah, und in der Art, wie sie nicht sofort antwortete. Aber darunter lag etwas Offenes. Ehrliches. Sie nickte langsam. „Ich will das auch. Aber ich brauch Klarheit. Nicht jeden Tag. Aber genug, dass ich nicht wieder dasitze und mich frage, ob du nur nett bist oder ob da wirklich was ist.“
Karl nickte. Der Blick blieb ruhig. „Dann sagen wir es uns. Wenn wir unsicher sind. Und wenn wir was wollen.“ Er nahm seine Tasse und trank einen Schluck. „Klingt fair?“
Lina lehnte sich zurück und spürte, wie sich ein Teil der Anspannung löste. Nicht alles. Aber genug. „Klingt fair“, sagte sie. Und lächelte. Diesmal ohne das spöttische Ziehen. Nur ehrlich.
Lina spürte, wie sich etwas in ihrer Brust entspannte, nicht vollständig, aber genug, dass sie atmen konnte, ohne dass es eng wurde. Karl hatte nicht gedrängt. Er hatte gesagt, was er wollte, und gleichzeitig zugegeben, dass er es noch nicht ganz einordnen konnte. Das half, weil sie selbst auch noch nicht sicher war.
Sie drehte ihre Tasse zwischen den Händen und sah kurz auf die Straße, bevor sie wieder zu ihm schaute. „Für mich war es bisher intensiv. Der Sex hat mir gefallen. Wirklich. Die Art, wie du mich genommen hast. Wie du zugehört hast, auch wenn ich nicht immer klar gesagt hab, was ich will. Das hat funktioniert. Im Moment.“ Sie zögerte und strich mit dem Daumen über den Tassenrand. „Was mich unsicher gemacht hat, war das Danach. Dass du gegangen bist und ich nicht wusste, ob das nur die Nacht war oder ob da mehr ist. Ich hab dann angefangen zu grübeln. Und irgendwann hab ich Abstand gesucht.“
Karl nickte langsam. Er hatte die Ellbogen auf den Tisch gestützt und hörte zu, kein Unterbrechen, nur der Blick, der ruhig blieb. „Und der Abstand war bei dem Freund“, sagte er. Keine Frage. Eine Feststellung.
Lina atmete aus. „Ja. Er und ich hatten mal was. Vor einer Weile. Es war nie fest. Eher eine Abmachung. Körperlich. Ohne große Erwartungen danach. Wir haben uns immer mal wieder gesehen, wenn es gepasst hat. Und diesmal…“ Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Ich bin hingefahren, weil ich nicht allein sein wollte mit den Gedanken. Und weil es bei ihm klar ist. Keine Fragen. Kein ‚Was bedeutet das‘.“
Karl stellte seine Tasse ab und lehnte sich ein Stück zurück. Der Blick war aufmerksam, nicht eng. „Und wie war das für dich?“
Die Frage überraschte sie. Nicht der Inhalt, die Ruhe dahinter. Sie hatte etwas wie Eifersucht erwartet. Stattdessen kam Neugier. „Anders“, sagte sie ehrlich. „Bei ihm ist es sicher. Ich weiß, was kommt und was nicht. Bei dir war es mehr. Wilder. Und danach unsicherer. Ich hab mich bei ihm wohlgefühlt. Aber ich hab dich vermisst. Auch wenn ich das nicht sofort gemerkt hab.“
Karl lächelte klein, das schiefe Ziehen an einem Mundwinkel. Er hob eine Augenbraue, leicht neckend, aber nicht spitz. „Das ist entweder ein Kompliment oder ein sehr kompliziertes Signal.“
Lina schnaubte leise und spürte, wie die Wärme in ihr Gesicht stieg. „Beides, wahrscheinlich. Ich weiß es selbst nicht genau.“ Sie sah ihn an. Die Spannung war noch da, aber lockerer, nicht mehr so schwer. „Er hat nichts dagegen, dass ich hier sitze und mit dir rede. Und ich hab ihm gesagt, dass ich das brauche.“
Karl nickte. Sein Knie streifte ihres wieder, kurz, diesmal blieb es einen Moment länger. „Gut. Dann sind wir wenigstens beide nicht sicher. Das macht es einfacher.“ Er grinste etwas breiter. „Oder komplizierter. Kommt drauf an, wie frech du heute noch wirst.“
Lina lachte leise, das Geräusch kam leichter raus als erwartet. „Ich kann frech sein. Aber gerade will ich lieber wissen, ob du wirklich Dates meinst. Oder ob du nur nett sein willst, weil ich gerade ehrlich war.“
Er lehnte sich vor, nah genug, dass sie seinen Atem spürte, nicht aufdringlich. „Ich mein Dates.“ Sein Blick glitt über ihr Gesicht und blieb an ihrem Mund hängen, kurz. „Und ich will wissen, ob du mich auch vermisst, wenn wir gerade nicht im Bett sind.“
Lina hielt dem Blick stand. Das Lächeln blieb, kleiner und echter. „Vielleicht finde ich das raus. Wenn wir das hier nicht nur einmal machen.“
Karl nickte langsam und lächelte diesmal ohne das freche Ziehen, nur ruhig. „Dann machen wir das. Nochmal. Und schauen, was passiert.“
Die Stimmung hatte sich gelockert, nicht vollständig, aber genug, dass Lina die Schultern sinken ließ und Karl nicht mehr bei jedem Satz abwog, ob er ausweichen würde. Der Wind hatte nachgelassen, auf dem Platz waren weniger Leute. Er hatte seinen Stuhl noch ein Stück näher gezogen, diesmal so, dass ihr Knie dauerhaft an seinem lag, nicht drängend, nur da.
Karl drehte seine leere Tasse zwischen den Fingern und sah sie an, der Blick neugierig, nicht fordernd. „Woher kommt das eigentlich?“, fragte er. „Dass du im Bett so bist. Direkt. Dominant. Oder plötzlich nachgiebig, wenn du es willst. Und draußen anders. Kontrollierter. Als würdest du erst mal schauen, was der andere aushält, bevor du zeigst, was du wirklich willst.“
Lina lehnte sich zurück und dachte einen Moment nach. Die Frage war persönlich. „Ich weiß nicht genau“, sagte sie schließlich. „Im Bett ist es klarer. Da kann ich entscheiden, wie weit es geht. Und wenn ich die Kontrolle abgebe, dann weil ich es will. Nicht weil es passiert. Draußen…“ Sie zuckte leicht mit den Schultern. „Draußen ist es komplizierter. Da weiß ich nicht immer, was der andere sieht. Oder was er daraus macht. Bei uns war das am Anfang Spiel. Und dann wurde es mehr. Und ich wusste nicht, wie ich das einordnen soll.“
Karl nickte langsam. „Und jetzt? Wie fühlt sich das zwischen uns für dich an?“
Sie sah ihn an. Die Offenheit machte es leichter, ehrlich zu bleiben. „Unsicher. Aber nicht schlecht. Ich mag, wie du bist, wenn du nicht nur frech bist. Und ich mag, dass du mich nicht einfach so nimmst, ohne hinzuschauen. Aber ich hab Angst, dass es wieder so wird wie in der Woche. Dass wir intensiv sind und dann nicht reden. Und ich dann wieder dasitze und nicht weiß, woran ich bin.“
Er schwieg einen Moment, der Blick blieb ruhig, dann stellte er die Tasse ab. „Bei meiner Situationship war das ähnlich. Nur extremer. Körperlich waren wir sehr nah. Der Sex war roh. Härter als mit dir. Versauter. Experimentierfreudiger. Wir haben Sachen ausprobiert, bei denen man sich wirklich verbunden fühlt, weil man dem anderen so viel Vertrauen geben muss. Aber emotional…“ Er atmete aus. „Emotional waren wir distanziert. Keiner hat wirklich gesagt, was er will. Und gleichzeitig hatten wir beide andere Bettgeschichten. Das hat die ganze Zeit für eine Berg- und Talfahrt gesorgt. Mal war es intensiv und nah, dann wieder so, als wären wir nur Bodybuddys, die zufällig mehr machen. Am Ende hat das alles komplizierter gemacht, als es hätte sein müssen. Ich bereue nicht den Sex. Aber ich bereue, dass wir so getan haben, als würde die körperliche Nähe reichen, während emotional nichts klar war.“
Lina hörte zu. „Und wie gehst du damit um, wenn es sich unsicher anfühlt?“, fragte sie.
Karl lächelte klein, kein freches Ziehen diesmal. „Ich rede. Oder ich versuche es zumindest. Früher hab ich gewartet, bis es zu spät war. Jetzt sag ich lieber zu früh, dass ich noch nicht weiß, wie ernst es wird, als dass ich so tue, als wäre alles klar.“ Er sah sie an. „Und du? Wenn du unsicher bist. Was machst du dann normalerweise?“
Lina spürte die Wärme in ihrer Brust, nicht unangenehm, eher wie etwas, das sich langsam setzte. „Ich zieh mich zurück. Oder ich such mir was Vertrautes. Wie bei dem Freund. Oder ich tu so, als hätte ich alles im Griff, bis es nicht mehr geht.“ Sie lachte leise. „Nicht die beste Strategie. Aber die, die ich kenne.“
Er nickte. Sein Knie drückte leicht gegen ihres. „Dann sagen wir es. Wenn es unsicher wird. Du sagst, wenn du Abstand brauchst. Ich sag, wenn ich nicht weiß, wo wir stehen. Und wir schauen, ob das reicht.“
Lina hielt seinem Blick stand. Die Spannung war immer noch da, leicht, aber sie war nicht mehr nur körperlich. „Klingt nach einem Anfang“, sagte sie. Und meinte es.
Karl schwieg einen Moment und sah auf ihre Hände, die immer noch um die Tasse lagen. Dann hob er den Blick wieder. „Ich mag dich schon länger“, sagte er, die Stimme ruhig, nicht groß. „Schon vorher. Im Laden. Als du mich geneckt hast und so getan hast, als würde dich das alles nicht interessieren. Ich hab das gemerkt. Und ich hab dich gemocht. Auch wenn ich nicht wusste, was ich damit anfangen soll.“
Lina spürte, wie die Worte sich setzten, nicht schwer, eher warm. Sie hatte gedacht, die Anziehung wäre vor allem körperlich gewesen, dass die Spielchen und die Nächte das meiste ausgemacht hatten. Jetzt saß er da und sagte das so, als wäre es keine große Sache. Und irgendwie war es das doch.
„Schon länger“, wiederholte sie leise. „Und du hast nichts gesagt.“
Er zuckte leicht mit den Schultern. Das Lächeln kam zurück, klein und ein bisschen schief. „Ich wusste nicht, ob du das willst. Und ich wollte nicht der Neue sein, der direkt zu viel will. Aber ja. Ich mag dich. Wenn du mir erklärst, wo die Paprika steht, und dabei so tust, als wäre ich hoffnungslos.“
Lina lachte leise. Das Geräusch kam leichter als erwartet. Die Spannung lockerte sich weiter, nicht weg, aber weicher. „Du warst auch hoffnungslos. Am Anfang.“
„War ich.“ Karl grinste kurz. „Und du hast es genossen.“
Sie nickte langsam und spürte, wie sich etwas in ihr beruhigte, nicht alles, aber genug, dass sie nicht mehr das Gefühl hatte, jeden Satz abwägen zu müssen. „Ja. Hab ich.“ Sie sah ihn an. „Und jetzt? Wenn du mich schon länger magst und ich immer noch nicht sicher bin, wie weit das geht.“
Er lehnte sich ein Stück vor. Sein Knie blieb an ihrem. „Dann lernen wir uns richtig kennen. Und schauen, was passiert. Ohne dass einer von uns so tut, als wäre nichts. Oder als wäre schon alles klar.“
Lina atmete aus. Die Unsicherheit war immer noch da, aber sie war nicht mehr allein damit. Und zum ersten Mal seit Tagen fühlte sich das nicht wie ein Problem an.
Sie saßen noch eine Weile so da. Der Kaffee war kalt geworden, und der Platz hatte sich geleert. Karl hatte irgendwann seine Hand auf den Tisch gelegt, nah an ihrer, ohne sie zu nehmen. Lina hatte sie nicht weggezogen.
„Also“, sagte sie und lehnte sich ein Stück zurück. „Wir lernen uns richtig kennen. Nicht nur zwischen den Regalen und nicht nur, wenn wir uns die Klamotten vom Leib reißen. Und wenn einer von uns unsicher wird oder Abstand braucht, sagen wir das. Direkt. Nicht indem wir verschwinden oder noch intensiver werden.“
Karl nickte langsam. „Und wir treffen uns. Normal. Essen. Reden. Schauen, was passiert, ohne so zu tun, als wäre schon alles klar oder als wäre nichts gewesen.“ Er lächelte schief. „Und wenn du frech wirst, darf ich zurückgeben. Solange wir danach noch wissen, woran wir sind.“
Lina spürte, wie sich das Lächeln von selbst auf ihre Lippen schob. „Klingt fast vernünftig. Und ein bisschen langweilig.“
„Langweilig wird’s nicht“, sagte er und stand auf. Er wartete, bis sie auch aufstand, und trat dann näher. Nicht so nah wie sonst. Gerade so, dass sie den Kopf heben musste. „Darf ich?“
Sie nickte.
Der Kuss war anders. Langsam und weich. Seine Lippen blieben auf ihren, ohne zu drängen. Kein Bart, der kratzte, weil er sich Zeit nahm. Keine Zunge, die forderte. Nur Wärme und die Art, wie seine Hand leicht an ihrer Taille lag, ohne sie zu ziehen. Lina erwiderte ihn genauso langsam. Sie spürte, wie sich etwas in ihrer Brust setzte, nicht heiß, eher ruhig, als würde der Kuss nicht etwas nehmen wollen, sondern etwas dalassen.
Als sie sich lösten, blieb Karl noch einen Moment nah, seine Stirn fast an ihrer. „Das war anders“, sagte er leise.
„Ja.“ Lina lächelte klein. „Besser. Für den Anfang.“
Er grinste. Das freche Ziehen war zurück, aber weicher. „Dann sollten wir das öfter machen. Bevor du wieder denkst, ich will nur das andere.“
Sie schnaubte leise und stieß ihn leicht mit der Schulter an. „Du Arsch. Aber okay.“
Sie gingen zusammen ein Stück die Straße entlang, nicht Hand in Hand, aber nah genug, dass ihre Arme sich ab und zu streiften. Der Wind war kühl. Lina zog die Jacke enger und spürte immer noch den Kuss, weicher und ruhiger als alle davor. Er hatte nichts genommen. Er hatte etwas dagelassen, und das fühlte sich neu an.
Am Fahrradständer blieb sie stehen. Karl auch. Er sah sie an, der Blick ruhig. „Schreibst du, wenn du zu Hause bist?“
„Ja.“ Sie nickte. „Und du schreibst, wenn du unsicher wirst. Nicht erst, wenn’s zu spät ist.“
„Deal.“ Er lächelte schief, und diesmal blieb das Lächeln, auch als sie sich umdrehte und das Schloss aufschloss.
Lina fuhr los, nicht schnell. Der Platz lag hinter ihr. Die Unsicherheit war nicht weg, aber sie war nicht mehr das Einzige, was sie spürte. Sie dachte an den Kuss. An seine Worte, dass er sie schon länger mochte. An die Abmachung, dass sie reden würden, statt zu verschwinden oder noch intensiver zu werden. Es war kein Versprechen auf alles. Aber es war ein Anfang, der sich nicht wie ein Risiko anfühlte, vor dem sie davonlaufen musste.
Der Weg nach Hause war der gleiche wie sonst. Die Straßen, die Ampeln, die Kurve vor ihrer Wohnung. Doch zum ersten Mal seit Tagen fühlte er sich nicht an, als würde sie vor etwas fliehen. Sie spürte den Wind im Gesicht und den Nachhall des Kusses auf ihren Lippen. Und sie merkte, dass sie nicht mehr nur grübelte. Sie wollte ihn wiedersehen. Und das reichte für den Moment.
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