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Mein Campingabenteuer (fm:1 auf 1, 13620 Wörter)

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Veröffentlicht: Oct 24 2026 Gesehen / Gelesen: 352 / 267 [76%] Bewertung Geschichte: 0.00 (0 Stimmen)
Diese Mal möchte ich von meinem Urlaub berichten. Insgesamt habe ich die Geschichte in drei Teile gegliedert, die ähnlich lang sind. Tut mir für diejenigen leid, die nicht viel Zeit haben, es ging aber nicht kürzer.

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© Roman Tiker Dieser Text darf nur zum Eigengebrauch kopiert und nicht ohne die schriftliche Einwilligung des Autors anderweitig veröffentlicht werden. Zuwiderhandlungen ziehen strafrechtliche Verfolgung nach sich.

Mein Campingabenteuer - Teil 1

Es war an einem Sonntagmorgen, als mir das Inserat in der Zeitung ins Auge fiel, allerdings erst auf dem zweiten Blick, weil ich die Sonntagszeitung sonst immer nur durchblätterte. Seit einiger Zeit durchstöberte ich die Inserate, weil ich vor ein paar Wochen wie durch Zufall auf eine Suchanzeige eines Paares aufmerksam geworden war, das zunächst eher unkonkret, von Woche zu Woche allerdings immer deutlicher, Paarungswillige für »interessante« Spielchen suchte. Nicht dass ich mich selber angesprochen fühlte, vielmehr belustigte mich die Art, wie sie beschrieben, was sie auf diese Weise zu finden glaubten, und ich war gespannt, wann die Anzeige eingestellt würde, weil man fündig geworden war. Eben in dieser Rubrik las ich auch, dass ein gewisser Chris jemanden suchte für ein Campingabenteuer.

Nun bin ich schon lange ein Campingfan und wer, bitteschön, möchte kein Abenteurer sein? Ich fand die Idee aufregend, mit jemand Wildfremdem zusammen Urlaub zu machen, antwortete aber nicht sofort und hatte schon bald wieder fast vergessen, was ich gelesen hatte.

Am nächsten Tag stand ein Routinecheck bei meinem Hausarzt an, etwas, das ich seit ein paar Jahren regelmäßig machte, seitdem ich die 50 überschritten hatte. Es war eher eine Vorsichtsmaßnahme, um mir ein kleines Gefühl der Sicherheit zu geben, als dass es einen besonderen Grund dafür gab. Bisher war alles immer in Ordnung, wie Bernd mir versichert hatte, und so ging ich auch dieses Mal nicht von Komplikationen aus. Bernd und ich kannten uns schon seit Ewigkeiten, ich vertraute ihm und, da er nur unwesentlich älter war als ich, duzten wir uns seit Längerem.

»Roman, ich möchte dir jemanden vorstellen«, kündigte Bernd an und kam zusammen mit einer Frau ins Behandlungszimmer, die, im Gegensatz zu ihm, einen weißen Kittel trug.

»Das ist Frau Moolenaers, sie wird zukünftig einige unserer Patienten betreuen«, verlautbarte er strahlend und trat etwas zur Seite, damit seine Kollegin im Behandlungsraum Platz hatte.

»Wenn ihr demnächst zusammen die Patienten untersuchen wollt, braucht ihr aber größere Zimmer«, witzelte ich und streckte der Ärztin die Hand hin. »Angenehm.«

Sie trug bereits diese blauen Einmalhandschuhe und reichte mir ihren Arm, weil ich schon wieder verdrängt hatte, dass man, zumindest seit dieser hochansteckende Virus die ganze Welt in ihren Fängen gehalten hatte, einem Arzt nicht mehr die Hand zur Begrüßung gab. Souverän schafften wir es, die peinliche Situation für beide Seiten annehmbar zu überspielen und zum eigentlichen Grund unseres Zusammentreffens zurück zu kehren.

»Wenn Sie sich dann bitte obenrum freimachen«, kam aus ihrem Mund und sorgte dafür, dass ich mir augenblicklich wieder der Rollenverteilung im Behandlungszimmer bewusst wurde.

»Ich sehe schon, ihr kommt zurecht, dann gehe ich mal weiter«, postulierte Bernd und ließ mich mit seiner Kollegin alleine.

Sogleich begann sie, sich mit den üblichen Fragen zu meinem Wohlbefinden und Ausschluss möglicher altersbedingter Beschwerden ein eigenes Bild zu machen, während sie das Blutdruckmessgerät anlegte.

»Jetzt kurz stillhalten.«

Alles lief genauso ab wie sonst, nur dass ich nun von einer, zwar behandschuhten, aber wesentlich zarteren Damenhand abgetastet wurde. Manchmal bin ich direkt und jetzt, wo diese Ärztin mir den Trichter ihres Stethoskops auf die Brust hielt, fragte ich sie gerade heraus ebenfalls nach ihrem Wohlergehen.

»Mir geht es sehr gut«, lachte sie mit einer für eine Frau erstaunlich rauen Stimme.

Das Eis war gebrochen und ich bohrte mit weiteren Fragen, bis sie mir erzählte, dass sie aus Holland stammte, jedoch schon lange in Deutschland lebte und bisher in einem Krankenhaus gearbeitet habe.

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