Allure - Hure der Sinne - Teil 6 (fm:Romantisch, 4597 Wörter) [6/6] alle Teile anzeigen | ||
| Autor: Sabrina | ||
| Veröffentlicht: Nov 07 2026 | Gesehen / Gelesen: 784 / 636 [81%] | Bewertung Teil: 9.13 (15 Stimmen) |
| Vier Tage nach dem Ende der Erpressung läuft der Alltag wieder normal, doch Sabrina vermisst das Verbotene. Als Peter sie abends mit einer echten Überraschung verwöhnt, merkt sie, dass ihr die alte Aufregung weiterhin fehlt. | ||
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Hure der Sinne IV
Schatten der Vernunft
Die Hochzeit, auf der das Ganze begonnen hatte, lag inzwischen ein paar Wochen zurück. Da hatten mich meine zwei Peiniger und Erpresser bereits mehrfach benutzt. Mit verbundenen Augen konnte ich dem Spiel sogar etwas Lust abgewinnen. Zu wissen, dass mein Stiefsohn mich benutzte, bereitete mir nach wie vor Unbehagen.
Kapitel 1: Der Neubeginn
Vier Tage. So lange dauerte es, bis mir auffiel, dass ich morgens nichts mehr zu tun hatte.
Vier Tage, seit ich den beiden am Samstag die Fotos auf den Küchentisch gelegt und das Wort Tusche ausgesprochen hatte. Seit Phil sich schließlich doch gesetzt hatte. Seit Ben gesagt hatte, sie habe recht und ich dagesessen war und auf ein Gefühl gewartet hatte, das nicht kam. Es kam auch in diesen vier Tagen nicht.
Kein Schal mehr auf dem Tisch. Keine Erpressernachrichten auf dem Display, wenn ich das Handy umdrehte. Kein Blick von Ben über den Rand seiner Tasse, der mir sagte, dass Peter in zwanzig Minuten aus dem Haus sein würde. Der Schatten der Erpressung war gewichen, verflogen im Nichts der gelöschten Handys. Ich stand an der Terrassentür zum Garten, trank meinen Kaffee aus und hatte den ganzen Morgen vor mir; der ganze Morgen gehörte mir und ich wusste nicht so recht, was ich damit anfangen sollte.
Ich hatte mit Erleichterung gerechnet. Was sich stattdessen ausbreitete, war eine seltsame Leere. Die Routine, die ständige Angst, die Geheimnisse – all das hatte mein Leben über Wochen bestimmt. Jetzt war da plötzlich Stille. Keine Nachrichten, keine Treffen, keine Erpressung. Aber eben auch keine Anspannung mehr, keine verbotene Lust, keine extreme Intensität.
Ben ging mir nicht aus dem Weg. Das hatte ich erwartet und es wäre mir lieber gewesen. Stattdessen war er höflich. Er stellte seine Tasse in die Spülmaschine, er fragte, ob er etwas mitbringen solle, wenn er ohnehin fahre, er sagte gute Nacht, wenn er nach oben ging. Einmal hielt er mir die Tür auf und ich bedankte mich. Wir waren beide sehr freundlich zueinander, wie zwei Leute, die sich in einem Treppenhaus begegnen und nicht wissen, in welchem Stock der andere wohnt. Nur wenn ich ihm zu lange in die Augen sah, wusste ich, dass auch er es vermisste. Nicht nur den Sex. Das Machtspiel, die Kontrolle, das Prickeln des Verbotenen. Und ich? Ich vermisste es auf eine kranke Weise auch. Natürlich hätte ich das nie laut ausgesprochen. Nicht einmal vor mir selbst wollte ich es wahrhaben.
Heute war auch Phil da. Er war ja Bens bester Freund und daran hatte sich nichts geändert. Sie saßen im Wohnzimmer, als ich von der Arbeit kam. Peter fragte, ob er mit uns zu Abend essen wolle und er sah mich an wie jeden anderen Menschen im Raum. Er reichte mir die Schüssel mit dem Salat und sagte danke, als ich sie ihm zurückgab. Derselbe Mann, der mich auf einer Parkbank hart gefickt hatte und mich am letzten Tag so lange hatte betteln lassen, bis ich mein eigenes Nein nicht mehr wiedererkannte, reichte mir eine Schüssel Salat und bedankte sich.
Ich hatte damit gerechnet, dass es schwer sein würde, ihm gegenüberzusitzen. Es war überhaupt nicht schwer. Genau das beschäftigte mich.
Mein Sexleben mit Peter hatte sich verändert. Und mit Peter wurde in diesen Tagen alles gut, wenn nicht sogar besser. Ich war fordernder geworden, initiierte öfter, nahm mir, was ich brauchte und forderte ihn direkter heraus – und das nicht nur verbal. Peter liebte das. Er dachte, es sei eine wunderbare Entwicklung, eine neue, leidenschaftliche Phase. Er hat nie gefragt, woher eine Frau nach all den Jahren plötzlich weiß, wie sie es noch härter will. Ich hätte es ihm auch nicht sagen können. Denn während ich auf ihm saß und ihn ritt, war ich in Gedanken oft woanders. Bei den Sandwiches mit Phil und Ben. Bei dem Gefühl, hilflos benutzt zu werden, bei der hemmungslosen Erregung, die mich überrollt hatte und bei den harten, erbarmungslosen Orgasmen, die mir die beiden abgerungen hatten. Ich rechnete bei jedem
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